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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Autographen Auktion 114, Mi., 16. Okt., 14.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Schubart, Christian Friedrich Daniel
Brief aus der Haft auf dem Asperg

Los 2631

"aus meinem Grabe noch ein Bäumlein erwachsen"
Schubart, Christian Friedrich Daniel, Dichter, kritischer Publizist, Organist und Komponist, nach Kritik an den Zuständen in Württemberg vom Herzog Carl Eugen zehn Jahre lang ohne Prozeß in der Festung Hohenasperg eingekerkert (1739-1791). Eigh. Brief m. U. "Schubart". 3 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelrest. 4to. Festung Hohenasperg, "am Ende des Jahres" 1786.

Wohl am Silvesterabend aus seiner Zelle, fünf Monate vor Schubarts Freilassung nach zehnjähriger Haft, an seine Frau und seine Kinder Ludwig und Julchen in Stuttgart geschriebener Trostbrief. "So wären denn, meine Beste, die Christferien vorüber und das alte Jahr neigt sich zum Grabe. Vergnügen und Freude blieb ferne von mir; ich konnte nicht einmal, wegen Magenschmerzen, einen Bissen genießen, ob ich gleich Alles vollauf hatte. Man brachte mir köstlichen Wein, eine gebratene Ganß vom Schulmeister im Dorfe, Huzelzelten und Lekereien in Menge - aber die Leute genoßen um mich herum ... Ich glaube Dich nicht ermuntern zu dürfen, am Schlusse des Jahrs, Gott ein ganz besondres Dankopfer abzustatten. Denn wie viel Großes hat er nicht in diesem Jahre an uns an Seel und Leib gethan. Ich lebe noch troz so vieler höchstgefährlichen Anfälle auf meine Gesundheit und Gott hat meine Arbeiten ausserordentlich geseegnet, so daß ich Dich und meine lieben Kinder, sonderlich meinen Sohn, da er noch unversorgt ist, nach Vaterpflicht unterstützen konnte. Und ob ich gleich ein großer Sünder bin; so ist doch mein Glaube an Jesum, den Sohn des lebendigen Gottes unerschüttert geblieben ... Laß uns mit diesen Gesinnungen des Dankes und der feurigsten Tugendentschlüsse hinübereilen ins neue Jahr; so werden neue Seegnungen unserer warten. Glaube, meine Beste, daß wenn das neue Jahr mein Sterbejahr seyn sollte, aus meinem Grabe selbst noch ein Bäumlein erwachsen würde, das Dir Schatten gäbe ...". - Dann wendet er sich an seine Kinder: "Dir lieber Ludwig, zeichne Gott im künftigen Jahre selbst die Laufbahn vor, auf der Du mit Riesenschritten zum Ziel der Menschen und Christenwürde eilst! Dem Herrn Kaufmann danke für sein unerwartetes Knastergeschenk und bitt' ihn um Veranlassung der Wiedervergeltung ... Dir, lieb's Julchen, wünsch ich im Jahr 1787 einen herzigen, brafen, geschikten Mann u. danke Dir für den geschenkten Tobak. Ich will schon auf ein Gegengeschenk sinnen ... Die Neujahrswünsche rumoren noch immer, wie das wütige Heer, um mich herum. Aus Gefälligkeit thu ich alles mit Freuden ...". Erwähnt den Verleger Himburg und den Dichter Gleim. - Der rührende Brief des Gefangenen ist von größter Seltenheit: In den letzten 40 Jahren sind nur zwei Briefe Schubarts (jeweils an den Dichter J. M. Miller) auf deutschen Auktionen vorgekommen, beide erst nach seiner Entlassung aus der Haft geschrieben.

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.750)


Zuschlag
€ 2.600 (US$ 2.860)



Semjonow, Juri Nikol.
Briefwechsel mit Johannes von Guenther

Los 2632

Semjonow (Semenov), Juri(j) Nikolajewitsch, russ. Schriftsteller. Briefwechsel mit dem Übersetzer und Schriftsteller Johannes von Guenther. 42 Briefe und Postkarten, teils in deutscher, doch überwiegend in russ. Sprache und Schrift, sowie die Typoskript-Durchschläge der Briefe J. von Guenthers. Verschied. Formate. Huddinge und Uppsala 12.V.1948 bis 5.VIII.1960.

Umfangreiche Korrespondenz Semjonows mit dem bewährten Übersetzer aus dem Russischen, naturgemäß über Literatur, gemeinsame Projekte und Übertragungen. Von Semjonow liegen vor: 2 eigh. Briefe, 26 masch. Briefe und 14 eigh. Postkarten (zus. ca. 55 Seiten). Semjonow ist Verfasser zahlreicher Sachbücher wie "Die Güter der Erde. Eine Wirtschaftsgeographie für jedermann", "Die Eroberung Sibiriens" und "Glanz und Elend des französischen Kolonialreiches". Johannes von Guenther gab mit ihm "Heitere Geschichten aus Rußland" heraus (vgl. J. von Guenther, "Leben im Ostwind", S. 206). - Beiliegen: 71 Typoskript-Durchschläge der Gegenbriefe J. von Guenthers sowie 3 weitere Beilagen.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 495)


Zuschlag
€ 300 (US$ 330)


Sengle, Friedrich
Brief 1971 + Beigabe

Los 2633

Sengle, Friedrich, Germanist und Literaturhistoriker, berühmt für sein dreibändiges Hauptwerk "Biedermeierzeit", Professor in Köln, Marburg, Heidelberg und München (1909-1994). Eigh. Brief m. U. "F. Sengle". 1 S. (Kugelschreiber). Gr. 4to. Söcking (Starnberg) 31.VII.1971.

An einen "Herrn Doktor", der sich habilitieren möchte. "... Vielleicht wäre es besser, in aller Ruhe an etwas zu arbeiten; denn wir können ja nichts anderes tun, als Ihre Habilitationsschrift nach den geltenden Massstäben beurteilen. Wenn Sie aber meinen, daß ich in irgendeiner Weise helfen kann, stehe ich natürlich zu Ihrer Verfügung. Ich sehe zur Zeit - ohne Urlaub - den II. Band meiner 'Biedermeierzeit' durch, bin also grundsätzlich immer zuhause in Söcking ... Nach München komme ich ganz selten, und dann zu Besprechungen, Sprechstunden usw. ... Ich stehe Ihnen also in der Zeit nach dem 8.VIII. nach vorherigner telefonischer Anmeldung ... in Söcking jederzeit zur Verfügung ...". - Sengle füllt mit seiner Schrift, ganz ähnlich wie Alexander von Humboldt, nur die rechten unteren zwei Drittel der Seite aus. Die Weitsicht Humboldts fehlt ihm allerdings, wie die vollkommen subjektive Pauschal-Kritik an den Autoren des "Jungen Deutschland" in seinem als "Standardwerk" gerühmten Buch "Biedermeierzeit" erkennen läßt. - Dabei: Walter Hinck, hervorragender Germanist und Literaturhistoriker, Professor in Köln (1922-2015). Eigh. Brief m. U. "Walter Hinck" unter einem masch. Gedicht. 2/3 S. Mit Umschlag. Gr. 4to. (Wohl Landau i. d. Pfalz 2012). - Unter dem masch. Gedicht "Hoch auf dem Lykabettos" handschriftlich an einen Redakteur, der ihm zum 90. Geburtstag gratuliert hatte. "... dieses Gedicht, der letzte meiner lyrischen Versuche, kam mir kürzlich wieder unter die Augen. Vor Jahrzehnten entstanden, zeigt es ein so ganz anderes Griechenland als das, das zur Zeit durch die Zeitungen geistert ... Die Reihe, in die Sie das Büchlein 'Jahrgang 1922' stellen wollen, ist so imposant, dass es sich vor den großen Namen kaum behaupten kann. Aber wie könnte ich die Aufnahme verweigern! ...". - Hincks Buch "Jahrgang 1922. Biographische Skizzen" war 2011 bei Bouvier in Bonn erschienen. Sein unübertroffenes Standardwerk, "Das deutsche Lustspiel des 17. und 18. Jahrhunderts und die italienische Komödie" (Stuttgart 1965) fehlt in dem unzureichenden Artikel bei Wikipedia.

Schätzpreis
€ 120   (US$ 132)


Nachverkaufspreis
€ 60   (US$ 66)


Stammbuch
des Georg Walch in Jena + Beigabe

Los 2634

Stammbuch des Theologen Georg Tobias Walch in Jena. 147 Bl., davon 199 S. beschrieben oder illustriert. Mit 6 Kupferstichen (davon 3 in Rotdruck), 18 Gouachen, Aquarellen oder kolor. Federzeichnungen, 4 Grisaillen und 1 Rötelzeichnung. Brauner Lederband (restauriert unter Benutzung alten Materials) mit erneuerten Vorsätzen und Goldschnitt. 1723-1736.

Spätbarockes, reich illustriertes Stammbuch eines Akademikers in Jena. Der "Georgius T. Walch", der das Stammbuch auf dem Titel seinen Patronen und Gönnern widmet, ist nicht identisch mit dem bedeutenden lutherischen Theologen Johann Georg Walch (1693-1775), der seit 1717 in Jena wirkte, Professuren in den verschiedensten Fächern innehatte (Philosophie, Altertumskunde, Rhetorik, Dichtkunst und schließlich Theologie) und zehn Mal Rektor der Universität war. Er ist aber in diesem Stammbuch vertreten. Fast alle Eintragungen in Jena, gelegentlich auch Eisenach, Salzungen, Schmalkalden, Meiningen und Gotha. Die Beiträger setzen sich naturgemäß vornehmlich aus Professoren, Theologen und Studenten zusammen. So sind vertreten: Jesaias Friedrich Weißenborn (Superintendent und Pastor Primarius an der Universität), Johann Christian Walch, Johann Georg Walch, Friedrich Wilhelm Walch, H. C. Walch, Johann Hadrian Slevogt (1653-1726), Johann Adolph Wezelius, Johann Michael Weinrich, Hermann Friedrich Teichmeyer, Samuel Beer, Georg Philipp Rhoenius, Ludwig Bassy, Friedrich Hermann Reusch, Christian Wirb, Johann Christian Jacobi, Johann Christoph Schmidt, Christian Gottlieb Rhenius, Johannes August Gellert, Johann Arnold Krupp aus Essen und viele andere "Cultores" der Rechte, der Theologie und anderer Fächer. - Faszinierend sind die Illustrationen des Stammbuchs: zu Beginn 3 Kupferstiche in Rotdruck von Caspar Junghans, die eine Gesamtansicht von Jena, den Marktplatz und die Universität zeigen. Es folgen vielerlei teils schwer verständliche Tuschzeichnungen, teils allegorisch oder emblematisch, teils mit Anspielungen auf aktuelle Ereignisse: 3 tote Personen auf einem Acker liegend; eine reich verzierte Kanone aus der Vogelschau; ein Mönch, der eine Nonne auf dem Rücken trägt, die in einem Garbenbündel versteckt ist; eine von Gottes Hand gehaltene Waage, in der einen Schale ein evangelischer Geistlicher, in der anderen ein Ablaßkrämer, ein Fürst und ein wohlhabender Bürger; diese Schale versucht der Teufel herabzuziehen, aber der evangelische Geistliche wiegt schwerer; dazu der Spruch "Das wahre Gottes Wort / u. Luthers reine Lehr / Wiegt mehr als Cardinal, / Pabst, Satan und sein Heer." Ferner verschiedene teils satirische oder kritische Szenen mit Frauen; z. B. eine Frau in einem Zimmer voller Mäuse, die ihr Baby dem zur Tür hereinkommenden Liebhaber zurückgeben will. - Erhebliche Erhaltungsmängel: gemäß der Paginierung fehlen ca. 32 Bl.; das nach vorn gebundene Register unvollständig; 1 Bl. mit Ausschnitt; 2 Bl. mit Wurmlöchern; einige Bl. beschabt oder durch das Ablösen von Siegeln beschädigt; durchgehend etwas gebräunt. - Dennoch ein hoch interessantes und illustriertes Gesamtbild der Universität Jena um 1725. - Beigegeben: Stammbuch des Friedrich Wilhelm Suhr aus Prenzlau. 71 Bl., davon 76 S. beschrieben oder illustriert. Mit 2 Aquarellen. Roter Halblederband d. Z. (gering fleckig) mit reicher Rückenvergoldung und Aufdruck "Gewidmet für Freunde der Wahrheit", goldgepr. Bordüre auf beiden Deckeln, goldger. Aufdruck "F. W. S. den 19. July 1816." auf dem Vorderdeckel sowie mit marmorierten Vorsätzen und Goldschnitt. Quer-8vo. 1816-1856. - Stammbuch aus einer sehr christlich orientierten Familie. Die Eintragungen von 1816 bis 1818 meist in Berlin, ab 1817 dann auch Prenzlau, von Verwandten und "Brüdern". Alle Beiträge sind entweder Bibel-Zitate oder christliche Abhandlungen, Erbauungs- und Moralpredigten. Auf dem ersten der beiden Bilder schreitet der Tod mit Sense über am Flußufer liegende Gebeine, in seiner Hand ein Schild "Evang. Johanis 5 v 29". - Das zweite (farbenprächtige) Bild zeigt eine auf Wolken sitzende Frau (der "rechte" Glaube) mit ausgebreiteten Armen, von kleinen Engeln umgeben. Dazu der Spruch: "Der rechte Glaube Schwinget sich durch die Luft".

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.750)


Zuschlag
€ 2.600 (US$ 2.860)


Stammbuch
eines Schweriner Bürgers

Los 2635

- eines Schweriner Bürgers. C. 140 Bl., davon 25 S. beschrieben oder illustriert. Mit 4 Aquarellen, 2 Federzeichnungen und 2 kolor. Kupferstichen. Quer-gr. 8vo. Brauner Lederband d. Z. (etwas berieben und beschabt) mit sehr reicher Vergoldung auf dem Rücken und auf beiden Deckeln sowie mit intarsierten Lederstücken, Goldschnitt und marmorierten Vorsätzen. 1755-1825.

Das sehr schön gebundene, aber wenig gefüllte Stammbuch war zunächst nur von 1755 bis 1757 im Gebrauch, und zwar ausschließlich in Schwerin von Freunden, die moralische Sprüche und einige Zeichnungen lieferten. Erst mehr als 50 Jahre später, ab 1810, fanden sich noch einmal Beiträger in Wismar und Rostock, zuletzt auf 2 Seiten als Nutzer für Hauswirtschafts-Notizen. Von den frühen Illustrationen sind 2 sehr feine Federzeichnungen und interessante Aquarelle (u. a. eine orientalische Stadt) bemerkenswert. Die um 1810 hinzugefügten kolorierten Kupfer zeigen idyllische Szenen ländlichen Familienlebens. - Prächtiger Rokoko-Einband und mehr als 100 Blatt leeres, frisches, 260 Jahre altes Bütten-Papier.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 495)


Zuschlag
€ 340 (US$ 374)


Stammbuch
des Jura-Studenten C. Neumann in Göttingen

Los 2636

- des Jura-Studenten C. Neumann in Göttingen. Ca. 180 Bl., davon ca. 142 S. beschrieben oder illustriert. Mit 1 kolor. Aquatinta, 2 Aquarellen und 8 Kupfertafeln von Wiederhold in Göttingen mit Ansichten aus Deutschland und der Schweiz. Quer-8vo. Brauner Lederband d. Z. (etwas berieben) mit goldgepr. Monogramm "C. N." auf dem Vorderdeckel, goldgepr. Rankenbordüren auf beiden Deckeln, Rückenvergoldung und Rückenschild "Denkmaal [!] Wahrer Freunde" sowie Goldschnitt. 1799-1803.

Die Beiträge von Kommilitonen und Freunden, teils mit studentischen Emblemen wie gekreuzten Degen, sowie vereinzelt auch Lehrern. Die vielen Eintragungen beginnen mit den interessantesten Beiträgern 1799 in Kloster Berge und beschränken sich dann ab 1800 fast ausschließlich auf Göttingen. Die Kommilitonen gehören großenteils dem Adel an; so sind vertreten die Familien v. Wittgenstein, zur Mühlen, v. Döring, v. Cornberg, Graf Neußel, v. d. Osten, v. d. Pahlen, v. Maien, v. Münster, v. Hymmen, C. Matthisson (Kloster Berge 30.IX.1799), v. Crailsheim, v. Blomberg, F. v. Maltzahn, Graf Kielmannsegge, Bernhard Joachim v. Kamptz u. a., ferner A. J. F. Dahlmann aus Wismar. - Von Neumanns Lehrern ist Johann Gottfried Gurlitt (1754-1827), Direktor des Pädagogiums Kloster Berge, im Oktober 1799 mit einem Zitat nach Seneca vertreten. Der Professor und Konrektor Johann Friedrich Lorenz (1737-1807) zitiert Horaz. Am 2. September 1799 verabschiedet sich der bedeutende Pädagoge Karl Christoph Gottlieb Zerrenner (1780-1851), um sein Theologiestudium in Halle zu beginnen. - Die Wiederholdschen Kupfer sind beschriftet und zeigen: Hamburg von der Außenalster, Bürgers Denckmahl, Der Sonnenstern mit Pirna (2 x), Wilhelm Tells ländliche Wohnung, Der Hardenberg, Der Königstein von der Elbseite, Die Bibliothek zu Göttingen. - Vorderes Innengelenk geplatzt; sonst attraktives Stammbuch.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 495)


Zuschlag
€ 850 (US$ 935)


Stammbuch
der Julie Baßler in Dresden

Los 2637

- der Julie Baßler in Dresden. 71 Bl., davon 69 S. beschrieben oder illustriert. Mit 7 Aquarellen bzw. Gouachen, 2 Bleistiftzeichnungen, 8 kolorierten Kupferstichen, 1 kolor. Lithographie, 2 Textil-Arbeiten und 2 Haarlocken. Quer-gr. 8vo. Rotbrauner Halblederband d. Z. (Ecken und Kanten etwas bestoßen) mit Rückenvergoldung und Rückentitel "Denkmal der Freundschaft", Perlmutt-ähnlichem Belag mit Goldpapier-Bordüren auf beiden Deckeln, Steh- und Innenkantenvergoldung sowie Goldschnitt. In marmor. Papp-Schuber d. Z. 1818-1833.

Fast alle Eintragungen in Dresden, erst nach 1830 einige wenige in Chemnitz. Die Beiträger sind Verwandte, Mitschülerinnen, Freundinnen und Freunde der Inhaberin, darunter eine Marie Bassenge. Hervorzuheben sind die schönen Illustrationen: 7 sehr fein kolorierte Kupfer, gestochen von J. C. A. Richter, zeigen romantische Ansichten von Dresden und seinen Umgebungen, von Moritzburg bis zu Bad Schandau und Schloß Altenburg. Die farbige Lithographie zeigt Herrniskretzschen, mit dem "Bahnhof" von Schöna und einer sehr frühen Eisenbahn im Vordergrund. Die Aquarelle zeigen zwei Freundschaftstempel und diverse hübsche Blumen-Arrangements. - Die Ecken meist etwas fingerfleckig; ansonsten attraktiv illustriertes Dresdener Stammbuch mit ungewöhnlichem Einband.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 495)


Zuschlag
€ 560 (US$ 616)


Stammbuch
eines jungen Frankfurters + Beigabe

Los 2638

- eines jungen Mannes aus Frankfurt a. M. Ca. 87 Bl., davon ca. 68 S. beschrieben oder illustriert. Mit 5 kolor. Kupfertafeln und 2 Aquarellen. Quer-8vo. Grüner Halblederband d. Z. (etwas berieben und fleckig) mit reicher Rückenvergoldung, Rückenschild "Der Freundschaft geweiht", goldgepr. floralen Deckelbordüren, Steh- und Innenkantenvergoldung, marmor. Vorsätzen und Goldschnitt. Im Pappschuber d. Z. 1822-1829.

Die Eintragungen von Freunden und Freundinnen 1822-1825 in Frankfurt a. M., dann Stuttgart und ab 1826 in Regensburg. Ferner Offenburg und Annaberg.
Unter den hübschen kolorierten Kupfern je eine Ansicht von Schloß Biebrich sowie vom Friedberger Tor in Frankfurt. Die Aquarelle zeigen ein erntendes Bauernmädchen mit Sichel in der Hand sowie einen Blumenkranz. - Das vordere Innengelenk geplatzt; durchgehend mäßige Fingerspuren. - Dabei: Stammbuch-Kassette eines Fräulein Richter in Dresden. 18 Bl., alle beschrieben oder illustriert. Mit einer Biskuitpapier-Arbeit mit aufklappbarem "Brief" aus Perlmutt, 1 Blumen-Aquarell und 1 kolor. Stahlstich. Lose Blatt in roter Halbleder-Kassette mit grünem Deckelbezug d. Z. in Form eines Stammbuchs mit reicher Rückenvergoldung und Rückenschild "Für Freunde geweih't", Deckel mit ornamentaler Blindprägung und goldgepr. Bordüre. 1837-1846. - Die Eintragungen von Verwandten und Freunden in Geringswalde, Chemnitz, Penig, Oederan, Seifen, Dresden, Rochlitz, Zettlitz und Gießmannsdorf.

Schätzpreis
€ 250   (US$ 275)


Zuschlag
€ 280 (US$ 308)


Stammbuchblätter-Sammlung
des Herrn Kleinschmidt

Los 2639

- Stammbuchblätter-Sammlung eines Herrn Kleinschmidt aus Mühlhausen (Elsass). Ca. 82 Bl., fast alle beschriftet, 52 zugleich auch illustriert. Mit 1 kolor. Kupfertafel, 23 gestochenen Ansichten, 10 gestoch. Porträts, 6 gestoch. Theaterszenen, 3 weiteren gestoch. Tafeln, 1 Aquarell, 5 Bleistiftzeichnungen, 2 Kalligraphien und 1 gepressten Blume. In 2 kartonierten (defekten) Einbanddeckeln mit jeweils gestochener Illustration. Quer-8vo. 1823-1842.

Die meisten Eintragungen von Kollegen und Freunden in Mühlhausen, ferner Magdeburg (1831-1832), Bernburg (1832), Berlin (1833-1835), Elberfeld, Barmen (1836), Dresden (1838), Köln (1839) und Frankfurt a. M. (1841-1842).
Bemerkenswert die vielen romantischen Ansichten, teils aus dem Göttinger Wiederhold-Verlag, teils ohne Herkunftsbezeichnung. Darunter: die Hirschgass bei Heidelberg, Gernrode am Harz (Gesamtansicht), Kassel (Gesamtansicht), Herkules mit Kaskaden bei Kassel, die Löwenburg bei Kassel, Bamberg (Gesamtansicht), Blauenstein im Kanton Solothurn, Heidelberg (Gesamtansicht), Braunschweig (Gesamtansicht), Gießen (Gesamtansicht), das Schlachtfeld mit Gasthaus bei Belle-Alliance, das Dorf Quatre Bras, Bingen (Gesamtansicht), Rüdesheim (Gesamtansicht), Burgruine bei Rüdesheim, Schloß Falkenstein am Harz, Jena, Burg und Dorf Hammerstein am Rhein, das Kurhaus in Wiesbaden, der Ortsteil Sonnenberg bei Wiesbaden. - Unter den übrigen Kupfern ein Blatt mit einem großen - wohl studentischen - Trinkgelage. Auch bei den Bleistiftskizzen ein Studentenpaar, sonst Ansichten. - Eine Kalligraphie bildet die Symbole für Glaube, Liebe, Hoffnung in phänomenal kleiner, selbst mit Lupe kaum erkennbarer Schrift ab.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Zuschlag
€ 240 (US$ 264)


Poesie- und Klebe-Album
der Emilie d'Avis

Los 2640

- Poesie- und Klebe-Album (Scrapbook) der Emilie D'Avis. Ca 79 Bl., fast alle beschrieben oder illustriert, teils beidseitig. Mit 4 Gouachen, 2 Aquarellen, 1 Sepia-Tuschzeichnung, 17 teils farbigen oder mit Deckweiß gehöhten Bleistift-Zeichnungen, 3 Lithographien, 4 Stahlstichen und 1 Öldruck; meistens einmontiert. Quer-4to. Dunkelgrüner Lederband d. Z. (stärker berieben; Ecken und Kapitale bestoßen) mit Resten von Romantiker-Vergoldung auf beiden Deckeln sowie den goldgepr. Aufdrucken "Album" und "Emilie D'Avis". Goldschnitt. 1846-1860.

Die fast ausschließlich weiblichen Beiträger sind teils Mädchenpensions-Schülerinnen in Genf, teils Freundinnen in Kreuznach, Mannheim, Krefeld und Aachen und beweisen teilweise sehr beachtliche Mal- und Zeichenkünste. Die oft professionell wirkenden Zeichnungen und Aquarelle zeigen Ansichten (etliche von Genf und Umgebung) und Personen; auch bei den Druckgraphiken überwiegen Ansichten, darunter zwei aus Mannheim. - Gelenke dilettantisch geklebt; einige Bl. lose oder defekt, einige wenige scheinen zu fehlen.

Schätzpreis
€ 120   (US$ 132)


Zuschlag
€ 100 (US$ 110)



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