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Hauptbild Beschreibung Status
Loewenson, Erwin
Brief an Frank Wedekind

Los 2611

An Wedekind über den "Neuen Club"
- Loewenson, Erwin, enger Freund Georg Heyms und Verwalter seines literarischen Nachlasses, Mitglied des "Neuen Clubs", unter dem Pseudonym "Golo Gangi" Mitarbeiter mehrerer Literaturzeitschriften des Expressionismus (1888-1963). Eigh. Brief m. U. "Erwin Loewenson". 2 S. Gr. 8vo. Berlin 22.IV.1910.

An den Dramatiker, Kabarettisten und Schauspieler Frank Wedekind. Wichtiger Brief über den "Neuen Club", aus dem das "Neopathetische Cabaret" hervorging. Der Dichter soll einen geplanten "Wedekind-Abend" im "Neuen Club" unterstützen und eine Auswahl aus seinen Werken vorschlagen.
"... Der 'Neue Club' (eine Vereinigung von Studenten der Philosophie und jungen Künstlern, die sich verschworen haben, den Blasphemieen dieser Zeit nicht länger untätig zuzusehen und ihren Ekel vor allem Commishaften im Kunst- und Wissenschaftsbereich und ihre Bewunderung der Einzelgeister öffentlich kundzutun) richtet in Ergebenheit eine Bitte an Sie. Es ist der Beschluß gefaßt worden ... daß Mitte Mai ein 'Wedekind-Abend' stattfinde; in einem vornehmen Konzertsaal und in größerem Stil. Der mit dem einleitenden Vortrag Betraute (aus unserer Mitte) meint, eine neue - undüstere - Definition der Tragik gefunden zu haben, und sieht in Ihnen ... den einzigen wirklichen Tragiker, der seit Hebbel über Europa gekommen ist. (Nach dem Vortrag sollen erste Künstler der Bühne aus Ihren Werken vorlesen. Frau Tilla Durieux hat sich uns bereits hierfür in der liebenswürdigsten Weise zur Verfügung gestellt; doch möchten wir uns an weitere Künstler nicht eher wenden, bevor wir nicht Ihren freundlichen Rat hierüber gehört haben ... Obgleich Sie nicht wissen können, Hochverehrter, wie sehr die Ausstrahlungen Ihres Geistes zu einem der Elemente unserer Lebensatmosphäre geworden sind, hoffen wir doch, Sie werden uns unsere Bitte nicht abschlagen ...". - Faltenrisse mit Transparentpapier unterlegt. - Der zweite Abend des "Neopathetischen Cabarets" fand am 6. Juli 1910 im "Papierhaus", Dessauer Str. 2, statt und brachte außer Texten von Heym, Loewenson, Hiller, van Hoddis, H. E. Jacob und J. Wassermann eine Lesung von Tilla Durieux aus Wedekinds Einakter "In allen Wassern gewaschen" (siehe das Orig.-Programm unter "Neopathetisches Cabaret").

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Zuschlag
€ 400 (US$ 440)


Loewenson, Erwin
Brief-Konzept an Edgar Zacharias

Los 2612

- Loewenson, Erwin, enger Freund Georg Heyms und wichtiger Verwalter seines literarischen Nachlasses, Mitglied des "Neuen Clubs", unter dem Pseudonym "Golo Gangi" Mitarbeiter mehrerer Literaturzeitschriften des Expressionismus (1888-1963). Eigh. Brief-Konzept (Fragment). 2 S. (Bleistift). Auf liniiertem Papier. 8vo. (Berlin 1912).

An Edgar Zacharias, über Georg Heyms und Ernst Balckes Tod in der Havel und über das Begräbnis. "... Von Heym weiß ich auch nicht viel mehr als du. Erst ist Balcke eingebrochen, dann hat Heym ihn retten wollen, denn man hat seine Handschuhe, Hut, Stock abgeworfen gefunden. Von Cladow aus hat man nur einen (ganz klein) reinstürzen gesehen, darauf ein großes minutenlanges Schreien gehört, ist hingelaufen (weit) da hatte es bereits aufgehört. Natürlich kann nicht der magere Balcke so furchtbar geschrien haben. Heym hat Balcke retten wollen ... Die Stelle wo Heym reingefallen ist, soll ganz dick und fest gewesen sein, so daß er allein sich hätte retten können, sagt man. - Die Beerdigung war so, daß man sich am Schluß plötzlich erinnerte, daß jemand gestorben ist. Höchst protestantisch schwingende Aetherkreise eines [Wort freigelassen] von einem Bierbrauer polemisierend gegen den Gott der Juden und die Eigenart Heyms (trotzdem Eigenart ganz gut sei in dieser alles nivellierenden Zeit). - Das Bild von Heym, en face, von Haru [?] Engert hab ich für 1000 M ihm abkaufen wollen, aber er hatte es kurz vorher mitten entzweigerissen, da Heym in seiner Abwesenheit mittenrein gemalt hat ...".

Schätzpreis
€ 250   (US$ 275)


Zuschlag
€ 420 (US$ 462)


Loewenson, Erwin
Brief an Kurt Pinthus

Los 2613

"ein Sturmangriff auf Heyms Dichtungen"
- Loewenson, Erwin, Freund Georg Heyms und wichtiger Verwalter seines literarischen Nachlasses, unter dem Pseudonym "Golo Gangi" Mitarbeiter mehrerer Literaturzeitschriften des Expressionismus (1888-1963). Eigh. Brief m. U. "Loewenson". 2 S. Gr. 4to. Berlin-Schöneberg, Febr. 1925.

An Kurt Pinthus, Lektor im Kurt Wolff Verlag und Mitherausgeber der ersten Georg-Heym-Werkauswahl von 1922. "... In Sachen Georg Heym wird wenig getan. Es fällt vielfach auf, daß die Propaganda für unsere Ausgabe schwach war, das Buch ist noch heut nicht allgemein bis zum Sortimenter durchgedrungen. Bei dieser Sachlage hatte ich mich entschlossen, eine Gelegenheit, die sich bot, benutzend, eine aufs Engste zusammenfassende Umarbeitung bzw. Auswahl meines damaligen Heymbuches herzustellen - für das Sie guter Mann seinerzeit so fabelhaftes Interesse an den Tag legten! - Bei Paul Cassirer erscheint Ostern ein von Ernst Blass herausgegebenes Sammelbuch, das, wie mir scheint, einige anständige Beiträge enthalten wird. Darunter meine Heym-Arbeit. Da sie jedoch mitsamt den Belegen zu umfangreich zu werden drohte, so mußte ich mich dazu verstehen, diese Belege, soweit sie noch Unveröffentlichtes, von uns beiden seinerzeit Verworfenes darstellen, neben dem Aufsatz, gesondert drucken zu lassen. Es sind dies außer einigen Gedichten jene Tagebuchblätter, die ich auf Ihre Veranlassung damals für Stephan Großmanns 'Tagebuch' zusammengestellt hatte in einem Aufsatz, den er in meiner Gegenwart las und freudestrahlend und vor Begeisterung perlend annahm und nachher nicht veröffentlicht hat ... Jetzt soll er es natürlich bleiben lassen!! ...". Bittet Pinthus, sich ein wenig für dieses neue Georg-Heym-Buch einzusetzen und kraft seiner einflußreichen Persönlichkeit Werbung zu machen. "... Ich werde Ihnen einen Bürstenabzug zusenden, vielleicht käme ein Vorabdruck, teilweise, in einer Zeitschrift oder Zeitung, in Frage? - Es muß jetzt ein Sturmangriff auf Heyms 'Dichtungen' erfolgen, so daß sofort eine Neuauflage - ohne die Druckfehler u. die Schönheitsmängel - gemacht werden muß!! Also auf zu einer breit angelegten Aktion!" - Die Aktion hielt sich in Grenzen, und das angekündigte Buch ist nicht erschienen. Erst 1962 konnte Loewenson seine biographischen Aufzeichnungen als Buch herausbringen. - Faltenrisse mit Transparentpapier unterlegt.


Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Zuschlag
€ 300 (US$ 330)


Neopathetisches Cabaret
7 Programmzettel

Los 2614

- "Neopathetisches Cabaret", veranstaltet vom "Neuen Club", gegründet von Kurt Hiller, Erwin Loewenson, Robert Jentzsch, Jakob van Hoddis u. a. Konvolut von 6 Orig.-Programmzetteln. Berlin 1910-1912.

Programme des 1., 2., 3., 7., 8. und 9. Abends, jeweils an anderen Spielstätten in Berlin: I. (1. Juni 1910). Vorträge und Texte von Golo Gangi (d. i. E. Loewenson), Jakob van Hoddis, Kurt Hiller, Gustav Meyrink u. a. (mit Schreibmaschine vervielfältigt). - II. 6. Juli (1910) im "Papierhaus", Dessauer Str. 2. Vorträge und Texte von Georg Heym, Golo Gangi, Tilla Durieux, Kurt Hiller, Jakob van Hoddis u. a. (Druck auf Maschinenbütten). - III. Mit Briefkopf "Neopathetisches Cabaret für Abenteuer des Geistes" versehene Einladung zum dritten Abend, 9.XI.1910, im Druck unterzeichnet "Hochachtungsvoll Der Neue Club, i. A.: Erwin Loewenson, Motz-Straße 42"; als Veranstaltungsort handschriftlich eingesetzt: "Café Austria, Potsdamer Str. 28" (Doppelblatt, in verschnörkelter Fraktur gedruckt). - IV. 16. November (1911) im oberen Saal der Sezession (Café Kutschera, Kurfürstendamm 208/209). Vorträge und Texte von Georg Heym, Robert Jentzsch, Ludwig Hardt, Golo Gangi, W. S. Ghuttman [!], Erich Krakauer, Ferdinand Hardekopf, Jakob van Hoddis, Rudolf Bluemner u. a., ferner "Sansara. Das liebliche Schattentheater. Drama von Golo Gangi. Figuren von [Ernst Moritz] Engert". (Druck auf Maschinenbütten). - Auf der Rückseite handschriftlich ein Gedicht von Robert Jentzsch, jedoch niedergeschrieben und datiert 1911 von Erwin Loewenson (Golo Gangi). - V. 16. Dezember 1911 im oberen Saal der Sezession (Café Kutschera). Vorträge und Texte von Georg Heym, André Gide, Carl Einstein, Jakob van Hoddis, Erich Unger, Robert Jentzsch, Golo Gangi, Rudolf Kurtz, Herwarth Walden u. a. sowie ein Schattendrama von Achim von Arnim mit Figuren von Ernst Moritz Engert. - Mit großer zweizeiliger Titelleiste in Holzschnitt von Karl Schmidt-Rottluff (2 Exemplare). - VI. 3. April 1912 im Architektenhaus, Saal C, Wilhelmstraße 92-93. Vorträge und Texte von Hölderlin (unveröffentlichte Gedichte und Briefe), Golo Gangi, Gedichte von Georg Heym sowie an Georg Heym von Jentzsch, Koffka und Ghuttman [!], ferner Martin Buber, Ferdinand Hardekopf, Erich Unger (aus Wedekind), Jakob van Hoddis, Mynona u. a. Am Fuß Anzeige des Rowohlt Verlags über Erscheinen der 2. Auflage von Heyms "Der ewige Tag" sowie Neuerscheinung der "Nachgelassenen Gedichte, und im Herbst 1912: Der Dieb, (Novellen)". - Bei diesem Blatt gebräuntes, brüchiges Papier. - Beiliegend: Programmzettel IX. Vortragsabend Ludwig Hardt. Berliner Sezession ... 12. Januar 1922: Georg Heym (30. Okt. 1887 - 16. Jan. 1912). - Mit 21 Gedichten von Georg Heym, eingerahmt von Lyrik Heines und Baudelaires. - Ferner beiliegend eine bedruckte Banderole zu dem Georg-Heym-Heft der Zeitschrift "Der Feuerreiter".

Schätzpreis
€ 2.200   (US$ 2.420)


Zuschlag
€ 3.600 (US$ 3.960)


Pinthus, Kurt
Brief an David Baumgardt

Los 2615

- Pinthus, Kurt, Schriftsteller, Journalist und Dramaturg, einer der wichtigsten Vermittler expressionistischer Dichtung (1886-1975). Brief m. U. "Kurt Pinthus". 1 S. Mit Briefkopf "Hyperionverlag". Gr. 4to. Berlin 10.IV.1920.

An David Baumgardt, Freund Georg Heyms und Mitglied im "Neuen Club", später Professor für Philosophie in Berlin, Birmingham und den USA (1890-1961). "... Der Wolff-Verlag beabsichtigt eine Gesamtausgabe der Werke von Georg Heym. Die Familie Heym hat mir für diese Ausgabe bereitwilligst den Nachlass zur Verfügung gestellt, sagte mir aber, dass damals Herrn Jentsch u. Ihnen ein Teil des Nachlasses ausgehändigt worden ist, von dem sie nicht wusste, ob diese Manuskripte wieder in die Hände der Familie zurückgelangt sind. Ich möchte Sie nun fragen, ob Ihnen über den Verbleib dieser Manuskripte etwas bekannt ist, und ob Sie den Aufenthalt und die Adresse des Herrn Jentsch oder seiner Angehörigen wissen ...". - Hierzu schrieb David Baumgardt am 3. März 1960 mit Bleistift an den Rand: "Ich habe diese Manuskripte damals Kurt Pinthus zur Verfügung gestellt, da ich mit meiner Habilitation zu sehr beschäftigt war, um an der Neuausgabe teilzunehmen, und da Erwin Loewenson als sehr aktiver Mitherausgeber im Verein mit Pinthus für diese einbändige Ausgabe keine weitere Hilfe benötigte ...".

Schätzpreis
€ 180   (US$ 198)


Nachverkaufspreis
€ 120   (US$ 132)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Pinthus, Kurt
Brief an Erwin Loewenson + Beilagen

Los 2616

- Brief m. U. "Kurt Pinthus". 1 S. Mit Briefkopf "Kurt Wolff Verlag". Gr. to. Berlin-Halensee 19.IX.1921.

An Georg Heyms Freund Erwin Loewenson in Berlin. "... Ich kehre gerade von einer langen Reise zurück, die mich auch zweimal nach München führte, wo ich eingehend über unsere 'Heym-Arbeit' gesprochen habe. Sie haben in allen Punkten durchaus recht, und ich wäre Ihnen ausserordentlich dankbar, wenn wir die Sache nun recht schnell zum Abschluss bringen könnten. Ich bin gerade in diesen Wochen ganz besonders beschäftigt, und so wäre es vielleicht wirklich am besten, wenn Sie entweder bei mir oder bei sich noch einmal das ganze Material sichten würden. Wir wollen dann schnell die endgültige Auswahl treffen, so dass wir in der ersten Hälfte des Oktober noch das Manuskript druckfertig abliefern können ...". - Beiliegend der vorangegangene, eigenhändige Brief von Erwin Loewenson an Kurt Pinthus (1 S. Gr. 8vo. Berlin 17.IX.1921). "... Ich bitte Sie ... mir mitzuteilen, wie Sie sich die Weiterarbeit an der Heym-Ausgabe denken. Unter uns gesagt, haben wir so ziemlich ein ganzes Jahr fast ergebnislos hingehen lassen. Ich halte es daher für das einzig Zweckmäßige, wenn ich mir mal die ganzen Manuskripte per Droschke in meine Wohnung hole und zunächst mal allein drauflosarbeite. Was meinen Sie? - Mir hat Herr Kurt Wolff geschrieben. Und ich habe mit der Antwort gezögert, weil ich sie nicht hinter Ihrem Rücken geben wollte ... Aber ich fühle mich nun nachgerade ein bißchen unruhig in meinem Gewissen, und auch in Ihrem ... Sie versprechen immer, sich wieder zu melden, und ich kann warten von Monat zu Monat. So viel Theaterbillets gibt es garnicht, wie Sie mir zur Verfügung stellen müßten um das wieder gut zu machen ... Wir müssen die 'gemeinsame Sache' jetzt etwas dynamisch organisieren. Gesetzmäßig. Zusammenkünfte so und so oft, unabhängig davon, ob wieder neuer Stoff durchgearbeitet ist. Zweitens: Da ich jeden Tag daran arbeiten kann, Sie aber nicht, nehme ich die Manuskripte - unter aller Garantie selbstverständlich - zu mir. (Täglich zu Ihnen wandern kann ich natürlich nicht) ...". - Ferner beiliegend: 3 masch. Briefe des Kurt Wolff Verlags (zus. 4 S. Gr. 4to. München 26.X., 7.XII. und 21.XII.1921) an Erwin Loewenson. Im ersten dankt Kurt Wolff (mit gestempelter Unterschrift) Loewenson für dessen "hingebende Arbeit um den Nachlaß und das Werk Georg Heyms". Schlägt dann - nach Beratung mit Kurt Pinthus - vor, "mit äußerster Beschleunigung die dreiteilige neue Gesamtausgabe herauszubringen, und zwar in der schon mehrfach besprochenen Form, sodaß der dritte Teil die etwa 40-50 wichtigsten und stärksten ungedruckten Gedichte aus dem Nachlaß enthält und außerdem einige charakteristische und bedeutsame Abschnitte aus den Tagebüchern ... Vor allen Dingen aber erscheint es uns Pflicht, dafür zu sorgen, dass das immer, wenn auch nur in einem kleinen Kreis lebend gebliebene Interesse und Verständnis für den Dichter Heym aufrecht erhalten wird ...". - Der zweite Brief, unterzeichnet von Georg Heinrich Meyer, drängt auf Fertigstellung der Korrekturen der Georg-Heym-Ausgabe; der dritte, wieder mit Namensstempel von Kurt Wolff, begründet die Ablehnung, eine Biographie Georg Heyms aus der Feder Loewensons zu verlegen: "... Wenn wir es ... nach reiflicher Überlegung ablehnen mußten, Ihre Schrift für unseren Verlag zu übernehmen, so liegt es lediglich daran, daß wir es seit Jahren aus prinzipiellen Erwägungen heraus ablehnten, im Rahmen unseres belletristischen Verlages andere Veröffentlichungen als nur Dichtungen selbst zu bringen. Auch die an sich selbstverständliche Pietät gegen Verstorbene hat uns nicht zur Durchbrechung dieses Prinzips veranlaßt, was Sie u. a. auch daraus ersehen wollen, daß keine Gedächtnisschriften über Georg Trakl oder Ernst Stadler (die uns selbstverständlich mehrfach angeboten wurden) zur Ausgabe gelangten ...". - Ferner 1 Blatt mit 2 eigh. Brief-Konzepten von Erwin Loewenson an G. H. Meyer, in denen er u. a. seine Heym-Biographie dem Kurt Wolff Verlag anbietet (1921). - Insgesamt 6 Teile.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 990)


Nachverkaufspreis
€ 600   (US$ 660)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Wolfsohn, John
Brief 1911 + Beilagen

Los 2617

- Wolfsohn, John, Mitglied des engeren Freundeskreises um Georg Heym, Berliner Jurist, Mitarbeiter des "Sturm" (1889-1936). Brief m. U. "John Wolfsohn". 1/2 S. Folio. (Berlin, wohl Mitte 1911).

An Georg Heym, betreffend seine Besprechung von Heyms Gedichtsammlung "Der ewige Tag". "... Diese Bürokratenschlampen und Aktenschieber haben mich auf meine Beschwerde wegen Liebenwalde nach BELZIG gesetzt. Ich habe infolgedessen mit den Vorbereitungen für die Übersiedelung so viel zu tun und bin so deprimiert, dass ich erst in ca. 14 Tagen an die Besprechung Ihres Buches denken kann. - Sie wollten doch eine 'passende' Widmung hineinschreiben. - Viele Grüsse, Ihr unglücklicher John Wolfsohn". - Kleine Randschäden; gering fleckig. - Dabei: Derselbe. 3 Bl. bzw. Doppelbl. mit eigenhändigen stenographischen Abschriften. Zus. ca. 7 S. Verschied. Formate. (Berlin 4.IX.1910 bzw. o. O. u. J.). - Unter anderem stenogr. Abschrift eines Briefes von Heym (2.IX.1910) und der ausführlichen Antwort Wolfsohns (4.IX.1910) zum Thema "Moderne Malerei, Hodler und van Gogh", mit Erwähnung Hölderlins und Stefan Georges. Ferner der Entwurf einer "Vorrede zur Ethik". - 1 Blatt stark beschädigt.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 220)


Zuschlag
€ 140 (US$ 154)


Aubel, Carl
Brief 1862

Los 2618

Der Erfinder der Heliogravüre
Aubel, Carl, dt. Ingenieur, Erfinder des nach ihm benannten heliographischen Verfahrens zur Reproduktion von Kupferstichen, Lithographien und Holzschnitten, Betreiber der "Aubeldruckanstalt" in Lindenhöhe bei Köln (1837-1882). Eigh. Brief m. U. "Carl Aubel, Ingenieur". 11/2 S. Doppelblatt. Gr. 4to. Köln 17.XII.1862.

An einen Botaniker, dem er sein in den Jahren 1861-1862 in Russland zusammengetragenes Herbarium übersendet, "welches ich in den Monaten: Mai, Juni und Juli alt. Styls der Jahre 1860 u. 61, größtentheils auf der Besitzung des Fürsten Demidoff's 'Nischne Tagilsk' (an den östl. u. westl. Gehängen des Urals unter dem 58o 1/4 lat. u. 57o 1/2 long. gelegen) gesammelt habe. Leider steht, wie Sie ja selbst sehen werden ..., die Mühe, welche das Zusammenbringen einer solchen Sammlung an derartigen Lokalitäten macht, durchaus nicht im Verhältniß zu der Neuheit und Eigenthümlichkeit der Flora, welche man sich unwillkührlich versprechen sollte ... sehnlichst wünsche ich jedoch auch: daß einige Exemplare darunter sich zeigen mögen, die die Scheide von Europa und Asien in würdige Weise charakterisiren! - Obgleich mir am Ende selbst der größte Theil der Pflanzen bekannt, so habe ich doch der Vollständigkeit u. Sicherheit halber sämmtliche nummerirt und zwar jeden Monat für sich und würde es für mich von größtem Interesse sein, wenn ich dereinst von Ihnen ein correspondirendes Verzeichniß der Bezeichnungen bekommen könnte, um auch meine zurückbehaltenen Exempl. mit 'Vor- u. Zunamen' nennen zu können ...". Ferner über die sich ungünstig entwickelnde Patent-Angelegenheit des Generalmajors Woldemar Raschette. Als Direktor der ausgedehnten Eisen- und Kupfer-Hüttenwerke des Fürsten Demidoff in Nischne Tagilsk (wo auch Aubel eine zeitlang tätig gewesen war) hatte Raschette einen "Normal- und Universal-Schachtofen" konstruiert, der 1862 auf der Londoner Industrieausstellung preisgekrönt und in Russland, Frankreich, England, Belgien, Österreich und Schweden patentiert wurde - nur nicht in Preußen. Aubel bittet den Adressaten, über einen Freund auf den Baron von Rennenkampf einzuwirken, dass dieser bei der sich unentschieden zeigenden Begutachtungskommission des preußischen Patentamtes ein gutes Wort für Raschette einlegen möge. - Heliogravüren nach Carl Aubels Verfahren erlangten im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts als Reproduktionen von Gemälden und Graphiken in Büchern und Mappenwerken eine enorme Verbreitung. - Am unteren Rand verfärbt und etwas geknittert.

Schätzpreis
€ 180   (US$ 198)


Nachverkaufspreis
€ 120   (US$ 132)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Ledwinka, Hans
13 Postkarten

Los 2619

Automobil-Technik. - Ledwinka, Hans, österr. Kfz-Konstrukteur, neben Ferd. Porsche und Siegfried Marcus einer der bedeutendsten Automobil-Konstrukteure seiner Zeit, entwickelte im Sudetenland den "Tatra" zu einem erfolgreichen Volks- und Luxuswagen (1878-1967). Sammlung von 13 (12 Ansichts-) Postkarten m. U. "Onkel Hans". 1928-1938.

An seine Nichte Hilde Ledwinka in Wien. Kartengrüße von Geschäfts- und Erholungsreisen, mit Ansichten aus Ägypten (2), Palästina, Syrien, Österreich (Dachstein), Prag, Dresden (2 x Weißer Hirsch), Nürnberg, Frankfurt a. M und Berlin (3, davon 1 von der Automobil-Ausstellung 1938). Kurze Nachrichten oder Grüße wie "Viele Herzliche Grüße von der Eröffnung der Prager Automobil Ausstellung" (1929); "Den ersten Tag in Kairo verbracht. Haben nur das Eingeborenenviertel und die neue Stadt angesehen. Viel Schmutz u. Staub, aber interessant" (9. April 1937); "Soeben im Hafen von Haifa eingefahren, in einer Stunde wird gelandet und dann geht es per Auto nach Jerusalem" (13. April 1937). Die Karte von der "Internationalen Automobil- und Motorrad-Ausstellung" 1938 in Berlin zeigt eine Halle mit zahlreichen PKWs nebst Publikum.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 495)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 330)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Banks, Sir Joseph
Brief an einen Kollegen

Los 2620

Banks, Sir Joseph, der große englische Naturforscher, Präsident der Royal Society, begleitete James Cook 1768-1771 auf dessen erster Weltreise (1744-1820). Eigh. Brief m. U. "Jos: Banks". 21/2 S. 4to. (London ca. 1786).

An einen Professor, möglicherweise den Wiener Botaniker und Chemiker Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin (1727-1817), Direktor des Botanischen Gartens der Universität und der Kaiserlichen Gärten in Schönbrunn. Dankt ihm für die freundliche Aufnahme eines Freundes von Banks, die er jederzeit erwidern würde. Zugleich empfiehlt er den schottischen Ökonomen und Politiker Sir John Sinclair (1754-1835) seiner Obhut. "... The Bearer of this Sr. John Sinclair Member of Parliament & Fellow of the Royal Society, having expressed a desire of being recommended to you I have ventured to comply with his request. he is a man whose knowledge in Politics & Philosophy arts do not discredit to the Society which adores him as a member. I trust Sir that you will find him able & willing to satisfy any curiosity you may have relative to the State of England either Literary or Political & I am sure Sir from your well known Politeness that he will receive from you that assistance without which a traveler is utterly unable to see a country with advantage. if you will do me the favor to introduce him to Baron von Born you will much oblige me and tear the highest regard for that gentleman ...". - Ignaz Edler von Born (1742-1791) war Mineraloge, Geologe und Freimaurer in Wien. - Da wir in einer früheren Auktion einen Brief von Banks versteigerten, in dem er 1786 denselben Sir John Sinclair an den Berliner Akademie-Sekretär Formey empfahl, so ist es denkbar, dass auch dieses nach Wien gerichtete Empfehlungsschreiben aus dem Jahr 1786 stammt.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Zuschlag
€ 900 (US$ 990)



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