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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Katalog Vergessene Moderne » zur Kunstabteilung
Vergessene Moderne Auktion 113, Sa., 1. Juni, 11:00 Uhr


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Kapitel Sonderauktion / Special Sale: Vergessene Moderne (Lose 8000 - 8119) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Eberz, Josef
Küste bei Ragusa

Los 8103

Küste bei Ragusa
Öl auf strukturierter Malpappe. 1923.
34 x 42 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "J. Eberz" und datiert.

Die Stadt Dubrovnik, früher bekannt als Republik Ragusa, liegt mit ihren eindrucksvollen Befestigungsanlagen im Hintergrund des Gemäldes, der Blick fällt über drei Figuren, am Ufer im Vordergrund auf die Bucht, auf deren tiefblauem Wasser ein kleiner Segler treibt. Dunkel leuchten die Farben, der Himmel ist grün-violett verfärbt. Das charakteristische Gemälde entstand auf einer der Reisen, die Eberz gemeinsam mit seiner Frau in den Süden, nach Italien und Jugoslawien, unternahm. Die körnige Oberflächenstruktur verleiht der Arbeit einen ganz eigenen Schimmer; ein vom Künstler beabsichtigtes Flirren entsteht, wie von einer Vielzahl Wassertröpfchen in der Luft. Vereinfachte, doch schon nicht mehr ganz eckige Formen sind hintereinander gestaffelt zu einer überzeugenden Räumlichkeit.

Provenienz: Hans Goltz München (mit dessen Klebeetikett verso, dort bezeichnet und numeriert "P 459")

Ausstellung: Galerie Neue Kunst Hans Goltz, München

Schätzpreis
€ 6.000   (US$ 6.839)


Nachverkaufspreis
€ 5.000   (US$ 5.699)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Metzanoff, Aris
Selbstporträt

Los 8104

Selbstporträt
Öl auf Leinwand.
61,5 x 50 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "Metzanoff".

Ungewöhnliches, intensives Selbstbildnis des bislang unerforschten Künstlers. Er schaut nicht etwa direkt zum Betrachter, sondern schräg nach links aus dem Bild heraus, das rechte Auge durch ein Monokel etwas verzerrt. Effektvoll heben sich die klar konturierten Rundungen des Kopfes gegen den Hintergrund ab, in dem zwei Gemälde an der Wand hängen: rechts eine Landschaft, die bloß angedeutet bleibt, links ein üppiger weiblicher Halbakt, exakt auf Kopfhöhe Metzanoffs hängend. Indem der Künstler sich ihr zuwendet, erscheint sie wie eine Muse - oder ein Bild der Sehnsucht.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 911)


Zuschlag
€ 1.900 (US$ 2.166)


Hertlein, Willi
Dame im Pelz

Los 8105

Dame im Pelz
Aquarell und Feder auf Velin. 1931.
19,1 x 12,3 cm.
Unten links mit Feder in Schwarz signiert "Hertlein" und datiert.

Gekleidet in einen Pelz und einen Hut mit Schleier, lehnt die Dame, sich leicht versteckend, an einer Hauswand. Hinter ihr ist ein Bekleidungsgeschäft, deren Modelle im Schaufenster Mäntel tragen. Ihr Blick führt, etwas gesenkt, ins Leere. In der ruhigen Abendstimmung wartend, nimmt sie die Haltung einer nachdenklichen Beobachterin ein. Mit feinem Duktus skizziert Hertlein unsere Zeichnung.

Schätzpreis
€ 700   (US$ 797)


Zuschlag
€ 1.100 (US$ 1.254)


Grosz, George
Drei Soldaten

Los 8106

Drei Soldaten
Feder in Schwarz auf Skizzenpapier, auf Karton aufgezogen. Wohl 1932.
56 x 36,7 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz (später) signiert "George Grosz", datiert "1943", gewidmet "Bert Brecht zur Erinnerung an die '3 Soldatenzeit'" und mit der Ortsangabe "Douglaston".

Im krassen Gegensatz von Reichen, die am üppig gedeckten Tisch sitzen, sowie dem Überfluss der Ladenauslagen im Parterre einerseits sowie dem Elend der drei Kriegsversehrten andererseits, die vor dem Haus auf der Straße auf Almosen warten, prangert Grosz pointiert die soziale Ungleichheit an. Im Jahr 1932 erschien das Kinderbuch "Die drei Soldaten" von Bertolt Brecht mit Illustrationen von George Grosz, das damals jedoch wohl nicht an den Handel ausgeliefert wurde. Grosz' 25 Illustrationen entstanden in enger Zusammenarbeit mit Brecht und verbildlichen mit spitzer Feder den provokanten, polemischen Ton der Verse. Dass Brecht den damals höchst umstrittenen Grosz als Illustrator für sein Kinderbuch auswählte, spiegelt seinen innovativen Anspruch und seine revolutionäre Grundhaltung. Unterhalb der Darstellung mit Bleistift bezeichnet "5. Bild Krieg ist aus, die Reichen sitzen in ihrem Haus - anstatt 'Vaterländ. Gedicht' 'macht Brecht neues Gedicht (?)'".
Ralph Jentsch ist die Zeichnung bekannt.

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.699)


Zuschlag
€ 7.000 (US$ 7.979)


Schirrmacher, Fritz
Vor und hinter den Hausmauern

Los 8107

"Vor und hinter den Hausmauern"
Farbige Kreiden, teils gewischt, und Collage auf Velin. 1946.
60 x 43 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts mit Kreide in Weiß monogrammiert "F.S.", auf dem Passepartout mit Bleistift signiert "Fritz Schirrmacher" und links betitelt, auf der Rahmenrückseite nochmals signiert, mit der Hamburger Künstleradresse, betitelt und bezeichnet "No. 3" sowie "Pastell-Montage".

Erschreckende collagierte Zeichnung Schirrmachers aus der frühen Nachkriegszeit. Durch eine kaputte Mauer fällt der Blick in einen dunklen Raum, darin die Gestalt eines erhängten jungen Mannes. Links vorne auf der Mauer zeigen collagierte Zeitungsüberschriften und -artikel ein Panorama der politischen und gesellschaftlichen Zustände dieser Zeit. Mit strenger Sachlichkeit zeigt er die Dargestellten, hier in einer Situation der Aussichtslosigkeit, dominiert vom Elend und Mangel der Nachkriegszeit.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.052)


Zuschlag
€ 6.000 (US$ 6.839)


Kleinschmidt, Paul
Rendezvous

Los 8108

Rendezvous
Aquarell und Pinsel in Schwarz über Bleistift auf Velin. 1924.
39 x 32,5 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Blau monogrammiert "P. Kl" und datiert.

Beim Rendezvous am Cafétisch mit der prachtvollen Kuchenplatte nimmt die Frau eindeutig eine dominierende Position ein, während der blasse, schmale Mann an den Rand gedrängt ist. Bildhaft im Aufbau, ist die farblich leuchtende und kraftvolle Komposition ein prägnantes Zeugnis der Vorliebe des Künstlers für pompös vitale Frauenkörper.
Bereits in seinen frühen Zeichnungen und Gemälden wendet sich Kleinschmidt zunehmend ab von der akademischen Tradition und der damit einhergehenden Vorstellung von Schönheit und Ästhetik. Er setzt das pralle Leben, die ungeschminkte Wahrheit ins Bild, und so sind es die üppigen Damen, die Kleinschmidt immer wieder faszinieren, und Figurenbilder standen stets im Zentrum seines Werkes. Julius Meier-Graefe, Entdecker und Förderer des Malers, nannte ihn einen "proletarischen Rubens". Eine Generation nach Corinth, den Kleinschmidt sehr verehrte, zwischen Expressionismus, Realismus und Neuer Sachlichkeit, nahm er unter seinen Zeitgenossen Beckmann, Dix und Grosz eine Außenseiterposition ein.

Geboren in einer Theaterfamilie, erlebte Paul Kleinschmidt seine ersten Lebensjahre auf Reisen. Er interessierte sich früh für die Malerei. Ihn faszinierten die Gemälde Adolph von Menzels, durch dessen Bekanntschaft sich in ihm der Wunsch manifestierte, Maler werden zu wollen. Nach einem kurzen Studium an der Berliner Kunstakademie lernte Kleinschmidt Lovis Corinth kennen, der für ihn künstlerisches Vorbild wurde. Mit einem Selbstportrait nahm Kleinschmidt 1909 an der Ausstellung der Berliner Sezession teil; dort wurde der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe erstmals auf den Künstler aufmerksam. Dieser begleitete fortan seine künstlerische Entwicklung und schloss für ihn wichtige und nachhaltige Kontakte zu Sammlern.
Es folgten erfolgreiche Ausstellungen, durch die neue Sammler auf Kleinschmidt aufmerksam wurden. In den Jahren bis 1932 war er besonders produktiv, wenngleich Kleinschmidt zunehmend unter den politischen Umständen litt.
Die Zusammenarbeit mit Meier-Graefe und seinem Mäzen Erich Cohn in den USA motivierte Kleinschmidt weiterzumalen. Bei einer von Cohn initiierten Einzelausstellung in Chicago und Philadelphia 1933/34 lernte Kleinschmidt auch den in die USA emigrierten George Grosz kennen. Drei Jahre später entschloss er sich schließlich selbst zur Emigration und floh mit seiner Familie zunächst in die Schweiz, später in die Niederlande. Auf der 1937 stattfindenden Ausstellung "Entartete Kunst" wurden einige seiner Gemälde ausgestellt und diffamiert, und die Situation für Kleinschmidt verschlechterte sich noch, als er auf einer Reise durch die Pyrenäen als Deutscher in französische Gefangenschaft geriet und nach seiner Freilassung auch von der deutschen Polizei und der Gestapo beobachtet wurde, bis man ihn sogar unter Malverbot stellte. Ein Bombenangriff in Bensheim, wo Kleinschmidt die letzten beiden Jahre bis Kriegsende lebte, zerstörte zahlreiche Werke des Künstlers.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.560)


Nachverkaufspreis
€ 3.000   (US$ 3.419)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Grosz, George
Gratulation

Los 8109

Gratulation
Aquarell und Bleistift auf Velin. 1959.
21,7 x 16,3 cm.
Signiert "George" und gewidmet.

Den Kopf erhoben und den Hut mit einer Hand abnehmend, überreicht der Dargestellte einen großen Blumenstrauß als Überbringung von Glückwünschen. Durch den Schriftzusatz "To/ my dear friend/ Erich May 3, 59" handelt es sich unverkennbar um freundschaftliche Grüße seitens des Künstlers.
Grosz studiert von 1909 bis 1911 an der Kunstakademie in Dresden und anschließend von 1912 bis 1916 an der Kunstgewerbeschule in Berlin, wo er Emil Orliks Schüler wird. Ab 1913 arbeitet er im Atelier von Colarossi in Paris. Grosz meldet sich 1914 als Freiwilliger zum Ersten Weltkrieg, wird nach einer Erkrankung jedoch kriegsunfähig. 1916 gründet er gemeinsam mit Wieland Herzfelde und Franz Jung die erste Dada-Zeitschrift „Neue Jugend“. 1917 erscheint die „Kleine Grosz-Mappe“, die als frühes Beispiel des Berliner Dadaismus gilt. Gemeinsam mit Raoul Hausmann und Richard Huelsenbeck nimmt Grosz im Folgejahr am ersten dadaistischen Vortragsabend in der Berliner Sezession teil. Zwischen 1919 und 1920 gründet er weitere Kunstzeitschriften wie z.B. „Die Pleite“ und „Der blutige Ernst“. Seine satirischen Karikaturen führen zu einigen Prozessen gegen ihn, die Inhalte seiner graphischen Serien bringen ihm Verurteilungen wegen Pornografie und Gotteslästerung ein. In den 1920er Jahren beteiligt er sich an mehreren Ausstellungen, so etwa an der Schau „Novembergruppe“ von 1929. Anfang der 1930er Jahre reist Grosz als Gastdozent nach New York, wenige Jahre später übersiedelt er gänzlich in die USA. Mit der Machergreifung der Nationalsozialisten werden seine Werke als "entartet" diffamiert und zahlreiche seiner Arbeiten aus Museen entfernt. Ab 1940 arbeitet Grosz als Professor an der Columbia University New York und gründet 1953 eine eigene private Kunstschule in Long Island. 1959 kehrt er nach Berlin zurück, wo er noch im selben Jahr verstirbt.

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.280)


Zuschlag
€ 1.500 (US$ 1.709)


Kokoschka, Oskar
Hamburger Hafen

Los 8110

Hamburger Hafen
Lithographie auf Velin. 1961.
46,5 x 60,6 cm (59,3 x 78,2 cm, Passepartoutausschnitt).
Wingler-Welz 216.

Erschienen in einer Auflage von 50 Exemplaren bei der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg. Kräftiger und sehr schöner Druck mit Rand.
Kokoschka entwirft bereits während seines Studiums an der Kunstgewerbeschule für die Wiener Werkstätte Postkarten, Fächer und Vignetten und nimmt an der 1908 von der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte gemeinsam veranstalteten "Kunstschau" teil. Neben Gobelinentwürfen stellt er Zeichnungen und Gouachen von Mädchenakten aus, letztere provozieren einen Skandal. Doch sowohl Gustav Klimt als auch der Architekt Adolf Loos werden auf den jungen Künstler aufmerksam, Loos unterstützt ihn. 1910 lernt Kokoschka in Berlin Herwarth Walden und den "Sturm"-Kreis kennen, für den er in den folgenden Jahren arbeitet. An der Kunstgewerbeschule in Wien ist Kokoschka 1912-13 Assistent und lehrt Aktzeichnen. 1912 beginnt er in Wien eine leidenschaftliche Beziehung mit Alma Mahler, Witwe des Komponisten Gustav Mahler. Die Trennung von ihr im Jahr 1915 macht ihm schwer zu schaffen, und er wird depressiv.
Im Ersten Weltkrieg dient Oskar Kokoschka freiwillig als Soldat, er wird 1915 schwer verletzt. 1919 wird er als Professor an die Kunstakademie in Dresden berufen. Ab etwa 1920 beginnt sein künstlerischer Erfolg, sein Dresdner Professorengehalt und der Galerievertrag mit Bruno Cassirer sichern ihm das monatliche Einkommen.
Ab 1924 hält sich der Künstler öfter in Paris auf, er unternimmt zahlreiche Reisen durch Europa, den Nahen Osten und Nordafrika. 1933 ist Kokoschka wieder in Wien, flieht aber bald schon vor den drohenden politischen Geschehnissen nach England. In der Ausstellung "Entartete Kunst" in München werden 1937 acht seiner Werke gezeigt. Als Reaktion darauf entsteht das "Selbstbildnis als entarteter Künstler". 1947 nimmt Kokoschka die britische Staatsbürgerschaft an.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 683)


Zuschlag
€ 950 (US$ 1.083)


Kokoschka, Oskar
Berlin, Blick über die Mauer

Los 8111

Berlin, Blick über die Mauer
Lithographie auf Velin. 1966.
67,4 x 99,8 cm (74,5 x 104,5 cm, Rahmenausschnitt).
Signiert "OKokoschka". Auflage 75 num. Ex.
Wingler/Welz 363.

Der legendäre Blick vom Hochhaus des Axel-Springer-Verlages an der Kochstraße (Bezirk Kreuzberg) über die Berliner Mauer auf den östlichen, noch großenteils ruinösen Teil Berlins, von Springer selbst als Graphik in Auftrag gegeben und verlegt. Ausgezeichneter Druck mit Rand.

Schätzpreis
€ 750   (US$ 854)


Zuschlag
€ 850 (US$ 968)


Kokoschka, Oskar
Genfer See Landschaft

Los 8112

Genfer See Landschaft
Farblithographie auf Velin. 1956/76.
47,2 x 63,1 cm (52,5 x 70,5 cm, Passepartoutausschnitt).
Signiert "OKokoschka". Auflage 150 num. Ex.
Wingler/Welz 522.

Die Lithographie entstand 1976 nach einem Aquarell von 1956, in einer Gesamtauflage von 170 numerierten Exemplaren. Ausgezeichneter, farblich sehr schön abgestimmter Druck von 16 Steinen, mit Rand.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.026)


Zuschlag
€ 700 (US$ 797)



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