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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Autographen Auktion 114, Mi., 16. Okt., 14.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Mühsam, Erich
Brief 1926 + signiertes Foto

Los 2601

Mühsam, Erich, Schriftsteller, revolutionärer Pazifist, im KZ gestorben (1878-1934). Brief m. U. "Erich Müsam" und eigh. Nachschrift. 1 S. Quer-gr. 8vo. Berlin-Charlottenburg 30.V.1926.

An eine Dame in Freiburg i. Br., die nach Büchern und einem Bild von ihm gefragt hatte. "... Mein Gedichtbuch 'Wüste - Krater - Wolken' wird kaum mehr anders als durch ein Antiquariat zu beschaffen sein. Der Kurt Wolff-Verlag in München hat die ganze Auflage leider während der Inflationszeit verschleudert. Mit meinem Bilde erschien 1912 der erste Kain-Kalender; da 1919 die Noske-Truppen die ganzen Vorräte meiner Bücher, soweit sie ihrer habhaft wurden, vernichtet haben, wird dieses Buch wohl noch schwerer zu erlangen sein als das Gedichtbuch. Im vorigen Jahre erschien jedoch im Verlag 'Der Syndikalist' ... eine Auswahl aus meinen Arbeiten: 'Alarm. Manifeste aus 20 Jahren', das auf dem Umschlag der gehefteten Ausgabe mein Kopfporträt trägt. Da ich Ihnen leider keine bessere Auskunft geben kann, erlaube ich mir ein Kartenbild beizulegen ...". - Das auch hier beiliegende "Kartenbild", eine Porträtfoto-Postkarte mit eigh. Signatur "Erich Müsam" und Datum 1926 auf der Bildseite, stammt aus dem Atelier Deyerl in Kassel und zeigt den Schriftsteller in ziemlich dunklem Kopfbild und Halbprofil, den mißtrauischen Blick zum Betrachter gewendet.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Zuschlag
€ 750 (US$ 825)


Müllner, Adolf
Signiertes Manuskript mit integriertem Gedicht

Los 2602

Müllner, Adolf, Schriftsteller, Publizist und Jurist, neben Z. Werner Hauptvertreter der Gattung des "Schicksalsdramas", leitete ein berühmtes Liebhaber-Theater in Weißenfels (1774-1829). Eigh. Manuskript mit integriertem Gedicht u. U. "Dr. Müllner". 1 S. Gr. 4to. Weißenfels 6.IV.1812.

Offenbar an eine Zeitschrift gesandtes Manuskript, das auch gedruckt wurde, aber im einleitenden Text mit erheblichen Eingriffen und Änderungen eines Redakteurs. Müllners ursprünglicher Text der Einleitung lautete: "Wenn mein kleines metrisches Lustspiel: Die Vertrauten, welches am 19. März in Wien zum erstenmal aufgeführt worden ist, einen ungewöhnlichen Beyfall davon getragen hat, wie ich in so großer Entfernung dem Sammler vom 26. März Nr. 37 glauben muß, so bin ich diesen Erfolg unfehlbar weniger meinem als dem Talente der dramatischen Künstler schuldig, welche das Stück dargestellt haben." Diesem von einem Redakteur in eine objektivere Form in der dritten Person umgestalteten Vorwort folgt ein 13zeiliges, am Schluß signiertes Gedicht: "Zwar ist die Kunst ihr eigner Dank, / Und was dem Irrdischen entschwungen, / Dem Stoff der Bildner abgerungen, / Und hingezaubert, leicht und schlank, / Als wär es aus dem Nichts gesprungen, / das lohnt, statt aller Huldigungen, / den Künstler tief, in eigner Brust ...". Und zum Schluß ruft Müllner aus: "... Wie wenig kann der Dichter geben! / Das Wort ist todt; das Spiel gibt Leben." - Rückseitig gering fleckig.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 385)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 275)


Mynona (Friedlaender)
Brief 1919

Los 2603

"um 12 noch nicht recht bei Troste"
Mynona (Pseud. für Salomo Friedlaender), Philosoph, avantgardistischer Schriftsteller und Satiriker, starb im Exil in Frankreich (1871-1946). Brief m. U. "S. Friedlaender". 1 S. Auf bräunlichem Konzeptpapier. Folio. Berlin-Halensee 28.X.1919.

An einen Herrn Koch, wahrscheinlich den Berliner Medailleur, Bildhauer und Keramiker Leopold Koch (geb. 1890), der an der Unterrichtsanstalt des Staatl. Kunstgewerbemuseums tätig war. "... Sie erweisen mir mit Ihrer liebenswürdigen Aufforderung einen Vorzug, welchen ich intensiv empfinde, und ich danke Ihnen gleichfalls bestens für den vergönnten Katalog. Ich bin grundsätzlich der Ihrige und werde mich freuen, wenn Ihnen meine Verewigung, deren eigenes Zustandebringen mir beträchtlich problematisch ist, nicht nur vermittelst Eisenbetons, sondern vor allem durch Ihre Schöpferkraft gelingen sollte. Schwierigkeiten macht mir aber die Anberaumung des Termins: ich ... bitte Sie, mir, wenn es irgend angeht, eine andere, am liebsten nächtliche Tageszeit zu bestimmen. Sie rühmen ja selber in Ihrem Kataloge 'die grelle Nachtbeleuchtung', welche, wie ich urteile, auch charakteristischer für mich ist ... Bedenken Sie, dass ich meistens erst morgens um 4 oder 5 zu Bett gehe und um 12 noch nicht recht bei Troste bin. Meine Toilette nebst Frühstück dauert mindestens zwei Stunden. Ich könnte, falls die Tageszeit unerlässlich ist (was Gott verhüte!) frühestens um 1/2 4 bei Ihnen sein und bringe das Opfer einer früheren Stunde nur, wenn es Ihnen zu Liebe geschehen muss ... Viele Köche, hat man mir gesagt, verderben den Brei: der Eine aber nicht einmal den eisernsten Stein, zumal er mich in den Besitz einer eisernen Stirn setzt, welche ich schon antizipieren musste, um Ihnen, statt mich Ihnen bedingungslos begeistert zu überlassen, so eklige Bedingungen zu stellen ...". - Faltenrisse unauffällig unterlegt. - Die durchaus originelle Persönlichkeit dieses Philosophen und Satirikers macht sich seltsamerweise bisher auf dem Autographenmarkt kaum durch besonderes Interesse und höhere Preise bemerkbar. Die Berliner Akademie der Künste bewahrt Friedlaenders Nachlass.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Zuschlag
€ 400 (US$ 440)


Nordau, Max
Brief 1891

Los 2604

Nordau, Max (eigentl. M. Südfeld), Schriftsteller, Publizist, Mitbegründer des politischen Zionismus (1849-1923). Eigh. Brief m. U. "M. Nordau". 4 S. 8vo. Paris 20.XI.1891.

An den (nicht genannten) politischen Schriftsteller Martin Hildebrandt (1854-1925) in Berlin, der ihn für den Beitritt zur neu gegründeten (16. Okt. 1891) "Deutschen Schriftsteller-Genossenschaft" gewinnen will, unter deren Ägide die Zeitschrift "Das Recht der Feder" erschien. "... Es sind in der letzten Zeit einige Umstände eingetreten, die es mir in der That noch nicht möglich machen, in Betreff meines Beitritts zur Genossenschaft einen Entschluß zu fassen. Da ich aber nichts so hasse wie glatte Höflichkeitsfloskeln und der Gedanke mir unausstehlich ist, daß Sie meine bisherigen Äußerungen der Sympathie für Ihr Beginnen jener literarischen Gattung zuzählen könnten, will ich zunächst mal damit beginnen, daß ich 'Das Recht der Feder' auf ein Jahr bestelle ... Die Art, wie der Verbands-Vorstand mit Ihnen umgesprungen ist, hat mich mit höchstem Befremden erfüllt. Es geht doch nicht an, ein Mitglied wegen bloßen Rückstandes im Entrichten des Beitrages so mir nichts dir nichts auszuschließen! Die 5 oder 600 Verb.-Mitglieder, welche 'Das Recht der Feder' nicht lesen, wissen vielleicht noch heute nicht, wie die Dinge liegen, und können vermuthen, daß Ihrer ohne jede Erklärung trocken angezeigten 'Ausschließung' irgend ein Vergehen gegen die Ehre zu Grunde liegt. Wenn ein Berliner Verb.-Mitgl. die Sache weiter verfolgen will (und das scheint mir geboten), so bin ich bereit, ihm Vollmacht zu geben, daß es auch in meinem Namen spreche ... Zu Ihrer gerichtlichen Verfolgung beglückwünsche ich Sie. Sie kann Ihnen und den flotten 'Ketzerbriefen' nur nutzen. Sie wissen wohl schon, daß die letzte Nummer der hiesigen (sehr angesehenen) Revue bleue sie sehr freundlich und ausführlich bespricht ...". - Martin Hildebrandts "Ketzer-Briefe" erschienen 1891 im Berliner Winser-Verlag. Der Autor war nicht nur Herausgeber und Redakteur vom "Recht der Feder", sondern auch Geschäftsführer der "Deutschen Schriftsteller-Genossenschaft". Der genannte "Verband", der ihn so kurzerhand ausgeschlossen hatte, war der konkurrierende 1887 gegründete "Deutsche Schriftstellerverband" in Berlin. - Kleine Spuren ehemaliger Montage.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 220)


Olden, Balder
Brief 1927 an Friedrich Kroner

Los 2605

Olden, Balder, Journalist, Schriftsteller und Literaturkritiker, ging 1933 ins Exil (1882-1949, starb durch Selbstmord). Brief m. U. "Balder Olden". 1 S. Gr. 4to. Davos 3.I.1927.

An Friedrich Kroner, den Chefredakteur der Zeitschrift "Uhu" aus dem Ullstein-Verlag. "... Ich schicke dieser Tage einen grossen Teil Romanmanuskript an Krell [d. i. Max Krell, Lektor bei Ullstein] und komme ein paar Tage später wieder nach Berlin, denn es hat sich leider herausgestellt, dass ich für den Rest noch ein paar alte Zeitungen der Bibliothek lesen muss. - In Sachen Rutra gegen Thormann ist es Rutra leider gelungen, Sie zu blüffen. Was ich an Balzac-Material verarbeitet habe, steht u. a. in den Memoiren der Herzogin von Abrantes und ist keineswegs Rutras geistiges Eigentum. - [Paul] Wiegler, der eine prachtvolle Skizze über die selbe Episode geschrieben hat, kannte dies Material gleichfalls. Neu waren nur die Juwelier-etc. Rechnungen, die aber Marcel Buderon gehören, und für die Dr. Rutra geistiges Eigentumsrecht nicht besitzen kann. - Spielen Sie mit diesem Herrn nie Poker! ...".

Schätzpreis
€ 180   (US$ 198)


Nachverkaufspreis
€ 120   (US$ 132)


Panizza, Oskar
Postkarte 1904 aus Paris

Los 2606

Panizza, Oskar, Schriftsteller und Arzt, Satiriker, Lyriker, Dramatiker und Polemiker, nach Zunahme provozierender Schriften ins Gefängnis und schließlich in eine Irrenanstalt verbracht (1853-1921). Eigh. Postkarte m. U. "Oskar Panizza". 1 S. Paris 12.V.1904.

An die Druckerei Drugulin in Leipzig. "... Ich sende Ihnen mit gleicher Post MS. zu einer leider etwas umfangreich gewordenen Disk. 'Wechsel von Sonne und Mond'. Ich eilte mit der Arbeit s. Z. zu Ende, weil ich hier eine gewaltsame Unterbrechung fürchtete. Als diese nicht eintrat, machte ich mich neuerdings an Ergänzungen und beßere Quellendurchsicht; daher die ... Klebereien und Zetteleien, wegen deren Beachtung ich Ihre Setzer und ... Hauskorektoren um Entschuldigung bitten muß. Eine Korektur grade dieser rein mitologischen Arbeit wäre mir sehr erwünscht, weil ich mich in meinen späteren Studjen auf sie zu beziehen gedachte. Klischees erhalten Sie aus München ...". - Nach Entlassung aus seinem zweiten Gefängnisaufenthalt war Panizza wieder nach Paris geflohen; doch kehrte er im Jahr dieser Postkarte nach München zurück, wo er in psychiatrische Behandlung kam, die 1905 zu seiner endgültigen Verbringung in die Irrenanstalt "Herzogshöhe" bei Bayreuth führte. - Das Manuskript, das offenbar die Reihe der "Zürcher Diskußjonen" fortsetzen sollte, ist zu Panizzas Lebzeiten nicht erschienen. - Die Schriftseite mit Poststempel-Spuren.

Schätzpreis
€ 400   (US$ 440)


Zuschlag
€ 500 (US$ 550)


Pfeffel, Gottlieb Konrad
Brief 1797

Los 2607

"Meine Armuth ..."
Pfeffel, Gottlieb Konrad, elsässisch-dt. Dichter und Schriftsteller, mit 22 Jahre nahezu erblindet, Militärwissenschaftler, Gründer einer Militär-Akademie in Colmar, Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (1736-1809). Diktierter Brief mit eigh. Unterschrift "Pfeffel". 2 S. 8vo. Colmar 12.II.1797.

In der Handschrift der Ehefrau des 1758 erblindeten Dichters an den Herausgeber eines Taschenbuchs, das er "mit dankbarem Vergnügen" gelesen habe. "... Ich erhielt es erst vor wenig Tagen, da der Herr Serafim, an den das Päkchen von einer fremden Hand adressiert war, sich unter dem Monde nicht wollte finden lassen. Endlich öffnete es der Buchhändler ... und fand auf Ihrem Briefe die wahre Aufschrift: an Jacob Sarasin, worauf er es meinem Sohne, der bey unsrer Gesandschaft in Basel steht, mit vielen Entschuldigungen zustellte. - Meine Armuth und meine Verbindungen mit der Cottaischen Buchhandlung erlauben mir nicht, für Ihren künftigen Almanach mehr als beykommende Kleinigkeiten anzubieten. Die neue vermehrte Außgabe meiner Gedichte muß ich biß auf den Frieden verschieben, der hoffentlich nicht mehr fern seyn wird. Indeßen danke ich Ihnen herzlich für Ihr gütiges Anerbieten, sich der Subscription anzunehmen und werde es zu seiner Zeit mit dem Zutrauen der Freundschaft benutzen. Die Revolution hat mich um die Hälfte meiner Capitalien gebracht, die treulose Schuldner mir in Papier zurück bezahlten als es 9/10 seines Werthes verlohren hatte, und es wäre ein kleiner Ersatz für meine Kinder wenn meine litterarischen Arbeiten mir etwas -". Hier bricht der Satz ab, und es folgen nur noch die Grußformel ("Ich umarme Sie mit der innigsten Werthschätzung") und der eigenhändige Namenszug. - Der erwähnte Baseler Seidenhändler Jacob Sarasin (1742-1802) pflegte Kontakte und Freundschaften zu zahlreichen Vertretern der Aufklärung und des Sturm und Drang, und sein "Weißes Haus" in Basel bildete einen vielbesuchten kulturellen Mittelpunkt für deutschsprachige Schriftsteller. - Leicht fleckig; geringfügige Randläsuren. - Beiliegend ein zeitgenöss. Manuskript mit dem ersten Drittel einer längeren Ballade von Pfeffel: "Alarich und Stella. Ein Mährchen von Pfeffel. Erster Gesang". 2 S., enthaltend 16 Strophen zu je 8 Zeilen. Folio. O. O. u. J. - Der erste von drei Gesängen, erschienen u. a. in: "Poetische Versuche". 10. Teil, Tübingen 1810; vorher auch schon in "Triumph des Witzes und der Laune", Wien 1809.- Ferner 2 gestoch. Bildnisse Pfeffels. - Selten.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Zuschlag
€ 420 (US$ 462)


Pückler-Muskau, Hermann Fürst von
Brief an Verleger Arnold

Los 2608

Pückler-Muskau, Herrmann Fürst von, Landschaftsarchitekt, Gartenkünstler, Generalleutnant, Weltreisender und Schriftsteller (1785-1871). Eigh. Brief ohne Unterschrift, jedoch mit Adresse. 1 S. 4to. (Dresden, Mai 1818).

An die Arnoldische Buchhandlung in Dresden. "Nicht schriftlich, sondern mündlich u. sehr ausführlich habe ich Ihnen vor mehreren Monaten hier in Dresden gesagt, daß ich die französischen Bücher abbestellte, da sie zu lange ausblieben. Darauf habe ich dennoch einen bedeutenden Transport derselben, die biographie universelle erhalten und angenommen, weil ich voraussezte daß Sie nicht Zeit gehabt hätten meinen Auftrag zu erfüllen. Ein anderes ist es aber mit diesem jüngsten Transport, den ich nicht annehmen kann ...". Da er aus Dresden abreise, bittet er die für ihn ankommenden Journale nach Muskau an den Intendanten Wolff zu schicken. - Die "Biographie universelle, ancienne et moderne", herausgegeben von Louis Gabriel Michaud, erschien in 85 Bänden von 1811 bis 1862. - Dem seit dessen Kindheit mit Pückler befreundeten Intendanten L. T. H. Wolff unterstand die gesamte Schloßverwaltung in Muskau. - Etwas tintenfleckig und mit kleinem Rand-Ausriss vom Öffnen der Versiegelung. - Dabei: Seine (hier bereits geschiedene) Ehefrau, Lucie Fürstin von Pückler-Muskau, geb. von Hardenberg, geschiedene von Pappenheim (1776-1854). Eigh. Brief m. U. "Fürstin von Pückler Mußkau". 1 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegel. 4to. Berlin 19.V.1840. - An den Justizrat Bennewitz in Berlin. Bittet um seinen Besuch, um eine juristische Angelegenheit "einige Augenblicke" zu besprechen. "... darf ich Sie bitten, mir die Ehre Ihres Besuchs zu gönnen, und mir die Stunde gefälligst zu bestimmen, wo ich Sie erwarten könnte: indem ich bemerke, daß von 1 Uhr ab ich ganz zu Ihrer Disposition, mit meiner Zeit stehe ...". - Mit blindgeprägtem Wappen im Briefkopf.

Schätzpreis
€ 400   (US$ 440)


Zuschlag
€ 300 (US$ 330)


Schefer, Leopold
Brief 1838

Los 2609

- Schefer, Leopold, Schriftsteller und Komponist, Generalverwalter der Güter des Fürsten Pückler (1784-1862). Eigh. Brief m. U. "Leopold Schefer" und Adresse. 1 S. 4to. Muskau 15.VIII.1838.

An den 24jährigen Schriftsteller und Publizisten Robert Heller (1814-1871) in Leipzig, der Schefer seinen Entschluß mitgeteilt hatte, eine literarische Zeitschrift "Rosen" herauszugeben. Schefer rät ab: "... Ich habe jetzt vor 2 Jahren Ihr Manuscript der Eroberung von Jerusalem ... besprochen - und nach solchen Erwartungen und seit der Zeit noch gelungneren Leistungen werden Sie Redacteur? Lieber, geehrter junger Deutscher Lebensgenosse - thun Sie nicht Sünde damit? Denn das kostet das Leben und Leben ist die junge Kraft, die Schöpferlust, ja die Heiterkeit und den fernern guten Muth. Der Entschlossene aber muß nichts. Wie gern gönnte ich oder verschaffte Ihnen Musse. Ich bitte Sie, erhalte[n] Sie Ihr inneres Leben, die Kraft zu eignen, mit ganzem Wollen vollbrachten Werken ...". - Das Periodicum "Rosen. Eine Zeitschrift für die gebildete Welt" erreichte, später von George Hesekiel redigiert, immerhin 11 Jahrgänge. Hellers Novelle "Die Eroberung von Jerusalem" war 1837 bei Arnold in Dresden erschienen. Der dem Jungen Deutschland nahestehende Autor wurde durchaus ein erfolgreicher Journalist: zuletzt war er zwanzig Jahre lang Feuilleton-Redakteur der "Hamburger Nachrichten". - Kleine Randschäden, teils durch Öffnen der Versiegelung.

Schätzpreis
€ 180   (US$ 198)


Zuschlag
€ 150 (US$ 165)


Raabe, Wilhelm
Brief 1888 an Westermann

Los 2610

"trotz allem Blech und Kohl in der Welt"
Raabe, Wilhelm, bedeutender Erzähler (1831-1910). Eigh. Brief m. U. " Wilh Raabe". 1 S. Gr. 8vo. Braunschweig 22.X.1888.

An (den nicht genannten) Adolf Glaser, Herausgeber von "Westermann's Monatsheften" in Braunschweig. "... Nach beendigter letzter Durchsicht des Manuscripts übersende ich hiemit die Erzählung: Der Lar; eine Oster- Pfingst- Weihnachts- und Neujahrs-Geschichte, - indem ich hoffe, daß das Publikum der Monatshefte dießmal nicht ungern aus ihr die Überzeugung gewinnen werde, daß trotz allem Blech und Kohl in der Welt, die Menschheit sich stets in gewohnter Weise gemüthlich von Neuem herstellt. - Mit dem Wunsche, daß auch Ihnen das Werk Freude mache, bitte ich um gelegentliche Übermittelung der Verlagscontracte zur Unterschrift ...". - Leichte Knickspuren.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 495)


Zuschlag
€ 340 (US$ 374)



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