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Gemälde Alter und Neuerer Meister, Rahmen Auktion 111, Do., 31. Mai, 11.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Schneider, Sascha
Krieger mit zwei Schwertern, verso: Stehender A...

Los 6232

Krieger mit zwei Schwertern, verso: Stehender Athlet mit Stab in beiden Händen.
Mischtechnik auf Leinwand. 220 x 135 cm. Unten rechts monogrammiert und datiert "S.S. 1915".

Das auf beiden Seiten gestaltete Gemälde „Krieger mit zwei Schwertern“, bzw. verso: „Stehender Athlet mit Stab in beiden Händen“ entstand aller Wahrscheinlichkeit nach im Zusammenhang mit Schneiders Werkzyklus der „Kriegergestalten und Todesgewalten“, worauf auch die Datierung von 1915 hinweist. Die Kohlezeichnungen, die Schneider als Buch im Verlag Breitkopf & Härtel sowie als Mappenpublikation bereits 1915 publizierte, enthielt 24 bzw. eine Auswahl von 6 Abbildungen der Werke. Das hier angebotene Gemälde wurde von Schneider wahrscheinlich zusammen mit den Originalen präsentiert, was er brieflich an Professor Heinrich Gerlach festhielt, auf dessen Initiative hin Schneider große Wandbilder in der Universität Jena geschaffen hatte.1
Die Buch- und Mappenpublikation waren nämlich nicht die einzigen Wege, die Kriegergestalten dem Volk nahe zu bringen. Schneider plante Ausstellungen, die den ursprünglichen Gedanken eines Kunstwerkes von monumentalen Ausmaßen nahe kam: „Das Buch wird allgemein gut aufgenommen. Mit Breitkopf u. Härtel, denen alle Originalzeichnungen gehören, plane ich Vorführungen der Blätter durch grosse Lichtbilder, die in dem Format der ursprünglichen Conception nahe kommen. Die Gestalten sind in der Grösse der Jenaer Wandbilder gedacht. Eine Probe in Leipzig ergab ein günstiges Resultat, die Presse besprach einstimmig gut. Wir wollen die Sache noch weiter ausreifen und dann die Vorführungen über ganz Deutschland gehen lassen. Unterdessen findet hier in den Ihnen bekannten Räumen von Arnold wieder eine Ausstellung statt: meine neuesten opera. Die 24 Blatt des Buches und noch 6 lebensgroße Kriegergestalten. Auch diese Ausstellung ist sehr schön besprochen worden.“2 Mit den „Jenaer Wandbildern“ sind die „Fackelträger der Wissenschaft“ an der Universität Jena gemeint. Sie waren von Schneider zwei Mal ausgeführt worden. Das erste Mal 1908, dann nach einer vorangegangenen Zerstörung noch einmal 1917.3 Die Vorführungen der „Kriegergestalten“ mit Diaprojektionen, Musik und vorgetragenen Versen F. A. Geisslers waren „zu einem geschlossenen Ganzen gestaltet“ und als multimediales und einfach zu reproduzierendes Konzept nicht für Museen, sondern vor allem für Privatveranstaltungen und öffentliche Gebäude wie Bibliotheken gedacht.4 Die Vorführung begann mit dem Einspielen des Trauermarsches aus Richard Wagners (1813-1883) Götterdämmerung (UA 1876).5 Darauf wurde der Vorspruch verlesen, nach dem die ersten sieben Blätter des Zyklus groß projiziert wurde. Jedem der Blätter waren eigene Verse zugeordnet, die passend zu den Projektionen vorgelesen werden sollten. Einem Beilagezettel der Buchpublikation war zu entnehmen, dass die Glasdias unmittelbar vom Verlag oder über Buchhandlungen leihweise zur Verfügung gestellt werden sollten, während die Dichtung und die Musik käuflich zu erwerben seien.6 Des Weiteren bestand der Künstler darauf, die Einnahmen nicht dem Roten Kreuz, sondern dem Roten Halbmond zukommen zu lassen. Dieser Wunsch könnte, auch in Zusammenhang mit Projektion als Medium, im Andenken an Karl May geäußert worden sein, dessen Pazifismus stets den Wunsch nach Völkerverständigung mit sich trug.7
Zusätzlich hatte Schneider noch fünf monumentale Kriegerfiguren in Tempera und Öl geschaffen, die alle in der Galerie Arnold in Dresden im Oktober und November 1915 mit ausgestellt wurden. Der Schluss liegt nahe, dass es sich bei dem hier gezeigten Werk um eine dieser Kriegerfiguren handelt.
Christiane Starck

1 Starck, Christiane: Sascha Schneider. Ein Künstler des deutschen Symbolismus. Diss. Philipps-Universität Marburg, Marburg 2016 S. 100-101. Werkkatalog Nr. G 115.
2 Schneider an Gerland, 01.11.1915. Privatbesitz. Heinrich Gerland war Professor für Jurisprudenz an der heutigen Friedrich-Schiller-Universität in Jena und ein Mäzen und Freund Schneiders.
Schneider hielt das durch den Krieg zwangsläufig getrennte Ehepaar Gerland beide auf dem Laufenden: „Einstweilen arbeite ich - angeregt und aufgeregt durch die Berichte an etwas - ich will gestehen: einem Cyklus, - der hoffentlich dem Tone unserer gewaltigen Zeit einigermassen gerecht werden möge.“ Schneider an Eva Gerland, 20.11.1914. Privatbesitz.
3 Starck 2016, S. 260. Vgl. auch Werkkatalog Nr. G 094 und G 123.
4 Beilage des Verlages Breitkopf & Härtel zu Kriegergestalten und Todesgewalten 1915.
5 Beiblatt zu Kriegergestalten und Todesgewalten mit Programm und Volltext der Dichtungen, Privatbesitz.
6 Beilage des Verlages Breitkopf & Härtel zu Kriegergestalten und Todesgewalten 1915.
7 Schneider an Hardenberg, 16.07.1915. Hardenberg-Archiv.

Provenienz: Aus dem Nachlaß des Künstlers.
Privatsammlung Niedersachsen.

Literatur: Christiane Starck: Sascha Schneider. Ein Künstler des deutschen Symbolismus. Marburg 2016, Werkkatalog Nr. G 115 (auf CD Rom).

Schätzpreis
€ 15.000   (US$ 17.700)


Nachverkaufspreis
€ 12.000   (US$ 14.160)


Ivanowski, Sigismund de
Die Bildhauerin Caroline Peddle Ball in ihrem A...

Los 6235

Die Bildhauerin Caroline Peddle Ball in ihrem Atelier in Westfield, New Jersey.
Öl auf Leinwand, doubliert. 104 x 145 cm. Um 1905-1910.

Caroline Peddle Ball (1869 Terre Haute, Indiana - 1938 Harwington, Connecticut) erhielt ihre bildhauerische Ausbildung an der Pennsylvania Academy of Fine Arts und später an der Art Students' League in New York, wo sie unter Kenyon Cox und Augustus Saint-Gaudens studierte. In den 1890er Jahren bereiste die Künstlerin Europa und verbrachte einige Jahre in Paris, wo sie den Auftrag für die Statue "Victory" für den amerikanischen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 erhielt. 1902 kehrte sie in die Vereinigten Staaten zurück, wo sie ihren Cousin Betrand E. Ball im Oktober 1902 heiratete und mit ihm 1904 nach Westfield, New Jersey zog. Hier, in ihrem Atelier in Westfield entstand das eindrucksvolle Portrait der Künstlerin von der Hand Ivanowskis. Der aus der Ukraine gebürtige Ivanowski dürfte Caroline Peddle Ball bereits in Paris kennengelernt haben, wo er von 1897-98 an der Académie Julian u.a. bei Benjamin Constant studierte. Ivanovski war ebenfalls 1902 in die USA gegangen und hatte sich direkt in Westfield in New Jersey niedergelassen. Vielleicht war auch er der Grund dafür, dass Caroline Ball ebenfalls dorthin zog.
Das mit breitem Pinselstrich virtuos gemalte Werk wirkt nicht wie ein klassisches Künstlerportrait. Die Dargestellte, sitzend, den Körper zur Seite gedreht und den Kopf auf eine Hand gestützt, erscheint in Gedanken abwesend. Obwohl vor ihr eine Bronzestatuette steht, über die sie kontemplieren könnte, scheint sie sich doch existentielleren Fragen hinzugeben.
Verso auf dem Keilrahmen mit der Zusicherung David Scott Perrys, dem Enkel von Sigismund de Ivanowski, dass es sich um ein Werk des Künstlers handelt.

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.850)


Nachverkaufspreis
€ 6.800   (US$ 8.024)


Rahmen
Südfranzösischer Rahmen

Los 6238

[*] Südfranzösischer Rahmen, 18. Jh.,
geschnitzt und vergoldet, Zahnschnitt als Sichtleiste, schmale Wulst, glatte Kehle, ansteigender Karnies mit geschnitzten Voluten und stilisierten Lilien auf kreuzschraffiertem Grund, in den Ecken Akanthusblätter.
Lichtes Maß: 40 x 32 cm. Profilbreite: 7,5 cm.


Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.062)


Nachverkaufspreis
€ 800   (US$ 944)


Rahmen
Französischer Rahmen

Los 6239

Französischer Rahmen, wohl 18. Jh.,
geschnitzt und vergoldet, mit geschnitzten Ranken und stilisierten Lilien auf kreuzschraffiertem Grund.
Lichtes Maß: 34 x 17 cm. Profilbreite 11 cm.


Schätzpreis
€ 450   (US$ 531)


Nachverkaufspreis
€ 350   (US$ 413)


Rahmen
Louis XV. Rahmen, Frankreich

Los 6240

[*] Louis XV. Rahmen, Frankreich, 18. Jh.,
vergoldet, ansteigender Karnies mit stilisiertem Blattfries als Sichtleiste, gesandelte Kehle, ansteigender Karnies mit kräftig geschnitzten Rocaillen, Voluten, stilisierten Lilien und Akanthusblättern in den Ecken auf kreuzschraffiertem Grund, Zahnschnitt als Abschluss, altes Glas.
Lichtes Maß: 31,8 x 24,7 cm. Profilbreite: 6,8 cm.


Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.062)


Nachverkaufspreis
€ 800   (US$ 944)


Rahmen
Rahmen nach französischem Vorbild, 20. Jh.

Los 6253

[*] Rahmen nach französischem Vorbild, 20. Jh.,
vergoldet, über rotem Grund mit Zahnschnitt als Sichtleiste.
Lichtes Maß: 46,5 x 34,5 cm. Profilbreite: 2 cm.

Beigegeben ein Rahmen aus hellem Wurzelholz, lichtes Maß: 58 x 53 cm sowie ein vergoldeter Rahmen, lichte Maß: 82 x 46,5 cm, beide 20. Jh.

Schätzpreis
€ 120   (US$ 141)


Nachverkaufspreis
€ 90   (US$ 106)



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