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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Lose im Nachverkauf

Katalog Meistergraphik deutscher Klassiker » zur Kunstabteilung
Meistergraphik deutscher Klassiker Auktion 113, Sa., 1. Juni, 12:00 Uhr


» Gesamter Katalog (Lose 8200 - 8239)

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Kapitel Meistergraphik deutscher Klassiker (Lose 8200 - 8239) » Kapitelwahl

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Ury, Lesser
Spaziergänger am Landwehrkanal

Los 8204

Spaziergänger am Landwehrkanal
Radierplatte. Kupfer, verstählt. 1924.
17,2 x 13,2 cm.
Zu Rosenbach 24.

Die Radierplatte zu dem Blatt aus "Berliner Impressionen", erschienen im Euphorion Verlag, Berlin, zeigt wunderbar die Leichtigkeit von Urys zeichnerischer Handschrift. Mit welcher Delikatesse er die Kutsche links im Hintergrund ins Metall zeichnet und sie, nur mit wenigen Linien und lockerer Schraffur angedeutet, zu einer überzeugenden Erscheinung modelliert, ist charakteristisch für Urys Souveränität im Umgang mit der Radiernadel.

Schätzpreis
€ 2.200   (US$ 2.485)


Nachverkaufspreis
€ 1.800   (US$ 2.033)


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Ury, Lesser
Junges Mädchen im Kaffee mit Straßenblick

Los 8206

Junges Mädchen im Kaffee mit Straßenblick
Radierplatte. Kupfer, verstählt. 1924.
20,8 x 15,6 cm.
Zu Rosenbach 22.

Radierplatte zu Urys Blatt aus "Berliner Impressionen", erschienen im Euphorion Verlag, Berlin. Ebenso virtuos wie die Ölmalerei und die Pastellzeichnung beherrscht Ury die Radiertechnik, die ihm ermöglicht, Spiegelungen und Atmosphärisches nuancenreich darzustellen. Die vehemente Bewegung der Radiernadel zeigt sich besonders schön in den zumeist senkrecht verlaufenden Parallelschraffuren der noch immer leicht schwarz eingefärbten dunklen Partien, dort, wo die Schattenzonen auf dem Boden verlaufen.

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.824)


Nachverkaufspreis
€ 2.000   (US$ 2.260)


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Heckel, Erich
Schlafende

Los 8218

Schlafende
Lithographie auf Japan. 1913.
47,8 x 34,5 cm (62,5 x 44 cm).
Signiert "Erich Heckel" und datiert sowie bezeichnet "H 25".
Dube 195 a (von b).

Nahezu von oben betrachtet Heckel die "Schlafende" unter ihrer gemusterten Decke, der Kopf etwas schräg auf dem Kissen ruhend. So erscheint der Bildraum wie nach oben geklappt, so dass das schlafende Mädchen in seiner Hingegebenheit und Schutzlosigkeit ganz ohne Verkürzungen vor unseren Augen steht. 1911 zieht Erich Heckel, ebenso wie die anderen "Brücke"-Mitglieder, nach Berlin, reagiert jedoch melancholisch auf die Eindrücke der Großstadt, und der Spätsommer 1913 bannt Siddi Heckel auf ein langes Krankenlager. Nach gemeinsamen Ausstellungen, u. a. beim Ersten Deutschen Herbstsalon 1913 sowie gemeinschaftlichen sommerlichen Ostsee-Aufenthalten, löst sich die Künstlergemeinschaft "Brücke" im Jahr 1913 auf. Im Motivkreis erscheinen in diesem Jahr häufiger melancholische, sinnende, nachdenkliche oder krank im Bett liegende, leidende Figuren.
Brillanter, herrlich kreidiger und differenzierter Handdruck, in den Rändern die Terpentinspuren sehr schön erkennbar, die nach Heckels Abwischen und Säubern der Steinränder zurückgeblieben waren und insofern ein schönes Zeugnis des individuellen Druckprozesses sind. Äußerst selten, Dube erwähnt keine Auflage, jedoch eine mit farbiger Monotypie ergänzte Druckvariante; Hans Geissler weiß von lediglich elf bekannten Exemplaren, von denen sieben farbig gedruckt wurden. Da es sich bei allen Exemplaren um Handdrucke handelt, weisen sie zum Teil deutliche Druckunterschiede auf und besitzen so nahezu Unikatcharakter.

Schätzpreis
€ 8.000   (US$ 9.040)


Nachverkaufspreis
€ 6.000   (US$ 6.779)


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Schmidt-Rottluff, Karl
Sitzender Akt

Los 8223

Sitzender Akt
Pinsel- und Kreidelithographie auf strukturiertem SLG-Bütten. 1914.
26,7 x 18,4 cm (34 x 25,5 cm).
Signiert "SRottluff", datiert und mit der Werknummer "1412".
Schapire 86.

Der sitzende weibliche Akt prangt in Überschwang und Fülle der Rundungen. In der Anmutung, in Körperbau und Physiognomie ähnlich wie Schmidt-Rottluffs Holzschnitt "Knieende" von 1914 zeigt auch der "Sitzende Akt" den Einfluss der Plastik "primitiver" Völker, insbesondere der afrikanischen Schnitzkunst, die die Expressionisten wie auch die "Brücke"-Künstler und gleichzeitig die Kubisten in Frankreich für sich entdeckten. Beinahe transparent liegt die Farbe auf dem etwas strukturierten Papier und scheint in ihren differenzierten Grauwerten silbrig zu schimmern. "In Schmidt-Rottluffs Schaffen ist das Jahr 1914 seinem Umfang wie seiner Bedeutung nach ein neuer Höhepunkt". (Schapire S. 5). Schapire notiert keine Auflage. Prachtvoller, klarer Druck mit Rand, aus der Sammlung des mit Schmidt-Rottluff befreundeten Hamburger Kunsthistorikers Wilhelm Niemeyer. Von höchster Seltenheit, im internationalen Auktionshandel nicht nachweisbar.

Provenienz: Sammlung Wilhelm Niemeyer, mit dessen Numerierung unten rechts

Schätzpreis
€ 10.000   (US$ 11.299)


Nachverkaufspreis
€ 8.000   (US$ 9.040)


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Beckmann, Max
Spielende Kinder (Breitformat)

Los 8224

Spielende Kinder (Breitformat)
Kaltnadel auf Bütten. 1918.
25,8 x 30,4 cm (36,9 x 37,2 cm).
Signiert "Beckmann". Auflage 60 Ex.
Hofmaier 136 II B b (von II C b).

Dieses Spiel ist eher ein Krieg der Kinder: Lanzen stechen nach Körpern, eisern ragen die Spitzen der Pickelhauben in die Luft, jeder bekämpft hier jeden. Die eckige, spitzige Formensprache Beckmanns verdeutlicht adäquat die inhaltliche Aussage des Blattes. Gleich nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hatte Beckmann die Veröffentlichung zweier Graphikmappen geplant: eine mit älteren Blättern und eine umfangreichere mit neueren Arbeiten, die unter dem Titel "Welttheater" erscheinen sollte. Auf Reinhard Pipers Anregung hin erschienen sie dann zusammengefasst unter dem vieldeutigen Titel "Gesichter". Blatt 16 der Folge "Gesichter", deren 19 Kaltnadelarbeiten im Laufe von wohl fünf Jahren zwischen 1914 (?) und 1918 entstanden. Aus der Auflage von 60 Drucken mit dem Trockenstempel der Marées-Gesellschaft in der linken unteren Ecke. Druck Franz Hanfstaengl, München, in einer Gesamtauflage von 100 Exemplaren. Ganz prachtvoller, gratiger und kräftiger Druck mit dem vollen Rand und dem Schöpfrand oben.

Schätzpreis
€ 3.500   (US$ 3.954)


Nachverkaufspreis
€ 2.500   (US$ 2.824)


Burchartz, Max
Raskolnikoff

Los 8225

"Raskolnikoff"
Textblatt sowie 10 Lithographien auf bräunlichem Japan. Lose in illustrierter Orig.-Halbleinenmappe. 1919.
68 x 49,3 cm.
Die Lithographien jeweils signiert "Max Burchartz" und betitelt, im Druckvermerk nochmals signiert. Auflage 100 num. Ex.

"Im geheimnisvollen Spiel von Dunkel und Hell, im gespenstischen Geflecht der harten, eckigen Linien hat all das überzeugende Form gewonnen, was das erschütternde Erlebnis Dostojewskis in der Seele eines jungen Schaffenden ausgelöst (hat)." (Paul Erich Küppers, Vorwort der Mappe). Das komplette Mappenwerk, herausgegeben von der Galerie Alfred Flechtheim, Berlin/Düsseldorf. Zweites Werk, mit einem Vorwort von P. E. Küppers. Die Handdrucke entstanden unter Aufsicht des Künstlers bei Edler & Krische, Hannover. Der Protagonist aus Dostojewskis tiefenpsychologischem Roman "Schuld und Sühne" wird durch Burchartz futuristisch aufgearbeitet: "Hintergründe schieben sich zusammen, Formen überlagern sich, Hinteres drängt nach vorn, Räume entwickeln sich nicht in die Tiefe, sondern nach oben. Die Blätter gehören zu den chaotischsten der expressionistischen Illustration." (L. Lang, Expressionismus und Buchkunst in Deutschland 1907-1927, S. 27). Prachtvolle Drucke mit dem vollen Rand.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.520)


Nachverkaufspreis
€ 3.000   (US$ 3.389)


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Hubbuch, Karl
Das dritte Gesicht

Los 8228

"Das dritte Gesicht"
Kaltnadel auf Kupferdruckpapier. 1921.
35,2 x 34,9 cm (50 x 44,3 cm).
Signiert "Hubbuch" und betitelt.
Riester 38.

Eines der Hauptblätter Hubbuchs: Das "dritte Gesicht" blickt maskenhaft, mit starr aufgerissenen Augen wie aus einem Spiegel heraus ins Leere. Um das fensterlose, bunkerartige Gebäude herum, auf dem es steht, spielen sich kryptische, symbolhafte und nur schwer zu entschlüsselnde Szenen ab, fast surrealistische Kombinationen verschiedener Motive: Sphinxhafte Mischwesen aus Raubtieren und Frauen umgarnen einen geschmückten Jüngling, ein Mann stürzt gleich von der Leiter, eine Krone liegt besitzerlos auf der Mauer vorne, rechts scheint eine menschliche Gestalt im Boden zu versinken, zentral in der Komposition spielt sich eine lesbische Liebesszene ab, allenthalben wirken die Gesetze der Räumlichkeit aufgehoben, und Insignien der modernen Technik sind um den Spiegel herum gruppiert. Mensch und Tier, Mann und Frau, Natur und Technik, Vergangenheit und Zukunft - die verschiedensten Gegensätze treffen hier aufeinander. Hubbuch stellt den Betrachter mit seiner Komposition vor Rätsel, er stellt uns Aufgaben und fordert uns zum Nachdenken auf. Die Linienführung ist im Vergleich zu seinen ganz frühen Radierungen hier vereinfacht, exakter, so dass der Künstler die Gegenstände mit klarer, strenger Linie umreißt.
"Wie eng die soziale und künstlerische Krise der Zwanzigerjahre thematisch mit der heutigen wesensverwandt ist, wird vor allem an einem Bilde deutlich, das Hubbuch 'Das dritte Gesicht' nennt (...) Das 'dritte Gesicht' ist die Technik, durch die der Mensch sich selbst zum ohnmächtigen Glied einer Maschinerie gemacht hat, durch die alle menschlichen Beziehungen und traditionellen Ordnungen fragwürdig geworden sind. Die Technik bedeutet ein Offenbarwerden des Nichts. Sie hat den Menschen in tiefste Selbstentfremdung geführt." (Riester S. 12 f.)
Hubbuchs Graphik der Zwanziger Jahre darf zum Besten gerechnet werden, das in Deutschland entstand. Nur selten in "Auflagen" gedruckt, sind diese bahnbrechenden Blätter vielen unbekannt. Trotz seiner künstlerischen Bedeutung bleibt nach Riesters lobenswertem Versuch eines Werkkataloges, der ohne die Unterstützung des Künstlers unvollständig bleiben musste, das komplette Oeuvreverzeichnis Hubbuchs immer noch ein Desiderat.
Ganz prachtvoller, toniger und klarer Frühdruck, mit dem wohl vollen Rand. Das bedeutende Blatt ist äußerst selten.

Schätzpreis
€ 15.000   (US$ 16.950)


Nachverkaufspreis
€ 10.000   (US$ 11.299)


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Beckmann, Max
Totenhaus

Los 8231

Totenhaus
Holzschnitt auf Bütten. 1922.
37,4 x 47,4 cm (53 x 61,4 cm).
Signiert "Beckmann". Auflage 35 num. Ex.
Hofmaier 252 II B.

So sperrig und steif wie die toten Körper sind auch die kantigen Formen, so derb und zupackend wie die Leichenbeschauer und sein Gehilfe führt Beckmann sein Schnitzmesser. Der Künstler erreicht damit eine geradezu unheimliche Übereinstimmung von Technik und Motiv. In ihrer Tragik und Drastik ist die Darstellung des Leichensaales charakteristisch für Beckmanns Schaffen, die technische Sicherheit in der Umsetzung der glasklaren, scharfen Linien zeigt ihn auf der Höhe seiner Schaffenskraft.
Das bedeutende, monumentale Blatt wiederholt das Sujet seiner Kaltnadel, "Das Leichenhaus" von 1915. Dabei kopiert der Künstler das Motiv nicht präzise, sondern verwendet unterschiedliche Elemente der verschiedenen Druckzustände der Kaltnadel und fügt neue Elemente hinzu, wie beispielsweise die Fensterläden oder die Schale am Boden rechts. Nur sporadisch beschäftigte Beckmann sich mit der Technik des Holzschnitts. Lediglich 18 von den beinahe 400 Arbeiten seines druckgraphischen Werkes sind Holzschnitte. Herausgegeben von Paul Cassirer, Berlin 1924. Neben der Auflage von 35 Exemplaren in Hofmaiers Zustand B sind lediglich drei Probedrucke für Zustand A bekannt, von denen einer mit "2. Zustand" bezeichnet ist. Sehr schöner, klarer und differenzierter Druck des äußerst seltenen Blattes, mit dem vollen Rand.

Schätzpreis
€ 25.000   (US$ 28.249)


Nachverkaufspreis
€ 20.000   (US$ 22.599)


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Muche, Georg
Erzählung

Los 8237

Erzählung
Farb-Mezzotinto in Schwarz, Blaugrün und Rotbraun auf Velin. 1932.
20,2 x 17,8 cm (37,5 x 27 cm).
Signiert "GMuche". Auflage 33 num. Ex.
Schiller 26/VI.

Eine von Muches seltenen Schab-Lithographien, für die der Lithostein mit Asphalt präpariert und dann mit Schabeisen, Wiegestahl und Nadel bearbeitet wird. "Es entsteht eine weiche Modulation des Dunkel, in samtigem Schwarz körnige Aufhellung; und in diese Lichter werden zarte Farben eingefügt" (Schiller S. 49). Schiller verzeichnet lediglich ca. 30 Drucke, unser Blatt wohl das bei Schiller unter 26/VI erwähnte Exemplar. Prachtvoller, wunderbar differenzierter, atmosphärisch dichter Druck mit breitem Rand, rechts mit dem Schöpfrand. Sehr selten.

Provenienz: Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 54, Dezember 1989, Losnr. 6503

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.694)


Nachverkaufspreis
€ 1.000   (US$ 1.130)



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