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Los 6679 Delacroix, Eugène
Ein Karthäusermönch in Sevilla
Verkauft
6679)

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Ein Karthäusermönch in Sevilla.
Feder in Braun, braun und graubraun laviert, über Spuren von schwarzer Kreide, auf Velin. 20 x 15,8 cm. (1832).

Seine wichtigste Reise führt Delacroix als Begleiter des Comte Charles de Mornay im ersten Halbjahr 1832 nach Marokko. Sie bedingt eine Wende in seiner künstlerischen Entwicklung. Auf der Reise zeichnet er intensiv und es entstehen mindestens sieben Skizzenbücher mit handschriftlichen Notizen (Teile im Louvre Inv.Nr. RF 1712bis). Delacroix nutzt auf dem Rückweg die Wartezeit der französischen Gesandschaft auf die Ratifizierung des Abkommens mit der marokkanischen Regierung in Tanger, und besucht zwischen dem 9. und 29. Mai Andalusien. Zunächst in Cádiz, reist er u.a. weiter nach Jerez de la Frontera und Sevilla. Die gesamte Reise ist der am detailliertesten dokumentierte Abschnitt im Leben des Künstlers, einerseits wegen der ausführlichen Korrespondenz an Freunde, wegen der kommentierten Skizzenbücher und außerdem wegen seiner 10 Jahre später veröffentlichten Reiseerinnerungen (Souvenirs d'un voyage dans le Maroc). Am 25. Mai 1832 berichtet er von einem Besuch im Karthäuserkloster in Sevilla (Santa María de las Cuevas - La Cartuja), hier entsteht die Zeichnung des in einem Chorgestühl in religiöser Versenkung sitzenden Mönches. Die Cartuja ist auch berühmt dafür, dass sie einst die sterblichen Überreste von Kolumbus barg. Bemerkenswert, dass Delacroix für sein 1838 entstandenes Gemälde "Christopher Columbus und sein Sohn im Kloster La Rábida" wohl auf diese Zeichnung zurückgreift und den Sohn in zwar seitenverkehrter, jedoch sehr identischer Haltung wiedergibt (National Gallery of Art, Washington). Robaut, der 1885 das grundlegende Werkverzeichnis zu Delacroix verfasste, vermerkt zu unserem Blatt, dass es sich im Besitz von Étienne Arago befindet. Arago (1802-1892), eine der zentralen Figuren in Delacroixs berühmten Bild "Die Freiheit führt das Volk", war Schriftsteller, Gründer mehrerer Zeitschriften, musste 1848 emigrieren, wurde 1859 begnadigt und wurde 1870 kurzzeitig zum Bürgermeister der Stadt Paris ernannt. 1878 wurde er Archivar der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris und später Conservateur du musée du Luxembourg.

Provenienz: Mit dem Stempel der Nachlassauktion, Paris, 17.-29. Februar 1864, unter Los 585 (Lugt 838a).
Sammlung Étienne Arago.
Dessen Auktion, Hotel Drouot, Paris, am 5. Mai 1892 (laut altem handschriftlichem Vermerk auf der Rahmenrückpappe).

Literatur: Alfred Robaut: L’Œuvre complet d’Eugène Delacroix. Peintures, dessins, gravures, lithographies, Paris 1885, S. 423, Nr. 1647 (Abb.).

Schätzpreis
€ 9.000   (US$ 9.900)


Zuschlag
€ 8.000
(US$ 8.800)
(GBP 7.120)
(CHF 8.800)



» Zeichnungen 16.-19. Jh.
Los 6679 Delacroix, Eugène
Ein Karthäusermönch in Sevilla
Verkauft

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