Bitte Suchbegriffe eingeben:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Language / Lingua / Sprache


Kataloginhalt

Katalog Vergessene Moderne » zur Kunstabteilung
Vergessene Moderne Auktion 113, Sa., 1. Juni, 11:00 Uhr


» Gesamter Katalog (Lose 8000 - 8119)

» Kataloge bestellen
» Nur Lose im Nachverkauf

» AGB (als PDF)
» Bieter-Erstanmeldung (als PDF)
» Formular für Gebote (als PDF)
Kapitel Sonderauktion / Special Sale: Vergessene Moderne (Lose 8000 - 8119) » Kapitelwahl

... 102 103 104 105 106 107 108 109 110 ... 117   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf

Los 8108 Kleinschmidt, Paul
Rendezvous
(Verfügbarkeit erfragen)
8108) » größer

Rendezvous
Aquarell und Pinsel in Schwarz über Bleistift auf Velin. 1924.
39 x 32,5 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Blau monogrammiert "P. Kl" und datiert.

Beim Rendezvous am Cafétisch mit der prachtvollen Kuchenplatte nimmt die Frau eindeutig eine dominierende Position ein, während der blasse, schmale Mann an den Rand gedrängt ist. Bildhaft im Aufbau, ist die farblich leuchtende und kraftvolle Komposition ein prägnantes Zeugnis der Vorliebe des Künstlers für pompös vitale Frauenkörper.
Bereits in seinen frühen Zeichnungen und Gemälden wendet sich Kleinschmidt zunehmend ab von der akademischen Tradition und der damit einhergehenden Vorstellung von Schönheit und Ästhetik. Er setzt das pralle Leben, die ungeschminkte Wahrheit ins Bild, und so sind es die üppigen Damen, die Kleinschmidt immer wieder faszinieren, und Figurenbilder standen stets im Zentrum seines Werkes. Julius Meier-Graefe, Entdecker und Förderer des Malers, nannte ihn einen "proletarischen Rubens". Eine Generation nach Corinth, den Kleinschmidt sehr verehrte, zwischen Expressionismus, Realismus und Neuer Sachlichkeit, nahm er unter seinen Zeitgenossen Beckmann, Dix und Grosz eine Außenseiterposition ein.

Geboren in einer Theaterfamilie, erlebte Paul Kleinschmidt seine ersten Lebensjahre auf Reisen. Er interessierte sich früh für die Malerei. Ihn faszinierten die Gemälde Adolph von Menzels, durch dessen Bekanntschaft sich in ihm der Wunsch manifestierte, Maler werden zu wollen. Nach einem kurzen Studium an der Berliner Kunstakademie lernte Kleinschmidt Lovis Corinth kennen, der für ihn künstlerisches Vorbild wurde. Mit einem Selbstportrait nahm Kleinschmidt 1909 an der Ausstellung der Berliner Sezession teil; dort wurde der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe erstmals auf den Künstler aufmerksam. Dieser begleitete fortan seine künstlerische Entwicklung und schloss für ihn wichtige und nachhaltige Kontakte zu Sammlern.
Es folgten erfolgreiche Ausstellungen, durch die neue Sammler auf Kleinschmidt aufmerksam wurden. In den Jahren bis 1932 war er besonders produktiv, wenngleich Kleinschmidt zunehmend unter den politischen Umständen litt.
Die Zusammenarbeit mit Meier-Graefe und seinem Mäzen Erich Cohn in den USA motivierte Kleinschmidt weiterzumalen. Bei einer von Cohn initiierten Einzelausstellung in Chicago und Philadelphia 1933/34 lernte Kleinschmidt auch den in die USA emigrierten George Grosz kennen. Drei Jahre später entschloss er sich schließlich selbst zur Emigration und floh mit seiner Familie zunächst in die Schweiz, später in die Niederlande. Auf der 1937 stattfindenden Ausstellung "Entartete Kunst" wurden einige seiner Gemälde ausgestellt und diffamiert, und die Situation für Kleinschmidt verschlechterte sich noch, als er auf einer Reise durch die Pyrenäen als Deutscher in französische Gefangenschaft geriet und nach seiner Freilassung auch von der deutschen Polizei und der Gestapo beobachtet wurde, bis man ihn sogar unter Malverbot stellte. Ein Bombenangriff in Bensheim, wo Kleinschmidt die letzten beiden Jahre bis Kriegsende lebte, zerstörte zahlreiche Werke des Künstlers.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.560)


Nachverkaufspreis
(Verfügbarkeit erfragen!)
€ 3.000

(US$ 3.419)
(GBP 2.640)
(CHF 3.419)


Los 8108 Kleinschmidt, Paul
Rendezvous
(Verfügbarkeit erfragen)

... 102 103 104 105 106 107 108 109 110 ... 117   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf