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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Katalog Vergessene Moderne » zur Kunstabteilung
Vergessene Moderne Auktion 113, Sa., 1. Juni, 11:00 Uhr


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Kapitel Vergessene Moderne (Lose 8000 - 8119) » Kapitelwahl

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Hertlein, Willi
Invalider

Los 8020

Invalider
Gouache, Bleistift und Feder in Schwarz auf Velin. 1931.
21 x 15 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "W. Hertlein" und datiert.

Beeindruckende Zeichnung eines Kriegsinvaliden, der im Scheine einer Gaslaterne in der Abenddämmerung an einer Straßenecke hockt. Er muss sich mit Hilfe eines Holzklotzes in der rechten Hand an der Bordsteinkante abstützen, denn ihm fehlen beide Beine, der linke Arm und dazu noch das rechte Auge. Unrasiert ist er, der Mund hängt schief und das verbliebene Auge ist scheinbar blicklos nach oben gerichtet. Mit einer Vielzahl von Strichlein und gedämpftem Kolorit zeichnet Hertlein dieses Bild der Hoffnungslosigkeit.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gab es mehr als zwei Millionen Kriegsversehrter, denn es überlebte eine größere Anzahl Verwundeter durch die möglich gewordene antiseptische Wundbehandlung und durch den Einsatz von Stahlhelmen. Die sozialen Folgen im Deutschen Reich waren katastrophal.

Schätzpreis
€ 1.000   (US$ 1.140)


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Brocas, Maurice
Cactus, Nature morte

Los 8021

"Cactus, Nature morte"
Öl auf Leinwand.
81 x 62 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Braun signiert "M. Brocas", verso auf dem Keilrahmen betitelt und mit Atelieraufklebern des Künstlers.

Die stachelbewehrten Kakteen ergänzt der Künstler mit einem Dolch im Heiligenbildnis an der dunkeltonigen Wand. Vorne im Bild, vor den drei Kakteentöpfen, finden sich eine offene Tabaktüte und die zugehörige Meerschaumpfeife. In altmeisterlicher Manier gemalt, überzeugt das Gemälde durch seine ausgefeilte Komposition und die ungewöhnliche Motivik. Mit seinen Stilleben erlangte der belgische Künstler Brocas Bekanntheit.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 683)


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Bieling, Herman
Stilleben mit Kakteen

Los 8022

Stilleben mit Kakteen
Öl auf Leinwand.
105 x 65 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Orange signiert "Bieling".

Dicht beieinander wie in einem Urwald stehen die Kakteen in Blumentöpfen vor der mit lockeren Pinseltupfen durchstrukturierten Wand. Effektvoll fällt das Licht von vorne auf die Anordnung, so dass sich die Schatten der Kakteenauswüchse geisterhaft auf der Wand abzeichnen. Wie eine Sonne leuchtet die Blüte des zentralen, mit seinen schlangenhaften Formen besonders skurrilen Kaktus in der Mitte des linken Bildteiles. Nach Studien an der Akademie der Bildenden Künste in Rotterdam war Bieling zwischen 1917 und 1927 Mitglied und Mitbegründer von De Branding, einer avantgardistischen Künstlergruppe aus Rotterdam, danach Mitglied des Haagse Kunstkring, 1919 der Vereinigung der Künstler De Onafhankelijken und Mitbegründer von De Kring van Beeldende Kunstenaars (R33).

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.052)


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Scheele, Kurt
Russische Kirche, Berlin

Los 8023

Russische Kirche, Berlin
Öl auf Leinwand. 1935.
70,8 x 55,5 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Scheele" und datiert, verso auf dem Keilrahmen (von fremder Hand?) bezeichnet und betitelt.

Frühlingshaftes Kolorit und eine stilisierte Formgebung fügen sich zu einer stimmungsvollen, malerischen Ansicht der Berliner russischen Kirche. Nach dem Besuch der Städelschen Kunstschule unternimmt Scheele ausgedehnte Studienreisen nach Frankreich und Italien, bevor er sich ab 1929 unter Anton Kerschbaumer in Berlin der Holzschnitttechnik zuwendet. 1937 wird er Mitglied der Darmstädter Sezession und steht in Verbindung zu den "Juryfreien" in Berlin. 1936 erwirbt Dwight D. Eisenhower auf einer Ausstellung in New York ein Ölbild von Scheele. Bis in die 1930er Jahre unternimmt er Studienreisen nach Dänemark, Frankreich, Italien, Norwegen und in die Schweiz. Zu seinem Freundeskreis zählen unter anderem Emil Nolde und Ernst Barlach. In dieser Zeit hat er zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland, durch die er internationale Bekanntheit erlangt. Er wird jedoch in seiner Tätigkeit zunehmend behindert, und schließlich wird seine Kunst von den Nationalsozialisten als "entartet" eingestuft. Eine Professur in Kairo kann er aufgrund des Kriegsausbruchs nicht antreten, 1940 wird er selbst zum Militär einberufen. 1943 werden durch einen Bombenangriff sein Berliner Atelier und der größte Teil seines Werkes zerstört, er stirbt 1944 in russischer Kriegsgefangenschaft. Arbeiten von Kurt Scheele sind daher selten. Durch seinen frühen Tod - er wurde in ein Strafbataillon versetzt - geriet er fast in Vergessenheit, obwohl seine Arbeiten selbst einer sehr kritischen Betrachtung standhalten. Sowohl seine Gemälde und die monumentalen, in ihrer Farbigkeit einzigartigen Farbholzschnitte, die 1936-38 unter schwierigsten Bedingungen entstanden, wie auch die früheren Arbeiten, bestechen durch ihre klare, künstlerische Sprache und den einfachen kompositionellen Aufbau, dessen Raffinement sich oft erst auf den zweiten Blick offenbart.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.709)


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Neujahr, Ulrich
Mediterrane Landschaft

Los 8024

Mediterrane Landschaft
Öl auf Holz. 1933.
55,5 x 55,5 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz monogrammiert "U. N." und datiert.

Über rotbraune Dächer fällt der Blick, eine kleine Ortschaft streifend, auf das Meer. Eine harmonische, erdige Palette dominiert Neujahrs mediterrane Landschaft.
Neujahr studierte zunächst in Berlin an der Technischen Hochschule Architektur. Von 1920 bis 1924 folgte ein Studium an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst. Parallel dazu wurde er als Kunsterzieher an der Staatlichen Kunstschule ausgebildet. Reisen führten ihn in den 1920er und 1930er Jahren an die deutsche Ostsee, nach Wustrow und Ahrenshoop sowie an die mediterrane Mittelmeerküste Frankreichs und Italiens. Auf Ischia fand er in dem Fischerdorf Sant'Angelo seine zweite Heimat und arbeitete dort mit Werner Gilles, Eduard Bargheer und Hermann Poll. 1943 übersiedelte die Familie von Berlin nach Weimar, 1951 dann nach Westberlin und 1963 schließlich nach Sant'Angelo.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.052)


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Waidenschlager, Theo
Der Puma

Los 8025

Der Puma
Feder auf leichtem Velinkarton. Um 1916.
28,1 x 22,2 cm.
Unten links mit Feder in Schwarz signiert "Theo Waidenschlager".

Theo Waidenschlager arbeitete als Illustrator für diverse Satirezeitschriften wie u. a. Fliegende Blätter, Jugend, Simplicissimus. Er kritisiert mit dieser Zeichnung den Ersten Weltkrieg. Der Puma als blutrünstiges Wesen dargestellt symbolisiert, dass es wie in jedem Krieg nur Verlierer geben kann. Auch der Illustrator Willbald Krain stellt in seinem 1916 erschienenen Mappenwerk "Krieg - Allen Völkern gewidmet" auf einem Blatt den Puma als alles zerstörende Kraft dar.

Provenienz: Sammlung Dr. F. W. Denzel

Schätzpreis
€ 350   (US$ 398)


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Kubin, Alfred
Entwurf zum "Zeichen"

Los 8026

Entwurf zum "Zeichen"
Feder in Schwarz, Aquarell und Bleistift auf Katasterpapier. Um 1930.
32,2 x 39,2 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "AKubin", unten links mit Bleistift wohl vom Künstler bezeichnet.

"Neue Welt.
Und es hängt / ein ehern Gewölbe der Himmel über uns / es lähmt Fluch die Glieder der Menschen / und die erfreuenden Gaben der Erde sind wie Spreu / es spottet unser mit ihren Geschenken die Mutter und alles ist Schein - O wann, wann schon öffnet sich die Flut über die Dürre... Aber wo ist er? Daß er beschwöre den lebendigen Geist!"
Friedrich Hölderlin
In dieser ausdrucksstarken Arbeit bewegt sich ein Menschenzug, angeführt von einer Frau mit weinendem Kind, schnell voran, vorbei an einem ausbrechendem Vulkan. Die Dargestellten tragen verschiedene Gegenstände mit sich, darunter sind ein Messer und eine Flasche zu erkennen. Mit aufgerissenen Augen und Mündern sowie erhobenen Armen brechen sie, einem Aufstand ähnlich, zu einer neuen Welt auf. Kubin erfasst die Szene in der ihm typischen, expressiven Manier mit zahlreichen Schraffuren. Das Thema unserer Zeichnung, die in Zusammenhang mit Friedrich Hölderlins Gedicht "Neue Welt" steht, griff Kubin bereits 1923 in der gleichnamigen graphischen Reihe auf (Vgl. Hoberg 48, Raabe 208).
Annegret Hoberg, Kubin-Archiv, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München ist die Arbeit bekannt, und die Authentizität wurde seinerzeit bestätigt.

Provenienz: Sammlung Zevi Mailand

Ausstellung: Il sogno rivela la natura delle cose, Museo d'Arte Moderna, Bozen 1991 (Kat.-Nr. 1011, Abb. S. 131)
La lente di Freud, Una galleria dell'inconscio, Complesso Museale Santa Maria della Scala, Siena, 2008 (Abb. S. 255)

Schätzpreis
€ 4.500   (US$ 5.130)


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Bouten, Armand
Akt mit Katze

Los 8027

Akt mit Katze
Öl auf Karton. 1921.
41 x 35 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Rot signiert "Arm Bouten" und datiert.

Ein kahler, breit-ellipsoider Frauenkopf, katzenhafte, gelbe Augen in tiefdunklen Höhlen, tiefrosa Wangenkreise auf sonst hellgrauem Inkarnat, rosarote Körperkonturen: Eine irritierende, für das frühe Schaffen Boutens sehr charakteristische Frauenfigur setzt der Künstler links ins Bild, rechts eine kleine Katze, dazu ein Blumentopf. Hochinteressant ist zudem der kleine rosa Embryo, der, rot umrandet, im Schoß der Frau schlummert, inmitten ihres schwarzen Rockes liegend, als wäre er schon geboren. Das Thema Schwangerschaft und Geburt taucht immer wieder in Boutens Schaffen auf. Grelle Kontraste und kräftige, rote sowie schwarze Konturen und ein expressiver Duktus bestimmen unser Gemälde. "Es sind eigenartige, spannungsgeladene Bilder von teilweise äußerster Expressivität. Sie verweisen auf einen offenbar ruhelosen Geist und rastlosen Menschen" (Michael Neumann, Armand Bouten 1893-1965, Ausst.-Kat. Berlin 1984, S. 6).
Bouten zog mit 21 Jahren von Venlo nach Amsterdam, wo er an der Rijks Normaalschool voor Tekenonderwijs Zeichenunterricht erhielt. Dort lernte er die Malerin Hanny Korevaar kennen, die er 1922 heiratete. In den 1920er und 1930er Jahren lebten die beiden abwechselnd in Paris und Budapest, Reisen führten sie auch nach Marseille. In den 1940er Jahren hielten sie sich vor allem in Brüssel und Den Haag auf und kehrten 1953 nach Amsterdam zurück, wo sie verarmt und einsam lebten. Bouten entwickelte sich von einem frühen kubistisch-expressionistischen Stil zu einer farbstarken Malerei mit kräftigen Konturen. Die frühen Themen wie Bauern und Arbeiter wurden durch Reiseeindrücke von Jahrmärkten, Cafés und Bordelle ersetzt. Die düsteren Farben und unbehaglichen Motive in seinem Spätwerk kündigen die wachsenden politischen Spannungen und bevorstehenden Gräuel des Zweiten Weltkrieges an. Herwarth Walden lernte Boutens Schaffen 1923 in Berlin kennen und beabsichtigte, von ihm begeistert, seine Arbeiten in der Galerie "Der Sturm" auszustellen. Dazu kam es jedoch wegen der Rastlosigkeit des von Land zu Land ziehenden Künstlers, der sich dem Kunsthandel weitgehend verweigerte, nicht.

Schätzpreis
€ 20.000   (US$ 22.799)


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Oppenheimer, Max
Franz Blei/Profil

Los 8028

Franz Blei / Profil
Kaltnadel auf Velin. 1912.
16,8 x 12,9 cm (35,4 x 28,8 cm).
Signiert "MOPP". Auflage 25 num. Ex.
Stix/Osborn 5; Pabst R 7.

Im Profil nach rechts, die Brille als begleitendes Charakteristikum, porträtiert Oppenheimer den Schriftsteller, Übersetzer, Herausgeber und Literaturkritiker Franz Blei. Dieser übersetzte u.a. Werke von Charles Baudelaire, Nathaniel Hawthorne, Edgar Allen Poe und Oscar Wilde. Prachtvoller Druck mit fein zeichnender Plattenkante und breitem Rand, links mit dem Schöpfrand.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 570)


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Oppenheimer, Max
Thomas Mann

Los 8029

Thomas Mann
Kaltnadel auf Similijapan. 1913.
20,3 x 17,8 cm (33,9 x 31,6 cm).
Signiert "MOPP". Auflage 75 num. Ex.
Stix/Osborn 28; Pabst R 29.

In kurzen, dicht beieinander gesetzten Strichen, durchaus eine dramatische Wirkung erzielend, erfasst der Künstler das Halbprofil von Thomas Mann. Oppenheimers Gestaltungsmittel der Linie, das er in seinen graphischen Literatenportraits einsetzt, erfährt einen erzählenden Zug. Entgegen den Angaben bei Stix/Osborn und Pabst auf Similijapan. Ausgezeichneter Druck mit fein zeichnender Plattenkante und breitem Rand.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.026)



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