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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Katalog Vergessene Moderne » zur Kunstabteilung
Vergessene Moderne Auktion 113, Sa., 1. Juni, 11:00 Uhr


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Kapitel Vergessene Moderne (Lose 8000 - 8119) » Kapitelwahl

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Grosz, George
Stehender weiblicher Akt en face, Kopf nach lin...

Los 8010

Stehender weiblicher Akt en face, Kopf nach links gewandt
Kohle, teils gewischt, auf dünnem karierten Papier. 1913/14.
27,3 x 22,7 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel und der Registriernummer "4/121/3".

Ungeschönt und vermutlich der Realität entsprechend zeichnet Grosz den Akt in seiner charakteristischen expressiven, flirrigen Linienführung. Mittels der Wischtechnik hebt er besondere Partien des Körpers plastisch hervor und verleiht ihm lebendige Präsenz. In dem fliehenden Kinn und der großen Nase lässt sich fast ein satirisches Moment in der Wiedergabe des Aktes ablesen.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.709)


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Spiegel, Hans
Straße

Los 8011

Straße
Öl auf Leinwand, ganzflächig auf Malkarton kaschiert. Um 1920.
71 x 54 cm.
Unten links mit Pinsel in Weiß monogrammiert "H.S.".

In unverkennbar kubistischer Manier, runde Formen mit eckigen gepaart, ergänzt um klare Linien, scharfe Winkel und eine mehransichtige Perspektive, führt die Straße inmitten des Formengeflechts gerade vom vorderen zu den hinteren Häusern. Gesäumt wird sie von zwei Bäumen, die in den bilddominierenden Farben Weiß und Schwarz festgehalten sind. Kontrast hierzu bildet das Rotbraun der Häuser. In flächigem, zum Teil pastosen DuKtus hält Spiegel die urbane Ansicht fest und holt sie nah zum Betrachter heran - so, als ob er im nächsten Moment in das Bild eintreten und es beschreiten könnte.

Schätzpreis
€ 2.400   (US$ 2.735)


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Geiger, Willi
Orchidee, Spanien

Los 8012

Orchidee, Spanien
Öl auf Leinwand. 1923.
65 x 54 cm.
Oben rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Geiger" und datiert.

Großzügig und mit eleganten Windungen strecken sich die Blätter der Orchidee auf ihrer Fensterbank ins Bild; im Hintergrund fällt der Blick auf die Berge und eine kleine Ortschaft. Der lockere, lebhafte Duktus, die spitzwinklige Formensprache, charakteristisch für die Zwanziger Jahre, und die leicht gedämpfte, helle Palette entsprechen dem Sujet vortrefflich.
Willi Geiger besuchte 1898-99 die Münchner Kunstgewerbeschule, anschließend die Technische Hochschule, und studierte ab 1903 bei Franz von Stuck und Peter Halm an der Münchner Akademie, u. a. zusammen mit Hans Purrmann und Albert Weisgerber. Schon früh kann er erste Erfolge als Graphiker für sich verbuchen. Preise und Stipendien ermöglichen ihm längere Aufenthalte in Spanien und Italien (u.a. Villa Romana-Preis). Bis 1914 lebt und arbeitet Willi Geiger in Berlin. Er zieht in den Krieg, wird von der grausamen Realität schnell eingeholt und versucht nach der Rückkehr in München - als Professor an der Kunstgewerbeschule - diese Erlebnisse zu verarbeiten. 1928 wird er an die Staatliche Akademie nach Leipzig berufen, jedoch 1933 aufgrund seiner Opposition zum Nationalsozialismus gekündigt und seine Arbeiten als "entartet" diffamiert. Ein Bauernhof am Chiemsee bildet für Willi Geiger in dieser Zeit einen idealen Rückzugsort, wo er sein künstlerisches Werk fortsetzt. Nach Kriegsende erhält er eine Professur für Malerei an der Münchener Kunstakademie. Immer wieder zieht es den betagten Maler und Graphiker in das ihm bekannte und geliebte Spanien.

Schätzpreis
€ 4.500   (US$ 5.130)


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Lismann, Hermann
Wanderer

Los 8013

Wanderer
Öl auf Malpappe. 1920.
70,5 x 99,5 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Grün signiert "H. Lismann" und datiert.

Der rastende Wanderer liegt in einer hügeligen Landschaft, hinter ihm Bäume und Felsen, vor ihm der abgelegte Wanderstock und sein Rucksack. Den Kopf stützt der dunkelhaarige junge Mann in die rechte Hand, der Blick unter den halbgeschlossenen Lidern ist gelassen zum Betrachter gerichtet. Im Bereich des Inkarnats löst sich der Künstler vom Lokalkolorit zugunsten rot-grüner Schattierungen. Kantige, oft kristallin zersplitterte Formen bestimmen die Komposition und rücken sie stilistisch in die Nähe des Expressionismus. In seinen Bildern setzt Lismann sich immer wieder mit den zeitgenössischen, insbesondere post-impressionistischen Strömungen der Malerei auseinander.
Er wurde als Sohn des Kupferhütten- und Walzwerkbesitzers Benjamin Lismann geboren und studierte von 1898 bis 1903 in München und Lausanne Philosophie und Kunstgeschichte. Parallel dazu war er Privatschüler des Malers Heinrich Knirr. Ab 1903 besuchte er die Malklasse von Franz von Stuck an der Münchner Akademie und lebte bis 1904 in Rom. Danach verbrachte er zehn Jahre in Paris, wo er im Kreis deutscher Künstler im Café du Dôme mit Rudolf Levy und Wilhelm Uhde Kontakt hatte. 1911 malte er mit Lodewijk Schelfhout gemeinsam in Südfrankreich. Nach seinem Einsatz als Soldat und Mitarbeiter des Roten Kreuzes im Ersten Weltkrieg, beteiligte sich Lismann 1921 an der Ausstellung "Deutsche Kunst in Baden-Baden" und schrieb Aufsätze, Gedichte, Feuilletons sowie Theater- und Musikkritiken. In den 1920er Jahren hatte er ein eigenes Atelier im Städel, eine Malschule und leitete Kurse und "Städelaufführungen". Seit 1931 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität Frankfurt inne: für Technik der Malerei und Philosophie der Kunst und Ästhetik. Er war nicht nur ein erfolgreicher Maler und ein sorgfältig beobachtender Denker, sondern auch ein ausgezeichneter Violinspieler. Viele seiner Bilder befanden sich in Privatbesitz und in Museen. Als Jude erhielt er dann jedoch Berufsverbot; da die Nationalsozialisten seine Bilder als „entartete Kunst“ aus den Museen entfernten, gelten etliche Werke als verschollen. Er emigrierte 1938 schließlich über Paris nach Tours, wo er nach Kriegsbeginn interniert wurde. Lismann konnte aus dem Lager fliehen und nach Montauban in das unbesetzte Gebiet entkommen. 1942 wurde er in das Lager Gurs verschleppt und 1943 in das KZ Majdanek deportiert, wo er noch im selben Jahr ermordet wurde.

Schätzpreis
€ 8.000   (US$ 9.120)


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Mühsam, Fritz
Nature morte (Stilleben mit Kannen)

Los 8014

"Nature morte" (Stilleben mit Kannen)
Öl auf Leinwand. 1930er Jahre.
60 x 73 cm.
Unten mittig mit Pinsel in Blaugrün signiert "Mühsam", verso auf dem Keilrahmen (von fremder Hand?) betitelt und bezeichnet "No. 38".

Effektvoll arrangiertes Stilleben mit Kannen und Gefäßen auf dunkelgrünem Grund, leicht in der Aufsicht gegeben und mit schwarzen Linien und Schatten kräftig konturiert.
Seine Jugend verbrachte Mühsam in Berlin, wo sein Vater eine Ölfarbenfabrik besaß. Dort und später in München studierte er Malerei. Nach seinem Studium lebte er als freischaffender Künstler in Berlin und unterhielt zudem ein Atelier in Fischerhude, das er in der Sommerzeit aufsuchte. Es entstanden hauptsächlich Porträts, Landschaften und Stilleben. 1927 war er in der Gruppenausstellung "Europäische Kunst der Gegenwart" in Hamburg vertreten. Er war außerdem ordentliches Mitglied des Deutschen Künstlerbunds, mit dem er zwischen 1928 und 1931 dreimal ausstellte, in dessen Mitgliederlisten er jedoch nur bis 1929 geführt wird. 1931 gab Mühsam seiner Berliner Wohnung auf und zog nach Paris, wo er auch unterrichtete. Er ist deswegen ebenso als Frédéric H. Muhsam bekannt. Im Sommer arbeitete er jedoch nach wie vor in Fischerhude.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.052)


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Mühsam, Fritz
Stilleben mit Eiern

Los 8015

Stilleben mit Eiern
Öl auf Karton. Wohl 1930er Jahre.
37,5 x 45,5 cm.
Unten links mit Pinsel in Orange signiert "Muhsam".

Violette Blüten, eine Vase, leere Schachteln und zwei weiße Eier arrangiert Mühsam mit einem blauen Tuch auf dem Tisch zu einem kontrastreichen, überzeugend stilisierten harmonischen Stilleben. Das dunkeltonige Kolorit findet einen effektvollen Gegenpart in den geometrischen weißen Flächen der Eier und der eckigen Vase links im Bild.

Schätzpreis
€ 1.000   (US$ 1.140)


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Großmann, Rudolf
Musikanten

Los 8016

Musikanten
Aquarell und Kreide in Schwarz auf Bütten. Um 1918.
28 x 18,7 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten links mit Bleistift signiert "Großmann".

Vor der angedeuteten Großstadtkulisse, den sich auftürmenden Fassaden, spielen unter bunten Lampions die beiden Musikanten ihre Laute und das Akkordeon. Die Zuhörer - wohl in einem Straßencafé - bleiben unsichtbar, so dass die Musikanten zum Betrachter hin zu spielen scheinen. Wenige sparsame, suchend die Konturen erforschende Linien und einige effektvolle weiße Aussparungen genügen Grossmann, um die Figuren und ihr Umfeld treffend zu umreißen, das flächig aquarellierte Kolorit bleibt zurückhaltend.
Er studierte von 1902 bis 1904 in München Medizin und Philosophie und lebte danach fünf Jahre lang als Schüler von Lucien Simon in Paris. Unter dem Einfluss von Paul Cézanne widmete er sich der Landschaftsmalerei und verkehrte im Kreis der deutschen Künstler im Café du Dôme. Jules Pascin wurde sein engster Vertrauter und Lehrer, gemeinsam bereisten sie Belgien und Holland. Grossmann unternahm außerdem Reisen nach Nord- und Südfrankreich, Wien, Budapest und Stockholm. Gemeinsam mit Hans Purrmann besuchte er Italien. Ab 1910 lebte er vorwiegend in Berlin, arbeitete als Graphiker, schuf als Illustrator unter anderem Porträts für den Simplicissimus und stellte u.a. bei Flechtheim sowie Cassirer aus. 1928 wurde er Professor an der Kunsthochschule Berlin, war Mitglied der Berliner Secession und des Deutschen Künstlerbundes. In seinen Porträts und Straßenszenen dokumentierte er das Berliner Leben bis 1933. Die Nationalsozialisten erklärten seine Werke als "entartet" und setzten ihn als Professor ab. 1937 wurden drei Arbeiten von Grossmann in der NS-Propaganda Ausstellung "Entartete" Kunst gezeigt und 206 seiner Werke konfisziert.

Schätzpreis
€ 700   (US$ 797)


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Freyer, Pierre
Rotlichtviertel

Los 8017

Rotlichtviertel
Aquarell und Feder in Schwarz auf Bütten. 1937.
52,3 x 34 cm.
Unten mittig mit Feder in Schwarz signiert "Pierre Freyer" und datiert.

Karikaturhaft ist sie gezeichnet - und mit der pointierten Herausarbeitung der hässlichen, vulgären Seiten des Rotlichtmilieus zugleich stilistisch der Neuen Sachlichkeit verbunden. Mit liebevoller Sorgfalt in der Linienführung und der Aquarellierung erfasst Freyer die Straßenszene aus dem Rotlichtviertel: Flanierende Pärchen, Zusammenkünfte und Verhandlungen zwischen Mann und Frau auf der Straße und allenthalben die beleuchteten Fenster der Stundenhotels, in denen Dirnen und Freier ihren Geschäften nachgehen. Im Vordergrund sind die Gesichter der Paare mit beinahe porträthafter Akkuratesse gezeichnet. Effektvoll erstreckt sich der Zickzackverlauf der Straße nach hinten und schafft eine überzeugende Raumtiefe. Zentraler Punkt der Bildkonstruktion ist die Laterne mit der roten Drei in der Mitte, um die herum die Fassaden nach außen und hinten zu kippen scheinen, wie ein Sinnbild der Labilität und Kurzlebigkeit der geschilderten Vergnügungen.

Ausstellung: "German and Austrian Art of the 1920s and 1930s: The Marvin and Janet Fishman Collection", Milwaukee, Marquette University, Haggerty Museum of Art, 2002, Nr. 22 (mit dessen Klebeetikett verso)

Schätzpreis
€ 3.800   (US$ 4.332)


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Korevaar, Hanny
Zwei Kokotten

Los 8018

Zwei Kokotten
Öl auf Leinwand.
96 x 49,5 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Rot signiert "Hanny Korevaar".

Zwei erwartungsvolle Kokotten: Aus den dunkel blauviolett schattierten Augenhöhlen leuchten raubtierhaft die Augen hervor, unter den nur im Ansatz angedeuteten Nasen sind die Münder beider Frauen tiefrot geschminkt, die Haare hellrot und dunkelrot gefärbt. Beide Halbfiguren sind nach links gerichtet, in Erwartung möglicher Kunden. Während die vordere Frau mit dem strahlenden Farbklang von weißer Haut, grünem Kleid und roten Haaren wirbt, lockt die hintere, dunklere Kokotte mit einem offensiv exponierten runden Busen. Elegant geschwungene Konturlinien in unterschiedlichen Rottönen umreißen die Figuren vor dem dunklen Hintergrund.
Bedeutendes Gemälde Korevaars, einer wichtigen und noch wenig erforschten Vertreterin des niederländischen Expressionismus. Korevaar besuchte die Rijks Normaalschool voor Tekenonderwijs in Amsterdam, wo sie Zeichenunterricht erhielt. Dort lernte sie ihren Mitstudenten und späteren Ehemann, Armand Bouten, kennen. Die Hochzeit folgte 1922. Zwischen 1920 und 1935 reiste das Ehepaar durch Europa; mehrfach besuchten sie den Balkan und lebten einige Zeit in Budapest. Weitere Stationen waren Berlin, Marseille und Paris, wo sie von 1923 bis 1925 lebten. Von 1935 bis 1953 ließen sie sich in Brüssel nieder und kehrten, völlig verarmt, 1953 nach Amsterdam zurück.

Schätzpreis
€ 10.000   (US$ 11.399)


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Hertlein, Willi
Alte Frau

Los 8019

Alte Frau
Gouache, Bleistift und Feder in Schwarz auf Velin. 1930.
22,5 x 16,5 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten links mit Feder in Schwarz signiert "Hertlein" und datiert.

Der Weg der alten Frau mit dem Gehstock, in schwarzem Mantel und dunklem Kopftuch, führt an einer hohen Mauer entlang, im Hintergrund brennt eine Gaslaterne. Kahle Bäume und die grau verputzte Mauer tragen zur Tristesse der Stimmung bei. Der Blick aus ihren blauen Augen jedoch, der direkt auf den Betrachter gerichtet ist, wirkt prüfend und klar. Hertlein studierte bei Emil Orlik an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. Er unternahm Studienreisen nach Paris und Italien.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 683)



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