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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Katalog Vergessene Moderne » zur Kunstabteilung
Vergessene Moderne Auktion 113, Sa., 1. Juni, 11:00 Uhr


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Kapitel Vergessene Moderne (Lose 8000 - 8119) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Galerie Bassenge
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Hofmann, Otto
Steg

Los 8071

Steg
Öl auf Leinwand. 1933.
80 x 63 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Braun mit dem Künstlersignet, dort datiert und mit der Ortsangabe "Paris", verso auf dem Keilrahmen Klebeetikett mit der Künstleradresse, auf Klebeetikett numeriert "19".

In Hofmanns früher Pariser Zeit entstand das Gemälde "Steg". Wie ausgeschnitten oder schabloniert schweben die klar konturierten, geometrisierten Formen auf dem Blau von Wasser und Himmel, deren Grenze nicht erkennbar ist. Der Steg scheint hier ins Unendliche zu führen. Haarfeine, geschwungene Pinselbewegungen verleihen der blauen Farbe eine beinahe seidig schimmernde, changierend durchstrukturierte Oberfläche.
Will Grohmann schrieb 1962 über Otto Hofmann als Schüler Kandinskys: "Er setzt dort ein, wo Kandinsky um 1930 stand, nicht bei den harten konstruktiven Bildern, sondern bei den beschwingten, musikalischen. Hofmann komponiert im Stil seines Lehrers etwa so, wie es die Schüler A. Schönbergs tun, er behält den Charakter der Zeichen, die Methode ihrer Setzung und die Syntax bei, bezieht jedoch das Ganze auf sich, auf uns." (Will Grohmann, zit. nach willgrohmann.de, 12.3.2019).

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.824)


Zuschlag
€ 3.400 (US$ 3.841)


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Hofmann, Otto
Haus am See

Los 8072

Haus am See
Öl auf Leinwand. 1933.
48,5 x 63,5 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz monogrammiert "OHm" und datiert.

Bedeutendes frühes Gemälde Hofmanns, in dem zwar der landschaftliche Bezug noch gegeben, jedoch die Darstellung bereits stark geometrisch abstrahiert ist.
Nach einem Architekturstudium in Stuttgart wechselte Hofmann 1928 an das Staatliche Bauhaus in Dessau und besuchte die Malklasse bei Klee und Kandinsky. Aufgrund der zunehmenden Schwierigkeiten, die ihm seine Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei bescherte, emigrierte Hofmann 1933 vorübergehend nach Paris, wo er sich mit Arp, Léger und Kandinsky traf, und später in die Schweiz, wo er Klee besuchte. Schon 1935 musste Hofmann aus familiären Gründen nach Deutschland zurückkehren. Obwohl ihn die Galeristen Nierendorf und Möller unterstützten, litt er sehr unter dem ihm von den Nazis auferlegten Ausstellungs- und Malverbot. 1940 wurde Hofmann zum Kriegsdienst eingezogen und geriet später in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1946 entlassen wurde. Hofmann ließ sich zunächst in Rudolstadt in Thüringen nieder und geriet schon 1950 mit der Zensur aneinander, woraufhin er nach Westberlin übersiedelte. 1953-65 arbeitete er mehrere Jahre in Paris und pflegte Kontakte zu Giacometti und Seuphor, anschließend war er als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin tätig und siedelte 1976 ganz nach Italien über.
Dieses Jahr, 2019, würdigt eine Ausstellung im MKM Museum Küppersmühle in Duisburg Otto Hofmanns Schaffen.

Schätzpreis
€ 6.000   (US$ 6.779)


Nachverkaufspreis
€ 5.000   (US$ 5.649)


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Hone, Evie
Kubistische Komposition

Los 8073

Kubistische Komposition
Gouache auf Velin.
56,5 x 27,5 cm (Passepartoutausschnitt).
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Evie Hone".

Die souverän gestaltete kubistische Komposition rückt zwei stark abstrahierte Figuren ins Zentrum der Darstellung. Sie strahlt dank der stimmigen Farbgebung eine für Hones Schaffen charakteristische Ruhe und Harmonie aus. Die irische Malerin gilt als frühe Pionierin des Kubismus; seit den 1930er Jahren wandelte sich ihr Stil allmählich vom Kubismus zu einer expressionistischeren Gestaltungsweise, als sie ab 1937 zunehmend begann, religiösen Themen nachzugehen und sich immer mehr der Glasmalerei zuwandte. Ihre bekanntesten Werke sind Glasmalereien religiösen Inhalts.
Hone studierte an der Byam Shaw School of Art in London und anschließend bei Bernard Meninsky an der Central School of Arts and Crafts. Sie arbeitete unter André Lhote und Albert Gleizes in Paris und kehrte anschließend nach Irland zurück, wo sie bedeutenden Einfluss in der modernen Bewegung erlangte und eine der Gründerinnen der Irish Exhibition of Living Art wurde.

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.649)


Zuschlag
€ 5.000 (US$ 5.649)


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Gebürsch, Theo
Pariser Vorstadt (Belleville)

Los 8074

"Pariser Vorstadt (Belleville)"
Öl auf Leinwand. 1927.
49,3 x 35 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Rot mit dem Künstlersignet, datiert und bezeichnet "Paris", verso signiert "Theo Gebürsch", nochmals signiert und betitelt sowie mit der Pariser Künstleradresse und der Nummer "97329".

Allerlei Gestalten irrlichtern durch die nächtliche Pariser Vorstadt, die verschachtelten Häuser scheinen zum Teil nach hinten und dann wieder nach vorne zu kippen. Trotz der Dunkelheit leuchten die Fassaden in hellem Grün, Gelb, Blau und Rosa, feinfühlig nuanciert und mit schönem Kontrastreichtum zu einem ausbalancierten Farbgewebe gesponnen. Die Größe seiner Kunst "ist begründet in der vollkommenen Einheit Gebürschs mit der von ihm gestalteten Welt. Diese läßt nichts Gemachtes oder Gewolltes aufkommen. Alles darin ist an seinem unverwechselbaren Platz." (Walter Heist, in: Mainzer Bilderbogen, Mainz 1978).
Theo (später: Teo) Gebürsch reiste nach seinen Studien an der Düsseldorfer Kunstakademie und an der Akademie in München in den 1920er Jahren wiederholt nach Paris, wo er sich im Oktober 1929 an einer Ausstellung in der "Galerie de Marsan" beteiligte. Von 1929 bis 1943 ließ er sich in Berlin nieder und wurde hier Mitglied der Künstlervereinigung "Porza". 1936 wurden fünf seiner Holzschnitte auf der Leipziger Druckgraphik-Ausstellung beschlagnahmt, es folgte ein Ausstellungsverbot. Künftig setzte er sich mit dem Zeitgeschehen in den Zeitschriften "Koralle" und "Die Woche" satirisch auseinander. Fast alle seine Arbeiten verbrannten 1944 bei der Bombardierung Berlins.

Schätzpreis
€ 2.800   (US$ 3.163)


Zuschlag
€ 3.200 (US$ 3.615)


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Haupt, Karl Hermann
Der Trinker

Los 8076

"Der Trinker"
Öl auf Leinwand. 1925.
63 x 60 cm.
Unten links mit Pinsel in Rot signiert "K. H. Haupt", datiert und betitelt.

In scharf konturierte geometrische Elemente und Farbflächen zerlegt Haupt den achsensymmetrisch ins Bild gesetzten Kopf des Trinkers, die Augen humorvoll verdreht gezeichnet. Das Wort "Alkohol" zieht sich senkrecht von oben zu seinem rechten Auge hin. Von rechts greift eine schwarze, skelettierte Hand nach dem Antlitz, links neben dem Gesicht seitlich tanzen Flasche, halbvolles Weinglas und eine brennende Zigarrette in der Luft. Lust und Gefahr des Trinkens halten sich in der symmetrisch ausbalancierten Komposition die Waage. Der ebenmäßige Farbauftrag lässt die Struktur der Leinwand durchscheinen und unterstreicht, indem der Künstler keinen Pinselduktus erkennen lässt, die statische Balance des Gemäldes.
Der Einfluss der Bauhaus-Lehren zeigt sich deutlich in den wenigen erhaltenen Werken von Haupt aus den 1920er Jahren. Haupt studierte an der Kunstgewerbeschule in Halle/Saale Malerei und besuchte von 1923 bis 1924 am Bauhaus Kurse bei Josef Albers, László Moholy-Nagy, Paul Klee, Wassily Kandinsky und Walter Gropius. Er war Meisterschüler an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle sowie Teilnehmer der Theaterklasse. Als Maler war er in der Textilindustrie Krefeld tätig. 1931 bis 1934 folgte eine Ausbildung bei Johannes Itten an der Höheren Fachschule für Textile Flächenkunst in Krefeld. Haupt arbeitete bis 1938 als Musterzeichner bei den Vereinigten Seidenwebereien. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er Lehrbeauftragter an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee sowie Graphiker und Fotograf an der Akademie der Wissenschaften.

Provenienz: Whitford Fine Art London 2005 (mit deren Klebeetikett verso auf dem Rahmen)

Schätzpreis
€ 10.000   (US$ 11.299)


Zuschlag
€ 8.000 (US$ 9.040)


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Hertlein, Willi
Elegantes Paar

Los 8077

Elegantes Paar
Aquarell, Gouache und Bleistift auf Velin. Um 1930.
18,7 x 12,2 cm.

Hertlein hält das vornehme Paar im Profil beim Spazieren im Park fest. Die wenigen Blätter in erdigen Tönen künden bereits den Spätherbst an. Der Künstler setzt zudem das Mittel der Linie bewusst ein, um mit ihr einzelne Bildelemente zu konturieren oder Materialitäten, wie die Jacke der Dame, zu betonen. Reizvolle Gesellschaftsstudie in feinflächiger Farbgebung.

Schätzpreis
€ 700   (US$ 790)


Zuschlag
€ 2.400 (US$ 2.711)


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Hertlein, Willi
Flüchtiger Blick

Los 8078

Flüchtiger Blick
Aquarell, Feder, Gouache und Bleistift auf Velin. 1931.
20,7 x 14,2 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Willi Hertlein" und datiert.

Im Moment des Vorbeigehens erfasst Hertlein das Doppelporträt einer Frau und eines Mannes. Während der Blick der Frau streng geradeaus gerichtet und ihre Gesichtszüge konzentriert sind, durchbricht der Mann die strenge Fassade mit seinem aus dem Bild führenden, beiläufigen Blick. Einige vom Künstler gesetzte Farbakzente verleihen unserer Zeichnung ein reizvolles Kolorit.

Schätzpreis
€ 700   (US$ 790)


Zuschlag
€ 2.600 (US$ 2.937)


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Stamm, Elisabeth
Tulipes rouges

Los 8079

"Tulipes rouges"
Öl auf Leinwand. Um 1930.
56,5 x 45 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Stamm", verso auf dem Rahmen (von fremder Hand?) betitelt und mit der Nummer "845a", auf Klebeetikett bezeichnet.

Voll aufgeblühte rote Tulpen im Topf strahlen sternförmig aus den tiefgrünen Blättern hervor; der farblich zurückhaltendere Hintergrund greift die fließenden und spitzen Formen schön auf und trägt zur Lebendigkeit der Komposition bei. Die Schweizer Malerin und Graphikerin Elisabeth Elsa Stamm war in den späten 1950er Jahren Präsidentin der Schweizer Gesellschaft der Künstlerinnen (GSMBK-Gesellschaft Schweizerischer Malerinnen, Bildhauerinnen und Kunstgewerblerinnen).

Schätzpreis
€ 600   (US$ 677)


Zuschlag
€ 480 (US$ 542)


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Neugebauer, Rudolf
Kakteenstilleben

Los 8080

Kakteenstilleben
Öl auf Leinwand.
62,3 x 50,4 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Rudolf Neugebauer".

Komplex komponiertes Stilleben, das rund geschwungene und kantig-gerade Formen effektvoll verschachtelt. Im Kolorit ist es zurückhaltend und fein abgestimmt, die Kombination von Agave, Kaktus und Fächer zeigt den Künstler motivisch inspiriert von seinen Reisen in die Mittelmeerländer. Rudolf Neugebauer, Maler, Graphiker und Bildhauer, studierte an der Kunstgewerbeschule Elberfeld sowie an den Akademien in Berlin und München, zudem in Paris. Er unternahm Studienreisen nach Italien, Südfrankreich und Korsika; Ausstellungen hatte er in Münster, in Hamburg bei der Sezession und in Nürnberg. Mit der Holzschnittfolge "Erleben" von 1920 zeigte sich Neugebauer als Vertreter des bis etwa 1923 dauernden "Nachkriegsexpressionismus". Unter Verwendung von expressionistischen Stilmitteln der Vorkriegszeit, z.B. starke Schwarz-Weiß-Kontraste, überlängte Proportionen der Figuren und bizarre Formen, gestaltete er philosophische Inhalte oder auch Landschaften mit einem Pathos, das zeittypisch war. Auch einige Radierungen und die Hochätzungen gehören stilistisch und thematisch in diese Phase. Bald nach 1920 änderte Neugebauer seinen Stil. Vielleicht erfuhr er in Hamburg oder auf seinen Reisen in Mittelmeerländer neue Anregungen. Er gab die expressionistischen Elemente auf. Umrisszeichnungen ohne Flächenfüllung, weiche, gerundete oder einfache kubische Formen, in sich ruhende weibliche Akte, exotische Frauen und stille Landschaften bestimmten jetzt Stil und Themen seiner Graphik. Als "künstlerisch freischaffender Lehrer" wirkte er von 1933 bis 1945 am Lerchenfeld, jedoch wurde von den Nationalsozialisten seine Kunst als "entartet" diffamiert.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.033)


Zuschlag
€ 1.200 (US$ 1.355)


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Fuhrken, Fritz
Totenzug

Los 8081

Totenzug
Aquarell auf Velin. 1922.
23,8 x 30,8 cm.
Unten rechts mit Bleistift und unten links mit Pinsel in Blau signiert "F. Fuhrken" und datiert.

In expressiver Formensprache und leuchtendem Kolorit zeichnet Fuhrken den fast schon heiter wirkenden "Totenzug": Ein leuchtendgelber Sarg wird auf der Kutsche durch die hügelige Landschaft in Richtung des Friedhofes gefahren, der Kutscher rot gekleidet mit gelbem Hut, gefolgt von einem Spaziergänger in Rot und Grün. Der Hund spielt mit der Gans, drei Kinder spielen am Wasser, die Stadt im Hintergrund leuchtet in glühenden Farben, während der Himmel dunkel bewegt erscheint.
Fuhrken engagierte sich bereits als Jugendlicher für die Jugendbewegung und den Wandervogel und illustrierte das Fahrtenbuch mit Federzeichnungen. Seine ersten druckgraphischen Arbeiten waren noch ganz dem Jugendstil verpflichtet. Während des Ersten Weltkriegs war er als Kriegsfreiwilliger an der russischen Front und als Regimentszeichner im Einsatz. Er geriet in englische Kriegsgefangenschaft, wo er durch die inhaftierten Otto Nebel und Karl Tangerding mit dem expressionistischen Gedankengut, besonders des "Blauen Reiters", in Kontakt kam. Nach seiner Freilassung 1919 trat Fuhrken sein erstes Lehramt an einer Volksschule in Bremen an, wurde Mitglied des Bremer Künstlerbundes, des Nordwestdeutschen Künstlerbundes sowie der Künstlergruppe "Neuwerker" rund um Willy Menz. 1921 gründete er gemeinsam mit den ehemaligen Lagerkameraden Franz Bronstert und Georg Philipp Wörlen die Künstlergruppe "Der Fels", deren Werke stilistische Anklänge an Robert Delaunay und die Futuristen zeigen. 1922 wurden Reinhard Hilker und Carry Hauser als Mitglieder aufgenommen. Fuhrken besuchte Alfred Kubin und war von seinen geheimnisvollen, dunklen Arbeiten fasziniert. 1924 zog er nach Bremen. Eine lebenslange Freundschaft pflegte er auch zu Otto Modersohn und Fritz Stuckenberg. Zwischen 1925 und 1927 absolvierte Fuhrken ein Studium an der Kunstakademie in Kassel. 1939 wurde er einberufen und in Russland und Frankreich eingesetzt. Er litt unter den grauenvollen Kriegserlebnissen in Stalingrad und nahm sich 1943 bei Hesdin in Nordfrankreich das Leben.

Schätzpreis
€ 2.800   (US$ 3.163)


Zuschlag
€ 2.500 (US$ 2.824)



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