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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Katalog Vergessene Moderne » zur Kunstabteilung
Vergessene Moderne Auktion 113, Sa., 1. Juni, 11:00 Uhr


» Gesamter Katalog (Lose 8000 - 8119)

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Kapitel Vergessene Moderne (Lose 8000 - 8119) » Kapitelwahl

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Böhm, Emil
Beim Kartenspiel

Los 8051

Beim Kartenspiel
Gouache über Bleistift auf Velin.
26,2 x 18,9 cm.

Mit offenen Karten und leer getrunkenem Glas sitzt der Spieler am Tisch; es scheint als habe er seinen letzten Trumpf gezogen. Auf seinem linken Arm sitzen zwei kleine, wie zu Spielfiguren geschrumpfte Personen, die in gewisser Weise an die dem Gewissen zuredenden Engel und Teufel erinnern. Herrlich reizvolle Zeichnung Böhms, mit z.T. pastosem Farbauftrag.

Errata: Der Künstler ist Emil Boehm, Lebensdaten 1904-1996, München, entgegen den Angaben im Printkatalog.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 565)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 451)


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Böhm, Emil
Mädchen am Spieltisch mit Katze

Los 8052

Mädchen am Spieltisch mit Katze
Gouache und Bleistift auf Velin.
23 x 17 cm (Passepartoutausschnitt).

Emil Böhm studierte von 1888 bis 1891 Kunstgeschichte in München, 1891 an der privaten Kunstschule von Simon Hollósy und von 1891 bis 1901 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Johann Caspar Herterich, Paul Hoecker und Franz Defregger. 1899 reiste er zu Malstudien nach Venedig, 1902 nach Budapest und Thüringen, 1903 bis 1904 nach Florenz und Rom. Böhm wurde bekannt durch seine Kopien Alter Meister, u.a. nach Dürer, Tizian, Rubens und Tiepolo. Er war bis 1939 Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft (MKG).

Errata: Der Künstler ist Emil Boehm, Lebensdaten 1904-1996, München, entgegen den Angaben im Printkatalog.

Schätzpreis
€ 400   (US$ 451)


Zuschlag
€ 420 (US$ 474)


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Rabus, Carl
Die Heiligen Drei Könige

Los 8053

Die Heiligen Drei Könige
Öl auf Malpappe.
49 x 34,5 cm.

Die Heiligen Drei Könige in einer beinahe synchronen Neigungsbewegung nach rechts, hin zum im Bild nicht dargestellten Jesuskind. Expressionistische Darstellung von intensiver Farbigkeit und einer spitzwinkligen, beinahe kristallinen Formensprache.
Rabus studierte von 1916 bis 1918 an der Münchner Akademie der Bildenden Künste bei Angelo Jank und nahm 1920 an Ausstellungen bei Hans Goltz in München sowie in der Galerie "Der Sturm" in Berlin teil. Ab 1923 arbeitete er in Berlin als Buch- und Zeitschriftenillustrator für die Zeitschriften "Der Sturm" und "Jugend". Seine frühen Holz- und Linolschnitte weisen eine starke expressive Formensprache auf, die an Werke der Brücke-Künstler erinnert. Während der Berliner Zeit war er auch als Bühnenbildner für die Berliner Schaubühne tätig. 1927 kehrte er nach München zurück. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ging er 1934 nach Wien und stellte dort im Hagenbund, in der Galerie Würthle und in der Neuen Galerie aus. Nach dem Anschluss floh er nach Brüssel, wurde aber beim Einmarsch der Deutschen 1940 verhaftet und ins Internierungslager St. Cyprien in Südfrankreich gebracht. Er konnte fliehen, kam aber 1944 wieder in Haft und wurde ins Gefängnis nach Wien gebracht. Nach dem Krieg lebte er in Brüssel, bevor er sich 1974 in Murnau niederließ. Das Ende des Krieges bedeutete für Rabus eine künstlerische Zäsur, er wandte sich vor allem abstrakten Ausdrucksformen zu.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 677)


Zuschlag
€ 850 (US$ 960)


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Vollmer, Erwin
Segel im Morgen

Los 8054

"Segel im Morgen"
Öl auf Leinwand.
60,6 x 55 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Schwarz signiert "Erwin Vollmer", verso auf dem Keilrahmen nochmals signiert, betitelt und mit der Künstleradresse.

Leuchtende Farbkontraste von gelbgold strahlendem Morgenhimmel, blauem Meer und dem Rot von Segeln und Landschaft bestimmen die Komposition. Ein weicher, lockerer Duktus und leicht verschwommene Konturen tragen zu der friedlichen Stimmung der Szenerie bei. Vollmer entstammte einer norddeutschen Künstlerfamilie. Sein Großvater war der Hamburger Landschafts- und Marinemaler Adolph Friedrich Vollmer, sein Vater Johannes Vollmer war Architekt und sein Bruder der Kunsthistoriker und Herausgeber der Lexika Vollmer und Thieme-Becker. Vollmer studierte an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin-Charlottenburg bei dem Landschaftsmaler Paul Vorgang. Von 1904 bis 1908 folgte ein Studium an der Kunstschule Weimar bei Ludwig von Hofmann, Theodor Hagen, Sascha Schneider und Hans Olde. Vollmer fand in der kargen Lüneburger Heide eine seinem Wesen verwandte Landschaft und ließ sich in Rehlingen nieder. Dort malte er vor allem Landschaften im Spätherbst und Winter, aber auch Menschen bei der Arbeit. Ein ihn immer wieder beschäftigendes Thema war die menschliche Gestalt als Verkörperung seelischen Empfindens. Nach pointilistischen und impressionistischen Versuchen fand Vollmer in den 1920er Jahren zu einer expressionistischen Ausdrucksweise. Studienreisen führten ihn nach Finnland, 1935 an die Rega in Pommern, auch wiederholt zu Otto Illies in den Harz und zu Willy Preetorius nach Kreuth am Tegernsee. Unser Gemälde könnte in Finnland oder nahe der Regamündung an der Ostsee entstanden sein.

Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.355)


Nachverkaufspreis
€ 900   (US$ 1.016)


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Graf, Gottfried
Nach dem Bade

Los 8055

Nach dem Bade
Öl auf Leinwand. Um 1923.
121 x 70 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarz signiert "G. Graf", verso auf Klebeetikett typographisch bezeichnet und betitelt "Der Bademantel" sowie mit der Nummer "66".

Die Figur der badenden Frau links tritt klar hervor, umgeben von zersplitterten, geschichteten Farbflächen, die rechts weitere Frauengestalten andeuten. Die leuchtende Farbflächenarchitektur strahlt im Bildzentrum in warmen Rot- und Gelbtönen und wird zur Peripherie hin dunkler. Zersplitterte, kantig-geometrische Formen fügen sich zu einem Gerüst, in dessen Mitte die gerundete Frauenfigur mit ihrem abstrakt ornamentierten Bademantel sitzt. So sind die Figuren zwar weitestgehend geometrisch umgesetzt, Graf erlaubt sich bei der linken jedoch wenige weiche Formen, die anatomische Gegebenheiten wie Bein, Torso, erhobenen Arm und Kopf zwar mit einer starken Abstraktion der Umrisse, aber doch eindeutig figurativ schildern. Eine Räumlichkeit der Komposition entsteht aus der Farbperspektive, den Fluchtlinien und der Staffelung heraus, die Farbfelder in sich bleiben zumeist völlig flächig gestaltet. Zwischen 1921 und 1925 orientiert sich Graf zuvorderst an Albert Gleizes und dessen synthetischem Kubismus, den sein System der Flächenschichtungen in unserem Gemälde "Nach dem Bade" beispielhaft umsetzt.

Schätzpreis
€ 10.000   (US$ 11.299)


Zuschlag
€ 13.000 (US$ 14.689)


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Brokemchaw, Ferdinand
Stilleben

Los 8056

Stilleben
Öl auf Leinwand. 1933.
89 x 130 cm.
Unten links mit Pinsel in Weiß monogrammiert "FB" und datiert.

Drei klassische Stillebenelemente lassen sich erkennen: Gitarre, Glas und Schale. Die zahlreichen übrigen Bildgegenstände jedoch sind in ihrem hohen Abstraktionsgrad kaum dechiffrierbar. Das lebendig komponierte, von geschwungenen Linien und Flächen in Schwarz und abgetöntem Weiß dominierte Stilleben strahlt mit leuchtenden Farbakzenten in Primärfarben, die schön mit dem Kontrastreichtum des Gemäldes im Einklang stehen. Vorder-, Mittel- und Hintergrund sind schwer zu trennen; die Komposition scheint, von der hellen Tischfläche im Zentrum ausgehend, dynamisch in alle Richtungen zu streben.

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.824)


Zuschlag
€ 3.600 (US$ 4.067)


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Brokemchaw, Ferdinand
Liebespaar mit Gitarre

Los 8057

Liebespaar mit Gitarre
Öl auf Leinwand. Um 1935.
65 x 50 cm.
Oben links mit Pinsel in Schwarz monogrammiert "FB".

Auf hellgrünen Grund setzt Brokemchaw leuchtende Farben in pastosem Auftrag, die stilisierten Konturen sind zum teil schwarz gezeichnet, zum Teil in die feuchte Farbe gekratzt. Es entsteht eine elegant schwingende, abstrakt-figürliche Komposition von musikalischer Rhythmik. Verso auf der Leinwand ein Stempel des Farb- und Leinwandhändlers Lucien Lefebvre-Foinet, Paris.

Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.355)


Zuschlag
€ 1.000 (US$ 1.130)


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Boers, Willy
Stilleben mit Pfeife

Los 8058

Stilleben mit Pfeife
Öl auf Leinwand. 1954.
60,5 x 81 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Braun signiert "Willy Boers" und datiert.

Bücher und Spielkarten, Zwiebel, Vase und Pfeife kombiniert Boers auf dem einfachen Holztisch zu einem nüchternen Stilleben, im Stil der Neuen Sachlichkeit gemalt und in der Draufsicht wiedergegeben.
Willy Herman Friederich Boers brach die Schule ab, um Restaurator zu werden und wurde schließlich 1928 Maler. Seine frühen realistischen Porträts, Landschaften und Stillleben sind den stilistischen Merkmalen der niederländischen Neuen Sachlichkeit verhaftet. Bis 1940 war Boers Mitglied des "Haager Kunstkreises", von 1929 bis 1941 Mitglied der Künstlergruppe der "Unabhängigen". Während des Zweiten Weltkrieges schloss sich Boers kurzzeitig dem Futurismus an, um sich ab den 1940er Jahren gänzlich der Abstraktion zuzuwenden. 1945 beteiligte sich Boers bei der Ausstellung "Kunst in Freiheit", die zu der ersten und größten Ausstellung zeitgenössischer Kunst nach dem Krieg in den Niederlanden zählt. 1946 war er Mitbegründer der Künstlergruppe „Freie Bilder“ und 1950 der Gruppe "Schöpfung", die versuchten, abstrakte Kunst in den Niederlanden zu fördern. Boers unternahm viele Reisen nach Frankreich und stellte von 1948 bis 1951 mehrmals im Pariser Salon des Réalités Nouvelles aus. 1955 vollzog er einen erneuten stilistischen Wandel und widmete sich aufwendigen Collagen, die ab Mitte der 1960er Jahre den Einfluss der Pop Art zeigten. Bis zu seinem Tod 1978 schuf Willy Boers zahlreiche Werke, in denen er sich mit der amerikanischen Farbfeldmalerei auseinandersetzte.

Provenienz: Galerie de Potkachel Enschede (mit deren Klebeetikett auf der Rahmenrückseite)

Errata: Entgegen der Angabe im Printkatalog ist die Arbeit auf 1954 statt auf 1934 datiert.

Schätzpreis
€ 3.000   (US$ 3.389)


Zuschlag
€ 2.000 (US$ 2.260)


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Edelhoff, Albin
Stilleben mit Rose

Los 8059

Stilleben mit Rose
Öl auf Leinwand. Um 1930.
30 x 30 cm.

Vom Zentrum leicht nach rechts gerückt, arrangiert Edelhoff eine weiße Rose samt mehrblättrigem Stiel in einer grünen Glasvase vor einem schwarz-weißen Hintergrund. Der schlicht gehaltene, plane Hintergrund betont die klar konturierte Blüte, die vom Künstler im Stil der Neuen Sachlichkeit erfasst wird. Edelhoff ist als Blumen-, Stilleben-, Landschafts- und Porträtmaler bekannt, der seine Ausbildung in Berlin und Paris erhält. Nach einer expressionistischen Phase wendet er sich der Neuen Sachlichkeit zu. 1937 zieht er nach Köln in das Gelbe Haus, das als Atelierhaus der Stadt genutzt wird. In diesem leben und arbeiten u.a. Hubert Berke, Josef Mangold, Heinrich Hoerle und Toni May. Nach dem Zweiten Weltkrieg reist er nach Italien, Nordafrika, Griechenland und Frankreich.1965 zieht er, inzwischen mit Hildegard Blatt verheiratet, nach Rhaunen, wo er bis zu seinem Lebensende bleibt.

Schätzpreis
€ 1.000   (US$ 1.130)


Zuschlag
€ 3.800 (US$ 4.294)


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Feyerabend, Erich
Frau mit Rehen

Los 8060

Frau mit Rehen
Öl auf Leinwand. 1926.
80 x 31 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Rot signiert "EFeyerabend" und datiert.

Altmeisterlich akkurat zeichnet Feyerabend die junge Frau und ihr Begleittier, das zahme Reh, und stellt sie auf tiefdunkle schattige Wiesen. Im weit in die Tiefe gestaffelten, nahezu symmetrisch aufgebauten Hintergrund tummeln sich weitere Rehe, hinten in der Mitte erhebt sich mit weichem und zugleich steilem Schwung ein grasbewachsener Berg. Möglicherweise nimmt Feyerabend Bezug auf Cranach, die blauen Blumen im Bild hingegen verweisen auf die Romantik. Feyerabend studierte in Berlin an der Akademie der Bildenden Künste, u. a. bei dem Landschaftsmaler Kallmorgen, war als freischaffender Künstler und Graphiker von 1921 bis 1937 Mitglied in Verein Berliner Künstler und ab 1933 bis etwa 1945 Leiter der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Der Maler stellte in den 1930er und 1940er Jahren auf den großen Berliner und Münchner Kunstausstellungen aus. Sein künstlerischer Schwerpunkt lag jedoch auf dem Holzschnitt, der sein stilprägendes Medium wurde. Zwischen den Weltkriegen schuf er in dieser Technik Graphiken von Märchen und Sagen als Buchillustrationen. Seine Holzschnitte umfassen Porträts, Tierdarstellungen, Landschaftsmotive und panoramahafte Stadtansichten, die häufig Auftragswerke waren und heute großen dokumentarischen Wert besitzen.

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.824)


Zuschlag
€ 2.000 (US$ 2.260)



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