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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Lose im Nachverkauf

Katalog Gemälde Alter und Neuerer Meister » zur Kunstabteilung
Gemälde Alter und Neuerer Meister Auktion 112, Do., 29. Nov., 11.00 Uhr


» Gesamter Katalog (Lose 6000 - 6252)

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Hauptbild Beschreibung Status
Bosse, Abraham - Umkreis
Bordellszene: Holländisches Interieur mit Paar ...

Los 6000

Umkreis. Bordellszene: Holländisches Interieur mit Kavalier und Dame in Umarmung vor einem brennenden Kamin.
Öl auf Kupfer, verso parkettiert. 23,3 x 31 cm.


Schätzpreis
€ 3.000   (US$ 3.419)


Nachverkaufspreis
€ 2.000   (US$ 2.280)


Francken II, Frans - Werkstatt
Violine spielender Tod und Gelehrter

Los 6002

Werkstatt. Violine spielender Tod und Gelehrter.
Öl auf Kupfer. 30,3 x 24,1 cm.


Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.550)


Nachverkaufspreis
€ 6.000   (US$ 6.839)


Galerie Bassenge
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Spanisch
Christus am Kreuz bei Sonnenfinsternis mit knie...

Los 6004

17. Jh. Christus am Kreuz bei Sonnenfinsternis mit kniendem Stifter und Kardinal.
Öl auf Holz, parkettiert. 39,3 x 47,4 cm.

Scharf erhebt sich Christus' heller Körper wie von übernatürlichem Licht erfüllt vor dem finsteren Hintergrund der sich vollziehenden Sonnenfinsternis. Die hereingebrochene Dunkelheit wird nur vom intensiven Schein um den verdeckten Himmelskörper erhellt, das blutrote Licht wie ein Echo der Natur auf die sich vollziehende Tragödie. Der Künstler bedient sich der evangelischen Überlieferung, wonach mit dem Tod Christi die Dunkelheit von der sechsten bis zur neunten Stunde über die gesamte Erde hereinbrach. Das von starken Kontrasten gekennzeichnete Gemälde entstand vermutlich in Sevilla, wo der von Caravaggio entwickelte Tenebrismus eine ganz eigene koloristische Ausprägung erfuhr. Für diese Lokalisierung spricht auch das Viernagelkreuz, eine ursprünglich romanische Bildkonvention, bei der beide Füße des Erlösers von je einem Nagel durchbohrt sind. Die ikonographische Formel ist in Sevilla eng mit der Figur des Theoretikers und Malers Francisco Pacheco verknüpft, der sie in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in seinen eigenen Werken und Schriften propagierte. Der Typus wurde von namenhaften Künstlern aus seinem Schülerkreis wie Alonso Cano und Diego Velázquez aufgegriffen. In den klar und naturalistisch modellierten Figuren rezipiert unsere Tafel auch flämische Kunst, die im habsburgischen Spanien des 17. Jahrhunderts von Künstlern wie Anthonis van Dyck verbreitet wurde. Der rechts im Bild kniende Stifter mit kostbarem Gewand lässt einen hochrangigen Auftraggeber aus dem Klerus vermuten.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.560)


Nachverkaufspreis
€ 3.000   (US$ 3.419)


Galerie Bassenge
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Deutsch
Der hl. Hieronymus meditierend

Los 6005

1. Hälfte 17. Jh. Der hl. Hieronymus meditierend.
Öl auf Leinwand, randdoubliert. 45 x 34,5 cm.

Der Heilige Hieronymus (347-420) war Gelehrter und Theologe und zählt in der katholischen Kirche mit Ambrosius, Augustinus und Gregor dem Großen zu den vier Kirchenvätern der Spätantike. Er ist der Verfasser der Vulgata, der lange Zeit maßgeblichen lateinischen Bibelübersetzung. In der bildenden Kunst wird Hieronymus deswegen häufig als Gelehrter in seiner Studierstube dargestellt, den anderen Aspekt seiner Persönlichkeit als radikaler Asket stellt ihn auch oft als Eremit in der Einöde dar. Einen Schädel betrachtend und über die Vergänglichkeit sinnierend gilt er als ein Repräsentant der Vita contemplativa, die die Abkehr von den weltlichen Dingen und eine Hinwendung zu Gott verlangt. Eine frühere Zuschreibung des kleinen Andachtsbildes an Antonio Viladomat y Manalt (1678-1755) ist unseres Erachtens wenig stichhaltig.

Provenienz: Privatsammlung Spanien.

Schätzpreis
€ 4.500   (US$ 5.130)


Nachverkaufspreis
€ 3.500   (US$ 3.989)


Rottenhammer, Johann
Perseus und Andromeda

Los 6008

Perseus und Andromeda.
Öl auf Holz. 40,5 x 29,3 cm. Unten rechts signiert und datiert "Io. Rottenham[...] / 1613".

In einem anmutigen Bogen schmiegt sich der sinnliche Körper Andromedas an den Felsen, die angeketteten Arme verrenkt und den Blick verzweifelt gen Himmel erhoben. Erst auf den zweiten Blick wird man des Seeungeheuers gewahr, das links aus dem aufgewühlten Gewässer emporsteigt und dessen feurige Augen bereits den herannahenden Retter in der Gestalt von Perseus erfasst haben. Das kleinformatige Kabinettbild stammt von der Hand Hans Rottenhammers und ist durch die eigenhändige Datierung (1613) in das Spätwerk des Künstlers einzuordnen. Entstanden ist es, nachdem der Künstler sich 1606 im Anschluss an einen fünfzehnjährigen Aufenthalt in Italien in Augsburg niedergelassen hatte.
Rottenhammer war als 26-jähriger wie so viele Künstler seiner Generation Richtung Süden aufgebrochen, wo er sich mit Ausnahme eines kurzen Aufenthalts in Rom in den Jahren 1594/95, in Venedig niederließ. Zwischen 1591 und 1606 studierte er in der Lagunenstadt die Werke Tizians, Veroneses und Tintorettos und etablierte sich vor Ort mit einer florierenden Werkstatt, die erfolgreich den Markt für kleinformatige Kabinettbilder bediente, welche auf die Bewunderung von Malerkollegen und Kunstkennern stießen und von zahlkräftigen Kunden wie Kardinal Francesco Borromeo und Kaiser Rudolf II. begehrt waren.
Der Einfluss der venezianischen Erfahrung ist in Rottenhammers Werk und besonders in seiner farbmäßig feinfühligen Figurenauffassung nicht zu übersehen, doch entwickelt sich sein Stil gerade nach der Rückkehr in den Norden zu einem Manierismus internationaler Prägung weiter. Die Gegenüberstellung unseres Gemäldes mit einer Zeichnung aus seiner Frühphase (Dessau, Anhaltinische Gemäldegalerie) illustriert dies besonders prägnant: Ist auf der Dessauer Zeichnung der Körper der Andromeda in heftiger Bewegung erstarrt ist, wird die Dramatik im späteren Gemälde zugunsten einer eleganten, die Körperschwingung akzentuierenden Kontrapoststellung aufgegeben, bei der die innere Erregtheit durch Details wie das zart gearbeitete Gesicht und die unnatürliche Verrenkung des rechten Armes vermittelt wird. Die sinnliche Pose der Gefangenen ist inspiriert von einer 1583 entstandenen druckgraphischen Vorlage aus der Werkstatt von Hendrick Goltzius (Hollstein, after Goltzius, 507), wobei Rottenhammer das Zitat mit feinmalerischer Zartheit und einer konzentrierten Komposition exquisit anzureichern weiß.

Schätzpreis
€ 24.000   (US$ 27.359)


Nachverkaufspreis
€ 18.000   (US$ 20.520)


Galerie Bassenge
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Flämisch
Vanitasstillleben mit seifenblasendem Putto, Mu...

Los 6009

Mitte 17. Jh. Vanitasstillleben mit seifenblasendem Putto, Musikinstrumenten, Büchern, Schädel und Sanduhr.
Öl auf Holz. 71 x 57,8 cm (im Oval). Mit zwei englischen Galerie-Etiketten verso.

Die Darstellung eines nackten Putto oder Knaben mit Totenschädel findet Ende des 16. Jahrhunderts nördlich der Alpen in einem Kupferstich des Hendrick Goltzius (1558-1617) einen ersten, weitverbreiteten Höhepunkt. Vermutlich vermittelt er dabei in Italien, wahrscheinlich bei Agostino Carracci Gesehenes. Die auf dem Goltzius-Stich gestellte Frage "Quis evadet" (Wer kann entrinnen?) wird auch durch die äußerst kurzlebigen Seifenblasen aufgegriffen, ein schon in der Antike z.B. bei Petronius gebrauchtes Bild des Homo Bulla, des Menschen als Seifenblase. Für die große Beliebtheit des Themas im 17. Jahrhundert finden sich viele Beispiele, so unter anderem in der flämischen Malerei (z.B. bei Otto van Veen), den Niederlanden (Rembrandt, Jan Lievens oder auch Caspar Netscher), als auch über die Rembrandt-Schule nach Deutschland vermittelt im Werk des Jürgen Ovens.

Provenienz: Privatsammlung Spanien.

Schätzpreis
€ 9.000   (US$ 10.260)


Nachverkaufspreis
€ 9.000   (US$ 10.260)


Heimbach, Wolfgang
Elegantes Paar in einem Interieur beim Speisen

Los 6010

Umkreis. Elegantes Paar in einem Interieur beim Speisen, im Hintergrund ein schlafender Kavalier von einer Magd geneckt.
Öl auf Leinwand, doubliert. 61 x 80 cm. Auf dem Stuhl rechts unleserlich signiert und datiert "R[...] fecit 165[.]".


Schätzpreis
€ 4.800   (US$ 5.471)


Nachverkaufspreis
€ 4.500   (US$ 5.130)


Nürnberger Schule
Bildnis einer Nürnberger Patrizierin mit dreire...

Los 6013

1608. Bildnis einer Patrizierin aus der Familie Imhof im schwarzen Kleid mit dreireihiger Kette mit Anhänger, links im Hintergrund das Familienwappen mit dem Seelöwen.
Öl auf Kupfer. D. 9,5 cm. Rechts im Hintergrund bez. "AETATIS 56 / ANNO 1608".

Beigegeben ein weiteres Portrait aus dem Jahr 1602 mit dem "Bildnis eines jungen Mannes aus der Augsburger Familie Imhof im Alter von 21 Jahren" (Öl auf Kupfer. D. 4,7 cm. Entlang des äußeren Randes bez. und datiert "Christlich Leben und selligclich sterben . AEtat 21 . Anno 1602: ").

Schätzpreis
€ 800   (US$ 911)


Nachverkaufspreis
€ 600   (US$ 683)


Gascard, Henri
Bildnis des Louis-Alexandre de Bourbon, Comte d...

Los 6025

Bildnis des Louis-Alexandre de Bourbon, Comte de Toulouse.
Öl auf Kupfer. 21,7 x 16,3 cm. Um 1685.

Louis-Alexandre de Bourbon, Comte de Toulouse (1678 Versailles - Dezember 1737 Rambouillet), Herzog von Damville, Penthièvre, Châteauvillain und Rambouillet, war ein legitimierter Sohn Ludwigs XIV. und seiner Maîtresse Françoise-Athénaïs de Rochechouart de Mortemart, Marquise de Montespan. 1683 im Alter von nur fünf Jahren wurde Louis-Alexandre zum Admiral von Frankreich und zum Ritter des Ordens vom Heiligen Geist ernannt.

Schätzpreis
€ 9.000   (US$ 10.260)


Nachverkaufspreis
€ 8.500   (US$ 9.690)


Flegel, Georg
Stillleben mit Kapaun, Austern und Artischocke

Los 6026

Stillleben mit Kapaun, Austern und Artischocke.
Öl auf Rotbuchenholz. 32,5 x 49,7 cm. Um 1635.

Als Meister in der Schilderung unbelebter Gegenstände ist Georg Flegel einer der bedeutendsten Stilllebenmaler des frühen 17. Jahrhunderts. Die Entstehung des vorliegenden Gemäldes fällt in die Zeit um 1635. Hierfür spricht die farblich reduzierte, einem Nachtstück ähnelnde Palette mit dunklen, braunen und graugrünlichen Farben, die etwa auch in Flegels Gemälde "Große nächtliche Mahlzeit" Verwendung fand (Wettengl Wvz. 25). Auch der Bildaufbau, der von der dichten Drängung, der starken Betonung der Diagonalen und einer leichten Aufsicht bestimmt wird, sind charakteristisch für Flegels Werk in den 1630er Jahren. Hervorragende Vergleichstücke sind die Stillleben „Frühstück mit einem Rechaud“ (Wettengl Wvz. 21) oder „Große Mahlzeitdarstellung“ (Wettengl Wvz. 55). „Bewusst entschloss sich Georg Flegel in diesem Werk im Vergleich zu anderen Stillleben des Künstlers - zu einer Einschränkung in der Darstellung luxuriöser Gegenstände. Bei der Frage nach Flegels Kriterien der Auswahl von Motiven und deren Zusammenstellung spielen zeitgenössische Vorlieben in privilegierten Haushalten für Speisen und Güter eine wichtige Rolle. Gleichzeitig ist für Flegels Motivwahl die damals selbstverständliche Kenntnis humoralmedizinischer Vorstellungen über die Ernährung - die bis in die damalige Kochbuchliteratur einging - wichtig. Die Zeichen des Wohlstandes bilden mit jenen Bedeutungen, die sich aus den damaligen Alltagswissen um die Dinge ergeben, komplexe Sinnschichten, die aus der Verbindung mit jenen Bedeutungen der Dinge entstehen, die den exegetischen und emblematischen Symbolkonventionen resultieren. Für die Zeitgenossen Flegels boten Mahlzeitstillleben wie dieses deshalb nicht nur ästhetischen Genuss, sondern zugleich eine Vielfalt möglicher Konnotationen und ein durchaus moralisierende Bedeutungsgewebe, das wir heute oftmals nur schwerlich entziffern können. Die Erforschung tiefere Sinnschichten steht für dieses „Stillleben mit Kapaun, Austern und Artischocke“ noch aus. Das bekannte Motiv der Fliege jedoch kehrt auf zahlreichen Werken des Künstlers wieder und ist als Hinweis auf die Vergänglichkeit all jener irdischen Genüsse zu verstehen, die hier mit größter Sinnlichkeit und an den Geschmackssinn appellierend dargestellt sind“, so Prof. Kurt Wettengl, Dortmund in seinem Gutachten vom 7. Oktober 2011 (liegt als Kopie vor).

Schätzpreis
€ 60.000   (US$ 68.400)


Nachverkaufspreis
€ 60.000   (US$ 68.400)



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