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Katalog Gemälde Alter und Neuerer Meister, Rahmen » zur Kunstabteilung
Gemälde Alter und Neuerer Meister, Rahmen Auktion 114, Do., 28. Nov., 11.00 Uhr


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Los 6035 Schröder, Johann Heinrich
Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemis...
Verkauft
6035)

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Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemisenkleid mit weißem Turban.
Pastell. 51,5 x 43 cm. Verso auf der Rückabdeckung ein altes Klebeeticket "827. Friederike v. Mecklbg. Strel. / Königin von Hannover" sowie ein Inventaretikett der königlichen Sammlung im Schloss Marienburg bei Hannover. Um 1800.

Als die mecklenburgische Prinzessin Luise 1793 als Verlobte des preußischen Kronprinzen in Berlin ankam, war der Grundstein zu ihrer bis heute anhaltenden verklärten Popularität, ja kultischen Verehrung, gelegt. Allzu oft überstrahlt der Mythos jedoch die Wirklichkeit. Denn über ihren fesselnden Charme hinaus, zeichnete sich Luise ihrem zaudernden, uneinsichtigen Manne zum Trotz als bemühte, weitsichtige Politikerin aus. In den Jahren napoleonischer Expansion und preußischer Zögerlichkeit setzte sie sich entschieden für ein Bündnis mit Russland und Österreich ein, suchte und verhandelte mit Bundesgenossen und förderte besonders nach der schmachvollen Niederlage Preußens maßgeblich fortschrittliche Reformer.
Aufgrund ihrer Schönheit, ihrem Liebreiz und tugendhaften Weiblichkeit entbrannte über alle Stände hinweg eine große Nachfrage nach Porträts. Am Hofe erkannte man, dass sich mittels einer gesteuerten Bildproduktion die Außenwirkung des preußischen Königshauses beeinflussen ließe. Einfache, lebensnahe Inszenierungen und der Verzicht auf Herrschaftszeichen sollten das Bild einer bürgernahen, progressiven Monarchie zeichnen. Unzählige Künstler konkurrierten um Sitzungen bei der jungen Schönheit. Als besonders erfolgreich stach der Meininger Maler Johann Heinrich Schröder hervor, der Luise zwischen 1796 und 1806 mindestens fünfmal porträtierte und in der Folge diese Bildnisse mehrmals wiederholte (vgl. Spangenberg 1995, S. 56f, Kat. 251-268; Gerrit Walczak: „Luise von Preußen und ihre Porträtisten: Kunstmarkt, Hof und Publikum in Berlin um 1800“, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch, 65 (2004), S. 229). Ihren Höhepunkt erreichte Schröders Produktion in den Jahren 1799 und 1800. Von dem vorliegenden Werk sind insgesamt vier eigenhändige Fassungen überliefert: Neben unserem Pastell aus der Sammlung des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg, finden sich die weiteren in Berlin (Schloss Charlottenburg, SSGPS, GK I 41250, vgl. Spangenberg Kat. 265), Utrecht (Huis Doorn, HuD 74, vgl. Spangenberg Kat. 264) sowie ehem. im Weimarer Wittumspalais (vgl. Spangenberg Kat. 267). Die samtige Wirkung des Pastells nutzte der Porträtist, um die ebenmäßige Feinheit und Frische von Luises Antlitz wiederzugeben. Mit weichen Konturen, jedoch stets klar umrissen, hält er die Königin im Dreiviertelprofil im weißen Empirekleid mit blauem, goldbesticktem Mittelstreifen fest. Eine einprägsame Requisite stellt der weiße Turban mit herabfallenden, schalartigen Stoffbahnen dar, der bis auf wenige Stirnlocken ihr Haar bedeckt. Die Schals mit perlenbesetzten Fransen verlaufen in den anderen Fassungen parallel zum blauen Mittelstreifen des Kleides, nur in unserem Exemplar löst Schröder die streng-vertikale Komposition durch das geschickte Aufraffen der linken Bahn auf. Das lockere Ergreifen des feinen Stoffes mit der linken Hand verleiht Luises Pose eine gezierte Natürlichkeit, die jene der anderen Fassungen übertrifft.

Provenienz: Aus der Sammlung des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg, später königliches Haus Hannover, Schloss Marienburg, Zimmer 72, Inv.-Nr. 409 (vgl. Inventaretikett verso).
Seitdem durch Erbübergang in Familienbesitz verblieben.

Literatur: Alexander Dorner: Hundert Jahre Kunst in Hannover, München 1932, S. 56, die Dargestellte dort fälschlicherweise als Luises Schwester Therese Fürstin von Thurn und Taxis bezeichnet.
Marieluise Spangenberg: Der Meininger Porträtmaler Johann Heinrich Schröder: (1757 - 1812). Monographie und Werkverzeichnis, Meiningen 1995, Kat. 268.
Neil Jeffares: Dictionary of pastellists before 1800. Online Edition (zuletzt aktualisiert am 26. August 2019), Kat. J.665.1558.

Schätzpreis
€ 24.000   (US$ 26.400)


Zuschlag
€ 20.000
(US$ 22.000)
(GBP 17.800)
(CHF 22.000)


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