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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Katalog Gemälde Alter und Neuerer Meister » zur Kunstabteilung
Gemälde Alter und Neuerer Meister Auktion 111, Do., 31. Mai, 11.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Zwintscher, Oskar
Bildnis der Frau des Künstlers im Hamsterpelz

Los 6231

Bildnis der Adele Zwintscher im Hamsterpelz.
Öl auf Leinwand. 89 x 63 cm. Oben links monogrammiert und datiert "OZ 1914".

Frau, Geliebte, Muse und Modell - was Saskia für Rembrandt war, das war Adele für Oskar Zwintscher. Zwischen 1894 und 1916 verewigte der Maler seine Frau in nicht weniger als fünfzehn Gemälden. Nach Abschluss seines Studiums an der Dresdner Kunstakademie war Zwintscher 1892 nach Meißen gezogen, hatte die Zwanzigjährige dort kennengelernt und im September 1898 geheiratet. Adele Ebelt (1872-1940), Tochter eines Meißner Handwerksmeisters, war eine feenhafte Erscheinung von außergewöhnlicher Schönheit, groß gewachsen, dabei von schmaler und feingliedriger Statur. In einem 1913 erschienen Aufsatz erinnert sich der Kunstkritiker und Schriftsteller Franz Serveas: „Gegen Ende der neunziger Jahre besuchte ich Oskar Zwintscher in Meißen. Hoch oben auf der alten Burg, in ein paar unwahrscheinlich kleinen Stübchen, hauste der noch nicht Dreißigjährige mit einer blutjungen Gattin, einem zarten, elfenhaften Geschöpf, in einer um die Schlosskirche zusammengenisteten, ziemlich proletarischen Siedlung ... . Ich merkte bald, dort oben hockte die Armut. Aber so dürftig alles wirkte, was ich sah, nirgends fehlte ein Stückchen Sonne, und über dem ganzen lag etwas wie Verklärung."1 In dieser Zeit, im Jahr 1897, wenige Monate vor der Vermählung entsteht das frühe „Bildnis von Adele Zwintscher geb. Ebelt als Braut" (Städtische Kunstsammlung Chemnitz). Darauf sieht man die Fünfundzwanzigjährige mit "großen Märchenaugen" (Franz Serveas) und scheuem Blick auf einer Blumenwiese. Über ihr wölbt sich der strahlend blaue Himmel. Ein kleiner Bach im Wiesengrund, Birken und symbolträchtige Schmetterlinge, Sinnbilder der Seele, ergänzen die froh gestimmte Szenerie.2 Kaum zwanzig Jahre später datiert unser Bild aus dem Jahr 1914. Die Dargestellte ist nicht mehr das junge Mädchen von einst, sie ist eine Standesperson, Gattin eines nunmehr allseits anerkannten Malers und Professors der Dresdner Kunstakademie. Gehüllt in einen weiten Mantel aus Hamsterpelz sitzt Adele Zwintscher wohl zum Ausgehen bereit auf einem Armlehnstuhl. Das ungewöhnliche Requisit des Hamsterpelzes findet sich bereits auf dem mit "Gold und Perlmutter" betitelten Portrait von 1909 (Städtische Kunstsammlung Chemnitz), das Adele als Akt auf einem Diwan ruhend zeigt. Das Perlmuttkästchen und das goldene Geschmeide, die für das Gemälde titelgebend waren, vermitteln in Verbindung mit der Hamsterpelzdecke den Eindruck von Extravaganz und Opulenz.3 Auch bei unserem Portrait dient der aus kleinen Nagerfellen zusammengenähte Mantel und der mit einer ausschweifenden Straußenfeder geschmückte Hut als Verweis auf die mondäne Welt, der sich Adele Zwintscher zugehörig fühlte. In dieser Hinsicht entspricht das Bildnis den klassischen Stilportraits des Fin de Siècle. Irritierend ist jedoch der in die Ferne gerichtete Blick und das blasse Inkarnat der Portraitierten. Die Haut erscheint wie Pergament, die Hände sind von bläulich schimmernden Adern durchzogen, und auch im Gesicht zeichnen sich dunkle Schatten unter den Augen ab. Adele Zwintscher ist dünnhäutig. Fast wirkt es so, als fröstele sie, denn mit der rechten Hand scheint sie den Mantel noch enger um ihren Körper ziehen zu wollen. Das Portrait vermittelt den Eindruck düsterer Vorahnung. Möglicherweise sind es die Sorgen Adeles um ihren Mann, der - bereits seit Kindheitstagen von schwacher Konstitution - keine zwei Jahre später, am 11. Februar 1916, im Alter von nur 46 Jahren in Loschwitz stirbt. Im Reigen der Adele-Bildnisse Oskar Zwintschers sollte unserem Gemälde nur noch eines folgen: Das unvollendet gebliebene, in den letzten Lebensmonaten entstandene „Bildnis der Gattin des Künstlers in rotem Kleid mit Schmetterling“ (Privatbesitz). Eine Andeutung von Apathie, Resignation und Mattheit ist in diesem letzten Portrait zu spüren. Vor einer kalkweißen Wand plaziert, den rechten Arm auf die Stuhllehne gelegt, geht Adele Zwintschers Blick ins Leere. Auf Kopfhöhe ein gerahmter Schmetterling, seit alters her Symbol der Vergänglichkeit und Wiedergeburt. Damit schließt sich der Kreis der Portraits von Adele - bildhafte Zeugnisse einer besonderen Liebesbeziehung, die auch in unserem Portrait von 1914 in einzigartiger, ja fast verklärter Weise, zum Ausdruck kommt.
1 Franz Servaes: Oskar Zwintscher, in: Velhagen & Klasings Monatshefte, Jg. 27, Bd. II, 1913, S. 75 ff.
2 Vgl. Rolf Günther: Oskar Zwintscher 1870-1916. Freital (1999).
3 Günther, S. 35.



Ausstellung: Dresden, Sächsischer Kunstverein: Oskar Zwintscher Gedächtnis-Ausstellung. April/Mai 1916.


Literatur: Ausst. Kat. Oskar Zwintscher Gedächtnis-Ausstellung. Sächsischer Kunstverein zu Dresden. April/Mai 1916, S. 29, Nr. 89 ("Bildnis der Gattin des Künstlers in Hamsterjacke").
Rolf Günther: Oskar Zwintscher 1870-1916. Leben und Werk mit dem Werkverzeichnis der Gemälde. Freital 1999, Nr. 120.

Schätzpreis
€ 35.000   (US$ 40.250)


Zuschlag
€ 105.000 (US$ 120.749)


Schneider, Sascha
Krieger mit zwei Schwertern, verso: Stehender A...

Los 6232

Krieger mit zwei Schwertern, verso: Stehender Athlet mit Stab in beiden Händen.
Mischtechnik auf Leinwand. 220 x 135 cm. Unten rechts monogrammiert und datiert "S.S. 1915".

Das auf beiden Seiten gestaltete Gemälde „Krieger mit zwei Schwertern“, bzw. verso: „Stehender Athlet mit Stab in beiden Händen“ entstand aller Wahrscheinlichkeit nach im Zusammenhang mit Schneiders Werkzyklus der „Kriegergestalten und Todesgewalten“, worauf auch die Datierung von 1915 hinweist. Die Kohlezeichnungen, die Schneider als Buch im Verlag Breitkopf & Härtel sowie als Mappenpublikation bereits 1915 publizierte, enthielt 24 bzw. eine Auswahl von 6 Abbildungen der Werke. Das hier angebotene Gemälde wurde von Schneider wahrscheinlich zusammen mit den Originalen präsentiert, was er brieflich an Professor Heinrich Gerlach festhielt, auf dessen Initiative hin Schneider große Wandbilder in der Universität Jena geschaffen hatte.1
Die Buch- und Mappenpublikation waren nämlich nicht die einzigen Wege, die Kriegergestalten dem Volk nahe zu bringen. Schneider plante Ausstellungen, die den ursprünglichen Gedanken eines Kunstwerkes von monumentalen Ausmaßen nahe kam: „Das Buch wird allgemein gut aufgenommen. Mit Breitkopf u. Härtel, denen alle Originalzeichnungen gehören, plane ich Vorführungen der Blätter durch grosse Lichtbilder, die in dem Format der ursprünglichen Conception nahe kommen. Die Gestalten sind in der Grösse der Jenaer Wandbilder gedacht. Eine Probe in Leipzig ergab ein günstiges Resultat, die Presse besprach einstimmig gut. Wir wollen die Sache noch weiter ausreifen und dann die Vorführungen über ganz Deutschland gehen lassen. Unterdessen findet hier in den Ihnen bekannten Räumen von Arnold wieder eine Ausstellung statt: meine neuesten opera. Die 24 Blatt des Buches und noch 6 lebensgroße Kriegergestalten. Auch diese Ausstellung ist sehr schön besprochen worden.“2 Mit den „Jenaer Wandbildern“ sind die „Fackelträger der Wissenschaft“ an der Universität Jena gemeint. Sie waren von Schneider zwei Mal ausgeführt worden. Das erste Mal 1908, dann nach einer vorangegangenen Zerstörung noch einmal 1917.3 Die Vorführungen der „Kriegergestalten“ mit Diaprojektionen, Musik und vorgetragenen Versen F. A. Geisslers waren „zu einem geschlossenen Ganzen gestaltet“ und als multimediales und einfach zu reproduzierendes Konzept nicht für Museen, sondern vor allem für Privatveranstaltungen und öffentliche Gebäude wie Bibliotheken gedacht.4 Die Vorführung begann mit dem Einspielen des Trauermarsches aus Richard Wagners (1813-1883) Götterdämmerung (UA 1876).5 Darauf wurde der Vorspruch verlesen, nach dem die ersten sieben Blätter des Zyklus groß projiziert wurde. Jedem der Blätter waren eigene Verse zugeordnet, die passend zu den Projektionen vorgelesen werden sollten. Einem Beilagezettel der Buchpublikation war zu entnehmen, dass die Glasdias unmittelbar vom Verlag oder über Buchhandlungen leihweise zur Verfügung gestellt werden sollten, während die Dichtung und die Musik käuflich zu erwerben seien.6 Des Weiteren bestand der Künstler darauf, die Einnahmen nicht dem Roten Kreuz, sondern dem Roten Halbmond zukommen zu lassen. Dieser Wunsch könnte, auch in Zusammenhang mit Projektion als Medium, im Andenken an Karl May geäußert worden sein, dessen Pazifismus stets den Wunsch nach Völkerverständigung mit sich trug.7
Zusätzlich hatte Schneider noch fünf monumentale Kriegerfiguren in Tempera und Öl geschaffen, die alle in der Galerie Arnold in Dresden im Oktober und November 1915 mit ausgestellt wurden. Der Schluss liegt nahe, dass es sich bei dem hier gezeigten Werk um eine dieser Kriegerfiguren handelt.
Christiane Starck

1 Starck, Christiane: Sascha Schneider. Ein Künstler des deutschen Symbolismus. Diss. Philipps-Universität Marburg, Marburg 2016 S. 100-101. Werkkatalog Nr. G 115.
2 Schneider an Gerland, 01.11.1915. Privatbesitz. Heinrich Gerland war Professor für Jurisprudenz an der heutigen Friedrich-Schiller-Universität in Jena und ein Mäzen und Freund Schneiders.
Schneider hielt das durch den Krieg zwangsläufig getrennte Ehepaar Gerland beide auf dem Laufenden: „Einstweilen arbeite ich - angeregt und aufgeregt durch die Berichte an etwas - ich will gestehen: einem Cyklus, - der hoffentlich dem Tone unserer gewaltigen Zeit einigermassen gerecht werden möge.“ Schneider an Eva Gerland, 20.11.1914. Privatbesitz.
3 Starck 2016, S. 260. Vgl. auch Werkkatalog Nr. G 094 und G 123.
4 Beilage des Verlages Breitkopf & Härtel zu Kriegergestalten und Todesgewalten 1915.
5 Beiblatt zu Kriegergestalten und Todesgewalten mit Programm und Volltext der Dichtungen, Privatbesitz.
6 Beilage des Verlages Breitkopf & Härtel zu Kriegergestalten und Todesgewalten 1915.
7 Schneider an Hardenberg, 16.07.1915. Hardenberg-Archiv.

Provenienz: Aus dem Nachlaß des Künstlers.
Privatsammlung Niedersachsen.

Literatur: Christiane Starck: Sascha Schneider. Ein Künstler des deutschen Symbolismus. Marburg 2016, Werkkatalog Nr. G 115 (auf CD Rom).

Schätzpreis
€ 15.000   (US$ 17.250)


Nachverkaufspreis
€ 12.000   (US$ 13.799)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Wöhler, Hermann
"Die Rose welche hier dein äusseres Auge sieht..."

Los 6233

"Die Rose welche hier dein äusseres Auge sieht...": Pentagramm vor einer flammenden Rose.
Öl auf Leinwand. 99,7 x 99,5 cm. Unten rechts monogrammiert und datiert "19 HW (ligiert) 27".


Schätzpreis
€ 3.000   (US$ 3.449)


Zuschlag
€ 6.000 (US$ 6.899)


Scholz, Richard
Perseus und Medusa

Los 6234

Perseus und Medusa.
Öl auf Leinwand. 147 x 230 cm. Rechts unten signiert "Rich. Scholz".

Richard Scholz war der Sohn des bekannten Komponisten und Theaterdirektors Bernhard Scholz und studierte unter Ernst Hildebrand von 1877 bis 1880 an der Kunsthochschule in Karlsruhe. Großen Einfluss auf seine Arbeiten hatte vor allem das Werk seines Freundes Karl Gussow, den er kennenlernte, nachdem er 1880 mit seinem Lehrer Ernst Hildebrand an die Berliner Kunstakademie gewechselt war. Nach einigen erfolgreichen Jahren als Portraitist in Dresden ging er 1898 nach München, wo er später auch als Professor an der Kunstakademie tätig war. Scholz war mit seinen Gemälden regelmäßig mit großem Erfolg auf den großen Ausstellungen seiner Zeit vertreten, darunter der Großen Berliner Kunstausstellung und den Münchner Glaspalastausstellungen. Das vorliegende Gemälde ist ein monumentales Hauptwerk des Künstlers, in dem seine Nähe zu den symbolistischen Tendenzen seiner Zeit auf eindrucksvolle Weise immanent wird. Verso auf dem Keilrahmen mit dem Ausstellungsetikett der Großen Berliner Kunstausstellung.

Errata: 147 x 230 cm

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.600)


Zuschlag
€ 4.200 (US$ 4.830)


Ivanowski, Sigismund de
Die Bildhauerin Caroline Peddle Ball in ihrem A...

Los 6235

Die Bildhauerin Caroline Peddle Ball in ihrem Atelier in Westfield, New Jersey.
Öl auf Leinwand, doubliert. 104 x 145 cm. Um 1905-1910.

Caroline Peddle Ball (1869 Terre Haute, Indiana - 1938 Harwington, Connecticut) erhielt ihre bildhauerische Ausbildung an der Pennsylvania Academy of Fine Arts und später an der Art Students' League in New York, wo sie unter Kenyon Cox und Augustus Saint-Gaudens studierte. In den 1890er Jahren bereiste die Künstlerin Europa und verbrachte einige Jahre in Paris, wo sie den Auftrag für die Statue "Victory" für den amerikanischen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 erhielt. 1902 kehrte sie in die Vereinigten Staaten zurück, wo sie ihren Cousin Betrand E. Ball im Oktober 1902 heiratete und mit ihm 1904 nach Westfield, New Jersey zog. Hier, in ihrem Atelier in Westfield entstand das eindrucksvolle Portrait der Künstlerin von der Hand Ivanowskis. Der aus der Ukraine gebürtige Ivanowski dürfte Caroline Peddle Ball bereits in Paris kennengelernt haben, wo er von 1897-98 an der Académie Julian u.a. bei Benjamin Constant studierte. Ivanovski war ebenfalls 1902 in die USA gegangen und hatte sich direkt in Westfield in New Jersey niedergelassen. Vielleicht war auch er der Grund dafür, dass Caroline Ball ebenfalls dorthin zog.
Das mit breitem Pinselstrich virtuos gemalte Werk wirkt nicht wie ein klassisches Künstlerportrait. Die Dargestellte, sitzend, den Körper zur Seite gedreht und den Kopf auf eine Hand gestützt, erscheint in Gedanken abwesend. Obwohl vor ihr eine Bronzestatuette steht, über die sie kontemplieren könnte, scheint sie sich doch existentielleren Fragen hinzugeben.
Verso auf dem Keilrahmen mit der Zusicherung David Scott Perrys, dem Enkel von Sigismund de Ivanowski, dass es sich um ein Werk des Künstlers handelt.

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.625)


Nachverkaufspreis
€ 6.800   (US$ 7.819)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Steppes, Edmund
Wiesenquelle

Los 6236

Wiesenquelle.
Öl auf Holz. 58,6 x 80 cm. Signiert und datiert unten rechts "Edm. Steppes/1920". Verso eigenhändig vom Künstler in Bleistift bezeichnet, signiert und datiert "Wiesenquelle"/1920/Edmund Steppes/München/Franz-Joseph-Str.27", sowie mit einem Stempel des Stuttgarter Kunsthauses Fischinger.

Nach einem kurzen Aufenthalt an der Münchener Kunstakademie beschließt der 22-Jährige Edmund Steppes sich autodidaktisch weiterzubilden. Rasch schließt er Freundschaft mit Kollegen wie Emil Lugo und Albert Lang, dem Direktor der Neuen Pinakothek Adolf von Bayersdorfer und Hans Thoma. Ab 1897 stellt er regelmäßig in der Secession aus, ab 1902 kaufen Museen die ersten Gemälde. Ab 1910 widmen sich zahlreiche Einzelpräsentationen seinem Werk, er stellt aber auch international (Österreich, Ungarn) aus. Öffentliche Sammlungen und Museen wie die Staatsgalerien in Stuttgart und München, das Lenbachhaus, die Nationalgalerie Berlin und viele andere kaufen seine Werke. 1927 verleiht ihm das Bayrische Kultusministerium den Professorentitel. Steppes widmete sich zeitlebens der Landschaftsmalerei. Als junger Maler, alles akademische ablehnend, sieht er sich dem Ideal einer tiefsinnigen, geistigen, deutschen Kunst verpflichtet, zu denen Mitte der 1890er Jahre sowohl Hans Thoma als auch Arnold Böcklin gelangten. Von größter Bedeutung waren für ihn auch immer Fragen der Maltechnik, der Farbenwahl und des Handwerklichen überhaupt, was ihn in späteren Jahren in schroffen Gegensatz zu den Expressionisten brachte. In seinem 1907 erschienenen maltechnischen Buch Die deutsche Malerei, in dem er sich vom Impressionismus distanziert, schwärmt er von den "echt deutschen Merkmalen in der Kunst wie Phantastik, innige Liebe zur Natur, Betonung der charakteristischen, poetischen Kraft". Das vorliegende Gemälde gehört zu einem in den Jahren 1917 bis 1921 entstehenden Werkkomplex, dessen Eigenart schon Steppes‘ Zeitgenossen erkannten: „Die Bäume stehen groß und stumm wie Schatten; sie rauschen nicht und keine Vögel singen aus ihren Zweigen. Gespenstische Himmel hängen darüber. Wie [...] Fetzen jagen zuweilen abendliche Wolken zerfasert durch die Luft.“ (G. J. Wolf: Edmund Steppes, in: Die Kunst für Alle, 33. Jahrg., 1918). Steppes‘ Landschaften stellen eindrücklich geschilderte, einsame, eigenwertige Extremregionen dar, hier beleuchtet von einer untergehenden Sonne nach durchlebtem Gewitter.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.070)


Zuschlag
€ 1.500 (US$ 1.724)



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