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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Katalog Gemälde Alter und Neuerer Meister, Rahmen » zur Kunstabteilung
Gemälde Alter und Neuerer Meister, Rahmen Auktion 114, Do., 28. Nov., 11.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Füger, Heinrich Friedrich
Bildnis des Friedrich Karl Joseph Reichsfreiher...

Los 6031

Bildnis des Friedrich Karl Joseph Reichsfreiherrn von Erthal (1719-1802), Kurfürst und Erzbischof von Mainz, mit Pektoralkreuz und Brustkreuz des Deutschritterordens.
Öl auf Leinwand. 61,3 x 51,4 cm.

Der Dargestellte, der von 1774 bis zu seinem Tode 1802 Kurfürst und Erzbischof von Mainz war, herrschte im Stil und mit Hofhaltung des Absolutismus. 1789 durfte Füger fünf Monate am kurfürstlichen Hof verbringen, wo er Kurfürst und Hofstaat sowohl in großformatigen Gemälden, als auch en miniature porträtierte.
Fügers zugehörige Miniatur ist Los 6400 unserer Portraitminiaturenauktion vom 28. November 2019 (siehe Abbildung).

Provenienz: Nachlass des Künstlers.
Versteigerung des Füger Nachlasses, Wawra, Wien, 3. März 1879, Los 44.
Wien, Sammlung Freiherr Albert von Rothschild (1844-1911).
Spätestens von 1925 bis 1938: Wien, Sammlung dessen zweiten Sohnes, Dr. Alphonse Freiherr von Rothschild (1878-1942) und dessen Gattin Clarice Adelaide von Rothschild geb. Sebag-Montefiore (1894-1967).
1938, nach dem "Anschluß", bei Dr. Alphonse und Clarice von Rothschild in Wien konfisziert (als Nr. AR 769), zum Katalogisieren ins Wiener Kunsthistorische Museum gebracht und dann im Zentraldepot beschlagnahmter Kunstgegenstände, Neue Burg, Wien, gelagert.
Laut Liste vom 20. Oktober 1939 von Hans Posse für die Österreichische Galerie Wien (Belvedere) vorgesehen.
Laut Inventar vom 31. Juli 1940 von Adolf Hitler mittels seines "Führervorbehalts" für sein "Führermuseum" in Linz reserviert.
1941 in das Stift Kremsmünster und danach ins Salzbergwerk Altaussee (Steiermark) ausgelagert.
1945 von den Alliierten geborgen.
München, Central Collecting Point Nr. lv 1163 (Kreidenummer auf Rückseite des Gemäldes noch sichtbar).
Am 16. Oktober 1947 durch die Republik Österreich zurückgegeben an Clarice von Rothschild, New York.
Besitz Bettina Looram de Rothschild (1924-2012), Tochter des Dr. Alphonse Freiherr von Rothschild und seiner Gattin Clarice.
Versteigert in London, Christie’s, Auktion am 30. September 2014: "European Noble & Private Collections Including Fine Tapestries Part I", Los 134 mit Abb. (ohne Angabe der Füger-Nachlaß Provenienz, als ‘school of’ Füger).
London, Privatsammlung.

Ausstellung: Wien, Künstlerhaus, Heinrich Friedrich Füger, 2. Februar - 28. Februar 1879, im Künstlerhaus "Einlaufbuch" unter Nr. 264, Kat.-Nr. 158, als: “Füger Heinrich Friedrich (1751-1818): Ölgemälde. Kurfürst von Cöln [sic], Grossmeister des deutschen Ordens. Nachlass des Künstlers.”

Literatur: Jean de Bourgoing: Miniaturen von Heinrich Friedrich Füger und anderen Meistern aus der Sammlung Bourgoing, Zürich/Leipzig/Wien 1925, S. 42 (“ein kleineres Ölporträt besitzt Baron Alfons Rothschild in Wien“).
Sophie Lillie: Was einmal war: Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens, Wien 2003, S. 1029 Nr. 769.
Birgit Schwarz: Hitlers Museum. Die Fotoalben Gemäldegalerie Linz: Dokumente zum “Führermuseum”, Wien 2004, abgebildet S. 202 Nr. I/37.
Felicitas Kunth: Die Rothschild’schen Gemäldesammlungen in Wien, Wien 2006, S. 270-271.
Robert Keil: Heinrich Friedrich Füger 1751-1818, Wien 2009, S. 407 (in Abteilung "Verbleib unbekannt", irrtümlich als "Kurfürst von Köln, Grossmeister des deutschen Ordens").

Schätzpreis
€ 8.000   (US$ 8.800)


Zuschlag
€ 8.000 (US$ 8.800)


Deutsch
Wasserfälle bei Tivoli

Los 6032

um 1800. Wasserfälle bei Tivoli.
Öl auf Leinwand. 46 x 55 cm.


Schätzpreis
€ 2.400   (US$ 2.640)


Zuschlag
€ 2.000 (US$ 2.200)


Deutsch
Blick auf Lübeck bei Tagesanbruch

Los 6033

um 1830. Blick auf Lübeck bei Tagesanbruch.
Öl auf Papier, auf Malkarton kaschiert. 17,5 x 24,2 cm.

Das kleinformatige Gemälde setzt stilistisch die Neuerungen der Dresdener Landschaftsmalerei in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts voraus und zeigt eine stimmungsvolle Ansicht Lübecks, die verschwommene Silhouette der Stadt in das goldene Licht des sich anbahnenden Sonnenaufgangs getaucht. Es sind die besonderen Lichtverhältnisse, die zu bestimmten Stunden an der norddeutschen Küste herrschen, die hier zum eigentlichen Sujet werden. Den Reiz dieser intensiven Lichtsituationen führte Caspar David Friedrich in die Dresdener Malerei ein - in Kombination mit einem ähnlich markanten Stadtpanorama etwa bei seiner Ansicht des heimatlichen Greifwalds im Mondschein (Oslo, Nationalmuseum).

Schätzpreis
€ 2.400   (US$ 2.640)


Zuschlag
€ 2.000 (US$ 2.200)


Mosnier, Jean-Laurent
Bildnis der Friederike Leisching

Los 6034

Bildnis der Friederike Leisching im weißen Kleid mit blauem Tuch.
Öl auf Leinwand, alt doubliert. 71,2 x 57,4 cm.

Die Französische Revolution markierte für den Portraitmaler Jean-Laurent Mosnier, der seine Karriere als Miniaturist begonnen hatte und seit 1788 Mitglied der Académie Royale war, den Beginn eines lebenslangen Exils. Dieses führte ihn spätestens 1791 zunächst nach London, wo er seine Tätigkeit als gefragter Porträtist der adeligen und großbürgerlichen Oberschicht erfolgreich wiederaufnehmen konnte. Seiner letzten Station in St. Petersburg als Bildnismaler am russischen Zarenhof Alexanders I. und Professor an der dortigen Akademie, ging 1797-1801 ein vierjähriger Aufenthalt in Hamburg voraus. Wie bereits in Paris und London fanden auch in der Hansestadt seine Bildnisse beim zahlkräftigen Publikum großen Anklang. Deren gestalterische Anziehungskraft resultierte aus der klaren Malweise, der virtuosen Wiedergabe von Stoffen sowie dem brillanten, in großflächigen Partien organisierten Kolorit. Diese malerischen Qualitäten prägen auch das Porträt der Friederike Leisching (Kunsthalle zu Kiel, Inv.nr. 605) aus dem Jahre 1799, das sicherlich zum Besten gehört, was Mosnier während seiner Hamburger Jahre schuf. Die Dargestellte wuchs als Tochter eines Staatsrates in dänischem Dienste in großbürgerlichen, aufgeklärten Kreisen auf und genoss als begabte Zeichnerin und Porträtistin künstlerischen Unterricht. Zwar war Friederike Leisching (1767-1846) nicht auf Erwerb angewiesen, doch die spärlich gesäten Lebensspuren zeigen, dass sie mit dem Verzicht auf eine eigene Familie den Lebensentwurf der meisten Berufskünstlerinnen ihrer Zeit teilte: Stets unvermählt verließ sie damit den für Frauen ihres Standes gesellschaftlich vorbestimmten Weg als Ehefrau, Mutter und hingebungsvolle Hüterin des Heims.
Mosnier, der Ende der 1790er Jahre zu ihrem Lehrer wurde, hielt die junge Frau sitzend in Halbfigur im Chemisenkleid und mit modischer Kinnbinde nach dem Vorbild Luise von Preußens fest. Das Weiß des Kleides und der Binde bestimmt zusammen mit dem Blau der Stola und dem satten Rot des Vorhangs im Hintergrund das kühl-elegante Kolorit des Bildes; eine Eleganz, die auch von den ebenmäßigen Zügen und dem distanzierten Blick der Porträtierten vermittelt wird. Die Landschaft in der Fensteröffnung gibt als konventionaler Bestandteil dieser tradierten Kompositionsformel höchstwahrscheinlich keine reale Topographie wieder. Gerade bei Bildnissen sind Wiederholungen kein unübliches Phänomen, da die Werke oft als Gaben innerhalb des Familien- und Freundeskreises zirkulierten. Dr. Gerrit Walczak, Berlin, bestätigte nach Begutachtung des Originals, dass es sich bei dem Werk um eine eigenhändige Zweitfassung Mosniers handelt (mündlich am 9. September 2019).

Provenienz: Aus dem Besitz der Nachfahren der Familie Leisching.
Hamburger Privatsammlung.

Schätzpreis
€ 9.000   (US$ 9.900)


Nachverkaufspreis
€ 7.000   (US$ 7.700)


Schröder, Johann Heinrich
Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemis...

Los 6035

Königin Luise von Preußen im blau-weißen Chemisenkleid mit weißem Turban.
Pastell. 51,5 x 43 cm. Verso auf der Rückabdeckung ein altes Klebeeticket "827. Friederike v. Mecklbg. Strel. / Königin von Hannover" sowie ein Inventaretikett der königlichen Sammlung im Schloss Marienburg bei Hannover. Um 1800.

Als die mecklenburgische Prinzessin Luise 1793 als Verlobte des preußischen Kronprinzen in Berlin ankam, war der Grundstein zu ihrer bis heute anhaltenden verklärten Popularität, ja kultischen Verehrung, gelegt. Allzu oft überstrahlt der Mythos jedoch die Wirklichkeit. Denn über ihren fesselnden Charme hinaus, zeichnete sich Luise ihrem zaudernden, uneinsichtigen Manne zum Trotz als bemühte, weitsichtige Politikerin aus. In den Jahren napoleonischer Expansion und preußischer Zögerlichkeit setzte sie sich entschieden für ein Bündnis mit Russland und Österreich ein, suchte und verhandelte mit Bundesgenossen und förderte besonders nach der schmachvollen Niederlage Preußens maßgeblich fortschrittliche Reformer.
Aufgrund ihrer Schönheit, ihrem Liebreiz und tugendhaften Weiblichkeit entbrannte über alle Stände hinweg eine große Nachfrage nach Porträts. Am Hofe erkannte man, dass sich mittels einer gesteuerten Bildproduktion die Außenwirkung des preußischen Königshauses beeinflussen ließe. Einfache, lebensnahe Inszenierungen und der Verzicht auf Herrschaftszeichen sollten das Bild einer bürgernahen, progressiven Monarchie zeichnen. Unzählige Künstler konkurrierten um Sitzungen bei der jungen Schönheit. Als besonders erfolgreich stach der Meininger Maler Johann Heinrich Schröder hervor, der Luise zwischen 1796 und 1806 mindestens fünfmal porträtierte und in der Folge diese Bildnisse mehrmals wiederholte (vgl. Spangenberg 1995, S. 56f, Kat. 251-268; Gerrit Walczak: „Luise von Preußen und ihre Porträtisten: Kunstmarkt, Hof und Publikum in Berlin um 1800“, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch, 65 (2004), S. 229). Ihren Höhepunkt erreichte Schröders Produktion in den Jahren 1799 und 1800. Von dem vorliegenden Werk sind insgesamt vier eigenhändige Fassungen überliefert: Neben unserem Pastell aus der Sammlung des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg, finden sich die weiteren in Berlin (Schloss Charlottenburg, SSGPS, GK I 41250, vgl. Spangenberg Kat. 265), Utrecht (Huis Doorn, HuD 74, vgl. Spangenberg Kat. 264) sowie ehem. im Weimarer Wittumspalais (vgl. Spangenberg Kat. 267). Die samtige Wirkung des Pastells nutzte der Porträtist, um die ebenmäßige Feinheit und Frische von Luises Antlitz wiederzugeben. Mit weichen Konturen, jedoch stets klar umrissen, hält er die Königin im Dreiviertelprofil im weißen Empirekleid mit blauem, goldbesticktem Mittelstreifen fest. Eine einprägsame Requisite stellt der weiße Turban mit herabfallenden, schalartigen Stoffbahnen dar, der bis auf wenige Stirnlocken ihr Haar bedeckt. Die Schals mit perlenbesetzten Fransen verlaufen in den anderen Fassungen parallel zum blauen Mittelstreifen des Kleides, nur in unserem Exemplar löst Schröder die streng-vertikale Komposition durch das geschickte Aufraffen der linken Bahn auf. Das lockere Ergreifen des feinen Stoffes mit der linken Hand verleiht Luises Pose eine gezierte Natürlichkeit, die jene der anderen Fassungen übertrifft.

Provenienz: Aus der Sammlung des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg, später königliches Haus Hannover, Schloss Marienburg, Zimmer 72, Inv.-Nr. 409 (vgl. Inventaretikett verso).
Seitdem durch Erbübergang in Familienbesitz verblieben.

Literatur: Alexander Dorner: Hundert Jahre Kunst in Hannover, München 1932, S. 56, die Dargestellte dort fälschlicherweise als Luises Schwester Therese Fürstin von Thurn und Taxis bezeichnet.
Marieluise Spangenberg: Der Meininger Porträtmaler Johann Heinrich Schröder: (1757 - 1812). Monographie und Werkverzeichnis, Meiningen 1995, Kat. 268.
Neil Jeffares: Dictionary of pastellists before 1800. Online Edition (zuletzt aktualisiert am 26. August 2019), Kat. J.665.1558.

Schätzpreis
€ 24.000   (US$ 26.400)


Zuschlag
€ 20.000 (US$ 22.000)


Quaglio, Domenico
Ansicht des Zisterzienserklosters Pforta bei Na...

Los 6036

Ansicht des Zisterzienserklosters Pforta bei Naumburg.
Öl auf Leinwand, doubliert. 39,5 x 49,5 cm. Verso auf dem Keilrahmen mit einem alten Etikett mit den Lebensdaten des Künstlers.

Der Architektur- und Theatermaler, Radierer und Lithograph Domenico Quaglio war Sproß einer aus Oberitalien stammenden Künstlerfamilie, die sich Ende des 18. Jahrhunderts in München niedergelassen hatte. Domenico war Schüler seines Vaters Giuseppe und wurde weiter von Carl Ernst Christoph Hess und Joseph Mettenleiter künstlerisch ausgebildet. Seit 1803/04 war er als Dekorationsmaler am Münchener Hoftheater tätig. Domenico Quaglio gilt als der Begründer der Münchener Architekturmalerei und zählt zu den bedeutendsten Vedutenmalern der deutschen Romantik. In zahlreichen Zeichnungen und Gemälde hält Quaglio historische Bauwerke mit wissenschaftlicher Akribie fest. Viele seiner Arbeiten besitzen daher neben ihren künstlerischen Meriten auch einen beachtlichen architekturhistorischen Dokumentationswert.

Provenienz: Privatsammlung Berlin.

Schätzpreis
€ 6.000   (US$ 6.600)


Nachverkaufspreis
€ 5.000   (US$ 5.500)


Schöner, Georg Friedrich Adolph
Bildnis einer briefschreibenden Dame

Los 6037

Bildnis einer briefschreibenden Dame.
Öl auf Leinwand. 50 x 38,7 cm. Verso auf der Leinwand signiert und datiert "G.A. Schoener p:/à Lausanne Ao 1809".

In den Jahren 1795/96 erlernte Schöner bei Anton Graff die Porträtmalerei und avancierte zu einem seiner besten Schüler. In den Jahren von 1800 bis 1802 konnte Schöner erste Erfolge in Berlin verbuchen; er porträtierte u.a. Henriette Herz und Daniel Chodowiecki. Ein kurzer Aufenthalt in Davids Atelier in Paris muss den Künstler maßgeblich beeindruckt haben. Anschließend war Schöner sieben Jahre in der Schweiz tätig. Dort knüpfte er enge Verbindungen zu Pestalozzi, dessen berühmtes Bildnis er anfertigte. Vorliegendes Gemälde entstand während seiner Schweizer Zeit und stellt eine junge Dame dar, die sicherlich aufgrund der modischen Kleidung und des vornehmen Interieurs zur gehobenen Gesellschaft Lausannes gehörte, vielleicht stammte sie aus dem Umkreis Pestalozzis. Schöner feiert in dem privaten Porträt der jungen Dame die weibliche Natürlichkeit: Sie trägt keinerlei Schmuck, einzelne Locken der antikisierenden Hochfrisur fallen ihr verspielt in die Stirn. Das schimmernde Himmelblau des Kleides mit hoher Taillenlinie "à la Grècque" spiegelt sich in den klaren Augen der Trägerin wider. Das weiße kurzärmelige Hemd mit Puffärmeln und besonders der um Kopf und Oberkörper kunstvoll drapierte, halbseidene und transparente Schal mit Ornamenten der Weißstickerei bringen die frische und reine Schönheit der rosigen Wangen zur Geltung. Mit verträumtem, in die Ferne schweifendem Blick und zärtlichem Lächeln sitzt sie an einem kleinen runden Tisch; sie hat den Kopf nachdenklich auf ihre Hand gestützt; links neben ihr liegt ein, vermutlich kurz zuvor geöffneter Brief, den sie in den nächsten Augenblicken beantworten wird. Zwar hat sie schon die Feder aufgesetzt, doch das Blatt Papier vor ihr ist noch leer. Das einfühlsame Bildnis bringt in dem Akt des Briefeschreibens sowie der melancholischen Nachdenklichkeit die Empfindsamkeit jener Epoche äußerst treffend zum Ausdruck.

Schätzpreis
€ 18.000   (US$ 19.800)


Nachverkaufspreis
€ 15.000   (US$ 16.500)


Eckersberg, Christoffer Wilhelm
Porträt eines Römers

Los 6038

Porträt eines Römers.
Öl auf Leinwand. 23,8 x 19,8 cm. Verso von fremder Hand bezeichnet und datiert "Malet 1815i/Roma af Eckersberg".

Christoffer Wilhelm Eckersberg erhielt im Jahre 1810 die Goldmedaille der Kopenhagener Kunstakademie und mit ihr ein mehrjähriges Stipendium, das ihm einen Studienaufenthalt in Paris und in Rom ermöglichte. Im Juni 1813 brach Eckersberg von Paris, wo er drei Jahre verbracht hatte, nach Rom auf. Bereits am 3. Juli 1813 erreichte er die Ewige Stadt. Wie viele seiner Landsleute bezog er in der Casa Buti in der Via Sistina 48 ein Quartier. Er übernahm die Wohnung des französischen Malers Jean-Auguste-Dominique Ingres. In der Casa Buti wohnte seit 1804 auch der dänische Bildhauer Bertel Thorvaldsen, der Eckersberg in seiner künstlerischen Tätigkeit unterstützte und förderte.
Die drei Jahre in Rom bedeuteten für Eckersberg künstlerisch eine höchst fruchtbare und prägende Phase. Auf seinen Streifzügen durch Rom, Tivoli und die Albaner Berge leisteten ihm oftmals der befreundete dänische Architekt Peder Malling oder Gustav Friedrich Hetsch aus Stuttgart Gesellschaft. Neben der Architektur und den Landschaften interessierte sich Eckersberg ebenso für das römische Stadtleben. Er besaß die seit 1809 erschienen Folgen des römischen Zeichners und Radierers Bartolomeo Pinelli, die ihm Anregungen zum römischen Volksleben lieferten. Während Eckersberg in Paris Situationen des täglichen Lebens zeichnerisch festhielt, faszinierte ihn in Rom besonders die Frömmigkeit der Italiener. Das Ölgemälde, das die Ansicht des Inneren des Kolosseums mit einer Prozession wiedergibt, ist in den römischen Jahren von 1813 bis 1816 entstanden und zählt zu seinen berühmtesten Werken (Öl auf Leinwand, 29,1 x 25,6 cm, Hirschsprungske Samling). Ein weiteres römisches Genremotiv zeigt das Ölgemälde mit Betenden an der Heiligen Pforte in der Peterskirche (Öl auf Leinwand, 31 x 27 cm, Nivaagaards Malerisamling). Es ist denkbar, dass unser kleines, attraktives Porträt eines Römers als Studie für eine geplante Genreszene geschaffen wurde. Seine einfache Kleidung, sein natürlich gewachsenes Haar und der Vollbart weisen ihn als einen ländlichen Mann aus. Sein nach rechts gewandter Blick mit weit geöffneten Augen scheint versunken, möglicherweise im Gebet.
Interessanterweise zeichnet sich in der unteren Bildhälfte eine kleine Architekturzeichnung ab, die Eckersberg vorher unter der Ölfarbe angelegt hatte - vielleicht auf einer seiner gemeinsamen Ausflüge mit den Architekturfreunden. Laut einer mündlichen Aussage von Kaspar Monrad könnte es sich um den Grundriß der römischen Kirche Santa Maria degli Angeli handeln.

Provenienz: Eckersbergs Nachlassauktion Kopenhagen 1854, Nr. 27.
Kunsthallen Auktion, 1992, Los-Nr. 35, Kopenhagen.
Privatbesitz Kopenhagen.


Literatur: Emil Hannover: Maleren C. W. Eckersberg, En Studie i dansk Kunsthistorie, Kopenhagen 1898, Nr. 176.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 13.200)


Zuschlag
€ 9.000 (US$ 9.900)


Dänisch
Morraspieler in einer römischen Osteria

Los 6039

um 1840. Morraspieler in einer römischen Osteria.
Öl auf Leinwand, kaschiert auf Holz. 49,5 x 65,5 cm.

Das Morra-Spiel, das besonders in mediterranen Ländern wie Italien verbreitet ist, wird traditionell mit den Händen gespielt. Die beiden Spieler stehen sich gegenüber und strecken die rechte Hand gleichzeitig nach vorne, dabei müssen sie eine Zahl zwischen 1 und 5 mit den Fingern anzeigen. Im selben Moment müssen sie jedoch die Zahl des Gegenübers erraten und laut aussprechen. Derjenige, der die Zahl korrekt errät, gewinnt einen Punkt. Errät keiner die Zahl wird kein Punkt vergeben. Uns erinnert das Spiel, das auch von vielen italienbegeisterten Malern wie Constantin Hansen oder Bartolomeo Pinelli festgehalten wurde, an das Kinderspiel Schere-Stein-Papier.

Schätzpreis
€ 2.400   (US$ 2.640)


Nachverkaufspreis
€ 1.800   (US$ 1.980)


Italienisch
Junge Frau in der Tracht von Albano Laziale mi...

Los 6040

Mitte 19. Jh. Junge Frau in der Tracht von Albano Laziale mit ihrem Jungen.
Öl auf Leinwand. 60 x 48 cm.


Schätzpreis
€ 2.400   (US$ 2.640)


Zuschlag
€ 1.800 (US$ 1.980)



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