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Katalog Moderne Kunst Teil I » zur Kunstabteilung
Moderne Kunst Teil I Auktion 113, Sa., 1. Juni, 15:00 Uhr


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Kapitel Moderne Kunst Teil I / Modern Art Part I (Lose 8300 - 8579) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Linnenbrink, Markus
Geometrische Komposition

Los 8448

Geometrische Komposition
Öl auf Leinwand. 1988-89.
96 x 110 cm.
Verso mit Pinsel in Rot signiert "MARKUS LINNENBRINK" und datiert.

Das Werk des in Brooklyn lebenden Künstlers Markus Linnenbrink umfasst neben großformatigen Gemälden und Skulpturen auch ortsspezifische Wand-, Boden- und Decken­malereien, die die Grenzen der Malerei und deren Ausweitung in den Raum thematisieren. Markus Linnenbrink, 1985-88 Meisterschüler bei Raimund Girke an der Hochschule der Künste in Berlin, stellt die Farbe in den Mittelpunkt seines Werkes. Unser Gemälde ist ein frühes und eindrucksvolles Beispiel, wie Linnenbrink durch spezifische Anordnung und den alles überschreitenden Farbauf­trag die Grenze zwischen Zwei- und Dreidimensionalität aufzulösen scheint. Dieser Farbraum ruft Bewegungen und Veränderungen hervor, denen das irritierte Auge zum Teil schwer folgen kann. Die Farbe emanzipiert sich vom reinen Medium zum Protagonisten des abstrakten Bildsystems. Durch die spezifische Form der Farbverarbeitung, die sich durch die Substanz und Konsistenz der vom Künstler selbst gefertigten Farben ergibt, entwickelt die Farbe ein Eigenleben: Tropfen wie Schlieren erzählen vom Entstehungsprozess des Farbraums.

Schätzpreis
€ 3.000   (US$ 3.419)


Nachverkaufspreis
€ 2.500   (US$ 2.849)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Marini, Marino
Marino from Shakespeare I, IV

Los 8456

Marino from Shakespeare I, IV
Farbaquatinta mit Radierung auf Arches-Velin. 1977.
48,2 x 38,2 cm (75,8 x 56,5 cm).
Signiert "MARINO" und bezeichnet "P(rova d')A(rtista)".
Guastalla 352.

Blatt IV der Serie "Marino from Shakespeare I". Eines von 20 Künstlerexemplaren neben der Gesamtauflage von 125 Exemplaren. Prachtvoller, farbfrischer Druck mit breitem Rand, links und rechts mit dem Schöpfrand.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.709)


Nachverkaufspreis
€ 1.000   (US$ 1.140)

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Marwan
Marionette

Los 8460

Marionette
Aquarell über Bleistift auf Bütten. 1983.
31,5 x 24,3 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Marwan" und datiert, verso erneut signiert, zweifach datiert und gewidmet.

In unserem kleinen Aquarell mischen sich im Hintergrund die kräftigen roten, gelben und erdigen Farbtöne, während die Figur bemerkenswert deutlich in ihren Konturen erkennbar bleibt. Wie seine Malerkollegen Georg Baselitz und Eugen Schönebeck entzog Marwan sich der überdominanten abstrakten Kunst durch Figurenmalerei, "er malt winzige und riesige Formate - mit gleicher Intensität, derselben unerschöpflichen Vielfalt des Ausdrucks; und immer ist da die widersprüchliche Gleichzeitigkeit von Nähe und Distanz." (Jörn Merkert, in: Marwan, Ausst.-Kat. Berlinische Galerie, Berlin 2001, S. 33).

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.709)


Nachverkaufspreis
€ 1.000   (US$ 1.140)

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Meid, Hans
Gartenpavillon

Los 8463

Gartenpavillon
Öl auf Leinwand. Um 1925.
53,5 x 44 cm.
Oben links mit Pinsel in Schwarz signiert "Meid".

Hans Meid war seit 1919 Professor an der Berliner Hochschule für bildende Künste. In den 1920er Jahren unternimmt Meid zahlreiche Reisen in den Süden, vor allem an den Gardasee. Auf einer dieser Reisen dürfte unser Bild entstanden sein. Er bevorzugt eine dunkle Farbpalette und erzielt mit geschickt gesetzten Lichteinfällen eine naturnahe und fast schon räumliche Wirkung in seinen Bildern.

Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.367)


Nachverkaufspreis
€ 1.000   (US$ 1.140)

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Mueller, Otto
Fünf gelbe Akte am Wasser

Los 8472

Fünf gelbe Akte am Wasser
Farblithographie auf leicht gehämmertem Bütten. 1921.
33 x 43 cm (41 x 52,8 cm).
Monogrammiert "O. M." Auflage ca. 100 Ex.
Karsch 156 c.

Badende in freier Natur: eines der großen Themen im Schaffen Otto Muellers, während und auch nach der "Brücke"-Zeit. In fröhlicher Lebendigkeit bewegen sich hier die Badenixen freizügig in der Natur. Mueller hatte sich zum Ziel gesetzt, seine Empfindungen mit größtmöglicher Einfachheit auszudrücken; dem entspricht die sich auf wenige Farben konzentrierende Kolorierung seiner Lithographien. Das Blatt "Fünf gelbe Akte am Wasser" entsteht, während Mueller seine Lehrtätigkeit an der Breslauer Akademie im Jahr 1921 mit Besuchen in Schleswig-Holstein unterbricht. Aus leuchtendem Gelb und tiefem Kobaltblau bildet sich der plakative und zugleich harmonische Komplementärkontrast, der die Lithographie bestimmt. Weil Mueller verhältnismäßig selten farbige Drucke schuf, überstrahlt ein so lebendiges Blatt wie "Fünf gelbe Akte am Wasser" große Teile seines graphischen Œuvres. Die drei Farbsteine sind herrlich klar zu erkennen und verdeutlichen den Arbeitsprozess des Künstlers: Der schwarze Zeichnungsstein konturiert zunächst die expressiven Mädchenfiguren, die im Wind bewegte Wasseroberfläche und das Dünengras an der Nordsee. Anschließend füllt ein Flächenstein die Akte mit einer einheitlichen, leuchtend gelben Körperfarbe, unabhängig von ihrer Position im Bild, und schließlich ergänzt der Hintergrundstein ein tiefes Kobaltblau für das dekorativ bewegte Meer.
Nach seiner Ausbildung zum Lithographen in Görlitz beginnt Mueller ein Kunststudium in Dresden und München. 1908 zieht er nach Berlin, wo er mit vielen Künstlern verkehrt, sich aktiv an der Gründung der Neuen Secession beteiligt und 1910 Mitglied der Künstlergruppe "Brücke" wird.
Karsch kennt 55 vollsignierte Abzüge. Die Auflage von etwa 100 unnumerierten Exemplaren entstand für den Hyperion-Verlag (Kurt Wolff). Der zu den Hauptblättern zählende Druck in einem prachtvollen, von drei Steinen in Schwarz, Gelb und Kobaltblau gedruckten, leuchtenden und kontrastreichen Abzug auf dem besonders attraktiven gehämmerten Bütten, mit dem vollen Rand, links und oben mit dem Schöpfrand.

Provenienz: Galerie Thomas München (mit deren Klebeetikett auf der Rahmenrückseite)
Privatbesitz Berlin

Schätzpreis
€ 24.000   (US$ 27.359)


Nachverkaufspreis
€ 18.000   (US$ 20.520)

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Munch, Edvard
Trauernder Akt

Los 8475

Trauernder Akt
Kreidelithographie auf Similijapan. 1908-09.
27,5 x 11,5 cm (29,4 x 13,3 cm).
Signiert "Edv Munch". Auflage 15 Ex.
Woll 316, Schiefler 285.

Vor der Ausgabe von 60 Exemplaren auf weißem Velin. Die Trauer begleitete Munch sein ganzes Leben lang: Als er fünf Jahre alt war, verstarb seine Mutter. Seine ältere Schwester Sophie wurde bereits im Alter von 15 Jahren ein Opfer der Schwindsucht. Ihren Tod hat er wohl nie verwunden. In seinem Werk setzt Munch sich eingehend mit dem Thema auseinander, auch mit den Emotionen der Hinterbliebenen. Vorliegender, trauernder Akt entstand während eines Klinikaufenthalts in Kopenhagen und variiert das Motiv des 1907 in Warnemünde gemalten Gemäldes "Weinender Akt" aus der Serie "Das Grüne Zimmer". Ganz ausgezeichneter, zeichnerische Werte umsetzender Druck mit schmalem Rand. Sehr selten.

Schätzpreis
€ 10.000   (US$ 11.399)


Nachverkaufspreis
€ 7.500   (US$ 8.550)

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Nagel, Otto
Hof mit Brücken in der Wallstraße

Los 8477

Hof mit Brücken in der Wallstraße
Pastellkreiden auf braunem Velin. 1940.
59 x 27 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "Otto Nagel" und datiert.
Schallenberg-Nagel 413.

Mit feinen Wischungen in zurückhaltendem Kolorit zeichnet der Künstler den charakteristischen Hof. Zu der eigentümlichen Hofansicht an der Wallstraße in Berlin Mitte, nahe beim Spreekanal, schrieb Otto Nagel: "Einen der merkwürdigsten Höfe Berlins fand ich in der Wallstraße. Zwei Brücken mit lustigem Eisengeschmiede führten hoch oben quer über den Hof. Für Berlin eine lustig-luftige Angelegenheit. Man freute sich über diese Kuriosität." (Otto Nagel, in: Berliner Bilder, 1955, zit. nach Schallenberg-Nagel, S. 155).

Provenienz: Sammlung Fritz Teppich Berlin
Privatbesitz USA
Privatbesitz Hannover

Ausstellung: Deutsche Akademie der Künste, Berlin 1954
Deutsche Akademie der Künste zu Berlin und Komitee für kulturelle Beziehungen mit dem Ausland, Warschau/Lublin 1955
Nationalgalerie / Deutsche Akademie der Künste, Berlin 1959
Deutsche Akademie der Künste zu Berlin / Ministerium für Kultur und Akademie der Künste der UdSSR, Moskau 1960
Kabelwerk Oberspree / Deutsche Akademie der Künste, Berlin 1964
Rathaus Wedding / Kunstamt Wedding, Berlin 1968

Literatur: Otto Nagel, Berliner Bilder, Berlin 1955, S. 44, Abb. Tafel 7
Gerhard Pommeranz-Liedtke, Otto Nagel und Berlin, Dresden 1964, Abb. Tafel 102
Otto Nagel, Berliner Bilder, Berlin 1970, Abb. Tafel 30
Erhard Frommhold, Otto Nagel, Maler und Werk, Dresden 1972, Abb. Tafel 15
Berliner Bilder von Otto Nagel, Ausst.-Kat. Deutsche Akademie der Künste, Berlin 1954, Abb. S. 83

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.849)


Nachverkaufspreis
€ 1.500   (US$ 1.709)

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Nolde, Emil
Mohnblüten, Iris und violette Astern

Los 8482

Mohnblüten, Iris und violette Astern
Aquarell auf dünnem Japan. 1925/30.
47,8 x 34,5 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Nolde".

Kunst fordert den Betrachter stets heraus, im Sehen, Denken und im Erinnern. Kunst hat eine Geschichte, die eine Auseinandersetzung sucht. So hat auch unser Aquarell „Mohnblüten, Iris und violette Astern“ von Emil Nolde eine Geschichte, die eng und in all ihren Schattierungen mit der deutschen verknüpft ist. Seit jeher in Privatbesitz, gehörte es über viele Jahre zu der Sammlung des erfolgreichen Dresdner Unternehmers Willy Bethke. Er gründete 1904 die Leo-Werke in Dresden, die später als Sächsisches Serumwerk die erste Antibiotika-Produktion in der Welt umsetzte. Bethke war ein großer Bewunderer Noldes. Er erwarb neben unserem Aquarell noch weitere Werke direkt vom Künstler. Anlässlich der III. Jubiläumsausstellung des Sächsischen Kunstvereins zu Dresden, die vom 11. April bis Mitte Mai 1929 stattfand, wurde das ebenfalls zum Besitz Bethkes zählende Ölgemälde „Mutter und Tochter“ (73 x 88 cm) von Nolde gezeigt („Dresdner Privatbesitz“, III. Jubiläumsausstellung Sächsischer Kunstverein, Dresden 1929, S. 13, siehe Abb. S. 187).
Bethke wird in dem Katalog namentlich neben weiteren renommierten Privatsammlern der Dresdner Gesellschaft aufgelistet. Der Ausstellungskatalog des Kunstvereins ist eine kostbare Quelle, um die damalige, hoch fruchtbare Förderung von Kunst und Künstlern durch die Privatsammler auf der Höhe der Zeit rekonstruieren zu können. Der Sächsische Kunstverein erwähnt Nolde, von dem gleich mehrere Werke gezeigt wurden, im kunsthistorischen Kontext: “Die kurz begrenzte Zeit leidenschaftlich subjektiver Antithese gegen die vorhergehende Generation umfaßt im Expressionismus Pechstein, Kokoschka, Nolde, Hofer (…)“ und reiht ihn in die bahnbrechende Malerei der Moderne ein.
In seinen farbintensiven und leuchtenden Aquarellen experimentierte Nolde auf einzigartige Weise mit der Farbe, die er früh als sein eigentliches Ausdrucksmittel erkannt hat und bricht damit mit der Tradition. Ab den 1920er Jahren setzt die neuartige Gestaltungsweise mit Blumenmotiven ein: „Seine eindringliche Nähe zur Natur suchte Nolde kongenial im Aquarell umzusetzen, mit dem er seine innersten Regungen und künstlerischen Intentionen im Malvorgang selbst zu gestalten vermochte. Mit voll getränktem, schwerem Pinsel und in raschen, fast organisch sicheren Abläufen werden die Bilder aus der Farbe geboren, die von den weichen, saugfähigen Japanpapieren begierig aufgenommen wird, sodass beide zu einer unauflöslichen, natürlichen Einheit zusammenfinden und manchmal auf der Rückseite ein eigenständiges, fast gleichwertiges Bild entsteht.“ (Manfred Reuther, in: Emil Nolde, Mein Garten voller Blumen. Nolde Stiftung Seebüll, Köln 2014, S. 33). In unserem blattfüllenden Aquarell baut sich die Komposition über satte, raumgreifende Mohnblüten auf, über die violette Astern nach oben sprießen. Tiefblaue Iris rahmen rechts und links zum Bildrand hin die Astern. Es handelt sich um kein besonderes Arrangement von Blumen, und auf eine Konturierung in der Gegenstandserfassung wird bewusst verzichtet, so dass das Aquarell wie eine spontane, unmittelbare Umsetzung von Sinneseindrücken erscheint. Die Farben der prächtigen Blüten dominieren die Darstellung, von ihnen geht eine enorme Strahlkraft aus. Bis heute faszinieren Noldes Blumenbilder den Betrachter.
Nolde lehnte Angebote, in die Schweiz zu gehen oder ins benachbarte Dänemark zu emigrieren, dessen Staatsbürgerschaft ihm 1920 zugefallen war, ab. Er zog sich nach einer bitteren Enttäuschung, sich nicht als Staatskünstler der Nationalsozialisten etablieren zu können und wegen des zusätzlichen Ausstellungsverbots nach Seebüll zurück.
Anlässlich der aktuellen Diskussionen um den Künstler Nolde sollten wir uns die Frage nach der Freiheit der Kunst stellen. Kann man nicht trennen zwischen der Schönheit der Kunst und der moralischen Verwerflichkeit des Künstlers? Wer denkt bei Richard Wagners Musik über den Charakter des Komponisten nach? Die Beantwortung der Frage bleibt jedem selbst überlassen. Doch die Auseinandersetzung mit der Kunst und ihrer Geschichte ist eine Aufgabe, der wir uns stellen müssen, Verdrängung hilft da nicht und wie Florian Illies es treffend formuliert: „Es wäre schön, wenn es uns gelänge, die Widersprüchlichkeit der Geschichte und der Kulturgeschichte, die ja eigentlich nur von der Widersprüchlichkeit des Menschen erzählt, zum Teil unserer Deutschstunden zu machen.“ (Die Zeit, 11. April 2019).
Mit einer Fotoexpertise von Prof. Dr. Manfred Reuther, Klockries, vom 24. Februar 2017.
Das Aquarell ist unter "Nolde A-4/2017" im Archiv Reuther registriert und dokumentiert.

Provenienz: Dr. Willy Bethke Dresden, in den 1920er Jahren direkt beim Künstler erworben
bis vor 1990 im Besitz von dessen Tochter Erika Belian, geb. Bethke, Dresden
seitdem Dresdner Privatbesitz

Schätzpreis
€ 100.000   (US$ 113.999)


Nachverkaufspreis
€ 80.000   (US$ 91.199)

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Nolde, Emil
Hugo del Caril

Los 8484

Hugo del Caril
Radierung und Aquatinta auf JWZanders-Velin. 1908.
30,6 x 23,7 cm (65 x 49,7 cm).
Signiert "Emil Nolde".
Schiefler/Mosel R 88 II (von II).

Gedruckt bei Felsing. Exemplar des zweiten Zustands mit feiner Strichätzung in den Konturen des Gesichts, in Auge, Nase und Lippen sowie einigen ausgesparten Flächen im Gesichtsbereich. Ausgezeichneter Druck mit fein zeichnender Plattenkante, fein mitdruckender Facette und breitem Rand.

Schätzpreis
€ 2.800   (US$ 3.191)


Nachverkaufspreis
€ 2.500   (US$ 2.849)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Nolde, Emil
Die Heiligen Drei Könige

Los 8486

Die Heiligen Drei Könige
Farblithographie auf hauchfeinem Japanbütten. 1913.
64,8 x 54 cm (76,4 x 63,2 cm).
Auflage 300 Ex.
Schiefler/Mosel L 49 3. Fassung.

Der präzise gesetzte Strich ist in Noldes Graphik nicht nur Ausdrucksmittel, sondern auch Ausgangspunkt für ein unbändiges Experimentieren mit verschiedenen Schattierungen, Tonalitäten und Farbklängen. Hiervon zeugen vor allem seine außerordentlich großformatigen Farblithographien aus dem Jahr 1913, die in der Flensburger Druckerei Westphalen entstehen. Typisch für den Künstler, gerät er während der konzentrierten Arbeit in einen regelrechten Schaffensrausch. In den Wochen seines Aufenthalts in Flensburg entstehen 13 Farblithographien mit rund 300 Probedrucken, alle direkt und unmittelbar mit dem Pinsel auf den Lithostein gezeichnet: „Ich konnte nach Herzenslust schalten und walten. Farben wurden verschrieben, verrieben, und ich stand immerzu zeichnend, ätzend, schleifend, mischend, abwägend, umschaltend in Farben und Farben und von der Presse die großen Bilder hervorholend, fast alle in verschiedenen Nuancen und Zuständen. Es war eine Lust und mir die Freude groß, als ich die gerollten Blätter alle wegtragen durfte.“ (Emil Nolde: Jahre der Kämpfe, Köln 1985, S. 261). Bei dem berühmten Blatt konzentriert sich Nolde auf die majestätische Erscheinung der drei Weisen, die von dem in intensivem Gelb erstrahlenden Stern von Bethlehem an diesen Ort geführt wurden. Ihre Gaben bringen sie dem im Bild nicht sichtbaren Christuskind dar. Den Drei Heiligen Königen fehlt das gewohnte Gegenüber von Maria und Josef, den Hirten und Engeln genauso wie der üblicherweise obligatorische Stall mit Krippe, Ochse, Esel und Schafen. Nolde rückt somit nicht die Darstellung eines Moments der christlichen Heilsgeschichte in den Vordergrund, sondern die Gestalt und das Auftreten jener drei bekannten Figuren aus dem Morgenland.
Das monumentale Blatt in einem ausgezeichneten Druck von vier Steinen in Schwarz, Zitronengelb, Karminrot und Hellgrau, mit breitem Rand. Aus einer Auflage von 300 unsignierten und unnumerierten Exemplaren für die Mitglieder des Kölner Sonderbundes, neben einer unbestimmten Anzahl von ein- und mehrfarbigen Probedrucken in verschiedenen Fassungen.

Schätzpreis
€ 6.000   (US$ 6.839)


Nachverkaufspreis
€ 5.000   (US$ 5.699)

(Verfügbarkeit erfragen!)

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