Bitte Suchbegriffe eingeben:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Language / Lingua / Sprache


Lose im Nachverkauf

Katalog Moderne Kunst Teil I » zur Kunstabteilung
Moderne Kunst Teil I Auktion 110, Sa., 2. Dez., 15:00 Uhr


» Gesamter Katalog (Lose 8000 - 8359)

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen (art@bassenge.com),
da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.

» Kataloge bestellen

» AGB (als PDF)
» Bieter-Erstanmeldung (als PDF)
» Formular für Gebote (als PDF)
Kapitel Moderne Kunst Teil I / Modern Art Part I (Lose 8000 - 8359) » Kapitelwahl

1 2 3 4 5 6   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf

Hauptbild Beschreibung Status
Schmidt-Rottluff, Karl
Frau mit verschränkten Armen

Los 8311

[*] Frau mit verschränkten Armen
Holzschnitt auf JW Zanders-Bütten.1913.
26,8 x 20 cm (57,5 x 43 cm).
Signiert "S. Rottluff" und bezeichnet mit der Werknummer "137".
Schapire H 105.

Entstanden kurz vor Schmidt-Rottluffs Eintritt in die Neue Secession 1914 in Berlin und seiner ersten Einzelausstellung. Sein Umzug nach Berlin 1911 brachte den Künstler mit Strömungen der internationalen Avantgarde in Berührung, und zunehmend setzte er seit 1912 Anregungen aus Kubismus, Futurismus und afrikanischer Stammeskunst in seinem Schaffen um. Seit der Kölner "Sonderbund-Ausstellung" stand er in engem künstlerischen Austausch mit Lyonel Feininger. Nach der Auflösung der Künstlergemeinschaft "Die Brücke" im Jahr 1913 entwickelte Schmidt-Rottluff eine wuchtig-monumentale, stilisierte Formensprache, die sich auch in seinem hellen, stark reduzierten Holzschnitt "Frau mit verschränkten Armen" findet. Prachtvoller Druck des seltenen Blattes mit dem vollen, sehr breiten Rand.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 14.040)


Nachverkaufspreis
€ 10.000   (US$ 11.700)


Schröder-Sonnenstern, Friedrich
Der Mondschütze

Los 8312

"Der Mondschütze"
Blei- und Farbstifte auf Schoellershammer-Karton. 1958.
73,2 x 51 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "F. S. SONNENSTERN", datiert und unten links betitelt sowie verso nochmals signiert und datiert.

Schröder-Sonnenstern gilt als einer der wichtigen Vertreter der Art Brut bzw. der Outsider Art. Seine Bilder zeigen bizarre, teils erotische, teils alptraumhafte Kreaturen, mit gewagten Kombinationen aus Mensch und Tier. Als eine Besonderheit sieht er die Darstellungen der Gesichtsteile wie Nase, Kinn und Ohr, welche er als "Männergeschlechtsteile" deutete. Ab 1949 begann er intensiv zu zeichnen, und die Surrealismus-Ausstellung 1959 in Paris feierte ihn als den beeindruckendsten Künstler des 20. Jahrhunderts, international aufsehenerregende Ausstellungen folgten. Ab Anfang der 1970er Jahre zählte Schröder-Sonnenstern zur Künstlergruppe der Berliner Malerpoeten.

Provenienz: Seit über 50 Jahren Privatsammlung Berlin

Schätzpreis
€ 7.000   (US$ 8.189)


Nachverkaufspreis
€ 5.000   (US$ 5.850)


Steinlen, Théophile Alexandre
Sitzender Mann im Profil mit Kleinkind auf dem ...

Los 8323

Sitzender Mann im Profil mit Kleinkind auf dem Schoß
Kohle auf MBM-Bütten. Um 1900.
62,3 x 47,7 cm.
Unten rechts mit Kohle signiert "Steinlen".

Der aus der Schweiz stammende Maler, Zeichner und Graphiker Théophile Steinlen war ein talentierter Plakatkünstler und zudem ein bissiger Gesellschaftskritiker, der in seinen Illustrationen für satirische Zeitschriften, wie den "Gil Blas Illustré", den "Assiette au Beurre" oder "Le Rire" soziale Mißstände und die Doppelmoral der Bourgeoisie gegeisselte. Seine Darstellungen aus dem Arbeitermilieu und der Pariser Halbwelt zeigen Proletarier, Stadtstreicher, Kleinkriminelle und Dirnen. Die vorliegende, großformatige Zeichnung vermittelt ein anschauliches Bild von Steinlens zeichnerischen Fähigkeiten. In einem energischen, breiten und souveränen Duktus zeichnet der Künstler den schlichten Mann aus dem Volk. Sein Stoppelbart und seine Schiffermütze charakterisieren ihn eindeutig als ein Mitglied der Arbeiterklasse. Auf visuell eindringliche Weise zeigt Steinlen die Würde des einfachen, arbeitenden Menschen. Es ist daher kein Zufall, dass dieses eindrucksvolle Blatt stark an die zeitgleichen Arbeiten der Käthe Kollwitz erinnert. Kollwitz und gleichgesinnte Künstler ihrer Zeit kannten die sozialkritischen Arbeiten von französischen Künstlern wie Steinlen und Forain und wurden in ihrem eigenen Schaffen wesentlich von diesen Vorbildern beeinflusst.

Schätzpreis
€ 2.400   (US$ 2.808)


Nachverkaufspreis
€ 2.000   (US$ 2.340)


Stern, Ernst
Odaliske

Los 8324

Odaliske
Öl auf Leinwand. 1920.
72 x 100 cm.
Unten rechts mit Pinsel in Brau signiert "Stern" und datiert.

Der Blick des Künstlers fällt von oben in das Interieur mit der liegenden Schönheit. Seine Palette beschränkt sich auf Rot und Grün, Weiß und Schwarz. Daraus entsteht eine opulente Szenerie der üppigen, nur halb verhüllten Frau, umgeben von Tüchern, Kissen und Fächer, Blumen und exotischer Kleinfigur. Die dunkelhaarige junge Frau hält die Arme wie schützend vor dem Oberkörper verschränkt, ohne jedoch die Brüste auch nur ansatzweise zu bedecken. Den Kopf hat sie schräg nach hinten auf ihre rechte Schulter gelegt, der Blick fällt herausfordernd direkt auf den Betrachter. Das blasse Inkarnat ist ebenso wie das Interieur von Rot- und Grünschattierungen dominiert, der Duktus von impressionistischer Lockerheit. In der Üppigkeit und Opulenz entspricht die Darstellung Sterns bedeutenden Arbeiten als Bühnenbildner.
Stern besuchte ab 1894 die Münchner Kunstakademie bei Nikolaus Gysis und Franz von Stuck. In München war er Mitglied der Sezession und zeichnete für die Zeitschriften Jugend und Simplicissimus. 1905 ging er nach Berlin und arbeitete unter anderem für die Lustigen Blätter. Max Reinhardt engagierte ihn kurz nach seiner Übernahme des Deutschen Theaters im Jahr 1906. Bis zum Weggang Reinhardts 1921 war Stern dort Chefbühnenbildner, ihm untergeordnet waren unter anderem Edvard Munch und Alfred Roller. Stern gehörte der Berliner Secession an und findet sich bereits 1906 im Mitgliederverzeichnis des Deutschen Künstlerbundes. Daneben schuf Stern ab 1918 regelmäßig Filmkulissen, unter anderem für Friedrich Wilhelm Murnau und Ernst Lubitsch.

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.850)


Nachverkaufspreis
€ 4.000   (US$ 4.680)


Sturm, Helmut
Jesus

Los 8329

"Jesus"
Decollage und Mischtechnik auf festem Papier. 1978.
63,7 x 67,2 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "H Sturm" und "Niggl", datiert und betitelt, unten links signiert "Jutta von Busse" und "Niggl" sowie datiert.

Gemeinschaftsarbeit des Künstlerkollektivs Herzogstraße: Helmut Sturm, Thomas Niggl und Jutta von Busse. Ein gemeinsames Atelier und Aufenthalte auf dem schwedischen Bauernhof von Jørgen Nash, dem Bruder Asger Jorns, ermöglichten ausgedehnte Experimente der kollektiven Malerei aber auch des gemeinsamen Zusammenlebens.

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.340)


Nachverkaufspreis
€ 1.800   (US$ 2.106)


Sturm, Helmut
Poesie Polykrasi

Los 8330

"Poesie Polykrasi"
Acryl auf festem Velin. 1980.
31 x 23 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "H Sturm" und datiert sowie verso signiert, datiert, betitelt und gewidmet.

Sturm gründete 1957 mit den Künstlern Heimrad Prem, HP Zimmer und Lothar Fischer die Gruppe "SPUR". Ausdrucksstarke, schwungvolle Komposition in harmonischer Farbgebung.

Schätzpreis
€ 1.000   (US$ 1.170)


Nachverkaufspreis
€ 800   (US$ 936)


Thieme, Andreas
Zwei Harlekine

Los 8336

Zwei Harlekine
Öl auf Leinwand.
88 x 60 cm.
Unten links mit Pinsel in Grün signiert "thieme" und datiert, verso nochmals datiert.


Nach einem zweijährigen Studium an der Leipziger Universität wechselte Thieme an die Dresdner Hochschule für Bildende Künste, wo er in den Jahren 1985-88 Meisterschüler von Gerhard Kettner war.
"In Zeiten rasant flutender Bilder ist ein einzelnes Bild von stabiler Gestalt, mit definiertem Oben und Unten, Rechts und Links, vor welchem auch der Betrachter in ruhender Position verweilen kann, bedeutender denn je.", (Petra Resch, Gedanken zur Malerei von Andreas Thieme, Homepage des Künstlers, 2013, S. 8). Vorliegende Komposition des Malers erzählt eine Geschichte von einer Begegnung zwischen zwei Harlekinen in einer Mondlandschaft. Die beiden Figuren unterhalten sich sitzend vor einem abstrakt gehaltenen Gebäude, über ihnen leuchtet der Halbmond. Die Szene erinnert an vergangene Zeiten und weist traumhafte, poetische Züge auf. In ihr deutet sich der abstrakte Surrealismus, den Thieme heute vertritt, bereits an.
Thiemes Werke fanden viel Beachtung auf Einzelausstellungen und befinden sich u.a. in der Nationalgalerie Berlin, Galerie Neue Meister Dresden, Eremitage St. Petersburg sowie in zahlreichen Privatsammlungen.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.106)


Nachverkaufspreis
€ 1.500   (US$ 1.755)


Toulouse-Lautrec, Henri de
Divan Japonais

Los 8337

Divan Japonais
Farblithographie auf Plakatpapier. 1892/93.
80,5 x 61,1 cm.
Wittrock P 11, Adriani 8, Delteil 341.

Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit der vollen Darstellung.
Der „Divan Japonais“ ist eine Ikone der Plakatkunst um 1900. Seine Gestaltung war bis in die typographischen Einzelheiten durchgeplant. Am 20. Januar 1893 kam das Plakat zum Aushang und erhielt großes Lob: „La Goulue, Reine de Joie, der Divan Japonais und zweimal eine Kneipe mit dem Namen Bruant, das ist alles, was Lautrec an Plakaten angezettelt hat, aber das schäumt über vor Willen, Frechheit und Boshaftigkeit…“ (Felix Fénéon in Père Peinard vom 30. April 1893). Der "Divan Japonais" war ein kleines, seit Herbst 1892 von Edouard Fournier geleitetes Konzertcafé mit japanischer Dekoration. Es befand sich in der Rue des Martyrs und war im Literatenkreis sehr populär. Während auf unserem Plakat der Star, die Sängerin Yvette Guilbert, im Hintergrund auf der Bühne und ohne Kopf zu erkennen ist, füllt die sehr elegant gekleidete Jane Avril die gesamte Komposition aus. Sie war eine gefeierte, wilde Tänzerin in den angesagten Cafés der Zeit und man sieht ihr den Erfolg in Toulouse-Lautrecs Darstellung deutlich an. Neben ihr befindet sich der Literatur-, Musik- und Kunstkritiker Edouard Dujardin, der sein Haupt vor ihr zu verneigen scheint.



Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 14.040)


Nachverkaufspreis
€ 8.000   (US$ 9.360)


Wuttke, Carl
Athen

Los 8350

"Athen"
Öl auf Holzplatte. 1891.
19,3 x 27,6 cm.
Unten links mit Pinsel in Dunkelbraun signiert "C. Wuttke", datiert und betitelt.

Carl Wuttke war ein beliebter deutscher Landschafts- und Orientmaler. Er studierte 1871-1873 in Berlin, 1873 unter Quaglio in München und 1877-1880 als Meisterschüler von Eugen Dückers in Düsseldorf. 1874 wanderte er zu Fuß nach Rom, blieb dort bis 1876 und ließ sich dann in München nieder. Wuttke unternahm einige für die damalige Zeit ungewöhnliche Fernreisen in die Vereinigten Staaten, nach Afrika, in den Sinai und zwischen 1897 und 1899 sogar eine Weltreise. Auf seiner Reise in den Fernen Osten entstanden mehrere Bilder im Auftrag Kaiser Wilhelms II., die im Silbersaal des Berliner Stadtschlosses aufgehängt wurden. (Thieme/B. XXXVI, S. 320). In unserem kleinen Ölbild reflektiert der nahansichtige Tempel auf der Athener Akropolis sehr schön leuchtend die Sonne vor dem blauen Meer und den Himmel dahinter.

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.340)


Nachverkaufspreis
€ 1.500   (US$ 1.755)



1 2 3 4 5 6   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf