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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Lose im Nachverkauf

Katalog Moderne Kunst Teil I » zur Kunstabteilung
Moderne Kunst Teil I Auktion 110, Sa., 2. Dez., 15:00 Uhr


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Kapitel Moderne Kunst Teil I / Modern Art Part I (Lose 8000 - 8359) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Kollwitz, Käthe
Pflugzieher und Weib

Los 8192

[*] Pflugzieher und Weib
Kreide- und Pinsellithographie in Dunkel- und Gelbbraun mit Spritztechnik und Schabnadel auf imitiertem Bütten. 1902.
36,2 x 49,8 cm (45,7 x 61,3 cm).
Knesebeck 64 II d (von e).

Einer der 1918 bei Richter herausgegebenen unsignierten Drucke. Sehr schöner und kräftiger Abzug mit dem vollen Rand.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.053)


Nachverkaufspreis
€ 700   (US$ 819)


Langner, Reinhold
Wolf mit Jungen

Los 8199

[*] Wolf mit Jungen
Holzschnitt auf Japanbütten. Um 1934.
41,4 x 50,4 cm (49,3 x 56,7 cm).
Signiert "Langner".

Reinhold Langner war ein Bauplastiker, Zeichner und Maler, vor allem aber ein begnadeter Holzschneider. Die gewachsenen Strukturen im rohen Brett glättet er nicht oder deckt sie zu, sondern nutzt sie als Ausdrucksmittel. Die geschnittenen Linien scheinen hier kaum unterscheidbar von der Maserung des Holzes. So formt er seine Bilder aus der Bewegung der Natur heraus. Immer wieder ist es das Werden und Vergehen im ewigen Kreislauf des Lebens, das ihn beschäftigt. Prachtvoller Druck mit Rand, die Holzstruktur charakteristisch mitzeichnend.

Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.404)


Nachverkaufspreis
€ 900   (US$ 1.053)


Liebermann, Max
Der barmherzige Samariter

Los 8209

[*] Der barmherzige Samariter
Kaltnadel, mit schwarzer Kreide überarbeitet, auf Velinkarton. 1910.
20 x 24 cm (34,5 x 46 cm).
Signiert "M. Liebermann" und bezeichnet "I/2 Etat".
Schiefler 168 I ( von II c).

Eines der beiden bei Schiefler erwähnten Exemplare des ersten Zustandes mit Ergänzungen in Kreide, die den zweiten Zustand andeuten: der Rock des Samariters und das Kleid der Frau sind mit dunklen Strichen übergangen, der Esel und der Waldrand sind überarbeitet, lockere Kreideschwünge verleihen der Wiesenlandschaft Struktur. Prachtvoller Druck von der unvollendeten Platte; die Auflage des endgültigen Zustandes erschien im Verlag Bruno Cassirer, Berlin. Beigegeben: Ein weiterer signierter Abzug der Kaltnadel, bezeichnet als "II/1 Etat", dieses Blatt bei Schiefler erwähnt (Schiefler 168 II a (von c)).

Schätzpreis
€ 3.000   (US$ 3.510)


Nachverkaufspreis
€ 2.000   (US$ 2.340)


Lohse-Wächtler, Elfriede
Lumpensammler mit Pferdekarren

Los 8212

Lumpensammler mit Pferdekarren
Aquarell und Bleistift auf Velin. Um 1930.
38 x 27,2 cm.

Am unteren Rand der Gesellschaft befindet sich der Lumpensammler. Lohse-Wächtler widmet sich ihm und seinem Pferdekarren mit liebevoller Hingabe: Feine Rundschraffuren erfassen das frontal stehende Tier und die Figur des abgewandt stehenden Mannes, kleinteilige Häkchen schildern die Weidenkörbe auf dem Fuhrwerk präzise. Der gesenkte Kopf des Gaules, der sinnende, ins Leere gehende Blick des Mannes und die spätherbstlich-kahlen Bäume verleihen der Zeichnung eine melancholische Grundstimmung. Es ist eine Darstellung von beinahe monumentaler Einfachheit, die von persönlicher Anteilnahme am schweren Leben des armen Lumpensammlers zeugt.
Durch ihre Teilnahme an Zeichen- und Malkursen an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden fand Elfriede Lohse-Wächtler Kontakt zu den Berliner Dadaisten und vor allem zur Dresdner "Sezessions-Gruppe 1919". Die Künstler Otto Dix und Conrad Felixmüller machten die Malerin mit dem Künstler Kurt Lohse bekannt, den sie 1921 heiratete. Mit dem Umzug nach Hamburg 1925 begann ihre kreativste Zeit, es entstanden Bildnisse vertrauter und anonymer Personen, Paardarstellungen sowie Bilder aus dem Prostituierten- und Arbeitermilieu. "In den sechs Jahren (1925 bis 1931), die sich Elfriede Lohse-Wächtler in Hamburg aufhielt, erlebte sie ihre intensivste Schaffensperiode... In Dresden hatte sie einige Jahre in der Rietschel- und Ziegelstraße bereits in einem ähnlichen Milieu gelebt. Sie durchstreifte das für sein Nachtleben berühmt-berüchtigte Hamburger Vergnügungsviertel mit seinen Kneipen, Amüsierlokalen und Bordellen und dem dort anzutreffenden bunten Gemisch von Menschen. Sie hielt sich beobachtend und zeichnend in verschiedenen Etablissements auf. Sie konnte hinter die Kulissen schauen, da sie dort nicht nur künstlerisch arbeitete, sondern sich auch auf das Halbweltleben einließ. Treffsicher schilderte sie das Milieu, ohne eine soziale Anklage zu erheben." (Boris Böhm, in: Elfriede Lohse-Wächtler 1899-1940, Ein biografisches Portrait, Ausst.-Kat. Stadtmuseum Pirna, 2003). Die in dieser Zeit geschaffenen Werke fanden rasch Eingang in Galerien und den Beifall der Kritiker; allein 1929/30 beteiligte sie sich an sechs Ausstellungen. Nach einem Nervenzusammenbruch 1929 wurde die Malerin in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Als sich nach der Rückkehr in ihr Elternhaus ihr seelischer Zustand verschlechterte, wurde sie mit der Diagnose Schizophrenie erneut in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert und schließlich als Opfer des NS-Regimes 1940 im Rahmen des Euthanasieprogramms "T4" in Pirna-Sonnenschein vergast. Das Werk Lohse-Wächtlers wurde 1937 als "entartete Kunst" diffamiert und zum Teil vernichtet. Obschon die Malerin bis in die 1930er Jahre Beachtung und Anerkennung fand, geriet ihr Werk in Vergessenheit. Als Teil der "Verschollenen Generation" dem expressiven Realismus nahestehend, wurde ihr beeindruckendes künstlerisches Werk erst nach dem Krieg wiederentdeckt, und es erfolgte ab 1959 die Rehabilitation der Künstlerin durch die Kunstwelt.
Verso eine weitere Bleistiftzeichnung der Künstlerin (Ausschnitt): "Nothilfe". Mit schnellen Bleistiftstrichen ausgeführt, schildert sie eine Hamburger Straßenszene. Eine Kutsche der Nothilfe fährt davon, links am Bordstein warten drei Prostituierte auf die nächsten Freier.

Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlerin

Schätzpreis
€ 8.000   (US$ 9.360)


Nachverkaufspreis
€ 6.000   (US$ 7.020)


Henne, Wolfgang
"Vulkanteufel"

Los 8218

"Vulkanteufel"
Mischtechnik auf Papier. 1988.
81,5 x 115 cm.
Unten rechts mit Pastellkreide in Schwarz signiert "WHenne" und datiert, unten links betitelt.

Farbintensive blattfüllende Komposition, augenscheinlich inspiriert von der Kunst der Jungen Wilden. Werke von Henne befinden sich in bedeutenden nationalen und internationalen Sammlungen, wie dem Kupferstichkabinett in Dresden, der Sammlung der Deutschen Bank in Frankfurt und dem Getty Museum in Los Angeles.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 702)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 468)


Mahlmann, Max Hermann
Abstrakte Komposition

Los 8227

Abstrakte Komposition
Öl auf Karton. 1952.
24 x 30,4 cm.
Unten links mit Kugelschreiber in Schwarz monogrammiert "mhm" und datiert.

Ursprünglich in der gegenständlichen Malerei ausgebildet, orientierte sich Max H. Mahlmann durch die intensiven Erlebnisse, mit denen er als Kriegsberichterstatter in Russland konfrontiert war, radikal hin zur gegenstandslosen Malerei. Im Jahre 1954 sollte er mit seinen numerischen Strukturen beginnen, so dass das vorliegende Gemälde als Vorstufe zur endgültigen Loslösung von gegenständlicher Malerei zu sehen ist und daher ein besonderes Rarissimum Exemplar darstellt.

Provenienz: Privatsammlung Hamburg

Schätzpreis
€ 2.400   (US$ 2.808)


Nachverkaufspreis
€ 2.000   (US$ 2.340)


Mahlmann, Max Hermann
Lineare Komposition

Los 8228

Lineare Komposition
Tempera und Ziehfeder auf schwarzem leichten Karton. 1963.
35 x 50,4 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert "m.h.m." und datiert.

Max H. Mahlmann studierte von 1934 bis 1938 bei Richard Müller und Wilhelm Rudolph an der Akademie der Bildenden Künste in Dresden. Anfänglich arbeitete er auch als Bühnenmaler und Gebrauchsgraphiker. Nach seiner Rückkehr aus dem Russlandfeldzug 1945 bezog er ein Atelier in Hamburg und wandte sich, beeinflusst von Kandinsky und Albers, der Abstraktion zu. Seit Ende der 1940er Jahre zeigen seine Werke in geometrischer Formensprache konstruktive Gestaltungstendenzen. Besondere Vorbilder waren auch Vordemberge-Gildewart und De Stijl. 1953 heiratete er die Künstlerin Gudrun Piper, beide stellten regelmäßig gemeinsam aus. Von 1958 bis 1977 war er als Dozent für Gestaltung an der Fachhochschule in Hamburg tätig.


Provenienz: Privatsammlung Hamburg

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.106)


Nachverkaufspreis
€ 1.400   (US$ 1.638)


Mahlmann, Max Hermann
Lineare Komposition

Los 8229

Lineare Komposition
Tempera und Ziehfeder auf schwarzem leichten Karton. 1963.
35,2 x 50 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Max H Mahlmann" und datiert.

"gudrun piper und max h. mahlmann benutzen das raster, das netz als symbol der ordnung, der offenheit und der klarheit. das raster bleibt aber eben nicht nur raster! es wird verändert, verdichtet, aufgelöst, verdunkelt, aufgehellt, verschoben, gedreht, gespiegelt, plastisch strukturiert. (...) beide künstler wollen ihre kunst durchschaubarer machen; sie lehnen den gestus ab, um der linie, der fläche und der farbe ihre autonomie zu geben." (Klaus Staudt in: max h. mahlmann gudrun piper. Ausst.-Kat. Galerie Heinz Teufel, Bad Münstereifel/ Mahlberg 1992, S. 7).


Provenienz: Privatsammlung Hamburg

Ausstellung: Galerie Heinz Teufel, Bad Münstereifel/ Mahlberg 1992

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.106)


Nachverkaufspreis
€ 1.400   (US$ 1.638)


Maillol, Aristide
Petite baigneuse

Los 8230

Petite baigneuse
Bronze mit dunkelbrauner Patina. Vor 1925/1960.
30,5 x 9,5 x 6,5 cm.
Unten rechts auf der Plinthe monogrammiert "AM" (ligiert) und verso unten am Stand mit dem Gießerstempel "C. VALSUANI CIRE PERDU". Auflage 6 num. Ex.
Vgl. Rewald 137.

Prachtvoller Guß mit wunderschöner Patina.
"Maillols Aussagen über seine Schaffensweise drehen sich um zwei gegensätzliche Begriffe: Natur und Idee. Während er mit Idee seine Vorstellung von der Komposition bezeichnet, versteht er unter Natur das Aktmodell mit seinen individuell ausgeprägten Körperformen. Die Aussagen, die Maillol über den Wert der Natur gemacht haben soll, schwanken zwischen Verehrung und Ablehnung. Darin ist jedoch kein Widerspruch zu sehen; denn es kam für ihn weder eine Arbeit ohne Orientierung am menschlichen Modell in Frage noch die sklavische Nachahmung des Naturvorbildes. ... Daß Maillol im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen immer wieder auch ohne Modell arbeitete, mag damit zusammenhängen, daß er vor allem zu Beginn seiner bildhauerischen Tätigkeit Schwierigkeiten hatte, Modelle zu finden. Im heimatlichen Banyuls war es für ein wohlanständiges junges Mädchen unmöglich, einem Künstler nackt zu posieren. Wie Maillol versicherte, waren seine frühesten Statuetten ohne Modell entstanden: 'Aber ich hatte das Modell in meiner Vorstellung. Auf der École des Beaux-Art habe ich überhaupt nichts gelernt, immerhin habe ich das Modell oft genug betrachtet. Ich kannte es auswendig.' War es am Anfang die Schwierigkeit, überhaupt Aktmodelle zu finden, so später die Eifersucht seiner Frau, die Maillol veranlaßte, die Arbeit nach dem Modell einzuschränken. Sein gutes Gedächtnis kam ihm zu Hilfe, als alter Mann bedauerte er: Heute habe ich kein Gedächtnis mehr, ich kann nicht ohne Modell arbeiten." (Ursel Berger, in: Aristide Maillol, Ausst.-Kat. Georg-Kolbe-Museum, Berlin 1996, S. 41 u. 42).
Posthumer Guss, Anfang der 1960er Jahre, nach der vor 1925 entstandenen Terracotta.

Schätzpreis
€ 25.000   (US$ 29.250)


Nachverkaufspreis
€ 20.000   (US$ 23.400)


Moholy-Nagy, László
Bauhaus Ausstellung Weimar

Los 8241

Bauhaus Ausstellung Weimar
Farblithographie auf dünnem Karton. 1923.
13,8 x 8,9 cm (14,3 x 9,6 cm).
Passuth 160.

Verso typographisch bezeichnet: "Postkarte, Staatliches Bauhaus Weimar, Ausstellung 1923, Ende Juli - September, Karte 7: Ladislaus Moholy-Nagy" sowie mit dem blauen Stempel: "Ausstellung 15. August bis 30. September". Einen Wendepunkt für die innere Entwicklung und die Außenwahrnehmung des Bauhauses stellte diese Ausstellung dar, die Tausende von Besuchern anzog. Es wurden insgesamt 20 lithographische Postkarten nach Entwürfen von Lehrern und Schülern gedruckt. Diese Kartenserie "war Bestandteil einer aufwendigen Werbekampagne, die diese erste große Leistungsschau der Schule mit ihren zahlreichen Zusatzveranstaltungen begleitete... Bei einer Gesamtauflage von 24000 Exemplaren dürfte die Auflage der einzelnen Karten wohl bei etwa 1000 Stück gelegen haben." (Klaus Weber, in: Punkt Linie Fläche. Druckgraphik am Bauhaus, Ausst.-Kat. Bauhaus-Archiv Berlin 1999, S. 247). Weil die Ausstellung verspätet eröffnet wurde, mussten alle Karten mit einem Stempel auf die Terminverschiebung hinweisen. Die Druckvorbereitung geschah in der graphischen Werkstatt des Bauhauses, den Druck besorgte Reineck & Klein, Weimar. Prachtvoller Druck mit dem vollen, kleinen Rand.

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.775)


Nachverkaufspreis
€ 5.700   (US$ 6.669)



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