Bitte Suchbegriffe eingeben:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Language / Lingua / Sprache


Lose im Nachverkauf

Katalog Moderne Kunst Teil I » zur Kunstabteilung
Moderne Kunst Teil I Auktion 110, Sa., 2. Dez., 15:00 Uhr


» Gesamter Katalog (Lose 8000 - 8359)

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen (art@bassenge.com),
da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.

» Kataloge bestellen

» AGB (als PDF)
» Bieter-Erstanmeldung (als PDF)
» Formular für Gebote (als PDF)
Kapitel Moderne Kunst Teil I / Modern Art Part I (Lose 8000 - 8359) » Kapitelwahl

1 2 3 4 5 6   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf

Hauptbild Beschreibung Status
Bouten, Armand
Strandleben

Los 8090

Strandleben
Aquarell und Deckweiß über Bleistiftvorzeichnung auf Velin. 1920er Jahre.
52 x 34,3 cm.
Unten links mit Feder in Rosarot signiert "Bouten".

Surreal verzerrte Badende in leuchtenden Farben an einem zitronengelben Strand und im violetten Wasser: Grelle Farben und kräftige Konturen bestimmen Boutens Aquarell. Sein früherer kubistisch- expressionistischer Stil ändert sich ab seiner ersten Reise nach Südeuropa, lebensvolle Themen wie Strandszenen, Jahrmärkte, Cafés und Bordelle halten Einzug in sein Werk. "Es sind eigenartige, spannungsgeladene Bilder von teilweise äußerster Expressivität. Sie verweisen auf einen offenbar ruhelosen Geist und rastlosen Menschen" (Michael Neumann, Armand Bouten 1893-1965, Ausst.-Kat. Berlin 1984, S. 6).

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.755)


Nachverkaufspreis
€ 1.200   (US$ 1.404)


Dalí, Salvador
Nähmaschine, aus: Les Chants de Maldoror

Los 8103

Nähmaschine, aus: Les Chants de Maldoror
Heliogravure mit Kaltnadel auf Velin. 1934.
22 x 17 cm (33 x 25 cm).
Auflage 60 Ex.
Michler/Löpsinger 31 b.

Blatt 21 der insgesamt 44 Blätter umfassenden Folge "Les Chants de Maldoror" zu den Texten von Lautréamont, erschienen in einer Gesamtauflage von 100 Exemplaren. Klarer, sehr schön nuancierter Druck mit feinem Plattenton und dem vollen Rand.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.755)


Nachverkaufspreis
€ 1.200   (US$ 1.404)


Dix, Otto
Susu (Negerkind)

Los 8106

[*] "Susu" (Negerkind)
Farblithographie auf Van Gelder Zonen-Bütten. 1964/65.
63 x 51 cm (88,6 x 64,7 cm).
Signiert "Dix", datiert und betitelt. Auflage 60 num. Ex.
Karsch 301 III.

Die Auflage dieses großformatigen Blattes erschien im Selbstverlag von Otto Dix, Dresden; Druck Ehrhardt, Dresden. Susu war die ghanaische Spielgefährtin von Dix' Enkeltochter Nana. Exzellenter, in den Farben wunderbar kräftiger und außergewöhnlich leuchtender Druck von fünf Steinen in Schwarz, Blau, Gelb, Hellbraun und Rot, mit sehr breitem Rand.

Schätzpreis
€ 3.500   (US$ 4.094)


Nachverkaufspreis
€ 3.000   (US$ 3.510)


Echtermeyer, Curt
Selbstbildnis

Los 8108

Selbstbildnis
Öl auf Holz. 1916.
19,8 x 16,7 cm.
Unten rechts mit Bleistift datiert.

Wie Echtermeyers Bilder mit dem Auge allein nicht ausreichend erfasst werden können, so fordert auch das eindringliche Selbstbildnis des jungen Künstlers zu tieferer Betrachtung heraus. Wir sehen ihn ganz nahe, so dass der Hals aus dem unteren Bildrand herauswächst. Die warme, rot-braune Palette lässt Porträt und Grund soweit miteinander verschmelzen, dass rechts sich gerade noch die unbekleidete Schulter vom Hintergrund abhebt, während links Inkarnat und Umraum nicht mehr zu unterscheiden sind. Das markante Gesicht mit den wachen Augen hebt sich mit wenigen hellen Höhungen und den Schattierungen weich vom Raum ab. Der Glanz der Höhungen, die Wärme der Tonalität und der unbekleidetete Oberkörper vermitteln den Eindruck von Wärme oder Erhitzung. Mit beeindruckender Intensität scheint der Künstler tiefer als nur auf seine physische Erscheinung zu blicken. Und meist tritt in Echtermeyers Bildern die sichtbare Erscheinung der Dinge zugunsten ihrer inneren Realität zurück.
"...der Maler Curt Echtermeyer malt Bilder, die ihn als einen der wenigen legitimen Surrealisten Berlins ausweisen... Das Zwischenreich bricht auf, Nachtgespenster, Spuk und Schimären geistern in die Bildfläche herein und manchmal ist es, als stocke dem Maler der Pinsel vor den Visionen, die ihn bedrängen. Laut seinem Geburtsschein ist der Maler ein Enkel des seinerzeit bekannten Bildhauers Carl Echtermeyer, in seinen surrealistischen Phantasien ist er jedoch ein Enkel Munchs und James Ensors." (Hellmut Kotschenreuther, in: Der Kurier 8. Dez. 1955, S. 3).
Der Umfang von Curt Echtermeyers surrealem Frühwerk ist klein. Erst 2014 wurden die noch vorhandenen Arbeiten aus den 1920er Jahren mit einer Ausstellung in der Galerie Bassenge gewürdigt. Es war die erste Einzelausstellung mit Werken dieses Künstlers seit dem Zweiten Weltkrieg.
Verso mit einem Ausstellungsetikett des Archivs Klaus Spermann.

Provenienz: Nachlass Curt Echtermeyer
Privatbesitz Berlin

Ausstellung: Curt Echtermeyer, Ölbilder und Pastelle, Galerie Bassenge, Berlin 2014 (Kat.-Nr. 14, Abb. S. 19)

Literatur: Galerie Bassenge u. Archiv Klaus Spermann, Curt Echtermeyer, Ölbilder und Pastelle, Ausst.-Kat. Galerie Bassenge / Archiv Klaus Spermann, Berlin 2014 (Abb. S. 19, Kat.-Nr. 14)

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.925)


Nachverkaufspreis
€ 2.000   (US$ 2.340)


Ernst, Max
Die Ballade vom Soldaten

Los 8110

Die Ballade vom Soldaten
95 S. mit 34 teils farbigen Lithographien auf Arches-Velin. Lose in illustr. Orig-Umschlag in illustr. Orig.-Leinendecke und Orig.-Schuber. 1972.
40,5 x 30 cm.
Im Druckvermerk signiert "Max Ernst" und "G. Ribemont-Dessaignes" sowie als Exemplar "H(ors) C(ommerce)" bezeichnet.
Monod II, 9695. Spies-Leppien 218 D.

Die Ballade von Georges Ribemont-Dessaignes mit den lithographischen Illustrationen Max Ernsts erschien in der deutschen Ausgabe in einer Gesamtauflage von 217 Exemplaren im Verlag Pierre Chave, Vence. Jeweils prachtvolle Drucke mit dem vollen Rand.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.106)


Nachverkaufspreis
€ 1.500   (US$ 1.755)


Felixmüller, Conrad
Versammlungsredner (Der Arbeiter spricht)

Los 8116

Versammlungsredner (Der Arbeiter spricht)
Farbholzschnitt auf Bütten. 1920.
54,5 x 34,5 cm (57,8 x 44,7 cm).
Signiert "Felixmüller", datiert, betitelt und bezeichnet "farbiger Holzschnitt". Auflage ca. 10 Ex.
Söhn 230.

Der Tischler Heynemann, Modell für den "Versammlungsredner", stand vor Gericht in den Dresdner Prozessen gegen Kommunisten, weil er engagiert für die Emanzipation der Arbeiterklasse und für die Räterepublik kämpfte. Felixmüller zeigt den Tischler im Brustbild, kerzengerade mit aufwärtsgewandtem Gesicht und weit geöffneten Augen hinter der runden Brille. Der leicht geöffnete Mund und der eifrig beschäftigte Schreiber im Hintergrund weisen ihn als Redenden aus.
Felixmüllers frühes Schaffen ist von einem sozialkritisch intendierten Expressionismus bestimmt, den er bald zu einem individuell geprägten, expressiven Realismus transformiert. Die Bildflächen löst Felixmüller mit schrägen Parallelschnitten auf und lässt eine differenzierte Formenvielfalt entstehen, die charakteristisch für seine Bildauffassung seit seiner Reise ins Ruhrgebiet 1920 ist; "die Linie nimmt mit der differenzierten Nuance der Handschrift - anders als die in der Fläche vereinfachende Struktur bisher - an der Aufbereitung von Erfahrungen und Anteilnahme teil, die ein Mehr an Wirklichkeit einbringt." (F. W. Heckmanns, in: Conrad Felixmüller, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Düsseldorf 1986, S. 19).
Die Auflage betrug nominell 20 Exemplare sowie die Probedrucke, effektiv entstanden lediglich ca. 10 Exemplare des großformatigen, äußerst seltenen Blattes. Felixmüller druckte den Farbholzschnitt von vier Platten in Oliv, Hellgrün, Dunkelgrün und Rosa. Prachtvoller, farbsatter Druck, teils mit der belebenden Struktur des Holzstockes, mit Rand. Rarissimum, in den letzten 30 Jahren nur einmal im Kunsthandel angeboten.

Schätzpreis
€ 30.000   (US$ 35.100)


Nachverkaufspreis
€ 24.000   (US$ 28.080)


Gilles, Werner
Geburt der Libelle V

Los 8130

"Geburt der Libelle V"
Aquarell auf Velin. 1959.
48,5 x 36 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Gilles" und datiert, verso betitelt.
Wohl Schwengers A 391.

Lyrisch gestimmte, lichtvolle Komposition aus Gilles' späterer Schaffenszeit auf Ischia, die seine Beschäftigung mit den Strömungen des Informel spiegelt. Schwengers verzeichnet für das Jahr 1959 lediglich ein weiteres Aquarell des Künstlers zum Thema "Geburt der Libelle", so dass nicht sicher nachzuweisen ist, ob es sich trotz der übereinstimmenden Maße bei dem von ihr verzeichneten Blatt um die vorliegende Arbeit handelt.

Provenienz: Galerie Rosenbach, Hannover
Privatbesitz Niedersachsen

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.053)


Nachverkaufspreis
€ 700   (US$ 819)


Gilles, Werner
Die Misstrauische

Los 8132

"Die Misstrauische"
Aquarell und Deckweiß auf Bütten. 1947.
48 x 62,2 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "Gilles" und datiert, verso betitelt und bezeichnet "6/5845".
Schwengers A 172.

Aus der Folge "Menschliches, Allzumenschliches", entstanden 1947 in Schwarzenbach / Saale und benannt in Anlehnung an Nietzsches Aphorismensammlung. Bedeutende Eckpfeiler in Gilles' Oeuvre sind die Zyklen. Über das Abbild der Wirklichkeit hinaus versucht der Künstler, das Wesen von Mensch und Landschaft zu ergründen, und es gelingt ihm, Unsichtbares in einer verzauberten Welt voller vogelhafter Fabelwesen zu visualisieren. Die Anregungen zu diesen lebhaft farbigen Bildmotiven fand Gilles durch seine Beobachtungen auf einem Hühnerhof. "Die phantasievollen Vogelwesen haben zum Teil menschliche Züge erhalten, sie stehen somit unmittelbar in der Tradition der Mensch-Tier-Vergleiche, deren Absicht es ist, Menschliches im Tier und animalische Züge im Verhalten des Menschen aufzudecken." (Schwengers S. 143).

Provenienz: Ketterer, München, Auktion 51, November 1981, Nr. 476 (mit Abb.)
Galerie Rosenbach, Hannover, mit deren Klebeetikett verso
Privatbesitz Niedersachsen

Ausstellung: Der Maler Werner Gilles, Kestner-Gesellschaft, Hannover 1949, Kat.-Nr. 128

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.340)


Nachverkaufspreis
€ 1.600   (US$ 1.872)


Grosse, Katharina
Ohne Titel; New York; R R im Bad; Flowers; Torso

Los 8136

Ohne Titel; R R im Bad; Flowers; Torso, New York
1 übermaltes Foto, 1 Foto mit Zeichnung, 2 Fotos, 1 übermalte Postkarte.
9 x 14,5 bis 13 x 18 cm.
Alle Arbeiten verso signiert "Katharina Grosse" (3) bzw. "Katharina" und "Kathy-Babe".

Diese originelle, humorvolle und aufschlussreiche Sammlung von fünf sehr frühen, teils als Postkarten benutzten, bislang nicht publizierten Arbeiten von Katharina Grosse stammt aus den Studienjahren in Düsseldorf. Der Adressat war einer der ersten Sammler, hat mit der Künstlerin mehrere Reisen unternommen und Werke in verschiedenen Techniken (Acryl, Aquarell, Fotos, Korrespondenzen) zusammengetragen sowie bei regelmäßigen Treffen darüber diskutiert. Die kleine Sammlung lässt die Tendenzen der aktuellen Schaffensphase schon unmissverständlich erkennen: Die Überblendtechnik in der Fotografie weist auf die Spray-Bilder hin, die Übermaltechnik lässt New York konsequenter zurücktreten als z.B. bei Dieter Rot und widmet sich der Struktur und den Farben. Aus Fundstücken werden Gestaltungen und Umgestaltungen in typischer Manier, garniert mit witzigen und wertvollen, autobiografischen und handschriftlichen Notizen der Malerin. Beigegeben: Eine signierte frühe Lithographie von Katharina Grosse. Selten.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.680)


Nachverkaufspreis
€ 3.500   (US$ 4.094)


Grosz, George
Hexensabbat mit Selbstportrait

Los 8138

Hexensabbat mit Selbstportrait
Bleistift auf Velin. Um 1925.
59,6 x 46 cm.
Verso mit dem Nachlaßstempel und der Numerierung "1/296/6".


Aber nirgendwo ein Licht
im verirrten Märchen
Und doch ist er ein Kind ...
(Else Lasker-Schüler über George Grosz)

Ein Reigen von tanzenden Hexen füllt das ganze Blatt aus. Nackte Körper ergeben einen Strudel von Lust und Begierde. Eine Hexe hält ihren Besen zum Abflug bereit. Doch wendet sie ihr Haupt mit verschlossenen Augen über die Schulter zurück. Im nächsten Augenblick wird sie ihre Augen öffnen und auf den Künstler blicken. Dieser verharrt ängstlich in der Ecke unten rechts: Seine Hände hält er betend zusammengefaltet vor seiner Brust, seine Augen sind verschlossen und zusammengekniffen. Grosz zeichnet sich selbst als einen Mann, der an ein kleines Kind erinnert, das schutzlos dem Gewitter ausgesetzt ist und hofft, dass es an ihm vorüberzieht. Dem Wesen der Hexen, das dem Bösen aus dem Märchen entspringt, ist dem der Dirnen hier gleichzusetzen. Grosz, in dessen Oeuvre sich spätestens seit der „Ecce Homo“ Mappe von 1923 immer wieder anstößige Nachtcafé-Szenen finden lassen, karikiert das Selbstverständnis des Mannes in der damaligen Zeit. Er deckt das Tabu der männlichen Angst angesichts zügelloser weiblicher Lust auf.

Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland

Schätzpreis
€ 7.500   (US$ 8.775)


Nachverkaufspreis
€ 5.000   (US$ 5.850)



1 2 3 4 5 6   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf