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Katalog Moderne Kunst Teil I » zur Kunstabteilung
Moderne Kunst Teil I Auktion 110, Sa., 2. Dez., 15:00 Uhr


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Kapitel Moderne Kunst Teil I / Modern Art Part I (Lose 8000 - 8359) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Gleichmann, Otto
Ruhender Mann am Meer

Los 8010

Ruhender Mann am Meer
Kreide in Schwarz auf festem Velin. 1920.
19,2 x 16 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "O. Gleichmann" und datiert sowie unten rechts bezeichnet "No. 211".

"Die fragilen Figurationen, seit dem Ersten Weltkrieg mit all den folgenden Bestürzungen und Verstörungen, von Angst und Melancholie, Isolierung und somnambuler Introvertiertheit gezeichnet, haben sich nie dem aktuellen Tagesgeschehen zugewandt, sie waren längst dem Tod und der latent lauernden Apokalypse näher als den täglichen Bedrohungen und greifbaren Schrecknissen" (J. Büchner, zit. nach Otto Gleichmann, Ausst.-Kat. Sprengel-Museum Hannover 1987, S. 44).

Schätzpreis
€ 500   (US$ 585)


Zuschlag
€ 350 (US$ 409)


Gleichmann, Otto
Circusreiterin

Los 8011

"Circusreiterin"
Gouache auf Velin. 1925.
47,7 x 64 cm.
Unten links mit Feder in Schwarz signiert "O. Gleichmann" und datiert, verso mit Bleistift betitelt und als "unverkfl." bezeichnet.

Statt als Ort der Fröhlichkeit und Ausgelassenheit wirkt der Zirkus bei Otto Gleichmann beklemmend. Ein dunkler, geschlossener Raum, in dem das Rund der Brüstung die gespenstischen Zuschauer mit ihren maskenhaften Gesichtern von der Manege und der Reiterin auf ihrem Schimmel trennt. Aufrecht und würdevoll reitet sie in schwarzem Anzug und Zylinder, das blasse Antlitz ins Profil gedreht. Ein skurriler Pierrot weist aus der unteren rechten Ecke mit seiner Pfauenfeder auf die Reiterin. Gebrochene Blau-, Grün- und Gelbtöne dominieren die Komposition, gestaltet in Gleichmanns ganz eigener Handschrift von "wolligen Schattenstrichen", wie Theodor Däubler 1918 den Stil des Künstlers bezeichnete (zit. nach: "Otto Gleichmann zum 100. Geburtstag", Ausst.-Kat. Sprengel Museum Hannover 1987, S. 69). Zurückhaltung, Distanz und Einsamkeit charakterisieren Gleichmanns Figuren immer wieder und umwehen auch die "Circusreiterin" wie ein melancholischer Schleier, und die Szenerie scheint mehr in einer Art Zwischenwelt als in der Wirklichkeit zu spielen. Der Künstler gilt als großer Einzelgänger unter den Expressionisten. Er studierte zunächst an den Kunstakademien in Düsseldorf, Breslau und Weimar. Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat an der französischen und russischen Front, im Kriegslazarett und in Hannover. 1918 trat er der "Hannoverschen Sezession" bei, wo er Kurt Schwitters traf. Die Galerie Alfred Flechtheim in Düsseldorf zeigte bereits 1919 Gleichmanns Arbeiten in einer Einzelausstellung.

Ausstellung: Otto Gleichmann - Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen, Kunstverein Hannover 1957, (Kat.-Nr. 65)

Literatur: Otto Gleichmann - Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen, Kunstverein Hannover 1957, Nr. 65, (Abb. S. 21)
Galerie Wolfgang Ketterer, München um 1966, Lagerkatalog 40, Nr. 38 (mit Abb.)
Rudolf Lange (Hrsg.), Otto Gleichmann, Göttingen 1963, (Abb. S. 38)

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.850)


Zuschlag
€ 6.800 (US$ 7.955)


Gleichmann, Otto
Zwei Männer in Landschaft

Los 8012

Zwei Männer in Landschaft
Bleistift auf Zeichenpapier. 1919.
31 x 22 cm.
Unten rechts und mittig mit Bleistift zweifach signiert "O. Gleichmann" und datiert sowie unten links bezeichnet "No. 159".

Die dicht komponierte, komplexe Szenerie zeigt zwei Männer und ein Pferd in einer Landschaft, nahe einer Stadt am Meer. Charakteristische frühe Zeichnung Gleichmanns.

Provenienz: Galerie Wolfgang Ketterer, München

Literatur: Galerie Wolfgang Ketterer, München um 1966, Lagerkatalog 40, Nr. 6 (mit Abb.)

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.053)


Zuschlag
€ 700 (US$ 819)


Gleichmann, Otto
2 Köpfe

Los 8013

"2 Köpfe"
Kreide in Schwarz, leicht gewischt, auf festem Velin. 1926.
25 x 19 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "O. Gleichmann" und datiert sowie bezeichnet "No. 428", unten links betitelt.

Gleichmann zeichnet Mann und Frau so dicht beieinanderstehend, dass sie miteinander verbunden wirken. Ihre Blicke aus den nachdenklichen Gesichtern gehen jedoch in unterschiedliche Richtungen, so dass sie doch letztlich allein in dem angedeuteten, kargen Innenraum sind und trotz ihres dichten Nebeneinanders tragisch beziehungslos scheinen. Die Linienführung erfasst die Gesichtszüge der beiden Figuren gelöst, locker und unruhig-suchend.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 585)


Zuschlag
€ 400 (US$ 468)


Gleichmann, Otto
Der Trinker

Los 8014

Der Trinker
Kreide in Schwarz auf festem Velin. 1920.
19,2 x 15,5 cm.
Unten links mit Bleistift signiert "O. Gleichmann" und datiert sowie bezeichnet "No. 207".

Die leicht deformierte Gestalt mit dem Zylinderhut taucht in Gleichmanns Zeichnungen immer wieder auf. Hier sitzt der Mann in vom Alkohol gelöster Haltung etwas schräg, mit von sich gestreckten Beinen auf dem Stuhl zwischen Zimmerpflanze und Tisch, darauf Weinglas und Flasche. Sein Anzug hängt verbeult am dünnen Körper, das ausgezehrte Gesicht ist von Tränensäcken gezeichnet. Sein Blick jedoch trifft direkt auf den Betrachter. Mit kurzen Schraffurenbündeln und feinsinnig-tastenden Konturen zeichnet Gleichmann die skurrile Gestalt und den um sie herum bewegten Raum.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 585)


Zuschlag
€ 440 (US$ 514)


Gleichmann, Otto
Das Flüstern zwischen den Häusern

Los 8015

"Das Flüstern zwischen den Häusern"
Feder in Schwarz und Aquarell auf festem Velin. 1920.
17,8 x 16,8 cm.
Unten links mit Feder in Schwarz signiert "O. Gleichmann" und datiert sowie unten mittig betitelt.

Das Blatt "Das Flüstern zwischen den Häusern" gehört zu den seltenen frühen Aquarellen Otto Gleichmanns. Gebrochene Blau-, Grün-, Rosa- und Gelbtöne dominieren die Komposition. Das Aquarell ist charakteristisch für die Gruppe von 1920 bzw. 1921 entstandenen Arbeiten Gleichmanns, alle kleineren Formates, in denen er Federzeichnung und Aquarell kombiniert. Künstlerisch waren die 1920er Jahre der Höhepunkt seines expressionistischen Oeuvres, und er entwickelte in dieser Zeit seine eigentümliche, unverwechselbare Formensprache. In Hannover und in Berlin bewegte er sich damals unter vielen Künstlerfreunden und Berühmtheiten der modernen Avantgarde, u.a. Alfred Flechtheim, Theodor Däubler, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Hans Arp, Kurt Schwitters oder Otto Dix. "Gleichmann, der mit Grazie auf eine naive Weise witzig sein kann, ist ... ein großer Liebender. Er liebt die menschlichen, animalischen und pflanzlichen Geschöpfe dieser Welt. Aber er weiß von der Nichtigkeit und Flüchtigkeit alles Irdischen, von der Wandelbarkeit und von der Verwesung alles diesseitigen Glücks. Daß das Leben nicht wirklicher sei als ein Traum, dieser Calderon'sche Gedanke macht den Bildinhalt fast all seiner Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus." (Peter Lufft, in: Otto Gleichmann, Ausst.-Kat. Braunschweig 1955).

Provenienz: Galerie Wolfgang Ketterer, München

Ausstellung: Kestner-Museum Hannover 1970, Nr. 87

Literatur: Galerie Wolfgang Ketterer, München um 1966, Lagerkatalog 40, Nr. 18 (mit Abb., dort mit der Werknummer "265" verzeichnet)
Otto Gleichmann, Ausst.-Kat. Kestner-Museum Hannover 1970, Nr. 87

Schätzpreis
€ 2.400   (US$ 2.808)


Zuschlag
€ 8.000 (US$ 9.360)


Gleichmann, Otto
Stadtszene

Los 8016

Stadtszene
Kreide in Schwarz auf festem Velin. 1918.
21 x 27,2 cm.
Oben links mit Bleistift signiert "O. Gleichmann" und datiert sowie bezeichnet "No. 30".

Ein kristallines Gefüge von spitzen Winkeln ist diese Stadtszene, in der Passanten eine Straße hinabströmen, von oben rechts nach unten links quer durch die Zeichnung. Langgestreckte, schemenhafte Leiber sind im Liniengewirr mit ihrer Umgebung verwoben, breite Schraffuren beleben zusätzlich den Hintergrund und verstärken die Unruhe der städtischen Szenerie. Allein die Gesichter mit überdeutlichen Augen heben sich klar aus dem Gewirr ab. So entsteht ein gespenstisches Zögern, eine plötzliche Stille inmitten all der Unruhe. Diese spukhafte, verwirrende Welt zeichnet Gleichmann im Jahr des Kriegsendes, bald nach seiner Entlassung aus dem Lazarett.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 702)


Zuschlag
€ 400 (US$ 468)


Gleichmann, Otto
Rückfälle in das Verlorene

Los 8017

"Rückfälle in das Verlorene"
Kreide in Schwarz auf festem Velin. 1921.
33 x 24 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "O. Gleichmann" und datiert sowie zweifach bezeichnet "No. 289", oben rechts und nochmals unten links auf dem Passepartout betitelt.

Von verwirrender Komplexität, kompositorisch wie auch inhaltlich, ist Gleichmanns Zeichnung "Rückfälle in das Verlorene". Aus einem kristallinen Linien- und Winkelgespinst scheinen verschiedene skurril verzerrte Gesichter hervor. Zentrales Thema in seiner Kunst ist der Mensch "als der gefallene Engel, dem das Sehnen nach einem vollkommenen Urzustand als bittere Mitgift in sein Erdendasein mitgegeben wurde, der bei seinem Sturz die diabolischen Mächte kennengelernt hat, sich aber gegen sie wehrt und deshalb ein zwischen Licht und Finsternis Hin- und Hergestoßener sein muss." (F. Stuttmann, in : Otto Gleichmann, Ausst.-Kat. Kunstverein Hannover 1957, S. 6). Otto Gleichmanns Wohnung in Hannover wurde seit 1920 bis 1933 zum Treff- und Austauschpunkt bedeutender Künstlerpersönlichkeiten, darunter Hans Arp, Alexej Jawlensky, Kurt Schwitters und El Lissitzky.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 936)


Zuschlag
€ 1.700 (US$ 1.988)


Gleichmann, Otto
Bei der Wahrsagerin

Los 8018

Bei der Wahrsagerin
Bleistift auf Velin. Um 1921.
27,5 x 21,5 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "O. Gleichmann".

Möglicherweise entstand die Zeichnung im Zusammenhang mit Gleichmanns lithographischer Folge "Chimären", verlegt als Mappe X 1921 von der Galerie Flechtheim. Zentral in der Darstellung steht das skurril verzerrte Gesicht der Wahrsagerin in dieser charakteristischen Zeichnung aus dem Frühwerk. Unten rechts krümmt eine Katze ihren Buckel, auf dem Tisch links findet sich allerlei Zauberbeiwerk. In seinen um 1920 entstandenen Zeichnungen verarbeitete Gleichmann die Eindrücke des Krieges. "In den Gesichtern spiegelt sich sein Urerlebnis der Gefährdung und Vergänglichkeit des Lebens und der Zerbrechlichkeit der Welt. Der Krieg hatte ihm diese Einsicht brutal eingehämmert." (Rudolf Lange, in: "Otto Gleichmann zum 100. Geburtstag", Ausst.-Kat. Sprengel Museum Hannover 1987, S. 27).

Schätzpreis
€ 800   (US$ 936)


Zuschlag
€ 2.600 (US$ 3.042)


Gleichmann, Otto
Mann - Weib - Kirchen

Los 8019

"Mann - Weib - Kirchen"
Kreide in Schwarz auf Velin. 1919.
26,2 x 20 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "O. Gleichmann", verso datiert, betitelt und bezeichnet "Nr. 161".

Wie ein feines, kristallines Netz zieht sich der Zeichenstrich des Künstlers übers Blatt und lässt verzerrte Figuren in einer traumartig-skurrilen Welt entstehen. "In seinen Bildern gestaltete Gleichmann eine aus der Wirklichkeit gewachsene surreale Welt mit Verwendung stilistischer Deformationselemente des Expressionismus. Gotik und Rembrandt waren ebenso wichtige Anregungsmomente." (Galerie Wolfgang Ketterer, München, Lagerkatalog 40, S. 1). Otto Gleichmann gilt als großer Einzelgänger unter den Expressionisten. Er studierte zunächst an den Kunstakademien in Düsseldorf, Breslau und Weimar. Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat an der französischen und russischen Front, im Kriegslazarett und in Hannover. 1918 trat er der "Hannoverschen Sezession" bei, wo er Kurt Schwitters traf. Die Galerie Alfred Flechtheim in Düsseldorf zeigte bereits 1919 Gleichmanns Arbeiten in einer Einzelausstellung.

Provenienz: Galerie Wolfgang Ketterer, München

Literatur: Galerie Wolfgang Ketterer, München, Lagerkatalog 40, Nr. 7 (mit Abb.)

Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.404)


Zuschlag
€ 2.000 (US$ 2.340)



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