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Katalog Druckgraphik des 15.-19. Jahrhunderts » zur Kunstabteilung
Druckgraphik des 15.-19. Jahrhunderts Auktion 114, Mi., 27. Nov, 10.00 Uhr


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Los 5494 Piranesi, Giovanni Battista
Le Antichità Romane
Im Nachverkauf


"Le Antichità Romane. Opera del Cavaliere Giambattista Piranesi Architetto Veneziano divisa in quattro tomi". Ca. 270 Radierungen in insgesamt 4 Bänden, vorne mit dem gestochenem Porträtfrontispiz von Polanzani, 6 großen gestochenen Initialen, 2 Textkupfern auf 210 (statt 215; davon 112 doppelblattgroßen und 8 mehrfach gefalteten) num. Tafeln (inklusive Titel, Frontispize und Indices). Sämtlich gebunden in vier Bänden mit modernem rotbraunem Kalbsleder im Stil d. Z. mit 2 goldgeprägten grünen Leder-RSchildern, Lederecken und Kleisterpapier-Deckelbezügen. 52,5 x 39 cm. Angelo Rottilo, Rom 1756. Hind S. 83-84, Focillon 224, Wilton-Ely 279-528. Wz. Fleurs-de-lis mit ovalem Gürtel im Kreis (ca. 1748-1760).

Das Monumentalwerk Giovanni Battista Piranesis präsentiert beinahe vollständig in vier Imperialfolianten die Ruinen der antiken Grabanlagen in Rom und Umgebung. "Der Wert dieser Sammlung liegt in den aufgemessenen Grundrissen, den genau nachgezeichneten Gesimsen und Profilen, also einem Gebiet, das dem Laien weniger sagt, das aber für die Geschichte der römischen Baukunst von ungeheurem Wert ist" (Volkmann). Die Suite hier in der ersten frühen Ausgabe auf besonders luxuriösem und bemerkenswert starkem Papier mit dem Lilienwasserzeichen mit dem Lanzettenkopf, den beiden Abspreizern und dem ovalen Gürtel, das die Vermutung nahelegt, es handele sich um eines der Präsentations-Exemplare, die Piranesi in der Accademia di San Luca in Rom für potentielle Subskribenten ausstellen ließ. Andrew Robison erwähnt, dass neben einigen Veduten und den 'Carceri' frühe Exemplare der "Antichità Romane" dieses Zeichen im Papier haben, eben jene "presentation volumes" (vgl. Robison 1978, S. 216, Nr. 5).
In dieser ersten frühen Ausgabe ist die Folge noch dem irischen Staatsmann und Kunstmäzen James Caulfield, Lord Charlemont (1728-1799) gewidmet. Charlemont war zunächst ein Sponsor Piranesis, dessen Camera sepolcrali degli antichi romani (ca. 1750) er subventionierte. Piranesi radierte eine große Anzahl weiterer Tafeln und Charlemont versicherte weitere Subventionen, um den erheblichen finanziellen Aufwand auszugleichen. Piranesi fügte sie dem Werk hinzu und veröffentlichte 1756 das vierbändige Set unter dem Titel Le Antichità romane. Zu diesem Zeitpunkt war Charlemont jedoch bereits nach Irland zurückgekehrt und stellte dem Künstler trotz wiederholter Aufforderungen nicht die erwartete Zahlungen zur Verfügung, sondern lediglich eine kleinere Summe von weniger als 200 scudi. Infolgedessen entfernte Piranesi, frustriert und wütend, die Widmungen an Charlemont, die in den ersten frühen Zuständen der Titelseiten des Werks noch vorhanden sind, und löschte alle Verweise auf seinen früheren Gönner gewissenhaft. Piranesi schrieb: "Se la cosa è tale in effetto, io son pronto a cancellar l'epigrafe, ed il rispetto profondo che professo a. v. g. mi asterrà dal far cosa che possa recarle del dispiacere" (Wright-Gilbert 1891, I, 234, 50). Abzüge mit der Widmung an Charlemont im ersten Druckzustand der Platte sind von größter Seltenheit.
Die "Antichità Romane" hatten nach dem Erscheinen eine durchschlagende Wirkung in nahezu ganz Europa. Piranesi erhielt Bestellungen aus Schweden, Frankreich und England, selbst die russische Zarin bestellte das Werk (vgl. Wilton-Ely, Piranesi Vision und Werk, S. 69).
In vorliegender Ausgabe enthalten sind:
Band I: Porträtfrontispiz Piranesis von Polanzani (1750), typogr. Titel, Widmungsblatt an Charlemont (= Tafel I), 2 Bl. mit gestochener Initiale, Tafeln (II-VII), S. 1-40, 30 Tafeln (VIII-XXXVII) mit 60 Kupferstichen, Tafel XXXVIII, XI S., Tafel XXXIX-XL, iii S., Tafeln XLI-XLIII, Indice S. i-iv, Tafel XLIIII, Indice S. i-iii, 1 Bl. "Repertorio".
Typographische Blätter mit zus. 6 gestochenen Initialen und 2 Textkupfern.
Band II: Kupfertitel (= Tafel I), Tafel II, Tafel III (= gestochener "Indice"), Tafeln IV-LXIII (fehlen Tafeln XXIV, LVII), also zus. 61 (statt 63; 41 doppelblattgroße, 1 mehrfach gefaltete).
Band III: Kupfertitel (= Tafel I), Tafeln III-LIV (fehlen Tafeln II, XL und XLIV), also zus. 51 (statt 54; 42 doppelblattgroße, 1 mehrfach gefaltete).
Band IV: Kupfertitel (= Tafel I), Tafel II (= Frontispiz, hier mit der Widmung an Charlemont), Tafel III ("Indice"), Tafeln IV-LVI, also zus. 56 (24 doppelblattgroße, 5 mehrfach gefaltete).

Es fehlen lediglich fünf Tafeln: Band II, Tafel XXIV ("Grand'Urna di porfido), Tafel LVII ("Urne, cippi, e vasi"). Dem Band III fehlen die Tafeln II (Frontispiz "Antiquus circi martial."),Tafel XL ("Veduta della Piramide di Caio Cestio") sowie Tafel XLIV ("Spaccato della Piramide di Caio Cestio"). Die in den Bibliographien aufgeführte Tafel LVII ("Avanzi di un Collegio di Silvano Aureliano") war nie Teil der ersten Ausgabe. So führt der "Indice" im Band auch nur 56 Tafeln auf.
Sämtlich ganz ausgezeichnete bis prachtvollen Drucke auf den vollen Bogen. Ganz wenige Tafeln mit alt hinterlegten Randeinrissen bzw. vereinzelten kleinen restaurativen Eingriffen an den äußeren Rändern, wenige Knickspuren oder Falze. Vereinzelt geringfügig stockfleckig, vornehmlich zu den Rändern hin, sonst insgesamt sehr einheitlich erhaltenes und bemerkenswert schönes Exemplar Diese erste, frühe Ausgabe ist in keiner deutschen Sammlung nachweisbar. In dieser wunderbaren Edition und komplett in vier Bänden von allergrößter Seltenheit.

Schätzpreis
€ 38.000   (US$ 41.800)


Nachverkaufspreis
€ 35.000

(US$ 38.500)
(GBP 31.150)
(CHF 38.500)


Los 5494 Piranesi, Giovanni Battista
Le Antichità Romane
Im Nachverkauf

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