Bitte Suchbegriffe eingeben:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Language / Lingua / Sprache


Lose im Nachverkauf

Katalog Autographen » zur Buchabteilung
Autographen Auktion 110, Mi., 18. Okt., 14.30 Uhr


» Gesamter Katalog (Lose 2101 - 2569)

» Kataloge bestellen

» AGB (als PDF)
» Bieter-Erstanmeldung (als PDF)
» Formular für Gebote (als PDF)
Alle Kapitel Autographen Literatur / Autographs Literature / Autografi letteratura
bis
Autographen Musik, Theater und Film / Autographs Music, Theatre and Film
» Kapitelwahl

1 2 3 4 5 6 7 8 9 ... 15   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf

Hauptbild Beschreibung Status
Gervinus, Georg Gottfried
Billet um 1861

Los 2154

Gervinus, Georg Gottfried, Historiker, Publizist und Literaturwissenschaftler, Professor in Göttingen und Heidelberg, einer der "Göttinger Sieben" (1805-1871). Eigh. Billet m. U. "Gervinus". 1/2 S. Quer-gr. 8vo. O. O. (um 1861).

„P. P. Möchten Sie wohl bei Franz in München anfragen, ob er nicht ein Buch, dessen ganz genauen Titel ich leider nicht angeben kann Arlioti, vida del conde Capodistria, vor 1859 erschienen (vielleicht Harlioti?) mir verschaffen könnte?" - Gemeint ist offenbar eine Biographie des Grafen Joannis Kapodistrias (1776-1831), der als Begründer des modernen griechischen Staates gilt und 1831 ermordet wurde.

Schätzpreis
€ 90   (US$ 105)


Nachverkaufspreis
€ 60   (US$ 70)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Diezmann, Johann August
Brief 1831

Los 2157

- Diezmann, Johann August, Schriftsteller und Publizist, Herausgeber und Redakteur mehrerer verbreiteter Zeitschriften, publizierte viel über das Weimar der Goethezeit (1805-1869). Eigh. Brief m. U. "Dr. A. Diezmann" sowie mit Adresse und Siegel. 2 S., sehr eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 4to. (Leipzig) 21.X.1831.

Sehr umfangreicher Brief an den Verleger Baumgartner in Leipzig. Ausführlich über die Drucklegung des ersten Bandes seines "Vollständigen Taschenwörterbuches der vier Hauptsprachen Europas" (1832-1836). Baumgartner hatte ihm vorgeworfen, daß er noch sehr viele Fehler gefunden habe. Diezmann verteidigt sich weitschweifig, führt an, warum nur zwei statt, wie kontraktlich vereinbart, vier Revisionen stattgefunden hätten etc. und geht auf die Arbeit der Setzer ein: "... NB - daß Herr Schelter sagt, es mußten ganze Spalten umgegossen werden, ist ein Irrthum, oder ich kenne ihre Stereotype nicht, was mir Niemand sagen soll. Geht ein Fehler nicht durch Einfügung einzelner Buchstaben zu verbeßern, so wird die Zeile, worin er sich befindet, oder, sollte der Raum auch für vier Zeilen nicht hinreichen, so werden zwei Zeilen neu gesetzt, neu gegossen u. diese Stückchen in die Platte eingelöthet. Ich habe dies mehr als hundertmale bei Tauchnitz gesehen. Tauchnitz hat schon immer zwei Leute zur Correktur der Stereotypenplatten und einen Mann zum ausstechen der im Gießen in denselben entstehenden Pünktchen, Bläschen p. - daß Hr. Schelter übrigens die Platten so gegossen hat, daß auf so vielen e der accent, auf so vielen i der Punkt, bei so vielen Worten das Theilungszeichen, bei so vielen ; der Punkt, bei so vielen f der Schwanz etc. etc. fehlet, dafür kann ich nicht und ich habe wohlbedacht alle diese Gießfehler unterstrichen, damit sie mir nicht als Correkturfehler angerechnet werden, ich habe mir auch von der Schrift einen Abzug geben lassen, damit ich jene Gußfehler als Gußfehler ausweisen kann, wozu ich jede Minute bereit bin ...". - Diezmann ist vor allem durch seine vielfältigen Werke über Goethe und Schiller in Erinnerung geblieben; durch den ungewöhnlichen Titel am bekanntesten ist sein Buch "Goethe und die lustige Zeit in Weimar" (1857). - Etwas gebräunt; kleiner Siegel-Ausriss.

Schätzpreis
€ 180   (US$ 210)


Nachverkaufspreis
€ 120   (US$ 140)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Doering, Heinrich
Brief 1852

Los 2158

- Doering, Heinrich, überaus fleißiger Schriftsteller in Jena, publizierte viel über Goethe und Schiller sowie weitere Autoren der deutschen Klassik (1789-1862). Eigh. Brief m. U. "Dr. Heinr. Doering" und Adresse. 1 S. 4to. Jena 3.IX.1852.

Bietet der Verlagsbuchhandlung A. Becher in Stuttgart sein neuestes Werk an.
"... Bei der Abfassung des beiliegenden Werks, das ich Ew. Wohlgeboren zum Verlag anbiete, habe ich weniger den eigentlichen Gelehrten von Fach, als das größere gebildete Publikum im Auge gehabt. Letzteres wird durch ausführliche Biographien leicht ermüdet. Aber eine Auswahl von Characterzügen und Anecdoten hat, dünkt mich, immer ein besonderes Interesse. Ich wünsche den Verkauf des Msc. in Bausch u. Bogen für die runde Summe von Zweihundert Thaler (Rth. 200,- Pr. Ct.). Sollten Ew. Wohlgeboren geneigt seyn, mir diese Summe vor Beginn des Drucks, von welchem ich nicht abhängig seyn möchte, in baar oder pr. Wechsel zu gewähren, so verzichte ich in diesem Fall auf jede Honorarnachzahlung bei einer etwaigen zweiten Auflage, und stelle zugleich die Bestimmung der Stücke der Auflage des Werks Ihrem eignen Ermessen anheim. Acht (8) Freiexemplare würde ich mir außerdem ausbedingen.
Sollten Ihre Ansichten mit diesen Bedingungen nicht harmoniren, so bitte ich, mir offen die Ihrigen zu melden. Ich hoffe, wir werden uns vereinigen. Falls Sie jedoch von meiner Offerte keinen Gebrauch machen könnten, so ersuche ich Sie, das Msc. der Hallbergerschen Verlagsbuchhandlung zu senden, mit der ich in Verbindung stehe ...". - Mit zwei Rand-Kommentaren von Lektoren: der eine spricht sich vorsichtig für das Manuskript aus, der andere schreibt: „Ich hatte keine Zeit das Werk zu lesen. Erinnere mich aber aus früh. Zeiten daß ich alles was dieser Polygraph angetragen als unbrauchbar für ein solches Geschäft gehalten habe, daher ich auch dieses M. zurückweisen möchte. W.“ - Bei dem angebotenen Werk handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um "Schiller und Goethe. Reliquien, Characterzüge und Anekdoten", das dann 1852 bei Falk in Leipzig erschien. - Siegel-Ausriss und andere, teils stärkere Randläsuren.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 175)


Nachverkaufspreis
€ 100   (US$ 117)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Lancizolle, Ludwig von
Brief 1850

Los 2161

- Lancizolle, Ludwig von, Literaturhistoriker, Goethe-Spezialist. Eigh. Brief m. U. "L v Lancizolle". 3 S. 8vo. (Berlin?) 20.II.1850.

An einen Freund, dem er sein 1846 bei Reimer in Berlin erschienenes Buch "Chronologisch-bibliographische Uebersicht der deutschen Nationallitteratur im 18ten und 19ten Jahrhundert nach ihren wichtigsten Erscheinungen mit besonderer Rücksicht auf Goethe" übersendet und die Vorzüge dieses Handbuchs kommentiert. "... Es giebt Schriftsteller, welche ihre Sachen für schlecht erklären: dies kommt mir nicht sowohl bescheiden als impertinent vor, indem man dem Leser zumuthet etwas Nichtsnutziges zu sich zu nehmen. Ich will daher lieber der bibliographischen Sorgfalt mich rühmen, die ich auf das Buch gewendet, was auch Koberstein, Gust. Schwab u. Passow mir bestätigt haben. Letzterer schrieb mir, er wäre eben in Verzweiflung gewesen über die bibliographische Ungenauigkeit in den meisten Lehr- und Handbüchern unserer deutschen Literatur als ihm meine Schrift zugekommen, die er seitdem viel benutzt u noch nicht eine falsche Angabe darin gefunden habe ... Nur um einen prüfenden Einblick in das Vorwort u in die Einrichtung des Ganzen, einschließlich des Goetheschen Nahmens möchte ich Ihre Güte in Anspruch nehmen. - Wenn junge, angehende Schriftsteller von einer sogenannten Affenliebe für ihre Geistesprodukte erfüllt sind, u ich vielleicht ohne es zu wissen auch davon angesteckt wäre, so will ich mich einerseits auf den bekannten Ausspruch Lessing's berufen: daß sich jeder seines Fleißes rühmen dürfe - andererseits hoffe ich, daß es besser mit mir gehen wird, wenn ich erst älter geworden bin u mehr geschrieben habe - versteht sich in der andern Welt, wo doch auch 'Geist im Wort' nicht fehlen wird. - Eine sehr erfreuliche Bestätigung dieser Aussicht verdanke ich der Kernerschen Somnambule in Wertheim, die - wie Kerner höchst unbefangen erzählt - eine Tour durch sämtliche Planeten unseres Sonnensystems gemacht, u im Merkur unsern herrlichen Goethe auf dem Katheder docirend gefunden habe. Wie froh bin ich eine sichere Nachricht über ihn zu haben!" - Von dem offenbar jugendlichen Goethe-Verehrer, wohl einem Theologen, scheint kaum etwas bekannt zu sein, nicht einmal seine Lebensdaten. Immerhin brachte er 1855 eine Schrift "Ueber Goethe's Verhältniß zu Religion und Christenthum", 1857 eine Goethe-Bibliographie, 1860 "Geistesworte aus Goethe's Briefen und Gesprächen" sowie 1854 "Ideen, Reflexionen und Betrachtungen aus Schleiermacher's Werken" heraus.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 175)


Nachverkaufspreis
€ 100   (US$ 117)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Winckel, Therese aus dem
Brief 1806 an Elise Bürger

Los 2163

"meine lieben Dresdner"
- Winckel, Therese aus dem, sächsische Malerin, Harfenistin und Schriftstellerin, verkehrte mit den Weimarer Klassikern, lebte zeitweilig in Paris, ab 1809 in Dresden (1779-1867). Eigh. Brief (Schluß fehlt). 4 S., sehr eng beschrieben. 8vo. Paris 19.VII.1806.

Umfangreicher Brief an die ihr offenbar eng befreundete Schauspielerin und Schriftstellerin Elise Bürger, Gottfried August Bürgers "Schwabenmädchen" und Gemahlin in seiner letzten, verunglückten Ehe. Weitschweifig über die deutschen Journale und ihre Redakteure, über die Aufforderung Böttigers an sie, nach Fernows Vorbild ausführliche Kunstberichte zu schreiben, über Pariser Verhältnisse u. a. Erwähnt außer Carl August Böttiger Karl G. Th. Winkler, Siegfried August Mahlmann, August von Kotzebue, Johann Friedrich Reichardt, Conradin Kreutzer und Angelica Catalani. Zitat: "... Der Vorfall mit den Journalen ist wirklich recht sonderbar, ich stimme Ihrer Meinung ganz bei, und billige ganz was Sie thaten, doch ist meine Lage dabei ziemlich kritisch. Nur die Betäubung des letzten Losreißens von meiner Heimath macht es mir begreiflich wie ich vergessen konnte Ihnen zu schreiben, daß 8 Tage vor meiner Abreise die Redacteurs der Abendzeitung zu mir kamen, und mich mit unredlicher Artigkeit dringend baten, ihnen zu versprechen oft von hier aus an sie zu schreiben; sie offerirten mir zugleich als Honorar für den Bogen 4 Ducten. Da das Blatt seit dem Januar wo es in ihre Hände kam, an Werth beträchtlich stieg, und vorzüglich keine bestimmten Feinde hat, so willigte ich endlich ein. Vor ungefähr 5 Wochen schickte ich ihnen 2 große eng beschriebene Briefbogen mit lauter einzelnen Aufsätzen die sie nach Willkühr benützen könnten, bat aber, sie möchten mir schreiben, ob sie mit der Einkleidung die ich wählte zufrieden wären ... Constance schreibt mir daß sie alle meine Aufsätze darinn gefunden habe, in der wünschenswerthesten Anordnung; dennoch erhielt ich keine Antwort ...". - Über die Pariser schreibt Therese u. a.: "... Klätscherei und Wiedersagen ist hier so arg wie in der kleinsten Stadt! ... seit Kotzebue und Reichardt hier waren, haben sie eine gränzenlose Furcht für alle reisenden Deutschen, denen sie die Fähigkeit die Feder zu führen zutrauen. Sie sagen, nicht mit Unrecht: 'unsere zuvorkommende artige Aufnahme vergelten die Undankbaren dadurch, daß sie jede Anecdote, jede Begebenheit gleich drucken lassen, und um die gutbezahlten Bogen zu füllen, sich jede Spötterei erlauben' ... Da meine lieben Dresdner nun wieder ordentlich schreiben, so bitte ich Sie doch, beste Elise, Ihre Briefe durch das Gesandtschaftspaquet zu schicken; es kommt uns beiden sonst gar zu hoch ...". Bittet dringend, stets ihre Anonymität zu wahren.- Interessanter Brief zwischen zwei ungewöhnlichen und selbstständigen Frauen. - Leider fehlt der Schluß; die letzte Seite etwas fleckig.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 234)


Nachverkaufspreis
€ 140   (US$ 163)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Goetze, Peter Otto von
Brief 1817

Los 2164

[*] Goetze, Peter Otto von, dt.-russischer Schriftsteller (1793-1881). Eigh. Brief mit U. nebst Beilage. 4 S. Doppelblatt. 8vo. St. Petersburg 29.III.1817.

An E. T. Henschler (wohl Bruder von Johann Jakob H., Lehrer in Riga) in Leipzig mit der Bitte, für ihn einen Verleger seiner russischen Volkslieder zu suchen. Er unterbreitet ihm folgende Fragen: "… Zu gleicher Zeit wünsche ich zu wissen. 1) was wohl ein Bogen … zu etwa 1200 Ex. in Leipzig zu drucken kostet? und zwar 1), wenn 1000 auf Schreibpapier u. etwa 200 auf Velinpapier u. 2) wenn etwa 700 auf Druckpapier, 400 auf Schreibpapier u. 100 auf Velinpapier sind. 2) was eine kleine einfache Vignette, wie etwa zu dem Liede No. 1. (Russ. Jüngling landschaftliche Gruppirungen) in Kupfer zu stechen kosten würde? 3) Ob sich wohl ein Corrector für den russischen Text fände … Beifolgende Gedichte als Proben aus dem angeführten Werke lassen Sie gefälligst in ein gelesenes Journal, als das Morgenblatt oder die Zeitung für die elegante Welt einrücken …". - Beiliegend sein vierseitiges Manuskript zu dem Prospekt für sein geplantes Buch: "... Den Herausgeber hat vorzüglich die Herdersche Ansicht geleitet, Er ist vielleicht noch weiter gegangen ...". - Die Sammlung erschien erst 1828 mit Notenbeilagen bei Cotta in Stuttgart unter dem Titel: "Stimmen des russischen Volks in Liedern", nachdem 1823 Proben im "Morgenblatt" veröffentlicht worden waren. Von 1817 bis 1821 arbeitete von Goetze (auch Goeze) aus Estland, unehelicher Sohn von Peter Otto Zoege von Manteuffel, im Kultusdepartement in St. Petersburg. 1827 veröffentlichte er in dort seine Übersetzung: "Serbische Volkslieder". Ein Jahr später trat er seinen Dienst im Finanzministerium an, wo er dem Minister Graf von Cancrin nahestand. 1860 nahm er als Staatsrat seinen Abschied vom Beamtenleben (siehe Goed. VII, 508, 107 und Gottzmann/Hörner I, S. 485). - Gebräunt. - Sehr selten.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 351)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 234)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Goltz, Bogumil
Brief 1865

Los 2165

Goltz, Bogumil, westpreußischer Schriftsteller und Orientreisender, lebte in Thorn (1801-1870). Eigh. Brief m. U. "Bogumil Goltz", Adresse und Siegel. 1 S. Gr. 4to. Berlin 13.I.1865.

An Ernst Otto Lindner, Chefredakteur der Vossischen Zeitung in Berlin. "... Ich werde noch fernere drei Vorlesungen in der Singakademie abhalten. Am 15 Januar 'Erinnerungen aus Egypten [Pyramiden, Ruinen von Theben, Straßenleben aus Kairo]. - Am 10ten 'Charakteristik des Genius Shakspeares u. seiner Dramen'. - Am 23ten Januar 'Sittenbilder aus dem Leben des Volkes in Polen, Rußland u. Westpreußen'. - Ich bitte Sie herzlichst dringend dies im Texte Ihrer geschätzten Zeitung aufnehmen zu wollen ...". - Mit gestempelter Briefmarke "Preussen. 1 Silbergroschen".

Schätzpreis
€ 120   (US$ 140)


Nachverkaufspreis
€ 60   (US$ 70)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Goltz, Bogumil
Brief Mai 1865 + Beilagen

Los 2166

[*] - Eigh. Brief mit U. 4 S. Doppelblatt. 4to. Thorn 22.V.1865.


An den Schriftsteller Max Kurnik (1817-1881), damals Theaterkritiker der "Breslauer Zeitung". "… Brockhaus in Leipzig hat die 2te Auflage meines ´Jugendlebens` an die Redaktion der Breslauer Zeitung eingeschickt, aber nur eine trokne, ganz kurze Anzeige erzielt. - Dies westpreußische Idyll ist aber mein bestes Buch; ich habe es mit meinem Herzblut u. aus meinem tiefsten Gewissen (nicht aus dem kirchlichen, sondern aus meinem Gewissen von allen natürlichen wie übernatürlichen Dingen) heraus geschrieben. - Ich bitte Sie jetzt: Ihre Güte u. Freundschaft zu vollenden, indem [Sie] das Buch in der Breslauer Zeitung besprechen … Ich denke oft an Breslau u. die herzlichen Lebensarten die ich dort in Erfahrung gebracht. - Es ist mir nirgend so gut geworden … Es macht mir überhaupt viel zu schaffen: wie viel wunderbare Herzens Eigenschaften heute noch in Euch alttestamentarischen Menschen tief, tief verborgen liegen; - wieviel poetische Impulse, von denen bei den hochmüthigen Christen wenig zu finden ist. - Wie oft fand ich wandernde Handel-Juden in einem polnischen Dorfkrug - u. wie prächtig habe ich mich mit diesen armen Teufeln unterhalten! wie beschämte mich ihre Lebens-Philosophie, ihre Bescheidenheit u. Resignation … Was ich darüber im Gewissen trage das lesen Sie gütigst im zweiten Bande des Jugendlebens nach (im Register ist die Episode angezeigt). - Hat Ihnen mein Jugend Idyll Freude gemacht, so helfen Sie mir gütigst; - denn ich kriege erst 300 rth wenn 500 Exemplare abgesetzt seyn werden …". Das "Biographische Idyll aus Westpreußen" war erstmalig in drei Bänden 1852 erschienen; die 2. Auflage hat Goltz dann auf vier Bände erweitert. - Beilagen: Eigenhändiges und signiertes Titelblatt mit U. von "Die feine u. die derbe Lebensart glossirt von ...", erschienen 1865 in der Zeitschrift "Daheim". - Eigenh. Umschlag adressiert an Dr. Buchner in Crefeld, Redakteur der Crefelder Zeitung.

Schätzpreis
€ 180   (US$ 210)


Nachverkaufspreis
€ 120   (US$ 140)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Gramberg, Gerhard Anton Hermann
Brief 1808

Los 2167

[*] "in unserm Norden, wo die Gicht wie die Haide wächst"
Gramberg, Gerhard Anton Hermann, oldenburgischer Jurist und Dichter (1772-1816). Eigh. Brief mit U. 3 S. Doppelblatt. 4to. Oldenburg 19.V.1808.

An Wilhelm Gottlieb Becker (1753-1813), Herausgeber des "Taschenbuchs zum geselligen Vergnügen" und Inspektor der Dresdener Kunstsammlungen. "... Sie werden mir gewiß zürnen, daß ich Ihnen diesmal so spät meine Beiträge zu unserm Taschenbuch sende, das ich unsers nenne, weil es gewissermaßen eine Familie ausmacht, in der ich mich mit Freude und Liebe zu Ihnen verbunden sehe. Mannigfaltige Zerstreuungen drückender ja schmerzlicher Art, haben mich bis jetzt aufgehalten, an meine glücklichen Momente eines freyen Lebens zurückzudenken, und wieder anzufassen, was der verlorene Wurf eines heitren Augenblicks schien. Hier, mein theurer Freund, haben Sie eine Handvoll Blumen, die wenn Sie Ihnen blühend genug dünken - ganz Ihrer Willkühr überlassen sind … Ihr letztes Taschenbuch hat mich sehr interessirt, besonders Ihre Erbin von Wellanz. Ein doppeltes Interesse zieht mich an dieser Erzählung an: sie war das letzte, was ich meinem sterbenden geliebten Bruder vorlas, der im Nov. vJ. (ein junger Prediger im hiesigen Lande) starb … Vielleicht werde ich Gelegenheit haben Ihnen für das nächste Jahr einige Gedichte des Verstorbenen zu senden, die einen schönen Charakter, voll feierlicher Natur und geistiger Religiosität … aussprechen ... Ich bin seit Neujahr in einen neuen bürgerlichen Kreis getreten, und Jurist geworden, indem ich seitdem als Assessor des hiesigen Landgerichts angestellt bin. - Auch gut! Geschäfte sind die Folie des schönern Lebens, das sich in sich selbst spiegeln will … Sie sind ein glücklicher Mann, daß Sie nicht in unserm Norden leben, wo die Gicht wie die Haide wächst. Wäre ich hier nicht geboren, ich wüßte nicht, wie ich hier leben und blühen könnte. Mein Vater [Gerhard Anton Gramberg, Gerichtsmediziner und Dichter; 1744-1818] empfiehlt sich Ihnen angelegentlich …". - Sehr selten.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 526)


Nachverkaufspreis
€ 350   (US$ 409)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Hardt, Ernst
4 Briefe

Los 2172

Hardt, Ernst, Dramatiker, Übersetzer und Erzähler, Theater-Intendant in Köln und Weimar (1876-1947). 4 eigh. Briefe m. U. "Ernst Hardt". Zus. 5 S. (Tinte und Bleistift). 4to. Malaga, Wilmersdorf bei Berlin und o. O. 1896-1906.

Zwei Briefe sind an Otto Erich Hartleben gerichtet, der erste von dem zwanzigjährigen Hardt aus Malaga am 16.I.1896, also noch zwei Jahre vor seiner ersten Buchveröffentlichung. "... Heut morgen habe ich 3 Briefe bekommen, alle wegen des Simpl[icissimus]. Zwei von [Albert] Langen und Ihre übrigens symphatisch [sic] grobe Unfähigkeitserklärung. Langen teilt mir die Annahme des 'Peppe' und 'Gedicht' mit und bittet dringend um neue Manuskripte. Ich schrieb ihm nun, daß 'durch Ihren Austritt aus seiner Redaktion mein Vertrauen zu derselben so erschüttert wäre, daß ich an ein Zustandekommen seines Blattes in geschmackvoller und rein künstlerischer Form nicht glaubte' und ihn daher bäte die beiden angenommenen Arbeiten wieder an Sie zurückgelangen zu lassen. Fassen Sie das bitte nicht als zudringliche Parteinahme auf - es schien mir das einzig Richtige. Ich hätte gerne ein Wort von Ihnen gehabt darüber - kann der Pan nichts gebrauchen? Schreiben Sie mal etwas über die Dinge, daran liegt mir am meisten; das Drucken findet sich schon noch - eigentlich ist es nur mein Geldbeutel, der so hartnäckig darauf dringt - na, aber ich auch ...". - Im zweiten Brief, der ein Buch begleitet, heißt es u. a.: "... wenn ich Ihnen in letzter Zeit immer so fern bin, so wollen Sie glauben, dass es eine innere Entwicklung ist, die aus Jugend und Schwäche noch den Einfluss Ihrer Persönlichkeit fürchtet ...". - Die beiden anderen Briefe über Einladungen sowie die Erlaubnis zu einer Privataufführung von Hardts Drama "Ninon de Lenclos". - Beiliegend 4 Zeitungsausschnitte zum Thema Ernst Hardt.

Schätzpreis
€ 180   (US$ 210)


Nachverkaufspreis
€ 120   (US$ 140)

(Verfügbarkeit erfragen!)

1 2 3 4 5 6 7 8 9 ... 15   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf