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Autographen Auktion 111, Mi., 18. Apr., 17.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Gregor, Joseph
Konvolut Briefe

Los 2405

- Gregor, Joseph, österr. Theaterwissenschaftler, Theater- und Musikschriftsteller, Leiter der Theatersammlung der Österr. Nationalbibliothek, schrieb 3 Libretti für Richard Strauss (1888-1960). Konvolut von 2 eigh. und 11 masch. Briefen. Zus. ca. 23 S. Meist gr. 4to. Wien, Venedig, Mailand und Bad Gastein 1937-1940.

Umfangreiche Briefe an die Schauspielerin Adelina Vulcu in Orastie, Rumänien, die versuchte, von ihr übersetzte Theaterstücke rumänischer Autoren über Gregor bei Wiener Bühnen anzubringen. Im August 1937 erklärt er, weshalb er das rumänische Stück "Rote Rosen" noch nicht für österreichische Bühnen bearbeiten konnte. Er sei krank und infolgedessen zur Kur in Bad Gastein gewesen. "... Soviel ich aber arbeiten konnte - und durfte, musste ich für Direktor [Rudolf] Lothar mein Stück 'Kaiser Maximilian I.' schreiben, das er, wie Sie wissen, schon mehrmals angekündigt hat. Ich bin noch nicht ganz fertig, auch eine andere Bühne verlangt ein Stück von mir. Gewiss aber habe ich mich mit den 'Roten Rosen' beschäftigt und hat sich leider unsere Wahrnehmung bestärkt, dass der Autor wohl ein Dichter, aber kein Dramatiker ist. Wenigstens nicht in diesem Stücke, das nur auf Schönheit der Sprache und der Gedanken gestellt ist. Da hat er freilich in Ihnen die allerbeste Helferin, denn ich muss immer mehr bewundern, mit welchem Verständnis, welcher Liebe, aber auch welchem Geschick Sie Ihre Arbeit geleistet haben! Wenn der Autor auch an mir einen Helfer finden soll, so bedarf es dazu einer gründlichen Umarbeitung ..." [3.VIII.1937]. - Als Leiter der österr. Theatersammlung bietet Gregor sich für eine ähnliche Institution in Rumänien an: "... Ich habe Ihren lieben Brief nach Berlin nachgesendet erhalten. Ich war dort zur Aufführung der beiden Opern, die sehr schön waren. Auch das übrige Theater interessant, aber nicht alle Eindrücke waren erfreulich. Ich danke Ihnen sosehr, dass Sie sich für mich bemühen. Sie wissen, dass ich nicht glücklich bin. Ich habe in Berlin noch nichts von den Aufführungen bei Ihnen gehört. Ich möchte sehr gerne nach Rumänien kommen und vor Allem die Bukowina sehen. Wirklich habe ich mir gedacht, wenn Sadoveanu jetzt einen so hohen Posten einnimmt, dass ihn vielleicht die Errichtung eines solchen Institutes, wie ich es hier habe, interessieren wird. Er hatte stets große historische Interessen. An der Sprache kann die Sache nicht scheitern, ich spreche recht gut französisch und könnte wohl schon in einigen Monaten wieder rumänisch sprechen, das ich ja als Kind gesprochen habe [11.III.1939] ... Wenn Sie Herrn Sadoveanu sehen, so bitte ich, ihm zu erzählen, dass auch in diesem Jahre die Reichstheater-Festwoche in Wien stattfindet. Aus diesem Anlass werde ich neuerlich eine Ausstellung machen, aber viel grösser als im vorigen Jahre ... Am 10. Juni ist die grosse Feier für Richard Strauss, in der Oper, mit Aufführung meines 'Friedenstag' und Rede von Herrn Reichsminister Dr. Goebbels ... Die Eröffnung findet durch Herrn Reichsminister Goebbels in Anwesenheit von Richard Strauss statt, hier im großen Saal der Bibliothek. Vielleicht interessiert es Herrn Sadoveanu, wenn ich ihn mit Meister Richard Strauss bekanntmache, was ich sehr gern tun werde ... Das Theater ist um diese Zeit ganz vorzüglich, da gewiss wieder Gründgens spielen wird, einer der besten Darsteller, die wir besitzen [17.III.1939] ... Ich habe Gelegenheit gehabt, Herrn Direktor Röbbeling [den Burgtheater-Direktor] in der Angelegenheit des Stückes zu sprechen. Herr Direktor Röbbeling ist geneigt, in Verhandlungen mit mir einzutreten, stellt aber eine Vorbedingung: Er muss sicher wissen, dass Herr Barsan ein führender Autor bei Ihnen ist und dass er den offiziellen Stellen bei Ihnen als repräsentativer Autor angenehm und erwünscht ist. Dir. Röbbeling sagte, er ist ja persönlich davon überzeugt, wenn ich es ihm sage, er muss aber eine offizielle Bestätigung haben, denn er hat einmal mit einem anderen Staat eine Schwierigkeit gehabt ..." [4.IX.1939]. - Mit den folgenden Briefen sendet Gregor ihr Bücher und Bilder zum Theater, wünscht sich mit immer zärtlicheren Handküssen Zivilbilder von ihr und läßt immer wieder durchblicken, daß er lieber zu ihr käme und in seiner alten Heimat arbeiten würde als in Wien. Mit fortschreitender Lebensmittelknappheit im Krieg sendet sie Speck, Butter, Tee und andere Bedarfswaren, ja sogar Seife. Am 30. Jan. 1940 schreibt er von einer Reise nach Rom aus Venedig: "... Die Sensation, in einem freundlichen Lande ohne Krieg zu sein, ist hervorragend. Es ist eine Erholung der Nerven, die kaum zu beschreiben ist. Der überaus glückliche Umstand, daß in einer Stunde die italienische Premiere des 'Friedenstag' beginnt, und ein Vortrag in Rom hat mir diese Reise ermöglicht. Ich vertrete den Komponisten und werde in Rom über das Werk sprechen ...". Auf der Rückreise schreibt er aus Mailand: "... Ich habe unverdient glückliche Tage gehabt, konnte drei Vorträge halten, in offiziellem Auftrag, und also drei Wochen von Wien fernbleiben ... Ich habe mich endlich mit den Nerven erholt und in der ganzen Zeit höchstens 2 Schlafpulver gebraucht, während ich in Wien fast nie ohne Schlafpulver schlafen kann...". Auch zur politischen Lage äußert er sich vorsichtig: "... Ich habe jetzt also endlich kennengelernt, wie die Sache steht. Nicht besonders rosig. Für niemanden. Auch für Sie nicht. Nicht persönlich, Gottseidank, aber im Ganzen. Gott gebe, dass die schwere Prüfung, die uns allen auferlegt ist, bald vorübergeht ..." [16.II.1940]. - Die von Stefan Zweig begonnene Arbeit am Textbuch zum "Friedenstag" wurde durch seine Emigration abgebrochen. Aber Zweig schlug vor, Joseph Gregor das Libretto ausführen zu lassen. Die Partitur der 1936 fertiggestellten Oper widmete Strauss dem Dirigenten Clemens Krauss und dessen Frau, der Spranistin Viorica Ursuleac. - Joseph Gregor gehörte - unbestreitbaren organisatorischen Verdiensten - zu jener gerade bei Theaterwissenschaftlern verbreiteten Gattung von Schönrednern mit weitläufiger Bildung, die voluminöse Bücher schrieben, ohne darin aufgrund exakter eigener Forschung wirklich fundiertes und detailliertes Wissen zu vermitteln. - Beigegeben ein Blatt aus einem Autogrammbuch, das 13 Eintragungen enthält, darunter die Signatur von Torsten Ralf, dem ersten "Apoll" in Strauss-Gregors "Daphne"; ferner Signaturen von dem Komponisten Alfredo Casella, dem Schriftsteller Felix Salten, der Fürstin Sophie von Albanien, dem Erzherzog Clemens Salvator und anderen Personen des europäischen Adels.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 984)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 615)


Taubert, Wilhelm
Brief 1852

Los 2409

Taubert, Wilhelm, Komponist, langjähriger Hofkapellmeister in Berlin (1811-1891). Eigh. Brief m. U. "W. Taubert". 3 S., eng beschrieben. 8vo. Berlin 18.X.1852.

An einen ihm befreundeten Musiker in München. "... Du bist ein großer Windbeutel, wenn auch ein liebenswürdiger. Wer wollte mir denn schreiben, über meine Sinfonieangelegenheit ...? Wer wollte mir eine Sinfonie von Bach, ein Nonett von Mozart u.s.w. schicken? ... sei so gut, mir besagte Bachsche Sinfonie, u. Mozart's Nonett, und was Du sonst noch an mir unbekannten Schätzen besitzt u. kennst, so bald wie möglich zu schicken, da unsre Sinfoniesoireen bald beginnen werden. Am liebsten wäre es mir, Du ließest mir die Sachen nicht in München copiren, sondern überläßest mir, sie hier copiren zu lassen. Meister [Franz] Lachner wird wohl dazu seine Zustimmung geben, und legt vielleicht eine seiner Sinfonien bei (Du lobtest mir die letzte sehr!) ... Ist Dir die Sinfonie (ich glaube a moll) von Eurem Goltermann bekannt, und was kannst Du mir darüber sagen? Den Bescheid, über die Annahme der Dedikation meines Vaterunsers Seitens der Königin von Baiern, erwarte ich in diesen Tagen, doch sprich davon noch nichts. Eine neue Sinfonie hoffe ich diesen Winter noch zu bringen. Das zweite Quartett, das ich Dir in Berlin anspielte, wird jetzt gestochen ...". Ferner Familiennachrichten, Mitteilungen über neu erschienene Werke von ihm etc. - Umfang- und inhaltsreicher Brief.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 184)


Nachverkaufspreis
€ 90   (US$ 110)


Thomas, Ambroise
Signiertes Foto + Brief

Los 2410

Thomas, Ambroise, französ. Komponist, Direktor des Pariser Konservatoriums (1811-1896). Porträt-Fotografie mit eigh. Widmung auf dem Untersatzblatt. 27,5 x 21 cm (Bildformat 12,5 x 8,5 cm). O. O. u. J.

"A ma chère petite amie Lucile Hillemacher, Souvenir affectueux Ambroise Thomas.". - Kleiner Kratzer auf dem Fotopapier. - Dabei: Derselbe. Eigh. Brief m. U. "Ambroise Thomas". 2 ¾ S. 8vo. Paris 18.VI.1894. - Liebenswürdiger Dankesbrief an den Verleger Ricordi in Mailand, der ihm wohl zu einer Aufführung gratuliert hatte. „... Depuis un mois je suis débordé, accablé par mille affaires et par la Présidence de mes Jurys d'examens du Conservatoire ... J'ai été très sensible à votre bien aimable lettre et à vos félicitations qui me sont précieuses ... Madame Ambroise Thomas se joint à moi et me charge de la rappeler à votre bon souvenir. Veuillez faire agréer mon hommage à Madame Ricordi ... Avec cette lettre je fais partir ma photographie que vous avez eu l'amabilité de me demander et que je suis heureux de vous offrir." - Mit Briefkopf „Conservatoire National de Musique et de Déclamation. Cabinet du Directeur". - Ferner ein weiterer eigh. Brief von Thomas (6.III.1886) an einen Freund: "... Maurel [wahrscheinlich der Bariton Viktor Maurel] demande qu'on lui recede sa partition le plus tôt possible. Ne lui donnez pas de pretexte à retard. Priez donc Mengin de prendre testement les doubles notes et variantes dont il a besoin ...".

Schätzpreis
€ 300   (US$ 369)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 246)


Vieuxtemps, Henri
Porträtfoto mit Widmung

Los 2411

Vieuxtemps, Henri, belg. Violinvirtuose und Komponist, gastierte in ganz Europa und wirkte 6 Jahre in St. Petersburg (1820-1881). Portrait-Photographie mit eigh. Widmung u. U. "Vieuxtemps" auf der Bildseite. Visit-Format (13 x 6 cm). O. O. (ca 1865).

"à ma chère cousine le 3 Fevrier. Vieuxtemps". Die Aufnahme des Ateliers Blanche in Antwerpen zeigt den Künstler im Brustbild, halb nach rechts, den Blick jedoch zum Betrachter gewendet. - Beiliegend ein zweites Photo im Visit-Format, das Vieuxtemps in Halbfigur zeigt, auf einem Stuhl sitzend (ca 1870).

Schätzpreis
€ 600   (US$ 738)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 615)


Wagner, Cosima
Brief 1882 aus Venedig

Los 2414

- Eigh. Brief m. U. "C. Wagner". In französ. Sprache. 21/2 S. Gr. 8vo. Venedig 22.XII.1882.

An die mit Liszt befreundete Marie Lynen in Antwerpen, die eine Photographie Wagners geschickt und um ein Autogramm gebeten hatte. Wagners erfüllen ihren Wunsch und Cosima schreibt: "... en vous remerciant bien vivement d'avoir été sure que votre souvenir me causerait la plus aimable impression. Mon pére me prie de vous dire qu'il est bien sensible à votre bonne invitation, et qu'il ne manquera pas de s'y rendre au printemps après l'exécution de Ste. Elisabeth. Lui et mon mari vous envoient ainsi qu'à Mr Lynen l'expression de leurs sentiments dévoués ...". - Victor Lynen, 1885 der Organisator der Antwerpener Weltausstellung, beherbergte Liszt in seinem Haus als umjubelten Gast bei den Festlichkeiten im Jahr 1885.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 738)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 615)


Wagner, Winifred
2 Briefe 1976, 1978

Los 2415

- Wagner, Winifred, Gemahlin Siegfried Wagners, Leiterin der Bayreuther Festspiele, unerschütterliche Hitler-Anhängerin (1897-1980). 2 Briefe m. U. "Winifred Wagner". Zus. 1 S. Mit 1 Umschlag. Gr. 4to. Bayreuth 29.IX.1976 und 16.XII.1978.

An eine Frau Deutsch in Wien, die ihr ihre "freunschaftliche Gesinnung" bekundet hatte. "... Meine Pflichtkorrespondenz hat einen derartigen Umfang angenommen, dass ich mich leider ausserstande sehe, weitere Privatkorrespondenzen aufzunehmen und ich bitte sehr um Verständnis dafür, denn ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste (werde 80) und habe noch ein gerüttelt Mass an Pflichten zu erfüllen - einerseits familienmässig - Kinder, elf Enkelkinder, teils verheiratet und 3 Urenkelchen - und andererseits die Aufrechterhaltung des Kontaktes zu den vielen Freunden Bayreuths, der Familie etc., denn bekanntermassen schreibt ja die Jugend kaum mehr Briefe und fast alle Fragen werden an mich gerichtet [29.IX.1976] ... Voller herzlichster Teilnahme und massloser Empörung entnehme ich aus Ihrem Brief, was Ihrem Gatten widerfahren ist und wie entsetzlich Sie beide darunter zu leiden haben! ...". - Beide Teile gelocht.

Schätzpreis
€ 180   (US$ 221)


Nachverkaufspreis
€ 120   (US$ 147)


Große Wagner-Sängerinnen
7 Autographen

Los 2416

- Große Wagner-Sängerinnen. 7 Autographen. 1887-1907.

4 eigh. Briefe, 3 Photos mit Widmung; dazu eine nicht signierte Cabinet-Photographie. Vorhanden: Marianne Brandt (berühmte "Kundry". Eigh. Brief, 4 S. Wien 1903. - Ausführlich über gesangstechnische Mängel bei einer ihrer Schülerinnen). - Ellen Gulbranson (eigh. Rollenphoto-Postkarte als "Brünnhilde". Sandvik 1907. - An den Dirigenten Hans Richter. Mit Zitat aus "Siegfried", Weihnachtsgruß und Unterschrift "Ellen Brünnhilde"). - Marie Gutheil-Schoder (schönes Cabinet-Photo als "Gutrune", mit eigh. Signatur. - Amalie Joachim (Ehefrau Joseph Joachims. Eigh. Brief m. U. "Amalie Joachim" und Umschlag. 4 S. 8vo. Berlin 1887. - An den Konzertmeister Henri Petri in Leipzig). - Katharina Klafsky (eigh. Brief m. U. "Käthe", 7 S. Gr. 8vo. Berlin 1887. - Köstlicher Primadonnen-Brief über ihre Rivalin Rosa Sucher in Wagner-Partien). - Felia Litvinne (signierte Rollenphoto-Postkarte als "Brünnhilde" mit Pferd Grane). - Amalie Materna (die erste "Brünnhilde" und die erste "Kundry" in Bayreuth. Nicht signierte Cabinet-Photographie). - Marie Sasse (die erste Pariser "Elisabeth", Wagner widmete ihr eine Tannhäuser-Partitur. Eigh. Brief m. U. "M. Sasse". 1 S. 8vo. O. O. u. J. - An M. Delvoux. - Aus dem Brief von Katharina Klafsky (Königl. Opernhaus Berlin) lohnt sich ein längeres Zitat: "... Ich hatte in letzter Zeit mit der Intendantur des Opernhauses einen so kolossalen Briefwechsel wie Du Dir nicht vorstellen kannst. Denke Dir nur liebe Emmy, ich hatte für 3 Gastrollen abgeschlossen und zwar für die Brünnhilde in "Die Walküre" und Isolde in "Tristan und Isolde" oder "Fidelio". Nun hatte aber Frau Sucher zweimal die Sieglinde contraktlich und sollte ich, nachdem ich schon einmal die Brünnhilde in der Walküre gesungen hatte, dieselbe wiederholen und wäre mein Gastspiel somit zu Ende gewesen. Das fiel mir nun aber nicht ein zu thun, sondern ich bestand eben auf meinem Contrakt ... Die Isolde konnten sie mir nicht geben, weil sie auch die Sucher contraktlich hat und weil Niemann den Tristan auch nicht singen wollte und die Walküre durfte auch nicht dem Repertoir genommen werden ... Ich bin also um die Isolde, auf die ich mich so sehr freute, gekommen; es that mir dies furchtbar leid, ich hätte die Rolle zu gern hier gesungen. Das Fett hat Frau Sucher in der Walküre abgeschöpft, denn sie sang mit Niemann und wurde mit ihm zusammen nach dem ersten Akt fünfmal gerufen, den Vogel habe aber entschieden ich abgeschossen, denn ich hatte einen traurigen Partner in Prolog, der den Wotan sang und [ich] wurde zum Schluß auch 5 mal stürmisch gerufen ... Natürlich hat die Sucher in allererster Reihe den Davidsohn, mit dem sie ja auf das intimste befreundet ist, auf ihrer Seite, aber Professor Ehrlich, Engel und eben alle wirklichen Musiker, waren sich einig, daß meine Stimme schöner und und die Darstellung auf gleicher Höhe wie die der Sucher sei, verschiedentliche stellen mich höher als sie. Als Elisabeth hat sie sehr mißfallen ... Die erste Arie sowie das Gebet sollen furchtbar gewesen sein, alles zu tief. Als sie mich im Opernhause abends in der Garderobe sah, begrüßte sie mich mit den Worten: Na, müssen Sie mir denn, zum Teufel holen, alles nachmachen? ..." (usw.). - Schöne Sammlung von Kabinettstücken für Opernliebhaber.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 553)


Nachverkaufspreis
€ 350   (US$ 430)


Wagners "Tristan und Isolde"
4 Autographen

Los 2417

- Wagners "Tristan und Isolde". 4 Autographen. Verschied. Formate. 1897-1910.

Vorhanden: Felix Mottl, Dirigent und Komponist, Generalmusikdirektor und Akademiedirektor in München (1856-1911). Eigh. Brief m. U. "Felix Mottl". 2 S. 8vo. Karlsruhe 20.V.1902. - An einen Freund. "... Erstens: treffe ich Sie, zwischen 8 und 14 Juni in Paris? Ich werde dort einige 'Tristan'-Aufführungen dirigiren. Ich möchte wieder einmal mit Ihnen tratschen u. plauschen! Zweitens: In welches Hôtel soll ich gehen? Ich komme als Junggeselle, möchte anständiges Zimmer haben (nicht vier Stunden von der Stadt entfernt!) und nicht ein Heidengeld bezahlen ...". - Mottl erlitt bekanntlich bei seiner 100. Aufführung von "Tristan und Isolde" einen Zusammenbruch, der wenig später zu seinem Tod führte. - Hermann Winkelmann, Tenor, Mitglied der Wiener Hofoper, wirkte in Hamburg, London, Nordamerika etc. (1849-1912). Postkarte mit Rollenporträt-Photo als "Tristan" nebst Text-Zitat und Unterschrift. (Wien 1897). - Anna von Mildenburg (später verh. Bahr), Sopranistin, langjähr. Mitglied der Wiener Hofoper (1872-1947). Rollenphoto-Postkarte als "Isolde" mit eigh. Namenszug "Anna von Mildenburg". - Illustriertes Kartonblatt mit zahlreichen kleinen Aquarellen und insges. 21 Signaturen von Sängern, Schauspielern und Artisten. 29,2 x 23,5 cm. (London) 1906-1910. - Die unvollständig gebliebene Rückseite des Blattes ist bezeichnet: "The Beacham Season 1910 Covent Garden" und enthält in farbig gerahmten Kästchen Eintragungen von den Sängern Ejnar Forchhammer (" 'Tristan und Isolde' is the greatest artistical work of the world"), Walter Hyde, Giuseppe de Lucca, Ruth Vincent und anderen. - Die reizend illustrierte Vorderseite des Blattes ist bezeichnet: "Coliseum Revue. W. Morgan June 1906" und enthält neben 16 Aquarellen die Signaturen von Londoner Music Hall-Stars, darunter George und Harry Lupino und die spätere Filmdiva Billie Burke (Frau von Florenz Ziegfield).

Schätzpreis
€ 300   (US$ 369)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 246)


Walter, Bruno
8 Schallplatten-Hüllen mit eigh. Beschriftung

Los 2418

Walter, Bruno, Dirigent, Generalmusikdirektor in München und Berlin, Gewandhauskapellmeister in Leipzig, Direktor der Wiener Staatsoper, einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jhdts (1876-1962). Eigh. Notizen auf einer Sammlung von 8 Schellackplatten-Hüllen (Papier) der Firma "Audio Devices" (New York). Bleistift und Kugelschreiber. Je 31 x 31 cm. (USA, wohl um 1950).

Aussortierte Hüllen der Schallplatten-Aufnahmen von Gustav Mahlers 2. und 5. Symphonie sowie einem Mozart-Konzert, jeweils in einer "Carnegie Session" geleitet von Bruno Walter. Auf 5 Hüllen bezeichnet der Dirigent die Aufnahmen als "spoiled", also unbrauchbar, aber er vermerkt auch, um welche Teile es sich jeweils handelt, z. B.: "Mahler V 3 (33) beginning seems usable from (33) but beginning is missing. Contralto (39) very good / ends at (42). 4 begins at (41). spoiled." Bei einer anderen als "spoiled" gekennzeichneten Aufnahme heißt es: "Mahler V Nr. 3 (29) stageband not satisfactory in Trumpets (and Flutes). Auferstehen (entrance of Morus good) Soprano Solo finishes bad (33) otherwise beautiful. Kontralto (39) better than in No. 2 " (gefolgt von kurzem Musikzitat). - Beiliegend ein defektes Blatt mit gedrucktem Porträt Walters, wohl von Hand des Zeichners mit Kugelschreiber bezeichnet: "Original etching by Ed Lesser San Francisco". - Seltene Einblicke in Bruno Walters musikalische Arbeit.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 369)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 246)


Webern, Anton von
Brief 1920

Los 2419

Webern, Anton von, österr. Komponist und Dirigent, Schüler Arnold Schönbergs, 1945 von einem amerik. Soldaten erschossen (1883-1945). Eigh. Brief m. U. "Anton Webern". 1/2 S. Gr. 8vo. Mödling 2.II.1920.

An den Wiener Schriftsteller August Eigner (1884-1951), der ihm mehrmals erfolglos Opernlibretti zur Vertonung übersandt hatte. "... Ich bitte zu entschuldigen, daß ich Ihren Einakter erst heute zurücksende. Ich danke Ihnen sehr. Aber leider muß ich sagen, daß ich mich auch zur Komposition dieser Sache nicht entschließen kann. Ich bitte, das nicht übel aufzunehmen ...".

Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.476)


Nachverkaufspreis
€ 900   (US$ 1.107)



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