Bitte Suchbegriffe eingeben:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Language / Lingua / Sprache


Lose im Nachverkauf

Katalog Autographen » zur Buchabteilung
Autographen Auktion 112, Do., 18. Okt., 16.00 Uhr


» Gesamter Katalog (Lose 2301 - 2776)

» Kataloge bestellen

» AGB (als PDF)
» Bieter-Erstanmeldung (als PDF)
» Formular für Gebote (als PDF)
Alle Kapitel Autographen Literatur / Autographs Literature / Autografi letteratura
bis
Autographen Musik, Theater und Film / Autographs Music, Theatre and Film
» Kapitelwahl

... 5 6 7 8 9 10 11 12 13 ... 15   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf

Hauptbild Beschreibung Status

Radius, Justus
5 Briefe

Los 2529

[*] Radius, Justus, Leipziger Pathologe (1797-1884). 5 eigh. Briefe m. U. "Radius". Zus. ca. 17 S. Teilweise Doppelbl. mit Adresse. Verschied. Formate. Leipzig 7.IX.1830 - 2.II.1834.

An den Breslauer Anatomen Adolph Wilhelm Otto (1786-1845). - I. (7. IX. 1830): "... der Nachtrag zum Verzeichnisse der anat. Vers. hat mich und alle, denen ich ihn zeigte in Erstaunen gesetzt, Gott verleih Ihnen Kräfte ... thätig zum Besten der Ihnen anvertrauten Institute zu wirken, - aber vergessen Sie auch Ihre Gesundheit nicht und Ihre liebe Familie ... An Prof. [Ernst Heinrich] Weber [Anatom; 1795-1878] habe ich das Paquetchen und die Dissertationen zur Auswahl übergeben, da er die rein anatomischen besser brauchen kann als ich, andere sammelt er nicht; einige waren ihm und mir sehr erwünscht, manche würde ich Ihnen gern zurückgeben, da Andere sie vielleicht besser brauchen können als ich und Sie sich gar zu sehr beraubt haben. Beiliegend erhalten Sie einige derjenigen Leipziger Dissertationen, die zu den besseren gehören ... freilich bekümmert sich von den Professoren auch Niemand um dieselben; ich wünsche, daß sie Ihnen neu und wenigstens eine oder die andre, wie ich hoffe, brauchbar sein möge, die Unbrauchbaren geben Sie weiter oder vernichten sie ...". - II. (2. I. 1831) Mit Glückwünschen zum neuen Jahr: "... Beifolgend erhalten Sie ein kleines von Carus redigirtes Schriftchen, welches die Frucht gemeinsamer Arbeiten mehrerer jüngerer Docenten aus hiesiger Universität enthält ...". - III. (26. VIII. 1831): "... Durch die Aufnahme in die Schles. vaterländ. Gesellschaft bin ich sehr erfreut worden; ich wünsche, daß ich wenigstens ... im Stande sein möge ihr dafür einigermaßen nützlich zu werden; danken Sie ihr einstweilen in meinem Namen für die mir gethane Ehre und Auszeichnung ... Vor einigen Tagen bin ich vom hiesigen Buchhändler Baumgärtner aufgefordert worden eine temporäre Zeitschrift über die Cholera herauszugeben, für die ich den Titel: Mittheilungen des Neuesten und Wissenswürdigsten, gewählt habe ...". - IV. (3. XI. 1831): "... und hätten wir gewünscht, die garstige Cholera hätte die lieben Einwohner des in unserer Erinnerung so freundlich lebenden Breslau verschont. Allen Berichten nach ist aber die Sache von fern viel schlimmer als in der Nähe, und so hoffen wir auch, daß Gottes schützende Hand und Ihre Vorsicht Sie sämtlich durch die Gefahr glücklich hindurch führen wird. Durch Prof. [Ernst Theodor] Gaupp [Rechtshistoriker; 1796-1859] habe ich erfahren, daß Sie einige Sectionen an Ch[olera]- Verstorbenen gemacht haben; dies hat in mir den lebhaften Wunsch rege gemacht, einmal darüber etwas von Ihrer gewandten Feder für mein Blatt zu erhalten. Was ich bis jetzt von den Sectionen weiß, scheint nicht viel über das Wesen der Krankheit zu offenbaren, vielleicht ist es Ihrer Genauigkeit und Sorgfalt gelungen etwas zu beobachten ...". - (V. 5. Mai 1832) Radius gratuliert Otto zu der Geburt seiner Tochter: "... kurz nach Empfang der erfreulichen Nachricht glaubte ich Ihnen ... täglich eine gleiche Nachricht von meiner Frau mittheilen zu können, was sich jedoch bis zum 18t. April verzögerte, wo Sie von einem kräftigen starken Knaben glücklich entbunden worden ist ... Wenige Tage nach Empfang Ihres Briefes erhielt ich auch das Heft ... in welchem Ihre Beobachtungen über die Ch[olera]. enthalten sind. Ich habe sie mit vielem Interesse nicht nur gelesen, sondern auch für Nr. 68 der Mittheilungen ausgezogen. Werden Sie nicht vielleicht irgendwo Nachträge dazu liefern, oder haben sich auch im späteren Verlaufe der Epidemie die früher gemachten Beobachtungen fortan bestätigt? ...". - Teilweise mit Randläsuren; vorhandene Einrisse zum Teil alt mit Klebeband hinterlegt; 1 Brief sporfleckig. - Aus der Sammlung Ammann.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 398)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 285)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Rehberg, August Wilhelm
Brief 1791

Los 2530

Rehberg, August Wilhelm, politisch-philosophischer Schriftsteller, Staatsrechtler, Geh. Kabinettsrat in Hannover (1752-1836). Eigh. Brief m. U. "Rehberg". 3/4 S. 8vo. Hannover 5.III.1791.

An einen Redakteur, dem er einen Beitrag über das "Leben Leibnizens" sendet. "... ich habe vergeßen, ... Ihnen zu dem Leben Leibnizens das Sie verlangten ein andres kleines Blatt beizulegen, welches ich bekant gemacht habe, da die Büste angelangt und aufgestellt werden sollte, und welches dadurch vielleicht einigen Werth hat, das ich gesucht habe, demselben so viel Vollendung in der Vollkommenheit des Ausdrucks zu geben als ich vermogt, welches bey einem kleinen Aufsatze eher möglich ...". - Montage-Spur am linken Rand.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 227)


Nachverkaufspreis
€ 140   (US$ 159)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Rokitansky, Carl Frhr von
Billet 1854

Los 2531

Rokitansky, Carl Freiherr von, österr. Pathologe, Politiker und Philosoph (1804-1878). Eigh. Billet m. U. "Rokitansky". 1 S. Wien 18.VI.1854.

"Euer Hochwohlgeboren habe ich die Ehre, die Notiz für die Zeitung zu überschicken. Wenn ich nicht irre so ist sie entsprechend abgefaßt ...". - Der geadelte und vielfach hoch geehrte Rokitansky war Präsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften sowie Mitglied diverser ausländischer Akademien.

Schätzpreis
€ 180   (US$ 205)


Nachverkaufspreis
€ 150   (US$ 170)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Schmitt, Carl
3 eigenhändige Briefe

Los 2537

[*] - 3 eigh. Briefe m. U. "C. S." und "Carl Schmitt". In franz. Sprache. 8 S. Kl. 4to, gr. 4to und quer-8vo. Plettenberg 26.VI. bis 21.XII.1970.

An Julien Freund. Eigenhändige Briefe mit vielfältigen Themen: ihre beiderseitigen Veröffentlichungen, politische Tagesnachrichten, Buch-Empfehlungen. Erwähnt mehrmals Max Weber. - Piet Tommissen in "Schmittiana VIII", Berlin 2003, Nr. 38, 41 und 42, mit Kommentar. - Mit keinem anderen Briefpartner führte Carl Schmitt einen derart langen und intensiven Briefwechsel wie mit Julien Freund (1921-1993). Er sah in dem französischen Politikwissenschaftler seinen genialen Fortsetzer, beide verband eine enge Freundschaft. Zum Verhältnis Carl Schmitt - Julien Freund vgl. Tommissen in: Kraus, Souveränitätsprobleme der Neuzeit. Berlin 2010, S. 9ff.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 683)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 455)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Zeise, Heino
Teil seines Nachlasses

Los 2545

Zeise, Heino, dt. Thermophysiker, Schüler Nernsts, ab 1939 bei der DVL in Adlershof, 1946 mit der Familie nach Russland verschleppt und erst Ende 1953 zurückgekehrt (1902-1954). Teil seines Nachlasses, bestehend aus einem eigh. Lebenslauf, 29 eigh. Briefen an seine Frau, seinem Personalausweis von 1946, Fotos und verschiedenen Beilagen. 1936-1954.

Aus einer Handwerkerfamilie stammend, erarbeitete sich Zeise in mehreren Stufen die Hochschulreife, studierte in Leipzig und Berlin Physik, Mathematik und Chemie und promovierte 1928 in Berlin mit einer experimentellen Arbeit über die Absorption von Gasen. Vor allem an Forschungsarbeit interessiert, fand er 1935 eine Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Physik am Gmelin-Handbuch, bis er 1939 zur Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt nach Adlershof wechseln konnte. Hier beschäftigte er sich mit Verbrennungsproblemen des Motors, Gasgleichgewichten, spektroskopischen Versuchen an Motoren und brachte (schon seit 1928) eine größere Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen heraus, von denen die wichtigste das auf 3 Bände angelegte Standardwerk Thermodynamik auf den Grundlagen der Quantentheorie, Quantenstatistik und Spektroskopie ist. Der erste Band konnte noch 1944 bei S. Hirzel in Leipzig erscheinen; erst 1954 und 1957 erschien noch posthum Band III in zwei Teilen. Nach kurzer Gefangenschaft konnte Zeise in Bleicherode am Harz als Abteilungsleiter für Thermodynamik eines Kollektivs beginnen, als er im Oktober 1946 von den Sowjets verhaftet und als Wissenschaftler mit Frau und Kindern nach Russland verschleppt wurde. Auf der Wolga-Insel Gorodomlja bei Ostaschkow mußte er als Gefangener, gemeinsam mit 175 weiteren Familien von Raketenforschern und anderen Spezialisten, für die sowjetische Forschung und Industrie arbeiten. Erst nach 7 Jahren, im November 1953, konnte die Familie Zeise nach Deutschland zurückkehren. Der Physiker bewarb sich von Berlin-Pankow aus um eine Anstellung, doch starb er bereits am 26. Juni 1954, einen Tag nach Abfassung seines hier eigenhändig vorliegenden und signierten Lebenslaufs (11/2 S.). - Die 29 Briefe Zeises stammen größtenteils aus den Jahren 1936-1937 und sind aus Berlin-Steglitz an seine Braut gerichtet, die zu dieser Zeit noch in Sachsen wohnende Mathematik-Studentin Ruth Haase. Die meist 3-4seitigen Briefe enthalten viel Biographisches über den Schreiber, sein tägliches Leben und Erleben in Berlin. Zwei Briefe aus dem Jahr 1943 berichten über die Kriegsverhältnisse (Bombenangriffe etc.) in Berlin. - Die Fotos zeigen Zeise mit seinen Töchtern in Russland. - Beiliegend der 1944 erschienene 1. Band von "Thermodynamik" mit eigh. Widmung Zeises vom Januar 1945 an seine Tochter Reglind. - Ferner beiliegend 10 Briefe und Postkarten an Ruth Haase/Zeise, von verschiedenen Verwandten und Freunden. - Der vorliegende kleine schriftliche Nachlaß des ausgezeichneten Physikers Heino Zeise ist charakteristisch für eine Reihe ähnlicher tragischer Schicksale, deren historische Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen ist (vgl. Werner Albring, Gorodomlia. Deutsche Raketenforscher in Russland, Hamburg 1991).

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.026)


Nachverkaufspreis
€ 550   (US$ 627)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Bahro, Rudolf
Brief 1987

Los 2548

[*] Bahro, Rudolf, Philosoph, Politiker und Sozial-Ökologe, Publizist und prominenter Dissident der DDR, Berliner Universitätsdozent, sehr unruhiger Geist und politischer Aktivist mit äußerst wechselvoller Laufbahn (1935-1997). Brief m. U. "Rudolf Bahro". 1 S. Gr. 4to. Worms 18.XII.1987.

An eine Chefredaktion. Nach dem großen internationalen Erfolg seines sozialismuskritischen Buches "Die Alternative" ersucht er indirekt um Besprechung seines "zweiten großen Buches", der "Logik der Rettung". "... Sie erscheint mir selbst bedeutender und sie ist vor allem hierzulande eingreifender als damals meine 'Alternative'. Inzwischen finden auch schon eine ganze Menge anderer Leute, sie sei ein Ereignis über Literatur hinaus. Offenbar kann sie quer zu den politischen, ja zu den weltanschaulichen Lagern aufgenommen werden. Wie auch immer über die Antworten gedacht werden mag, die ich konzipiere, mein Entwurf scheint jedenfalls tief an die für eine Rettungspolitik entscheidenden Fragen zu rühren. Wer das Buch auch bisher gelesen hat, kam so oder so mit jener Erregung heraus, für die der Aufschrei Robert Jungks charakteristisch sein mag ... Vielleicht hat jemand aus Ihrer Redaktion Interesse, an der Atmosphäre, in der ich denke, und an meiner Lebensperspektive, nicht mehr in Worms, sondern in der Eifel ...". - Mit Eingangsstempel. - Beigegeben ein eigh. Billet m. U. des politischen Karikaturisten Fritz Wolf (1918-2001), mit 2 eigh. Umschlägen. Der exzellente Zeichner war u. a. viele Jahre Mitarbeiter des "Stern".

Schätzpreis
€ 120   (US$ 136)


Nachverkaufspreis
€ 80   (US$ 91)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Bassompierre, François de
Signiertes Schriftstück

Los 2549

Bassompierre, François de, franz. Diplomat, Marschall von Frankreich, Musterbild eines Höflings seiner Zeit (1579-1646). Schriftstück m. U. "Bassompierre". 2/3 S. Doppelblatt. Gr. 4to. O. O. u. J.

Schuldverschreibung "promesse de Monsr de Bassompierre pour 1300 # [livres]". - Charakteristisches Dokument: Bassompierre, dessen "Erlebnis", wiedererzählt von Chateaubriand, Goethe und Hofmannsthal, zur Weltliteratur gehört, "dem Luxus, dem Spiel und der Liebe unmäßig frönend" (Wikip.), war ein Verschwender und starb in Armut, aber: "Les Dames qui ont aidé à le ruiner, l'ont regretté, quoy qu'il soit mort bien à propos pour luy; parce qu'il n'avoit plus dequoy fournir à l'excessive despense, qu'il avoit accoustumé defaire; ny mesme dequoy vivre" (aus dem Vorwort des "Journal de ma vie" von 1665).

Schätzpreis
€ 250   (US$ 285)


Nachverkaufspreis
€ 150   (US$ 170)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Beaverbrook, Aitken, Lord
Brief 1923

Los 2550

Beaverbrook, W. M. Aitken, Lord, kanad.-engl. Unternehmer, Pressezar und Politiker (1879-1964). Eigh. Brief m. U. "Beaverbrook". 1 S. Doppelblatt. Kl. 8vo. Temple 9.IV.1923.

An den amerikanischen Kaufmann Harry Gordon Selfridge, der ihn zu einem Essen eingeladen hatte ("to meet Mr Baum"). Er bedauere nicht kommen zu könne, "but I have some people dining with me that night". Mit Briefkopf "from Lord Beaverbrook". - Der 1910 aus Kanada eingewanderte Aitken machte in England Karriere, wurde Mitglied des Unterhauses, erwarb den "Daily Express" und beherrschte den englischen Zeitungsmarkt. 1940-1942 war er auf Churchills Veranlassung Minister für Kriegsproduktion und Versorgung und wurde zum Lordsiegelbewahrer ernannt. Selfridge hatte 1909 in London sein bis heute weltbekanntes Kaufhaus für Luxusartikel eröffnet, starb allerdings völlig verarmt.

Schätzpreis
€ 120   (US$ 136)


Nachverkaufspreis
€ 80   (US$ 91)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Benes, Edvard
Eigenhändiges Redemanuskript

Los 2551

[*] Beneš, Edvard, tschechischer Staatsmann, Außenminister, Ministerpräsident und Staatspräsident, Verfasser der berüchtigten Beneš-Dekrete, mit denen mehrere Millionen Deutsche und Ungarn in der Tschechoslowakei enteignet und gewaltsam vertrieben wurden, eine der größten ethnischen Säuberungen des 20. Jhdts (1884-1948). Eigh. Vortrags-Manuskript (Fragment). In tschech. Sprache. 21 S. auf 21 Bl. Gr. 4to. (Prag) 16.VI.1946.


Manuskript zu einer Rede auf dem tschechischen Schriftstellerkongress am 16. Juni 1946. - Vorhanden sind die eigenhändig nummerierten Blätter 1-8, 23a-23d sowie 24-32. - Edvard Beneš war von 1918-35 tschechoslowakischer Außenminister, von 1921-22 Ministerpräsident und von 1935-38 sowie von 1945-48 Staatspräsident. - Papierbedingt teilweise etwas gebräunt.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 683)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 455)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Hegauischer Vertrag
Abschrift der Verträge von 1497, 1540 und 1583

Los 2553

Bodensee-Anrainer. - "Hegauischer Vertrag" von 1497 mit Zusätzen und Erweiterungen von 1540 und 1583. Von 1 Hand ausgeführte diplomatische Abschrift der 3 Verträge. Ca. 124 Bl., davon ca. 180 S. beschrieben. Folio. Marmor. Halbpergamentband d. Z. (berieben, Rückenkanten zerschlissen) mit textilen Schließbändern und hs. Deckelschild. O. O. (wohl um 1700).

"Heggewischer Vertrag Underm Röm: König Maximilian ddo 26 Junij 1497. - Declaration von 31 Martij 1540. - Lester Vertrag den 13. Aprill 1583." (Deckeltitel). Unter Kaiser Maximilian I. geschlossener Vertrag zwischen der österreichischen Landgrafschaft Nellenburg einerseits und den Komthuren der Balley Elsaß und Burgund des deutschen Ritterordens, zu der auch die Insel Mainau gehörte, sowie der Ritterschaft im Hegau. Um die zwischen diesen Parteien bestehenden anhaltenden Zwistigkeiten zu beenden, wurde auf Veranlassung Maximilians 1497 eine Versammlung zahlreicher Würdenträger als Vermittler und Zeugen in Lindau einberufen, aus der am 26. Juni 1497 ein Vertragswerk, der sog. "Hegauische Vertrag", hervorging. Dieser Kontrakt, bestehend aus 33 Paragraphen, nimmt 54 Seiten unseres Manuskriptes ein. - Am 31. März des Jahres 1540 wurden die Abmachungen durch eine "Declaration" durch 4 Artikel ergänzt, z. B. über Probleme der Gerichtsbarkeit und die Nutzung der Obstbäume (in unserem Manuskript 9 S.). - Am 13. April 1583 schließlich wurde der ganze Vertrag unter neuen Herrschaftsverhältnissen noch einmal neu formuliert und wesentlich erweitert: Seine 37 Artikel umfassen mit Einleitung und Erläuterungen 117 Seiten unserer Abschrift. Die Paragraphen betreffen vor allem juristische Fragen und handeln u. a. "Von den Urvheden, oder Verschreibung der Eingezogenen Persohnen; Auffnehmung und Ab Khauffung der Leibaigenen Leuthen; Betreffendt Fänglich annehmen der verleimbten Leuthen undt Malefizischen Persohnen; Besetzung deß Landt Gerichtß So Einer vom Adel fürgenohmen würdt; Wie denen abgewiechenen Persohnen Haab und Guett ver-arrestiert undt wieder telaxiert werden soll; Daß denen Bestrafften das Straf Gelt nit wieder geben solle werden; Von Verkhauffung deß Viehß und den Metzgeren; Von Verschreibung der Leibeigenen Leuthen; Vom Uffheben und Abweichen im Jagen; Betreffendt den Nonnen Macher oder Viech Verhailer" (etc.). - Sehr saubere, gut erhaltene Handschrift (dazu noch mehr als 30 Bl. weißes Papier des 17./18. Jahrhunderts), die einen höchst interessanten Überblick über das gesamte Rechtswesen und die sozialen Verhältnisse des 16. Jahrhunderts im Bodensee-Raum gewährt.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.709)


Nachverkaufspreis
€ 1.000   (US$ 1.140)

(Verfügbarkeit erfragen!)

... 5 6 7 8 9 10 11 12 13 ... 15   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf