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Autographen Auktion 112, Do., 18. Okt., 16.00 Uhr


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Paulus, Heinrich Gottlob
Brief 1841

Los 2527

Im Streit mit J. G. Fichte
Paulus, Heinrich Eberhard Gottlob, evang. Theologe, Professor in Jena, Würzburg und, als Geh. Kirchenrat, 33 Jahre in Heidelberg, Hauptvertreter des theologischen Rationalismus, wegen seiner bibelkritischen Einstellung vielfach angefeindet (1761-1851). Eigh. Brief m. U. "GKRath, Dr. Paulus". 1 S. Gr. 4to. Heidelberg 20.II.1841.

An die Redaktion der Zeitschrift "Der Freyhafen" (Redakteur: Theodor Mundt) mit dem Ersuchen, eine Notiz von ihm als Entgegnung auf Angriffe des Bonner Philosophen Johann Gottlieb Fichte in ihre Spalten einzurücken. "... Sie sind gewiß so billig, in Ihrem Blatt baldmöglichst durch unten gesezte Notiz anzuzeigen, wo von mir eine Beleuchtung gegen den Angriff auf meinen Charakter zu lesen ist, den in demselben zu veröffentlichen Herr Prof. Fichte zu Bonn für gut befunden hat ...". - In diesem die untere Hälfte des Blattes einnehmenden Text heißt es: "Bitte des Dr. Paulus an die Leser des Freyhafens. Die Leser des Freyhafens, welche auf den Angriff gegen meinen Charakter, den sich Herr Prof. Fichte zu Bonn im zweiten Heft des Jahrgangs 1840 erlaubt hat, einige Aufmerksamkeit gerichtet haben mögen, bitte ich, nicht zu urtheilen, ehe sie meine in meinem Neuen Sophronizon I. Heft S. 80-134 abgedruckte Beleuchtung jener Sophistereien zur gerechten Vergleichung gelesen haben. Diese Beleuchtung erinnert zugleich an manches Unbekanntere, was jenen Atheismusstreit von 1799, einen Versuch pietistisch-aristokratischen Verfolgungseifers, betrifft ...". - Der in den Jahren 1798-1799 ausgetragene sog. Atheismusstreit, in dem Fichte sich gegen ein von Menschen erdachtes Gottesbild wandte, hatte ihn damals seine Professur in Jena gekostet. - Geknittert und leicht angestaubt; ein Rand mit Läsuren.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 227)


Nachverkaufspreis
€ 140   (US$ 159)



Radius, Justus
5 Briefe

Los 2529

[*] Radius, Justus, Leipziger Pathologe (1797-1884). 5 eigh. Briefe m. U. "Radius". Zus. ca. 17 S. Teilweise Doppelbl. mit Adresse. Verschied. Formate. Leipzig 7.IX.1830 - 2.II.1834.

An den Breslauer Anatomen Adolph Wilhelm Otto (1786-1845). - I. (7. IX. 1830): "... der Nachtrag zum Verzeichnisse der anat. Vers. hat mich und alle, denen ich ihn zeigte in Erstaunen gesetzt, Gott verleih Ihnen Kräfte ... thätig zum Besten der Ihnen anvertrauten Institute zu wirken, - aber vergessen Sie auch Ihre Gesundheit nicht und Ihre liebe Familie ... An Prof. [Ernst Heinrich] Weber [Anatom; 1795-1878] habe ich das Paquetchen und die Dissertationen zur Auswahl übergeben, da er die rein anatomischen besser brauchen kann als ich, andere sammelt er nicht; einige waren ihm und mir sehr erwünscht, manche würde ich Ihnen gern zurückgeben, da Andere sie vielleicht besser brauchen können als ich und Sie sich gar zu sehr beraubt haben. Beiliegend erhalten Sie einige derjenigen Leipziger Dissertationen, die zu den besseren gehören ... freilich bekümmert sich von den Professoren auch Niemand um dieselben; ich wünsche, daß sie Ihnen neu und wenigstens eine oder die andre, wie ich hoffe, brauchbar sein möge, die Unbrauchbaren geben Sie weiter oder vernichten sie ...". - II. (2. I. 1831) Mit Glückwünschen zum neuen Jahr: "... Beifolgend erhalten Sie ein kleines von Carus redigirtes Schriftchen, welches die Frucht gemeinsamer Arbeiten mehrerer jüngerer Docenten aus hiesiger Universität enthält ...". - III. (26. VIII. 1831): "... Durch die Aufnahme in die Schles. vaterländ. Gesellschaft bin ich sehr erfreut worden; ich wünsche, daß ich wenigstens ... im Stande sein möge ihr dafür einigermaßen nützlich zu werden; danken Sie ihr einstweilen in meinem Namen für die mir gethane Ehre und Auszeichnung ... Vor einigen Tagen bin ich vom hiesigen Buchhändler Baumgärtner aufgefordert worden eine temporäre Zeitschrift über die Cholera herauszugeben, für die ich den Titel: Mittheilungen des Neuesten und Wissenswürdigsten, gewählt habe ...". - IV. (3. XI. 1831): "... und hätten wir gewünscht, die garstige Cholera hätte die lieben Einwohner des in unserer Erinnerung so freundlich lebenden Breslau verschont. Allen Berichten nach ist aber die Sache von fern viel schlimmer als in der Nähe, und so hoffen wir auch, daß Gottes schützende Hand und Ihre Vorsicht Sie sämtlich durch die Gefahr glücklich hindurch führen wird. Durch Prof. [Ernst Theodor] Gaupp [Rechtshistoriker; 1796-1859] habe ich erfahren, daß Sie einige Sectionen an Ch[olera]- Verstorbenen gemacht haben; dies hat in mir den lebhaften Wunsch rege gemacht, einmal darüber etwas von Ihrer gewandten Feder für mein Blatt zu erhalten. Was ich bis jetzt von den Sectionen weiß, scheint nicht viel über das Wesen der Krankheit zu offenbaren, vielleicht ist es Ihrer Genauigkeit und Sorgfalt gelungen etwas zu beobachten ...". - (V. 5. Mai 1832) Radius gratuliert Otto zu der Geburt seiner Tochter: "... kurz nach Empfang der erfreulichen Nachricht glaubte ich Ihnen ... täglich eine gleiche Nachricht von meiner Frau mittheilen zu können, was sich jedoch bis zum 18t. April verzögerte, wo Sie von einem kräftigen starken Knaben glücklich entbunden worden ist ... Wenige Tage nach Empfang Ihres Briefes erhielt ich auch das Heft ... in welchem Ihre Beobachtungen über die Ch[olera]. enthalten sind. Ich habe sie mit vielem Interesse nicht nur gelesen, sondern auch für Nr. 68 der Mittheilungen ausgezogen. Werden Sie nicht vielleicht irgendwo Nachträge dazu liefern, oder haben sich auch im späteren Verlaufe der Epidemie die früher gemachten Beobachtungen fortan bestätigt? ...". - Teilweise mit Randläsuren; vorhandene Einrisse zum Teil alt mit Klebeband hinterlegt; 1 Brief sporfleckig. - Aus der Sammlung Ammann.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 398)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 285)



Rehberg, August Wilhelm
Brief 1791

Los 2530

Rehberg, August Wilhelm, politisch-philosophischer Schriftsteller, Staatsrechtler, Geh. Kabinettsrat in Hannover (1752-1836). Eigh. Brief m. U. "Rehberg". 3/4 S. 8vo. Hannover 5.III.1791.

An einen Redakteur, dem er einen Beitrag über das "Leben Leibnizens" sendet. "... ich habe vergeßen, ... Ihnen zu dem Leben Leibnizens das Sie verlangten ein andres kleines Blatt beizulegen, welches ich bekant gemacht habe, da die Büste angelangt und aufgestellt werden sollte, und welches dadurch vielleicht einigen Werth hat, das ich gesucht habe, demselben so viel Vollendung in der Vollkommenheit des Ausdrucks zu geben als ich vermogt, welches bey einem kleinen Aufsatze eher möglich ...". - Montage-Spur am linken Rand.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 227)


Nachverkaufspreis
€ 140   (US$ 159)



Rokitansky, Carl Frhr von
Billet 1854

Los 2531

Rokitansky, Carl Freiherr von, österr. Pathologe, Politiker und Philosoph (1804-1878). Eigh. Billet m. U. "Rokitansky". 1 S. Wien 18.VI.1854.

"Euer Hochwohlgeboren habe ich die Ehre, die Notiz für die Zeitung zu überschicken. Wenn ich nicht irre so ist sie entsprechend abgefaßt ...". - Der geadelte und vielfach hoch geehrte Rokitansky war Präsident der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften sowie Mitglied diverser ausländischer Akademien.

Schätzpreis
€ 180   (US$ 205)


Nachverkaufspreis
€ 150   (US$ 170)



Schmitt, Carl
3 eigenhändige Briefe

Los 2537

[*] - 3 eigh. Briefe m. U. "C. S." und "Carl Schmitt". In franz. Sprache. 8 S. Kl. 4to, gr. 4to und quer-8vo. Plettenberg 26.VI. bis 21.XII.1970.

An Julien Freund. Eigenhändige Briefe mit vielfältigen Themen: ihre beiderseitigen Veröffentlichungen, politische Tagesnachrichten, Buch-Empfehlungen. Erwähnt mehrmals Max Weber. - Piet Tommissen in "Schmittiana VIII", Berlin 2003, Nr. 38, 41 und 42, mit Kommentar. - Mit keinem anderen Briefpartner führte Carl Schmitt einen derart langen und intensiven Briefwechsel wie mit Julien Freund (1921-1993). Er sah in dem französischen Politikwissenschaftler seinen genialen Fortsetzer, beide verband eine enge Freundschaft. Zum Verhältnis Carl Schmitt - Julien Freund vgl. Tommissen in: Kraus, Souveränitätsprobleme der Neuzeit. Berlin 2010, S. 9ff.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 683)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 455)



Sommerfeld, Arnold
Brief 1935

Los 2540

[*] Sommerfeld, Arnold, Physiker (1868-1951). Brief m. U. "Ihr A. Sommerfeld". 1 S. Gr. 4to. München 13.V.1935.

Mit Briefkopf "Institut für Theoretische Physik München" an den Physiker Karl Mey (1879-1945) als Vorsitzenden der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: "... Das holländische Comité für das [Pieter] Zeeman-Jubiläum bittet mich, als Obmann des deutschen Subcomités, zu der Feier am 25. h. nach Amsterdam zu kommen. Ich will das tun, wenn ich die nötigen Devisen erhalten kann. Unsere Akademie hat mir hierfür einen Empfehlungsbrief gegeben; Geld als Reisezuschuss hat sie aber nicht zur Verfügung. Nun fällt mir ein, dass Sie mir vor einem Jahr sagten, Sie hätten Fonds, um eine damals von mir geplante Reise nach Amerika zu unterstützen, die nachher nicht zur Ausführung kam. Können Sie statt dessen die Reise nach Amsterdam subventionieren? Ich würde dann auch die Glückwünsche der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in einer Rede übermitteln. Die Sache wird schätzungsweise 200 M kosten. Ich bin aber auch mit weniger zufrieden und zahle gern aus eigener Tasche dazu ...". - Eigenh. Bleistiftanmerkung Meys "18. 5. Telegr. beantw. 'Mit Ihrem Vorschlag sehr einverstanden'". - Gelocht.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 398)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 285)


Wetterauische Gesellschaft
17 handschriftl. oder gedruckte Dokumente

Los 2544

Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. Konvolut von 16 handschriftlichen oder gedruckten Dokumenten aus ihrer Gründungszeit. Zus. 27 S. Verschied. Formate. Hanau 1809-1816.

Die 1808 von zwölf Bürgern in Hanau "zur Pflege des naturwissenschaftlichen Studiums" gegründete Gesellschaft, zu deren Mitgliedern später auch Goethe und A. von Humboldt zählten, ist hier in 16 Dokumenten aus ihrer Frühzeit repräsentiert, von denen 11 vom Direktor der Gesellschaft, Dr. Gottfried Gaertner, eigenhändig unterzeichnet sind. Weitere Schriftstücke sind von den Gründungsmitgliedern Bernhard Sebastian von Nau, Karl Caesar von Leonhard und Dr. Johann Heinrich Kopp unterschrieben. Alle Dokumente stammen aus dem Nachlaß des Hanauer Rechnungsprüfers Andreas Diehls, der bereits 1809 als "außerordentliches Mitglied" aufgenommen worden war. Im einzelnen sind folgende Schriftstücke vorhanden: Die großformatige, gestochene und gesiegelte Urkunde der Aufnahme Diehls' als außerordentliches Mitglied; unterzeichnet von Gaertner, Nau, Leonhard und Kopp. Mit reich illustrierter Kupferstich-Bordüre von C. Westermayr, die verschiedene Tiere und Pflanzen zeigt (Hanau 28.VI.1809). - Eigh. Begleitschreiben Leonhards zu der Urkunde (Hanau 29.VI.1809). - 8 gedruckte Einladungskärtchen zur öffentlichen Versammlung der Gesellschaft, jeweils eigenhändig von Gaertner unterzeichnet (1809-1816). - Aufforderung von Gaertner, bei der Rückführung des "Museums" der Gesellschaft "ins vorige Lokale" mitzuhelfen. Mit eigh. Kommentaren von C. Westermayr, Kopp und Spangenberg (Hanau 11.III.1810). - Gedruckte "Verfassung und Gesetze der Wetterauischen Gesellschaft für die gesammte Naturkunde" (4 S.). - 3 gedruckte Sitzungsberichte der Gesellschaft (1809-1812), einer davon handschriftlich unterzeichnet von den Sekretären Leonhard und Kopp. - Gedruckte Mitteilung Kopps über die Gewährung einer jährlichen Unterstützung durch den Kurfürsten in Höhe von 400 Gulden und 6 Klaftern Holz. "Das bisherige Lokale im Kurfürstlichen Schlosse ist zugleich ferner zum Versammlungsorte und zur Aufbewahrung des Kabinetts und der Bibliothek verstattet worden". (Hanau 28.VIII.1816). - Gedruckte, 2seitige "Anzeige, die Fortsetzung der Annalen der Wetterauischen Gesellschaft ... betreffend" (1811). - Beiliegend ein Gruppenfoto von 10 meist älteren Männern, auf einer Wiese sitzend und stehend (ca. 1890) sowie 3 Schriftstücke, die Familie Diehls betreffend. - Interessantes Material über die ehrwürdige, noch heute bestehende Gesellschaft, von der eines ihrer bedeutendsten Mitglieder, der berühmte Frankfurter Kameralist und Naturforscher Bernhard Sebastian von Nau (1766-1845), hier mit einer signierten Urkunde vertreten ist.

Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.367)


Nachverkaufspreis
€ 800   (US$ 911)



Zeise, Heino
Teil seines Nachlasses

Los 2545

Zeise, Heino, dt. Thermophysiker, Schüler Nernsts, ab 1939 bei der DVL in Adlershof, 1946 mit der Familie nach Russland verschleppt und erst Ende 1953 zurückgekehrt (1902-1954). Teil seines Nachlasses, bestehend aus einem eigh. Lebenslauf, 29 eigh. Briefen an seine Frau, seinem Personalausweis von 1946, Fotos und verschiedenen Beilagen. 1936-1954.

Aus einer Handwerkerfamilie stammend, erarbeitete sich Zeise in mehreren Stufen die Hochschulreife, studierte in Leipzig und Berlin Physik, Mathematik und Chemie und promovierte 1928 in Berlin mit einer experimentellen Arbeit über die Absorption von Gasen. Vor allem an Forschungsarbeit interessiert, fand er 1935 eine Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Physik am Gmelin-Handbuch, bis er 1939 zur Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt nach Adlershof wechseln konnte. Hier beschäftigte er sich mit Verbrennungsproblemen des Motors, Gasgleichgewichten, spektroskopischen Versuchen an Motoren und brachte (schon seit 1928) eine größere Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen heraus, von denen die wichtigste das auf 3 Bände angelegte Standardwerk Thermodynamik auf den Grundlagen der Quantentheorie, Quantenstatistik und Spektroskopie ist. Der erste Band konnte noch 1944 bei S. Hirzel in Leipzig erscheinen; erst 1954 und 1957 erschien noch posthum Band III in zwei Teilen. Nach kurzer Gefangenschaft konnte Zeise in Bleicherode am Harz als Abteilungsleiter für Thermodynamik eines Kollektivs beginnen, als er im Oktober 1946 von den Sowjets verhaftet und als Wissenschaftler mit Frau und Kindern nach Russland verschleppt wurde. Auf der Wolga-Insel Gorodomlja bei Ostaschkow mußte er als Gefangener, gemeinsam mit 175 weiteren Familien von Raketenforschern und anderen Spezialisten, für die sowjetische Forschung und Industrie arbeiten. Erst nach 7 Jahren, im November 1953, konnte die Familie Zeise nach Deutschland zurückkehren. Der Physiker bewarb sich von Berlin-Pankow aus um eine Anstellung, doch starb er bereits am 26. Juni 1954, einen Tag nach Abfassung seines hier eigenhändig vorliegenden und signierten Lebenslaufs (11/2 S.). - Die 29 Briefe Zeises stammen größtenteils aus den Jahren 1936-1937 und sind aus Berlin-Steglitz an seine Braut gerichtet, die zu dieser Zeit noch in Sachsen wohnende Mathematik-Studentin Ruth Haase. Die meist 3-4seitigen Briefe enthalten viel Biographisches über den Schreiber, sein tägliches Leben und Erleben in Berlin. Zwei Briefe aus dem Jahr 1943 berichten über die Kriegsverhältnisse (Bombenangriffe etc.) in Berlin. - Die Fotos zeigen Zeise mit seinen Töchtern in Russland. - Beiliegend der 1944 erschienene 1. Band von "Thermodynamik" mit eigh. Widmung Zeises vom Januar 1945 an seine Tochter Reglind. - Ferner beiliegend 10 Briefe und Postkarten an Ruth Haase/Zeise, von verschiedenen Verwandten und Freunden. - Der vorliegende kleine schriftliche Nachlaß des ausgezeichneten Physikers Heino Zeise ist charakteristisch für eine Reihe ähnlicher tragischer Schicksale, deren historische Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen ist (vgl. Werner Albring, Gorodomlia. Deutsche Raketenforscher in Russland, Hamburg 1991).

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.026)


Nachverkaufspreis
€ 550   (US$ 627)



Bahro, Rudolf
Brief 1987

Los 2548

[*] Bahro, Rudolf, Philosoph, Politiker und Sozial-Ökologe, Publizist und prominenter Dissident der DDR, Berliner Universitätsdozent, sehr unruhiger Geist und politischer Aktivist mit äußerst wechselvoller Laufbahn (1935-1997). Brief m. U. "Rudolf Bahro". 1 S. Gr. 4to. Worms 18.XII.1987.

An eine Chefredaktion. Nach dem großen internationalen Erfolg seines sozialismuskritischen Buches "Die Alternative" ersucht er indirekt um Besprechung seines "zweiten großen Buches", der "Logik der Rettung". "... Sie erscheint mir selbst bedeutender und sie ist vor allem hierzulande eingreifender als damals meine 'Alternative'. Inzwischen finden auch schon eine ganze Menge anderer Leute, sie sei ein Ereignis über Literatur hinaus. Offenbar kann sie quer zu den politischen, ja zu den weltanschaulichen Lagern aufgenommen werden. Wie auch immer über die Antworten gedacht werden mag, die ich konzipiere, mein Entwurf scheint jedenfalls tief an die für eine Rettungspolitik entscheidenden Fragen zu rühren. Wer das Buch auch bisher gelesen hat, kam so oder so mit jener Erregung heraus, für die der Aufschrei Robert Jungks charakteristisch sein mag ... Vielleicht hat jemand aus Ihrer Redaktion Interesse, an der Atmosphäre, in der ich denke, und an meiner Lebensperspektive, nicht mehr in Worms, sondern in der Eifel ...". - Mit Eingangsstempel. - Beigegeben ein eigh. Billet m. U. des politischen Karikaturisten Fritz Wolf (1918-2001), mit 2 eigh. Umschlägen. Der exzellente Zeichner war u. a. viele Jahre Mitarbeiter des "Stern".

Schätzpreis
€ 120   (US$ 136)


Nachverkaufspreis
€ 80   (US$ 91)



Bassompierre, François de
Signiertes Schriftstück

Los 2549

Bassompierre, François de, franz. Diplomat, Marschall von Frankreich, Musterbild eines Höflings seiner Zeit (1579-1646). Schriftstück m. U. "Bassompierre". 2/3 S. Doppelblatt. Gr. 4to. O. O. u. J.

Schuldverschreibung "promesse de Monsr de Bassompierre pour 1300 # [livres]". - Charakteristisches Dokument: Bassompierre, dessen "Erlebnis", wiedererzählt von Chateaubriand, Goethe und Hofmannsthal, zur Weltliteratur gehört, "dem Luxus, dem Spiel und der Liebe unmäßig frönend" (Wikip.), war ein Verschwender und starb in Armut, aber: "Les Dames qui ont aidé à le ruiner, l'ont regretté, quoy qu'il soit mort bien à propos pour luy; parce qu'il n'avoit plus dequoy fournir à l'excessive despense, qu'il avoit accoustumé defaire; ny mesme dequoy vivre" (aus dem Vorwort des "Journal de ma vie" von 1665).

Schätzpreis
€ 250   (US$ 285)


Nachverkaufspreis
€ 150   (US$ 170)



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