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Autographen Auktion 115, Mi., 8. Apr., 15.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Hugo, Victor
Brief 1829

Los 2541

Hugo, Victor, franz. Dichter und Politiker, Hauptvertreter der frz. Romantik, Mitglied der Académie Française und Pair de France (1802-1885). Eigh. Brief m. U. "Victor" (und von anderer Hand hinzugesetzt:) "Hugo". 1 S. Doppelblatt mit Adresse. Kl. 4to. Vermanton 9.VIII.1829.

An den Dichter Alphonse de Lamartine (1790-1869). Nachrichten von ihrem Ferien-Aufenthalt und ihren Vorhaben. Bestellt Grüße an Mad. de Lamartine.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 345)


Jandl, Ernst
Brief an Konrad Bayer

Los 2542

Jandl, Ernst, österr. experimenteller Lyriker, Büchner-Preisträger (1925-2000). Eigh. Brief m. U. "Dein Ernst". 1/2 S. - Auf dem Umschlag eines Sonderdruckes seiner "Prosa aus der Flüstergalerie". O. O. 17.XII.1963.

An den ihm befreundeten Schriftsteller Konrad Bayer (1932-1964). "... hier findest Du, hübsch garniert, die erstmals komplett abgedruckte 'Flüstergalerie', dazu meine besten Wünsche für Roman, Feiertage und 1964 ...". - Auf dem vorderen Umschlagblatt eines Sonderabdrucks seiner "Prosa aus der Flüstergalerie", S. 38-42, die im November 1963 in der Zeitschrift "Wort in der Zeit" IX, 11 erschienen war. - Leichte Gebrauchsspuren.

Schätzpreis
€ 250   (US$ 287)


Jandl, Ernst
Signiertes Manuskript 1968

Los 2543

- Eigh. Manuskript. 2 S. auf 2 Bl. (Kugelschreiber), jedes Blatt mit Bleistift signiert "Ernst Jandl". - Dazu: Eigh. beschrifteter Umschlag mit Namenszug "Ernst Jandl". 2/3 S. (Tinte). Doppelblatt. Zus. 3 S. Gr. 4to. O. O. 14.VII.1968.

Beschriftung des Umschlags: "Ernst Jandl. Original-Manuskript 14.7.68 (mit Korrekturen) 'frühe übung einem einen wichtigen sachverhalt einzuprägen' (2 Blätter) (abgedruckt in 'der künstliche baum', S. 54/55)". - Originelles Spiel mit den Elementen eines Satzes, die immer wieder verschoben und neu positioniert werden: "merk dir / du heißt / ernst jandl / und wohnst / wien 3 / landstraßer / gürtel 9 / sagte / die mutter / zu mir ...". Hiervon werden 8 Varianten gebildet. - Mit Korrekturen von Hand des Autors.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 402)


Richter, Caroline
Brief 1827

Los 2544

Jean Paul, Schriftsteller (1763-1825). - Richter, Caroline, geb. Mayer, Witwe Jean Pauls (1777-1860). Eigh. Brief m. U. "Caroline Richter geb. Mayer". 4 S. Doppelblatt. 8vo. Bayreuth 22.IV.1827.

Ausführlich an einen Bankier oder Kaufmann in Berlin, der ihr "aus reinster Menschengüte" behilflich war, die aus dem Erlös der Gesamtausgabe von Jean Pauls Werken eintreffenden Tantièmen vom Berliner Verleger Reimer günstig anzulegen. "... Ich werde den gemeynten Gebrauch davon machen, und Ihrer segnend gedenken, wie auch das Resultat ausfallen möge. Für Ihre Rathschläge in Vermeidung österreichischer Papiere zu Unserem Gebrauch danke ich von Herzen und werde sie befolgen ... Es boten sich mir jetzt annehmliche hypothekarische Versicherungen für das im Mai einlaufende Geld Herrn Reimers an, doch habe ich vielleicht noch über 3000 rthl Conv. Geld zu disponiren, wenn Sie, mein edler Freund, dafür in Berlin vielleicht gleich ein Unterkommen zu 5 pr.C. wüßten? - außerdem ist auch dafür Aussicht hier, und die Sache ist nur, wie ich ohne Verlust, die Reimerschen Zahlungen hier beziehe. - Auch dafür erlaubte ich mir neulich Herrn Reimer an Ihren Rath zu verweisen. Er will mir nämlich vom 4ten Tage nach der Meß-Zahlwoche Anweisungen an seine Handlung in Leipzig erlauben ... Mein Wunsch war also der: Herr Reimer solle bei Ihnen um Erwirkung von Nürnberger, Frankfurter, oder Augsburger Wechseln für diese Summe anhalten, welche Sie bei Ihren vielumfassenden Verbindungen vielleicht ohne Nachtheil für mich gewähren könnten. - Einen Theil der Summe, die im Ganzen 7000 rthl. Sächs. oder Conv. Geld beträgt wird Herr Reimer entweder an Jemand in Berlin, welcher von hier Gelder einzuziehen hat, die mir alsdann zufallen (es ist dies der Geheime Ober Tribunals Rath Kähn; indesssen sagte dessen hiesiger Geschäftsführer: die zu erwartenden Geld-Einzahlungen könnten sich ins Ungewisse verzögern) oder wie ich ihm in diesem Fall eben hier vorschlage: an den Bankier Friedländer: neue Friedrichstr: welcher mit dem Herrn Schwabacher bei welchem ich wohne, in den genauesten Handelsverbindungen steht, auszahlen ... Sollte indessen mein Wunsch zu indiscret sein, so unterwerfe ich mich Ihrer Verneinung mit aller Verehrung für Ihren edlen Willen ... Für die Mittheilung Ihrer Familiennachrichten danke ich Ihnen von ganzer Seele. Dobeneks denen ich sie erzählte, nehmen den höchsten Antheil an der vollzogenen Verbindung Ihrer liebenswürdigen Tochter ... Noch immer ist Carl Dobenek im Zustand der Erwartung der um so empfindlicher fällt als davon das Glück eines edeln Mädchens, die er im Stillen sich gelobt, abhängt: der Tochter des Reg. Präsident von Welden ... Die gute Herder erfreut sich eines schönen und bis jetzt gesunden Kindchens. Mit Zittern verlebte sie die ersten Wochen weil ihr jene Tage des Verlustes der zwei Erstgebohrenen, und sobald dem Tode gewidmeten, furchtbar waren und ihr Schicksal ihr wohl Veranlassung gab, einen finstern vergeltenden Geist anzunehmen: denn es ist doch gewiß daß ihr erster Bund mit ihrem Manne nicht ohne Leichtsinn getrennt wurde, und sie 8 Jahre gemeinsamen Lebensglücks ohne hinreichenden Grund Verscherzte. Aber nun da das Kind 2 Monat alt ist, scheint sie Vertrauen zu seiner Erhaltung zu fassen, und ihr Glück ist grenzenlos ...". - Der erwähnte "Carl Dobenek" war der kgl. bayerische Kämmerer, Regierungs- und Konsitorialrat Carl Freiherr von Dobeneck (1796-1865). Er vermählte sich 1826 mit Franziska (Fanny) Freiin von Welden (1807-1881). Das Paar hatte zwei Töchter und fünf Söhne. - Vor allem die beiden Außenseiten stärker gebräunt.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 517)


Jünger, Ernst
4 Briefe an Günther Neske

Los 2545

Jünger, Ernst, Schriftsteller (1895-1998). 4 Briefe m. U. "Ernst Jünger", davon 1 gemeinsam mit Liselotte Jünger. Zus. 4 S. Gr. 4to. Wilflingen 1975-1977.

An den Verleger Günther Neske. Der erste Brief (14.VII.1975) über Verabredungen ("Angelpartie") und Jüngers Aufenthalt in Laon 1976. Die weiteren Briefe hauptsächlich über den Film von Jacques Delord über Ernst Jünger sowie weitere Film- und Foto-Aufnahmen in seinem Haus. "... Wir haben unter anderem einen Wurf von sechs Siamkatzen im Haus. Vorzügliche Aufnahmen der Käfer wurden übrigen von Monsieur Contini und seiner Equipe hier im Haus gemacht. Darauf komme ich auf meinen Vorschlage des Austausches einiger Passagen mit der Troisième Chaîne zurück. Ich lege Ihnen den Durchschlag eines Briefes bei [auch hier beiliegend und eigenhändig monogranmmiert], den ich mit gleicher Post an Jacques Delord sende. Er ist der eigentliche Initiator des französischen Films, der anderthalb Stunden laufen soll [29.IV.1977] ... Inzwischen hatten wir in der vorigen Woche in Paris ein Frühstück anläßlich der Verleihung des 'Aigle d'Or'. Auch Msr. Contini nahm daran teil - der 'Libre Opérateur', der in Agadir und Wilflingen den Parallel-Film zu dem Ihren aufgenommen hat. Als ich ihm erzählte, daß es vermutlich bei Ihnen zu einer Vernissage kommen wird, äußerte er den Wunsch, dabei zu sein. Er möchte dann gern seinen eigenen Film vorführen [17.X.1977] ... Ich kann Herrn Rüdel zu seiner Leistung gratulieren; der Film war gut komponiert. Schade, daß weder Alexander noch Gert einmal ins Bild kamen. Warum mag wohl der Höhepunkt, die Häuptlingsfeier gefehlt haben? ... Im Februar kommt Professor Hansen-Löve aus Wien nach Wilflingen, sein Anliegen ist eine Sendung über 'Eumeswil'. Könnte man ihm nicht unpublizierte Teile Ihres Films anbieten? ..." [7.XI.1977]. - Jüngers utopischer Roman "Eumeswil" war in diesem Jahr erschienen. - 2 Bl. gelocht.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 690)


Kasack, Hermann
Brief 1961 + Beigabe

Los 2546

Kasack, Hermann, Schriftsteller, Lektor bei Kiepenheuer, S. Fischer und Suhrkamp, Mitbegründer des dt. PEN-Zentrums und Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (1896-1966). Brief m. U. "Hermann Kasack". 1 S. Gr. 8to. Stuttgart 5.X.1961.

An Professor Herman Meyer in Amstelveen, der ihn im Rahmen der "Genootschap Nederland-Duitsland" eingeladen hatte, in vier holländischen Städten einen Vortrag zu halten. "... Diese Aufforderung ist für mich eine große Ehre, die ich zu schätzen weiß. Wenn es zu einer Verabredung kommen sollte, würde ich, Ihrer Anregung folgend, meinen Stockholmer Vortrag zu Grunde legen und ihn natürlich durch Fortlassungen und Ergänzungen auf den Stand des Jahres 1962 bringen." Zudem treffe es sich günstig, da er im Februar 1962 auch in Gent eine Lesung veranstalten werde. "... für mich bedeuten derartige Reisen eine gewisse Mühe, zumal da ich durch die geringe Sehkraft meiner Augen auf die Begleitung meiner Frau in fremdem Orten angewiesen bin. Das haben die Herren in Gent auch berücksichtigt ...". Ferner über Honorar und Reisekosten-Erstattung. - Dabei: Gerd Gaiser, Schriftsteller, Träger mehrerer Literaturpreise, zur NS-Zeit Parteimitglied, daher heute verpönt (1908-1976). Brief m. U. "Gerd Gaiser". 1 S. Gr. 4to. Reutlingen o. J. - Ebenfalls über eine Lesung in Holland auf Einladung Herman Meyers. "... Die Ankündigung würde ich vorschlagen, allgemein zu halten, einfach etwa: Lesung aus eigenen Arbeiten, oder wie Sie es formulieren wollen. Meinen Verlag werde ich bitten, Ihnen eine ausreichende Anzahl von Prospekten zu gehen zu lassen ...". - Der ehemalige Fliegeroffizier Gaiser war zur NS-Zeit Parteimitglied und ist deshalb heute politisch korrekt verpönt. In den 50er und 60er Jahren erschienen seine Bücher jedoch in renommierten Verlagen wie Hanser, Insel und S. Fischer.

Schätzpreis
€ 120   (US$ 138)


Kopelew, Lew
Brief 1982

Los 2547

Kopelew, Lew, russischer Schriftsteller und Germanist, u. a. Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels (1912-1997). Brief m. U. "Lew Kopelew". In deutscher Sprache. 3/4 S. Mit Umschlag. Gr. 4to. Köln 5.I.1982.

An Professor Herman Meyer in Amstelveen, der ihn zu einem Vortrag in zwei holländischen Städten eingeladen hatte. Kopelew erklärt sich mit den Terminen einverstanden und teilt mit: "... Den Vortrag will ich über 'Faust in der russischen Literatur' halten ...". - Mit Bleistift-Notizen des Empfängers. - Dabei: Fritz Martini, namhafter Germanist und Literaturwissenschaftler, Professor in Hamburg und Stuttgart (1909-1991). Brief m. U. "F. Martini". 1 S. Gr. 4to. Stuttgart 12.VI.1979. - An einen Kollegen über Tagungen in Weimar und Wolfenbüttel sowie über die Vergabe des Friedrich-Gundolf-Preises durch die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung an den sowjetischen Schriftsteller, Humanisten und Dissidenten Lew Kopelew. "... Zu unserer Kommission. Einstimmigkeit (Alewyn, Goldstücker und ich) bestimmte die Wahl von Lev Kopelev zum Preisträger 1980, einstimmig wurde entschieden, bis zur Herbsttagung den Vorschlag dem Präsidium vorzulegen, damit so Zeit gewonnen würde, mit den zuständigen Stellen in UdSSR und BRD den Kontakt aufzunehmen ... Ob Herr Kopelev den Preis annehmen kann, muß abgewartet werden. Herr Böll hatte in seinem Brief an mich, den Sie in Kopie erhielten, die Wege gewiesen, die versucht werden müssen. Überlegungen zu späteren Kandidaten wurden bis zum Herbst verschoben ... Ich bin von der Kommission beauftragt worden, den Vorschlagtext Kopelev für das Präsidium zur Herbsttagung zu verfassen. Sie erhalten rechtzeitig eine Kopie zur Durchsicht und Prüfung, bzw. zur Korrektur. Als zukünftige Kandidaten möchten wir an L. R. Forster oder Ilse Graham denken; denn ob Herr Bruford bei hohem Alter kommen könnte, ist ungewiß ... Diese Erwägungen schließen natürlich andere Vorschläge nicht aus. Von L. Kopelev ist gerade neu in Übersetzung auf dem Buchmarkt: 'Und schuf mir einen Götzen. Lehrjahre eines Kommunisten' ... Ich besitze ein Vorausexemplar und kann es Ihnen schicken ... Es ist breit geschrieben, man kann oft diagonal lesen ...". - Im folgenden Jahr erhielt Kopelev von Heinrich Böll und Marion Gräfin Dönhoff eine Einladung zu einer Studienreise nach Deutschland, und tatsächlich wurde ihm und seiner Frau die Ausreise aus der Sowjetunion gestattet, so daß er den Friedrich-Gundolf-Preis entgegennehmen konnte. Doch 1981 wurde das Ehepaar ausgebürgert, so daß Kopelev die deutsche Staatsbürgerschaft annahm.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 172)


Koreff, David Ferdinand
Brief 1822

Los 2548

Koreff, David Ferdinand, Arzt und Schriftsteller aus jüdischer Familie, in Berlin Mitglied der "Serapionsbrüder" (1783-1851). Eigh. Brief m. U. "Koreff". 1 S. Doppelblatt. 8vo. O. O. 3.III.1822.

An einen Grafen. "Ew. Hochgebohren haben mir die in Rede stehenden Papiere so schnell zurückgeschikt, daß ich befürchten muß sie hätten noch nicht dazu gedient was mir so sehr am Herzen liegt. Ich nehme mir daher die Freiheit sie Ihnen, mein verehrtester Herr Graf, zurückzusenden mit der Bitte sie so lange zu behalten, bis Sie eine gute Gelegenheit finden durch sie selbst eine Meinung zu zerstören, die mir sehr schmerzlich ist u. die ich nicht gern Wurzel schlagen sähe ...". - Der Vermutung, dass es sich hier um den 1822 eingetretenen, politisch motivierten und schwerwiegenden Konflikt mit dem Staatskanzler Karl August von Hardenberg handelt, durch den Koreffs Vertrauensstellung bei Hardenberg ein Ende fand, spricht der Umstand entgegen, dass Koreff den Adressaten als "Herr Graf" anredet, während Hardenberg seit 1814 gefürstet war und als Staatskanzler selbst von seinem Vertrauten und Leibarzt die Anrede "Durchlaucht" oder "Exzellenz" erwarten durfte. - In seiner Berliner Zeit ab 1803 gehörte Koreff den "Serapionsbrüdern" an, bei E. T. A. Hoffmann als "Vinzenz" geschildert. - Am Briefkopf ein alter zweizeiliger biographischer Vermerk über Koreff.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 345)


Lamartine, Alphonse de
3 Briefe an Eugène de Genoude

Los 2549

Lamartine, Alphonse de, franz. Schriftsteller und Politiker, führender Lyriker der franz. Romantik (1790-1869). 3 eigh. Briefe, der erste ohne Unterschrift, der zweite unterzeichnet "L", der dritte "Lamartine". Zus. 11 S., eng beschrieben. 4to. Rom 1.II.1821, Florenz 7.VI.1827 und Macon 30.VI.1830.

Umfang- und inhaltsreiche Briefe als Botschaftssekretär an seinen Freund, den Theologen und Politiker Eugène de Genoude (1792-1849). Spricht viele Themen an: I. Sein Leben in Rom ("la vie tolérable est cher"), eine schwierige Lage ("un embarras, embarras que ni vous ni moi nous ne connoissons encore"), dankt für finanzielle Hilfe und Bücher, nennt Pläne für eine Englandreise im Mai, begleitet von vielerlei Klagen. Denkt über beiderseitiges Leben, Krankheit, Kummer und Trost nach: "... Travaillez mon cher ami pendant que vos nerfs ne sont pas encore usés brisés froissés comme les miens ... Vous m'avez ouvert la porte d'une petite reputation qui m'a valu un peu d'argent qui m'a valu un délicieux mariage qui me vaudra et je voudrois vous rendre tout cela. Les grands médecins de Naples me promettent de longues soufrances, je veux tacher de m'arranger ... je n'ai donc plus qu'à attendre que le ciel me le laisse écrire. Si je le fais jamais je dirai avec confiance, Exegi: et ce que j'ai fait est bon! ...". - Schöner, früher, gehaltvoller Brief mit vielen Bekenntnissen zum seelischen Zustand des Dichters. - Gering fleckig. - II. Der zweite Brief ist fast vollständig politischen Inhalts. Lamartine diskutiert ausführlich die politischen Verhältnisse in Europa, widerspricht Ansichten Genoudes und bemerkt am Schluß: "... Votre Journal des Débats me fait pitié avec son opposition quotidienne à propos et non à propos et son dictionnaire des diatribes empruntées ...". - Leicht angestaubt. - III. Der dritte Brief mit vielfältigem Inhalt, u. a. ein Schloss seiner Familie bei Macon: "... C'est un fort joli petit chateau avec une terre dans la proportion de 200.000 f ... il vient de ma propre famille qui était alliée avec la famille de Genou ou Genoud par une grand mère, les propriétaires actuels sont encore nos cousins ...". Ferner über einen Zeitungsartikel und politische Angelegenheiten wie Wahlen. - Dieser Brief mit Randschäden und anderen Defekten durch Mäusefraß; etwas Textverlust. - Drei interessante, inhaltsreiche Briefe aus den ersten vierzig Jahren Lamartines.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.035)


Langbein, August
Brief 1828

Los 2550

Langbein, August Fr. Ernst, aus Sachsen stammender Schriftsteller, ab 1820 Zensor für Belletristik in Berlin (1757-1835). Eigh. Brief m. U. "Langbein". 1/2 S. 4to. Berlin 17.I.1828.

Als Zensor an den Berliner Schriftsteller und Buchhändler Alexander Cosmar und seinen Teilhaber, den Verleger L. W. Krause, denen er höflich für eine geplante Flugschrift ein Druckverbot erteilt und begründet. "Es thut mir leid, daß ich Ihnen Die Berliner Kritik auf dem Olymp ohne Imprimatur zurücksenden muß, weil mir die Genehmigung des Drucks von verschiedenen Seiten Verdruß zuziehen würde. Auf der Bühne geht ein solcher Schwank eher durch. Kann aber ein Beleidigter Schwarz auf Weiß vorzeigen, so geht er und klagt, und man hat ganz neue Beispiele, daß Menschen, die es gar nicht verdienen, Gehör und Schutz finden ...". - Auf dem Höhepunkt des in Pamphleten ausufernden Streits zwischen einer Gruppe von Berliner Schriftstellern um Cosmar und Angely einerseits und dem Kritiker Moritz Gottlieb Saphir nebst seinen Anhängern andererseits bildet der Brief ein typisches Beispiel für die schwierige Rolle des Zensors: Eigentlich mit Cosmar und Krause sympathisierend, muß er die geplante Satire ablehnen, um nicht die bereits angestrengten Prozesse weiter zu vermehren. Er gibt aber den Hinweis, dass der Text als Bühnenstück vielleicht genehmigt werden könnte, und die Bemerkung, "daß Menschen, die es gar nicht verdienen, Gehör und Schutz finden", zielt vermutlich auf Saphir.

Schätzpreis
€ 180   (US$ 206)



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