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Los 2740 Revolution 1848
8 Schriftstücke aus dem Nachlaß Carl August Milde
Verkauft
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- Revolution 1848 in Berlin. Schriftwechsel aus dem Nachlaß des schlesischen Fabrikanten und liberalen preuß. Politikers Carl August Milde, Präsident der preußischen Nationalversammlung und erster Handelsminister Preußens (1805-1861). 6 Briefe, 1 Brief-Konzept und 1 signiertes Manuskript. Zus. ca. 15 S. 4to und Folio. 8.VII. - 19. XI.1848.

Bedeutende Dokumente, mit diversen gedruckten Beilagen. Vorhanden: I.
Wilhelm I., König von Preußen, hier noch als Kronprinz (1798-1888). Eigh. Manuskript m. U. "Prinz v Preußen". 31/2 S. Goldschnitt. 4to. Zehlendorf bei Berlin 8.VI.1848. - Original-Manuskript der Ansprache des Prinzen von Preußen an die Nationalversammlung, hier offenbar für den Druck bestimmt: "Durch die auf mich gefallene Wahl bin ich berufen, in Ihrer Mitte zu erscheinen. Ich würde schon den gestrigen Tag als den meiner Rückkehr ins Vaterland benutzt haben, um hierher zu eilen, wenn es nicht der Jahrestag unauslöschlicher Trauer zugleich gewesen wäre, der mich im Schoß meiner Familie zurückhalten mußte ... Nicht nur die Blicke Preußens, die Blicke der Welt sind auf unsere Versammlung gerichtet, da durch sie eine Vereinbarung mit unserm König u. Herrn herbeigeführt werden soll, welche die Zukunft Preußens u. seiner Könige feststellen soll ... Die Constitutionelle Monarchie ist die Regierungs Form, welche unser König uns zu gehen vorgezeichnet hat. Ich werde ihr mit der Treue u. Gewissenhaftigkeit meine Kräfte weihen, wie das Vaterland sie von meinem, ihm offen vorliegenden Karakter zu erwarten berechtigt ist ... Uns alle leite aber der vielbewährte Wahlspruch der Preußen: Mit Gott für König u. Vaterland! - Wie vorstehend steht, wollte ich sprechen; ich habe aber, glaube ich, etwas gesprochen, ungefähr wie es die übergeschriebenen Zeilen zeigen. Dagegen würde die parenthesirte Stelle fortbleiben. Ich stelle anheim, dies als aide mémoire für die Stenographen." - 1 Faltenriss mit Transparentpapier repariert. - Beiliegend eine nicht ganz zuverlässige Abschrift aus späterer Zeit. - II. Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen (1795-1861). Brief m. U. "Friedrich Wilhelm". 1/2 S. Doppelblatt. 4to. Potsdam, Schloß Sanssouci, 25.VI.1848. - An den Abgeordneten Carl August Milde, Präsidenten der Nationalversammlung. "Nachdem Ich den Wirklichen Geheimen Legations-Rath Freiherrn von Patow auf seinen Wunsch von der Leitung des Ministeriums für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten entbunden und denselben zur Disposition gestellt habe, will Ich Sie, im Vertrauen auf Ihre Mir bekannte Vaterlandsliebe hierdurch zum Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten ernennen ...". - III. Derselbe. Brief m. U. "Friedrich Wilhelm". 1/4 S. Doppelblatt. 4to. (Berlin), Schloß Bellevue 21.IX.1848. - An den Staatsminister Carl August Milde. "Indem Ich Sie, auf Ihren Antrag, von Ihrer bisherigen Stellung als Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten entbinde, behalte Ich Mir vor, Ihren Rath über wichtigere Staats-Angelegenheiten auch ferner in geeigneten Fällen einzuholen und will Sie deshalb zur Disposition stellen." - Angeheftet ein Zeitungsausschnitt mit dem königlichen Bericht über die Entlassung des Ministerpräsidenten v. Auerswald und 6 weiterer Minister, darunter auch Milde.

Es folgen 5 Schriftstücke, veranlaßt durch die Verhängung des Belagerungszustandes über Berlin und die selbstständige Einberufung der Nationalversammlung durch den Präsidenten v. Unruh: IV. Einladung zur Teilnahme an der Nationalversammlung im Schützenhaus. 1/2 S. Mit Lacksiegel der Nationalversammlung. Folio. Berlin 12.XI.1848. - An den Abgeordneten Milde. "Die nächste Sitzung der National-Versammlung findet, laut gestrigem Beschluß, im Schützenhause, Linienstraße No 5 heut Nachmittag um 2 Uhr statt ...". - V. Friedrich Wilhelm, Graf von Brandenburg, Sohn König Friedrich Wilhelms II. aus dessen morganatischer Ehe mit der Gräfin Dönhoff, General der Kavallerie und Unterstützer Friedrich Wilhelms IV. (1792-1850). Brief m. U. "Gr von Brandenburg". 11/2 S. Gr. 4to. Berlin 16.XI.1848. - An den Abgeordneten und Staatsminister Carl August Milde ("Excellenz"). Bedauert, dass Milde im Widerspruch zur Verordnung des Königs an der Nationalversammlung teilgenommen habe. "... In § 8 des Gesetzes zum Schutze der persönlichen Freiheit vom 24. September d. J. ist die sofortige Einberufung der Volksvertretung nur für den Fall vorgeschrieben, daß die §§ 1. und 6. dieses Gesetzes von dem Staats-Ministerium unter eigener Verantwortlichkeit provisorisch suspendirt werden. - Diese Suspension ist jedoch nicht erfolgt, wenn auch die Stadt Berlin von dem Staats-Ministerium auf Grund der ihm nach der bestehenden Gesetzgebung unzweifelhaft zukommenden Befugniß in Belagerungszustand erklärt worden ist. - Ungeachtet dieser Maaßregel bleiben die erwähnten Bestimmungen ... in Kraft und werden auch von dem eingesetzten Kriegsgericht streng befolgt werden ...". - VI. Hans Victor von Unruh, Bauingenieur, Gutsbesitzer und Präsident der preußischen Nationalversammlung (1806-1886). Brief m. U. "v Unruh". 1 S. Folio. Berlin 18.XI.1848. - An den Minister und Abgeordneten Carl August Milde. Infolge der herrschenden Militärgewalt können Plenarsitzungen der Nationalversammlung zur Zeit nicht stattfinden, doch kommen die noch übrigen 241 Abgeordneten in bestimmten Fraktionslokalen (mehrere Hotels werden genannt) zum Meinungsaustausch zusammen. - VII. Carl August von Milde. Eigh. Konzepte zu zwei Antwort-Schreiben. 41/2 S. Folio und gr. 8vo. (Berlin) 16.-19.XI.1848. - An den Grafen Brandenburg und an den Präsidenten von Unruh. Erklärung, daß er zwar die Verlegung der Nationalversammlung nach Brandenburg und ihre Vertagung als als vollkommen rechtsbeständig verfügt anerkannt habe, dass aber nach der Verhängung des Belagerungszustandes nach gesetzlicher Vorschrift sofort die Versammlung vom Ministerium hätte einberufen werden sollen. Er werde übrigens an keiner Parteiversammlung, sondern nur an einer "in den gesetzlichen Formen zusammenberufenen Sitzung" teilnehmen. - Angeheftet ein Zeitungsausschnitt mit diesen Texten. - VIII. Derselbe. Eigh. Konzept eines Briefes an den König. 5 S. Folio. (Berlin, ca. 20.XI.1848). - Umfangreiches Rechtfertigungsschreiben an König Friedrich Wilhelm IV., nachdem Milde nicht zu einer Audienz zugelassen worden war, mit der Begründung, er habe sich der am 16. November tagenden Fraktion Unruh angeschlossen. Milde schreibt u. a.: "... Ich bin mir aber bewußt, daß ich mehr wie vielleicht kein anderer dazu beigetragen habe, die von mir angedeuteten Gefahren von der Krone abzuwenden u. wenn Gottes Fügung zum Heile des Königs u. seines Hauses die Feinde mit Blindheit geschlagen, so war es doch immer an den Menschen, nicht die Hände in den Schooß zu legen, sondern zu handeln. Dieß habe ich gethan, werde es auch immer thun als ehrlicher Mann und werde, wenn mich auch der König verläßt, das Constitutionelle Königthum nun und nimmer verlaßen." - Beiliegend 7 Flugblätter, davon 6 in Breslau, 1 in Berlin gedruckt (März 1848 - Jan. 1849). - Ferner beiliegend eine maschinenschriftliche Abschrift (nach stenographischen Protokollen) eines Vortrags von Carl August Milde über Bankwesen, gehalten in der 66. Sitzung der II. Preußischen Kammer vom 7. Mai 1852 (7 S., gr. 4to). - Mit 8 politischen Original-Schreiben von maßgeblich Beteiligten am Berliner Revolutionsgeschehen eine Sammlung wertvoller Quellen für das Verständnis der Ereignisse. - Einige Büroklammer-Rostspuren und vereinzelte Randläsuren; sonst ordentlich erhalten.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 1.980)


Zuschlag
€ 2.600
(US$ 2.860)
(GBP 2.314)
(CHF 2.860)


Los 2740 Revolution 1848
8 Schriftstücke aus dem Nachlaß Carl August Milde
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