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Autographen Auktion 115, Mi., 8. Apr., 15.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Staël-Holstein, A.-L. Germaine de
Brief 1815

Los 2581

Staël-Holstein, A.-L. Germaine Baronne de, geb. Necker, Schriftstellerin, Verfasserin von "De l'Allemagne" (1766-1817). Eigh. Brief m. U. "M. de Staël". 3 S. Doppelblatt mit Lacksiegel. Gr. 4to. Pisa 12.XII.1815.

Interessanter Brief an einen einflußreichen Engländer, den sie um Hilfe beim Verkauf von Staatsanleihen bittet. "... le debarquement de bonap.[arte] m'aura fait perdre six cent mille francs ce qui n'est jamais agréable. j'espère cependant avoir un million des inscriptions qui nous ont été donnés, mais je n'en toucherai pas un sou puisque je le partage entre mes enfants ...". Sie bittet ferner, die folgenden Zeilen in die englischen Zeitungen zu lancieren: "Madame de Staël qui est maintenant en italie n'a jamais vu la princesse de galles et ne se propose en aucune manière de la rejoindre dans ses voyages ... je tiens beaucoup à cet article parce que (ceci entre nous) la conduite de la p[rin]cesse de galles est tel que ce seroit presque une honte d'avoir le moindre rapport avec elle ... [die Princess of Wales, geb. Prinzessin Karoline von Braunschweig, lebte in unglücklicher Ehe mit dem späteren König Georg IV.] je n'ai pas une nouvelle à vous dire de pise, c'est le plus ennuyeux séjour de la terre mais il me semble que le climat fait du bien à mon ami malade [John Rocca, der Vater ihres Sohnes Louis] et j'attends ici l'arrivée de mon fils et peut être d'un gendre si je puis arranger bientôt mes dispenses du pape ...". - Am 15. und 20 Februar des folgenden Jahres vermählte sich der Herzog Victor de Broglie mit ihrer Tochter Albertine nach katholischem und anglikanischem Ritus. - Kleine Faltenrisse.

Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.380)


Stammbuch
des J. G. Wieler in Magdeburg

Los 2582

Stammbuch des J. G. Wieler, Schüler der Handlungsschule in Magdeburg. Ca. 138 Bl., davon 63 S. beschrieben oder illustriert. Mit 5 Aquarellen bzw. Gouachen, 1 Grisaille-Zeichnung und 1 Bleistiftzeichnung. Quer-gr. 8vo. Weinroter Lederband d. Z. (Ecken und Kanten beschabt) mit vergoldeter Bordüre auf beiden Deckeln, goldgepr. Aufdruck "J. G. W.", reicher Rückenvergoldung und Rückentitel "Denkmahl der Freundschaft" sowie Goldschnitt und Buntpapiervorsätzen. 1784-1796.

Die meisten Beiträge in Magdeburg, wo Wieler offenbar die 1778 gegründete Handlungsschule besuchte, von der sich auch mindestens drei seiner Lehrer eingetragen haben, ferner Kommilitonen, davon etliche aus Berlin stammend. Weitere Eintragungen in Berlin, dann 1787 Schlesien (Schmiedeberg, Hirschberg) und ab 1790 Braunschweig, zwischendurch immer wieder Magdeburg. Von der alteingesessenen Magdeburger Honoratiorenfamilie Sandrart ist ein J. P. Sandrart vertreten. Von den Illustrationen ist die reizvolle Darstellung eines Kontors mit zwei Kanzlisten sowie ein hübsches Quodlibet mit Musiknoten und einer Hanswurst-ähnlichen Figur hervorzuheben. - 1 Blatt mit Ausschnitt; stellenweise etwas stockfleckig; mäßige Gebrauchsspuren.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 517)


Stammbuch
des Johann Nicolaus Walther

Los 2583

- des Johann Nicolaus Walther aus Sonnenberg (Meiningen). Ca. 120 Bl., davon 55 S. beschrieben oder illustriert. Mit aquarelliertem Titel, 2 weiteren Aquarellen, 1 Gouache, 1 Grisaillezeichnung und einer Federzeichnung unter einem "Lampion". Quer-4to (15 x 24 cm). Dunkelgrüner Lederband d. Z. mit sehr reicher ornamentaler Vergoldung (Blüten, Blattwerk und Ampeln) auf beiden Deckeln, dem Rücken und den Stehkanten, weinrot gerahmtem Deckelschild "Johann Nicolaus Walther. 1790" mit goldgepr. Blütenzweigen sowie Vasen als Eckstücke, rotem Rückenschild "Denckmal der Freundschaft" und Goldschnitt. 1790-1795.

"Denkmal der Freundschaft für Johann Nicolaus Walther, von Sonnenberg, im Sachsen Meinungischen im Jahr 1790" (kalligraphisch und mit Rosenguirlande gestaltetes Titelblatt). Das ungewöhnlich großformatige Stammbuch wurde offenbar für einen Zögling aus wohlhabender Familie gefertigt: Der überaus prächtige Einband und die ca. 120 Blatt feinsten Schreibpapiers lassen auf eine der besten und teuersten Werkstätten schließen. Der erste Eintrag (vom 5. Januar 1790) stammt noch aus Sonnenberg. Die folgenden zwei Jahre bringt Walther in Frankfurt am Main zu; dann folgen Bamberg (Eintragung von Christian Friedrich Hendel aus London), 1792 Groß-Glogau in Niederschlesien (Eintragung von Christian Adam Baron von Loelhoefel von der Loewensprung), Neustadt an der Heyd und schließlich Wien, wo sich Walther bis 1794 aufhält, mit Unterbrechung im Jahr 1793: Im April und im Oktober weilt er in seiner Heimatstadt Sonnenberg, mit einem Abstecher in Jena, wo ein Freund einen Vers vom "Mikroscopium" einfügt. Dann ist Walther wieder in Wien und schließlich im März 1795 in Graz; dort enden die Eintragungen. Mehrmals tragen sich "Aktuare" ein, was Rückschlüsse auf Walthers Beruf (Jurist?) zuläßt. 1793 wird in Sonnenberg aus Ewald von Kleist zitiert, 1795 in Graz aus Lavater. Ein Blatt mit einem Beitrag aus Wien vom 29. Nov. 1789 ist vermutlich nachträglich eingefügt. - Die reizvollen Zeichnungen zeigen zweimal junge Damen mit neuester Hutmode (1 signiert: Joh. Reidner), eine Dame auf einer Parkbank und - in großem Format - eine Gouache mit emblematischem Charakter: eine im Gras ruhende, lorbeerbekränzte weibliche Figur, die Gesetzestafeln hält, vor ihr ein Schwan auf einem Teich. Darüber links Gewitterwolken mit zuckenden Blitzen, rechts rosa Wolken, aus denen sich eine Hand mit Lorbeerkranz und Zweigen senkt. - Alles in einem für diese Zeit ungewöhnlich großen Stammbuch mit einem gut erhaltenen, prachtvoll verzierten Meistereinband.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 919)


Stammbuch
der Caroline Barsekow aus Kloster Zinna

Los 2584

- der Caroline Barsekow aus Kloster Zinna (Mark Brandenburg). Ca. 67 Bl., davon ca. 94 S. beschrieben oder illustriert. Mit 5 Aquarellen, 1 Grisaille-Malerei, 1 Bleistiftzeichnung, 2 Schmuckpapier-Arbeiten, 2 Kupferstichen, 3 Seidenstickereien und 1 Haarzopf. Quer-8vo. Seidenband d. Z. (stark beschabt und fleckig; ohne Rücken) mit Resten von Deckelvergoldung und goldgepr. Deckelaufdruck "J. CH. C. B. 1806" sowie Goldschnitt. 1806-1824.

Obwohl in Berlin begonnen, stammen die allermeisten Eintragungen von Verwandten und Freunden aus Stadt und Kloster Zinna, einige weitere aus brandenburgischen Orten wie Jüterbog, Treuenbrietzen oder Jühnsdorf, aber auch jährliche Aufenthalte in Leipzig und Berlin sind dokumentiert. Bei vielen Beiträgern hat die Inhaberin später auch das Todesdatum und die Umstände nachgetragen, z. B. "Er ward erschossen am Bußtag Morgen" oder "Sie ward ein Opfer der Kollera, zu Berlin". Von den hübschen Illustrationen sind ein blumenverzierter "Lampion" mit Faden zum Hochziehen, ein großer Schmetterling, unter dessen abhebbarem Flügel sich ein Totenkopf verbirgt, und drei kunstvolle Seiden- und Perlen-Stickereien hervorzuheben. Einige Aquarelle zeigen Rosen-Darstellungen. - Etliche Blätter gelöst; stärkere Gebrauchsspuren.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 172)


Stammbuch-Kassette
einer Laura aus Salzungen

Los 2585

- Stammbuch-Kassette einer Laura aus Salzungen (Thüringen). Ca. 44 Bl., davon ca. 67 S. beschrieben oder illustriert. Goldschnitt. Mit 7 aquarellierten Federzeichnungen, 1 Grisaille, 1 Federzeichnung, 1 Bleistiftzeichnung und 3 Haarlocken. Lose Bl. in grüner Halbleder-Kassette um 1835 in der Art eines Stammbuchs, mit reicher Rückenvergoldung und rotem Rückenschild "Freunden Gewidmet" sowie vergoldeter Bordüre und reicher ornamentaler Blindprägung auf beiden Deckeln. 1816-1839.

Wohl Stammbuchblätter-Sammlung aus mehreren Epochen und vielleicht von mehreren Personen, aber alle aus dem thüringischen Raum. Fast alle Eintragungen von Verwandten, Freunden und "Brüdern" in Salzungen und Meiningen, ab 1837 auch in Erfurt; einige Beiträge aus anderen kleinen Orten wie Wasungen und Mihla. Unter den Illustrationen ein Blatt mit 5 sehr zierlich gefertigten kleinen Ansichten (Hildburghausen?); ferner Blumen-Arrangements und Denkmäler der Freundschaft. Unter den Textbeiträgen ein spaßiger Vierzeiler, bei dem die zweite Hälfte der Zeile jeweils das Gegenteil der ersten aussagt: "Dir wünsch ich den Teufel (weit hinter den Rücken); / Dich treffe der Blitz (von den lieblichsten Blicken); / Der Donner zerschlage (der Mißgunst die Beine), / Daß Dich (nur die Sonne der Wohlfarth bescheine)." - Ein Rückengelenk etwas angebrochen.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 229)



Mackay, John Henry
Brief 1892

Los 2586

Stirner, Max. - Mackay, John Henry, Berliner Schriftsteller, wichtiger Biograph und Herausgeber Max Stirners, Verfechter des "individuellen Anarchismus", Mitbegründer des literarischen Naturalismus, verkehrte im Friedrichshagener Dichterkreis (1864-1933). Eigh. Brief m. U. "John Henry Mackay". 1 S. 4to. Berlin 14.V.1892.

An eine Zeitungsredaktion. "... haben Sie die Güte Ihren Lesern die Mittheilung zu machen, dass an dem heutigen Tage an dem Hause NW Philippstrasse 19 eine Granit-Tafel angebracht wurde mit der Inschrift: In diesem Hause lebte seine letzten Tage Max Stirner (Dr. Caspar Schmidt 1806-1856), Schöpfer des unsterblichen Werkes: 'Der Einzige und sein Eigenthum'. 1845. - Die Tafel wurde auf meine Veranlassung hin und aus den Erträgnissen einer von mir veranstalteten Sammlung errichtet ...".

Schätzpreis
€ 150   (US$ 172)



Sudermann, Hermann
3 Briefe

Los 2587

Sudermann, Hermann, sehr erfolgreicher Dramatiker und Erzähler des Naturalismus (1857-1928). 3 Briefe m. U. "H. Sudermann" bzw. "Hermann Sudermann", davon 2 eigenhändig, 1 maschinenschriftlich. Zus. 71/2 S. Kl. 4to und quer-gr. 8vo. 1895-1921.

Aus Berlin schreibt Sudermann am 14. Mai 1895 an einen "Herrn Doktor", möglicherweise an den Literatur- und Theaterkritiker Paul Schlenther, der mit der Schauspielerin Paula Conrad verheiratet war. "... Gestatten Sie mir, daß ich durch Sie Ihrer verehrten Gemahlin zu dem warmen, schönen Erfolge, den sie gestern errungen hat, meinen aufrichtigsten Glückwunsch auszusprechen. Ich war im Theater und habe mich freudig durch die Dichtung fortreißen lassen. - Die Angelegenheit, über die wir bei unserer Münchener Begegnung des Längeren sprachen, habe ich so straff, wie es mir geboten schien, weiter verfolgt ...". - Ein umfangreicher Dankesbrief (für Glückwünsche zum Geburtstag) vom 3. Oktober 1904 an eine Freundin entstand auf Sudermanns Schloß Blankensee bei Trebbin. "... Was Sie gequält und geärgert hat, möge ... begraben sein! Wir alle haben nie ganz verschüttete Quellen von neuer Jugend ... in uns. Wir brauchen nur einmal ordentlich nachzuforschen, dann finden wir sie schon. So ist es mir in diesem Jahr ergangen. Die große Reise, die ich in vorigem Herbste unternahm - vielleicht hörten Sie davon - und die, so lange sie dauerte, mir durchaus kein Heil zu bringen schien - im Gegentheil! - ist schließlich ein Jungbrunnen für mich geworden. Meine Arbeitskraft ist mobil, mein Nachtschlaf kommt wieder, ich fühle wieder, daß ich zum Leben da bin ...". - Der dritte Brief, am 24. Okt. 1921 in Sudermanns Villa in Berlin-Grunewald geschrieben, ist wieder an einen "Herrn Doktor" gerichtet, der ihn - vergeblich - für ein großes, neuer Bühnenkunst gewidmetes Theaterprojekt gewinnen will. "... Der sich expressionistisch nennenden Bühne stehe ich feindlich gegenüber, weil ich sie für ein Verderbnis unseres deutschen Theaterwesens halte, und würde darum von Herzen wünschen, dass ihr in Ihrer Aufführungsreihe kein Platz vergönnt werde ...". - Der erste Brief leicht fleckig und gelocht.

Schätzpreis
€ 180   (US$ 206)


Tolstoi, Leo
Brief 1898

Los 2588

Tolstoi, Leo Graf, russ. Schriftsteller (1828-1910). Eigh. Brief m. U. In russ. Sprache. 4 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. O. O. 18.IX.1898.

An Konstantin Mitrofanowitsch Masurin, einen wohlhabenden Fabrikantensohn, der als Musik- und Literaturwissenschaftler tätig war. Tolstoi bittet ihn um Unterstützung für die in Bedrängnis geratene Gemeinschaft der Duchoborzen ("Geisteskämpfer"). "... ich wende mich an Sie mit der Bitte um Hilfe für eine ganze Bevölkerungsgruppe, die selbst die hohen Ideale verwirklicht hat, zu denen die ganze Menschheit strebt. Ich spreche von den Kaukasischen Duchoborzen. Da sie den Militärdienst mit dem christlichen Leben nicht für vereinbar halten, kamen und kommen sie der Militärpflicht nicht nach. Die Regierung konnte das nicht zulassen und leitete gegen sie eine Verfolgung ein, die infolge der Grobheit der kaukasischen Verwaltung und der von ihr begangenen Fehler sehr grausam war. Die Duchoborzen baten um Erlaubnis auszuwandern, aber früher sehr wohlhabend, sind sie jetzt dermaßen verarmt, dass ihnen keinerlei Mittel zur Verfügung stehen, um nach Kanada zu übersiedeln. Dort bekämen sie Land ..." (Übers.).
Er füge einen Brief seines Freundes Tschertkow bei, in dem alle Angaben über die Auswanderung von zunächst 2000 Duchoborzen nach Kanada enthalten sind. Dieser umfangreiche Brief liegt hier in einer vielleicht von Tolstoi veranlassten Teil-Abschrift bei, in der auch der Tolstoi-Biograph Aylmer Maude erwähnt wird, der als amerikanischer Mittelsmann in der Angelegenheit behilflich war. - Die Glaubensgemeinschaft der Duchoborzen, von den Quäkern beeinflußt, lehnte u. a. Eid und Kriegsdienst ab. In Russland brutal verfolgt, wanderten sie - mit Tolstois Hilfe - in großer Zahl nach Kanada aus.

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.300)


Urzidil, Johannes
Brief 1968

Los 2589

Urzidil, Johannes, deutsch-böhmischer, später amerikan. Schriftsteller, Kulturhistoriker und Journalist (1896-1970). Eigh. Brief m. U. "Johannes Urzidil". 13/4 S. (Kugelschreiber). Mit gedrucktem Briefkopf. Gr. 4to. New York 27.VIII.1968.

An einen Verehrer in Hannover, dem er mit Bedauern erläutert, warum ihn seine bevorstehende Vortragsreise mit 15 Lesungen in 8 Städten Europas nicht nach Hannover führe. Kommt dann auf den Dramatiker Fritz von Unruh zu sprechen: "... Lassen Sie sich die Verstimmungen Unruhs nicht zu Herzen gehen. Er ist nun eben ein alter Herr, der seine vergangenen Verdienste gelassen tragen sollte, aber diese Zurückhaltung ist nur wenigen eigen. Sie wissen ja wohl auch, daß er emotionell launenhaft ist, weshalb es nicht viel Sinn hat, sich seinetwegen zu kränken. Ich bin begierig, wie mein Verhalten sein wird, wenn ich einmal - so Gott will - in einem Dutzend Jahren sein Alter erreicht haben werde. Vielleicht haben Sie dann Anlaß, mich an diesen meinen Brief schonend zu erinnern. - Der Artemis-Verlag bringt in den nächsten Wochen einen neuen Einzelband von mir heraus: 'Bist du es Ronald' ...". - Zum Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei schreibt Urzidil: "... Daß ich erschüttert und tief betrübt bin über das Schicksal meines Geburtslandes, versteht sich von selbst. Die späten Ausläufer der Tragödie, deren Zeugen wir seit 1914 sind! Welch ein Zeitalter! ...".

Schätzpreis
€ 180   (US$ 206)


Voltaire, Francois Marie Arouet, gen.
Zeitgenöss. Konvolut Brief-Abschriften an Maupe...

Los 2590

Voltaire, François Marie Arouet, gen., der führende franz. Schriftsteller und Philosoph des 18. Jhdts (1694-1778). Konvolut zeitgenössischer Abschriften von 43 Briefen Voltaires und 77 Briefen seiner Arbeits- und Lebensgefährtin Emilie Le Tonnelier de Breteuil, Marquise du Châtelet-Laumont. Zus. mehr als 200 S. 4to. In zeitgenöss. Papier-Umschlägen und einem Pergament-Umschlag mit Verschluß-Schnüren sowie der Aufschrift „Pernaud". O. O. (wohl um 1770).

Alle Briefe sind an den Mathematiker Pierre-Louis Moreau de Maupertuis gerichtet, wie die Umschlag-Beschriftungen angeben: „Lettres de Mr de Voltaire à Mr de Maupertuis pendant les années 1732-1741" [recte: 1746] bzw. „Lettres de [fälschlich:] Mr de Voltaire à Mr de Maupertuis depuis 1734 jusq'à 1741". Die Mehrzahl der Briefe ist im Schloß Cirey verfaßt, wo die Marquise du Châtelet, eine hochgebildete Mathematikerin und Physikerin, dem in Paris verfolgten Voltaire für mehr als 15 Jahre Zuflucht gewährte und auch gemeinsam mit Voltaire ein Buch über die „Elemente der Philosophie Newtons" verfaßte. Der unbekannte zeitgenössische Kopist der Briefe hat die Orthographie vereinheitlicht, Abkürzungen aufgelöst, vereinzelt Auslassungen des Originals ergänzt und bei den oftmals undatierten Briefen Datierungen versucht. Deshalb ergeben sich öfter Differenzen zwischen den hier vorliegenden Abschriften und dem Druck in der kritischen Ausgabe der Korrespondenz Voltaires von Theodore Besterman im Rahmen der „Oeuvres complètes" (Genf und Toronto 1968 ff.). Soweit erkennbar, umfassen die hier vorliegenden Brief-Abschriften Voltaires den Zeitraum D533-D2866 bei Besterman, die Brief-Abschriften der Marquise den Zeitraum D700-D2522. Ob alle Briefe bei Bestermann gedruckt sind, konnten wir nicht feststellen, da viele wegen fehlender oder abweichender Datierung nur mit großem Zeitaufwand zu finden wären. Da die oft genauen Datierungen von Hand des Kopisten zuweilen von Besterman abweichen, viele der Abschriften auch Anmerkungen des Kopisten enthalten, dürfte das große Konvolut von 120 Briefen von Hand eines zeitgenössischen Kopisten nicht ohne Wert für die Voltaire-Forschung sein. - Beiliegend ein Gedichtmanuskript von anderer Hand: „Mde D...y par Mr de Voltaire: 'Jeune et charmant objet, à qui pour son partage / Le ciel a prodigué les tresors les plus doux / Les graces, la beauté, l'esprit et le veuvage / jouissés du rare avantage ...'" (27 Zeilen).

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.600)



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