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Lose im Nachverkauf

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Autographen Auktion 112, Do., 18. Okt., 16.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Aichinger, Ilse
Gedichtmanuskript

Los 2301

Aichinger, Ilse, österr. Schriftstelllerin, Trägerin zahlreicher Literaturpreise und anderer Auszeichnungen (1921-2016). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Ilse Aichinger". 1 S. (Kugelschreiber) auf Karton. 8vo. O. O. u. J.

"Gebirgsrand". 8 Zeilen. "Denn was täte ich, / wenn die Jäger nicht / wären, meine Träume ...". - Schwache Büroklammerspur, sonst schöne kleine Dichterhandschrift.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 231)


Nachverkaufspreis
€ 140   (US$ 162)


Altenberg, Peter
Signiertes Manuskript 1913

Los 2302

[*] Altenberg, Peter, österr. Schriftsteller und Bohèmien (1859-1919). Eigh. Manuskript m. U. "Peter Altenberg". 1 S., in 2 Teilen auf ein Untersatzblatt montiert. Schmal-4to. Venedig, Lido, 1913.

"Leitmotiv für einen 'innerlich Adeligen': Sei, der Du bist! Wie Gott und das Schicksal es Dir bestimmt haben! Entziehe Dich nicht, es wäre vergeblich! Sei, der Du bist! Folge den Plänen, die Gott und Natur und Schicksal mit Dir weise vorhatten!" - Beim Aufenthalt am Lido im Sommer 1913 entstanden die bekannten Fotografien mit Peter Altenberg und Karl Kraus in Badeanzügen. Auch Trakl und das Ehepaar Loos waren anwesend. - Auf der Rückseite ist ein signiertes Gedicht der Schriftstellerin Ella Triebnigg (1874-1938) montiert, datiert Wien 8.X.1913.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 522)


Nachverkaufspreis
€ 350   (US$ 406)



Bachmann, Ingeborg
Brief Sept. 1958

Los 2306

"auch Lyriker müssen mal gestreichelt werden"
- Brief m. U. "Eure Ingeborg". 1 S. Gr. 4to. Portovenere 4.IX.1958.

An Klaus Geitel. "... Dieser Sommer zeichnet sich für mich durch generelles Nichtbriefeschreiben aus ... Womit soll ich denn anfangen? Dass ich mich natürlich riesig gefreut habe, dass Du, trotz einiger Widerstände, diesen Brief geschrieben hast, denn auch Lyriker müssen mal gestreichelt werden ... Und was Du zum Homburg aufgeschrieben hast, ist ein wirklich grosser Freundschaftsdienst; ich werde noch in dieser Woche versuchen, die vorgeschlagenen Änderungen zu machen, fast alle, denn sie sind wirklich ausgezeichnet, besonders auf die Vereinfachung mit dem vielen Brief-Hin- und Her wäre ich nicht gekommen, man ist ja ein bisschen blind einer Sache gegenüber, auf die man gerade viel Mühe verwandt hat. - Ich war bis vor kurzem in Neapel und bin jetzt auf der Rückreise, in 10 Tagen etwa werde ich wieder in München sein, vorläufig auch dortbleiben, bis mir etwas besseres einfällt. Eure Griechenlandreise wurde zweimal erzählt ... und nun warte ich auf eine Gelegenheit, Dich und Blacky zu hören, damit sich das Bild rundet über die obskuren Hauptstädte obskurer Länder und die Ruinenschau ... Ich sitze an einem sehr lieblichen Ort und bin trotzdem etwas dumpf im Kopf, weil ich wieder einmal einen dräuenden Termin vor mir habe und vor Arbeit kaum aus und ein weiss, alle drängen mich, anstatt zu bedenken, dass ich auch gern einmal hier in den Felsen herumklettern und mit Kopfsprüngen ins Mittelmeer möchte ...". - Klaus Geitel beriet die Dichterin bei der Abfassung ihres Librettos zu Hans Werner Henzes Oper "Der Prinz von Homburg" nach Kleists Schauspiel. - Im Jahr dieses Briefes erschien das prämiierte Hörspiel "Der gute Gott von Manhattan".

Schätzpreis
€ 750   (US$ 869)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 580)



Bachmann, Ingeborg
Postkarte 1959

Los 2307

- Eigh. Ansichts-Postkarte m. U. "Ingeborg". (Zürich) 30.XI.1959.

An Klaus Geitel und "Blackie". "... Habt Dank für Euer Telegramm, es hat genützt; leider geht die Müh' und Qual weiter, ich schmachte schon über der nächsten Vorlesung. Blackie hätte viele Magnifizenzen und Spektabilitäten verwirren können. Meine Hand zittert, ich bin total erledigt für diesen Winter ...". - Die Bildseite der Karte zeigt ein Foto von Gottfried Kellers Geburtshaus.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 348)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 231)



Bachmann, Ingeborg
Brief 1964 an E. E. Goldberg

Los 2309

- Brief m. U. "Ingeborg Bachmann". 1 S. Gr. 8vo. Berlin 25.II.1964.

An Eckhard E. Goldberg in Wuppertal, der nach ihren "Frankfurter Vorlesungen" gefragt hatte, weil er sie für seine Lehrtätigkeit an der Kirchlichen Hochschule benötigte. "... der bessere Teil meiner Frankfurter Vorlesungen erscheint Anfang März in einem Sammelband, der sich 'Buch der Neunzehn' nennt und auch noch andere unveröffentlichte Arbeiten von mir enthält ...". Sollte er das Buch schon eher brauchen, könne er sich an den Piper Verlag wenden und um die Druckfahnen bitten.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 406)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 290)



Bachmann, Ingeborg
Brief Sept. 1964

Los 2310

- Brief m. U. "Ingeborg". 1/2 S. Gr. 4to. Berlin-Grunewald (Koenigsallee 35) 28.IX.1964.

An Klaus Geitel, der ihr anläßlich der Verleihung des Büchner-Preises telegraphisch gratuliert hatte. "... Schon damit wir einander wirklich wiedersehen, werde ich für den Büchner ein Frühstück oder sonstwas Geselliges veranstalten. - Wegen der Rede: Bitte sei nicht böse, ich möchte sie nicht in einer Tageszeitung abdrucken lassen, sondern in einer Monatszeitschrift. Du siehst das sicher ein ...". - Auf dünnem Papier; gelocht.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 348)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 231)



Banville, Theodore de
Signiertes Manuskript einer Erzählung

Los 2311

[*] Banville, Théodore de, franz. Dichter (1823-1891). Eigh. Manuskript m. U. "Théodore de Banville". 6 S. auf 6 Bl., in mikroskopisch kleiner Schrift. Folio. O. O. (ca. 1884).

Vollständiges Manuskript seiner Erzählung "Le Sonnet" aus der 1884 erschienenen Sammlung "Contes héroïques". Als Druckvorlage mit Rotstift-Eintragungen und Strichen des Setzers. Das Manuskript wurde - den typographischen Absätzen folgend - zunächst zerschnitten und dann mit Transparentstreifen von der Rückseite her wieder zusammengesetzt. - Leichte Altersspuren.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 348)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 231)


Beecher Stowe, Harriet
Billet 1858

Los 2315

[*] Beecher Stowe, Harriet, amerikan. Schriftstellerin, Autorin des Welt-Bestsellers "Onkel Toms Hütte", mit dem sie einen entscheidenden Impuls zur Beendigung der Sklaverei gab (1811-1896). Eigh. Billet m. U. "H B Stowe". 1 S. Quer-8vo. O. O. 9.I.1858.

An einen Redakteur Philips. "... I thank you for your letter in reply to mine of Jan[uar]y 2nd. You shall have the story, it is almost ready, & I will send it in in time for publication in the next issue of your magazine. Very truly Yours H B Stowe". - Etwas braunfleckig. - Sehr selten.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 696)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 463)


Berlinische Gesellschaft für Deutsche Sprache
Schriftstück mit 8 Signaturen

Los 2318

Berlinische Gesellschaft für Deutsche Sprache (Gegr. 1815). Ausriss aus einem gedruckten Blatt ihrer Statuten mit den eigh. Signaturen von 8 ihrer "derzeitigen Beamten". 2 S. Mit dem Stempel der Gesellschaft. 15 x 19 cm, ungleichmäßige Ränder. Berlin, 14. Februar ("Hornung") 1816.

Eigenhändige Signaturen des gesamten Vorstands der nach dem Ende der fast zehnjährigen Franzosenherrschaft gegründeten Sprachgesellschaft, die man böswillig auch "deutschtümelnde Gesellschaft" nennen könnte, mit der jeweiligen Funktion der Persönlichkeit in dem Verein: Johann August Zeune, Pädagoge, Geograph und Germanist, Gründer und Leiter der Berliner Blindenanstalt ("Ordner"). - Friedrich Ludwig Jahn, der "Turnvater", Pädagoge, Begründer des Turnens als Volksertüchtigung und nationale Wiedererweckung ("Älterer Pfleger"). - Ludwig Graßhoff, Direktor der Taubstummenanstalt in Berlin ("Jüngerer Pfleger"). - Theodor Heinsius, Pädagoge, Grammatiker und Lexikograph, Rektor des Gymnasiums zum Grauen Kloster ("Schreiber"). - Friedrich August Pischon, Historiker, Theologe und Publizist ("Schriftwart"). - Wilhelm Müller, Dichter und Pädagoge, der sog. "Griechen-Müller" ("Älterer Schaffner", obwohl er gerade einmal 22 Jahre alt war). - Franz Marggraff, mit Jahn befreundeter Leiter einer Privatschule in Berlin ("Jüngerer Schaffner"). - Christian Hinrich Wolke, bedeutender Pädagoge, Kais. Russischer Hofrat und Professor ("Ältester"). - Etwas braunfleckig. - Seltenes Dokument der Gründung einer neuen deutschen Sprachgesellschaft in Berlin, vertreten durch einige der besten Pädagogen ihrer Zeit.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 927)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 580)



Böll, Heinrich
Signiertes Typoskript mit Begleitbrief

Los 2322

[*] - Typoskript m. U. "Heinrich Böll" sowie masch. Begleitbrief m. U. "Heinrich Böll". Zus 5 S. Gr. 4to. Köln 1977.

Vollständiges Typoskript einer Rezension zu Edgar Hilsenraths Roman "Der Nazi & der Friseur" (Köln 1977). Mit zahlreichen eigenhändigen Verbesserungen und 2 Einschüben. Der Text erschien in "DIE ZEIT" Nr. 51 vom 16. Dezember 1977 auf Seite 51 unter dem Titel "Hans im Glück im Blut" mit der Vorbemerkung "Umgekippte Märchenfiguren: obszön und grotesk". - Im Begleitbrief an den zuständigen Redakteur (Köln 26.XI.1977) schreibt Böll, die Rezension sei ein schweres Stück Arbeit gewesen. Erwähnt die "scheussliche Kölner Geschichte" nämlich die Hausdurchsuchung mit Scharfschützen durch das Bundeskriminalamt, der auch die Wohnung seines Sohne René zum Opfer gefallen sei. Man habe, so der Polizeipräsident an Böll, "weder Herrn Schleyer noch Terroristen" gefunden, was Böll gallig kommentiert. - Der Deutsche Herbst war von einer Polarisierung der bundesrepublikanischen Gesellschaft geprägt. Wer die RAF nicht klar ablehnte, galt in konservativen Kreisen als "Sympathisant". Dem Schriftsteller Heinrich Böll warf insbesondere die "Springer-Presse" (Bild-Zeitung) vor, durch seine zögerliche Haltung den Terror zu unterstützen und damit selbst Terrorist zu sein. Diese Anschuldigungen führten unter anderem zu Hausdurchsuchungen bei ihm und seinem Sohn. Böll warf den Polizeibehörden vor, so aufgeregt zu sein, dass sie jeder Diffamierung nachgingen. - Beiliegend ein Briefumschlag und 1 Kopie.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 696)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 463)



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