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Hauptbild Beschreibung Status
Artmann, H. C.
Brief 1964 an Otto F. Walter

Los 2002

"die sache mit der kleinschreibung ..."
Artmann, H. C., vielfach ausgezeichneter österr. Lyriker, Schriftsteller und Übersetzer, Büchner-Preisträger (1921-2000). Brief m. U. "H. C. Artmann". 11/2 S. Gr. 4to. Malmö 30.X.1964.

An den ihm befreundeten Verleger Otto F. Walter in Olten (Schweiz). Gehaltvoller Brief über seine literarischen Arbeiten anläßlich der Planung einer Artmann-Werksammlung. "... 17 uhr abends, soeben war der expressbote, vier stockwerke, armer teufel, an meiner türe. Vielen dank ... Nun, ich sehe, aus mir wird nie ein richtiger briefeschreiber. Und da bemühe ich mich um einen roman aus briefen (sic!). Ich fürchte, ich hatte mein letztes schreiben so wirr abgefasst, das sie es nicht verstehen konnten. Als ich schrieb, ich würde gerne nach den Kanarischen Inseln fahren, so geschah das aus zwei gründen: Ich hatte doch schon immer vor, die letzte fassung in Lissabon oder sonst irgendwo am südwestlichen Atlantik (is) fertig zu stellen, zweitens geht es mir darum, dem hiesigen winter auszuweichen (teuer und kalt; wo nehme ich die inspirationen her?) ... Inzwischen habe ich mir auch schon kopfzerbrechen über die gestaltung des stückebandes gemacht. Auch das wollte ich ihnen in meinem ungeborenen brief mitteilen. Ich bin nämlich gar nicht der meinung (war es nie), dass man alles in einen topf (excusez, in einen band) werfen darf. Die stücke sind ja so verschieden. Auf keinen fall, glaube ich, dass Kein Pfeffer für Czermak hineinpasst. Das ist doch ein 'volksstück' etwa im stil von Horvath ... Die sachen waren ja so gut wie verloren, und ich habe es nur dem armen Conrad zu verdanken, dass sie überhaupt noch existieren. Ich möchte ihm gerne, sollte der wirklich erscheinen, den band widmen.
Die manuskripte werde ich selbstverständlich neu schreiben, verbesserungen mit handschrift sind nicht sonderlich geeignet, nicht wahr? Die sache mit der kleinschreibung liegt mir persönlich noch genau so am herzen wie vor 20 jahren. Ich bin der ansicht, dass man sie endlich auch obligatorisch einführen wird. Mir ist es ganz gleich, ob man mich für einen der ganz vorne sein will hält oder nicht. Ich war nach 1945 übrigens der erste, der aus germanistischen, wie ästhetischen erwegungen [!] heraus zur kleinschreibung überging ... Wenn es sich um gedichte handelt, bleibe ich hart wie ein hufnagel, aber bei prosasachen .. meinetwegen ... Der band SUCHEN &c. gefällt mir ungemein. Ich schaue ihn mir immer vor dem schlafengehen an. Nur einen schönheitsfehler hat er: Ich bat und flehte, schimpfte und knurrte bei der buchmesse, da im motto das wort Saskatchewan, Sascatchewan geschrieben war. Und man versprach mir, es auszumerzen. Dass geschah aber leider nicht. Und dabei ist an dem ganzen wort das schönste das K. Um das ging es mir ...". - Das genannte Buch erschien als Walter-Druck 1 und hieß: "das suchen nach dem gestrigen tag oder schnee auf einem heißen brotwecken. eintragungen eines bizarren liebhabers" (Olten und Freiburg 1964). Die geplante Werksammlung ist nicht erschienen. - Schöner Brief, ganz H. C. Artmann, in dem der Dichter auch auf seine formalen Stilprinzipien eingeht. - Gelocht.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 683)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 455)


Artmann, H. C.
Brief 1965 an Otto F. Walter

Los 2003

"ausserdem tut der hunger wehe"
- Brief m. U. "H. C. Artmann". 1 S. Gr. 4to. Berlin-Schöneberg 20.II.1965.

An den Verleger Otto F. Walter in Olten. Nach seinem Umzug nach Berlin habe er jetzt seine ganze "Malmö-Post" nachgesandt erhalten. Er habe ein schlechtes Gewissen, weil er so lange nichts habe von sich hören lassen. "... Aber es ist so, dass sich die einen umbringen, die anderen irgendwie verkriechen und vergraben, ich gehör zu den letzteren. Nun, über meine gründe will ich mich nicht verbreiten, alles familienzores, ich tu ja mein bestes, aber vielleicht mach ich doch alles falsch, was weiss man schon? - Ich bin jetzt seit einem monat fast in berlin und habe hier eine kleine, aber gemütliche bude, schlag mich recht und schlecht durch, schreibe sogar schon wieder (seit einigen tagen), was mich sehr befreit, da ich schon dachte, aus mir kommt überhaupt nichts mehr raus. Ich bin neugierig, was sie zu den neuen sachen sagen werden. Die briefe habe ich vorerst ad acta legen müssen, ich kann im norden nicht vom lusitanischen Südwest schreiben, unmöglich ... Wie ich auch aus einem ihrer briefe erfahre, so liegt etwas radiohonorar für mich vor. Ich würde es ihnen nie vergessen, wenn sie mir das telegrafisch zugehen lassen könnten ... Ich habe jetzt zwei mieten zu bezahlen, Malmö und Berlin, und ausserdem tut der hunger wehe und der durst ist die schreckliche erfindung der wüsten der welt .. Im augenblick habe ich grade noch das porto für diesen brief.
Dass unser lieber [Peter] Bichsel das vorwort für mich geschrieben hat werde ich ihm ewig danken. Mir fiel und fiel nichts ein, und ich fürchte, dass Herr Ratti sehr böse auf mich sein wird, etwas also, was ich ihm bei[m] besten willen nicht sein kann. Ich habe vor einigen tagen gesprächsweise gehört, dass im DU ein aufsatz über mein buch sein soll ... Und gestern las ich die recension in der Süddeutschen. Die ist doch fein, nicht wahr? ...". Bittet um Abschriften von Pressestimmen: "... ich habe nämlich kaum was nennenswertes bis jetzt zu gesicht bekommen, habe keine ahnung, wie sich alles macht ...". - Bei dem
Buch handelt es sich um Artmanns Übersetzung "Junge Gäste oder Mr. Salteenas Plan", "ein Liebes- und Gesellschaftsroman um 1900 von Daisy Ashford geschrieben im Alter von 9 Jahren", mit einem Vorwort von Peter Bichsel. - Mit kleinen Randnotizen des Empfängers; gelocht.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 513)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 341)


Benn, Gottfried
Brief 1937

Los 2006

Benn, Gottfried, Dichter und Arzt (1886-1956). Eigh. Brief m. U. "Benn". 1 S. 8vo. (Berlin) 30.XII.1937.

An den (nicht genannten) Presselektor Piet Reyher nebst Frau und Tochter. "Darf ich mir erlauben, dem verehrten Damenpaar u. dem Einzelherrn meine besten Wünsche für das Neue Jahr zu senden. Dank für Freundschaft und oft bewiesenes Wohlwollen im vergangenen Jahr, Versicherung der Erwiderung von meiner Seite für das Neue ...". - Frau Reyher betrieb eine Hotel-Pension am Kaiserplatz in Berlin, in der Benn öfter Zimmer für seine Gäste reservierte. - Gelocht, mit geringem Buchstabenverlust.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 683)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 455)


Bernanos, Georges
Brief 1945

Los 2008

Bernanos, Georges, franz. Schriftsteller (1888-1948). Eigh. Brief m. U. "Bernanos". 13/4 S. Folio. Sisteron 25.IX.1945.

An Henri Guillemin, französischer Kulturattaché in Bern. "... Je suis désolé de ne pas vous avoir répondu, mais j'attends moi-même la réponse du R. D. Brückberger, dont la décision commandera la mienne, car je suis accablé de travail, je me demande comment je trouverai le temps d'aller en Suisse ... j'aurais grand plaisir à vous voir, et sûrement grand profit. Car des amitiés comme le vôtre me sont aujourdhui bien nécessaires. Mon Dieu! Ce monde est-il si délaissé que la douleur y paraisse stérile ...". - Bernanos war in diesem Jahr aus dem brasilianischen Exil nach Frankreich zurückgekehrt.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 227)


Nachverkaufspreis
€ 140   (US$ 159)


Björnson, Björnstjerne
Brief 1899 an Maxim. Harden

Los 2009

[*] Björnson, Björnstjerne, norweg. Dramatiker und Erzähler, Nobelpreisträger (1832-1910). Eigh. Brief m. U. "Björnson". In deutscher Sprache. 1 S. Büttenpapier. 4to. Aulestad, Faabergstation, 15.VII.1899.

An den Publizisten Maximilian Harden, Herausgeber der "Zukunft", wegen eines Artikels zu Hardens Verteidigung: "... allso heute gehe ich daran. Albert Langen [sein Schwiegersohn] und familie ist hier; Dagny [seine Tochter] und er übersetzt. Ich gebe es der neuen freien presse in Wien, glaube ich. Was sagen Sie dazu? Es geht ein bischen über Bismarck aus; es kann nicht anders sein, wenn man das verfolgungssystem, die unbarmherzigkeit, die uniformität, 'die mannlichkeit' Deutschlands in diesem augenblick ... geben will ...". - Harden mußte in diesen Tagen wegen Majestätsbeleidigung 6 Monate Festungshaft erdulden.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 341)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 227)


Böll, Heinrich
Signiertes Typoskript mit Begleitbrief

Los 2011

[*] - Signiertes Typoskript und masch. Begleitbrief m. U. "Heinrich Böll". Zus. 7 S. Gr. 4to. Köln 1977.

Vollständige, am Schluß signierte Rezension zu Alfred Anderschs Buch "Öffentlicher Brief an einen sowjetischen Schriftsteller [Konstantin Simonow], das Überholte betreffend. Reportagen und Aufsätze" (Zürich 1977). Mit zahlreichen eigenhändigen Verbesserungen und einigen Streichungen. Der Text erschien in "DIE ZEIT" Nr. 15 vom 8. April 1977 auf Seite 69 unter dem Titel "Der fragende Reporter. Alfred Anderschs Reportagen, Aufsätze, Reden" und mit der Vorbemerkung: "Alfred Andersch hat einen 'Öffentlichen Brief' an den Schriftsteller Konstantin Simonow geschrieben: der Versuch, den deutschen Komplex gegenüber der sowjetischen Literatur zu heilen." - Andersch hatte seinen Offenen Brief zuerst am 11. März 1977 in der "ZEIT" veröffentlicht und provozierte damit eine literarische Auseinandersetzung. Noch vor unserer Rezension der Buchausgabe beteiligten sich daran sowohl Heinrich Böll (ZEIT vom 1. April 1977) als auch der Slavist Wolfgang Kasack (ZEIT vom 15. April 1977). Am 11. November 1977 druckte die "ZEIT" schließlich den Schluß jenes "Offenen Briefes", mit dem Konstantin Simonow auf Andersch antwortete. Mit einem Kommentar von Alfred Andersch zu diesem Brief Simonows beendete die Zeitung dann diese deutsch-russische Diskussion. - In dem Begleitbrief an den zuständigen Redakteur (Köln 20.III.1977) schreibt Böll, die Rezension sei ein schweres Stück Arbeit gewesen. Er habe sich zwar in der Schweiz gut erholt, wolle aber bis September keine Rezension mehr verfassen. Auch erwarte er eine Honorarzulage von 100 DM. - Beiliegend ein Umschlag und zwei Bl. Kopien des Aufsatzes.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 513)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 341)


Chateaubriand, François René Vicomte de
Brief 1841

Los 2015

Chateaubriand, François René Vicomte de, franz. Schriftsteller und Staatsmann, als Autor der wohl bedeutendste Vertreter der franz. Frühromantik (1768-1848). Brief m. U. "Chateaubriand" und Adresse. 2/3 S. Doppelblatt. 4to. Paris 19.VIII.1841.

An Mr. Dautigny in Paris mit Auskünften über das Erscheinen seiner Werke. Er selbst habe keine Rechte mehr daran. "Mes ouvrages, Monsieur, ne m'appartiennent plus depuis longtems: par une suite d'affaires de librairie qui me sont inconnues, ils ont passé de main en main à des libraires dont je sais à peine les noms. Si j'étais riche j'acheterais un exemplaire et je vous prierais de me faire l'honneur de l'accepter; malheureusement la fortune ne m'a gueres mieux traité que vous. Croyez à mes regrets, Monsieur ...". - Kleine Faltenrisse sowie Ausschnitt am Adressblatt vom Öffnen des Briefes.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 227)


Nachverkaufspreis
€ 140   (US$ 159)


Courteline, Georges
Brief 1917

Los 2018

Courteline, Georges, franz. Dramatiker und Romancier, Mitglied der Ehrenlegion und der Académie Goncourt (1858-1929). Eigh. Brief m. U. "G Courteline". 11/2 S. Auf Bütten. 4to. (Paris 1917).

An einen Freund. "... Le hasard m'a fait rencontrer hièr, chez mon ami le sculpteur Maillard le pauvre Lucien [recte: Adrien] Bertrand l'auteur de l'Appel du Sol et je l'ai quitté avec l'impression très nette que je ne le reverrais jamais ... Il meurt lentement mais sûrement de la balle qui lui a traversé le paumon il y a un an. Les crachements de sang l'avertissent tous les jours d'une issue dont hélàs il commence á ne plus douter. Le médecin l'envoit à Pau. Je serais surpris s'il en revenait autrement que les pieds devant. Je n'ai aucun conseil à donner, aucun avis à formuler ...". - Für seinen Roman "L'Appel du Sol" erhielt Adrien Bertrand (1888-1917) im Jahr 1916 den Prix Goncourt. Wie Courteline hier prophezeit, starb Bertrand bereits 1917. - 1 Eck-Abriss.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 170)


Nachverkaufspreis
€ 100   (US$ 113)


Courteline, Georges
Brief 1923

Los 2019

- Eigh. Brief m. U. "G Courteline". 1 S. 4to. (Paris) 13.I.1923.

An seinen "cher confrère" Eugène Montfort (1877-1936), Begründer der Zeitschrift "Les Marges". Über dessen Sorge, daß die Zensur wieder eingeführt werde, nachdem im Vorjahr Victor Marguerittes "La Garçonne" einen großen Skandal erregt und mit Verbot bedroht worden war. "... Je ne crois pas qu'il y ait à redouter une restauration de la Censure, la disposition déjà vieille ayant constitué un progrès dans toute l'étendue du terme et tout progrès, qui en est vraiment un, demeurant acquis à jamais. Mais cette considération ne change rien au cas de Victor Margueritte. Je suis avec vous pour lui, depuis les pieds jusqu'à la tête et je vous fais un gré infini de l'occasion que me donnent les Marges de lui envoyer devant tout le monde la meilleure la plus émue, la plus affectueuse poignée de main qu'il ait jamais reçue de moi ...".

Schätzpreis
€ 150   (US$ 170)


Nachverkaufspreis
€ 100   (US$ 113)


Dallmann, Günter
Signiertes Gedicht

Los 2021

Zum Gedenken Ernst Tollers
Dallmann, Günter, Berliner Journalist, Publizist, Lyriker, Übersetzer und Sprachlehrer, KPD-Mitglied, emigrierte 1933 in die Schweiz und nach Frankreich, schließlich nach Schweden (1911-2009). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Günter Dallmann". 1 S. (Kugelschreiber). Gr. 4to. O. O. (ca 1979).

"Ein Selbstmörder. (Ernst Toller, + 22.Mai 1939 in New York, 24 Stunden nachdem General Franco als Sieger in Madrid paradiert hatte)". 7 Strophen zu je 4 Zeilen: "... Im Kampf um Menschenrechte / ein Mann ward desparat: / fiel mitten im Gefechte / wie ein Soldat." Am Schluß das ursprüngliche Entstehungsdatum notiert: "(Sthlm. 1939)".

Schätzpreis
€ 150   (US$ 170)


Nachverkaufspreis
€ 100   (US$ 113)



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