Bitte Suchbegriffe eingeben:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Language / Lingua / Sprache


Kataloginhalt

Katalog Autographen » zur Buchabteilung
Autographen Auktion 115, Mi., 8. Apr., 15.00 Uhr


» Gesamter Katalog (Lose 2501 - 2780)

» Kataloge bestellen
» Nur Lose im Nachverkauf

» AGB (als PDF)
» Bieter-Erstanmeldung (als PDF)
» Formular für Gebote (als PDF)
Alle Kapitel Autographen Literatur / Autographs Literature / Autografi letteratura
bis
Autographen Musik, Theater und Film / Autographs Music, Theatre and Film
» Kapitelwahl

... 102 103 104 105 106 107 108 109 110 ... 280   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf

Los 2606 Hiller, Kurt
Brief 1952 an Erwin Loewenson
Verkauft
2606) » größer

"ein unerhörter Meister!"
- Eigh. Brief m. U. "Kurt Hiller". 4 S. auf 2 Bl. Mit Umschlag. Gr. 8vo. London 21.III.1952.

An Erwin Loewenson, mit einer großen, nunmehr gerechten Würdigung Georg Heyms im Abstand von 40 Jahren. "... Heute nachmittag 415 bis 715 war Fräulein Ingeborg Heym bei mir, Jahrgang 1928, Enkelin des Bruders jenes Hermann Heym, der Georgs Vater war. Also Georg Heym's 'Grosskusine'. Sie wusste von ihrem markanten Verwandten (dem sie ähnlich sieht!) fast nichts, aber interessierte sich brennend - ohne Snobismus, ehrlich exnazindig und mit einiger Kultur, einiger Intelligenz. Der Besuch war für mich (ausnahmsweise!) erquicklich. Und hatte zur Folge, dass ich jetzt, nachts, eine gute Stunde lang in dem Heymbuch des unseligen Seelig wiedermal las. - Dein Beitrag darin ist anständig. Meiner: aufs übelste gefälscht - ich habe ja bald darauf (1947 wohl noch) dem Burschen öffentlich meine Meinung gesagt, in der Neuen Schweizer Rundschau. Auch sonst stimmt bei Seelig fast nichts; gerade das Nachprüfbare = Faktische ist an allen Ecken und Enden schief oder gerade falsch. Mich packte vorhin von neuem die Wut. Selbst im Namenregister sind Fehler - z. B. Ludwig Hardt ohne t, Kerr fortgelassen. Auch Dein Name ist (auf S. 4) falsch geschrieben. Bolliger (keine Ahnung, wer er ist) arbeitete sauber, fleissig, akribisch; Seelig tätigte Schlamp. - Ich las den gesamten Zyklus 'Umbra vitae'. Fand: 1) Das rein künstlerische Können GH's ist noch stärker, als ich früher dachte. Ein unerhörter Meister (artistisch)! 2) Aber ständiges, ständiges Wiederholen des einen Motivs (:Tod). 3) Mein uralter Einwand: 'ungeistig', besteht zu recht - gesetzt, man fasst (wie ich; seit etwa 1912, 13, klar seit 1915) 'Geist' alltivistisch, messianisch, ethico-mutativ (statt bloss kontemplativ, phänomenologisch, hegelsch) ... Also als Sensualist, Ästhet (meinethalben), Lebensbejaher, Hellene, Nietzsche-Jünger, Erotiker, dem ixigen Demiurgen dankbares Geschöpf lehne ich die Nachtschatteneinseitigkeit, das Nur-Mortale GH's ab ... Um restlos gerecht zu sein: Das Schönheitliche fehlt natürlich bei GH mitnichten; im Gegenteil: sein Gemälde von Tod, Krieg, Irrsein und Zerfall ist farbenprächtig, glüht düster-tief und berauschend wie Bilder von Tintoretto, von Delacroix. Er rettet die Schönheit, indem er sie dem Tode dämonisch appliziert. Was fehlt, ist: die Schönheit als Ausdruck des Lebens. (Nur, wo sichs um Landschaften handelt, gibt er sie bisweilen.) ...". - Ein später, aber um so treffenderer Nachruf aus Kurt Hillers Feder, den sich Georg Heym, angesichts der Streitigkeiten kurz vor seinem Tod, sicher so nicht vorgestellt hat. - Beiliegend eine gedruckte Visitenkarte Hillers mit hs. Gruß (1971).

Schätzpreis
€ 450   (US$ 495)


Zuschlag
€ 1.000
(US$ 1.100)
(GBP 870)
(CHF 1.050)


Los 2606 Hiller, Kurt
Brief 1952 an Erwin Loewenson
Verkauft

... 102 103 104 105 106 107 108 109 110 ... 280   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf