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Los 2781 Münchener Räterepublik
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Münchener Räterepublik. 5 Dokumente. Zus. 8 Bl. München 1919-1920.

I. Vom Gerichtsschreiber beglaubigte maschinenschriftliche Abschrift des Todesurteils des Volksgerichts am Landgericht München gegen den Grafen Anton Arco-Valley wegen Mordes an dem bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner. 4 S. auf 4 Bl. Mit dem Stempel des Bayerischen Landgerichts München. Gr. 4to. Geheftet. München 3.II.1920. - Text der Urteilsverkündung vom 16. Januar 1920 mit Begründung und genauer Schilderung des Tathergangs. "... Graf Anton Arco-Valley, geboren am 5. Februar 1897 in Sankt Martin bei Ried in Oberösterreich, katholisch, ledig, Leutnant und Student, in dieser Sache in Untersuchungshaft, wird wegen eines Verbrechens des Mordes zum Tode und in die Kosten verurteilt. - Gründe: Am 21. Februar 1919 vorm. um 10 Uhr wurde der damalige bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner auf dem Wege vom Ministerium des Aeussern zur Eröffnung des neu gewählten Landtags unmittelbar nach dem Einbiegen in die Promenadestrasse hier von dem Angeklagten Grafen Arco Valley, der in der Person Eisners ein Unheil für Bayern und Deutschland erblickte, durch 2 von rückwärts und aus unmittelbarer Nähe in den Kopf abgegebene Revolverschüsse vorsätzlich getötet. Der Angeklagte führte die Tötung nach einem wohlbedachten Plane mit Ueberlegung aus ...". Besonders interessant sind die Schlußbemerkungen der Begründung: "... Von einer Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte konnte natürlich keine Rede sein, weil die Handlungsweise des jungen politisch unmündigen Mannes nicht niedriger Gesinnung, sondern der glühen[d]sten Liebe zu seinem Volke und Vaterlande entsprang und ein Ausfluss seines Draufgängertums und der in weiten Volkskreisen herrschenden Empörung gegen Eisner war, weil ferner der Angeklagte seine Tat in allen Einzelnheiten ohne jeden Versuch der Beschönigung oder Verschleierung mit offenem, edlem Mute in achtungsgebietender Weise als aufrechte Persönlichkeit eingestand." - Anders als etwa beim Kotzebue-Mord sahen sich die Richter zwar an das Gesetz gebunden, bezeigten aber offene Sympathie für die Tat und Hochachtung vor dem adligen Studenten.
II. 4 gedruckte Steckbriefe, erschienen als "Sonderblatt" Nr. 50 (13. Mai 1919), 53 (15. Mai), 69 (11. Juni) und 70 (12. Juni) des "Bayerischen Polizeiblattes"; jeweils mit Beschreibung und Porträt der mit Haftbefehl Gesuchten: Max Levien (20.000 Mark Belohnung), Ernst Toller ("Wegen Hochverrats", 10.000 Mark Belohnung), nochmals Max Levien (jetzt 30.000 Mark Belohnung) und Emil Männer ("Wegen Hochverrats"). - Seltene, aufschlußreiche Original-Dokumente aus den gewalttätigen Anfangswirren der Weimarer Republik.

Schätzpreis
€ 1.200  

(US$ 1.320)
(GBP 1.068)
(CHF 1.320)


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