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Autographen Auktion 112, Do., 18. Okt., 16.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status

Gütersloh, Albert Paris
Postkarte 1937

Los 2371

Gütersloh, Albert Paris (eigentl. A. C. Kiehtreiber), österr. Maler und Schriftsteller, gilt als geistiger Vater des "Phantastischen Realismus" (1887-1973). Eigh. Postkarte m. U. "Gütersloh". 1 S. (Wien) 2.II.1937.

An den Lyriker, Übersetzer, Herausgeber und Publizisten Dr. Ernst Schönwiese (1905-1991) in Wien. "... bis gestern Montag abends ist der Aufsatz Blei's über mich leider noch nicht in seinem Besitz gewesen. Ich bitte Sie herzlichst denselben entweder sofort zur Expedition zu bringen, daß er noch heute bei B. eintrifft oder, wenn irgend möglich, vielleicht gegen 6 h abends im Henslerhof deponieren zu lassen (für Blei). Es wäre sonst das rechtzeitige Erscheinen in Frage gestellt und mir liegt aus gewissen Gründen sehr viel an einer öffentlichen Stimme zu dem an sich recht traurigen Anlaß ...".

Schätzpreis
€ 180   (US$ 205)


Nachverkaufspreis
€ 120   (US$ 136)

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Gutzkow, Karl
Brief 1853

Los 2372

Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). Eigh. Brief m. U. "Gutzkow". 2 S. Gr. 8vo. Dresden 5.V.1853.

Als Herausgeber der "Unterhaltungen am häuslichen Herd" (Briefkopf) an einen "Herrn u. Gönner", der ihn auf mögliche Stoffe und Beiträge aufmerksam gemacht hatte. "... Das Tischrücken ist so von dem Tischklopfen verdrängt worden u. beide Fragen bei der großen Mehrzahl wieder von der Vernunft, daß ich eigentlich nicht mehr auf diesen Gegenstand zurückkommen möchte. Auch hat die Mittheilung aus dem 'Cosmos' ein etwas zu altes Datum. - Einige der hervorragendsten Parthien über die Pendelbewegungen, die Irritation des Auges u. mehres von dieser Parthie möcht' ich auszugsweise geben ...". Erwähnt Artikel von Heinrich Porges und Berthold Auerbach und beklagt: "An populär wissenschaftlichen Beiträgen leid' ich großen Mangel ...".

Schätzpreis
€ 180   (US$ 205)


Zuschlag
€ 120 (US$ 136)



Halbe, Max
Brief an Oscar Blumenthal

Los 2373

Halbe, Max, Schriftsteller, anfangs dem Naturalismus, später der Neuromantik nahestehend, verkehrte in München mit vielen Schriftstellern und Künstlern (1865-1944). Eigh. Brief m. U. "Max Halbe". 2 S. Gr. 4to. München 11.VI.1895.

An den Schriftsteller, Theaterkritiker und Direktor des Lessing-Theaters in Berlin, Oscar Blumenthal (1852-1917), dem er zwei seiner Dramen übersendet. "... Ich sende Ihnen anbei meine beiden Dramen 'Freie Liebe' und 'Eisgang' u. werde den 'Emporkömmling' nachfolgen lassen, sobald ich mir wieder Exemplare habe kommen lassen. Es sollte mich freuen, wenn sich das ein oder andre von diesen Stücken für die Bühne gewinnen ließe. Was den 'Eisgang' anbetrifft, so habe ich niemals die Hoffnung aufgegeben, daß seine Stunde noch einmal schlagen würde, u. gebe sie auch jetzt nicht auf, ehe ich nicht von seiner Bühnenunmöglichkeit überführt bin. Für die Aufführung würde es nach meiner Ansicht nur einer Milderung des plattdeutschen Dialects u. der Einfügung einer den Selbstmord Hugos noch deutlicher motivirenden Anfangsscene im IV. Act bedürfen. - Freie Liebe wird sich für die Bühne wohl schwerer ermöglichen lassen, doch mögen Sie selbst darüber urtheilen. Manches ist daran, was ich heute noch unterschreibe, u. scenenweise steckt wohl auch Theaterwirkung drin. Sollte sie sich heraus holen lassen, so würde mich das grade bei diesem Stücke, meinem Schmerzenskinde, noch besonders freuen ...". - Unter Oscar Blumenthals Direktion ist nie ein Stück von Max Halbe aufgeführt worden.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 170)


Nachverkaufspreis
€ 100   (US$ 113)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Hammer-Purgstall, Joseph von
Manuskript

Los 2374

Hammer-Purgstall, Joseph Frhr von, österr. Diplomat und Orientalist, Begründer der wiss. Osmanistik (1774-1856). Eigh. Manuskript. 1 S. Auf grünem Papier. Quer-8vo. O. O. u. J.

4 Verszeilen in arabischer Schrift, darunter die deutsche Übertragung: "Vernunft, Naturstein [?], Schlafarzney und Wangenglanz / der Schmerzen Cur, des Geistes Ruh, der Seelen Nahrung / Kraft der Natur, Werkzeug der Sprach' und Heiterkeit / abwehrend Gram, ausheilend Herz, und immergleiche Güte." Darunter, vermutlich von anderer Hand, aber mit derselben Tinte: "Hofrath Hammer Purgstall".

Schätzpreis
€ 200   (US$ 227)


Zuschlag
€ 190 (US$ 216)



Hartlaub, Geno
Brief Gustav Hartlaubs über Tochter Geno

Los 2375

Hartlaub, Geno, Schriftstellerin (1915-2007). - Hartlaub, Gustav Friedrich, ihr Vater, Kunsthistoriker, Assistent Paulis in Bremen, später Direktor der Mannheimer Kunsthalle, Professor in Heidelberg (1884-1963). Brief m. U. "Hartlaub". 2 S. Heidelberg 22.XI.1949.

An den Hamburger Regierungspräsidenten Dr. R. Johannes Meyer, der sich intensiv für Hamburger Kunst und Künstler einsetzte. Ausführlich über Hartlaubs Tochter, die Schriftstellerin Geno Hartlaub, ihre wirtschaftliche Situation und ihre Verhandlungen mit verschiedenen Verlegern (Rowohlt, Stomps, Zeitschriften). Interessantes zu ihrer literarischen Biographie und zu den Verhältnissen im deutschen Verlagswesen nach 1945. - Kleine Faltenrisse.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 170)


Zuschlag
€ 220 (US$ 250)


Hauptmann, Gerhart
Brief 1902

Los 2376

"viel Staub von der Seele gespült"
Hauptmann, Gerhart, Dramatiker und Erzähler, Nobelpreisträger (1862-1946). Eigh. Brief m. U. "Gerhart Hauptmann". 2 S. Kl. 4to. Wiesenstein (Agnetendorf im Riesengebirge) 15.V.1902.

An einen Baron, wohl in Berlin. "... Ich will Ihnen in Eile nur ein paar Worte senden und Ihnen sagen, wie lieb mir die paar Stunden Zusammenseins mit Ihnen gewesen sind, wie herzlich menschlich ich Ihr Wesen schätzen gelernt habe und wie ich hoffe, die Zukunft möge uns noch oft zusammen führen. - Im übrigen hat der 11te Mai wie ein frisches Bad auf mich gewirkt, mir viel Staub von der Seele gespült und merkwürdigerweise mir die Schläfrigkeit ausgetrieben, die alle meine Kräfte im Banne hielt. Urtheilen Sie also, ob ich Grund habe, Ihnen und allen Betheiligten dankbar zu sein! ...". - Hauptmann war am 11. Mai in Berlin zu Gast beim Fürsten Lichnowski und dem Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow gewesen.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 341)


Zuschlag
€ 600 (US$ 683)



Hell, Theodor
Brief 1834

Los 2377

Hell, Theodor (d. i. K. G. Th. Winkler), einflußreicher Dresdener Hoftheater-Sekretär, Bühnenautor und Publizist, Herausgeber von Taschenbüchern und der Dresdener "Abendzeitung" (1775-1856). Eigh. Brief m. U. "Winkler" und Adresse. 1 S. Gr. 4to. Dresden 16.II.1834.

An den Oberlandesgerichts-Assessor Carl Friedrich Heinrich Straß (pseud. Otto von Deppen, 1803-1864) in Frankfurt a. d. Oder, dem er zur Verlobung oder Hochzeit gratuliert. "... Das Leben wird Ihnen nun noch klarer und reicher werden. Glück auf! - Der kleine Artikel über Sorau ist schon abgedruckt und die Leutchen dort werden sich wundern, daß wieder mal von ihnen die Rede ist. Senden Sie bald etwas über Frankfurt. Mit mir gehts im neuen Jahre ziemlich lebendig aber leider durch gedrängte Zerstreuungen minder thätig. Doch wird das mit dem Lenz besser werden ...". - 1 Tintenfleck; Einrisse.

Schätzpreis
€ 90   (US$ 102)


Nachverkaufspreis
€ 60   (US$ 68)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Herloßsohn, Carl
2 Briefe

Los 2378

Herloßsohn, Carl, Leipziger Schriftsteller, Publizist und Lexikograph (1802-1849). 2 eigh. Briefe m. U. "Herloßsohn". Zus. 2 S. Jeweils mit Adresse. Gr. 4to.[Leipzig] 8.II.1836 und 5.VI.1840.

Der erste Brief an den ihm befreundeten Kammergerichts-Assessor, späteren Berliner Kreisjustizrat Dr. Straß. Gut gelaunter Brief an den nach Erfurt verreisten Freund, mit kurzen Nachrichten von sich. "... Der Komet [die 1830 von H. gegründete Zeitschrift] geht gut, noch besser wäre aber besser ... Führe Dich gut auf, sei brav u. ordentlich. Und komm wenn Du kannst. Wir wollen hier ein wenig fröhlich sein ...". - Stark gebräunt; Siegel-Ausriss. - Der zweite Brief an seinen Verleger August Taubert jun. in Leipzig. "Ich erkannte Sie gestern nicht an der Stimme. Um Sie zu entschädigen, biete ich Ihnen einen 4. Bd. Zeit- und Lebensbilder gratis an. Manuscript folgt hier bei; das fehlende muß ich Ihnen erst abschreiben. Von heut nach 2 Tagen erhalten Sie Mscript zum 2. Theile des Helden, doch bitte ich, sie gleich drucken zu lassen, denn dies allein treibt, ermuthigt, befeuert mich. Hätten Sie den zweiten Theil nicht ganz im Ms. verlangt, er wäre längst fertig. Mit Gottes Hilfe können wir Ende Juli doch fertig sein, denn im 3. u. 4. habe ich verhältnißmäßig weniger Neues zu thun, als im 1ten ...". - Mit dem "Helden" ist die zweite Abteilung von Herloßsohns Buch "Böhmen von 1414 bis 1424" gemeint, die den Titel "Der blinde Held (Joh. Ziška)" trägt. Das insgesamt vierbändige Werk erschien 1841 bei Taubert. - Dieser zweite Brief ordentlich erhalten.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 170)


Zuschlag
€ 100 (US$ 113)


Hesse, Hermann
Konvolut Briefe und Postkarten

Los 2379

"Das deutsche Volk hat mich ausradiert"
Hesse, Hermann, Dichter, Nobelpreisträger (1877-1962). Konvolut von 21 masch. Briefen und sign. Typoskripten, 4 masch. Postkarten, 1 eigh. Brief und 2 eigh. Postkarten m. U. "Hermann Hesse", "H. Hesse" oder "H. H.". Mit 8 signierten, teils integrierten Gedicht-Typoskripten. Zus. ca. 29 S. Mit 16 eigh. und 4 masch. Umschlägen. Meist gr. 8vo. (Montagnola) 1941-1955.

An die ihm befreundete Emilie Weisschedel in Baden-Baden. Freundschaftliche Briefe mit familiären Mitteilungen und den beim späten Hesse vorherrschenden Klagen über Krankheiten und Überlastung, aber auch mit bitteren Urteilen zur aktuellen politischen Entwicklung. Nach tröstenden Worten zum Tod ihres Mannes bemerkt Hesse am 31.Januar 1941: "... Wir haben hier auch Sorgen genug, von meinen drei Söhnen sind zwei fast immer beim Militär. Aber vorläufig und im Vergleich mit dem Schicksal Vieler, die mir nahestehen, sind wir noch geborgen ...". Angehängt an diesen Brief ist das signierte Gedicht "Heiland", datiert "Weihnacht 1940". - Auch in den folgenden Kriegsjahren gibt der Dichter immer wieder Auskunft zur eigenen Situation und zu der seiner Familie und Freunde: "... Hier schicke ich Ihnen ein Bild, das mein jüngster Sohn Martin im Sommer 43 aufgenommen hat. Und auf der Zeichnung [als halbseitiger Briefkopf] sehen Sie mich beim Gartenfeuer, gezeichnet von [Gunter] Böhmer, nur bin ich längst nicht mehr so rüstig, die Zeichnung ist schon diverse Jahre alt. - Schlimm ist es meiner ersten Frau Mia [d. i. Maria Bernoulli] ergangen, der Mutter meiner Söhne. Sie lebte seit mehr als 20 Jahren in Ascona, wo sie ein kleines Haus besaß, und dies Haus ist im November völlig abgebrannt, ohne daß das Kleinste gerettet werden konnte. Für den Winter ist sie, sehr mühselig und kümmerlich, beim jüngsten Sohn in Bern untergekommen, dann muß man weiter sehen ... Als Autor bin ich in Deutschland jetzt so gut wie ausradiert; meine alten Bücher, aus deren Erträgnissen ich ja leben sollte, sind seit Jahr und Tag vergriffen; und die neuen muß ich, da man sie in Berlin nicht wünscht, in der Schweiz drucken lassen, was aber wenigstens den Sinn hat, daß einige meiner Bücher weiter existieren und nicht ganz aus der Welt verschwinden. Nun, das gehört zu der großen Zeit, in der wir zu leben das Pech haben; wollte man sie so heilig ernst nehmen wie sie sich selber nimmt, so wäre man schon längst nicht mehr am Leben [12.I.1943] ... Gern gebe ich Ihnen über meine Söhne und Enkel etwas Auskunft. Mein ältester Sohn, Bruno, ist Maler und Rahmenschnitzer (sein Brot verdient er halb und halb mit beiden Berufen) er wohnt im Bernischen, ... ist mit einer dortigen Bauerntochter verheiratet und hat ein Töchterchen Christineli und einen Buben namens Simeli. Mein zweiter Sohn, Heiner, ist Dekorateur und Graphiker, lebt in Zürich und ist zum zweitenmal verheiratet. Aus der ersten, geschiedenen Ehe ist ein sehr schönes Kind namens Bimba da. Von der zweiten Frau hat er ein Söhnchen, noch nicht viel mehr als ein Jahr alt. Der dritte Sohn, Martin, lebt in Bern, ist Junggeselle, und bei ihm ist zur Zeit seine Mutter Mia Gast, seit sie abgebrannt ist ... Er war Architekt, und mit Leidenschaft bei seinem Beruf; aber als er dann in der Krisenzeit zwei und drei Jahre lang ohne Arbeit blieb, sattelte er zum Fotografen um, spezialisierte sich später auf das Aufnehmen von Kunstwerken, Plastiken, alten Teppichen, Möbeln etc., und ist als Spezialist für diese Sachen gefragt ... In Zürich beginnt nächstens der Satz und Druck meines Buches ["Das Glasperlenspiel"]; es gibt lästig viel Arbeit, lauter peinliche Augenarbeit, bei meinem alten Verleger wäre das beinahe ohne mich gegangen, während ich mich jetzt um alles kümmern muß [23.II.1943] ... Die politischen Dinge sehen Sie dort anders als ich, das war schon seit 1914 so, und darum habe ich mich ja auch politisch losgelöst. Am Menschlichen ändert das nichts [geschrieben unter dem signierten Gedicht-Typoskript "Wache Nacht", datiert "Februar 1943"] ... Eine schlechte Nachricht kam letzte Woche: die Päckchen mit Kaffee und Schokolade, die ich vielen meiner Freunde schickte, werden von den deutschen Behörden nicht mehr zugelassen. Das ist sehr schade, ich hatte viele Freunde, die, ohne direkt in Not zu sein, doch Kaffee etc. sehr entbehrten und froh an den Sendungen waren [wohl Mai 1944] ... die 2 nächsten Verwandten meiner Frau, ihre einzige Schwester und ihr Mann, konnten zwar nach unendlichen Aufregungen mit unsrer Hilfe ihr Leben aus Rumänien retten, sonst aber nichts, sie sind nun heimatlos und brotlos und seit 3 Monaten bei uns, und bis heute sind unsere Bemühungen um ihre Zukunft um keinen Schritt weiter als am ersten Tag. Die Schweiz duldet, dass sie auf meine Kosten als Gäste noch eine Weile bleiben dürfen, weiter reicht das Entgegenkommen der Behörden nicht. Da der Schwager Jurist ist und aus Rumänien kommt, wird er schwer ein Land in der Welt finden, das ihn einlässt und ihm erlaubt zu arbeiten [wohl um 1945] ... Ich war wieder einmal 14 Tage Gast in Bremgarten, das in der 'Morgenlandfahrt' eine Rolle spielte, sah dort auch zwei meiner Söhne mit ihren Frauen, u. brachte die 2 Gedichte mit [handschriftlich um 1944/45 unter: "Zwei Gedichte, im August 1944 im Schloß Bremgarten geschrieben: Beim Wiederlesen von 'Heumond' und 'Schön ist die Jugend'. - Im Schloß Bremgarten"]. - Im Oktober 1947 hat Hesse endlich wieder Gelegenheit, sich frei über sein Verhältnis zu Deutschland nach den Gräueln des Nationalsozialismus zu äußern, und er nimmt eine ähnliche Haltung wie Thomas Mann ein: "... Es liegt mir vollkommen fern, in Deutschland für mich zu werben, oder gar den Behörden und Schulen nahezulegen, sie möchten mich in ihre Lesebücher aufnehmen. Vor 25 und 30 Jahren standen in fast jedem Lesebuch, wenigstens für die höhern Schulen, Sachen von mir. Das deutsche Volk hat mich dann ausradiert, und seine teutschen Modedichter an die Stelle gesetzt, und ich werde nie einen Finger rühren um das zu ändern. Man hat mich bespukt [sic] und beschimpft, die Verwandten meiner Frau gefoltert und vergast, mich um mein gesamtes Lebenswerk und um mein Brot gebracht, und nun erwartet man, dass ich freundlich lächelnd sage: 'Kinder, alles ist verziehen', und gar noch darum ersuche, man möge mich im Lesebuch nicht vergessen! Nein, da haben Sie sich mein Verhältnis zu Deutschland doch falsch vorgestellt. - Dass der norddeutsche Thomas Mann Ihnen ferner steht als ich Süddeutscher, ist ja ganz begreiflich. Ich bin sehr mit ihm befreundet und begreife die harten und dummen Urteile über ihn nicht, er hat sich vollkommen richtig und würdig gehalten und verdient Hochachtung dafür, nicht Vorwürfe. Ende Juli war ich in Luzern nach langen Jahren endlich wieder einen Tag mit ihm zusammen, das gehörte zum Besten, was dies Jahr mir gebracht hat ..." [5.X.1947]. Ferner über ein weiteres Treffen mit der Familie Mann, über bürokratische Hürden bei Hilfslieferungen und der Pass-Beschaffung in Deutschland, ein Begleitschreiben zu dem signierten Gedicht-Typoskript "Märzsonne" (datiert "März 1948), eine Abschrift seines Briefes an die "Neue Rundschau" zum 75. Geburtstag Thomas Manns und vieles andere. - Diverse Beilagen, darunter 1 weiteres, nicht signiertes Gedicht-Typoskript ("Klage und Trost"), 2 Ansichts-Postkarten mit eigh. Gruß von Hermann Hesse, 2 Orig.-Porträtfotos des Dichters (1 signiert), 1 Ansichts-Postkarte von Gaienhofen sowie 2 eigh. Briefe von Mia Hesse an Emilie Weisschedel. - Das eine Porträtfoto mit Lichtflecken; 2 Briefe mit blauer Wasserfarbe diagonal durchgestrichen - vermutlich von der Zensurbehörde. - Biographisch interessantes Konvolut aus sorgenvoller Kriegs- und Nachkriegszeit; mit 8 signierten Gedichten.

Schätzpreis
€ 3.500   (US$ 3.989)


Zuschlag
€ 4.400 (US$ 5.016)



Hesse, Hermann
3 Autographen

Los 2380

- 3 Autographen. Gaienhofen und Radolfzell (1906) bzw. o. J.

I. Eigh. Ansichts-Postkarte m. U. "H. Hesse". 11/2 S. Gaienhofen (wohl um 1908). - An den Schriftsteller Alfons Paquet. "... Ich freue mich schon darauf, Sie wieder zu sehen u. von der Reise zu hören. Und der 'März' freut sich, wenn Sie ihm etwas haben. - Mir hat die Operation damals gut getan, doch bringe ich wieder manche Nachmittage beim Augenarzt zu, der mir bald die Augen mit Höllenstein auskratzt, bald den Tränenkanal mit einer Nadel schlitzt - lauter symbolische Handlungen ohne rechten Erfolg ... Meine Buben gedeihen ...". - Die Bildseite der Karte zeigt eine farbige Ansicht von Gaienhofen. - Etwas tintenfleckig. - II. Eigh. Grüße m. U. "H. Hesse" unter einem kurzen Brief von Alfons Paquet an seine Frau ("... Heut nachmittag war ich mit Hesse auf der Ausstellung, wir senden Dir vergnügte Grüße ..."). - III. Eigh. Widmung "Zum 8. September von Hermann Hesse mit vielen Grüssen" auf der ersten Seite von 8 Blättern aus der Zeitschrift Über Land und Meer. Oktav-Ausgabe (XXII, 13), die den Vorabdruck (1906) von Hesses Erzählung "Der Lateinschüler" enthalten. An Marie Steinhausen in Mannenbach (Thurgau) als Drucksache verschickt in einem von Hesse beschrifteten Umschlag, der ursprünglich eine Sendung des Münchener Verlags Albert Langen an Hermann Hesse enthalten hatte.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 227)


Zuschlag
€ 250 (US$ 285)



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