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Autographen Auktion 112, Do., 18. Okt., 16.00 Uhr


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Fontane, Theodor
Manuskript-Brief 1974

Los 2351

"eine Art Entdecker"
- Eigh. Manuskript in Briefform m. U. "Th. Fontane" . 2 S. Gr. 8vo. Berlin 29.IV.1874.

Frisch zurückgekehrt von einer einwöchigen Reise ins Ruppiner Land, die der Dichter für die Arbeit an der 3. Auflage des Bandes "Die Grafschaft Ruppin" aus den "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" unternommen hatte, beantwortet er die Anfrage eines nicht genannten Korrespondenten - vielleicht eines Journalisten - wie er sich den relativ großen Erfolg dieser Beschreibungen einer Landschaft, ihrer Geschichte und Eigenart erkläre, deren Hauptlinien bisher zwar von einigen professionellen Historikern nach Urkunden und älterer Literatur dargestellt, deren Wesen aber in ihrer kulturellen Entwicklung und vor allem in den Charakteren und den landschaftlichen Wurzeln der vielen bemerkenswerten Persönlichkeiten ihrer Geschichte noch kaum wahrgenommen worden war. Fontane antwortet, indem er in knapper Form gleichsam ein Programm der "Wanderungen" entwickelt, ihre Absicht, ihre Selbstständigkeit und Originalität betont, die in der Verbindung von Cicerone und "Heimat-Chronisten" mit dem sorgsam vor Ort ergründenden und beobachtenden Schriftsteller beruhe, der mit der Neuentdeckung vergessener Ereignisse und Personen zu unterhalten versteht. "... Der gute Erfolg, den diese 'Wanderungen' errungen haben, beruht lediglich darin, daß ich, innerhalb eines kleinsten und nächsten Kreises, als eine Art Entdecker auftrete. An Stellen, die kein Tourist betreten, die niemand vor mir der Beachtung werth gehalten hat, verweile ich mit Vorliebe und schreibe Landschaftliches, Sagen- und Genrehaftes über den Blumenthal-Wald und den Brieselang, über Dorf Kienbaum und seine Bienenzucht, ... über den Werbellin- und Schermützel-See. Daran reiht sich nun freilich Historisches, aber meist such ich auch hier verlorne, vergessene oder unbekannte Plätze auf, deren geschichtliche Bedeutung kaum die Einwohner kennen ... Von dieser Regel findet sich vielleicht nur eine Ausnahme: Ruppin; und auch diese ist mehr scheinbar als wirklich ...". Wollte er über Brandenburg schreiben, so käme ein dicker Band dabei heraus, der ihm letztlich wenig Ehre und Dank einbrächte: "Nur das Neue wirkt." - Der bedeutende Brief hätte als Vorwort zur 3. Auflage des Bandes "Die Grafschaft Ruppin" dienen können, die im Oktober desselben Jahres erschien, um 18 Kapitel erweitert. - Nicht bei Jolles/Müller-Seidel; bisher nicht veröffentlicht.

Fontane, Theodor siehe auch unter Robert-tornow

Schätzpreis
€ 3.500   (US$ 3.989)


Zuschlag
€ 6.000 (US$ 6.839)



Fouqué, Friedrich de la Motte
Brief 1821 an Schlesinger

Los 2352

[*] Fouqué, Friedrich Baron de la Motte, märkischer Dichter der Romantik (1777-1843). Eigh. Brief m. U. "LM Fouqué". Zus. 1/2 S. 4to. Nennhausen 6.VI.1821.

An den Verleger Schlesinger in Berlin. "... Ew. Wohlgeboren erhalten anbei wieder einen Abschnitt der Lalla Rookh. Auf dem letztern Bogen hatte der Abschreiber allzuviele Fehler gemacht. Ich ordnete deshalb ein da capo an. Nun paßten aber die Zeilen nicht bis gänzlich zum Schluß der Seite, welches ich bemerke, damit nicht der irrige Begriff eines etwanigen Absatzes daraus entstehe ...". - Die Übersetzung von Th. Moores "Lalla Rookh" erschien 1822 bei Schlesinger. - Leicht gebräunt; oben Feuchtigkeitsrand mit kleinen Papierfehlstellen.

Schätzpreis
€ 400   (US$ 455)


Zuschlag
€ 250 (US$ 285)


Fouqué, Friedrich de la Motte
Brief 1838 an Minister Altenstein

Los 2353

- Eigh. Brief m. U. "La Motte Fouqué". 1 S. Doppelblatt mit Adresse und geteiltem Siegel. Gr. 4to. Halle (Saale) 30.X.1838.

An den preußischen Kultusminister Karl Freiherr vom Stein zum Altenstein in Berlin. Empfiehlt ihm "dringend den Ueberbringer dieser Zeilen, den bei hiesiger Bibliotheksverwaltung angestellten Hrn. Dr. Förstemann, Secretair des thüringisch-sächsischen Vereins. Schon aus früheren gehorsamsten Vorstellungen meinerseits und huldvoller Bewilligung Eurer Excellenz wird Ihnen Mann und Name vortheilhaft bekannt und erinnerlich sein ...". Es gehe um die von Fouqué bereits empfohlenen "Provinzialblätter hiesiger Gegend".
"Der historische Strom, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in stetiger Ganzheit verbindet, und somit uns auf's allerdeutlichste vor jeder einseitigen Auffassung und Verdrehung des Zeitgeistes bewahrt, lebt und webt in diesem Unternehmen und würde die günstigsten Erfolge herbeiführen, drückte nicht die Eifersüchtelei andrer, mindestens unbedeutender Zeitschriften auf dies Unternehmen, welches Hr. Dr. Förstemann mit Kraft, Umsicht und in tüchtiger Gesinnung leitet. Gern widme ich dem würdigen Schaffen einen großen Theil meiner Zeit und Kraft, natürlich bis jetzt ohne alle Entschädigung, da der Redacteur einstweilen nur durch Anstrengungen, die ihm als Familienvater Opfer abdrangen, die Sache fortzuführen vermochte ...". Der Minister möge daher den billigen Wünschen Förstemanns Gehör schenken. - Ob ein Erfolg eintrat, ist fraglich, da der Minister in diesem Jahr wegen Krankheit aus seinem Amt entlassen wurde. Altenstein erwarb sich bekanntlich große Verdienste um die Reform des Bildungswesen in Preußen, darunter die Einführung der allgemeinen Schulpflicht. - Der Hallische Theologe, Bibliothekar und bedeutende Reformationshistoriker Karl Eduard Förstemann (1804-1847) redigierte 1838-1840 die "Provinzialblätter für die Provinz Sachsen". 1844 wurde er Professor an der Universität Halle.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 513)


Zuschlag
€ 850 (US$ 968)



Freiligrath, Ferdinand
Billet an Ed. Hallberger

Los 2354

Freiligrath, Ferdinand, Lyriker und Übersetzer, politischer Dichter, Mitarbeiter von Karl Marx, emigrierte nach London (1810-1876). Eigh. Billet m. U. "F. Freiligrath". 1 S. Mit Trauerrand. 8vo. Stuttgart 7.IX.1873.

An den Stuttgarter Verleger Eduard Hallberger. "... Ihre Zuschrift vom 15. Aug. habe ich in Walton/ Naze bestens erhalten, u. zeige Ihnen hiemit an, daß ich vorgestern wieder hier eingetroffen bin ...". - 2 Einrisse mit Transparent-Papier unauffällig unterlegt.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 170)


Zuschlag
€ 380 (US$ 433)


Fried, Erich
Brief 1974

Los 2355

[*] Fried, Erich, Schriftsteller (1921-1988). Brief m. U. "Erich Fried". 1 S. Kl. 4to. London 5.III.1974.

Aus politisch aufgeregter Zeit ideologischer Kontroversen an den Redakteur Wolfram Schütte: "... beiliegend, wie telefonisch versprochen, den Rundbrief Bahman Nirumands, der teilweise (die nicht in den Kram passende Kritik der Sowjetunion war natürlich weggelassen) auch vom Extradienst abgedruckt wurde. Verschickt wurde der Rundbrief zusammen mit einer ganz annehmbaren Resolution gegen die Morde an Iranischen Intellektuellen, von Brigitte Heinrich ... Die Resolution enthielt nur einen Hinweis, wenn man sich über die Behandlung Solschenizyns aufrege, so müsse man auch die Untaten im Iran zur Kenntnis nehmen. Nun, ja, stimmt ja. Ich mag ja auch Medwedews politische Ansichten lieber als die Solschenizyns, glaube nur, man kann ihm keinen Vorwurf machen, daß er nach seinen Erfahrungen vom ganzen Marxismus-Leninismus nichts wissen will (Leninismus scheint ja auch mir schon sehr fragwürdiger Marxismus). Ich lege auch meine Antwort auf den Nirumandbrief bei, die ich allerdings in dieser Form nicht gerne veröffentlichen würde. So wie sie ist, zirkuliert sie jetzt nur unter 'Linken'. Für die FR müßte man es auch stilistisch besser machen. Es war mir schlecht, als ich den Brief, namentlich das Ende, schrieb ... Ich weiß nicht, habe ich Ihnen eigentlich den Text meines 'Sachverständigengutachtens' für Wagenbach vom Prozeß in Berlin geschickt?" - Beiliegend die beiden erwähnten Fotokopien: I. Bahman Nirumand, Offener Brief an Heinrich Böll. Berlin, 25.II.1974. - II. Erich Fried, Brief an Brigitte Heinrich. London, 4.III.1974. - Fried bestätigt seine Unterschrift unter eine Resolution gegen die Hinrichtung und Verfolgung iranischer Schriftsteller und verteidigt Böll gegen Nirumand.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 227)


Nachverkaufspreis
€ 150   (US$ 170)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Fried, Erich
Signiertes Typoskript + Begleitbrief

Los 2356

[*] Gegen die Polizei in Berlin
- Signiertes Typoskript und masch. Begleitbrief m. U. "Erich Fried". Zus. 3 S. auf 3 Bl. Gr. 4to und 4to. London 3.III.1974.

Für den Abdruck in der Frankfurter Rundschau bestimmter Offener Brief Frieds, in dem er den Verleger Klaus Wagenbach und den Schriftsteller Heinrich Böll gegen Vorwürfe des Berliner Polizeipräsidenten und der Justiz in Schutz nimmt, nachdem Wagenbach in seinem Roten Kalender die Tötung von Benno Ohnesorg, Georg von Rauch und Thomas Weißbecker als "geplante politische Morde" bezeichnet hatte. "Antwort auf das Schreiben des Berliner Polizeipräsidenten ... Das Rundschreiben des Polizeipräsidenten in Berlin, Klaus Hübner und des Gesamtpersonalrats der Polizei an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Polizei ist ein erstaunliches Sammelsurium von Fehlern, Auslassungen, Trugschlüssen und - gelinde gesagt - Irrtümern; eigentlich unerklärlich, es sei denn, man nähme an, Herrn Hübners 'tiefe Bestürzung und Sorge' über den Freispruch Klaus Wagenbachs in Berlin, meinen Freispruch in Hamburg und wohl auch über Heinrich Bölls Erklärungen in Hamburg und Berlin habe seine Fähigkeit, den Tatsachen zu folgen, verringert ... Es ging doch in Wirklichkeit um den Tod von drei Menschen: Benno Ohnesorg, Georg von Rauch und Tomas Weisbecker ... Auch grenzt es an Verleumdung, wenn Herr Hübner in seinem Rundschreiben nachdrücklich andeutet, Klaus Wagenbach und ich hätten eine ganze Berufsgruppe als Mörder bezeichnet ... Ich bin kein Jurist und weiß nicht, welche Möglichkeiten bestehen, den von Herrn Polizeipräsident Hübner angerichteten Schaden wiedergutzumachen oder noch verhüten zu helfen. Ein Eingeständnis seiner eigenen Irrtümer und die Zurücknahme seines unhaltbaren Rundschreibens wäre wünschenswert ... In England, wo ich wohne, oder in Skandinavien, das ich fast so oft besuche wie die Bundesrepublik, wäre ein Polizeipräsident eine Woche nach einem solchen Rundbrief nicht mehr im Amt. Aber in England wären auch Benno Ohnesorg, Georg von Rauch, Thomas Weisbecker und etliche Dutzend andere Menschen, die in den letzten Jahren durch Polizistenkugeln vom Leben zum Tode kamen, nicht erschossen worden ...". - In Frieds Begleitbrief an den Redakteur Wolfram Schütte heißt es u. a.: "... beiliegend eine Antwort auf das völlig falsche und recht skandalöse Rundschreiben des Polizeipräsidenten von Berlin. Ich hoffe, diesmal kann das im Literaturteil gedruckt werden, denn dies ist eine für Schriftsteller und Intellektuelle überhaupt gefährliche Sache ... Klagen kann der Polizeipräsident auf meinen Text hin nicht, versicherte mir ein deutscher Generalstaatsanwalt ...". - Der Tod des gewalttätigen Anarchisten Georg von Rauch beim Schußwechsel mit der Polizei hatte Fried im "Spiegel" als "Vorbeugemord" bezeichnet und war deswegen vom Berliner Polizeipräsidenten Klaus Hübner wegen Beleidigung angezeigt worden. Beim Aufsehen erregenden Prozeß im Januar 1974 wurde Fried freigesprochen und auch sein Verleger Klaus Wagenbach, der Frieds Text nachgedruckt hatte, kam in erster Instanz frei. Daraufhin zeigte sich der Polizeipräsident in einem offenen Brief erschüttert über die Freisprüche. Frieds Typoskript blieb unveröffentlicht. - Beiliegend eine Fotokopie mit dem Text von Hübner. - Interessantes Dokument aus stürmischer Zeit, in der sich wenig informierte ausländische Intellektuelle gern in die deutsche Innenpolitik einmischten. Die Darstellung der Polizei zu den Vorgängen wurde in späteren Untersuchungen als zutreffend erkannt. Beim Vergleich von Hübners Schreiben und Frieds Behauptungen würde ein heutiger englischer Polizist wohl anhaltend den Kopf schütteln.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 513)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 341)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Frisch, Max
Brief 1951

Los 2357

"so dumm, so kenntnislos"
Frisch, Max, Schweizer Schriftsteller (1911-1991). Masch. Brief mit eigh. U. "Max Frisch". 2 S. auf 2 Bl. Gr. 4to. Zürich 13.IV.1951.

Geharnischter Brief an einen Mitarbeiter der Neuen Zürcher Zeitung. Scharfe Abrechnung mit dem Redakteur, der ihn böswillig verleumdet habe und von dem er nicht mehr mit "Lieber Kollege" angesprochen werden will. "... Im vergangenen Januar haben Sie unter LOKALES ein paar Zeilen drucken lassen, die es nach meinem Empfinden unmöglich machen, dass wir uns weiterhin, und wäre es auch nur hektographiert, als 'Lieber Kollege' ansprechen. Die Zeilen lauteten: '- die Manier jenes Dichters, der jetzt wieder in Zürich singt, nachdem er in Warschau gesungen hat.' Es handelte sich um eine Besprechung der Zürcher Fastnachtszeitung, die eine wirklich witzige, in ihrem Witz saubere Parodie meines 'Tagebuches 1946-1949' gebracht hat. Die zitierten Zeilen waren übrigens das einzige, was die NZZ über das erwähnte Tagebuch schrieb; Sie werden finden, es fehle mir an Humor, und ich muss zugeben, dass ich in der Perfidie wirklich keinen Humor sehe. Sie ... haben sich einmal zwei Stunden mit mir unterhalten, nachdem ich in Warschau gewesen bin; Sie wissen, dass ich dort nicht gesungen habe, d. h. nicht vorgelesen, nicht gesprochen, auch keine Aufführung hat stattgefunden. Es ist also, was Sie Ihren Lesern zur Unterhaltung vorlegen, eine fertige Lüge. Man nennt das, glaube ich, politische Brunnenvergiftung; das Politische daran ist aber so dumm, so kenntnislos, dass man es doch wohl nur als Vorwand werten darf. In meinem 'Tagebuch', das die NZZ totzuschweigen vorzog, habe ich über Warschau berichtet ... es ist niemand berechtigt, mir Verdächtigungen anzuhängen, ohne die Unterlagen nachzulesen. Niemand? Eine Zeitung ist es - sie darf alles, fast alles, was ihr nützlich scheint, sie darf lügen, sie darf fälschen und sie muss keine Richtigstellung veröffentlichen, sie darf auch die Richtigstellung wieder fälschen ... und nie wird es einem Schriftsteller gelingen, ein Missverständnis, das eine Redaktion will, aus der Welt zu schaffen ... ich möchte nicht mehr mit Ihnen spazieren oder einen Wein trinken; ich kann Ihnen nicht trauen. Ein offener Feind ist mir lieber als ein lieber Kollege wie Sie ...". - Kleine Faltenrisse.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 513)


Zuschlag
€ 850 (US$ 968)


Geibel, Emanuel von
Gedichtmanuskript "Sonett des Dante"

Los 2358

Geibel, Emanuel von, Dichter und Übersetzer, Mittelpunkt des Münchener Dichterkreises "Die Krokodile" (1815-1884). Eigh. Gedichtmanuskript. 1 S. (blaue Tinte). Gr. 8vo. O. O. (ca. 1855).

"Sonett des Dante". Vier Strophen, insgesamt 14 Zeilen: "Ihr Pilger, die ihr mit bedächtgen Schritten / Gleichgült'ges sinnend eure Straße zieht, / Kommt ihr aus so entlegenem Gebiet / Wie euer Antlitz zeigt und eure Sitten? - Was weint ihr nicht, da euer Fuß doch mitten / In diese Stadt des tiefen Wehs gerieth ...". - Mit Verbesserung einer Zeile. - Erschienen 1856 in "Neue Gedichte" (Stuttgart, Cotta). - An einem Rand rückseitig Spuren ehemaliger Montage.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 227)


Nachverkaufspreis
€ 120   (US$ 136)

(Verfügbarkeit erfragen!)

Genlis, Félicité Comtesse de
Brief 1794

Los 2359

Genlis, Félicité du Crest de Saint Aubin, Comtesse de, franz. Schriftstellerin von enormer Produktivität, katholisch geprägte Gegnerin Voltaires und der Madame de Stael (1746-1830). Eigh. Brief m. U. "votre très humble et très obéisante [!] servante ducrest-genlis". 12/3 S. 4to. O. O. 10.X.1794.

Während des abschwellenden "terreur" der französischen Revolution an den englischen Politiker Sir Abraham Hume (1729-1838) in London, den sie in einem umfangreichen Brief um Rettung, Verwaltung und Anlage ihres Vermögens bittet, nachdem er sich schon bei früheren England-Reisen der Comtesse hilfreich gezeigt hatte. Für den Fall, daß sie sich in Frankreich verschulden müsse, soll ihr Geld für ihre Kinder gesichert und verteilt werden. "... je ne veux rien pour moi de l’affeux héritage dont il est question, je ne pouvais consentir à en prendre une très légère portée que dans le cas où des événemens imprévus me forceroient à contracter quelques dettes, chose qui j’en suis certaine n’arrivera pas; ainsi je veux réserver ce qui peut me revenir pour mes enfans. en même tems voulant avoir la consolation d’en faire un don de la manière qui me conviendra, soit à ma fille si elle perd sa fortune soit à celui de mes petits enfans que je voudrai avantager, je desire que la partion qui doit me revenir par la loi me soit assurée solidament, et je m’en rapporte entièrement à cet égard à ce que vous jugerez nécessaire à cet effet ... je vous demande donc, my dear Sir, de faire assurer ma propriété, et la sureté de ce dépot. si pour cela il est nécessaire qu’il soit administré en mon nom, ayez la bonté de me mander ce que je dois faire à cet égard. comme vous avez ma procuration je vous supplie de toucher ce que me revient, et la part de l’enfant de ma fille ainée, de placer le tout de manière que le fond ne soit pas mort, et produire un intérêt que vous voudrez bien toucher et placer à mesure et de continuer ainsi jusqu’à ce que ma fille avec un acte de donnation de moi ... je suis étonnée que dans cette affaire on n’ait pas demandé mon contrat de mariage ... je crois que je paurois l’avoir, en voici les termes: 6 mille livres de rentes viagères, quarante mille francs d’argent comptant reconnus comme dot, trente mille francs de bijoux et pour le deuil un logement, et communauté dans le mobilier ...". - Abschließend kommt sie auf ihren neuesten Roman zu sprechen: "... je fais imprimer dans ce moment un ouvrage en deux gros volumes fini il y a un an. il est de pur agrément et je crois le moins mauvais que j’aie fait, c’est un roman historique il a pr titre Les chevaliers du cygne ou La cour de charlemagne. je tâche par d’éclatans exemples tirer de l’histoire de rappeller aux sentimens de justice d’humanité et de générosité si méconnus surtout depuis deux ans. je voudrais faire hommage de cet ouvrage à Lady Hume, j’attache tout de prix à son suffrage et au vôtre que je désire que le 1er exemplaire envoyé à Londres soit lu par elle et par vous. indiquéz moi je vous prie le moyen de vous le faire parvenir surement."


Schätzpreis
€ 200   (US$ 227)


Zuschlag
€ 240 (US$ 273)



Bertram, Ernst
7 Gedichtmanuskripte, 3 Begleitschreiben

Los 2360

George-Kreis. - Bertram, Ernst, Dichter und Schriftsteller, Germanistik-Professor in Köln (1884-1957). Eigh. Gedicht-Zyklus mit Namenszug "Ernst Bertram" auf dem Titel sowie 3 eigh. Begleitschreiben m. U. "Ernst Bertram". Zus. 13 S. auf 11 Bl. Gr. 8vo und 8vo. Köln 1950-1951.

"Sieben Radierungen". Titelblatt und 7 Bl. mit je 1 betitelten Gedicht: Bild der Ahnin; Geliebtes Antlitz; Venezianisches Bildnis; Frauenbildnis; 'An die Schönheit'; Chinesischer Meister I und II. - Dazu 2 Briefe und 1 Postkarte an B. Martin, Redakteur der Zeitschrift "Neue Schau" in Kassel, der Bertrams Gedichte drucken wollte und dazu ein Probeheft übersandt hatte. Bertram bedankt sich (12.X.1950); besonderes bereitete ihm "die Fraktur eine besondere Freude - ihre Wiederherstellung sollte uns allen am Herzen liegen, was einer gelegentlichen schönen Antiqua ... ja gar nicht widerstreitet ... übersende ich auf Ihren Wunsch zwei kleine Beiträge ('Radierungen'; 'Spruchgedichte') und will inzwischen versuchen, auch an Prosa einiges für Sie auszuwählen ...". Ferner über den Verleger Seekamp in Bremen. - Am 6.XI. fordert er auf einer Postkarte Korrekturfahnen an, und am 14.III.1951 schickt er endlich die Korrekturen ab, mit dem Bemerken: "... Ich bin, wie schon beim vorigen Heft, betrübt über die kalte und häßliche Antiqua, während doch Ihr ganzes Heft in so schöner deutscher Schrift erscheint. Was soll dieses lieblose Aussehen? Auch machten sich die Gedichte auf der letzten (Umschlag-) Seite nicht gut. Ich bitte, wenn irgend möglich, die Gedichte in Fraktur zu setzen (etwas weniger eng wäre schön gewesen, mitten im Heft - warum muß es eine Seite sein durchaus?). Ich kann Ihnen sonst die größeren Beiträge nicht mehr schicken. Wir haben alle die Pflicht, unsre schöne 500jährige deutsche Fraktur ... zu verteidigen, auch gegen den ... Ukas Hitlers vom März 1941, der die Antiqua befahl ...". - Das Titelblatt zu den Gedichten und 1 Brief mit Büroklammer-Rostspur; sonst alles gut erhalten.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 570)


Nachverkaufspreis
€ 350   (US$ 398)

(Verfügbarkeit erfragen!)

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