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Hauptbild Beschreibung Status
Gerstäcker, Friedrich
Gutachten 1847 über das Elend im Erzgebirge

Los 2041

Über Armut und Auswanderung im Erzgebirge
Gerstäcker, Friedrich, weit gereister Schriftsteller und Abenteurer, authentischer Schilderer Amerikas und Asiens (1816-1872). Eigh. Gutachten in Briefform m. U. "Friedrich Gerstäcker". 91/2 S., eng beschrieben. Folio. O. O. u. J. (wohl Dresden 1847).

Wohl an einen sächsischen Minister ("Excellenz"). In dessen, also amtlichem Auftrag erstelltes, sehr umfangreiches Gutachten des Experten für Emigration über Armut und Elend der durch die englische Industrieware brotlos gewordene Spitzenklöppler-Bevölkerung des Erzgebirges und Möglichkeiten der Besserung durch organisierte Auswanderung. Auf mehr als neun Folioseiten schildert Gerstäcker in eindringlicher Weise die dortigen Verhältnisse und stellt Überlegungen an, wie nicht etwa durch Investitionen im Land, sondern durch staatlich gelenkte Auswanderung Abhilfe geschaffen werden könnte. "... Ich bin fest davon überzeugt, daß der Noth und dem nackten Elend unseres Erzgebirges auf keine andere Art möglicher Weise abgeholfen werden kann, als durch eine Auswanderung, und zwar Auswanderung nach einem großartigen allgemeinen Plan, der von der Regierung selbst, ausgehen und geleitet werden müßte. Das Geschlecht jener Gebirge ist durch Noth und Mangel langer Leidensjahre entnervt und erschlafft und die ungeheuere Bevölkerung jenes armen Landstrichs hat es, trotz allen und gewiß in vieler Hinsicht segensreichen Bemühungen der Regierung, zur Unmöglichkeit gemacht, so auf die Erziehung der heranwachsenden Jugend einwirken zu können, um die unwissende Masse aus ihrer Lethargie aufrütteln, und mit dem jetzt rasend schnell weiter treibenden Leben fortreißen zu können. In seine Berge eingeschlossen, deren Horizont ihm die Welt scheint, verbrütet der Gebirger seine Tage, und kommt er je einmal hinaus in's flache Land, treibt ihn die entsetzlichste Noth dazu, den heimischen Heerd zu verlassen, so sieht er sich, seiner Ungeschicklichkeit, seines linkischen Benehmens wegen, bald verlacht ... Es ist denn auch, meiner Ansicht nach, mehr die geistige Stumpfheit, die den Armen gleichsam in den Fluch seiner Umgebung bannt, und es würde den angestrengtesten Bemühungen des Staates sicherlich nur nach langen langen Jahren und mit ungeheueren Opfern - wenn überhaupt - je gelingen ihn soweit heranzubilden, um diese Art von Wahnsinn ... zu besiegen. Die Noth ist dort aber gegenwärtig zu einer Höhe gestiegen, die jeden Menschenfreund mit größter Besorgniß erfüllen muß. Die Arbeiter jener Districkte, denen das englische Fabrikwesen eine so fürchterliche und nicht zu bekämpfende Concurrenz eröffnet hat, gehen nicht einmal mehr mit langsamen Schritten, nein sie fliegen förmlich ihrem Verderben entgegen ...".
Kommt dann auf die Teuerung, die Lebensmittelpreise und die Lohnentwicklung der Jahre 1846 und 1847 zu sprechen und fürchtet Schlimmstes bei einer neuen Teuerung: "... wenn dann die Unglücklichen mit den heruntergedrückten Löhnen nicht einmal mehr im Stande sind ihr elendes Leben zu fristen, und nun gänzlich vom Staat erhalten werden müssen, wenn sie nicht elendiglich verderben sollen, denn eine Empörung gegen das Bestehende ist von diesem Geschlecht nicht zu fürchten, sie würden, ohne eine Hand für sich selbst zu heben, von ihren Klöppelstühlen fallen und sterben. Allerdings tragen die sogenannten Facktoren große Schuld an dem Elend der Armen ... Sie drücken die Preise mehr und mehr herunter und zwar gewaltsam herunter, indem sich der unglückliche Klöppler, der seine Arbeit augenblicklich verkaufen muß, um nur das nothwendigste Brod zu haben, gezwungen sieht, ihren oft niederträchtigen Bedingungen zu fügen. Auch das scheußliche Trucksystem fängt an von Einigen dieser Händler wieder eingeführt zu werden ...". Berichtet dann von einem solchen Händler in Großgöhlen, "der die armen Kinder großen Theils mit Waaren ablohnen soll, die sie für einen Spottpreis wieder verkaufen müssen. Als ich in Breitenbaum war, kam auch ein kleines Mädchen und bat die Pastorinn dort um Gotteswillen ihr ein Stückchen Cattun, das sie um sieben Groschen hatte annehmen müssen, wieder abzukaufen, da sie sonst nicht wüßte, wovon sie leben sollten ...

Hier, in diesem fürchterlichen endlosen Jammer, ist es nur die Auswanderung, die helfen, die retten kann. Mir brach fast das Herz, als ich in die Hütten der Elenden trat, als ich die Jammergestalten sah, die hier vergingen und verdarben und mir nun sagen mußte 'dort, dort liegt ein Land, in dem Alle - alle diese glücklich werden könnten - gar nicht so weit entfernt, dehnt es sich mit seinen fruchtbaren Flächen und Wäldern aus - für alle eine Heimath, aber - sie können es nicht erreichen ...". Geht nun sehr ausführlich auf die Vorzüge dieser neuen Heimat Amerika und auf die Organisation der Massen-Auswanderung ein, wobei er mehrmals den 1846 erschienenen "Rathgeber für Auswanderungslustige" von Traugott Bromme zitiert und dazu bemerkt: "Herr Bromme kennt allerdings Amerika, durch einen längeren Aufenthalt daselbst, genau genug, und weiß ebenso gut wie ich, von wie segensreicher Folge eine Uebersiedlung der Proletarier dorthin, nicht allein für die Uebersiedelten, sondern auch für die, durch Hinwegschaffung so bedeutender Concurrenz sich freier regenden Zurückbleibenden sein würde, aber er scheint die Menge unserer Proletarier nicht in's Auge gefaßt zu haben, er hat noch keinen Blick in das massenhafte Elend der Armen gethan, er würde sonst nicht von 800-1000 Auswanderern für ganz Deutschland reden, wo, meiner Meinung nach, 20.000 allein aus dem Erzgebirge fortgeschafft werden müßten ... Meiner Ansicht nach müßten, besonders aus dem Klöppeldistrickt, da gerade das Klöppeln seine Opfer dem gewissen Verderben entgegentreibt, zwanzig tausend Arme, und zwar keineswegs durch Vereine, deren Kräfte das weit übersteigen würde, nein, durch die Regierung selbst, nach Nord Amerika übersiedelt ... werden ...". Stellt dann sehr ausführlich die Vorteile und Segnungen der Ansiedlung in Amerika den Zuständen und aussichtslosen Prognosen im Erzgebirge gegenüber, erinnert an die Entwicklung der sozialen und politischen Verhältnisse in Sachsen und ruft dazu auf, von Regierungsseite zum Wohle des sächsischen Volkes die Auswanderung zu organisieren und zunächst einmal 1 Million Taler zu Verfügung zu stellen, 50 Taler für jeden Emigranten. Auch der moralische Gewinn, den sich die sächsische Regierung durch diese Maßnahme erwerbe, sei nicht zu unterschätzen. "... Das, Excellenz, ist nur der kurze Entwurf eines großen Werkes, und gebe Gott, daß er Ihnen zum Herzen spricht ...". - Der Plan blieb natürlich Wunschtraum, und die Revolution im nächsten Jahr nahm die öffentliche Aufmerksamkeit erst einmal anderweitig gefangen. - Höchst bedeutende Quelle zur Sozialgeschichte Deutschlands im allgemeinen und des Erzgebirges im Besonderen sowie der Auswanderer-Bewegung am Vorabend der 1848er Revolution.

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.900)


Zuschlag
€ 13.000 (US$ 15.340)


Gervinus, Georg Gottfried
Brief 1860

Los 2042

Gervinus, Georg Gottfried, Literaturwissenschaftler, liberaler Historiker und Politiker, einer der „Göttinger Sieben" (1805-1871). Eigh. Brief m. U. „Dr. Gervinus". 11/2 S., in winziger Schrift. Mit blindgepr. Monogramm. Gr. 8vo. Heidelberg 8.III.1860.

Politischer Brief an den Coburger Diplomaten Christian Frhr. von Stockmar (1787-1863), einflußreicher Staatsmann, enger Berater und Freund von Königin Viktoria und Prinz Albert von Großbritannien. Gervinus, kämpferisch wie in alten Zeiten, versendet ein Zirkular mit dem Ziel, die "Deutsche Zeitung", die in den 40er Jahren unter seiner Redaktion zu einem wichtigen und einflußreichen Sprachrohr der gemäßigten Liberalen in Deutschland geworden war, wieder aufleben zu lassen. "... Das Projekt, das die Beilage betrifft, wird sie an frühere Zeiten erinnern und sie wahrscheinlich lächeln machen. Mir aber ist es ein bitterer Ernst damit. Mich läßt es nicht schlafen zu sehen, in welchen trübseligen Wahn dieß unberathene Volk seit vorigem Jahre hineingestürzt ist und wie die Presse nicht ruht, diese Bethörungen zu unterhalten. Ich habe alle Lust und den besten Wunsch, mich aller Wuth und alter Bosheit blos zu stellen, um hier im Süden dem verderblichen Wirken der Allg. Zeitung entgegen zu arbeiten und dem Austriacismus wie der Franzosenfresserei gleichmässig die Stirn zu zeigen ... Ich mache mir nicht die geringsten Illusionen, dass es nur ein Versuch ist, den wir mit dem Circulare machen, und daß er scheitern kann. Die Zeit kreist mit mancherlei großen Dingen, aber die Geburtsstunde scheint noch fern zu liegen; es ist bei aller Bewegung eine seltsame Lähmung da; und ich könnte mir denken, daß unser Entwurf an den bloßen Befürchtungen vor aller Entschiedenheit scheitern könnte. Käme er doch zur Ausführung, so dürfte ich wohl seiner Zeit ... vor Ihnen erscheinen, um mir guten Rath zu guten Verbindungen zu holen ...". Von Stockmar erhoffe er sich die nötige Unterstützung für sein Unternehmen. Aber es blieb bei dem "Versuch". - Gervinus war 1848 Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung gewesen und hatte sich dort für die Einigung Deutschlands unter preußischer Führung eingesetzt. Nach dem Scheitern der Revolution wandte er sich seinem wissenschaftlichen Hauptwerk, der 8bändigen "Geschichte des 19. Jahrhunderts" zu.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 354)


Zuschlag
€ 240 (US$ 283)


Goethe, Johann Wolfgang von
Illustr. Albumblatt 1826

Los 2043

Goethe, Johann Wolfgang von, Dichter und Staatsmann (1749-1832). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "JW Goethe" und Datum. Geschrieben unter einem koloriertem Kupferstich. 19,5 x 13 cm. Weimar 30.III.1826.

Unter der kolorierten Abbildung eines schwebenden Genius, der zur Erdkugel unter sich und zum Himmel über sich zeigt, hat Goethe die 4 Anfangszeilen eines 1826 entstandenen Gedichtes geschrieben: "Zwischen oben, zwischen unten / Schweb ich hin zu muntrer Schau; / Ich ergötze mich am Bunten, / Ich erquicke mich am Blau." - Das Bildchen gehörte zu den Emblemen, die Goethe bei der Jubiläumsfeier Carl Augusts am 3. September 1825 an seinem Hause angebracht hatte. Im darauffolgenden Jahr schrieb er erläuternde Sprüche dazu und benutzte mit diesen Emblemen illustrierte, gestochene Blätter, mit Text versehen, als Albumblätter und zur Versendung an Freunde. Am Tag der Entstehung des vorliegenden Blattes empfing Goethe den Besuch des J. N. Hummel-Schülers Ferdinand Hiller.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 14.160)


Zuschlag
€ 23.000 (US$ 27.140)


Carl Friedrich, Großherzog von Sachsen-Weimar
Brief 1835

Los 2044

Goethekreis. - Carl Friedrich, Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach (1783-1853). Brief m. U. "Charles Frédéric Grand Duc de Saxe". In franz. Sprache. 2/3 S. 4to. Weimar 26.XII.1835.

Sehr freundlicher Brief an die hervorragende Violinistin Regina Schlick, geb. Strina-Sacchi, deren Sohn Johann Friedrich Wilhelm Schlick (Violoncellist der Dresdener Hofkapelle und Instrumentenbauer, 1801-1874) ein Konzert in Weimar gegeben hatte. "... J'ai été bien faché d'être privé du plaisir d'entendre le concert que Mr Votre fils avoit l'intention de donner ici dans le courant de l'Automne. Mais lors de son arrivée à Weimar, mon départ de cette ville m'a empêché de jouir de cet agrément. Cela m'a été très pénible de ne pas pouvoir satisfaire à la prière que vous m'aviez adressé à cet égard ...". - Mozart hat bekanntlich seine große Sonate in B-dur für Regina Strina-Sacchi geschrieben. - Gleichmäßig etwas gebräunt; Erhaltungsmängel durch (teils unterlegte) Faltenrisse.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 177)


Zuschlag
€ 190 (US$ 224)


Eckermann, Johann Peter
Brief 1832 über Goethe

Los 2045

Eckermann über Goethe
- Eckermann, Johann Peter, Schriftsteller, Goethes enger Vertrauter und Mitarbeiter, Herausgeber seiner berühmten "Gespräche mit Goethe" (1792-1854). Eigh. Brief m. U. "Eckermann". 2 S. 4to. Weimar 13.IV.1832.

Nach Goethes Tod an (die nicht genannte) Emilie von Spiegel, geb. von Stolberg, die Gemahlin des Ober-Hofmarschalls Carl Emil Freiherrn Spiegel von und zu Pickelsheim, der von 1828-1847 die Leitung des Weimarer Hoftheaters innehatte. Eckermann schreibt ihr: "Auszug aus meinem Tagebuche. Goethe erzählte bey Tisch, daß der junge Herr v. Spiegel ihn besucht und ihm über die Maßen wohl gefallen. 'Er ist ein sehr hübscher junger Mann, sagte Goethe, und er hat in seiner Art, in seinem Benehmen ein Etwas woran man sogleich den Edelmann erkennet. Seine Abkunft könnte er ebensowenig verleugnen, als jemand einen höheren Geist verleugnen könnte. Denn Beydes, Geburt und Geist, geben dem der sie einmal besitzet ein Gepräge [...].' Ich kam nicht umhin, Ihnen gnädige Frau, Vorstehendes mitzutheilen. Denn da Goethes Worte schon für mich ein solches Intereße hatten daß ich sie aufschrieb, so dürften sie für die Mutter des jungen Mannes über den er sie aussprach, von noch höherer Bedeutung seyn ...". - Der junge Karl von Spiegel hatte Goethe am 25. Februar dieses Jahres besucht; am 22. März war der Dichter gestorben. - Es dürfte sich hier um eines der ersten von Eckermann bekannt gemachten Zitate aus seinen "Gesprächen mit Goethe" handeln. Bis auf geringfügige Abweichungen entspricht der Text bereits weitestgehend dem späteren Abdruck in den "Gesprächen" (vgl. die Ausgabe von H. H. Houben, 1948, S. 403).

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.124)


Zuschlag
€ 3.500 (US$ 4.130)


Herder, Johann Gottfried
Brief 1787

Los 2046

- Herder, Johann Gottfried von, Dichter, Sprachforscher und Philosoph, der große "Anreger" der deutschen Klassik (1744-1803). Eigh. Brief m. U. "Herder". 2 S. Kl. 4to. Weimar 11.VI.1787.

An Georg Joachim Göschen, den Verleger von Goethes erster rechtmäßiger Gesamtausgabe in 8 Bänden, dem Herder für das ihm "zugesandte Geschenk des Ex. der Göthischen Schriften", nämlich der ersten 4 Bände, seinen "verbindlichsten Dank" ausspricht, aber zugleich bemängelt: "... Mich dauert es sehr, daß in so Manchem die Ausgabe nicht so ausgefallen ist, als ich aus warmem Eifer für den Verf. u. den Werth der Schriften selbst wünschte. Indessen sind über geschehene Misfälle die spätern Worte vergeblich. - Unter den Subscribenten, die ich Euer Hochedelgeb. durch Hrn. C. R. Bertuch zu übersenden die Ehre hatte, befinden sich auch H. Mag. Münter in Coppenh. / H. Graf Thun in Prag / H. Stingel von Stingelsheim [recte: Stingelheim] eben daselbst, an welche ich die Ex. zu senden keine Gelegenheit habe ...". Bittet Göschen, die Exemplare selbst durch Buchhändler ausliefern zu lassen. - Da Goethe seine Italienreise im Herbst 1786 angetreten hatte - auch zur Fertigstellung seiner Werke - betreute Herder den Druck. Goethe berichtet in seiner "Italiänischen Reise" über die Edition: "Ich hatte nach Karlsbad meine sämtlichen Schriften mitgenommen, um die von Göschen zu besorgende Ausgabe schließlich zusammen zu stellen. Vogel begleitete mich auch diessmal, um mir durch seine Fertigkeit beizustehen. Dadurch ward ich in den Stand gesetzt, die vier ersten Bände, unter der treusten Mitwirkung Herders, an den Verleger abzusenden". - Auf dem oberen Rand der 2. Seite Göschens Empfangsvermerk.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.124)


Zuschlag
€ 3.200 (US$ 3.776)


Maria Pawlowna, Großherzogin von Sachsen-Weimar
Brief 1855

Los 2047

Über den Krimkrieg
- Maria Pawlowna, Großherzogin von Sachsen-Weimar, Witwe des Großherzogs Karl Friedrich, geb. Großfürstin von Russland (1786-1859). Brief m. U. "Marie GD de Russie et de Saxe". In franz. Sprache. 11/2 S. Gr. 4to. Weimar 12./24.II.1855.

An einen der von ihr sehr geschätzten Brüder Grimm, der ihr zum Namenstag gratuliert und ihr, anläßlich des Krimkrieges, Lektüre über die Halbinsel Krim empfohlen hatte. "... Quant aux publications, donc vous faites mention dans votre lettre, je les ai parcouru avec d'autant plus d'intérêt, que ne connaissant pas la Crimée par moi-même, toute description d'elle m'instruit et me donne une idée plus claire de la contrée, le théatre de la guerre actuelle, du courage et de la vaillance de nos braves défenseurs. Dieu veuille qu'une paix honorable finisse bientôt cette cruelle lutte ...". - Nach der Entlassung der "Göttinger Sieben" hatte sich Maria Pawlowna vergeblich dafür eingesetzt, die Brüder Grimm nach Weimar zu holen. - Faltenrisse.

Schätzpreis
€ 250   (US$ 295)


Zuschlag
€ 550 (US$ 649)


Voß, Heinrich
Brief 1803

Los 2048

- Voß, Heinrich, Philologe, Sohn des Hainbund-Dichters und Homer-Übersetzers Johann Heinrich Voß, ab 1806 Professor für griechische Literatur in Heidelberg (1779-1822). Eigh. Brief m. U. "Heinrich Voß". 3 S. 8vo. Jena 9.XII.1803.

An seinen Freund Gabriel Gottfried Bredow (1773-1814), seit dem Abgang von J. H. Voß Rektor des Gymnasiums in Eutin. Da Bredow eine Professur in Helmstedt annehmen wollte, bemühte sich Heinrich Voß, der gerade sein Studium in Jena abgeschlossen hatte, mit Hilfe seines Vaters um Bredows Nachfolge in Eutin. Heinrich erörtert diese Situation und kommt dann auch auf die Jenaische "Allgemeine Litteraturzeitung" und ihren Herausgeber Eichstädt zu sprechen. "... Ich habe Ihren Vorschlag mit meinem Vater durchdacht, und Sie sehen die Früchte davon in den Briefen an den Fürsten, Holmer und Götschel. Gott gebe, daß unsere heißen Wünsche erfüllt werden - dann wäre die Rectorstelle mein ... Das erste Gefühl beim Lesen Ihres Briefes war eine bange Freude, die mir durch alle Glieder zuckte. Aber ohne meinen Vater wäre sie in Schüchternheit übergegangen. Ich fühlte mich zu geringe gegen meine Vorgänger. Aber ich habe Mut und Selbstvertraun, und durch sie wird das schwerste leicht. Ihre Aufmunterung und Hellwags freundschaftliche Aeußerung waren nicht wenig schmeichelhaft für mich ... Mein Vater hat mit an den Fürsten und Holmer geschrieben. Seine Fürsprache muß das meiste thun, da ich ersterem völlig unbekannt, letzterem nur als Knabe bekannt bin. Vielleicht kömmt es mir jezt auch zu Statten, daß ich meines Vaters Sohn bin. - Wichtig wird mir diese Bewerbung immer sein, auch wenn ich die Stelle nicht erhalte ... durch den Eifer den sie in mir zum Arbeiten erregt hat ... Daß Eichstädt fürs erste einen Arbeiter an Ihnen verliehrt wird ihm für seine Zeitung leid thun. Aber Sie werden zurückkehren. Auch versprechen Sie ja eine Recension noch vor Weihnachten zu schreiben. Er selbst tummelt sich noch in der mechanischen Anordnung herum, sehnt sich aber nach der Ruhe, die ihm zu eigenen Arbeiten im philologischen Fache nöthig ist. Denken Sie, auch mein Vater will Beiträge geben, und zwar eine Anzeige Klopstockischen Gespräche fürs erste. Dem Schütz gönne ich ein recht eigentliches pereat, wegen seiner Anmaßung und Planmacherei. Die preußische Zeitung wird gewiß sinken. Schütz fürchtet es selbst, sonst hätte er nicht so darauf gedrungen, die jenaische Zeitung als ein ausheimisches Fabrikat durch einen Cabinetsbeschluß verbieten zu lassen ...". - Die vierte Seite ist zur Hälfte noch mit einer Nachschrift von Heinrichs Mutter Ernestine Voß gefüllt: "Ein paar Augenblik sind mir noch übrig geblieben Lieber Bredo [sic], die muß ich anwenden, um Ihnen unsern herzlichsten Glückwunsch zu Ihrer Versezung zu bringen. Jawohl halten wir es mit Ihnen für ein Glük daß Sie kein Bedenken tragen mußten, gleich anzunehmen. Wir wagen nicht ganz ohne Hofnung den Versuch zu dem Sie Heinrich aufmuntern, es würde uns sehr glüklich machen wenn es gelänge. Das dachten wir nicht, daß wir uns in Helmstedt zuerst wieder sehen würden, den nun besuchen wir Sie im Frühling ganz gewiß. Voß grüßt herzlich mit mir Sie und Ihre Liebe Frau, und wir segnen den Neugebohrnen. Ihre Freundin E. Voß." - Heinrich Voß hoffte vergeblich auf die Eutiner und andere Stellen, so daß sich schließlich Goethe für ihn einsetzte und ihm eine Lehrerstelle am Weimarer Gymnasium verschaffte, bis er 1806 als außerordentlicher Professor in Heidelberg antreten konnte. - Die erste Seite etwas fleckig.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 354)


Zuschlag
€ 320 (US$ 377)


Nachdruck-Verbot für Goethes Werke
Wiener Umlaufbogen

Los 2049

- Nachdruck-Verbot für die Ausgabe letzter Hand von Goethes Sämtlichen Werken. Handschriftl. Umlaufbogen des Magistrats der Stadt Wien an die dortigen Buchdrucker. Mit dem Vermerk "Gelesen" von 22 Buchdruckern unterzeichnet. 2 S. Auf grauem Konzeptpapier. Mit Siegelresten. Folio. Wien 6.X.1825.

Bedeutendes Dokument zur Druckgeschichte von Goethes Werken und zur Geschichte des Nachdrucks überhaupt. Nach üblen Erfahrungen mit Raubdrucken seiner Werke (an dem Wiener Nachdruck der 26bändigen Werkausgabe 1815-1819 war sogar Cotta beteiligt) hatte sich Goethe über den Herzog Carl August bemüht, für seine Werkausgabe letzter Hand ein Generalprivileg gegen den Nachdruck auf dem gesamten Gebiet des Deutschen Bundes zu erreichen. Das gelang auch, und so wurden vielerorts - wie hier in Wien - die Buchdrucker aufgefordert, das Nachdruckverbot zu lesen, zu unterzeichnen und einem für das Einsammeln delegierten Drucker zu übersenden. Auf vorliegendem Rundbrief schreibt der Wiener Magistrat: "... Nach Innhalt des hohen Hofkanzleydekrets v. 30ten Aug. d. J. haben Se Majestät mit höchster Entschließung v. 23ten des nämlichen Monats geruht, dem großherzogl: sächs: Weimarischen Staatsminister Herrn v. Göthe ein Privilegium gegen den Nachdruck der von ihm veranstalteten neuen Ausgabe seiner sämmtl. Werke auf dem ganzen Umfange der österr. Monarchie zu bewilligen ...". Der Drucker Philipp Bauer als gewählter Vertreter des Buchdrucker-Ausschusses soll die Unterschriften zur Kenntnisnahme der Verordnung einsammeln. Folglich finden sich auf dem an Bauer adressierten Bogen die eigh. Signaturen von 22 Buchhandels- oder Druckereivertretern Wiens, darunter Bauer selbst sowie Wallishausser, Carl Gerold, v. Ghelen, Anton Schmid, Hirschfeld und viele andere. - Der Erlaß war bahnbrechend für die Entwicklung des Urheberrechts, auch wenn man außerhalb des Deutschen Bundes, z. B. in der Schweiz, sich nicht daran zu halten brauchte.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.770)


Nachverkaufspreis
€ 1.000   (US$ 1.180)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Goncourt, Edmond de
Brief 1894

Los 2050

Goncourt, Edmond de, franz. Schriftsteller, gilt gemeinsam mit seinem Bruder als Mitbegründer des literar. Naturalismus, Namensgeber des "Prix Goncourt" (1822-1896). Eigh. Brief m. U. "Edmond de Goncourt". 2 S. Auf grauem Papier. Kl. 8vo. (Paris) 10.X.1894.

An die Übersetzerin Emma Adler in Wien. "... C'est à la fois delicat et outrecuidant de dire par soi-même: C'est moi qui a inventé le naturalisme; Germinie Lacenteux (1864) a paru douze ans avant l'Assommoir (1877) et l'Assommoir et tous les romans naturalistes pendant vingt cinq ans descendent de Germinie Lacenteux. - Il n'y a aucun autre que l'auteur qui puisse proclamer cette vérité que vous voulez bien reconnaitre louangeusement dans votre lettre et je crois le plus sincèrement pour le succés du livre en Allemagne que ce qu'il y aurait de mieux serais de vous charger de la préface que vous me demandez, ce serait simplement une seconde édition de votre lettre avec un peu plus de développements. Je vous envoie les portraits demandés: celui de mon frère à 25 ans (je n'en ai pas d'une date posterieure), le mien à 70 ans. Il serait bon pour votre traduction de paraître dans le courant de Janvier où doit être joué à Vienne la Faustin ...". - Es handelt sich um eine Bühnen-Adaption von Edmond de Goncourts Roman "Juliette Faustin". - Der Roman "L'Assommoir" (Der Totschläger) stammt von Emile Zola.

Schätzpreis
€ 250   (US$ 295)


Nachverkaufspreis
€ 150   (US$ 177)

(Verfügbarkeit erfragen!)

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