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Katalog Bibliotheca Scholastica » zur Buchabteilung
Bibliotheca Scholastica Auktion 113, Mi., 17. Apr., 15.00 Uhr


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Los 1013 Antoninus Florentinus
Summa theologica.
Im Nachverkauf
1013


Antoninus Florentinus. Summa theologica. Mit Tabula von Johannes Molitoris. 5 Teile in 4 Bänden. 185; 239; 319; 255; 97 nn. Bl. (jeweils ohne die zus. 7 w. Bl.), 2 Spalten. 71 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 29,5 x 18,5 cm. Format: ca. 41 x 28 cm. Band III mit einer großen 20-zeiligen belebten Initiale sowie vier 5-8-zeiligen Initialen, in Rot, Blau, Grün und Violett, jeweils mit über die Kolumne ausgreifendem Federwerk, sonst leere Kapitalspatien. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (Teil III) über schweren Holzdeckeln mit 8 (von 10) Messingbuckeln und 2 jeweils dreiteiligen Messingschließen, teils im Stil d. Z. (1 Schließband erneuert; Kapital eingerissen, unteres abgeschürft, beschabt und bestoßen, jedoch nur geringe Bezugsfehlstellen) sowie Pergament (Teile I-II und IV mit der "Tabula") mit Pergamentbezug unter Verwendung einer liturgischen Notenhandschrift um 1450 mit Federwerkinitialen in Rot und Blau sowie romanischer Quadratnotation, mit spanischen Kanten und älterem RSchild des 18. Jahrhunderts. Nürnberg, Anton Koberger, 1486-1487.

Hain 1246. Copinger 518. GW 2189. Goff A-875. Proctor 2052. Pellechet 883. Borm 182. Collijn 740. Collijn. Finger 67-69. Hubay 146. Hummel-Wilhelmi 60. Jaspers 23. Krüger A. 41. AAA. 4. Madsen 2809. Ohly-Sack 213. Sack 231. 232. Schlechter-Ries 97. Sheehan A-369. Wilhelmi 631. Zedler 53. BMC II, 430. BSB-Ink A-598. ÖNB-Ink A-359. CBB 269. CIH 253. IBE 437. IBP 421. IDL 357. IGI 693. ISTC ia00875000. – Monumentalausgabe der gesamten theologischen Werke, der Sittenlehre des Antonius Florentinus (1389-1459). Die zweite von Anton Koberger gedruckte Ausgabe, insgesamt die fünfte Gesamtausgabe. Antoninus Pierozzi, genannt Florentinus (1389-1459), wurde in Florenz geboren und trat mit 16 Jahren in den Dominikanerorden ein. Er wirkte als Ordensmann in Cortona, Fiesole, Neapel und Rom. 1436 gründete er das berühmte Kloster San Marco in Florenz und wenig später die noch heute bestehende Gesellschaft "Buonomini di San Martino", die "guten Männer vom heiligen Martin". Ab 1446 war er als Erzbischof von Florenz tätig.
Antoninus wurde vor allem für seine Güte und Aufopferungsbereitschaft geschätzt. Insbesondere als Florenz in kurzer Periode zunächst von einer Pestepidemie, dann von einer Hungersnot und schließlich von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde, wurde Antoninus als Wohltäter der Armen bekannt. 1523 sprach Papst Hadrian VI. Antoninus heilig.

Insgesamt erschienen innerhalb dieser Ausgabe vier Teile und die "Tabula" des Frühhumanisten Johannes Molitoris (gest. 1491). Diese Bände gelten als eines der monumentalsten Druckwerke des Nürnbergers Anton Koberger (1440-1513). Anhand der Datierungen der Bände erschließt sich, welchen Aufwand ein derartiger umfangreicher Druck für den Drucker bedeutete. Hiernach hat dieses Projekt bis zur kompletten Fertigstellung über ein Jahr gedauert. Die fünf Teile datieren im Einzelnen: Teil I: 17. Juli 1486. Teil II: 28. August 1486. Teil III: 18. November 1486. Teil IV: 12. Februar 1487. Teil V: 23. Juli 1486 (Tabula). Die erste Koberger-Ausgabe war zwischen dem 10. Oktober 1477 und dem 29. April 1479 erschienen. – Es fehlen jeweils in den Teilein I-IIV ein das erste weiße Blatt sowie in der "Tabula" das erste und die beiden letzten weißen, der Text ist überall vollständig erhalten. Es ergibt sich die Kollation der Einzelbände und Lagensignaturen:
Teil I:
185 (von 186) nn. Blätter (ohne das e. w. Blatt) Lagen [a2-8 b-g8; h6; i8; k-z A-D4; E1-7]. - Teil II: 239 (von 240) nn. Blätter (ohne das e. w. Blatt) Lagen [a2-8; b-z A-M6; N8; O-P6; Q8]. - Teil III: 319 nn. Blätter (ohne das le. w. Bl., d. e. w. vorhanden). Lagen: [a-z A-Zaa-ff6; gg1-7]. - Teil IV: 255 (von 256) nn. Blätter (ohne d. e. w. Blatt). Lagen [a8; b-z A-S6; T8]. - Teil V: 97 (von 100) nn. Blätter(ohne das erste und die letzten beiden weißen Blätter). Lagen: [a8; b-p6; q8].
Insgesamt in sehr gutem Zustand, kraftvoller Druck auf festem Papier, breitrandig und weiß sowie meist sehr sauber und frisch. Vereinzelte Wurmlöchlein und Feuchtränder (die letzten Lagen in den ersten beiden Teilen etwas feuchtrandig, im dritten Teil auch am Anfang), einige Wurmstiche, Ränder teils etwas angestaubt und fleckig, hier und da wenige ältere Marginalien. Erstes Blatt des ersten Teils etwas fingerfleckig, der zweite Teil mit sehr guten kleinen Randansetzungen (erstes und letzte acht Blätter), dritter Teil dito (die ersten 6 und letzten 10 Blätter mit Läsuren). In Teil IV ist das erste Blatt fingerfleckig, kleine Wurmlöchlein im Block, die "Tabula" ebenso mit Wurmlöchlein, die letzten beiden Blätter mit professionell reparierten Fehlstellen am rechten Rand (ohne Textverlust). Fast ohne Risse oder Fehlstellen, sehr schönes Exemplar.

Besonders bemerkenswert ist die hübsche Illumination der großen Eingangsinitiale von Band III. "B" für "Beatus es et bene tibi erit", die ein wild verschlungenes Groteskenstilleben mit drei Profilköpfen, darunter einem Teufelchen und einen exotischen Vogel (wohl Flamingo) darstellt. Eine weitere Initiale in Grün läuft in roséfarbenem und roten sowie grünen Federwerk über ein Drittel der Kolumne aus, zeigt wiederum eine Profilmaske, und oben sitzt ein Vögelchen. Die Exaktheit und der Farbauftrag lässt die Illumination als einiges später als der Druck erscheinen, auch wurde der dritte Teil nicht durchgehend rubriziert. Der Einband des dritten Teils ist ein zeitgenössischer gotischer Inkunabeleinband, möglicherweise aus Mainz. Das reich blindgeprägte Schweinsleder ist über massive Holzdeckeln gezogen, Stempel mit dem Schriftband "Maria" sowie diverse Rollen und weitere Stempel finden sich, die bei Schunke 365a verzeichnet sind (Adler, Blüten, Rautengerank u.a.). Zwei wohl spätere, im Stil der Zeit gefertigte Schließen mit sechs punzierten Beschlägen sowie acht (statt zehn) später aufgebrachten Messingbuckeln (Nägel alle erneuert). Auf den ersten weißen Blatt ein hs. Bleistift-Eintrag des Sammlers Detlef Mauss mit dessen selbstkritischen Fluchvers "Si quis ... anathema sit! Meine Foliierung ist leider falsch" und seinem Blindstempel. Mit allen fünf Teilen und Text vollständige Exemplare sind sowohl in Bibliotheken, als auch im Handel äußerst selten anzutreffen.

Schätzpreis
€ 14.000   (US$ 15.959)


Nachverkaufspreis
€ 10.000

(US$ 11.399)
(GBP 8.600)
(CHF 11.399)


Los 1013 Antoninus Florentinus
Summa theologica.
Im Nachverkauf

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