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Katalog Bibliotheca Scholastica » zur Buchabteilung
Bibliotheca Scholastica Auktion 113, Mi., 17. Apr., 15.00 Uhr


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Kapitel Bibliotheca Scholastica (Lose 1001 - 1285) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Adlzreiter von Tettenweis, Johann
Boicae gentis annalium

Los 1001

(Adlzreiter von Tettenweis, Johann, und Vervaux, Johannes). Boicae gentis annalium. 3 Teile in 2 Bänden. 6 Bl., 708 (recte 704) S., 5 Bl.; 1 Bl., 335 S., 5 Bl.; 1 Bl., 630 S., 7 Bl. Mit Kupfertitel (in Pag.) von Melchior Küsel und 2 gestochenen Druckermarken. 32,5 x 21 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (VDeckel des ersten Bandes im oberen Bereich des Gelenks mit Fehlstelle, leicht berieben und angeschmutzt) über Holzdeckeln mit hs. RTitel und mit 2 intakten Schließen. München, Schell, 1662

VD17 23:231233D, 23:231235U und 23:231237K. STC 402. De Backer-Sommervogel III, 707, 1 (unter 'Fervaux'). Pfister 2. Lentner 2672. – Erste Ausgabe und die zweite große Landesgeschichte nach Aventin. Der eigentliche Verfasser "ist der Jesuit und kurfürstliche Beichtvater Johann Vervaux, dessen Name aus ordenspolitischen Gründen verschwiegen wurde. Adlzreiter war jedoch als Archivar an der Entstehung des bedeutenden Werkes zweifelos in hohem Maße beteiligt" (ADB I, 88). Diese Ausgabe ist selten geworden, da sie "auf kurfürstlichen Befehl hergestellt und in ganzer Auflage einem Kanzleibeamten auf Rechnung übergeben wurde. Dieser, schlecht bezahlt, verkaufte sie an die Gewürzkrämer. Auf diese Weise sollen 500 Exemplare zu Grunde gegangen sein" (Lentner).
Bei Band I handelt es sich um eine von zwei Druckvarianten, bei der die Seiten 194/195 und 641-654 ausgelassen wurden und die Seiten 209/210 doppelt benutzt wurden. – Teil I: Titel mit hs. Anmerkung, stellenweise im Rand leicht feuchtrandig, die beiden letzten Blätter mit Wurmspuren (ohne Darstellungsverlust), Vorsätze erneuert. Teil II: leicht braunfleckig, das letzte Blatt mit kleinem Ausriss im Seitenrand (ohne Darstellungsverlust). Teil III: selten leicht braunfleckig, am Schluss wenige Blätter mit kleinen Wurmspuren.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 513)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 341)


Alexandre, Noel
Expositio litteralis et moralis sancti evangelii

Los 1005

Alexandre, Noel. Expositio litteralis et moralis sancti evangelii Jesu Christi secundum quatuor evangelistas. Editio novissima. 6 Bl., 1464 Sp., 13 Bl. Mit gestochener Kopfvignette. 36 x 23 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (leicht berieben, gering fleckig) über Holzdeckeln mit goldgeprägtem RSchild (vollständig oxidiert) und mit 2 Messingschließen. Maastricht, Bertus, 1721.

DG 3.2258 – Noel Alexandre/Natalis Alexander (1639-1724) war ein französischer Theologe, Religionshistoriker und Dominikaner der in Paris lehrte. – Titel und Vortitel etwas gebräunt und braunfleckig, sonst leicht gebräunt, selten gering fleckig.

Schätzpreis
€ 220   (US$ 250)


Nachverkaufspreis
€ 150   (US$ 170)


Ambrosius von Mailand
Omnia opera accuratissime revisa

Los 1006

Ambrosius von Mailand. Omnia opera accuratissime revisa. 4 Teile in 3 Bänden. Titel von Teil I in Rot und Schwarz. Mit 4 Holzschnitt-Titelbordüren. 30,5 x 20 cm. Blindgeprägte Schweinslederbände d. Z. (fleckig und berieben, wurmstichig, Deckel mit Kratzspuren) mit 4 intakten Messingschließen. Basel, Adam Petri für Johannes Koberger, 25.VI.1516.

VD 16 A, 2178. STC 25. Graesse I, 98. Nicht bei Adams. – Zweite Basler Werkausgabe, bearbeitet von Andreas Cratander und herausgegeben von dem Straßburger Philologen Andreas Hartmann. Exemplar mit dem 87 Blatt umfassenden Anhang zu Teil III. Die Titeleinfassungen stammen von Urs Graf, der seit etwa 1509 mit Adam Petri in Basel zusammenarbeitete und zahlreiche Illustrationen für dessen Druckwerke schuf. Der Heilige Ambrosius von Mailand (340-397) zählt neben Hieronymus, Augustinus von Hippo und Gregor dem Großen zu den vier Kirchenlehrern der römischen Westkirche. – Anfangs und am Schluss etwas wurmstichig (teils geringer Buchstabenverlust). Seitenschnitt mit Griffregister. Wohlerhaltenes und sauberes Exemplar aus der Ritter-Waldauf-Bibliothek in intakten Schweinslederbänden, mit entsprechendem Stempel auf den Titel sowie gestochenem Exlibris und hs. Eintrag mit Signatur auf dem Innenspiegel.

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.280)


Nachverkaufspreis
€ 1.400   (US$ 1.595)


Ambrosius von Mailand
Opera omnia

Los 1008

Ambrosius von Mailand. Opera omnia. 5 Teile in 3 Bänden. 22 Bl., 176 S.; 191 S.; 366 S.; 766 S., 1 Bl.; 455 S., 72 Bl. Mit 8 Holzschnitt-Druckermarken und einigen Holzschnitt-Initialen. 32 x 22,5 cm. Schweinsleder d. Z. (leicht berieben, etwas fleckig und bestoßen) über Holzdeckeln mit hs. RTitel und reicher Rollenblindprägung (Fides-Spes-Patientia-Prudentia u. a.) mit 2 Messingschließen. Basel, Froben, 1555.

VD16 A 2182. IA 104.673. Van der Haeghen II, 7. – Dritte von Erasmus von Rotterdam herausgegebene Ausgabe, vollständig mit allen fünf Teilen. – Titel verso gestempelt und mit hs. Besitzvermerk. Der dritte Teil selten leicht feuchtrandig. Leicht gebräunt. Exlibris und Bibliotheksschildchen im vorderen Innenspiegel.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.709)


Nachverkaufspreis
€ 1.000   (US$ 1.140)


Ambrosius von Mailand
Opera ex editione Romana

Los 1009

Ambrosius von Mailand. Opera ex editione Romana sacrae scripturae contextum, ad faciliorem lectorum intelligentiam. 5 Teile in 2 Bänden. Mit 2 wiederholten gestochenen Titelvignetten und gestochenem Portrait-Kupfer. 37 x 23 cm. Pergament d. Z. (Deckel geworfen und etwas gelockert, vordere Gelenke geplatzt, Rückenbezug von Teil II mit Fehlstelle, Kapitale großzügig mit Transparentstreifen fixiert). Paris, Impensis Societatis Typographicae, 1661.

Graesse I, 213. Ebert 496 Vgl. Brunet I, 227. – Pariser Nachdruck der Werkausgabe, die 1579 bis 1587 bei Domenico Basa in Rom erschien. Das Portraitfrontispiz (mit schwach durchschlagendem Stempel verso) zeigt den bedeutenden Kirchenvater. – Vortitel und von Teil I und Titel von Teil IV gestempelt. Etwas gebräunt und braun- bzw. stockfleckig.

Schätzpreis
€ 240   (US$ 273)


Nachverkaufspreis
€ 160   (US$ 182)


Antoninus Florentinus
Chronicon. Nürnberg: Anton Koberger, 31.VII.1484.

Los 1012

Antoninus Florentinus. Chronicon. 3 Bände. 234 (statt 236); 260, 276 Bl. 2 Spalten. 68-69 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 28,6 x 18,3-5 cm. Format: 38,5 x 26 cm. Mit Hunderten von roten Lombarden und durchgehender Rubrizierung. Überaus reich blindgeprägtes Schweinsleder um 1680-1720 (drei Kapitale minimal lädiert, Rücken etwas wurmstichig, leicht angestaubt, ohne die Schließen) über besonders schweren, abgefasten Holzdeckeln, mit goldgeprägtem (teils stärker beriebenem) RSchild und mit schwarzgrünem Schnitt (weiteres altes Klebeschild). Nürnberg, Anton Koberger, 31. VII. 1484.

Hain-Copinger 1159. GW 2072. Goff A-778. Proctor 2040. Pellechet 813. Bodleian A-313. Borm 167. Collijn 68. Ernst I,1 30. Günther 2041. Hubay 134. Kind 761. Lökkös 30. Madsen 226. Mendes 99. Nentwig 23. Oates 1003 Ohly-Sack 189. Rhodes 105. Riedl 53. Sack 211. Voulliéme 1041. Walsh 701. Wilhelmi 38. Zdanevyc 31. CBB 234. CIH 225. IBE 430. IBP 385. IDL 327. IGI 608. BMC II, 426. BSB-Ink A-563. ÖNB-Ink A-322. CIBN A-450. ISTC ia00778000. – Erste Ausgabe des "Chronicon" als separater Druck. Der Dominikaner Antonius war Prior des Klosters von San Marco und wurde Erzbischof von Florenz. 1523 erfolgte seine Heiligsprechung. Hauptwerk seiner Feder ist das "Chronicon partibus tribus distincta ab initio mundi ad MCCCLX", das "Historiarum opus", eine Erzählung der gesamten Weltgeschichte von der Schöpfung bis ins Jahr 1360.
Die Kollation wie folgt: Band I: 236 Bl. mit den Lagensignaturen ab6c-f8g-zA-P6, Blatt 14-229 sind römisch foliiert I-CCXV (ohne die weißen Blätter a1 und P6). Band II: 260 Bl. mit den Lagensignaturen ab6c8d-zA-V6, Blatt 14-253 sind römisch foliiert I-CCXLI (mit Fehlern; ohne die weißen am Anfang und Schluss das vorletzte a1 und V1). Band III: 276 Bl. mit der Signatur ab6c8d-zA-V6X10Y6, Blatt 14-270 foliiert I-CCLVI. – In allen drei Bänden sind zwei weiße Blätter jeweils am Anfang und Ende wohl schon vom Buchbinder herausgenommen worden, sonst sind alle weißen Blätter im Block vorhanden. Wenige, winzige Wurmgänge in weißen Rändern, Vorsatzpapier teils leicht gelöst, wenige, vereinzelte zeitgenössische Marginalien, eine große Initiale ist in Band I phantasievoll modern ausgemalt ("D" als Zickzackfaltband in Beige und Rosé mit 2 Blumen). Band II mit großer, ebenfalls 20-zeiliger Initiale "C" in Grün mit hübschen Akanthuswerk, ganz im Stil des 15. Jahrhunderts. In Band III findet sich ein großes Initialspatium. Durchgehend sauber, außergewöhnlich frisch und schön erhalten, gedruckt auf bemerkenswert breitrandigem, sehr starken Papier.
Bemerkenswert schön gebundenes Exemplar aus dem einstigen Besitz der Bibliothek der Kartause Gaming mit hs. Besitzvermerk jeweils auf dem ersten Blatt "Carthusiae Gemnicensis", noch vor der Säkularisierung und der Verbringung der Bücher in die Österreichisches Nationalbibliothek ausgeschieden und offenbar verkauft worden (auch die virtuelle Bibliothek der Kartause Gaming nennt diesen Titel nicht). Weitere Besitzer im 19. und 20. Jahrhundert waren der österreichische Politiker und Statthalter von Böhmen Franz Graf von Thun und Hohenstein (1847-1916), der am 1. November 1916 auf seinem Schloss Tetschen an der Elbe starb. Mit dessen Wappenexlibris "Ex libris Franc. com. A. Thun-Hohenstein Tetschen", ferner ein weiteres, späteres Wappenexlibris "Gaebelein" mit dem Motto "In Deo est salus mea et gloria mea".
Der Einband mit reicher floral-ornamentaler Blindprägung und dem großen Wappensupralibros der Kartause Gaming in der Mandorla, eingefasst von einem Lorbeerkranz.

Schätzpreis
€ 16.000   (US$ 18.240)


Nachverkaufspreis
€ 10.000   (US$ 11.399)


Antoninus Florentinus
Summa theologica.

Los 1013

Antoninus Florentinus. Summa theologica. Mit Tabula von Johannes Molitoris. 5 Teile in 4 Bänden. 185; 239; 319; 255; 97 nn. Bl. (jeweils ohne die zus. 7 w. Bl.), 2 Spalten. 71 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 29,5 x 18,5 cm. Format: ca. 41 x 28 cm. Band III mit einer großen 20-zeiligen belebten Initiale sowie vier 5-8-zeiligen Initialen, in Rot, Blau, Grün und Violett, jeweils mit über die Kolumne ausgreifendem Federwerk, sonst leere Kapitalspatien. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (Teil III) über schweren Holzdeckeln mit 8 (von 10) Messingbuckeln und 2 jeweils dreiteiligen Messingschließen, teils im Stil d. Z. (1 Schließband erneuert; Kapital eingerissen, unteres abgeschürft, beschabt und bestoßen, jedoch nur geringe Bezugsfehlstellen) sowie Pergament (Teile I-II und IV mit der "Tabula") mit Pergamentbezug unter Verwendung einer liturgischen Notenhandschrift um 1450 mit Federwerkinitialen in Rot und Blau sowie romanischer Quadratnotation, mit spanischen Kanten und älterem RSchild des 18. Jahrhunderts. Nürnberg, Anton Koberger, 1486-1487.

Hain 1246. Copinger 518. GW 2189. Goff A-875. Proctor 2052. Pellechet 883. Borm 182. Collijn 740. Collijn. Finger 67-69. Hubay 146. Hummel-Wilhelmi 60. Jaspers 23. Krüger A. 41. AAA. 4. Madsen 2809. Ohly-Sack 213. Sack 231. 232. Schlechter-Ries 97. Sheehan A-369. Wilhelmi 631. Zedler 53. BMC II, 430. BSB-Ink A-598. ÖNB-Ink A-359. CBB 269. CIH 253. IBE 437. IBP 421. IDL 357. IGI 693. ISTC ia00875000. – Monumentalausgabe der gesamten theologischen Werke, der Sittenlehre des Antonius Florentinus (1389-1459). Die zweite von Anton Koberger gedruckte Ausgabe, insgesamt die fünfte Gesamtausgabe. Antoninus Pierozzi, genannt Florentinus (1389-1459), wurde in Florenz geboren und trat mit 16 Jahren in den Dominikanerorden ein. Er wirkte als Ordensmann in Cortona, Fiesole, Neapel und Rom. 1436 gründete er das berühmte Kloster San Marco in Florenz und wenig später die noch heute bestehende Gesellschaft "Buonomini di San Martino", die "guten Männer vom heiligen Martin". Ab 1446 war er als Erzbischof von Florenz tätig.
Antoninus wurde vor allem für seine Güte und Aufopferungsbereitschaft geschätzt. Insbesondere als Florenz in kurzer Periode zunächst von einer Pestepidemie, dann von einer Hungersnot und schließlich von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde, wurde Antoninus als Wohltäter der Armen bekannt. 1523 sprach Papst Hadrian VI. Antoninus heilig.

Insgesamt erschienen innerhalb dieser Ausgabe vier Teile und die "Tabula" des Frühhumanisten Johannes Molitoris (gest. 1491). Diese Bände gelten als eines der monumentalsten Druckwerke des Nürnbergers Anton Koberger (1440-1513). Anhand der Datierungen der Bände erschließt sich, welchen Aufwand ein derartiger umfangreicher Druck für den Drucker bedeutete. Hiernach hat dieses Projekt bis zur kompletten Fertigstellung über ein Jahr gedauert. Die fünf Teile datieren im Einzelnen: Teil I: 17. Juli 1486. Teil II: 28. August 1486. Teil III: 18. November 1486. Teil IV: 12. Februar 1487. Teil V: 23. Juli 1486 (Tabula). Die erste Koberger-Ausgabe war zwischen dem 10. Oktober 1477 und dem 29. April 1479 erschienen. – Es fehlen jeweils in den Teilein I-IIV ein das erste weiße Blatt sowie in der "Tabula" das erste und die beiden letzten weißen, der Text ist überall vollständig erhalten. Es ergibt sich die Kollation der Einzelbände und Lagensignaturen:
Teil I:
185 (von 186) nn. Blätter (ohne das e. w. Blatt) Lagen [a2-8 b-g8; h6; i8; k-z A-D4; E1-7]. - Teil II: 239 (von 240) nn. Blätter (ohne das e. w. Blatt) Lagen [a2-8; b-z A-M6; N8; O-P6; Q8]. - Teil III: 319 nn. Blätter (ohne das le. w. Bl., d. e. w. vorhanden). Lagen: [a-z A-Zaa-ff6; gg1-7]. - Teil IV: 255 (von 256) nn. Blätter (ohne d. e. w. Blatt). Lagen [a8; b-z A-S6; T8]. - Teil V: 97 (von 100) nn. Blätter(ohne das erste und die letzten beiden weißen Blätter). Lagen: [a8; b-p6; q8].
Insgesamt in sehr gutem Zustand, kraftvoller Druck auf festem Papier, breitrandig und weiß sowie meist sehr sauber und frisch. Vereinzelte Wurmlöchlein und Feuchtränder (die letzten Lagen in den ersten beiden Teilen etwas feuchtrandig, im dritten Teil auch am Anfang), einige Wurmstiche, Ränder teils etwas angestaubt und fleckig, hier und da wenige ältere Marginalien. Erstes Blatt des ersten Teils etwas fingerfleckig, der zweite Teil mit sehr guten kleinen Randansetzungen (erstes und letzte acht Blätter), dritter Teil dito (die ersten 6 und letzten 10 Blätter mit Läsuren). In Teil IV ist das erste Blatt fingerfleckig, kleine Wurmlöchlein im Block, die "Tabula" ebenso mit Wurmlöchlein, die letzten beiden Blätter mit professionell reparierten Fehlstellen am rechten Rand (ohne Textverlust). Fast ohne Risse oder Fehlstellen, sehr schönes Exemplar.

Besonders bemerkenswert ist die hübsche Illumination der großen Eingangsinitiale von Band III. "B" für "Beatus es et bene tibi erit", die ein wild verschlungenes Groteskenstilleben mit drei Profilköpfen, darunter einem Teufelchen und einen exotischen Vogel (wohl Flamingo) darstellt. Eine weitere Initiale in Grün läuft in roséfarbenem und roten sowie grünen Federwerk über ein Drittel der Kolumne aus, zeigt wiederum eine Profilmaske, und oben sitzt ein Vögelchen. Die Exaktheit und der Farbauftrag lässt die Illumination als einiges später als der Druck erscheinen, auch wurde der dritte Teil nicht durchgehend rubriziert. Der Einband des dritten Teils ist ein zeitgenössischer gotischer Inkunabeleinband, möglicherweise aus Mainz. Das reich blindgeprägte Schweinsleder ist über massive Holzdeckeln gezogen, Stempel mit dem Schriftband "Maria" sowie diverse Rollen und weitere Stempel finden sich, die bei Schunke 365a verzeichnet sind (Adler, Blüten, Rautengerank u.a.). Zwei wohl spätere, im Stil der Zeit gefertigte Schließen mit sechs punzierten Beschlägen sowie acht (statt zehn) später aufgebrachten Messingbuckeln (Nägel alle erneuert). Auf den ersten weißen Blatt ein hs. Bleistift-Eintrag des Sammlers Detlef Mauss mit dessen selbstkritischen Fluchvers "Si quis ... anathema sit! Meine Foliierung ist leider falsch" und seinem Blindstempel. Mit allen fünf Teilen und Text vollständige Exemplare sind sowohl in Bibliotheken, als auch im Handel äußerst selten anzutreffen.

Schätzpreis
€ 14.000   (US$ 15.959)


Nachverkaufspreis
€ 10.000   (US$ 11.399)


Aristoteles
Historia de animalibus

Los 1020

Aristoteles. Peri zoon istorias. Historia de animalibus. Julio Caesare Scaligero interprete cum ejusdem commentariis. 16 Bl., 1248 S., 12 Bl. Mit gestochener Titelvignette. 34 x 23,5 cm. Leder d. 18. Jahrhunderts (Kapitale und Gelenke breit mit modernem Leder überklebt; stärker beschabt und berieben) mit goldgeprägtem RSchild. Toulouse, Bosc, 1619.

Eales I, 7. Schweiger I, 52. Brunet I, 473. – "L'exactitude de cet ouvrage c'lèbre a été confirmée par les naturalistes modernes les plus accrédités" (Brunet). Griechisch-lateinischer Paralleltext der ersten von Scaliger interpretierten Ausgabe. – Titel gestempelt, im oberen Rand leicht feuchtrandig, etwas gebräunt. Durchgehend etwas stärker gebräunt, leicht braunfleckig. Vorsätze erneuert.

Schätzpreis
€ 250   (US$ 285)


Nachverkaufspreis
€ 180   (US$ 205)


Simplicius, Cilicius
Commentaria in octo libros Aristotelis de Physi...

Los 1022

Wichtige Quelle für die vorsokratische Philosophie
Aristoteles. - Simplicius, Cilicius. Commentaria in octo libros Aristotelis de Physico auditu. Nunquam antea excusa. Lucillo Philaltheo interprete. 6 nn., 347 num., 1 nn. Bl. (weiß). Mit Titelholzschnitt und einigen schematischen Textholzschnitten. 31 x 21 cm. Blindgeprägter Pergamentband d. Z. (fleckig und berieben, VDeckel mit kleinem Loch, Ecken und oberes Kapital bestoßen; ohne die Schließbänder) mit hs. RSchild. Paris, Johannes Roigny, 1544.

Schweiger I, 289 (gibt irrig als Druckort Venedig an). Graesse VI/1, 415. Adams A 1898 und S 1207. – Pariser Druck des von Lucilio Maggi herausgegebenen lateinischen Kommentars zu den acht Büchern der Physik des Aristoteles, der Erstdruck erschien im Vorjahr 1543 bei Hieronymus Scotus in Venedig, weitere Ausgaben folgten noch im 16. Jahrhundert. Der Philosoph Cilicius Simplicius wirkte im 6. Jahrhundert, biographische Details sind von ihm nicht bekannt. Seine Kommentare zu verschiedenen Schriften des Aristoteles sind für die antike Philosophiegeschichte jedoch insbesondere durch die hier tradierten Zitate vorsokratischer Philosophen von Wert: "Daß Empedokles und Parmenides für uns heute mehr als nur Namen sind, ist einzig Simplicius zu verdanken" (Kleiner Pauly V, 206). Der Titelholzschnitt zeigt Buchdrucker an der Druckerpresse. – Schwach fleckig und mit einigen Unterstreichungen, das erste Textblatt nach den Vorstücken auch mit etwas längeren Annotationen, Titel und erstes Blatt etwas fleckig und mit schmalem Wasserrand. Sauberes und wohlerhaltenes Exemplar des für die antike Philosophiegeschichte bedeutenden Aristoteleskommentars, aus dem Besitz des Tübinger Gelehrten Christoph Gabler mit dessen Besitzeintrag aus dem Jahr 1577 auf dem Innenspiegel. Den zeitgenössischen Einband ziert eine Heiligenrolle mit Bibelsprüchen.

Schätzpreis
€ 750   (US$ 854)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 570)


Athanasius Alexandrinus
Opera

Los 1023

Athanasius Alexandrinus. Opera, studiosus quam antea fuerint a situ vindicata, quorum cata logus sequitur ... Accessit praeterea operi, Erasmi Roterodami Paraclesis, ipsiusque Athanansij vita. 6 nn., CCCXIIII num., 10 nn. Bl. Mit szenischer Holzschnitt-Titelbordüre. 32,5 x 21 cm. Holzdeckelband d. Z. mit blindgeprägtem Schweinslederrücken (etwas fleckig und berieben, Rückenbezug am oberen Kapital mit kleiner Fehlstelle, VDeckel leicht wurmstichig) mit 2 intakten Messingschließen. Straßburg, Johann Knobloch d. Ä., 1522.

VD16 A 3977. IA 109.397. Adams A 2080. STC 49. Graesse I, 243. Benzing, Reuchlin 133. – Straßburger Druck der von Angelo Poliziano (1454-1494) herausgegebenen Schriften des Kirchenlehrers Athanasius von Alexandria (um 300-373), der mit seiner Disputatio contra Arrium die Irrlehren des Arrianismus abwehrte und ihm den Beinamen "Vater der Orthodoxie" eintrug. Der erste Druck der bedeutenden humanistischen Bearbeitung durch den Florentiner Philologen Poliziano erschien 1519 in Paris. Zu den Übersetzern aus dem Griechischen zählt u. a. Johannes Reuchlin (1455-1522), der neben Michelangelo zu Polizianos Hörern an der Universität von Florenz gehörte. Im Anhang mit der Lebensbeschreibung des Athanasius durch Erasmus von Rotterdam. – Titel im oberen Rand hinterlegt. Stellenweise etwas fleckig, die ersten Blatt mit sehr schmalem Feuchtigkeitsrand und leicht wurmstichig, fl. Vorsatz mit modernem Exlibris. Wohlerhaltenes Exemplar mit zahlreichen Annotationen in einer sauberen Humanistenhandschrift, der zeitgenössische Holzdeckelband wohlerhalten und mit intakten Schließen.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.709)


Nachverkaufspreis
€ 1.000   (US$ 1.140)



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