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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Katalog Bibliotheca Scholastica » zur Buchabteilung
Bibliotheca Scholastica Auktion 113, Mi., 17. Apr., 15.00 Uhr


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Kapitel Bibliotheca Scholastica, philosophica et patristica Theophili Unterbergensis (Lose 1001 - 1285) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Corpus iuris civilis
Infortiatum de Tortis. - Digestum vetus de Tortis

Los 1091

Corpus iuris civilis. - I. Infortiatum de Tortis. 269 num., 1 nn. Bl. - II. Digestum vetus de Tortis. 355 Bl. 2 Bände. Druck in Schwarz und Rot. Mit 7zeiliger Blattgoldinitiale in Hellblau und Grün, zahlreichen eingemalten Initialen in Blau und 2 Holzschnitt-Druckermarken am Schluss. 43,5 x 29 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig, berieben und wurmstichig, Rücken in Grau überstrichen und mit hs. Titel, Band II auch mit neueren Kratzspuren auf den Deckeln, der VDeckelbezug durch Feuchtigkeit etwas gewellt; es fehlen 3 Schließen) mit Streicheisenlinien, ornamentalem Rollenstempel und Blütenstempeln. Venedig, Baptist de Tortis, 4.IV.1501-17.III.1502.

EDIT16 CNCE 14102. – Venetianischer Postinkunabeldruck des Corpus iuris civilis, dem römischen Zivilrecht, das im Auftrag von Kaiser Justinian von 528 bis 534 erstellt wurde, mit den dazugehörigen Digesten für den Lehrunterricht in Band II. Schöner zweispaltiger Druck mit dem umfließenden Kommentar des Juristen Battista Torti, der den Druck auch herstellte (tätig 1481-1536). Titel und die Druckermarke am Schluss in Rotdruck, der Textteil in Schwarz und mit Rot eingedruckten Lombarden, Absatzmarken und Anfangszeilen. Mit seinen zahlreichen noch von einem Rubrikator in Blau eingemalten Initialen und der prächtigen, ebenfalls von Hand verzierten Anfangsinitiale "D" auf Blattgoldgrund ist der Buchschmuck zur Hälfte noch der Tradition der Inkunabelzeit verpflichtet. Der Druck bietet somit ein anschauliches Beispiel für die Übergangszeit und die veränderten Druckkonventionen zu Beginn des 16. Jahrhunderts. – I.: Anfangs und am Schluss etwas wurmstichig, teils auch mit kleineren Wurmgängen. Zahlreiche Lagen mit mal breiterem, mal schmalerem, zumeist verblasstem Wasserrand. Mehrere Lagen mit kleiner Wurmspur im unteren Bug, die Lage t dort stärker betroffen mit längeren Wurmgängen im weißen Rand. Ganz vereinzelte Marginalien. Insgesamt aber von guter Erhaltung. - II.: Exemplar mit Feuchtigkeitsschaden: Die Anfangslage in der rechten oberen Ecke stark lädiert und mit Papierschäden- und verlusten, dort brüchig und fragil. Obere Hälfte des Blocks durchgehend mit größerem Braun- bzw. Wasserfleck, vereinzelt auch schwache Sporflecken. Gelegentliche Wurmgänge. Beide Bände mit Schnitt-Titel. Exemplar aus der Bibliothek des Jesuitenkollegs Burghausen (das Kolleg bestand von 1629 bis 1774), mit entsprechendem Eintrag auf dem Titel aus dem Jahr 1645.

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.849)


Nachverkaufspreis
€ 1.800   (US$ 2.052)

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Cotelier, Jean-Baptiste
SS. patrum, qui temporibus apostolicis florueru...

Los 1092

Frühe Ausgabe der Werke seltener Patres Ecclesiae
Cotelier, Jean-Baptiste. SS. patrum, qui temporibus apostolicis floruerunt, Barnabae, Clementis, Hermae, Ignatii, Polycarpi Opera edita et inedita, vera, et supposititia; unà cum Clementis, Ignatii, Polycarpi actis atque martyriis. J.B. Cotelerius ... ex mss. codicibus eruit, ac correxit, versionibusque & notis illustravit. Accesserunt in hac nova editione notae integrae aliorum virorum doctorum, qui in singulos patres memoratos scripserunt, & quorum nonnullorum nomina in praefatione habentur. 2 Bände. 7 Bl., 816 S.; 2 Bl., 265 S., 1 Bl., 474 S. Mit 2 wdhl. Titelkupfern. 38,4 x 24 cm. Sprenkelmarmoriertes und mit Blindfileten und Eckfleurons geziertes Leder d. Z. (etwas stärker beschabt und bestoßen oder bekratzt, Rücken sauber erneuert) mit 2 goldgeprägtem RSchildern. Antwerpen, Huguetan, 1698.

ICCU\TO0E\031223. – Erste Ausgabe der von dem bedeutenden Patristiker und katholischen Theologen Jean-Baptiste Cotelier (1627-1686), der an der Pariser Sorbonne lehrte, zusammen mit Jean Le Clerc (1657-1736) herausgegebenen und kommentierten Sammlung seltener Schriften der Heiligen Kirchenväter: Polycarp, Clemens, Ignatius, Antiochenus, Barnabas und Hermas. Weitere Auflagen sollten 1700 und 1724 erscheinen. – Etwas angestaubt und leicht unfrisch, mit wenigen Papierläsuren, vereinzelten Feuchträndern, kaum Wurmgängen etc. Vorsätze mit Exlibris von Kenneth John Wollcombe mit dem Motto "Bear and Forbear".

Schätzpreis
€ 300   (US$ 341)


Nachverkaufspreis
€ 150   (US$ 170)

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Duns Scotus, Johannes
Super sententias

Los 1100

Duns Scotus, Johannes. Super sententias. 4 Teile in 2 Bänden. Mit 4 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken. 32 x 21,5 cm. Blindgeprägter Holzdeckelband d. Z. mit breitem Schweinslederrücken (fleckig und berieben, wurmstichig; ohne die Schließen) mit Streicheisenlinien sowie Einzelstempeln mit Blüten- und Rautenstempeln sowie Spruchbandstempel ("Maria"). Venedig, Simon de Luere für Andrea de Torresanis de Aula, 20. Oktober - 3. November 1506.

Adams D 1121. – Schöner venetianischer Postinkunabeldruck seines umfangreichen Kommentars zu den Sentenzen des Petrus Lombardus. – Etwas wurmstichig (Anfang und Schluss stärker betroffen), im Rand stellenweise mit kleinerem Wasserfleck, am Schlusslagen stärker betroffen. Titel und fl. Vorsatz gestempelt, fl. Vorsatz auch mit neuerem Papierrschildchen und kleiner Notiz in Kugelschreiber. Erste Lage jeweils etwas ausgebunden, vorderes Innengelenk teils angeplatzt. Dublettenexemplar der Bayrichen Staatsbibliothek mit entsprechendem alten Eintrag. – Beigebunden an den Schluss von Teil IV: Derselbe. Questiones quoliberales. 62 fol., 66 nn. Bl. Ebenda 28. Juli 1506. - Adams 1112.

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.280)


Nachverkaufspreis
€ 1.400   (US$ 1.595)

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Duns Scotus, Johannes
Opera omnia editio nova

Los 1103

Duns Scotus, Johannes. Opera omnia editio nova. Juxta editionem Waddingi XII tomos continentem a patribus Francscanis de observantia accurate recognita. 26 Bände. 27,5 x 19,5 cm. HLeder d. Z. (gering berieben) mit goldgeprägtem RTitel. Paris, Ludwig Vivès, 1891-1894.

Neudruck der zuerst 1639 in Lyon erschienenen ersten Gesamtausgabe, die nach ihrem Herausgeber, dem irischen Franziskanerpater Luke Wadding (1588-1657), benannt ist. Ein moderner Nachdruck erschien 1968 bei Olms in Hildesheim. Bis heute die umfangreichste Ausgabe. – Im Rand papierbedingt etwas gebräunt, sonst sauber und wohlerhalten. Exemplar aus der Bibliothek der Maria-von-den-Engeln-Kirche in Liverpool, mit entsprechenden Exlibris sowie längerer Geschenkwidmung aus dem Jahr 1914.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.709)


Nachverkaufspreis
€ 1.000   (US$ 1.140)

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Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Ecclesiastae sive de ratione concionandi

Los 1110

Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Ecclesiastae sive de ratione concionandi libri quatuor. 4 Bl., 444 S., 6 Bl. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken, 4 figürlichen Holzschnitt-Initialen und Holzschnitt-Medaillonportrait. 29 x 19,5 cm. Moderner HLederband (etwas fleckig, Rücken ausgeblichen). Basel, Hieronymus Froben und Nicolaus Episcopius, 1535.

VD 16 E 2720. Adams E 629. – Erste Basler Ausgabe seines Spätwerks über die Kunst der Predigt. – Titel etwas fleckig und gleichmäßig schwach gebräunt, mit gestrichenem Eintrag und Tintensignaturen. Die vier letzten Blatt mit kleinem angestückten Eckabriss, im unteren Rand mit kleinem Wasserfleck. Nur schwach fleckiges, insgesamt wohlerhaltenes Exemplar.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.026)


Nachverkaufspreis
€ 600   (US$ 683)

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Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Epistolarum opus complectens universas

Los 1113

Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Epistolarum opus complectens universas. 6 Bl., 1213 S., 1 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 32,5 x 21 cm. Flexibles Pergament d. Z. (stark berieben, etwas fleckig, ohne die beiden Bindebänder) mit hs. RTitel. Basel, Froben und Episcopius, 1558.

VD16 E 2931. Bezzel 1009; Van der Haeghen I, 100. – Vierte Ausgabe der Briefe des Erasmus von Rotterdam, die erstmals 1538 erschienen war und immer wieder erweitert und um neue Vorreden als auch einige Briefe ergänzt wurde, so dass die vorliegende Ausgabe nun 1231 Briefe enthält, die in 28 Büchern sortiert sind. – Häufig etwas stärker feuchtrandig. Zu Beginn in der unteren äußeren Ecke mit Randläsuren. Stellenweise angeschmutzt.

Schätzpreis
€ 400   (US$ 455)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 285)

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Erasmus von Rotterdam, Desiderius
Opera omnia emendatoria et auctoria

Los 1117

Erasmus von Rotterdam, Desiderius. Opera omnia emendatiora et auctiora, ad optimas editiones praecipue quas ipse Erasmus postremo curavit summa fide exacta. 10 Teile in 11 Bänden. Mit 12 zumeist wiederholten gestochenen Titelvignetten, gestochenem Frontispiz, doppelblattgroßem gestochenem Widmungsblatt mit Wappendarstellung, 2 gefalteten gestochenen Portraittafeln, 21 einfachen Portraittafeln und 81 Textkupfern. Titelblätter in Rot und Schwarz. 39,5 x 24 cm. Leder d. Z. (stärker fleckig und berieben, Ecken bestoßen, Kapitale lädiert, Gelenke geplatzt, Deckel etwas gewellt und teils lose, Gelenke von Band I restauriert) mit ornamentaler RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Leiden, Peter van der Aa, 1703-1706.

Graesse II, 493. – Zweite Werkausgabe nach der Basler Froben-Ausgabe 1540 bis 1541, die kurz nach Erasmus' Tod erschien. Der Teil III liegt in zwei Teilbänden vor. Die beiden Faltportraits zeigen Erasmus als Brustbild in Barockkartusche sowie sein Ganzkörperbildnis als Statue vor der Grachtenkulisse Rotterdams. Die phantasievollen Textkupfer in Band IV illustrieren seine bekannte Satire Lob der Torheit. – Mal mehr, mal weniger gebräunt und braunfleckig, Band V mit Feuchtigkeitsschaden, Bände VI und VIII wasserrandig. Titel mit Blindstempel. Eine Portraittafel verso mit Transparentstreifen hinterlegt. Vorsätze leimschattig. Exemplar mit Einbandmangel.

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.849)


Nachverkaufspreis
€ 1.800   (US$ 2.052)

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Eusebius Caesariensis
Opera omnia

Los 1119

Eusebius Caesariensis. Opera omnia, quę hactenus inveniri potuerunt, nũc denuò ex vetustiss. Gręcis exemplaribus, aucta & correcta in ordinemque redacta. 2 Teile in 1 Band. 34 Bl., 547 (recte: 647) S.; S. 649-971, 1 nn., 171 num. Bl. Mit szenischer Holzschnitt-Titelbordüre von Hans Holbein und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 28,5 x 19,5 cm. Flexibler Pergamentband d. Z. (etwas fleckig und berieben, Rückdeckel mit kleiner Wurmspur, oberes Kapital etwas lädiert, mit hs. Titel und Blumenmalerei in Gouache auf dem Rücken). Basel, Heinrich Petri, 1570.

VD16 E 4263. Hieronymus, Griech. Geist 421. ADB X, 171. – Erste Ausgabe der Werke des Eusebius in der Bearbeitung des Theologen Johann Jakob Grynaeus (1540-1617). "Durchaus lohnend vermehrte und, wo nötig, mit Inhaltsangaben und Erklärungen (Argumentis ac Scholius) versehene Ausgabe ... ein seitengleicher Nachruck dieser Ausgabe erschien in der Offizin schon im März 1579" (Hieronymus). Grynaeus wirkte ab 1586 als Antistes der Basler Kirche und Professor des Neuen Testaments an der dortigen Universität: "Seine Wirksamkeit in Basel war jetzt eine bedeutende. Auch das Gymnasium wurde von ihm reorganisirt und die [von Sulzer, dem Vorgänger des Grynaeus, zurückgedrängte] Baseler Confession wieder in ihr Recht eingesetzt. Daneben wurde Grynaeus auch außerhalb Basels zur Verrichtung theologischer Geschäfte mehrseitig herangezogen, so schon 1573 und 74 zur Durchführung der Reformation in Mömpelgard, 1587 zur Regelung der kirchlichen Verhältnisse in Mühlhausen, im April 1588 zur Theilnahme an der [durch Samuel Huber’s Heterodoxie veranlaßten] Disputation zu Bern. Im Jahr 1612 erblindet, fuhr er doch fort zu predigen und Vorlesungen zu halten, bis er am 13. August 1617 starb" (ADB). – Titel etwas fleckig, im Seitenrand hinterlegt und mit verblasstem Eintrag im oberen Rand, die Bordüre etwas flau im Druck. Stellenweise leicht fleckig, Vorsätze mit längerem Eintrag.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 513)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 341)

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Freher, Marquard
Corpus francicae historiae

Los 1127

(Freher, Marquard). Corpus francicae historiae veteris et sincerae. 10 Bl., 224, 559 S., 14 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 33 x 19,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (unteres Kapital ausgerissen, Rücken mit Montierungsresten, leicht berieben, fleckig und beschabt, eine Ecke bestoßen) über Holzdeckeln mit 2 intakten punzierten Messingschließen (eine Lederlitze mit Nagespuren). Hanau, Wechel für Erben Aubry, 1613.

VD17 23:231344Y. Graesse II, 274. Ebert 5295. NDB V, 392 f. – Erste Ausgabe des bedeutenden Quellenwerks zur Geschichte des Frankenreichs unter der Herrschaft der Merowinger und Karolinger. Enthalten sind u.a. Gesta Francorum, Ivo Carnotensis, Gregor v. Tours, Paulus Warnefriedus, Haimo Monachus, Einharts Vita und Caroli Magni.
Marquard Freher (1565-1614) war ein deutscher Jurist, Historiker, Publizist, Diplomat und Staatsmann. "Als Sammler, dilettierender Künstler und Poet einer der Hauptvertreter des als großer Verwandten- und Freundeskreis organisierten Heidelberger Späthumanismus ist er gleichzeitig einer der wichtigsten Verbindungsleute hinüber ins Zeitalter der Polyhistorie" (NDB). – Der Titel mit hs. Anmerkungen. Vorderer Vorsatz und Titel etwas stärker gebräunt, vorderer Innenspiegel mit hs. Nummerierung und kleinem Wurmgang. Leicht gebräunt und braunfleckig. Die beiden Schließen des reich blindgeprägten Einband sind mit einem Rautenmuster punziert und und monogrammiert "IWS".

Schätzpreis
€ 300   (US$ 341)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 227)

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Gerson, Johannes
Opera. Hrsg. von Peter Schott und Johann Geiler...

Los 1130

Gerson, Johannes. Opera. Hrsg. von Peter Schott und Johann Geiler von Kaysersberg. 50 (Index, 230; 286 (le. w.); 359 (statt 360; ohne das le. w.); 306 (statt 308; ohne f3 und f6) nn. Bl. 2 Spalten. 53 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21,2 x 13,5 cm. Format: ca. 29,8 x 20,6 cm. Mit Initialspatien, 5 (4 wdhl. ganzseitige, 1 von Albrecht Dürer) Textholzschnitte verso Titel, Band I mit einer 10-zeiligen Initiale in Gold und Farben sowie zahlreichen Lombarden in Rot und Blau sowie durchgehender Rubrizierung. Bände I und IV: Blindgeprägtes dunkelbraunes Kalbsleder d. Z. aus verschiedenen Werkstätten (mit Läsuren und Fehlstellen, Bezug teils brüchig und mit Schäden an Kapitalen, stark beschabt und bestoßen, ein älteres Klebeschild) über schweren Holzdeckeln mit 7 (statt 8) ziselierten Schließbeschlägen (ohne die Schließen). Band II-III: Katzentatzen-marmoriertes flexibles Pergament des 18. Jahrhunderts (wellig, leicht abgegriffen, beschabt) mit alt aufkaschierten Kalbslederrücken mit rotem goldgeprägten RSchild und reicher RVergoldung (Rücken teils stärker beschabt, Kapitale abgeschürft, bestoßen und berieben, kleine Lederfehlstellen) mit rotem Schnitt und kalligraphischen Schnitt-Titeln. Straßburg, Johann Grüninger, 3. VII. bis 10. IX. 1488 (Bände I-III) und ebenda, Martin Flach und Matthias Schürer, 1502 (Band IV).

Hain-Copinger 7622. GW 10714. Goff G-186. Proctor 534-536. Pellechet 5125. Schreiber 4101. Schramm XX, 25, 1232. Bodleian G-086. Borm 1114. Collijn 442. Deckert 321. 322. Finger 438. 439. Günther 2905. Hubay 872. Hummel-Wilhelmi 240. 241. Lökkös 202. Madsen 1698. Ohly-Sack 1205-1207. Schlechter-Ries 724. 725. Sheehan G-62. Walsh 164. 165. Zedler 281. BSB-Ink G-183. BMC I, 170.CBB 1590. CIH 1401. IBE 2642. IGI 4238. ISTC ig00186000 (für Teile I-III; Teil IV:) Ritter 1003. Schmidt, Flach 7. VD16 J 559. – Zweite vollständige Ausgabe der gesammten Werke des französischen Theologen, Mystikers, der ab 1395 als Kanzler und Nachfolger Pierre d’Aillys an der Pariser Universität Sorbonne lehrte, gleichzeitig die erste bei Grüninger ab 1484 gedruckten und von Schott und Geiler von Kaisersberg edierten Auflage. So vollständig wie hier äußerst selten. In den meisten Bibliotheken sind nur Einzelbände nachweisbar. Das vorliegende Exemplar mit dem erstmals 1502 gedruckten vierten Teil, der auch anderen Ausgaben beigegeben wurde.

Der schöne, in allen vier Bänden abgedruckte Holzschnitt zeigt Johannes Gerson als alten Pilger mit dem ihn kennzeichnenden mystischen Wappen, von seinem Hund gefolgt. Im Hintergrund bergige Landschaft mit einer Burg, wahrscheinlich der Rattenburg im Unterinntal, auf der sich Gerson wie oben beschreiben nach seiner Flucht aus Konstanz verborgen hatte. Bemerkenswert ist die Titelillustration zum vierten Teil, der bisher noch nicht gedruckte Werke Gersons enthält. In diesem vierten Band ist erstmalig der ganzseitige Holzschnitt von Albrecht Dürers "Gerson als wandernder Pilger" abgedruckt; einer der drei großen Holzschnitte aus Basel und Straßburg aus den Jahren 1492-94, die Friedrich Winkler als "Einschaltblätter, sozusagen Einblattholzschnitte, mit allen Merkmalen einer sehr persönlichen Ausgestaltung" bezeichnet. – Erste Lage von Band I lose. Lage a sowie einige wenige Blätter in Band I am rechten Rand stärker wasserfleckig. Band II partiell mit Stockflecken im rechten Rand. In allen Bänden stellenweise einige Wurmlöcher im Randbereich. Band IV anfänglich und am Ende auch mit einigen Wurmlöchern im Textbereich (auch der Dürer-Holzschnitt stärker betroffen), 2 Holzschnitte minimal alt ankoloriert, teils stärker gebräunt, feucht- und braunfleckig. In allen Bänden finden sich einige zeitgenössische, handgeschriebene Marginalien. So vollständig äußerst selten.

Die beiden gotischen Einbände in dunkelbraunem Kalbsleder entstammen süddeutschen Werkstätten, der etwas frühere mit Rautenranken, Blüten- und Rollenstempeln zwischen diagonalen und rechteckigen Streicheisenlinien, der etwas spätere mit Gouillocheranken in mehrfachen Fileten-Registern, beide mit Resten von geprägtem Titelnamen auf dem Vorderdeckel. Auf dem Vorsatzblatt vom ersten Band ein zeitgenössischer Besitzereintrag eines von uns nicht näher identifizierbaren Benediktinerklosters. Auf dem Vorsatz von Band IV Besitzerstempel „AD CONVE:F:F:MIN:GRAECENSIUM“ sowie ebenso ein zeitgenössischer handschriftlicher Eintrag des Grazer Franziskanerkloster. "Pro Conventu Graecensium Fratrum Misericordiae".

Schätzpreis
€ 8.000   (US$ 9.120)


Nachverkaufspreis
€ 5.500   (US$ 6.269)

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