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Los 1019 Horae Beatae Mariae Virginis
Lateinische und teils französische Handschrift ...
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Horae Beatae Mariae Virginis. Lateinische und teils französische Handschrift auf Pergament. 146 nn., 2 w. Bl. 16 Zeilen. Schriftraum: 10,8 x 6,4 cm. Format: 16,8 x 11,6 cm. Mit Rubrizierung, Zeilenfüllern und mit zahlreichen 1-5-zeiligen Zierinitialen in Gold und Farben, davon 7 große figürliche Initialen, 8 Längsrandleisten mit Akanthusblattwerk in Gold und Farben, 6 breiten Bordüren mit Blüten und Früchten, Blättern und Akanthus auf Pinselgoldgrund sowie 6 Miniaturen. Rosébrauner Samteinband vom Ende des 19. Jahrhunderts (leicht abgegriffen, kaum berieben, Rücken mit rotem Samt erneuert) mit breiten samtenen Innenkanten, Goldpunktfileten und blauen Moiréseidespiegeln sowie Vorsätzen, mit schlichter dreiteiliger Schließe aus Silberblech, Goldschnitt. Wohl Ile-de-France um 1500.

Besonders üppig mit bemerkenswert qualitätsvollen Miniaturen illuminertes, sicherlich in der Gegend um Paris entstandenes Livre d'Heures, hauptsächlich in lateinischer Handschrift und mit einigen späteren Zusätzen in Französisch am Schluss.

Das Stundenbuch beginnt wie üblich mit dem Heiligenkalender, je ein Blatt für einen Monat, teils nicht ausgefüllt. Im Kalendarium wird eine Anzahl Heiliger hervorgehoben, die auf eine westfranzösische Provenienz deuten können, wie z. B. Albinus (Angers), Briccius (Tours), Eutropius (Saintes) oder Hilarius (Poitiers), die meisten jedoch haben Bezug auf den norosfranzössichen Raumn, darunter Dionysius (Paris), Eligius (Noyon), Germanus (Paris), Ivo (Chartres), Ludwig der Heilige (Paris), Medardus (Noyon und Soissons), Remigius (Reims), Rufinus (Soissons) und Theobald (Provins).

Auf die 12 Blätter Kalendarium folgen die Evangelienstücke und die Gebete "Obsecro te" (Fol. 17v) und "O intemerata" (Fol. 21r). Daran schließen sich Fürbittegebete zum heiligen Christophorus (Fol. 24r), zum heiligen Sebastian (Fol. 26r), zur heiligen Barbara (Fol. 27v) und zur heiligen Anna (Fol. 28r). Auf Fol. 29r beginnen die Stundengebete zur Ehren der Jungfrau Maria mit der Matutin, dann den Laudes (Fol. 39v). Diese brechen jeoch mitten auf der Seite (Fol. 47v) ab, ohne Antiphon "Sancti Dei omnes..." bis inklusive der Oratio "Et pacem tuam...". Die weiteren Stundengebete zu Ehren der Jungfrau Maria werden übersprungen, die Handschrift fährt dann auf Fol. 48r mit den Stundengebeten zur Verehrung des heiligen Kreuzes fort.

Diesen folgt auf Fol. 83r die Bußpsalmen. Auf Blatt 94r hebt die Litanei an, Fol. 99r beginn das Totenofficium. Dieses endet 138r. Abschließend (Fol. 139r bis 140v) einige weitere Gebete. Daran schließt sich von späterer Hand die "L'oreison de sainct augustin" an sowie die L'oraison que feit Manasses, luy estant en captiuité en Babi(lon)" (Fol. 140v bis 146v). Fol. 147 und 148 sind weiß geblieben.

Zur Illumination:
Das ganze Stundenbuch ist sehr hübsch einheitlich von einem geschickten, künstlerisch gebildeten Minaturenmaler illuminiert. Die Randleisten und Bordüren mit Ranken, Blumen und Beeren, darunter Vögel, Schnecke, Fabelwesen, Erdbeeren etc. Eine der größeren Initialen mit reizendem Blumenschmuck. Die vier Evangelisten stellte der Maler jeweils mit ihrem Symboltier als figürliche Initialen dar. Alle vier sind tief in die Lektüre bzw. in das Schreiben der Evangelientexte vertieft.
Johannes Evangelista mit Adler, schreibend im Buch, vor Sternenhimmel (Fol. 13r), Lukas mit dem Stier, fast vollständig verdeckt hinter einem Lesepult, konzentriert auf die Lektüre (Fol. 14r), Matthäus in Diskussion mit dem geflügelten Menschen über einem Folianten (Fol. 15v) und Markus beim Entziffern eines Manuskripts, das auf ein Dreieckpult gelegt wurde, hinter dem der goldgehöhte Löwe den Betrachter anblickt (Fol. 16v).
Initiale mit der anbetenden Madonna (Fol 17v), Blüten-Initiale auf Goldgrund (Fol. 21r), Barbara mit dem Turm (Fol. 27v), Heilige Anna (Fol. 28r),

Die Miniaturen zeigen:
1) Heiliger Christophorus (Fol. 24r)
2) Heiliger Sebastian (Fol. 26r)
3)
Verkündigung Mariae (Fol. 29r)
4) Kreuzigung Christi (Fol. 48r)
5) König David (Fol. 83r)
6) Memento mori, Darstellung des Todes auf dem Friedhof (Fol. 99r) – Wenige unwesentliche Farbwischer, Farbabplatzungen und Bereibungen, hier und da leicht gebräunt, aber kaum fleckig, insgesamt in sehr schöner Erhaltung. Vorsatz mit modernem Exlibris "John Rancis Neylan", erstes Blatt mit altem Stempel-Monogramm.

Schätzpreis
€ 14.000  

(US$ 15.400)
(GBP 12.460)
(CHF 15.400)


Los 1019 Horae Beatae Mariae Virginis
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