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Katalog Bibliotheca Scholastica » zur Buchabteilung
Bibliotheca Scholastica Auktion 113, Mi., 17. Apr., 15.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Boethius, A. M. S.
De philosophico consolatu

Los 1061

Boethius, A. M. S. De philosophico consolatu sive de consolationem philosophie: cum figuris ornatissimis noviter expolitus. 10 nn., CXXVI (recte: CXXVIII) num. Bl. Mit 78 Textholzschnitten, zahlreichen figürlichen Holzschnitt-Initialen und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 28 x 19,5 cm. Blindgeprägter Kalblederband des 16. Jahrhunderts (Gelenke geplatzt, Deckel dadurch gelockert, Kapitale mit Lederstreifen alt überklebt, Rücken im Stil der Zeit erneuert, mit goldgeprägtem RSchild des 19. Jahrhunderts; Remboîtage) mit 4 Messingbuckeln, 6 Messingbeschlägen und 2 intakten Messingschließen, sämtlich später aufgebracht, sowie blindgeprägtem Schnitt. Straßburg, Johannes Grüninger, 7. September 1501.

VD 16 B 6404. Adams B 2283. – Illustrierter Postinkunabeldruck seines fünf Bücher umfassenden und in Dialogform verfassten Hauptwerks Der Trost der Philosophie, in welchem Boethius seine philosophischen, insbesondere durch platonische und aristotelische Lehren beinflussten Vorstellungen zur Ethik und zur Metaphysik darlegt. Das Werk gliedert sich abwechselnd in 39 Prosatexte und 39 Gedichte und sollte als Protreptikon den Leser zu einem philosophischen Leben ermuntern. Es gilt als das letzte bedeutende philosophische Werk der Antike und bildete einen der am häufigsten kommentierten Texte des Mittelalters, als Schullektüre fand es im gesamten Mittelalter große Verbreitung. Mit gedruckten Interlinearglossen und den Text umfließenden Scholien von Thomas von Aquin. – Blätter Oii und Ov mit roter Kapitalstrichelung aus einem anderen Exemplar der Auflage ergänzt. Titel etwas feuchtfleckig und mit gestrichenem Eintrag, im oberen Bug mit Einriss und Läsur, ferner mit Klebespuren eines etwas größeren entfernten Exlibrisschildchens. Insgesamt etwas fleckig, einige Blatt auch leicht gebräunt, stellenweise mit schwachen Wasserrändern. Der Zwischentitel nach dem Proömium mit zwei restaurierten Einrissen, Blätter iii und iv mit kleinem Blattriss zwischen den Textkolumnen, Blatt Rii mit Einriss im weißen Seitenrand, Blatt Liv mit kleiner Fehlstelle in der unteren rechten Ecke. Durchgehend mit wenigen unauffälligen Wurmlöchern, erst am Schluss stärker betroffen und mit mehreren Wurmgängen (geringer Buchstabenverlust). Vorderes Innengelenk verstärkt. Sehr schöner Scholiendruck einer für die Gelehrtentradition des gesamten Mittelalters einflussreichsten Schriften. Der Einband wurde im 19. Jahrhundert restauriert und mit alten Messingbeschlägen und Schließen ausgestattet.

Schätzpreis
€ 6.000   (US$ 6.779)


Nachverkaufspreis
€ 4.000   (US$ 4.520)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Boethius, A. M. S.
Opera omnia

Los 1062

Boethius, A. M. S. Opera omnia. Praeterea iam acceserunt, Joannis Murmelij in v. lib. De Consolatione Philosophiae commentaria. Et in eosdem Rodolphi Agricolae Enarrationes. Item, Gilberti Porretae, Episcopi Pictauiensis in IIII. Lib. de Trinitate commentarij. Henricus Loritus Glareanus, Aritmeticam et Musicam demonstrationibus et figuris auctiorem redditam. 24 Bl. (d. l. w.), 1546 S., 1 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken und einigen schematischen Textholzschnitten. 31,5 x 20,5 cm. Leder des 19. Jahrhunderts (berieben, beschabt und bestoßen; mit alten montierten Deckelbezügen) mit RSchild und kleiner goldgeprägter Besitzervignette im unteren Rückenfeld. Basel, Heinrich Petri, 1570.

VD 16 B 6403. Adams B 2280 – Zweiter, verbesserter und erweiterter Basler Druck seines umfassenden Lehrbuchs. Die Ausgabe folgt der Edition des schweizer Universalgelehrten Heinrich Glareanus (1488-1563), die aus seiner fruchtbaren Zusammenarbeit mit Heinrich Petri und Erasmus von Rotterdam hervorging und zuerst ebenda im März 1546 erschien. Enthält Boethius' teils umfangreich kommentierte Übersetzungen verschiedener kanonischer Schriften vor allem des Aristoteles sowie von Porphyrios und Cicero. Im Anhang mit den beiden Boethiuskommentaren De consolatione philosophiae von Johannes Murmellius (1480-1517) und De sancta trinitate von Gilbert von Poitiers (um 1080-1155), ferner mit einigen pädagogischen Abhandlungen u. a. über die Schuldisziplin der Scholaren sowie das für die kanonische Bildung obligatorische Quatrivium der Septem artes liberales. – Gering stock- oder braunfleckig, das Schlussblatt verso etwas angestaubt. Titel im Bug mit dem fl. Vorsatz verklebt sowie verso mit montiertem Wappenexlibris des englischen Gelehrten und Antiquars Edward Rowe Mores (1731-1778). Wohlerhaltenes Exemplar.

Schätzpreis
€ 750   (US$ 847)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 565)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Bonaventura
Opera Omnia in tomos septem distributa

Los 1063

Das Gesamtwerk des Scholasten und "Fürsten aller Mystiker"
Bonaventura. Opera Omnia (Sancti Bonaventvrae ex ordine minorvm, S. R. E. cardinales, episcopi albanensis eximii ecclesiae doctoris, opera omnia in tomos septem distributa). Libris eius et opusculis undique conquisitis aucta. 7 Teile in 6 Bänden. Mit gestochenem Porträt-Frontispiz und 7 (1 gestochene, 6 geschnittene) TVignetten. 37,8 x 24 cm. Blindgeprägtes honigfarbenes Schweinsleder d. Z. (mit Kratzspuren, beschabt und bestoßen, Kapitele nur vereinzelt leicht lädiert, eine Bezugsläsur an der Kante) über schweren abgefasten Holzdeckeln mit zus. 12 intakten Metallschließen und mit Grünschnitt. Lyon, Philippe und Petri Borde und Laurent Arnaud, 1668.

Erste in Frankreich gedruckte Ausgabe, die die im Vatikan wie in deutschen Bibliotheken bewahrten Manuskripte berücksichtigte: "Nunc primum in Gallia, post correctissimas Romanam Vaticanam, & Germanicam editiones Typis mandata" (Titel).
Wahrhaft monumentale Gesamtausgabe der Werke des Heiligen Bonaventura (1221-1274) der als Giovanni di Fidanza in Bagnoregio geboren wurde und in Lyon, dem Druckort dieser vorliegenden Ausgabe, starb. Er gehört als Theologe und Philosoph zu den wichtigsten, fruchtbarsten und einflussreichsten Scholastikern des Hochmittelalters, wurde Generalminister der Franziskaner und Kardinal von Albano, wo Franziskanerorden ganze 17 Jahre lang führte. Aus seiner Feder entstammt auch die - hier ebenfalls enthaltene, etwa 1263 verfasste umfangreiche Biographie des Franz von Assisi. Seine Kanonisation fand im April 1482 durch Sixtus IV. statt - und 1588 titulierte ihn Sixtus V. den „Doctor seraphicus“ und „Fürsten unter allen Mystikern“ (Leo XIII.) offiziell zum Kirchenlehrer, zum “Doctor ecclesiae“.
Die Kollation der einzelnen Bände:     
(20) Bl., 445 (i.e. 441) S., (9) Bl. : Ill. (1 Kupferst.); (2) Bl., 476 (i.e. 474) S., (3) Bl.; (4) Bl., 380 S., (6) Bl; (4) Bl., 390 S., (3) Bl., 534 S., (2) Bl.; (4) Bl., 459 S., (2) Bl., 556 S., (46) Bl.; (2) Bl., 495 S.; (2) Bl., 825 S., (32) Bl. – Titel mit kleinem hs. Eintrag, Frontispiz mit kleinem alt hinterlegten Loch, teils etwas fleckig, und gebräunt, feuchtrandig und mit nur unbedeutenden Papierläsuren, meist gut erhalten und überaus eindrucksvoll gebunden. Mit Exlibris eines Minoritenkonvents in Glasgow: "Ex Bibliotheca Venerab: Conv: Glasguensis: Frat: Min de Obs: Rec: ad Immac: Concep: BMV ad Litt".

Schätzpreis
€ 1.400   (US$ 1.581)


Zuschlag
€ 1.000 (US$ 1.130)


Bonaventura
Opusculorum theologicorum

Los 1064

Bonaventura, Johannes. Opusculorum theologicorum. Hrsg. von Franciscus Zamora. 2 Bände. 28 Bl., 489 (recte 491) S.; 4 Bl., 850 S. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 33 x 22,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (mit erneuertem Rücken des 18. Jahrhunderts, Vorderdeckel des ersten Bandes mit Wurmspur, etwas fleckig und berieben). Venedig, Scotus, 1572.

IA 121.850. – Erste bei Hieronymus Scotus erschienene Ausgabe und die zweite von dem Vorsteher der Franziskaner, Franciscus Zamora (gest. 1571), herausgegebene Ausgabe, die erstmals 1564 erschienen war. "Er revidirte und verbesserte Bonaventuras Wercke" (Jöcher IV, 2143). – Titel mit hs. Besitzvermerk. Leicht gebräunt und braunfleckig.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 395)


Zuschlag
€ 250 (US$ 282)


Bonaventura
Opera omnia

Los 1065

Bonaventura, Sanctus. Opera omnia, in tomos septem distributa. Sixti V. Pont. Maximi iussu diligentissime emendata. Nunc primam in Gallia, post correctissimas Romanam Vaticanam, & Germanicam editiones typis mandata. 7 Bände. Mit gestochenem Portrait-Frontispiz, gestochener Titelvignette und 6 wiederholten Holzschnitt-Titelvignetten. Titel in Schwarz und Rot. 39 x 24 cm. Pergament d. Z. (etwas fleckig und berieben, Deckel schwach geworfen, Rücken teils mit Wurmlöchern und kleineren Fehlstellen; mit hs. RTitel). Lyon, Borde und Arnaud, 1668.

Graesse I, 483. – Lyoneser Nachdruck der Vatikanausgabe (1588-1596), die von Papst Sixtus V. in Auftrag gegeben wurde, nachdem er Bonaventura 1588 vom Heiligen zum Kirchenlehrer erhoben hatte. Bonaventura (1221-1274) gilt als einer der wirkungsgeschichtlich einflussreichsten Theologen der Scholastik. – Frontispiz im oberen Rand mit Wurmlöchern (außerhalb der Darstellung). Etwas gebräunt und stockfleckig.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 565)


Zuschlag
€ 350 (US$ 395)


Bonifatius VIII.
Liber sextus Decretalium.

Los 1066

Bonifatius VIII. Liber sextus Decretalium (ohne: Clemens V.Constitutiones). 104 (statt 162) num. Bl. 82 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 34 x 22 cm. Format: 42,8 x 29,2 cm. Druck in Rot und Schwarz, mit mehreren Schmuckinitialen in Rot, Blau und Grün. Braunes Kalbsleder d. Z. (nur fragmentarisch Erhalten, meist abgerissen, ohne die Schließen, stark fleckig, angeschmutzt und mit Läsuren) über schweren Eichenhholzdeckeln mit geometrischer Streicheisenlinien-Verzierung und 10 geschmiedeten und gehämmerten Eisenbeschlägen mit Rundbuckeln (teils korrodiert). Venedig, Baptista de Tortis, 4. XI. 1491.

Hain 5446. Hain-Copinger 3618. GW 4888. Goff B-1006. Proctor 4645. Pellechet 2578. Günther 3801. Rhodes 423. Sack 778. 788. Walsh 1934. ÖBMC V, 326. BSB-Ink B-728. CIBN B-714. IBE 1832. BMC V, 326. IBP 1199. IGI 1983. NB-Ink B-581. ISTC ib01006000. – Der erste Teil des kirchenrechtlichen Werkes mit den Decretalen des Papstes Bonifatius VIII. (1235-1303), der das Papstamt von 1294 bis 1303 inne hatte. Der Druck besteht aus zwei Teilen, neben Bonifatius auch noch die "Constitutiones Clementis papae V.", die - einzeln foliiert - hier nicht vorhanden sind (58 Bl.). – Das erste weiße Blatt mit einem flächendeckenden sehr interessanten, sauber geschriebenen zeitgenössischen Eintrag: "Sequitur designatio arboris consanguinitatis". Mit einigen interessanten zeitgenössischen hs. Marginalien und Unterstreichungen sowie hübschen Nota-bene-Händchen, ein Blatt mit kleinem Brandverlust (nur minimal im weißen Rand), stellenweise etwas braun- bzw. leicht feuchtfleckig, gegen Ende wurmlochgesprenkelt, sonst insgesamt gutes Exemplar, gedruckt auf bemerkenswert festem Papier und gebunden in einen sehr interessanten - wiewohl restaurierungsbedürftigen - Einband.

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.260)


Zuschlag
€ 1.200 (US$ 1.355)


Bossi, Egidio
Tractatus varii

Los 1067

Bossi, Egidio. Tractatus varii, qui omnem ferè crriminalem materiam excellenti doctrina complectuntur. 64 nn. Bl., 745 S. Mit Holzschnitt-Portrait auf dem Titel. 32 x 21,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (oberes Kapital am hinteren Gelenk mit kleinem Einriss, leicht berieben, Rücken mit Klebeschild, bestoßen, die 4 Bindebänder nur fragmentarisch erhalten) mit hs. RSchild, Deckel zur Hälfte mit Manuskript-Pergamentbezug unter Verwendung einer Handschrift d. 14. Jahrhunderts. Lyon, Erben Giunta, 1562 [und:] Marcus Tullius Cicero. In omnes orationes doctissimorum virorum lucubrationes. 1 Bl., 1406 (recte 1412) Sp., 14 Bl. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken. Venedig, Aldus, 1552.

I. IA 122.639. Baudrier VI, 304. Vgl. Adams B 2538. Nicht im STC.
II. IA 138.674. Adams C 1903. STC 180. EDIT 16 CNCE 27026. Fock 81. Ebert 4384b. Renouard, Annali delle edizioni Aldine, 153,4. – I. Einen anderen Teil dieser ersten Ausgabe druckte Faure für Séb. Honorat. Der Mailänder Jurist Egidio Bossi (1488-1546) untersuchte in seinem posthum veröffentlichten "Tractatus varii" sehr gründlich das Thema der Folter. – I. Titel mit hs. Besitzvermerk und zwei Bleichflecken. Leicht gebräunt. II. Titel mit Feuchtigkeitsfleckig und alter hs. Anmerkung. Leicht, stellenweise etwas braunfleckig. Hinterer Innenspiegl etwas wurmspurig und mit Besitzvermerk von "1583".

Schätzpreis
€ 650   (US$ 734)


Zuschlag
€ 500 (US$ 565)


Brenz, Johannes
Operum (Band I)

Los 1068

Brenz, Johannes. Operum. Band I (von 8). 10 Bl., 1107 (recte: 1109) S., 12 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und Holzschnitt-Portrait auf dem Titel verso. 34 x 20,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, leicht wurmstichig). Tübingen, Georg Gruppenbach, 1576.

VD16 B 7470. Adams B 2749. – Band I der ersten Gesamtausgabe, die bis 1590 noch auf acht Bände anwuchs und doch unvollendet blieb. Johannes Brenz (1499-1570) war als Reformator der Reichsstadt Schwäbisch Hall und des Herzogtums Württemberg eine der prägenden Figuren der Reformation im süddeutschen Raum. Das Druckersignet von Gruppenbach zeigt das in der christlichen Ikonographie beliebte Motiv vom Agnus Dei, wie es den drachenartigen Lindwurm besiegt. – Anfangs und am Schluss etwas wurmstichig. Insgesamt nur schwach gebräunt, einige wenige Annotationen und Unterstreichungen. Wohlerhaltenes Exempar, der zeitgenössische Einband mit den Reformatorenportraits von Luther und Melanchthon als Mittelplatten und der blindgeprägten Jahreszahl "1592".

Schätzpreis
€ 240   (US$ 271)


Zuschlag
€ 170 (US$ 192)


Breviarium Ratisponense
Herausgegeben im Auftrag von Rupert II., dem He...

Los 1069

Breviarium Ratisponense. Herausgegeben im Auftrag von Rupert II., dem Herzog von Bayern-Simmern und Bischof von Regensburg. Teil II (von 2; Abteilungen 10-16 von 16 des Pars aestivalis). 6 (statt 7) nn., XXXI num., 4 nn. Bl., num. Bl. XXXII-CCCXCV, 10 nn. Bl. 2 Spalten. 46 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 25,4 x 17,6 cm. Format: 35,7 x 26,6 cm. Mit großer 9-zeiliger eingemalter Schmuckinitiale in Rot und Blau mit reichem Federwerk, Text mit Initialen durchgehend in Rot und Schwarz gedruckt. Reich blindgeprägtes braunes Kalbsleder d. Z. (beschabt, bestoßen, mit einigen kleineren Fehlstellen an Gelenken und Rücken und minimal im Deckelbezug, teils restauriert, die Kapitale verstärkt) über massiven Holzdeckel mit 2 schlichten Messingschließen (ohne die 10 einstmals aufgebrachten Beschläge mit entsprechenden Hellungen, kleines Rückenschildchen). Bamberg, Johann Pfeyl, 10. X. 1495.

Hain 3886. GW 5435. Goff B-1177. Pellechet 2916. Schreiber 3621a. Bohatta 370. 374. Borm 619. Deckert 177. Dodgson I, 248. Geldner 37. Rhodes 441. Simáková-Vrchotka 488. Walsh 314. BSB-Ink B-886. CIBN B-845. ISTC ib01177000. Nicht im BMC, im IGI, bei Proctor, Oates, Polain und Voullième etc. – Zweite Ausgabe des seltenen, monumentalen Regensburger Breviers, das meist zweispaltig durchgehend in Rot und Schwarz gedruckt wurde und "das Bischof Rupprecht am 1. Dezember 1495 der Regensburger Geistlichkeit der großen Typen wegen zur Anschaffung empfohlen hat" (Geldner 68). Vorhanden ist der vollständige Sommerteil in sieben Unterabteilungen. Die "pars hiemalis" (mit den Abteilungen 1-9) ist diesem Exemplar nicht beigebunden.

Der Herausgeber, Bischof Rupert II. (1492-1507) gehörte der Familie von Zimmern an und besaß Titel und Wappen der Grafen von Sponheim. Der Text wurde besonders von Rader für die 'Bavaria sancta' benutzt, da die Proprien viele wichtige Unterlagen für die bayerische Heiligenverehrung enthalten. – Es fehlt zum Psalterium das erste Blatt mit dem Holzschnitt von Michael Wolgemut. Erstes Bl. mit großem unterem Randausschnitt, einige Blätter mit Eckausrissen und teils tiefen Einrissen sowie Gebrauchsspuren, Blatt LIII ist zu einem Drittel ausgerissen und unten breit angerändert, 276 mit großen Papierfehlstellen, vier Blätter der letzten Lage mit großen Papierschäden und Textverlust, teils hinterlegt. Insgesamt nur leicht gebräunt, tls. etwas fleckig und mit Feuchtigkeitsspuren sowie einem Griffregister aus Stücken von Bronzefirnispapier. Trotz der Gebrauchsspuren ein gutes, nahezu vollständiges Exemplar dieses überaus seltenen, nur in gerade einmal 20 öffentlichen Einrichtungen - und dort auch meist nur fragmentarisch - bewahrten Drucks. Weltweit sind wohl nur sieben Exemplare bekannt, die beide Teile enthalten.

Der zeitgenössische Einband ist bemerkenswert hübsch: Mit Rautenranken und Rosettenstempeln an verbindenden Akanthusranken geziertes Leder ummantelt die schweren, klobigen Eichenholzdeckel. Gerahmt wird der Mittelspiegel von Bordüren mit gestempelten Lilien in Rauten und geschwungenen Schriftbändern mit "MARIA" zwischen kleineren Blütenstempeln. Charakteristisch sind auch die größeren Rhombenstempel mit einem Greif in den vier Ecken des Vorderdeckels (vgl. Schunke 125, 20-21), was die Herkunft des Einbandes aus einer Nürnberger Werkstatt nahelegt (Nürnberg, Staindorffer K65). Auf dem Vorderdeckel eingeprägt in einer Gotica: "Pars estivalis", darunter das Wappen wohl eines Bayerischen Herzogtums, das von Löwen gehaltene Allianzwappen mit Schrägbalken, links oben ein steigender Löwe, rechts unten die Rauten, in der Mitte ein kleiner Schild mit Schachbrettmuster.

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.649)


Zuschlag
€ 3.800 (US$ 4.294)


Busti, Bernhardin von
Rosarium sermonum

Los 1070

Busti, Bernhardin von. Rosarium sermonum predicabilium ad faciliorem predicantium commoditatem nouissime compilatum. 2 Bände. 26 nn., CCXXXIII fol., 1 w. Bl.; 16 nn. (d. l. w.), CCCXLIII (recte: 349) fol. Bl. 28 x 19,5 cm. HPergament d. Z. über Holzdeckeln und blindgeprägten Kalblederbezug (mit deutlichen Schabspuren; ohne die Schließen). Hagenau und Augsburg, Heinrich Gran für Johann Rynman, 8.V.1508.

VD16 B 1918. Vgl. STC 171. Graesse I, 582. – Zweiter Druck der Predigtsammlung des Minoritenpaters Bernhardin von Busti (1450-1513), der bei Heinrich Gran in Hagenau erschien und ebenda noch zwei weitere Ausgaben erlebte. – Es fehlt das weiße Schlussblatt von Band II. Stellenweise etwas wurmstichig oder wasserrandig, erste Lage in Band I und Schlusslage von Band II etwas ausgebunden und gelockert, Blätter AAv und AAvi in Band II mit deutlichem Blattverlust (etwas mehr als 3 Kolumnen, hs. ergänzt). Exemplar aus der Bibliothek des Klosters Aldersbach, mit entsprechendem Eintrag auf den Titelblättern.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.016)


Zuschlag
€ 600 (US$ 677)



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