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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Katalog Bibliotheca Scholastica » zur Buchabteilung
Bibliotheca Scholastica Auktion 113, Mi., 17. Apr., 15.00 Uhr


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Kapitel Bibliotheca Scholastica (Lose 1001 - 1285) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Peikhart, Franciscus
Matthaeus oder Erklärung der evangelischen Besc...

Los 1223

Peikhart, Franciscus. Matthaeus oder Erklärung der evangelischen Beschreibung Matthäi [und:] Marcus, Oder Erklärung Der Evangelischen Beschreibung Marci [und:] Lucas, Oder Erklärung Der Evangelischen Beschreibung Lucä [und:] Joannes, Oder Erklärung Der Evangelischen Beschreibung Johannis. 4 Bände. Titel in Schwarz und Rot. Mit 4 Holzschnitt-Druckermarken. 33 x 20,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (etwas berieben, stellenweise fleckig) mit hs. RSchild und 2 intakten Schließen. München und Ingolstadt, Crätz, 1753.

VD18 1241140X, 12411418, 12560588, 14058111. De Backer-Sommervogel VI, 435, 46. Welzig 316. – Erste Ausgabe. Der Jesuit Franciscus Peikhart (1684-1752) war 25 Jahre lang Domprediger zu St. Stephan in Wien und besaß einen guten Ruf als Kanzelredner, besonders durch seine Auslegung der Evangelien. – Titel gestempelt ("Ad bibliothecam capucinorum veteris oettingae"), meist ohne die fliegenden Vorsätze. Titel des zweiten Teils mit Einrissen und kleinen Fehlstellen im Bug; stellenweise etwas braunfleckig. Band drei fehlen die letzten drei Blätter des Registers, dieser Band stellenweise etwas gebräunt und braunfleckig, am Schluss leicht wurmspurig im Seitenrand. Band vier gelegentlich braunfleckig.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 565)


Zuschlag
€ 300 (US$ 338)


Pétau, Denis
Opus de theologicis dogmatibus. Antwerpen

Los 1224

Die Überwindung des Scholasmus durch Denis Pétau
Pétau, Denis. Opus de theologicis dogmatibus, auctius in hac nova editione. Libro de Tridentini Concilii Interpretatione, Libris II., Dissertationum Ecclesiasticarum, Diatriba de Potestate Consecrandi, Libris VIII., De Poenitentia Publica, & Notulis... Tomus Primus [bis] Sextus. In quo de Deo uno, Deíque proprietatibus agitur. 6 Teile in 3 Bänden. Mit 6 wdhl. gestochenen TVignetten, Titel in Schwarz und Rot. 40 x 24 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (leicht abgegriffen, angestaubt, beschabt, bekratzt, berieben) über schweren abgefasten Holzdeckeln mit 6 intakten ziselierten Messingschließen sowie hs. RTitel (mit Klebeschild). Antwerpen, G. Gallet, 1700.

De Backer-Sommervogel VI, 608, 47. Ebert 16127. – Hauptwerk des Jesuiten-Theologen und -Historikers Denis Pétau (latinisiert Dionysius Petavius; 1583-1652). "Son meilleur ouvrage, malheureusement inachevé, est celui où il traite des 'Dogmes théologiques': il entreprit d'y donner à la théologie une face nouvelle en renonçant à la forme scolastique des anciennes Sommes pour employer un style plus oratoire, ainsi qu'aux distinctions de l'école pour remonter aux écrits des Pères, qu'il possédait à fond. Son érudition est prodigieuse, son jugement sûr et droit. Toutes les écoles de théologie, dit Huet, retenissent du nom du P. Petau" (Hoefer XXXIX, 690). Die "Beste Ausgabe dieses geschätzten Werks" (Ebert a. a. O.). – Titel mit Eintrag des Jesuitenkollegs Ingolstadt "Collegij S. J. Ingolstadij 1722" und Vorsatz mehrfach gestempelt mit zwei Exlibris auf den Vorsätzen, ein Vorsatz mit größerem Ausschnitt, wenigen Einträge, nur vereinzelt gering fleckig und teils etwas gebräunt, im Block meist sehr schön erhalten, eindrucksvolles Werk in festen, stabilen zeitgenössischen Schweinslederbänden mit voll funktionsfähigen ziselierten Messing-Schließen an Schweinslederlitzen und mit Messingzapfen.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 565)


Zuschlag
€ 300 (US$ 338)


Petrarca, Francesco
Annotatio nonnullorum librorum (Opera latina, T...

Los 1225

Petrarca, Francesco. (Opera latina, Teil II). Annotatio nonnullorum librorum seu epistolarum Francisci Petrarche. Vita Petrarche edita per Hieronymum Squarzaficum Alexandrinum. 188 nn. Bl. 30 x 21 cm. Moderner marmorierter HLederband mit goldgeprägtem RTitel. Venedig, Simone de Luere für Andreas Torresanus de Asula, 17.VI.1501.

     EDIT 16 CNCE 31762. Adams P 773. STC 502. – Zweiter Band der zweiten lateinischen Ausgabe der Schriften Petrarcas, der neben seinen Briefen auch den Erstdruck der Biographie Petrarcas durch Girolamo Squarciafico enthält. Noch rund 50 Jahre später wurde die Lebensbeschreibung unrevidiert in die Basler Petrarca-Ausgaben von Henricus Petri übernommen, wodurch sie zu einer der meistgelesenen Biographien des Dichters wurde und noch im 19. Jahrhundert für kontroverse Diskussionen sorgte. Die Lagen 16 und 17 sind doppelt gezählt und die Lage 20 wurde übersprungen, das Exemplar ist so vollständig (vgl. Adams). – Titel und Schlusblatt fleckig und mit kleineren Randläsuren, zwei Blatt der ersten Lage aus der Bindung gelöst, das erste Textblatt mit dem Beginn der Vita mit einigen Annotationen, die Lagen 6 und 7 mit Wurmspur im Textspiegel (geringer Buchstabenverlust), Blatt 16vi mit unschönem Ausriss im Seitenrand (kein Textverlust) sowie doppeltem Blatteinriss ebenda, das Folgeblatt 17i mit Einriss und kleiner Fehlstelle im Bug (minimaler Textverlust). Wenige Blatt zu Beginn mit kleinem Wasserrand, sonst nur vereinzelte geringe Flecken. Zweispaltiger Druck.

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.649)


Nachverkaufspreis
€ 3.500   (US$ 3.954)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Petrarca, Francesco
Opera quae extant omnia. Hrsg. von J. Herold.

Los 1226

Petrarca, Francesco. Opera quae extant omnia. In quibus praeter Theologica, Naturalis, Moralisque Philosophiae praecepta, liberalium quodque artium Encyclopediam, Historiarum thesaurum, & Poesis divinam quandam vim, pari cum sermonis maiestate, coniuncta invenies. 2 Teile in 1 Band (libri I-IV). 14 Bl., 1131; 205 S. (ohne das le. mit der TVignette). Mit Holzschnitt-Titelvignette. 34 x 20,2 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben und bestoßen, Kapital eingerissen, ohne die Bindebänder, Kanten beschabt) mit hs. RTitel. (Basel, Henricpetri, 1581).

VD16 ZV 12343. Adams P 777. – Die zweite Ausgabe des Gesamtwerks aus der Feder des berühmten italienischen Dichters Francesco Petrarca (1304-1374), mit all seinen Schriften, den Sonetten an Laura, mit denen er zum Begründer der europäischen Liebeslyrik wurde. Die Titelvignette zeigt ein Profilbild des lorbeergekrönten Dichters. – Ohne das letzte Blatt mit der Druckermarke. Titel und hin und wieder im Block vereinzelt mit Wasserrändern, nur vereinzelte marginale Papierläsuren, vereinzelt etwas stärker gebfäunt und braunfleckig, ordentlich.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 565)


Zuschlag
€ 250 (US$ 282)


Petrus Lombardus
Sententiarum libri IV cum conclusionibus Henric...

Los 1227

Petrus Lombardus. Sententiarum libri IV cum conclusionibus Henrici de Gorichem et problematibus S. Thomae. 290 (statt 292; ohne 2 w.) nn. Bl. 2 Spalten. 54 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 22,2 x 13,2 cm. Format: 29 x 21 cm. Mit Holzschnitt-Druckermarke am Schluss, 8-zeiliger blauer Initiale mit reichem roten Federwerk über die Kolumne, zahlreichen roten und blauen Lombarden, teils mit Federwerk, Alinea in Rot und Blau sowie durchgehender Rubrizierung. Reich blindgeprägtes Schweinsleder um 1560 (Rücken mit kleinen Schnittspuren, sonst nur minimale Fehlstellen oder Läsuren im Bezug, fleckig, beschabt und bestoßen) über abgefasten Holzdeckeln (ohne die Schließen). Basel, Nikolaus Kessler, 23.V.1487.

Hain-Copinger 10194. GW 32480. Goff P-490. Proctor 7660. Pellechet 9177. Kaufmann-Nabholz 532. Beasecker 39. Boros 15. Collijn 1193. Hartig 549. Madsen 3174. Marx 23. Mendes 979. Oates 2813. Ohly-Sack 2308-2311. Raffel 377. Rhodes 1381. Sack 2794. 2795. Schlechter-Ries 1463. Sheehan P-213. Walsh 1205-1206. Zdanevyc 361. BMC III, 764. BSB-Ink P-383. CBB 3119. CIH 2642. IBE 4539. IBP 4341. IDL 3663. ip00490000. – Frühe, noch in der vierten Inkunabel-Dekade gedruckte Ausgabe der Sentenzen, des Hauptwerks aus der Feder des scholastischen Theologen Petrus Lombardus (1095-1160), der in Paris die Kathedralschule von Notre Dame leitete und als Bischof von Paris wirkte. Der aus der Lombardei stammende Petrus wurde als "Magister sententiarum" gerühmt, da er zahlreiche Lehrsätze und Lebensweisheiten formulierte, die er zur Stärkung des Glaubens schriftlich niederlegte.
Zum ersten Mal wurden die "Sententiarum libri IV" schon im Jahre 1468 in Straßburg gedruckt, woran man schon die Bedeutung dieses Textes für die damalige Lehre und der Scholastik verhafteten Theologie erkennen kann. Es folgten weitere Ausgaben in Straßburg (1471-1472), Venedig (1477, 1486), Nürnberg (1481, 1491, 1500), Basel (1482, 1484, 1486) und Freiburg im Breisgau (1493) und Lyon (1500). In dieser Reihe ist die vorliegende die achte, die jedoch erstmalig die Zusammenfassungen, die "Conclusiones" des aus den Niederlanden stammenden Kölner Theologen Heinrich von Gorkum (latinisiert Henricus de Gorinchem; 1378-1431) enthalten.
"Petrus Lombardus, gest. um 1160, aus der Gegend von Novara in der Lombardei, in Bologna, Reims und Paris ausgebildet, hier dann Leiter der Kathedralschule und 1159 Bischof, ist durch seine systematische, methodisch von Abaelard beeinflußte Darstellung der Theologie (Sententiarum libri IV) berühmt geworden. Das Werk gelangte, wenn auch in Einzelfragen angefochten, infolge der Klarheit und Überzeugungskraft der Darstellung sowie der besonnenen Beurteilung der Quellen, unter denen sich erstmalig in der Scholastik Johannes von Damaskos befindet, zu großem Ansehen und wurde oft kommentiert" (Tusculum). – Es fehlen die beiden weißen Blätter Q6 und S6, das dritte weiße ist vorhanden (t8 mit hübschem Wasserzeichen Ochsenkopf). Nur wenige kleine Wurmspuren, im weißen Rand (ohne Texteverlust), kaum feuchtrandig oder gebräunt, Titel mit hs. Beischrift (Autorname) und Signaturzeichen, gedruckt auf festem, sauber gepresstem Papier im 18. Jahrhundert beschnitten, dennoch breitrandiges, sehr schönes Exemplar in einer noblen Remboîtage (Vorsätze erneuert) mit einer Erlöserrolle eines mit "MC" (auf der Kreuzigungsdarstellung) signierenden süddeutschen Buchbinders. Aus der Bibliothek eines Johannes Geßner mit dessen Verkaufsvermerk "Vendid. J. G. Gesner B".

Schätzpreis
€ 3.500   (US$ 3.954)


Zuschlag
€ 2.800 (US$ 3.163)


Petrus Lombardus
Sententiarum Textus per capitula

Los 1228

Petrus Lombardus. Petri Lombardi Parrhysiensis ecclesie quondam antistitis: viri divinarum rerum eruditissimi: Sententiarum Textus per capitula ... recenter distinctus. 6 Bl., 213 S., 27 Bl. Mit Holszschnitt-Druckermarke auf dem Titel und breiter vierteiliger Holzschnitt-Bordüre von Urs Graf auf dem Titel, Titel in Rot und Schwarzdruck. 31 x 20,4 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (mit kleiner Fehlstellen auf dem VDeckel, Rückenstück am Kapital abgerissen, stärker beschabt und bestoßen sowie mit Flecken und Kratzspuren, insgesamt aber fest und sehr gut im Bund) über schweren Eichenholzdeckeln mit vier Schließbeschlägen (ohne die Schließbügel) und hs. Titel auf dem VDeckel. Basel, (Adam Petri von Langendorff für Ludwig Hornken), 20. I. 1516.

VD16 P 1873. Adams P 898. STC 688. Panzer VI, 198. Hollstein XI, 288. Hieronymus II, 131 unmd 142. – Zweite Ausgabe der Sentenzen im 16. Jahrhundert. Das Hauptwerk aus der Feder des scholastischen Theologen Petrus Lombardus (1095-1160), der in Paris die Kathedralschule von Notre Dame leitete und als Bischof von Paris wirkte. Der aus der Lombardei stammende Petrus wurde als "Magister sententiarum" gerühmt, da er zahlreiche Lehrsätze und Lebensweisheiten formulierte, die er zur Stärkung des Glaubens schriftlich niederlegte. An der vorliegenden Ausgabe arbeiteten die humanistischen Herausgeber, Kommentatoren und Beiträger wie Romanus Aegidius, Daniel Meyer, Henricus de Frimaria, Henricus de Gorrichem und Andreas Cratander. Die erste von Ludwig Hornken finanzierte und von Adam Petri gedruckte Ausgabe war 1513 erschienen. Die klare, linig geschnittene Titeleinfassung des Basler Goldschmieds, Kupferstechers, Zeichner und Holzschneiders Urs Graf dem Älteren (1485-1528) illustriert mit ihren zahlreichen, der römischen Antike entlehnten Motiven eindrucksvoll den Geist des Basler Humanismus. – Es fehlt ein Blatt (a1). Titelblatt gebräunt und mit kleinen Randläsuren, unwesentliche winzige Wurmlöchlein, kaum irgend fleckig, insgesamt ausgezeichnetes Exemplar des herrlichen Druckes, der als späte Postinkunabel noch ganz der Ästhetik der Wiegendruckzeit verhaftet ist.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.016)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 565)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Philon von Alexandrien
Scriptoris eloquentissimi

Los 1229

Philon von Alexandrien. Scriptoris eloquentissimi, ac philosophi summi, lucubrationes omnes quotquot haberi potuerunt, Latinae ex Graecis factae. 4 Bl., 720 S., 14 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 32 x 22 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d.Z. (Vordergelenk angeplatzt, leicht berieben) mit montiertem hs. Antiphonarblatt d. 16. Jh. Basel, Episcopius, (1561).

Etwas spätere Ausgabe. Autor ist Philon von Alexandria (um 15/10 v. Chr - 40 n. Chr.), der wohl bekannteste Denker des hellenistischen Judentums. – Zu Beginn stellenweise mit Textunterstreichungen, leicht gebräunt. Bindung teils gebrochen, teils geschwächt, vorderes Innengelenk gebrochen. Letzte Lage teils gelöst.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 338)


Zuschlag
€ 1.400 (US$ 1.581)


Picus de Mirandula, Johannes
Opera. Venedig, Bernardinus de Vitalibus, 1498.

Los 1230

Picus de Mirandula, Johannes. Opera. Mit Beigaben von Johannes Franciscus de Mirandula und Cyprianus, Thascius Caecilius. 262 nn. Bl. 2 Spalten. 44 Zeilen. Rom. Typ. Schriftraum: 24,5 x 14,5 cm. Format: 31,2 x 21,5 cm. Mit Initialspatien. Reich blindgeprägtes dunkelbraunes Leder d. Z. (ohne den Rücken, teils nur fragmentarisch erhalten) über schweren Holzdeckeln (restauriert und komplett neu aufgebunden, dabei die originalen Lederfragmente fachmännisch aufkaschiert). Venedig, Bernardinus de Vitalibus, 9. X. und 14. XII. 1498.

Hain 12994. Hain-Copinger 12993. GW 33286. Goff P-634. Proctor 5526. Pellechet 9284. Klebs 764.2. Bodleian P-288. Günther 3839. Hartig 567. Hubay 1664. 1667. Mendes 1031. Rhodes 1402. Sack 2872. 2873. Walsh 2611. 2612. BMC V, 548. BSB-Ink P-481. CIBN P-345. CBB 3144. 3144A. CIH 2718. IBE 4600. IBP 4432. 4434. IDL 3697. IGI 7733. 7735. ISTC ip00634000. ip00640000. – Dritter Inkunabeldruck der Werke des großen italienischen Philosophen und Humanisten Giovanni Pico Conte della Mirandola (1463-1494), der mit seiner Abhandlung "Über die Würde des Menschen", die "Oratio de hominis dignitate" bzw. "Discorso sulla dignità dell'uomo" das Idealbild des modernen Menschen beschreibt, der als freier Entscheider selbstbewusst in seiner Welt steht. Die erste Ausgabe war 1496 in Bologna, zwei Jahre nach dem Tode Picos erschienen. – Vorsätze neu, die ersten Blätter etwas fleckig- bzw. fingerfleckig und mit Randläsuren, gegen Anfang etwas wurmstichig, mit durchgehender, sehr sauberer zeitgenössischer Foliierung oben rechts. Ein minutiös geführtes handschriftliches Register auf der letzten Seite und einem zusätzlich eingehefteten Blatt mit Hunderten von Einträgen derselben humanistischen Hand, die hin und wieder auch Marginalien hineinschrieb. Das Register ist sowohl ein Stichwort- als auch ein Namensverzeichnis von A-Z, das mit "laus deo" endet. Zusammen mit den Einträgen ist es ein interessantes Beispiel der zeitgenössischen Rezeptions- und Benutzergeschichte der Inkunabeln am ausgehenden Mittelalter und der beginnenden Neuzeit. Was wurde ins Register aufgenommen, unter welchem Stichwort wurden Themen verzeichet etc., das sind Fragen die der italienischen Renaissanceforschung mit diesem Band anheim gestellt sind.
Die letzte Lage mit kleinem Feuchtfleck unten im Bug, sonst durchgehend sehr sauber, kaum gebräuntes, sehr schönes Exemplar aus der Bibliothek des ersten Baronet of Coughton, Sir Robert Throckmorton (1599-1650) mit dessen eigenhändigem Exlibris-Vermerk auf der ersten Seite, darunter ein späterer Eintrag "Bibl. Weston" mit Datumseitrag in Rot.
Nicht zuletzt ist der Einband bemerkenswert, reich geziert mit fleuralen Stempeln im von dreifachen Fileten gezogenen Rautenmuster, das als Mittelspiegel von einem ornamentalen Zickzackband umgeben ist. Stilisierte Granatapfelmuster deuten auf eine süddeutsche Werkstatt hin.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.520)


Zuschlag
€ 3.800 (US$ 4.294)


Platon
Opera translatione Marsilii Ficini

Los 1231

Platon. Opera translatione Marsilii Ficini, emendatione et ad Graecum codicem collatione Simonis Grynaei, summa diligentia repurgata, quibus subiectus est index quam copiosissimus. 6 Bl., 952 S., 24 Bl. Mit 2 (wiederholten) Holzschnitt-Druckermarken und zahlreichen kleinen Holzschnitt-Initialen. 30,5 x 20,5 cm. Leder d. Z. (Rücken kaum sichtbar und fachmännisch erneuert) mit goldgeprägtem RTitel. Basel, Hieronymus Froben d. Ä. und Nikolaus Episcopius d. Ä., 1546.

VD16 ZV 12560. Adams P 1446. STC 702. – Lediglich in der Online-Version des VD 16 nachgewiesener Frobendruck. Der Florentiner Humanist Marsilio Ficino (1433-1499) erstellte im Auftrag Cosimo de Medicis die erste vollständige lateinische Übertragung der Dialoge Platons, die epochale Ausgabe erschien zuerst 1484 im Druck. Seine kommentierte Textausgabe sorgte für die Wiederentdeckung der Platonischen Dialoge während der Renaissance. Ficinos vom Neuplatonismus Plotins geprägtes Platonverständnis, insbesondere sein Kommentar zum Symposion, wurde wegweisend für die Frühe Neuzeit und beschäftigt die Platonrezeption bis in die Gegenwart. – Erste Blatt sowie die Schlusslagen etwas wasserrandig, das letzte Blatt mit Quetschfalten und restaurierten Rändern. Sonst wohlerhalten und typographisch ansprechend gedruckt.

Schätzpreis
€ 750   (US$ 847)


Zuschlag
€ 400 (US$ 451)


Platon
Opera quae extant omnia

Los 1232

Platon. Opera quae extant omnia. Ex nova J. Serrani interpretatione, perpetuis eiusdem notis illustrata. Henr. Stephani de quorundam locorum interpretatione iudicium, & multorum contextus Graeci emendatio. 3 Bände. 18 Bl., 542 S., 1 w. Bl.; 4 Bl., 992 S., 1 w. Bl.; 4 Bl., 416, 139 S., 2 w. Bl. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und einigen Holzschnitt-Initialen und -Kopfstücken. 35 x 22,5 cm. Marmoriertes Leder d. 18. Jahrhunderts (Gelenke teils angeplatzt, leicht berieben und beschabt) mit 2 goldgeprägten RSchildern und RVergoldung. (Genf), H. Estienne, 1578.

Adams P 1439. Renouard 145-146. Moeckli 93. – Erste vollständige Gesamtausgabe mit griechisch-lateinischem Paralleltext. "Henri Estienne's monumental edition of Plato, the first complete edition, which for two centuries remained the indispensable instrument of Platonic studies; to this day its pagination is universally accepted as the standard system of reference to the text of Plato. Of all Henri Estienne's publications the 'Plato' is perhaps the most lavishly decorated ... it is the only publication in which Estienne used his entire series of decorative headpieces. Although this sumptuous 'Plato' further contributed to Estienne's financial ruin, it is also (after the 'Thesaurus') the work which most contributed to his fame" (Schreiber 201). – Band eins: Titel mit einigen hs. Anmerkungen. Zahlreiche Blätter in der oberen Ecke feuchtrandig. Einige hs. Anmerkungen im Rand und Textunterstreichungen. Band zwei: Titel mit zahlreichen Einrissen und Feuchtigkeitsflecken. Zu Beginn und am Ende etwas, teils auch stärker feuchtrandig. Band drei: leicht gebräunt, selten leicht feuchtrandig, sonst wohlerhalten.

Schätzpreis
€ 2.200   (US$ 2.485)


Zuschlag
€ 2.400 (US$ 2.711)



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