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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Handschriften, Alte Drucke Auktion 114, Di., 15. Okt., 17.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Cassiodorus, Flavius Magnus Aurelius
Historia tripertita

Los 1077

Cassiodorus, Flavius Magnus Aurelius. Historia tripertita. Habes candidissime lector historiam tripertitam Cassiodori senatoris viri de regimine Ecclesie primitive: que antea quam plurimis scatebat erroribus adamussim emendatam. 128 Bl. (die letzten 2 weiß). Titel in Rot und Schwarz. Mit vierteiliger figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 17 x 12 cm. Moderner Kalbslederband mit etwas Goldprägung. Lyon, Jacques Giunta, 1534.

Baudrier VI, S. 157f. Nicht bei Adams, Graesse und Ebert. – Zweite Giunta-Ausgabe, die erste erschien ebenda 1526. Zweispaltiger Druck seiner in zwölf Bücher verfassten lateinischen Kirchengeschichte, die Cassiodor aus den griechischen Quellen der Kirchenhistoriker Theodoret, Sozomenos und Sokrates übertrug. Das Druckersignet von Giunta am Schluss zeigt eine Fleur-de-lis in einer Baumkrone, flankiert von zwei Löwen mit Wappenschild. – Titel unter dem Impressum mit kleiner Fehlstelle (minimaler Bildverlust bei der Bordüre), Blatt F2 mit sehr kleinem Loch im Satzspiegel, das Blatt mit der Druckermarke mit kleiner hinterlegter Fehlstelle im weißen Seitenrand. Titel und das weiße Schlussblatt sauber mit Japanpapier hinterlegt. Insgesamt wohlerhaltenes und sauberes, da behutsam gewaschenes Exemplar.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 495)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 330)

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Catullus, Gaius Valeries
Opera

Los 1078

Catullus, Gaius Valeries, und Albius Tibullus, Sextus Aurelius Propertius, Gaius Cornelius Gallus. (Opera). 158 num., 2 nn. Bl. Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre. 10,2 x 5,5 cm. Pergament vom Anfang des 19. Jahrhunderts (leicht berieben) mit goldgeprägtem RTitel und goldgeprägter Filete auf den Deckeln. Paris, P. Vidou, 1528.

Seltene Pariser Ausgabe. – Vorsätze mit hs. Anmerkungen. Aus dem Besitz des englischen Akademikers und Büchersammlers John Sparrow. Über den Worldcat nur ein Exemplar in der Universitätsbibliothek Texas nachweisbar (Signatur: PA 6274 A2 1528). Hinterer Innenspiegel mit Exlibris.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 220)

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Chronica
Namhafftigsten Geschichten

Los 1079

Chronica, darinnen auff das kürzest werden begriffen, die namhafftigsten Geschichten, so sich under allen Kaysern, von der geburt Christi, biß auf das 1538 Jar verlassen haben. Gemert und gebessert. Titel in Rot und Schwarz. 96 Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 19 x 14 cm. Modernes Halbleinen. (Augsburg, Philipp Ulhart d. Ä., 1538).

VD16 C 2464. STC 204. Nicht bei Adams. – Frühe Ausgabe, der erstmals 1531 erschienenen Chronik, die bei Cäsar beginnt, von der Geburt Christi berichtet und zahlreiche weitere römisch-antike Regenten behandelt und eine Vielzahl an kriegerischen Auseinandersetzungen und deren Folgen thematisiert, beispielsweise heißt es für das Jahr 1530 "Under solchem Scharmützek ist ainer erschlagen worden, ain Lantzknecht [...] Ain Büchsenmaister durch unfürsichtiges laden tod beliben, auch ainer von aim baum erfallen, unnd noch einer vom geschütz tödtlich verwundt worden" (Blatt XI). – Titel allseitig beschnitten und mit montierten Papierstreifen ergänzend angesetzt, mit nachgedunkeltem Feuchtigkeitsfleck. Gelegentlich mit hs. Randanmerkungen, stellenweise etwas feuchtrandig.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 495)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 330)

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Diogenes Laertius
Peri bion, dogmaton kai apophthegmaton

Los 1084

Diogenes Laertius. Peri bion, dogmaton kai apophthegmaton ton en philosophia eudokimesanton (graece). De vitis, dogmatis & apophtegmatis libri X. 8, 494, 40, 432 S. Mit kleiner Holzschitt-Druckermarke. 16,5 x 9,5 cm. Kalbleder des 18. Jahrhunderts (berieben, Ecken und Kanten etwas beschabt) mit reicher RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. (Genf), Henri Estienne, 1570.

Adams D 482. Schweiger 97. – Seltener erster Druck bei Henri Estienne. Griechisch-lateinische Ausgabe der antiken Philosophenviten mit dem separaten Kommentar Estiennes, der hier auch den lateinischen Text des toskanischen Humanisten Ambrogio Traversari (1386-1439) verbessert. Dessen 1433 im Auftrag Cosimo de' Medicis erarbeitete erste lateinische Übersetzung aus dem Griechischen erschien erstmals 1472 im Druck und entfaltete eine starke Nachwirkung unter den humanistischen Gelehrten der Zeit. Die Editio princeps des griechischen Originaltextes erfolgte dann 1533 in Basel bei Froben. – Titel mit zwei (einem verblassten) Besitzeintrag. Etwas stockfleckig, die Schlusslage mit größerem Braunfleck in der rechten unteren Ecke. Insgesamt woherhalten.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 660)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 440)

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Estienne, Robert
Thesaurus linguae Latinae seu promptuarium dict...

Los 1090

(Estienne, Robert). Thesaurus linguae Latinae seu promptuarium dictionum et loquendi formularum omnium ad Latini sermonis perfectam notitiam assequendam pertinentium, ex optimis auctoribus concinnatum. 4 Bände. Mit 4 wdhl. Holschnitt-Titelvignette 40 x 25,5 cm. Leder von um 1780 (Gelenke gebrochen, Deckel gelöst, stark berieben, etwas beschabt) mit 2 goldgeprägten RSchildern und RVergoldung. Lyon, 1573.

Adams S 1822. Baudrier VI, 460. Brunet II, 1070. – Vierte Ausgabe des erstmals 1531 in Paris erschienenen Wörterbuchs, dem grundlegenden Werk der lateinischen Sprache. Die Besonderheit dieses Wörterbuchs besteht darin, dass es neben dem 'klassischen' Latein auch spätantike und frühchristliche lateinische Texte miteinbezieht und so einen allumfassenden Wissensstand vermittelt. – Alle Bände im unteren Rand und Bug mal mehr, mal weniger stark feuchtrandig. Leicht gebräunt und braunfleckig. Exlibris.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 660)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 440)

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Ficino, Marsilio
De vita libri tres

Los 1093

Ficino, Marsilio. De vita libri tres. 16 Bl., 340 S., 2 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 16,5 x 10 cm. Pergament d. 19. Jahrhunderts (etwas fleckig) mit goldgeprägtem RSchild. Basel, (Andreas Cratander und Johann Bebel), 1532.

VD16 F 948. Durling 1545. Vgl. Graesse II, 576. – Spätere Ausgabe mit der "Apologia" und dem "Epidemiarum antidotus". Bei den "vita libri tres" handelt es sich um ein medizintheoretisches Werk, das durch praktische Anleitungen zum Erhalt und zur Wiederherstellung der Gesundheit beiträgt, Hinweise für ein langen Lebens gibt und den Einfluss astrologischer Konstellationen auf die physische, psychische und geistige Verfassung nennt. – Im Stil einer Inkunabel mit roter Tinte regliert. Sehr selten mit hs. Randanmerkungen. Seite 26 und 27 etwas fleckig. Leicht gebräunt und gebring braunfleckig. Fliegender Vorsatz recto mit hs. Notiz. Vorderer Innenspiel mit Tintenfleck.

Schätzpreis
€ 750   (US$ 825)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 550)

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Flavius Josephus
Historien und Bücher

Los 1094

Flavius Josephus. Historien und Bücher: Von alten Jüdischen Geschichten , zwentzig, sambt eynem von seinem Leben; Vom Jüdischen Krieg ... Von der Juden altem Herkommen wider Apionem ... Von Meysterschafft der Vernunfft, und der Machabeer Marter. Titel in Rot und Schwarz. 6 nn., 524 num., 20 nn. Bl. Mit breiter figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre, 111 Textholzschnitten von Tobias Stimmer und Holzschnittschnitt-Druckermarke am Schluss. Angebunden: Hegesippus. Fünff Bücher: Vom Jüdischen Krieg, und endlicher zerstörung der Heyligen und gewaltigen Statt Jerusalem. Jetz newlich auß dem Latein auffs trewlich verteutschet. Titel in Rot und Schwarz. 6 nn., 118 num., 5 nn. Bl. Mit breiter figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre, 21 Textholzschnitten von Tobias Stimmer und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 35 x 22 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (Fehlstellen ergänzend durch Leder angesetzt, etwas stärker berieben und gebräunt) über Holzdeckeln mit abgefasten Kanten und 2 (von 4) Messingschließbeschlägen (ohne die beiden Schließen). (Straßburg, T. Rihel), 1575.

VD16 J 982 und H 1262. Muller III, 545 f., 50/51. Goedeke II, 319, 5. Graesse III, 482. ADB XVIII, 71f. (Lautenbach). – Zweite Straßburger Ausgabe in der Übersetzung des Theologen, Pastors, Bibliothekars, Übersetzers und Schriftstellers Conrad Lautenbach (1534-1595). Die Holzschnitte wurde nach den Vorlagen Tobias Stimmers u. a. von C. van Sichem und Hans Christoffel ausgeführt und gehören "zu den schönsten Erzeugnissen der Formschneidekunst der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts" (Thieme-Becker 32, 59). – Titel sowie der vordere fliegende Vorsatz mit Eckabschnitt (ohne Darstellungsverlust). Zu Beginn und am Schluss stark feuchtrandig. Blatt 103 des Flavius' mit Eckausriss (ohne Textverlust), Blatt 125v mit hs. Anmerkung im unteren Rand. Stellenweise etwas braun- und stockfleckig.

Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.320)


Nachverkaufspreis
€ 800   (US$ 880)

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Fracastoro, Girolamo
Opera omnia

Los 1095

Fracastoro, Girolamo. Opera omnia, in unum proxime post illius mortem collecta... Accesserunt Andreae Naugerii orationes duae carminaque nonnulla. 2 Teile in 1 Band. 6 nn., 285 (recte: 281) num. Bl.; 32 num. Bl. Mit Holzschnittdruckermarke auf dem Titel, blattgroßer Holzschnittbordüre mit zwei kleinen Medaillonportraits und einigen schematischen Textholzschnitten. 23,5 x 16,5 cm. Späterer Pergamentband (etwas fleckig und berieben) mit RVergoldung und 2 goldgeprägten RSchildern. Venedig, Erben L. A. Giunta, 1555.

Baumgartner-Fulton 32. STC 275. Adams F 817. Durling 1631. Waller 3168. Wellcome I, 2396. Hirsch-Hübotter II, 589. – Erste Werkausgabe der Schriften des aus Verona stammenden Renaissancegelehrten Girolamo Fracastoro (um 1477-1553), der sich als Arzt und Dichter auch umfassend mit den naturwissenschaftlichen Disziplinen Astronomie, Kosmologie, Geologie, Pharmakologie und Biologie befasste. Enthält u. a. "Homocentricorum sive de stellis liber unus", "De causis criticorum dierum libellus", "De sympathia & antipathia", "De contagionibus & contagiosis morbis & eorum curatione", "De vini temperatura sententia", "Syphilides sive de morbo Gallico libri tres", einige poetische Schriften etc. – Etwas stockfleckig und mit zahlreichen Unterstreichungen sowie einigen Marginalien. Am Schluss von Teil I mit restaurierter Wurmspur im oberen Bug, Teil II mit geschlossener Wurmspur in der oberen rechten Ecke (teils minimaler Buchstabenverlust) sowie im unteren Bug. Mit Schnitttitel.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 990)


Nachverkaufspreis
€ 600   (US$ 660)

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Gesner, Conrad
Chirurgia. De Chirurgia scriptores optimi quiqu...

Los 1099

Gesner, Conrad. Chirurgia. De Chirurgia scriptores optimi quique veteres et recentiores, plerique in Germania antehac non editi. 10 nn., 408 (recte 406) num., 21 nn. Bl. (ohne d. le. w.). Mit 2 wdhl. Holzschnittdruckermarken, zahlreichen figürlichen Holzschnittinitialen sowie 171 Textholzschnitten. 31,5 x 20,5 cm. Blindgeprägtes Pergament d. Z. (berieben, bestoßen, fleckig, RDeckel mit Feuchtigeitsfleck, unteres Kapital aufgeplatzt) über abgefasten Holzdeckeln mit 2 ziselierten Messingschließen (eine Spange fehlt) und mit hs. RTitel. Zürich, C. Gesner, 1555.

VD16 G1707. Adams G 520. Durling 960. Wellisch A.36.1. Osler 643. Waller 1960. Garison-Morten 5562. Wellcome I, 1460. – Erste Ausgabe. "Various treatises on surgery, mostly written by Gessner's contemporaries in Italy, France, and Germany: J. Tagault, M. Santo, A. Bolognini, M. Biondo, A. Ferri, J. Lange, Oribasius, O. Brunfels etc. Gessner himself contributed the treatise 'De medicinae chirurgiae praestantia et antiquitate ... observationes' (S. 393-408)" (Wellisch). Gesner setzt einzelne Werke zur Chirurgie welche bis 1555 erschienen sind, teils mit Inhaltsangaben, meist mit bibliographischen Angaben zusammen und schafft so nicht nur ein bedeutendes Gesamtwerk, sondern auch eine der ältesten medizinischen Bibliographien.

Die Holzschnitte zeigen verschiedene Instrumente und Vorgehensweisen zu Operationen. – Titel angefalzt, mit kleiner Wurmspur und Besitzvermerk in brauner Tinte. Innengelenk brüchig. Wenige einzelne Blätter mit winzigem, teils hinterlegtem Randausriss. Mit Griffregister aus hs. beschriebenen Pergamentlitzen. Der Vorderdeckel ist mit einer Ornament- und einer Heilsrolle (mit David, Johannes, Paulus, Christus) und der Rückdeckel mit einer Tugend-, Ornament- und der selben Heilsrolle verziert. Aus der Bibliothek des Christophorus Wenceslaus Graf von Nostitz mit dessen großem (14 x 11cm) gestochenen Wappen-Exlibris auf dem Innendeckel.

– Beigebunden: Bernard Dessen von Kronenburg. De Compositione Medicamentorum ... Libri X. 18 nn., 154 num. Bl. Mit zwei wdhl. Holzschnittdruckermarken. Frankfurt, Egonolph, 1555. - VD16 C5943. Durling 1120. Hirsch-Hübotter II, 247. Ferguson I, 188. Erste Ausgabe der frühen Medikamenten- und Rezeptkunde, die nicht nur für Mediziner und Pharmazeuten, sondern auch für alle interessierten Studiosi verfasst wurde: "Non Medicis & Pharmacopoeis tantùm sed omibus insuper rerum cognoscendarum studiosis, utilisimi parter ac necessa rij. Ubi singula ad ipsissimam uertatem expenduntur, plurimi errores aperiuntur, & controuersiae frequentes conciliantur. Dessen "ein hochbedeutender, zum Teil in Italien gebildeter Arzt, Humanist, Gegner des Parcelsus, gest. 1574 in Köln, schrieb unter Hinweis auf etwa 200 Quellschriften ein wertvolles Buch ... in dem er, unter Hinweis auf den üblichen Trug, genaue Prüfungen aller Arzneimittel anempfiehlt" (Schelenz 409). - Titel fleckig. Buchblock mit durchgehendem schwachem Wasserfleck.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.400)


Nachverkaufspreis
€ 2.400   (US$ 2.640)

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Álvares, Francisco
Legatio David Aethiopiae regis

Los 1109

Rarissimum: Gesandschaftsschreiben des äthiopischen Kaisers Lebna Dengel
Lebna Dengel Dawid II. - Legatio David Aethiopiae Regis, ad Sanctissimum D. N. Clementem Papam VII. una cum obedientia, eidem sanctissimi D. N. praestita. Eiusdem David Aethiopiae regis legatio, ad Emanuelem Portugalliae regem. Item alia legatio eiusdem David Aethiopiae regis, ad Ioannem Portugalliae regem. De regno Aethiopiae, ac populo, deque moribus eiusdem populi, nonnulla. 23 nn. Bl. (ohne d. le. w.). Mit Kapitalspatien und je einer 4- und einer 6-zeiligen Holzschnitt-Initiale. 20,4 x 14,3 cm. Wurzelmarmoriertes geglättetes Kalbsleder um 1760 (kaum bestoßen) mit goldgeprägtem roten RSchild, reicher RVergoldung, goldgeprägter Mäander-Bordüre auf den Deckeln, Stehkantenfilete und Innenkantenvergoldung, hübschen Marmorpapier-Vorsätzen und dreiseitigem Goldschnitt. Bologna Jacob Remolen, 1533.

EDIT16 CNCE 64221. Gay 2603 (mit ausführlicher Inhaltsangabe). Vgl. Kainbacher 15. Nicht bei Göllner und Atabey. – Erste überaus seltene Ausgabe der "Legatio David Athiopiae Regis", der Gesandschaftsschreiben des äthiopischen Kaisers Lebna Dengel (1497-1540), der 1508 als David II. Negus von Äthiopien war. Enthalten sind drei Briefe des Lebna Dengel, des zweiten Nachfolgers gleichen Namens nach dem Negus David I. Konstantinos (1350-1413) und dem biblischen König David, dessen Enkel Menelik I., Sohn des Königs Salomon und der Königin von Saba, als Gründer des ältesten, durchgehend unabhängigen Staates Afrikas gilt.

Zwei der Briefe sind an die portugiesischen Könige Manuel I (1469-1521) bzw. João III (1502-1557) gerichtet, der dritte an
Papst Clemens VII. (1478-1534). In allen wird die Treue zum christlichen Glaube sowie die Unterwürfigkeit unter das katholische Pontifikat bekräftigt und die Könige wie den Papst um Beistand und konkrete militärische Hilfe gegen die Invasion der Osmanen ersucht.

1533 gedruckt von Jakob Remolen aus dem belgischen Aalst (Bononiae apud Iacobum Remolen Alostensem) erfuhr das Werk - ebenfalls jeweils nur in wenigen Exemplaren erhaltene - Ausgaben in italienischer, spanischer, portugiesischen, französischer und deutscher Sprache (vgl. Gay). Die deutsche Ausgabe wurde unter dem Titel herausgegeben: "Bottschafft des Großmechtigsten Konigs David, aus dem grossen und hohen Morenland, den man gemeinlich nennet Priester johann, an Babst Clemens den Siebenden ... Erstlich, ein kurtze beschreibung des Morenlands ... Ein Sendbrieff des Moren königs, an König Emanuel von Portugal ... Ein kurtz Summarium von dißem Moren könig, seinen Völgkern, und yhren Sytten (Dresden, Stöckel, 1533 - diese und weitere Auflagen siehe Kainbacher a. a. O.)

Als Autor gilt der portugiesische Priester und Missionar Francisco Álvares (1465-1540), der 1515 mit einer diplomatischen Mission am Hofe des äthiopischen Negus Lebna Dengel beauftragt worden war. 1533 reiste er nach Rom, um im Auftrage des Negus' ein Sendschreiben an Papst Clemens VII. zu überbringen. Die Briefe an die portugiesischen Könige hingegen hatte der Äthopier Zagazabo schon 1527 ausgeliefert. "In 1533 the 'Legatio David Aethipiae regis ...' was published at Bologna. This work cites the royal titles of King David (Lebna Dengel) in Latin, including his Salomonic descent: 'David, dilectus à Deo, columna fidei, cognatus stirpis Iuda filius David, filius Salamonis, filius columnae Syon ... etc. [...] De Góis published the letters of the Ethiopian rulers in Latin. The original Ge'ez letters were translated by P. de Covilhão and Alvares into Portuguese, and written down by João Escolar, the embassy clerk. Later Paolo Iovius (Giovio) translated them into Latin (Munro-Hay Stuart, The Quest for the Ark of the Covenant: The True History of the Tablets of Moses, 2005, S. 247, Anm. 113).

Seite F1verso weist eine Kuriosität auf, eine falsche Kustode "dem", die auf die nächste Seite F2recto verweist, wo der Text allerdings mit "Christianam" beginnt. Tatsächlich ist der hier zitierte Brief aber vollständig, auch handelt es sich nicht um eine Kustode, sondern um die (satzästhetisch eigentlich unstatthafte) Auslagerung einer Silbe in die nächste Zeile: "... quod praeter caetera eius & progenitorum suorum ingentia erga Rempub. & fi-dem Christianam merita, etiam de ipso Dauìd Regne benemereatur". – Titel minimal fleckig, sonst sehr sauber, höchst dekorativ gebunden. Sehr selten. In Italien ist lediglich ein einziges vollständiges Exemplar in der Biblioteca Nazionale di Firenze vorhanden.

Schätzpreis
€ 4.500   (US$ 4.950)


Nachverkaufspreis
€ 3.500   (US$ 3.850)

(Verfügbarkeit erfragen!)

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