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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Wertvolle Bücher Auktion 115, Di., 7. April, 15.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Missale-Doppelblatt
Lateinische Handschrift in roter und schwarzer ...

Los 1008

Missale-Doppelblatt. Mit dem Introitus zum Hochtag am 29. Juni, dem Petrus- und Paulusfest. Lateinische Handschrift in roter und schwarzer Tinte auf Pergament mit schwarzer romanischer Quadratnotation auf fünfzeiligem roten System und 6 Zierinitialen in Rot-, Blau-, Schwarz- und Gelb. Schriftspiegel 45,5 x 27 cm. Format 59 x 41 cm. Italien Ende des 16. Jahrhunderts.

Dekoratives, sehr großes und bemerkenswert wohlerhaltenes Doppelblatt aus einem italienischen Missale mit dem Introitus zum Fest der Heiligen Petrus und Paulus: "Christum regem regum adoremus dominum qui martyrio crucis beatum glorificavit Petrum apostolum". Die hübschen kalligraphischen Initialen in mehreren schwellenden Balken mit Gelbhöhung, die vier großen roten und blauen Initialen sind jeweils in einem Rechteckkasten mit hübschem Federwerk umspielt. – Randeinriss schon damals mit Papiernaht, etwas gebräunt, leicht wellig. Insgesamt sehr dekorativ und ausgefaltet überaus groß (59 x 82 cm).

Schätzpreis
€ 400   (US$ 440)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 275)

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Seebach, Johann Wilhelm von
und Handlung einer neu erfundenen Bombarde

Los 1012

Eine "Bombarde" für Zarin Elisabeth I.
Seebach, Johann Wilhelm von. "Beschreib und Handlung einer neu erfundenen Bombarde. Der man sich im Kriege bey allen vorkommenden Entreprisen zu Waßer und Lande mit Nutzen und Vortheil gebrauchen kan. Durch behörige Figuren und beygefügte Erklährungen deutlich vorgestellet". Deutsche Handschrift auf Papier. 10 (2 w.) nn. Bl. mit hs. Text. Mit Titel in Sepia-Kalligraphie in großer radierter Rahmenbordüre, hs. Widmungsblatt in Federkunst-Kalligraphie mit gezeichneter Adler-Vignette und 53 Bl. Tafeln mit Federzeichnungen von Soldaten mit Waffen sowie 52 Bl. mit hs. Titeln und Erklärungen. 37 x 24,6 cm. Dunkelbraunes Kalbsleder d. Z. (brüchig, mit Läsuren, Bezug teils nur als Fragment erhalten, restauriert und komplett neu aufgezogen) über schweren Holzdeckeln mit Resten von RVergoldung und goldgeprägter Deckelbordüre. Gotha, den 10. Augusti 1746.

Der Zarin Elisabeth I. (1709-1762) gewidmetes handschriftliches Exemplar eines reich illustrierten Traktats zur Vorstellung einer neuen Schusswaffe, einer "Bombarde", mit der die Ausrüstung der Kaiserlich Russischen Armee erheblich verbessert werden sollte. Autor ist der Artilleriegeneralmajor und Oberst Johann Wilhelm von Seebach (1678-1757) aus dem Herzogtum Sachsen-Gotha und Sachsen-Altenburg, der zum Kommandanten von Gotha und Schloss Friedenstein befördert worden war.

Bei dem Manuskript handelt es sich um eine in wohl mehreren Abschriften hergestellte Werbungsschrift für seine Erfindung, die an mehrere Potentaten geschickt werden sollte. Zumindest ist uns ein weiteres Exemplar (in ähnlicher Aufmachung und nahezu exakt gleichem Umfang) bekannt, das der niederländischen Armee zugedacht, jüngst für 15.000 Euro verkauft werden konnte.

Unser Exemplar ist der Zarin Elisabeth I. persönlich vom Autor gewidmet: "Der Allerdurchlauchtigsten Großmächtigsten Czaarin und Großen Frauen Elisabeth Petrowna Kayserin des Großen und Kleinen Reußlandes Aller Reußen selbst Erhalterin ec. ec. Meiner Allergnädigsten Kayerin Czaarin und Großen Frauen" (darüber das gekrönte Zarenwappen mit dem doppelköpfigen Adler; Fol. 2).

Nach diesem kalligraphischen Widmungsblatt folgt die ausführliche Ansprache an die Kaiserin (Fol. 3-5; mit Spatium, in das wohl noch eine Wappenmalerei o. ä. eingemalt werden konnte). Der handschriftliche deutsche Text in schwarzer Feder endet: "Ew. Kayserl. Maj. wollen gegenwärtiges Buch sich nur allerunterthänigst zu Füßen gelegt seyn laßen, worinnen durch Figuren die Handhabung mit obgedachten Gewehr vorgestellet, und die Übung in demselben sichtbar gemacht worden. Weder die Hand des Künstlers soll dabey von einiger Würkung seyn, noch der Nutzen obgedachter Maschine dadurch in einiges Licht gesetzt werden, hingegen hat dadurch einigen Schwürigkeiten abgeholfen werden sollen, welche wider der Bombarde und deren Einführung gemacht werden können, ich aber suche nur mein Verlangen zu befriedigen, Ew. Kayserl. Maj. meine allerunterthänigste Ehrfurcht zu gezeigen: und einer Monarchin meine neuerfundene Waffen zu widmen, welche durch die Gewichtigkeit ihrer Handlungen … durch die Mäßigkait ihrer Absichten durch eine eine mehr als mütterliche Liebe gegen Länder und Unterthanen zu dann Künsten und Wißenschaften und endlich durch die ansehnlichste Macht zu Waßer und zu Lande zu einer Beschützerin der Freyheit von Europa, und einer Bewunderung der Welt gemacht hat …"

Eigenhändig von dem Autor unterschrieben (Fol. 5r): "Gotha d. 10. Augusti 1746 - aller unterthänigster Knecht Johann Wilhelm Von Seebach. General Mayor u. Oberst d’artillerie". Es folgt eine ausführliche "Weise Kriege zu führen" mit einer Anleitung, wie die "Bombarde" zu führen und zu bedienen sei. (Fol. 7r-9v) sodann 52 nummerierte Figuren in schwarzer, brauner und schwarzbrauner Federzeichnung, jeweils mit einem vorgeschalteten Beschreibungsblatt, auf dem verso in brauner Sepiatinte Anleitungen zum Exerzieren, Kommandieren, Salutieren mit der Waffe gegeben werden: "Das Gewehr Hoch. Der Soldat beginnt mit beyden Händen das Gewehr hoch wie bey dem ersten Tempo, wie die Figur No. 11 zeiget" etc.

Bei der "Bombarde" handelt es sich um eine Art Vorderlader-Trichtergewehr, die beim Schießen mit der Pike (Hellebarde) gestützt wird, wie es etwa schon im Jahre 1729 von dem Gothaer Hofbüchsenmacher Tobias Gräfenstein erfunden wurde (vgl. seine Modelle in der Dresdener Rüstkammer unter Inv. Nr. G 1570), der eine ähnliche "Bombarde", eine Art Granatwerfer entwickelt hatte. Die hübschen, meist wohl von einer Hand stammenden Illustrationen zeigen jeweils eine Figur, einen Grenadier beim Gebrauch der Waffe, woran die fachgerechte Verwendung eingeübt werden soll. Allerdings geht es bei den Darstellungen sichtlich auch mehr um die dekorative Qualität als um eine reine Gebrauchsanleitung - was ebenfalls für den Charakter der Schrift als Werbung für den Erwerb der Waffe spricht. – Vorhanden sind 53 Darstellungen (1-52, 47 doppelt vergeben) mit 52 Erklärblättern. Einst stärker lädiertes, braun-, stock-, spor-, feucht- und wasserfleckiges Exemplar, das komplett restauriert, gewaschen, ergänzt und neu aufgebunden wurde (unter Verwendung neuen Vorsatzpapiers etc.). So sind viele Blätter mit Fehlstellen, Ausrissen etc. teils ergänzt, angesetzt, teils auch angefasert, was zu einem insgesamt erstaunlich gutem Resultat geführt hat. Die Schriftteile sind nahezu komplett erhalten und gut lesbar, ebenso sind die Darstellungen fast durchgehend gut sichtbar und in guter Erhaltung, strichsicher und konstrastreich. Interessantes Forschungsmaterial für die Militärgeschichte Deutschlands im 18. Jahrhundert.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 13.200)


Nachverkaufspreis
€ 9.000   (US$ 9.900)

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Biblia aethiopica
Ge'ez Handschrift auf Pergament. Um 1840

Los 1020

Biblia aethiopica. Äthiopischer Codex mit Evangelientexten. Ge'ez-Handschrift auf Pergament. 138 (statt ?) nn. Bl. 2 Spalten. 19-23 Zeilen. Text in Schwarz und Rot. Schriftraum 11,8 x 8,5 cm. Format ca. 17 x 11 cm. Mit ganzseitiger Kreuzigungs-Miniatur. Holzdeckelband d. Z. (Rückdeckel alt gesprungen und mit Hanfschnüren durch Löcher fixiert, ohne Bezug) in zugehörigem zweiteiligen Lederfutteral-Schuber mit breitem Lederriemen). Äthiopien Ende des 19. Jahrhunderts.

Texte der Evangelien des Neuen Testaments in ordentlichem, gut lesbaren Ge'ez-Duktus in schwarzer und roter Tinte auch Pergament. Bewahrt in einem zweiteiligen Futteralschuber, dessen beide Teile mittels eines durch Schlitze in dem über die Seiten gezogenen aufgenähten Bodenleder-Ledergurts zusammengehalten werden. Das innere Futteral schmiegt sich der Handschrift perfekt an, kann oben mit zwei Flankenlaschen und einer langen Klapplasche geschlossen werden und an dem seitlichen Lederriemen in das äußere Futteral geschoben werden. Somit wurde das Buch vor allem Unbill der Steppe und den Fährnissen des Lebens der Wüstenbewohner geschützt. Der Riemen diente gleichzeitig zur Befestigung am Sattelknauf oder an dem Gürtel des Beduinengewandes (der Riemen ist vollständig erhalten und oben vernäht). Zu den Handschriften vgl. E. Hammerschmidt, Illuminierte Handschriften der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Graz 1977, S. 19.

Die Pergamentseiten der Handschrift sind durchgehend regliert: zunächst wurden die Zeilen durch kleine Nadelstiche am äußeren Rand vorgegeben, wobei man beim Durchstich gleich mehrere Bögen bearbeiten konnte. Sodann wurden die Linien mit einem Falzbeil gezogen. Bei den Texten handelt es sich wohl um Teile der Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Die Incipits, Nomina sacra, Überschriften und wichtige Passagen wurden mit roter Tinte eingesetzt.

Bemerkenswert hübsch ist die ganzseitige bis zu den Rändern eingemalte Kreuzigungsminiatur eines recht begabten Künstlers, der die Physiognomien Christi, der Maria und des Johannes eindrucksvoll inszenierte, wobei die beiden letzteren als Pleurants Tränenstriche unter den Augen haben. – Bindung gelöst, einige Lagen lose, möglicherweise fehlen auch Blätter. Mit mehreren späteren Zusätzen, wohl Gebeten, eingeschrieben mit roter und violettfarbener Tinte. Vier Spalten sind ausgerieben, die Miniatur in besonders schöner, stimmungsvoller Farbigkeit, kaum Läsuren, kleiner Überstrich, wenige Abplatzungen. Meist sauber.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 660)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 440)

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Gregorius I. Magnus
Moralia in Job. 321 (statt 329) nn. Bl.

Los 1024

Gregorius I. Magnus. Moralia in Job. 321 (statt 329) nn. Bl. 2 Spalten. 56-58 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum 28,8 x 18 cm. Format 37,5 x 28 cm. Mit Initialpatien und anfänglicher Kapitalstrichelung in Rot (erste Lagen). Halbpergament vom Ende des 18. Jahrhunderts (stärker lädiert, beschabt, bestoßen, Bezugspapier fehlerhaft, fleckig, angestaubt). Köln, Konrad Winters, um 1476.

Hain-Copinger 7927. GW 11431. Goff G-429. Proctor 1177. Pellechet 5377. Bodleian G-219. Borm 1191. Hartig 288. Kaplan 234. Madsen 1792. 1793. Nentwig 183. Ohly-Sack 1289. Sack 1629. Simáková-Vrchotka 845. Walsh 396. Wilhelmi 263. Zedler 316. ISTC BMC I, 246. BSB-Ink G-317. CBB 1714. CIH 1473. IBP 2492. IDL 2096. ISTC ig00429000. Nicht in der Bibliothèque Nationale (CIBN). – Einer der frühesten Drucke aus der Kölner Offizin des Konrad Winters, die dritte Ausgabe der "Moralia in Job" aus der Feder Gregors des Großen nach neuesten Forschungen ins erste Druckjahr Winters zu datieren. Der einst zwischen 1476 und 1479 datierte Druck (Goff "before 20 Sept. 1479?) konnte nunmehr noch weiter eingegrenzt werden, "nicht nach 11.VI.1478. - Zur Datierung vgl. Gerardy in Gutenberg-Jahrbuch 1971, S. 22" (GW). Dem Druck waren die Nürnberger Ausgabe des Johann Sensenschmidt vom 10.-11. September 1471 sowie die Basler von Berthold Ruppel um 1472-1474 vorangegangen. "The first known date connected with Winters", schreibt der BMC, "is 1475, written by a rubricator in the Munich copy of Leonardus de Utino, Sermones quadragesimales. The first printed date is 8 November, 1476, found in two books. The last is that of Andreae, Hieronymianus, 9 August, 1482. Winters was using signatures in 1479, but did not always employ them, and his printing practice was generally irregular" (BMC I, 245). – Es fehlt die letzte Lage L8 (Lagenformel a-o¹° p¹¹ q8 rs¹° t8 vx¹° y8 zA-D¹° E8 F-H¹° I8 K¹° L8), die ersten Blätter mit Einrissen und kleinen Fehlstellen (Wurmlöchern etc.), Blatt 1 komplett hinterlegt (auf weißer Seite recto), Blatt 2 mit Stegverstärkung, die erste und wenige weitere Lagen im Falz alt verstärkt, hin und wieder kleine Wurmschäden, gegen Ende etwas stärker, dort auch mit Bräunungen und Feuchträndern sowie Sprenkelflecken von Oben, einige ältere Stegverstärkungen, hin und wieder alte und neuere Kommentare in Sepia, im Block aber meist gut erhalten. Vorne ein älteres Blatt mit einem später hinzugesetzten Titel (ganz in der Manier der Inkunabelzeit) mit kleiner Lombarde. Bemerkenswert breitrandiges Exemplar des prachtvollen Druckes aus der Offizin des Konrad Winter zu Köln, gedruckt auf festem Papier.

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.500)


Nachverkaufspreis
€ 3.500   (US$ 3.850)

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Antonius Florentinus
summae reverendissimi

Los 1043

Antonius Florentinus. Prima (- Quarta) pars summae reverendissimi in christo patris. Repertorium totius summae. 5 Teile in 2 Bänden. 84 (l. we.) BI.; 169, 1 we. Bl.; 216 Bl.; 304 Bl.; 244 Bl. Mit 5 (3 mit "D S" monogrammierten) Titelholzschnitten. 31,5 x 21,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (etwas fleckig, berieben und wurmstichig, im Bezug teils angeplatzt, stellenweise beschabt) über Holzdeckeln mit zwei intakten Messingschließen. (Basel, Johann Petri, Johann Amerbach und Johann Froben, 1511).

VD16 A 2959. Adams A 1215. Stockmeyer-Reber S. 48, No. 41. Nagler 11, 1369. Dogdson Nr. 32-33. Bock, Meister DS, Nr. 35 und 36. Nicht im STC. – Erste Baseler Ausgabe des theologischen Gesamtwerkes von dem dominikanischen Theologen Antonius Florentinus (1389-1459), des Erzbischofs von Florenz. Bei diesem Hauptwerk handelt es sich um ein Handbuch der Ethik, eine Sittenlehre, die aber auch ethische Fragen einer gerechten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung untersucht. – Band eins zu Beginn im unteren Rand etwas stärker feuchtrandig. Leicht gebräunt, braun- und fingerfleckig. Titel des dritten Teils etwas wurmstichig; Diesem Teil sind zwei Blätter der Lage M doppelt eingebunden (M1+8). Der zweite Band stellenweise im Rand mit leichten Wurmspuren und im hinteren Innenspiegel mit längeren hs. Anmerkungen von älterer Hand. Gelegentlich mit Griffregister, leicht gebräunt und braunfleckig.

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.750)


Nachverkaufspreis
€ 1.800   (US$ 1.980)

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Augustinus, Aurelius
Prima [bis] Undecima pars librorum divi Aurelii...

Los 1047

Einheitlich zeitgenössisch gebundene erste Gesamtausgabe des Kirchenvaters
Augustinus, Aurelius. (Opera). Prima [bis] Undecima pars librorum divi Aurelii Augustini. 11 Teile in 9 Bänden. Mit nahezu blattgroßem Holzschnitt des Meisters des Haintz Narr und mehreren schematischen Textholzschnitten. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (stellenweise gering beschabt, bestoßen und fleckig, Band XI mit Bezugsschäden durch Feuchtigkeit, kleine Fehlstellen) über massiven Holzdeckeln, jeweils mit einer Messingschließe (bis auf zwei Schließen sind alle intakt). Basel, Johann Petri, Johann Amerbach und Johann Froben, 1505-1506.

VD16 A 4147. IA 110.079. Adams A 2156. Stockmeyer-Reber 47, 32. Hieronymus, Petri-Schwabe, 10. – Erste Gesamtausgabe der Schriften des Kirchenvaters, des Heiligen Augustinus von Hippo (354-430), der mit seinen theologisch-philosophischen Werken für das ideologische Konstrukt des Christentums der Westkirche verantwortlich war und wie kaum ein Autor sonst das ganze Mittelalter hindurch gelesen, zitiert, kommentiert und bearbeitet wurde. So entstand der wagemutige Plan, sein monumentales Gesamtwerk im Druck zu veröffentlichen, wofür sich nicht weniger als die drei bedeutendsten Basler Drucker zusammenschlossen: Johann Petri, Johann Amerbach und Johann Froben. Im Kolophon des Schlussteils nennen sie sich stolz als "Ioannes tres, cives basilienses".

"Dies ist die berühmte Ausgabe, zu welcher sich Amerbach mit Nichtachtung aller Mühe und Unkosten von überall her Handschriften zu verschaffen suchte, aus denen dann ... Augustinus Dodo seinerseits mit nicht geringer Mühe den richtigen Text herzustellen beflissen war (Stockmeyer-Reber).

Aufgebaut ist die Ausgabe in chronologischer Folge nach den Stadien der Vita des heiligen Kirchenvaters. Die ersten drei Teile sind wie hier meist in einem Band zusammengefasst, sie enthalten die frühen Schriften vor und nach der Taufe. Es folgen Teile IV-VIII mit den Schriften, die Augustinus als Bischof der nordafrikanischen Stadt Hippo Regius (an der Mittelmeerküste im Westen des heutigen Algerien) verfasste oder herausgab. Die Teile IX-XII enthalten schließlich die Schriften, die nicht in seinen "Retractationes" bezeugt sind.

Bis auf den siebten Teil versah der philologisch und humanistisch gebildete Drucker und Verleger Johann Amerbach alle Teile mit einer eigenen Vorrede. Der typographisch hervorragende Basler Druck entspricht noch ganz dem Stil der Inkunabelzeit. Benutzt wurde eine gotische Rotunda, die sog. "Agustinustype Amerbachs", allergdings wurden einige Textteile auch schon in einer Antiqua, die griechischen Zitate mit einer präzisen, bereits mit Akzenten versehenen Typen gesetzt.

Augustinus' populärstes Werk, "De civitate dei" hat im siebten Band Platz gefunden, es füllt den ganzen Band aus. Amerbach hatte den "Gottesstaat" schon 1489 in seiner Offizin gedruckt, allerdings ließ er für die vorliegende Ausgabe neben den Kommentaren von Nicolaus Trivet und Thomas Waley auch diejeingen des François de Meyronnes und des Jacopo Passavantis beiggegeben.

Der prachtvolle große Holzschnitt (19,5 x 14 cm) ist "das erste fassbare und zugleich bedeutende Werk des Meisters des Haintz Narr" (Hieronymus, Oberrheinische Buchillustration I, 82). Er wurde schon in Amerbachs Ausgaben der "Civitas dei" von 1489 und 1490 verwendet. Dargestellt ist Augustinus am Schreibpult mit der Feder, darunter links Adam und die Gottesstadt ("Syon"), rechts Kain und der vom Satan regierte Menschenstaat ("Babylon"). – Einige Abschnitte sind sorgfältig rubriziert, wenige alte Anmerkungen, vereinzelt gering wurmstichig und stellenweise etwas, meist nur leicht wasserrandig. Vier Blätter (H4-I1) in Teil IX mit längerem Einriss (bis zur Textmitte), sonst herrliches, meist wunderbar weißes, sauberes und frisches Exemplar aus der Bibliothek der 1841 aufgehobenen Benediktinerabtei Muri im Aargau, mit deren Exlibris und hs. Besitzvermerken. Der Titel von Teil I mit Wappen-Stempel des Abtes Hieronymus Frey. Titelblatt recto und verso mit neueren Bibliotheks- und Dubletten-Stempeln, teils auch auf wenigen weiteren Seitenrändern in den Blöcken. In dieser Vollständigkeit und einheitlichen, zeitgenössischen Bindung von äußerster Seltenheit.

Schätzpreis
€ 10.000   (US$ 11.000)


Nachverkaufspreis
€ 7.000   (US$ 7.700)

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Augustinus, Aurelius
Opera

Los 1054

Augustinus, Aurelius. (Opera). Hrsg. von Erasmus von Rotterdam. 10 Teile in 5 Bänden. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und wdhl. Holzschnitt-Druckermarken sowie einigen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 36 x 24,5 cm. Holzdeckelbände d. Z. (vorderes Gelenk des 1. Bandes gebrochen, leicht berieben und bestoßen, gering wurmstichig) mit breitem blindgeprägtem Schweinslederrücken d. Z. (etwas stärker berieben, mit Fehlstellen und Wurmspuren). Basel, Ambrosius und Aurelius Froben, 1569.

VD16 A 4153. Adams A 2166. IA 110.042. Nicht im STC. – Spätere Ausgabe der berühmten Basler Augustinus-Gesamtausgabe. Die 1569er Ausgabe ist, so wie sie hier vollständig vorliegt, selten. Gedruckt wurde sie von den Söhnen des weltbekannten Buchdruckers Johann Froben.
Die hübsche Titelblattbordüre zeigt die Taube des Heiligen Geistes, die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sowie die vier lateinischen Kirchenväter Ambrosius, Augustinus, Hieronymus und Gregor den Großen. – Titelblatt mit minimalem Textverlust durch Wurmspuren. Band fünf mit Spor- und Feuchtflecken. Band zwei mit Feuchtfleck von unten durch den halben Band.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 1.980)


Nachverkaufspreis
€ 1.200   (US$ 1.320)

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Augustinus, Aurelius
Opera

Los 1056

Augustinus, Aurelius. Opera. 10 Teile und Index in 5 Bänden. Mit 11 wdhl. Holzschnitt-Druckermarken. 40,5 x 26 cm. Halbleder d. 19. Jahrhunderts (etwas berieben und beschabt, Gelenke teils angeplatzt). Paris, N. Bruslé für G. Merlin und S. Merlin, 1571.

IA 110.426. Adams A 2167.Titel und die folgenden Blätter des ersten Teils mit größerem nachgedunkelten Feuchtigkeitsfleck im Rand. Titel teils gestempelt. Mal mehr, mal weniger gebräunt, stellenweise fleckig.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 990)


Nachverkaufspreis
€ 600   (US$ 660)

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Bernhard von Clairvaux
Melliflui devotique doctoris Sancti Bernardi ab...

Los 1062

Bernhard von Clairvaux. Melliflui devotique doctoris Sancti Bernardi abbatis Clarevallensis Cisterciensis ordinis Opus preclarum suos complectens sermones de tempore: de sanctis: et super cantica canticorum. 58 nn., CCCXXII; XLI num., 4 nn. Bl. Mit vierteiliger Metallschnitt-Titelbordüre, großer Metallschnitt-Druckermarke des Jean Petit auf dem Titel sowie großem Textholzschnitt. 37 x 25 cm. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (Kapitale abgeschürft und eingerissen, Rückdeckel mit Bezugsfehlstellen, etwas fleckig und gedunkelt, wenige Kratzer) über schweren Holzdeckeln mit 8 Messingbeschlägen an den Kanten und 2 intakten Messingschließen sowie hs. Titel auf dem VDeckel in Versalien und eingeprägtem Monogramm "AW". Venedig, (Berthold Remboldt für) Jean Petit, o. J. (1513).

STC 48. IA 117.485. Adams B 727. Moreau II, 500. IT\ICCU\BVEE. – Frühe Werkausgabe der Schriften des Bernhard von Clairvaux (1090-1153), die erste der von Josse van Clichtove herausgegebenen und von Berthold Remboldt für Jean Petit gedruckte Ausgabe mit dessen prachtvoller Verlegermarke (mit den das Lilienwappen mit dem Monogramm "IP" haltenden Löwen und dem Schriftband "IEHAN PETIT") und dem Vermerk auf dem Titel: "Venundatur Parisius in vico divi Jacobi sub Lilio aureo a Johanne Parvo" sowie dem heiteren Spruch mit der Auffordung, das Titelblatt zu wenden, um die Qualität des Buches sehen zu können: "Si cupis istius bonitatem visere libri: Hoc folium vertas: ac ibi scripta legas". Eine zweite Ausgabe sollte dann 1517 und eine dritte 1520, jeweils in anderer Zusammenstellung und Kollation herauskommen. Schon für die vorliegende Ausgabe hatte der flämische Theologe und Humanist Josse van Clichtove (Judocus Clichtoveus Neoportuensis; 1472-1543) mehrere Schriften des Bernardus erstmalig veröffentlicht: "Aliosque plures eius sermones & sententias nusquam hactenus impressas. Eiusdem insuper epistolas ceteraque universa eius opuscula. Domini quoque Gilleberti abbatis de Hoilanda in anglia prelibati ordinis super cantica sermones" (Titel). – Vorsatz gebräunt und eingerissen, vereinzelt etwas wurmstichig, die ersten Lagen mit brüchigen Außenrändern und etwas Abrieb, die erste Lage mit hinterlegten Einrissen, Blatt 58r mit dem blassrot regliertem Kolophon und einem ligierten Monogramm "F AA P" in blassroter Tinte, die letzten Blätter an den Rändern etwas feuchtfleckig und ebenfalls mit kleinen Randschäden, oben mit Rostlöchern von einstiger Kettenaufhängung. Vorsatz mit zeitgenössischem Eintrag in Sepia und Blindstempel des Sammlers Detlev Mauss sowie dessen launigem Bleistiftvermerk: "... 1984 bei Brandes in Braunschweig als Nr. 703 ersteigert. Coll. cplt. (Bl. 98 fehlt) nein, ist doch da".

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.750)


Nachverkaufspreis
€ 1.500   (US$ 1.650)

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Biblia sacrosancta
ad hebraicam veritatem, & probatissimorum ac ma...

Los 1074

Biblia latina. - Biblia sacrosancta ad hebraicam veritatem, & probatissimorum ac manu scriptorum exemplarium fidem diligentißime recognita et restituta. 8 nn., 500 (recte 503) num., 25 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 17,6 x 11,6 cm. Pergament um 1700 (etwas abgegriffen und stärker fleckig) mit spanischen Kanten. Basel, Nikolaus Brylinger, 1562.

VD16 B 2631. – Hübsche kompakte Vulgata. Die vierte Bibelausgabe der Offizin des Basler Druckers Nikolaus Brylinger, die unter dem Titel "Biblia sacrosancta ad hebraicam veritatem" erschienen war. Die anderen datieren 1544 (VD16 B 2621 und VD16 ZV 31521), 1551 (VD16 B 2625), 1557 (VD16 B 2630), 1569 (VD16 B 2636). – Vorsatz mit Eckausschnitt, Titel mit kleiner Rasur im unteren Rand (Papierdünnung, winzige Löchlein), einige zeitgenössische, wenige spätere hs. Einträge, etwas knapp beschnitten (minimaler Buchstabenverlust der gedruckten wie hs. Marginalien), wenige Blätter leicht ausgebunden, die letzten Blätter etwas fleckig, das letzte mit kleinem hinterlegten Randausriss.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 550)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 330)

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