Bitte Suchbegriffe eingeben:

BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

Language / Lingua / Sprache


Lose im Nachverkauf

Katalog Handschriften, Alte Drucke » zur Buchabteilung
Handschriften, Alte Drucke Auktion 113, Di., 16. Apr., 16.00 Uhr


» Gesamter Katalog (Lose 801 - 977)

» Kataloge bestellen

» AGB (als PDF)
» Bieter-Erstanmeldung (als PDF)
» Formular für Gebote (als PDF)
Kapitel Inkunabeln, Drucke vor 1600 / Incunabulas, Prints before 1600 / Incunaboli, Libri del Cinquecento (Lose 823 - 873) » Kapitelwahl

1 2 3   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf

Hauptbild Beschreibung Status
Ausonius, D. M.
Opera

Los 823

DRUCKE VOR 1600
Ausonius, D. M. Opera [und:] Joseph Juste Scaliger. Ausoniarum lectionum libri duo. 2 Teile in 1 Band. 8 Bl., 318 S., 1 w. Bl.; 255 S. Mit 2 Holzschnitt-Titelvignetten. 17 x 10 cm. Flexibles Pergament d. Z. (Rückdeckel mit kleiner Fehlstelle) mit spanischen Kanten und mit montiertem Lederrücken des frühen 18. Jahrhunderts (mit kleinen Fehlstellen und Klebeschildchen) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung in modernem Pappschuber. Heidelberg, (Hieronymus Commelinus), 1588.

VD16 A 4384. Adams A 2884. STC 57. IA 110.912. Schweiger II, 21. – Heidelberger Gesamtausgabe, die jedoch nicht die "Mosella" enthält. Im gleichen Jahr erschien auch in Genf eine Ausgabe, jedoch mit abweichender Kollation. Der erste Teil enthält die Werke des Ausonius (310-395), der zweite Teil berichtet über Ausonius, einen in Bordeaux geborenen Gerichtsredner, Staatsbeamten, Prinzenerzieher und Dichter. – Häufig etwas stärker gebräunt und braunfleckig.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 565)


Nachverkaufspreis
€ 350   (US$ 395)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Bernhard von Clairvaux
Opera omnia

Los 824

Bernhard von Clairvaux. Opera quae quidem colligi undequaque in huncusque diem potuere, omnia. 6 (le. w.) Bl., 1968 Sp., 30 Bl. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken. 36,5 x 24,5 cm. Späterer Lederband (etwas stärker beschabt und leicht bestoßen) über Holzdeckeln mit schwarzgeprägtem RSchild und 2 Messingschließen. Basel, Erben Johann Herwagen, 1566.

VD16 B 1922. Adams B 710. IA 117.572. Vgl. STC 70 (Ausgabe 1552). – Etwas spätere Ausgabe, des erstmals 1520 von Jeanne Clein in Lyon veröffentlichten Gesamtwerkes. Im gleichen Jahr wie die Baseler Ausgabe erschien eine weitere in Paris. Bernhard von Clairvaux (1090-1153) gilt bis heute als einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens, für dessen Ausbreitung er in ganz Europa verantwortlich war. Er lehnte die Bischofswürde fünfmal ab und wird als Begründer der mittelalterlichen Christusdevotion betrachtet. Im Rahmen der zeitgenössisch-politischen Ereignisse beschäftigte er sich besonders mit der Kreuzzugthematik, verfasste zahlreiche Schriften dazu und plädierte für den Gedanken des 'miles christianus'. – Titel mit hs. Besitzvermerk von 1760, verso die untere Hälfte hinterlegt. Größtenteils im Rand stärker feuchtrandig, stellenweise spor- und braunfleckig.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 508)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 338)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Bonifatius VIII.
Sextus decretalium liber

Los 825

(Bonifatius VIII. Sextus decretalium liber a Bonifacio viij. in concilio Lugdunensi editus). Extravagantes viginti Joannis vigesimisecundi [und:] Extravagantes comunes. Additio ultra priorem impressionem huic similem [und:] Constitutiones domini Eugenij. iiij. Pontificis maximi de unione Grecorum Armenorum et Jacobinorum in concilio florentino. Teile III-V (von 5) in 1 Band. LXIIII; LXIII (statt LXIIII); XI Bl. Titel in Rot und Schwarz und mit drei wiederholten Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln. 21 x 15 cm. Modernes Pergament über 3 Bünden. (Venedig, Lucantonio Giunta, 1514).

CNCE 13404. IA 121.990 – Frühe venezianische Ausgabe der Dekrete und Beschlüsse des Florentiner Konzils (1431-1445), das als wichtigstes Thema die Wiedervereinigung der griechischen, armenischen und römisch-katholischen Kirche behandelte. Das Bemühen, ein Abkommen mit der gesamten Ostkirche zu erreichen und damit das Schisma aufzuheben, schlug jedoch fehl.
Der Liber Sextus wurde 1298 auf Veranlassung des Papstes Bonifatius VIII. (1294-1303) vollendet und war der dritte Teil des Corpus Iuris Canonici. Das insgesamt sechs Bücher umfassende Werk ließ der aus Florenz stammende Lucantonio Giunta in fünf Teilen (mit der Kollation CCLXXXVIII, CXX, LXIIII, LXIIII, XI Bl.) im Jahre 1514 in seiner bedeutenden venezianischen Offizin drucken. Das vorliegende Exemplar enthält die drei letzten Teile. – Ohne die beiden ersten Teile. In Teil IV fehlt das letzte, möglicherweise weiße Blatt (fol. LXIIII). Es findet sich an dieser Stelle das letzte Blatt des Teils II (fol. CXX). Der fünfte Teil im Seitenrand mit kleinen Wurmspuren, das letzte Blatt im Seitenrand hinterlegt. Oftmals im Rand etwas feuchtrandig, stellenweise gering stock- und fingerfleckig. Es liegen zwei lose Blätter aus demselben Werk aus Teil I oder Teil II bei (fol. XCI, fol. CXCVII). Beide Blätter mit jeweils zwei Textholzschnitten, die das Leben, das Werk und die Beschlüsse von Bonifatius VIII. wiedergeben. Sehr selten, über den KVK sind nur zwei Exemplare nachweisbar (Universitätsbibliothek Freiburg, Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart).

Schätzpreis
€ 800   (US$ 903)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 565)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Buchanan, George
Paraphrasis Psalmorum Davidis

Los 826

Buchanan, George. Paraphrasis Psalmorum Davidis poetica, nunc primam edita. 6 (statt 8) Bl., 336 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 16 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, Kapitale etwas abgefast) mit 2 (leicht defekten) Messingschließen. (Straßburg), Josias Rihel, 1578.

VD16 B 3240. Nicht bei Adams. – Straßburger Druck der Psalmenparaphrase durch den protestantischen schottischen Humanisten Buchanan (1506-1582) mit den Anmerkungen Marcantonio Flaminios (1498-1550). Dessen eigene Textparaphrase erschien 1561. – Es fehlen die beiden ersten (weißen) Blätter der Lage A. Titel mit mehreren gelöschten (dort mit Fehlstellen) bzw. alt restaurierten Besitzeinträgen. Die Mittelplatte des Vorderdeckels mit blindgeprägter Kreuzigungsszene. – Schwach gebräunt.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 338)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 225)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Catullus, Gaius Valeries
Opera

Los 829

Catullus, Gaius Valeries, und Albius Tibullus, Sextus Aurelius Propertius, Gaius Cornelius Gallus. (Opera). 158 num., 2 nn. Bl. Mit figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre. 10,2 x 5,5 cm. Pergament vom Anfang des 19. Jahrhunderts (leicht berieben) mit goldgeprägtem RTitel und goldgeprägter Filete auf den Deckeln. Paris, P. Vidou, 1528.

Seltene Pariser Ausgabe. – Vorsätze mit hs. Anmerkungen. Aus dem Besitz des englischen Akademikers und Büchersammlers John Sparrow. Über den Worldcat nur ein Exemplar in der Universitätsbibliothek Texas nachweisbar (Signatur: PA 6274 A2 1528). Hinterer Innenspiegel mit Exlibris.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 338)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 225)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Chytraeus, David
Explicatio apocalypsis

Los 830

Chytraeus, David. Explicatio apocalypsis Iohannis perspicua & brevis. Tradita et recognita. 1 Bl., 537 S. Mit Titelholzschnitt und 48 Textholzschnitten. 15 x 10 cm. Pergament d. Z. (etwas angeschmutzt, vordere Kante mit kleiner Fehlstelle, ohne die beiden Bindebänder) mit hs. Rückentitel, Vorderdeckel monogrammiert "G H G". Wittenberg, Johann Krafft, 1575.

VD16 B 5269. Adams B 1947. Knaake III, 218. (Ausg. 1563). Nicht bei Kuczynski. – Frühe Ausgabe dieses seltenen Bibelkommentars des David Chytraeus (1530-1600), einem der führenden Vetreter der Spätreformation. – Durchgehend etwas gebräunt, stellenweise feuchtrandig. Vorderer fliegender Vorsatz mit langem hs. Kommentar (recto und verso), vorderes Innengelenk mit Wurmspur. – Vorgebunden: Gesner, Salomon. Orthodoxa confeßio de persona et officio salvatoris nostri Iesu Christi. 12 Bl., 334 S., 6 Bl. Mit Titelholzschnitt. Wittenberg, Simon Gronenberg, 1595. - VD16 G 1846. Nicht bei Adams, STC. - Erste Ausgabe. - Titel mit gestrichenem hs. Besitzvermerk. Durchgehend etwas gebräunt.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 395)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 282)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Du Préau, Gabriel
De vitis, sectis, et dogmatibus omnium haeretic...

Los 832

Du Préau, Gabriel. De vitis, sectis, et dogmatibus omnium haereticorum, qui ab orbe condito, ad nostra usque tempora, et veterum et recentium authorum monimentis proditi sunt, elenchus alphabeticus ... 46 Bl., 519 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 21 x 16 cm. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (leicht abgegriffen, etwas gerieben, wenige Kratzer, kleine alt ergänzte Bezugsfehlstelle auf dem Rückdeckel) über abgefasten Holzdeckeln mit 1 (von 2) Messingschließen. Köln, Erben Johann Quentel, 1583.

Nicht im VD16, auch nicht in der Online-Version. Vgl. Adams D 1149 und STC 258 (alle Ausgabe 1581). – Überaus seltene Titelauflage des 1581 erschienenen Drucks (dieser VD16 D 2990) mit dem Kolophon der Ausgabe von 1581 und dem geänderten Titelblatt mit der Jahreszahl 1583 "Anno M.D.LXXXIII.", wir können über den KVK nur eine einzige Ausgabe davon in Belgien nachweisen. Es ist somit die Titelauflage der zweiten Ausgabe dieses erstmals 1569 erschienenen Ketzerlexikons. Gabriel du Préau (lat. Prateolus; 1511-1588) unterrichtete Theologie an der Sorbonne und behandelt hier neben den älteren Häretikern u. a. auch Calvinisten, Flagellanten, Hussiten, Juden, Lutheraner, Mathematiker, Melanchthonianer, Mennoniten, Mohammedaner, Oecolampadier, Polygamisten, Satanisten u. Zwinglianer. – Titel mit 2 kleinen hs. Besitzvermerken "Liber S. Crucis in Donauuerdt", demnach das Buch wohl einst im Besitz der Benediktinerabtei vom Heiligen Kreuz in Donauwörth war. Sehr sauber, kaum fleckig, wohlerhalten und frisch. Der Einband mit einer hübschen Erlöserrolle mit Christi Taufe, Kreuzigung und Auferstehung einer süddeutschen Werkstatt, wahrscheinlich des Hans Pfister zu Nürnberg. Besonders bemerkenswert ist auf dem vorderen Innendeckel ein handgemaltes, farbig gouachiertes Wappenexlibris mit vertikaler Teilung schwarz-gold und jeweils einem 6-zackigen Stern im Schild sowie im Papsthut und Krummstab im Gesprenge.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 903)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 565)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Gotischer Bucheinband
Westliches Mitteldeutschland (Köln?) um 1460.

Los 837

Gotischer Buchkasten. Bucheinband im Imperialfolio-Format mit schwarzbraunem, reich blindgeprägten Kalbslederbezug, teils mit Lederschnitt-Ornamenten. Ca. 60 x 41 cm. Mit 16 gehämmerten, punzierten und gestempelten Messingblechbeschlägen, 2 geschmiedeten, punzierten Sternbeschlägen auf der Deckelmitte, 16 mehrfach durchbrochenen geschmiedeten Rosettenbeschlägen mit sechseckigen Buckelbeschlägen, auf dem Vorderdeckel als konische Hexagonalprismen, 6 kleineren Rosettenbeschlägen sowie Kanten mit 36 (statt 38) Halbkugelnägeln zwischen 39 (statt 60?) Stiften aus sechseckigen Pyramidal-Frusta, 2 verschiedenen durchbrochenen Schließzapfen-Beschlägen auf dem VDeckel. Westliches Mitteldeutschland (Köln?) um 1460.

Spätgotischer Bucheinband, der zu einem Buchkasten umgearbeitet wurde. Einst wohl Einband für eine liturgische Handschrift oder einen liturgischen Druck zur Verwendung in der Heiligen Messe. Höchstwahrscheinlich handelte es sich um ein sog. "Antiphonale" mit den Texten der gregorianischen Gesänge des "Graduale Romanum" der römisch-katholischen Kirche, in dem die Gemeinschaft des Klerus die das Kirchenjahr begleitenden Texte mit der entsprechenden Musiknotation fand.

Die Gesänge "de tempore & de Sanctis", also für die Sonn- und Festtage vom Advent bis zum Totensonntag des "annus ecclesiasticus" sind üblicherweise in einen Winter- und einen Sommerteil ("pars hiemalis, pars estivalis") gegliedert. Auf dem unter einem, an fünf kleinen Nägeln aufgebrachten, gelblich-transparenten Hornblatt-Sichtfensterfragment erscheinenden Schildchen auf dem Vorderdeckel kann man noch die gotischen Buchstaben "estiva", wohl für "estivalis" ausmachen.

Die schweren Eichenholzdeckel sind mit schwarzbraunem Kalbsleder bezogen, das auf dem Vorderdeckel mit Bahnen aus Lederschnittriefeln verziert wurde, in denen florale Knotenmuster mit Blütenköpfen schwach zu identifizieren sind. Der (im Leder teils ausgebessserte, teils noch stärker brüchige und daher im Ornament etwas schwerer erkennbare) Rückdeckel ist vollständig blindbeprägt: In einem vierfachen Filetenrahmen, in den die Schnäbel der Eckbeschläge gerade noch hereinragen, sind mit Palmettenstempeln zwei konzentrische Kreise geprägt, die den Mittelbeschlag umgeben (was darauf hindeutet, dass dieser, wie auch die anderen Beschläge, zeitgenössisch ist!). Zwischen Filetenrahmen und der Wellenkontur der Beschlagsbleche sieht man ein feines Guillochemuster, das sich aus geschwungenen Schriftbänder mit dem Namen der Muttergottes "MARIA" zusammensetzt.

Vorder- und Rückdeckel sind an den Rändern komplett ummantelt mit breiten Beschlägen aus punziertem und gehämmerten Messingblech, die vollständig um die Kanten der schweren, leicht abgefasten Holzdeckel gelegt sind. Jeweils vier dieser Beschläge (zwei schmalere für die Schmal-, zwei längere für die Längsseiten) sind radial zur Mitte hin mit einer Reihe von kleinen Halbrundköpfen geziert, zwischen denen dann jeweis ein Rundstempel eingehämmert ist, der mit einem erhabenen Korbflechtrand den Bechlag zum Spiegel hin in Wellenbögen abschließt. Im Wechsel zeigen diese Rundstempelchen jeweils eine 5-blättrige Blüte (10 mm) und das Christusmonogramm "ihs" (ca. 10 mm) mit Kreuz. Dabei entsprechen Größe und Darstellungsweise einigen bei Schunke abgebildeten Buchbinderstempeln, die dem Rheinland, der Eifel, Köln oder der Gegend um Mainz zuzuordnen wären, was jedoch die Einbandforschung unbedingt noch bestätigen oder widerlegen sollte (vgl. etwa Schunke 261 und 282 etc.).

Über die Ecken des Einbandes sind vier konzentrisch in die Mitte weisende, in Kreuzpfeilbäumen endende Beschläge aufgehämmert, die ebenfalls mit jeweils 10 Rundstempelchen ornamentiert sind, darunter wiederum das Christusmonogramm, eine kleinere Sternblüte (Durchmesser ca. 9 mm) sowie ein größerer Stempel (ca. 2 mm) mit einer Madonna mit Kind (vgl. Schunke 198f.).

Auf den Eckbeschlägen sowie mittig auf den Flankenbeschlägen findet sich jeweils ein großer, vielfach durchbrochener (mit Trinangel-Punkten und Schlüsselloch-Mustern) massiv gegossener und geschmiedeter Rosettenbeschlag (Durchmesser ca. 54 mm), aus dessen Mitte ein erhabenes Fustum, also ein auf sechseckigem Grund sich (um ca. 16 mm auf 18 mm Grundfläche) erhebender und sich verjüngender, oben abgeflachter Pyramidenstumpf aufragt - als Stützbuckel zum Schutz des Buches beim Aufklappen desselben. Auf dem Rückdeckel sind diese Buckel kürzer und weitaus weniger ausgreifend (ca. 4-8 mm). Zum Schutz - und zur Zier - der Einbandkanten sind im Wechsel kleine Rundbuckelnägel und ebenfalls kleine Sechseck-Pyramidal-Fusta aufgebracht (jeweils ca. 8 x 10 mm). – Das Bezugsleder ist stärker brüchig mit dem üblichen Krakelée spätgotischer Inkunabeleinbände, einige Fehlstellen vor allem auf dem Rückdeckel wurden schon vor einigen Jahrhunderten mit restauriert, der Rücken wohl alt erneuert. Auf dem Rückdeckel findet sich unten im Zentrum ein Loch, hier fehlt wohl ein Beschlag zur Anbringung einer Kette o.ä. Wenige der acht Rosettenbeschläge sind wohl späteren Datums, die Blechbeschläge teils wellig und mit Druckstellen, etwas abgeschabt und verbogen, Rückdeckelbeschläge mit kleinen Fehlstellen und Läsuren an der Längsseite zum Rücken hin. Die Buckelbeschläge sind möglicherweise etwas später (vielleicht wurden sie in späterer Zeit ersetzt, sie können allerdings auch gut zeitgenössisch sein), wenige Fusta der Kantenbeschläge sind ausgebrochen und fehlen, ebenso die beiden Schließbänder (von denen eines als Fragment im Kasten beiliegt. Der Buchkasten ist aus Holz gezimmert und mit (teils lädiertem) türkischen Marmorpapier ausgelegt. Im "Schnitt" ist der Buchkasten mit rotem Papier bezogen.

Der Vorderdeckel thematisiert mit dem Christusmonogramm "IHS" die christologische Erlöserikonologie, der auf dem Rückdeckel mit dem Namen der Muttergottes im Schriftband "MARIA" sein Pendant gegenübergestellt wird - was der üblichen Einbandikonographie der Spätgotik entspricht, die hier in einem außergewöhnlich aufwendig gestalteten Einband besonders eindrucksvoll vor Augen geführt wird. Spätgotische Einbände dieser Qualität und in dieser bemerkenswert guten Erhaltung (es fehlen nur ganz wenige Beschläge) sind von allergrößter Seltenheit.

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.649)


Nachverkaufspreis
€ 3.000   (US$ 3.389)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Güthel, Caspar
Jhesus Quadragesimal oder etliche fastenpredig...

Los 838

Die Pfingstpredigten des "frommen Dr. Kasper" (Luther)
Güthel, Caspar. Jhesus Quadragesimal oder etliche fastenpredig, auß den Episteln und Evangelien, Nach Goetlichem erkentnus, Dem Hochwirdigsten vater ... herren Albrecht zu Mentz unnd Madburgk etc. Ertzbischoff. 7 Teile in 1 Band. 4, 188 nn. Bl. Mit 7 Holzschnitt-Titelbordüren. 17,8 x 14,4 cm. Pergament des 18. Jahrhunderts mit rotem goldgeprägtem RSchild und Rotschnitt. Zwickau, Johann Schönsperger d. J., 1523.

VD16 G 3986. – Sehr seltene Erstausgabe der Sammlung von Pfingstpredigten aus der Feder des Münchner Theologen Kaspar Güthel (auch Guttel, Güttel, Güettel, Güettell, Güthel, Guthell; gest. 1542), ein Zeitgenosse Martin Luthers und wie dieser im Orden der Augustiner-Eremiten. Er wurde von seinen Obersten "1514 oder 1515 nach Neustadt-Eisleben gesandt, um daselbst ein Augustinerkloster aufzurichten. Er wandte sich aber bald der evangelischen Lehre zu und verkündigte dieselbe mit großem Eifer an verschiedenen Orten wie in Zwickau, Arnstadt, Brix in Böhmen. Schon 1518 trat er, unmittelbar von Staupitz angeregt, in seinem 'Büchlein von Adam's Werken und Gottes Gnaden' für das alleinige Vertrauen auf die Gnade Gottes in Christo Jesu ein ... 1522, schlägt er, wie Luther in der Schrift an den Adel, vor, Kurfürst Albrecht möchte sich als Primas durch ganz Germanien an die Spitze der Bewegung stellen und eine deutsche Kirche gründen helfen. Da er 1517 in Leipzig Doctor der Theologie geworden war, traten die Leipziger Theologen heftig gegen ihn auf. Dagegen nennt ihn Luther nur den frommen Dr. Kasper" (ADB X, 225-226). – Titelblatt mit kleinen Abschabungen, winziges Risslöchlein, Titel alt hinterlegt, die folgenden drei Blätter ebenfalls mit kleinem Bruchloch, letztes Blatt der ersten Lage ebenfalls verstärkt, vereinzelt etwas fleckig, nur selten leicht angeschmutzt, mit mehreren interessanten, zeitgenössischen interlinearen bzw. marginalen Anmerkungen in sauberer Röteltinte einer geübten humanistischen Theologenhand. Anfangs einige roten Kapitalstrichelungen, letzte Seite etwas stärker angeschmutzt. – Beigebunden: 1) Derselbe. Uber das Evangelion Johannis, da Christus seyne Muetter auch seine Junger, waren auff die Hochtzeyt geladen, Waß mit worten und wercken daselbst gehandelt. Eyn Sermon dem Ehlichen, standt fast freudesam und nuetzlich. 8 nn. Bl. Mit großem Titelholzschnitt. (Ebenda) 1524. -
VD16 G 3997. - 2) Martin Luther. Drey Sermon uber dz Evangelion Matthei am. xij. Von dem zaichen Jona. Johannis am. iiij. Von deß königi||schen Son. Luce. am .xix. Auff denn Palm tag. 16 nn. Bl. Mit vierteiliger Holzschnitt-Titelbordüre. Wittemberg. M.D. xxiij (d. i. Nürnberg, Johann Stuchs, 1523). - VD16 L 6248. Benzing 45. Weitere Nummern: VD16 L 6240, VD16 L 6245. Die letzte zu Lebzeiten des Reformators gedruckte, seit dem Erstdruck von1523 (Benzing 39) die siebte Ausgabe, die zwei Werke enthält, nämlich den Sermon über das Evangelion Johannis am IIII., von des königischen Sohn (VD16 L 6240) und den Sermon über das Evangelion Lucae am XIX., auf den Palmtag. (VD16 L 6245). - Beide Beibände ähnlich erhalten, gering fleckig und gebräunt.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 2.033)


Nachverkaufspreis
€ 1.200   (US$ 1.355)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Honigmacher, Bernhard
Abdruck Eins Jnstruments

Los 840

Eine Entführungsgeschichte während der Augsburger Konfession
(Honigmacher, Bernhard). Abdruck Eins Jnstruments, Sachsischer sprachen, darinn eygentlich vermeldt, inn was gestalt weilent der hoch gelart Doctor Cunradt Dellinghusen, der Stat Goßlar Advocat und diener, so durch heymlich practicken und anschlege Hertzog Heinrichs, der sich genennet hat den Jüngern von Braunschweig, in Keyserlichem Geleyd, nidergeworffen, hinweg gefürt und bößlich umpracht, zu Scheynungen im Schloß in dem wal, in gegenwirtigkeyt viler trefflicher leutt gefunden, außgraben, und daselbst in die pfarkirchen ehrlichen getragen, und zur erden bestattet sei. 6 nn. Bl. Loser Druckbogen ohne Einband in modernem Pappumschlag. (Marburg, Christian Egenolff d. Ä., 1542).

VD16 H 4752. – Seltener einziger Druck des detaillierten Berichts über die Ereignisse, die zum Verschwinden von Konrad Dellinghusen führten. Dellinghusen führte während der Augsburger Konfesssion 1530 als Abgeordneter und Syndikus der Freien Reichsstadt Goslar die Verhandlungen zwischen den protestantischen Ständen und dem katholischen Fürsten Heinrich dem Jüngeren zu Braunschweig-Wolfenbüttel. Seine Vermittlungsversuche scheiterten jedoch, und Dellinghusen wurde auf dem Rückweg in die Heimat von mutmaßlichen Gefolgsleuten des Herzogs überfallen und auf das Schloss Schöningen verschleppt, wo er kurz darauf starb. Nach einigen weiteren Übergriffen auf Goslarer Bürger kam es 1539 zu einem Rechtsstreit zwischen Goslar und Heinrich vor dem Reichskammergericht. Der Bericht wurde von dem kaiserlichen Schreiber Bernhard Honigmacher verfasst und entstand zur Zeit der Eroberung von Heinrichs Herzogtum durch den Schmalkaldischen Bund, dem die Stadt Goslar seit 1531 angehörte. – Wohlerhalten.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 395)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 282)

(Verfügbarkeit erfragen!)

1 2 3   erste Seiteschneller Rücklaufeine Seite zurückeine Seite weiterschneller Vorlauf