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Handschriften, Alte Drucke Auktion 113, Di., 16. Apr., 16.00 Uhr


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Kapitel Inkunabeln, Drucke vor 1600 / Incunabulas, Prints before 1600 / Incunaboli, Libri del Cinquecento (Lose 823 - 873) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Hutten, Ulrich von
De unitate ecclesiae conservanda

Los 843

Hutten, Ulrich von (Hrsg.). De unitate ecclesiae conservanda, et schismate, quod fuit inter Henrichum IIII. imp. & Gregorium VII. Pont. Max. cuiusdam eius temporis theologi liber. 6 Bl., 149 S. Mit Holzschnitt-Initiale und Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 21 x 15,5 cm. Pappband des späten 19. Jahrhunderts (Deckel mit Inkunabelblatt bezogen). Mainz, Johannes Schöffer, März 1520).

VD 16 U 173. Benzing, Hutten 219. Adams H 245. – Einzige zeitgenössische Ausgabe. "Hutten widmete Erzherzog von Österreich die von einem unbekannten Geistlichen, der im Jahre 1086 Mönch im Kloster Hersfeld war, verfaßte Schutzschrift für Heinrich IV. gegen Papst Gregor VII., die er im Herbst 1519 auf der Fuldaer Bibliothek gefunden hatte" (Benzing). In seiner Widmungsvorrede bittet Hutten Kaiser Karl V. für den "Plan einer Befreiung Deutschlands vom römischen Joch" (vgl. ausführlich: Strauß, Hutten S. 278ff.). – Titel mit zwei sehr kleinen Löchern. Nur ganz vereinzelte unbedeutende Flecken. Sauberes und wohlerhaltenes Exemplar.

Schätzpreis
€ 3.000   (US$ 3.419)


Nachverkaufspreis
€ 2.000   (US$ 2.280)


Hutten, Ulrich von
Dialogi Fortuna

Los 844

Hutten, Ulrich von. Dialogi. Fortuna. Febris prima. Febris secunda. Trias Romana. Inspicientes. 72 nn. Bl. Mit Titelholzschnitt (Fortuna) und 3 großen Holzschnitt-Initialen "Q". 19,5 x 14 cm. Marmorierter Pappband des späten 19. Jahrhunderts (etwas berieben). Mainz, Johannes Schöffer, April 1520.

VD 16 H 6342. Benzing, Hutten 122. Panzer VII 412.36. Proctor 9872. Goedeke II, 230, 22. Fairfax Murray 215. – Editio princeps der berühmten Gespräche, bis auf die "Febris prima" sämtlich in Erstdrucken. Einer der seltensten Hutten-Drucke. "'Fortuna' (Glücksgöttin) ist mit der anmutigste der Hutten'sche Dialoge. Hier spielt Hutten auch auf eine geplante Heirat an und malt sich ein beschauliches Dasein mit einem gewissen Wohlstand aus. Doch das Glück, das aus dem Füllhorn der Göttin herauslugt, ist für einen anderen bestimmt und er geht leer aus" (Benzing). In den Febres prima und secunda gibt Hutten "eine ausführliche Schilderung der Geistlichen, die im Konkubinat leben. Müßiggang und Reichtum sei die Ursache ihres anstößigen Lebenswandels. Die 'Trias Romana' ist das Manifest Huttens gegen Rom, ein Gespräch mit einem erdichteten Freund Ernhold. In Triaden, d. h. in Gruppen zu 3 Stücken werden Roms Schwächen und Fehler hervorgeholt und scharf gegeißelt. Der Dialog 'Insicientes' (Die Anschauenden) geht noch auf den Augsburger Reichstag zurück. Der Sonnengott und sein Sohn und Wagenlenker Phaeton beobachten von oben herab das Treiben der in Augsburg versammelten Fürsten und Gefolge" (ebenda). – Titel etwas gebräunt. Lage H mit kleinem Brandloch (minimaler Buchstabenverlust). Schwach finger- oder braunfleckig, sonst wohlerhalten.

Schätzpreis
€ 3.500   (US$ 3.989)


Nachverkaufspreis
€ 2.500   (US$ 2.849)


Hutten, Ulrich von
Dialogi novi

Los 845

Hutten, Ulrich von. Dialogi novi, perquam festiui. Bulla, vel Bullicida. Monitor primus. Monitor secundus. Praedones. 37 num., 1 w. Bl. Mit figürlichem Titelholzschnitt von Hans Baldung Grien auf dem Titel. 20,5 x 15 cm. Schlichter moderner Pappband mit hs. RTitel. (Straßburg, Johann Schott, nach 13. Januar 1521).

VD 16, H 6311. Benzing, Hutten 161. Panzer IX, 456. Oldenbourg, Baldung Grien L 182. – Einziger Druck. "Die Bulle oder der Bullentöter ist ein recht lebendiger Dialog, in dem es Hutten in der Hauptsache mit der Bulle Leo's X. gegen Luther - die er als leere Blase (bulla) verhöhnt - zu tun hat ... (in den 'Räubern') versucht Hutten im Gegensatz zu seiner seitherigen Auffassung eine Verbindung eine Verbindung der Ritterschaft mit den Städten in Vorschlag zu bringen, um auf die Durchführung einer politischen und religiösen Reform im Reiche hinzuwirken" (Benzing). Der Titelholzschnitt von Baldung Grien zeigt Hutten in ganzer Figur mit Rüstung. – Mit sehr kleinem Feuchtigkeitsfleck im oberen Bug, zwei Blatt am Schluss auch mit kleinem Wasserrand. Blatt B2 mit sehr kleinem Eckabriss. Insgesamt etwas fingerfleckig, sonst wohlerhalten.

Schätzpreis
€ 3.000   (US$ 3.419)


Nachverkaufspreis
€ 2.000   (US$ 2.280)


Hutten, Ulrich von
Hoc in volumine haec continentur (Steckelberger...

Los 846

Die Steckelberger Sammlung
Hutten, Ulrich von. Hoc in volumine haec continentur super interfectione propinqui sui Ionnis Hutteni deploratio. Ad Ludovichum Huttenum super interemptione filij consolatoria. In Ulrichum Vuirtenpergensem orationes V. In eundem dialogus, cui titulus Phalarismus etc. 106 nn. Bl. Mit fast blattgroßem Textholzschnitt von Hans Weiditz, großem Holzschnitt-Portrait und 6 großen Initialen. 18,7 x 13,5 cm. Neuerer schlichter Pergamentband. "In Arce Steckelberg" (d. i. Mainz, Johannes Schöffer) September 1519.

VD 16 H 6408. Benzing, Hutten 120. Goedeke II, 230, 19. – Einzige Ausgabe des nach Huttens Geburtsort (Burg Steckelberg) benannten Sammelausgabe mit Schriften rund um die Ermordung von Huttens Vetter Hans durch den Herzog Ulrich von Württemberg 1515. Wichtigste Bestandteile sind die fünf hier erstmals gedruckten Reden Huttens an den Herzog, verfasst in den Jahren 1515 bis 1519, und der Dialog Phalarismus, schon 1517 gedruckt und damit ein Frühwerk der deutschen Dialogliteratur. Die Sammlung wurde als Protestnote gegen den Wiedereinfall des bereits geächteten Herzogs in Württemberg im August 1519 veranstaltet. Das Blatt Dvi verso mit dem "Phalarismus-Holzschnitt" mit der Darstellung des Mordes, Hans Weiditz zugeschrieben, der schon im Druck von 1517 Verwendung fand, Blatt Xii verso mit dem Brustbild Huttens in der Loggia, das zuerst im April 1519 in De Guaici Medicina erschien. – Einige Unterstreichungen, wenige Annotationen, ganz vereinzelte unbedeutende Flecken. Sauberes und wohlerhaltenes Exemplar.

Schätzpreis
€ 4.500   (US$ 5.130)


Nachverkaufspreis
€ 3.000   (US$ 3.419)


Iamblichos von Chalkis
Index eorum, quae hoc in libro habentur De myst...

Los 847

Iamblichos von Chalkis. De mysteriis Aegyptiorum, Chaldaeorum, Assyriorum. Index eorum, quae hoc in libro habentur. 177 (recte 175) num., 1 nn. Bl. Mit 2 großen wdhl. Holzschnitt-Druckermarken und Kapitalspatien. 30,5 x 20,5 cm. Rotbraunes Kalbsleder des 19. Jahrhunderts (etwas gebräunt und teils leicht fleckig, Rücken teils fragmentarisch, dieser und Gelenke sowie Kanten und Ecken professionell alt restauriert) mit etwas RVergoldung und breiten goldgeprägten Deckelbordüren. Venedig, Aldus (Manutius und Andreas Socer, 1516).

STC 338. Adams I-1. Bibl. Aldina 30. Ebert 10708. Anker-Delphin 259. Brunet III, 493. Renouard 77.8. Ahmanson-Murphy 150. – Zweite Aldus-Ausgabe des "Jamblichus" nach der 1497 in Venedig erschienenen Erstausgabe (Hain 9358; Goff J-216), die die Schrift "Von den Mysterien der Ägypter" enthält, ein Titel, der nicht Jamblichus, sondern von dem Humanisten Marsilio Ficino stammt. Statt eines Titels beginnt Aldus mit seinem "Index eorum" der in dem Band enthaltenen Werke, was eigentlich untypisch ist für die Mitte des zweiten Jahrzehnts des 16. Jahrhunderts, als man meist schon Titel hatte (auch in der venezianischen Offizin des Aldus).

Die vorliegende Ausgabe folgt somit dem Inkunabeldruck, fügt diesem jedoch die große Holzschnitt-Druckermarke mit Anker und Delphin hinzu: "Iamblichus de mysteriis Ægyptiorum, Chaldæorum, Assyriorum. Proclus in Platonicum Alcibiadem de anima, atque daemone. Proclus de sacrificio, & magia. Porphyrius de divinis, atque dæmonibus. Synesius Platonicus de somniis. Psellus de dæmonibus. Expositio Prisciani, & Marsilii in Theophrastum de sensu, phantasia, & intellectu. Alcinoi Platonici philosophi, liber de doctrina Platonis. Speusippi Platonis discipuli, liber de Platonis definitionibus. Pythagoræ philosophi aurea verba. Symbola Pithagoræ philosophi. Xenocratis philosophi platonici, liber de morte. Mercurii Trismegisti Pimander. Eiusdem Asclepoius. Marsilii Ficini de triplici vita".

Jamblichus - oder griechisch Iamblichos (um 240-325) - gehört zu den großen syrischen Neuplatonikern und Philosophen der Spätantike. Die "Geheimnisse" bzw. "Mysterien" der Ägypter wurde von Masilio Ficino 1491 übersetzt und ist in der berühmten, reich illustrierten Handschrift für Kardinal Giovanni dei Medici, den späteren Papst Leo X., bewahrt (Biblioteca Medicea Laurenziana, Strozzi 97, fol.). – Durchgehend mit vereinzelten älteren Unterstreichungen in Tinte und hs. Randkommentaren, stellenweise Fleckchen, wenige Anschmutzungen, Knicke und ein sauber geschlossener Papierriss Blatt 55. Leicht unfrisch, doch insgesamt ein schönes, vollständiges Exemplar dieses seltenen Druckes in außergewöhnlich schöner Typographie.

Schätzpreis
€ 2.200   (US$ 2.508)


Zuschlag
€ 1.400 (US$ 1.595)


Johannes von Salisbury
Policraticus de nugis curialium et vestigiis ph...

Los 848

Johannes von Salisbury. Policraticus de nugis curialium et vestigiis philosophorum. 12 nn. Bl.; 16,5 x 10 cm. Etwas späterer Pappband (Schnitt mit kleinen Tintenfleckchen) mit aufkaschiertem Notenblatt des späten 16. Jahrhunderts. (Lyon, C. Fradin, 1513).

STC 243. Adams J 302. Graesse III, 467. Goff J425. Brunet III, 547. – Wohl der erste von zwei im Jahr 1513 erschienenen Drucken der ersten umfassenden Staatstheorie des Mittelalters; der Erstdruck erschien 1482 in Brüssel. Verfasser ist der bedeutende englische Theologe Johannes von Salisbury (1115-1180). In seinem um 1159 verfassten "Policraticus" konzipiert er eine organologische Staats- und Gesellschaftstheorie, die auf Analogien zwischen menschlicher Anatomie und dem idealen Aufbau eines Staates beruht. Das Werk behielt bis ins 17. Jahrhundert große Bedeutung als Fürstenspiegel. – Titel mit zwei hs. Besitzvermerken. Stellenweise leicht feuchtrandig, selten mit kleinen Knickspuren. Der vordere fliegende Vorsatz mit minimaler Wurmspur und kleinen Montierungsresten.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.709)


Nachverkaufspreis
€ 600   (US$ 683)


Körber, Otho
Ein Trostpredig

Los 849

Körber, Otho. Ein Trostpredig beyde für die Schwangern und Unfruechtbaren Frawen, am andern Christage zu Hersprueck gethan ihm 1534 iar. 8 Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 19,3 x 14,5 cm. Pappband des späten 19. Jahrhunderts (Rücken beschabt). Nürnberg, Hector Schöffler, (1535).

VD16 K 1894. – Einziger Druck der Trostpredigt des aus Bamberg stammenden und in Nürnberg und Kulmbach wirkenden evangelischen Geistlichen Otho Körber (ca. 1490-1553), der auch polemische Werke gegen das Papsttum und populäre Traktate über das Alter verfasste. – Titel und letztes Blatt mittig mit restaurierter Fehlstelle, die übrigen Blatt dort etwas gebräunt und dünn sowie mit kleinerem Loch bzw. hs. ergänzter Fehlstelle (geringer Buchstabenverlust). Etwas fleckig.

Schätzpreis
€ 240   (US$ 273)


Nachverkaufspreis
€ 160   (US$ 182)


Lonicer, Adam
Kreuterbuch, kunstliche Conterfeytunge

Los 850

(Lonicer, Adam. Kreuterbuch, kunstliche Conterfeytunge der Bäume, Stauden, Hecken, Kreuter, Getreyde, Gewürtze ... sampt künstlichem und artlichem Bericht des Destillierens ... von fürnembsten Gethieren der Erden, Vögeln, und Fischen ... von Metallen, Ertze, Edelgesteinen, Gummi, und gestandenen Säfften. Jetzo auffs fleissigst zum sechsten mal von neuwen ersehen, und durchauss an vilen örten gebessert, auch weit uber alle vorige Edition gemehret, mit vollkommenen nützlichen Registern alles Innhalts). 14 (statt 16), CCCLVIII (recte 360), 1 Bl. Mit kolorierter Holzschnitt-Druckermarke am Schluss und ca. 800 kolorierten Textholzschnitten. 27,5 x 17,5 cm. Moderner Pergamentband unter Verwendung einer liturgischen Handschrift des 18. Jahrhunderts. (Frankfurt, M. Lechler für Erben Egenolff, 1577).

VD16 L 2421. Nissen 1228. Pritzel 5599. Durling 2849. – Sechste Auflage des bedeutenden Kräuterbuches, erstmalig 1578 erschienen und verfasst von dem Marburger Mathematiker und Mediziner Adam Lonicer (1528-1586). Die Holzschnitte stammen überwiegend aus dem Rösslinschen Kräuterbuch, später durch Neu- und Nachsschnitte vermehrt. Im Abschnitt zu den "Badstuben" heißt es: "Der Ruß und Wust vom Öl ... und der Schweiß von den Wänden der Bäder gesamlet, ist heiß, miltert und lediget. Er erwärmet, weychet, zertheilet unnd machet Fleisch wachsen. Ist gut zun Schrunden die im Hindern werden, und den Feigwarzen, so man ihn darauff legt oder streichet ..." (Bl. CCCLVII). – Ohne den Titel und das letzte Blatt der zweiten Lage (**VIII). Oftmals im Seitenrand verstärkend hinterlegt, stellenweise mit größeren Ausrissen und Fehlstellen (mit Darstellungsverlust; dieser ergänzend angesetzt). Etwas gebräunt, stellenweise fleckig. Gelegentlich im Seitenrand knapp beschnitten (leichter Buchstabenverlust). Die Textholzschnitte altkoloriert.

Schätzpreis
€ 1.500   (US$ 1.709)


Zuschlag
€ 1.500 (US$ 1.709)


Lonicer, Adam
Naturalis Historiae opus novum. In quo tractatu...

Los 851

Lonicer, Adam. Naturalis Historiae opus novum. In quo tractatur de natura et viribus arborum, fruticum, herbarum, animanitiumque terrestrium, volatilium & aquatilium. Acceserunt quaedam de stilatitiorum liquorum ratione. 2 Teile in 1 Band. 18 nn., 352 num., 2 nn. Bl. (le. w.); 64 num., 22 nn. Bl. (le. w). Mit 2 Holzschnitt-Druckermarke und über 780 (10 kolorierten) Textholzschnitten. 32 x 20,2 cm. Braunes Kalbsleder d. 18. Jahrhunderts (Deckel stärker beschabt, bestoßen und berieben, Kapitale ergänzt, Gelenke restauriert) mit goldgeprägtem RTitel und etwas RVergoldung. Frankfurt, Christian Egenolff, (1551-1555).

VD16 L 2414. Adams L 1451. Nissen 1229. Wellcome I, 3853. Benzing, Egenolff, 291. Durling 2848. – Erste Ausgabe eines der erfolgreichsten Medizinal- und Kräuterbücher aller Zeiten, erschienen in zwei Teilen, von denen der zweite jedoch meistens fehlt (und daher auch in den Bibliographien, bei Benzing, VD16 etc., separat geführt wird). Der Arzt, Botaniker und Naturforscher Adam Lonicer (auch Lonitzer und latinisiert Adamus Lonicerus; 1528-1586) stammt aus Marburg, wo er Philosophie und Medizin studierte und 1545 den Magister Artium machte.

"Außer einigen kleineren medizinischen Schriften veröffentlichte Lonicerus im Verlag seines Schwiegervaters Christian Egenolff sein Hauptwerk 'Naturalis historiae opus novum' (2 Foliobände, 1551/55), welches 1565 unter dem Obertitel 'Botanicon' nochmals abgedruckt wurde. Die deutsche Ausgabe 'Kreuterbuch, Künstliche Conterfeyung der Bäume, Stauden, Kräuter …' erschien erstmals 1557; zu Lonicers' Lebzeiten folgten noch fünf Auflagen, danach zahlreiche weitere, bearbeitet von Peter Uffenbach (1679, Neudr. 1934, 1962), später von Balthasar Ehrhart, zuletzt 1783. Im 'Kreuterbuch' werden - nach einer Einleitung über die Technik der Destillation und über die Anlage von Gärten und Baumpflanzungen - nicht nur Bäume, Stauden und Kräuter behandelt, sondern auch Tiere (Insekten, Mollusken, Wirbeltiere) sowie Erze, Edelsteine und Metalle. Das Werk stellt eine Neubearbeitung des 'Kreuterbuchs' (1546) von Lonicers Amtsvorgänger E. Rößlin dar, das seinerseits auf dem 'Hortus sanitatis' oder 'Gart(en)der Gesundheit' (1485, Neudruck 1924, 1966) von Johs. Cuba basiert. Die Holzschnitte sind vor allem aus Rößlins Werk entnommen, viele auch aus dem 'Kreutterbuch' von Hieronymus Bock kopiert. Manche Bilder sind mit allegorischem Beiwerk versehen; einige, vor allem solche von Tieren (z. B. Einhorn, Drachen, Vogel Greif, Entenmuschelbaum), sind reine Phantasiegebilde, die sogar bis in die letzte Ausgabe (1783) beibehalten worden sind" (ADB XV, 147). – Titel mit älter hinterlegten Eckausrissen und zahlreichen hs. Einträgen, darunter zwei der Franziskaner aus Beaune im Burgund "Ex Bibliotheca ff minorum Belnensium" und "Ex Biblio ff minorum Belnensium". Gegen Ende blasse Feuchtränder, stellenweise etwas fleckig und (selten stärker) gebräunt, nur vereinzelte, wenige kleine Knickspuren oder Randläsuren, meist sehr frisch und in gutem Zustand, die Holzschnitte zumeist in sehr gutem, kontrastreichen und gratigen Abdruck. Zehn der Holzschnitte wurden sauber koloriert.

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.560)


Zuschlag
€ 5.500 (US$ 6.269)


Luther, Martin
Das Magnificat Vorteutschet und auszgelegt

Los 852

Luther, Martin. Das Magnificat Vorteutschet und auszgelegt durch D. Martinum Luther Aug. Vuittemberg. 44 nn. Bl. Mit 2 wdhl. Holzschnitt-Initialen. 20 x 14,2 cm. Moderner schlichter Pappband um 1920 (kaum berieben). (Wittenberg, Melchior Lotter, 1521).

VD16 L 5453. Benzing 855. Knaake 198. – Erste Ausgabe dieser frühesten Bibelauslegung Martin Luthers (1483-1546), die er für den Prinzen Johann Friedrich von Sachsen, noch vor seiner Reise nach Worms, begonnen hatte. Dem Magnificat (der Lobgesang der Maria) hat Luther seine erste Übersetzung des Gebetes König Salomons beigefügt. In der Widmung an Johann Friedrich von Sachsen sagt Luther dafür Dank, daß sich dieser für ihn bei Kurfürst Friedrich nach Bekanntwerden der Bannbulle eingesetzt hatte. Die Widmung ist datiert vom 10. März 1521, jedoch waren von dieser Auslegung erst 3 Bogen im Druck fertig, als Luthers Vorladung nach Worms erfolgte. Er stellte die Arbeit erst auf der Wartburg fertig. Die Vorrede ist ein schönes Zeugnis für Luthers Marien-Verehrung. – Winzige ältere Jahreszahl auf dem Titel, gering gebräunt, vereinzelt leicht feucht- bzw. braunfleckig, die letzte Lage mit kleiner Wurmspur im breiten weißen Rand. Gutes Exemplar.

Schätzpreis
€ 900   (US$ 1.026)


Zuschlag
€ 950 (US$ 1.083)



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