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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Wertvolle Bücher Auktion 115, Di., 7. April, 15.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Anathema est
Einzelblatt einer lateinischen Handschrift auf ...

Los 1001

Anathema est. Einzelblatt einer lateinischen Handschrift auf Papier. 2 Spalten. 54-56 Zeilen. Schriftraum 22 x 15 cm. Blattgröße 29 x 21 cm. Bastarda in Schwarz. Mit 2-zeiliger Intitiale "A", Kapitalstrichelung, Absatzmarken und Rubrizierung in roter Mennige. Randübschriften und 4 kleine Notabene-Händchen. Süddeutschland um 1380.

Interessantes Textfragment einer wohl aus dem süddeutschen, vorderösterreichischen oder norditalienischen Raum stammenden für uns nicht identifizierbaren theologischen Handschrift mit umfangreichem Text zu einem der spannendsten Themen der Kirche, dem Anathema, dem kirchlichen Bannfluch, der im Neuen Testament mehrfach als Begriff fällt (Galater I,8; 1 Korither XII,3 und XVI,22; Römer 9,3 ).
Offenbar handelt es sich um eine genaue Auflistung und Kommentierung aller von der spätmittelalterlichen Kirche unter Verbot gestellten Handlungen, darunter alle möglichen Vergehen, Rechtsbrüche wie Unzucht, Ehebruch und Abtreibung: "Mulier aborsu facians in exilium...", "Abrogatus lex pro dissuetudinem ..." etc. Nach entsprechender Sühne durch Beichte kann dann Absolution erlangt werden: "Absolutus est...", "Absolvendum est...". Vgl. dazu Hermann Joseph Schmitz, Die Bussbücher und die Bussdisciplin der Kirche. Nach hs. Quellen dargestellt. Graz 1958 (der aber den Text unseres Fragments auch nicht kennt). – Ränder knittrig und mit Einrissen, vor allem von links, aber kaum Ausrisse, minimal gebräunt, Mittelknick, der Text sehr klar und vollständig erhalten. – Beiliegt ein weiteres spätmittelalterliches Blatt mit theologischem Text in Bastarda in Sepia und Rot (Gebrauchsspuren, fleckig).

Schätzpreis
€ 240   (US$ 264)


Zuschlag
€ 400 (US$ 440)


Horae Beatae Mariae Virginis
Einzelblatt aus einem spätmittelalterlichen Stu...

Los 1002

Horae Beatae Mariae Virginis. Einzelblatt aus einem spätmittelalterlichen Stundenbuch mit einer breiten belebten Bordüre in Gold und Farben, mit floralen Elementen und Erdbeeren. Blattgröße ca. 14,2 x 9,6 cm. Mit Passepartout unter Glas in vergoldeter Holzprofilleiste gerahmt. Frankreich um 1460.

Hübsches Blatt mit einer Stelle aus Psalm 119: "[Heu mihi] quia incolatus meus prolongatus est!...".
Links hebt der Text mit einem kleinen Zierzweig an, zwei Zeilenfüller und 6 (davon eine 2-zeilige) Initialen in Rot und Blau sowie breitem Bordürestück mit einem kleinen Vögelchen. – Kaum Gebrauchsspuren, dekorativ gerahmt. Versand nur ohne Rahmen.

Schätzpreis
€ 120   (US$ 132)


Zuschlag
€ 220 (US$ 242)


Missaleblatt
mit Initialminiatur

Los 1003

Missaleblatt mit breiter Dornblatt-Rankenbordüre Initialminiatur "Christi Geburt". Lateinische Handschrift auf Pergament mit romanischer Quadratnotation auf vierzeiligem roten System. Ca. 39 x 25 cm. Frankreich um 1465.

Besonders schönes, großes Einzelblatt aus einer spätmittelalterlichen französischen Handschrift mit dreiseitiger, breiter Bordüre aus goldenen Dornblattranken, belebt mit zahlreichen kleinen Blumen, Blüten und Akanthusranken sowie oben einem ausgreifenden Rosenstock mit roséfarbenen Blüten. Die Bordüre begleitet den schlanken Blattgoldstab, der von der großen Miniaturinitiale unterbrochen wird (6 x 6,5 cm). In einem goldenen Quadratrahmen erscheint der Buchstabe "D" für "Puer natus est nobis et filius datus est nobis cuius imperium super humerum eius: et vocabitur nomen eius magni consilii Angelus". – Rechts im Steg ungerade und etwas knapp beschnitten, etwas feuchtfleckig und angestaubt, kaum Oberflächenberieb. Sehr dekorativ, mit leuchtendem Blattgold.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Zuschlag
€ 700 (US$ 770)


Horae Beatae Mariae Virginis
Stundenbuchfragment. Frankreich um 1465

Los 1004

Horae Beatae Mariae Virginis. Stundenbuchfragment, lateinische Handschrift auf Pergament. 37 Bl. 12 Zeilen. Schriftraum 5,4 x 3,7 cm. Format 10,5 x 7,6 cm. Mit zahlreichen 1-2-zeiligen Initialen in Blattgold auf blauem und rotem, mit weißer Federzeichnung gehöhtem Kasten-Grund sowie vielen Zeilenfüllern in Rot-Blau mit Goldpunkten sowie Miniatur in Akanthusrahmen-Bordüre mit vierteiligem Wappen. Fadengeheftet, ohne Einband. Eingelegt mit rotbrauner Chagrinleder-Decke in Chagrinleder-Schuber. Frankreich um 1480.

Fragment eines bemerkenswert kleinen, in feiner schwarz-brauner Gotica textura geschriebenen französischen Stundenbuchs auf Pergament, geziert mit leuchtenden Blattgoldinitialen. Die Miniatur (4,8 x 3,8 cm) zeigt in einem Bogenrahmen den Heiligen Johannes Evangelista im Gehäuse, in einer Renaissance-Loggia deren Decke auf gedrehten Goldsäulen ruht und den Blick auf eine verblauende Berglandschaft freigibt. Der üblichen Ikonographie entsprechend hält Johannes, ein Jüngling mit lockigem Goldhaar, weiter Toga und blauer, Goldbrokat-Schärpe, in seinen Händen den Kelch, aus dem eine winzige grüne Schlange hervorkommt.
Unten in der Akanthusbordüre ein rotblaues Allianzwappen mit goldenen Wedeln und schwarzen waagerechten Streifen auf Schwarz. – Die Zierseite mit der Miniatur stärker abgerieben (teils Bildverlust der Bordüre), die Miniatur mehrfach retuschiert, die Malerei der Figur jedoch in verhältnismäßig gutem Zustand (sehr feine Gesichtszüge des Johannes), sonst im Block meist wohlerhalten und sehr frisch.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 880)


Zuschlag
€ 1.100 (US$ 1.210)


Stundenbuchminiaturen
2 Einzelblätter aus spätmittelalterlichen Hand...

Los 1005

Stundenbuchminiaturen. 2 Einzelblätter aus spätmittelalterlichen Handschriften. Lateinische Gotica textura in braunschwarzer Tinte auf Pergament. Mit jeweils einer 3-4-zeiligen blauen Initiale auf Goldgrund mit Rankenwerk, breiter floraler Rankenbordüre um die Miniatur bzw. großer gotischer Rahmenbordüre. Blattgröße ca. 17,4 x 11,8 cm. Nordfrankreich um 1490.

1) Verkündigung an die Hirten. "Deus in adiutòrium meum intende; Domine, ad adiuvàndum me festìna!" Die Miniatur (ca. 7,4 x 5,2 cm) zeigt zwei Hirten auf dem Felde mit verblauten Bergen im Hintergrund. Oben schwebt der Engel der Verkündigung, hinter den Hirten erkennt man die niedliche Schafherde. - 2) Kreuzigung Christi. "Domine, labia mea aperies. Et os meum annuntiábit laudem tuam." Besonders feine, künstlerisch bemerkenswert qualitätvolle Kreuzigungsdarstellung mit Frontalansicht des Gekreuzigten in der Mitte, zu seiner Rechten die Gruppe um Maria mit dem Jüngling Johannes. Von rechts nähert sich der römische Soldat Stephaton mit dem Ysopen, dem Essigschwamm auf dem Stab, mit dem er Christus in der neunten Stunde zu laben kommt. Die prächtige Pinselgold-Bordüre umgibt die Miniatur mit einem gotischen Eselsrücken-Bogen, der von zwei spätgotischen Tabernakeln mit zwei Figuren flankiert ist. – Wenige Oberflächenbereibungen, das Kreuzigungsblatt oben etwas knapp beschnitten, verso mit prachtvoller Dornenrankenbordüre mit fünf Initialen in leuchtend-schimmerndem Gold, anhängt ein weiteres Pergamentblatt. Sehr dekorativ.

Schätzpreis
€ 750   (US$ 825)


Zuschlag
€ 1.100 (US$ 1.210)


Maximilian I., röm.-dt. Kaiser
Mandatum domini Regis proprium. Einblattdruck. ...

Los 1006

[*] Maximilian I., röm.-dt. Kaiser. Mandatum domini Regis proprium. Einblattdruck. 1 Bl. mit 1 S. Mit großer Holzschnitt-Initiale "W". Schriftspiegel 19 x 15,8 cm. Fol. 32 x 21,6 cm. Augsburg 13. April 1504.

Mandat Kaiser Maximilians I. (1459-1519), des oftmals sogenannten "letzten Ritters" des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation mit einem Befehl an die Stadthalter, das Verbot der Abwerbung von Soldaten durchzusetzen, dass "unnser Landthofmaister, Marschalck Stathalter und Rathe unseres Regyments zu ynspruck, Inn alle unnsere vordere Lannde geschriben, Auch ernnstlichen verbotten haben, das kainer auß unnsern Landen, Furstenthumben und gebieten ziehen, noch sich zuu anndern Herren mit dinsten verpflichten söllen...". Hintergrund war der Landshuter Erbfolgekrieg von 1504-1505. – An den Rändern teils leicht brüchig und mit Knicken, gering angestaubt, sonst sehr sauber und frisch, gedruckt auf festem Büttenpapier.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Zuschlag
€ 200 (US$ 220)


Frankfurt an der Oder
St. Marien. Handschriftliche Chronik der Kirche...

Los 1007

Frankfurt an der Oder. - St. Marien. Handschriftliche Chronik der Kirchengemeinde vom Ende des 16. bis Anfang des 19. Jahrhunderts mit Tausenden von Einträgen. Deutsche, teils auch lateinische Handschrift auf Papier. 416 hs. num S. (inklusive zahlreicher weißer Blätter) sowie ein Druckwerk Martin Luther. Enchiridion. Frankfurt a. Main 1572. 25,5 x 17 cm. Blindgeprägtes Halbschweinsleder d. Z. (etwas stärker beschabt und berieben, bestoßen) mit einst grüngefärbten Pergament-Deckelbezügen (etwas abgerieben, wellig, fleckig). Frankfurt an der Oder ca. 1572-1801.

Ausführliche handschriftliche Chronik der Marienkirche und der Diözese von Frankfurt an der Oder über drei Jahrhunderte. Die teils hs. beschriebenen Blätter sind um einen alten Druck des 16. Jahrhunderts herumgebunden: Martin Luther. Enchiridion: Der kleine Catechismus (Frankfurt, Eichorn, 1572).

Enthalten sind u. a. handschriftliche Einträge mit einem Bücherverzeichnis der Kirche: "Verzeichnis was bey der Unterkirche befindtlich ist. An Büchern in Folio ... Büchern in Quarto". Hinweise zum "Kirchen-Ornat", ein gedrucktes Flugblatt "Dn. Augusto Merckio, Primislavensium ecclesiastae nuptias", ferner Inventarlisten "Res nostri hic equitur quaevis quae pagina templi" mit der Nennung der "Diaconi bey der Oberkirche", "Nachricht von der Einweihung des neuen Altars in der Unterkirche","Nachricht von Verehrungen", "von den Testamenta" etc.

Es folgt eine Chronik der Ereignisse aus dem Oderbruch und der Diözese Frankfurt, darunter Hinweise zur "Gravis Pestilentia", "De Translatione Nundinarum", "Viehsterben", "Jahrmärckte", "Große Contribution dieser Stad" und vieles, vieles mehr, darunter Nennung Hunderter von Namen wie etwa des preußischen Pädagogen Gotthold Samuel Abraham Seemann (1772-1835), des Predigers und Frankfurter Theologie-Professors Johann Gustav Herrmann (1741-1817), Ehrenreich Wehmer (gest. 1825) und anderer.

Es folgen die Kirche direkt betreffende Einträge, wie Stiftungen und Erneuerungen bzw. Restaurierungen von Altar, Orgel, Taufkapelle ("baptisterium stanneum"), der Türme und Türmchen (turis), der Chorgestühle ("subsellia"), mit Wiedergabe der lateinischen Inschriften auf Tafeln, auf Grabmälern etc., jeweils sauber und übersichtlich in Kapiteln geteilt. Es sind meist genaue, oft kunsthistorisch zuverlässige Angaben mit genauer Ortsbezeichnung, wie "Dem Pfeiler gegenüber dem Chor diß Denckmahl hat gesetzt Meister George Lorentz ... ein Grabmahl".

Von ganz besonderem Interesse ist auch die ausführliche Beschreibung der neuen Orgel vom Ende des 17. Jahrhunderts von dem Prediger Tobias Kraszke Tribella-Lusatus, "erstlich in der Lebusser Vorstadt...", mit dessen Biographie, der auch durch eine Publikation nachweisbar ist: "Kurtze Beschreibung der neuen Orgel bey der Ober-Kirchen zu Franckfurt an der Oder, welche anno 1695. am IIX. Sonntag nach Trinitatis [...] eingeweihet worden: Selbige ward gestellet von M. Tobia Krassken Tribella-Lusato". "De suburbii Lebusiani I. Templo, II. Pastoribus et III. Historia Pastoris, Calicem benedictum effundentis..." mit ausführlicher Aufstellung der Realien von Lebus seit dem Ende des 16. Jahrhunderts.

Ab S. 383 "Disposition des newen Orgelwercks in der Oberkirche zu S. Marien in Frankfurt an der Oder, wie solches als klingendes Stimmen Register, und gebrochenes Clavikon so wohl manualiter als pedaliter am 15. 8. 1690 zu verfertigen beschloß ..." mit der Aufführung von "Hauptwerck, Hinter-Oberwerck", "Im Pedal" und "Register der Orgel beiy der Unterkirche" ... mit allen Angaben der Stimmen.

Genannt werden die Pastoren Johannes Musculus, Johannes Gitner, Johannes Praetorius, Christoph Teckler, Georg Hena, David Brüfer, Andreas Albinus, Christian Schultze, Tobias Kraske, Christian Seyfart und andere. Tauf-, Ehe- und Sterberegister sind weitere höchst ergiebige Quellen zur Erforschung der Frankfurter Geschichte und Kirchengeschichte.

Die Tabellen der Täuflinge "Baptizati - Infantes anno quodis Baptismatis unda quot purgarit" enthält in der "Summa 12.211" Einträge, "In coena cibati" (die "am Tische des Herrn Bewirteten", also zur Kommunion Zugelassenen, sprich der Konfirmanden) des Jahres 1651-1800. Es folgt eine Tabelle der "Copulati", der Vermählungen zwischen 1650 bis 1800, in "summa 3233" und schließlich eine der "Defuncti" von 1651 bis 1800, in der 11.663 gezählt werden - interessante demographische Forschungsquellen: "En hicce defunctos sua vita liber omnes recenset colligens discrimine: Nullo, velut mors abstulit. Tu, qui sapis, Mortis memento semper, et vires bene".

Die Handschrift enthält freilich noch Hunderte weiterer interessanter Einträge, die hier nicht im Einzelnen genannt werden können. Der alte Druck ist nach Seite 190 eingebunden:

Martin Luther. Enchiridion: Der kleine Catechismus, für die Gemein, Pfarherr und Prediger. 1 Bl., Bl. 17-203, 1 Bl. (Zwischentitel nach Bl. 31) 2 Bl. (ohne das le. w.). Mit 3 wdhl. großen Titelholzschnitten und 3 ganzseitigen Holzschnitt-Porträts verso Titel. (Frankfurt, Johann Eichorn), 1572. - VD16 L 5122. Der seltene Frankfurter Eichorn-Druck des vollständigen "Kleinen Katechismus'" Martin Luthers, der zusammen mit der Confessio Augustana unter dem Titel "Die Augspurgische Confession, aus dem Rechten Original ... ubergeben" 1572 erschienen war, aber wohl auch (Bl. 17-203) einzeln abgegeben werden konnte.

Er enthält ferner, jeweils mit eigenem Titelblatt, Vignette und Porträtholzschnitt des Markgrafen Johann Georg von Brandenburg (1525-1598) ausgestattet, die "Erklerung der Augspurgischen Confession" sowie die "Kirchen Agenda". - Ein Hauptwerk der brandenburgischen Kirchengeschichte, das die endgültige Einführung der Reformation in Brandenburg bewirkte. Sehr seltene, nach der Mainzer Urkunde edierte Ausgabe, die derjenigen Melanchthons vom dokumentarischen Wert her vorzuziehen ist, da Melanchthon nach eigenem Bekunden nur nach einem Exemplar "bonae fidei" gearbeitet hat. - Titel mit blassem Stempelchen des "Kaiser-Wilhelms-Gymnasiums zu Berlin", rechts etwas knapp beschnitten (verso Porträt ohne linke Rahmenlinie), unten im Mittelteil jeweils eingefaltet (verso Widmungsgedichte), wenige hs. Durchstreichungen bzw. Anmerkungen, vereinzelt gebräunt, sonst gut erhalten. - Vorgebunden sind die zum Druck gehörigen 3 (statt 4) nn., 16 num. Bl. der "Augspurgischen Confession", der lediglich der Titel (der Haupttitel des Werkes mit Titelholzschnitt- und verso Holzschnitt-Porträt) fehlt. – Wenige Gebrauchsspuren, teils leicht gebräunt, am Schluss auch ein paar Blätter alt herausgetrennt, die weißen Blätter in sehr gutem Zustand, nur mit kleiner Seitennummer, insgesamt wohlerhalten und meist sehr gut lesbar.

Schätzpreis
€ 1.800   (US$ 1.980)


Zuschlag
€ 4.200 (US$ 4.620)


Missale-Doppelblatt
Lateinische Handschrift in roter und schwarzer ...

Los 1008

Missale-Doppelblatt. Mit dem Introitus zum Hochtag am 29. Juni, dem Petrus- und Paulusfest. Lateinische Handschrift in roter und schwarzer Tinte auf Pergament mit schwarzer romanischer Quadratnotation auf fünfzeiligem roten System und 6 Zierinitialen in Rot-, Blau-, Schwarz- und Gelb. Schriftspiegel 45,5 x 27 cm. Format 59 x 41 cm. Italien Ende des 16. Jahrhunderts.

Dekoratives, sehr großes und bemerkenswert wohlerhaltenes Doppelblatt aus einem italienischen Missale mit dem Introitus zum Fest der Heiligen Petrus und Paulus: "Christum regem regum adoremus dominum qui martyrio crucis beatum glorificavit Petrum apostolum". Die hübschen kalligraphischen Initialen in mehreren schwellenden Balken mit Gelbhöhung, die vier großen roten und blauen Initialen sind jeweils in einem Rechteckkasten mit hübschem Federwerk umspielt. – Randeinriss schon damals mit Papiernaht, etwas gebräunt, leicht wellig. Insgesamt sehr dekorativ und ausgefaltet überaus groß (59 x 82 cm).

Schätzpreis
€ 400   (US$ 440)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 275)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Rudolf II.
Der Augspurgischen Confessions Voewanter

Los 1009

Rudolf II. - Der Augspurgischen Confessions Voewanter Fürstenn unndt Stende Gesandtenn werbung und Obergebene Schrifft zu Prag. Anno 1601. Deutsche Handschrift auf Papier. 19 Bl. (pag. 79-97) mit 38 beschriebenen Seiten. 31,5 x 20 cm. Prag 1601.

Zeitgenössische Abschrift von "Commissionen, Mandaten, Citationen" Kaiser Rudolfs II. (1552-1612) als Antwort an den Verbund der protestantischen Fürsten Böhmens. Nach den Postulaten der Augsburger Konfession von 1530 und dem Augsburger Religionsfrieden von 1555, konnte der böhmische Religionsfrieden unter Rudolf II. dann im Juli 1609 geschlossen werden - ein knappes Dezennium vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges.
Der für uns nicht nachweisbare Text ist am Ende versehen mit der "Signatur: Prag unter Ihrer Kayserl: Mayest: aufgettreutem Secret Zugesiegell dem 20 Augustj. Anno 1601". Geschrieben in einer wunderbar sauberen, schwungvollen Kanzleischrift, einer Kursiva-Schreibschrift in schwarzbrauner Tinte. – Leicht gebräunt, oben etwas knapp beschnitten und auch im Bund etwas streng. Ein interessantes Dokument zu einer der politisch brisantesten Zeiten in Böhmen.

Schätzpreis
€ 400   (US$ 440)


Zuschlag
€ 340 (US$ 374)


Graduale
Einzelblatt aus einer liturgischen Monumentalha...

Los 1010

Graduale. Einzelblatt aus einer liturgischen Monumentalhandschrift. Lateinische Handschrift auf Pergament. Schriftraum 56 x 33 cm. Format 65,5 x 45,5 cm. Mit 2 großen Initialen "E" und "B" in Rot, romanischer Quadratnotation auf 5 Systemen zu 5 Linien sowie farbige Rankenbordüre an 2 Seiten mit kleiner figürlicher Darstellung. Text in Schwarz und Rot. Süddeutschland Ende 17. Jahrhundert.

Schon auf 5-linigen roten Notensystemen notierte Quadranotation mit dem Anfang der Liturgie mit dem Introitus zum Feste des Heiligen Damasus: "In festo s. Damassi. Pape, et confes. Introi[tus] - Gra[duale]". Vgl. dazu Martin Baier: "Nersinger beschreibt Gregors des Großen Bemühen im Bereich der Liturgie im Zusammenhang mit dem Stationsgottedienst in Rom. Er weist darauf hin, dass schon vor Gregor die für den Gottesdienst nötigen Texte geordnet wurden. So hat Papst Damasus (366-384) wechselnde Perikopen eingefügt..." (Martin Baier, Die Messe des Papstes Gregor, 2011, S. 14).
Die hübsche Bordüre, die den Beginn mit dem Introitus an der linken Ecke begleitet zeigt die Figur der Maria in blauem Mantel und roter Tunica mit Goldnimbus, darunter grüne Flügel mit einer gewundenen Schlange, ggf. in Anspielung an die Immaculata-Darstellung. Eingefasst wird die Zier von hübschen Akanthusranken in Blau und Orange, aus denen zärtliche rot-roséfarbene Blüten wachsen. – In neuerer Zeit beschnitten, etwas Oberflächenabrieb in der Bordüre, teils Knickspuren und Beschabungen, etwas gebräunt, sonst sehr ordentlich erhalten und bemerkenswert dekorativ.

Schätzpreis
€ 400   (US$ 440)


Zuschlag
€ 200 (US$ 220)



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