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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Kapitel Inkunabeln, Drucke vor 1600 / Incunabulas, Prints before 1600 / Incunaboli, Libri del Cinquecento (Lose 1021 - 1218) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Rainerius de Pisis
Pantheologia. Augsburg, Günther Zainer, 1474

Los 1021

Rainerius de Pisis. Pantheologia. Mit Praefatio von Jacobus Florentinus. 2 Bände. 507 (statt 509; ohne die beiden w. Bl.); 483 (statt 484, ohne das e. w.) Bl. 2 Spalten. 59-60 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum 28 x 18,2cm. Format 41 x 29 cm. Mit zahlreichen 8-12-zeiligen Maiblumen-Initialen und Kapitalspatien. Hellbraunes Kalbsleder d. Z. (Leder brüchig mit größeren Fehlstellen, Rücken erneuert und Blöcke neu aufgebunden, Rücken- und Deckelleder aufkaschiert, stärker beschabt und berieben sowie mit Kratzern, fachmännisch restauriert) über schweren Holzdeckeln mit reicher Rautenblindprägung und Stempelzier, kleinem Deckelschild und größeren hs. Rückenschildern des 19. Jahrhunderts sowie mit jeweils 2 neueren Schließen und zus. 20 ebenfalls neueren Messing-Tellerbuckeln. Augsburg, Günther Zainer, 1474.

Hain 13016. GW 36921. Goff R-6. Proctor 1543. Bodleian R-002. Collijn 1298. Hubay 1743. Sack 3007. Schlechter-Ries 1541. Sheehan R-3. BMC II, 321. BSB-Ink R-2. CIH 2895. IBP 4659. IDL 3864. IGI 8268. ISTC ir00006000. – Zweite Ausgabe der dem Rainer von Pisa (1100-1160) zugeschriebenen "Pantheologia", der ältesten theologischen Enzyklopädie überhaupt. Es handelt sich um eine umfangreiche Kompilation des gesamten theologischen Wissens der Zeit in lexikalischer Form. So enthält der erste Band die Buchstaben A-M und der zweite L-Z, jeweils mit den prächtigen, charakteristischen Maiblumen-Initialen ausgestattet. Das monumentale Werk war erstmalig von Johann Sensenschmidt und Heinrich Kefer in Nürnberg am 8. IV. 1473 im Druck vollendet worden (GW 36929).
"The oldest theological encyclopedia ... represents the practical inheritance of scholasticism. It brings together the main themes of theology, drawing most heavily on Alexander von Hales, Bonaventura and, of course, Thomas Aquinas. The thoroughness of the 'Pantheologia' is demonstrated in the number of little known authors and texts it cites" (BPH 164). – Es fehlen drei der vier weißen Blätter (Band I, Blätter 37 und 38, Band II Blatt 1). Der erste Band ist leicht feuchfleckig, wassserrandig und zu Anfang etwas fleckig, das erste Blatt mit kleiner Randhinterlegung, die Blätter 4-5 angeschmutzt, das erste und letzte Blatt in beiden Bänden ist leicht wurmstichig (Band I jedoch kaum betroffen). Sonst im Block jeweils sehr frisch und außergewöhnlich sauber, gedruckt auf ausgezeichnet festem und besonders starkem Büttenpapier, hier in bemerkenswerter Breitrandigkeit von originalem Beschnitt der Zeit.

Die hübschen Einbände entstammen einer süddeutschen Werkstatt, sie wurden in den großen, durch vierfache, gestaffelte Fileten begrenzte Rauten mit verschiedenen Stempeln verziert, die Ilse Schunke dem Franziskanerkloster in Amberg in der Oberpfalz zuweisen kann, darunter ein Blattornament (Schunke 98), ein Hund (54), eine Palmette (33) und eine Rosette (145a). "Es muss offen bleiben, ob es sich hier um die Klosterwerkstatt oder um den Auftraggeber - die Klosterbibliothek - handelt" (EDBD w002312).
Innendeckel beider Bände mit Besitzvermerken des Theologen Conrad Schwäger aus Tirschenreuth in der Oberpfalz: "S. Theologiae D. Conradus Schwägerius Thürsenreutinus 1567". Das Exemplar ging danach in die Bibliothek des Augustinereremitenordens in Ramsau (mit entsprechendem Besitzvermerk in Band I) und von da nach München, wo es als Dublette dann ausgeschieden und dem Handel übergeben wurde. Mit gestochenem Exlibris "Ad Bibliothecam conventus Monacensis Ord:Erem: S.P.Aug" und Vermerk im 2. Band, datiert 1606 sowie der Bayerischen Staatsbibliothek, (einst mit der Signatur "Inc. Typ. Nr. 740"). Beide Bände mit dem Vermerk "Duplum". Blindstempel der Bibliothek Detlev Maus.

Schätzpreis
€ 9.000   (US$ 9.900)


Zuschlag
€ 6.000 (US$ 6.600)


Leonardus de Utino
Sermones aurei de sanctis. Venedig

Los 1022

Leonardus de Utino. Sermones aurei de sanctis. 310 (statt 314) nn. Bl. 2 Spalten. 40 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum 15,2 x 10,6 cm. Format 19,3 x 14,2 cm. Mit einer 12-zeiligen Zierinitiale in Blau mit reicher ornamentaler roter Federwerkzier und Federwerkbalken über die linke Kolumne sowie Hunderten von roten und blauen Lombarden sowie durchgehender Rubrizierung. Reich blindgeprägtes Schweinsleder um 1620 (leicht fleckig, kaum abgegriffen) über abgefasten Holzdeckeln mit 2 hs. RTiteln, 2 ziselierten Messingschließen und Rotschnitt. Venedig, Johann von Köln und Johann Manthen, 1475.

Hain-Copinger 16132. GW M17905. Goff L-157. Proctor 4300. Pellechet 7090. Mendes 757. 758. Oates 1712. Scardilli-Venezia 173. BMC . BSB-Ink L-112. CIBN L-129. CIH 2055. IBE 3486. IBP 3411. IDL 2917. IGI 5739. ISTC il00157000. – Frühe Inkunabelausgabe aus der Mitte der Siebziger Jahre des 15. Jahrhunderts, die den vier verschiedenen Drucken der erstmals 1473 erschienenen Ausgabe folgt. „Die Predigten Leonardos (geb. um 1400 zu Udine) sind in der Weise Barlettas gehalten; sie entsprachen daher dem Geschmack seiner Zeit und mussten beim mündlichen Vortrag einen großen Eindruck machen" (Wetzer-Welte VII, 1818). – Es fehlen vier Blätter, a1 und a10, ee1 und das letzte weiße Blatt ee12. Stellenweise leicht fingerfleckig, gebräunt und braunfleckig, nur die letzten Blätter mit leichten Randläsuren, sonst kaum Papierschäden, hin und wieder einige interesssante zeitenössische Marginalien (teils leicht überschnitten), Vorsätze erneuert, schön gebunden mit voll funktionsfähigen Schließen.

Schätzpreis
€ 3.500   (US$ 3.850)


Zuschlag
€ 1.750 (US$ 1.925)


Gregor I., Papst
Moralia in Job

Los 1023

Gregor I., Papst. Moralia in Job. 328 (statt 329) Bl. 2 Sp. 56-58 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum 28,7 x 18,2 cm. Format 35 x 25,5 cm. Mit 36 8-12-zeiligen Fleuroné-Initialen in Rot, Blau und Grün, sehr zahlreichen Lombarden und Kapitalstrichelung in Rot und Blau. Moderner Lederband. (Köln, Konrad Winters, um 1476; nicht nach 11.VI.1478).

Hain-Copinger 7927. GW 11431. Goff G-429. Proctor 1177. Pellechet 5377. Bodleian G-219. Borm 1191. Hartig 288. Madsen 1792. Nentwig 183. Ohly-Sack 1289. Sack 1629. Voulliéme 483. Walsh 396. Wilhelmi 263. Zedler 316. BMC I, 246 . BSB-Ink G-317. IDL 2096. ISTC ig00429000. – Dritter Druck und erste Kölner Ausgabe seines 35 Bücher umfassenden Kommentars zum Buch Hiob, interpretiert nach dem Prinzip des dreifachen Schriftsinns. Zugleich wohl einer der frühesten Kölner Drucke aus der Offizin Konrad Winters von Homberg, dessen Tätigkeit für die Jahre 1476 bis 1482 nachgewiesen ist. Winters lernte sein Handwerk bei Ulrich Zell, dem ersten in Köln niedergelassenen Drucker, der seine Ausbildung wiederum bei Peter Schöffer in Mainz absolvierte. Zells Ausgabe von Johannes Chrysostomos Schrift Super psalmo quinquagesimo aus dem Jahr 1466 gilt als das erste in Köln gedruckte Buch, bis zum Jahr 1500 sollten noch rund 1280 weitere Drucke folgen. Die drucktechnische Nähe zwischen Zell und Winters spiegelt sich in der auffallenden Ähnlichkeit der von beiden verwendeten Lettern, der sogenannten Gersontype, von der Winters nach seiner Lehrzeit wohl einen Satz durch Kauf oder Schenkung von Zell erhielt. Später ließ Winters einige Lettern neu gießen, wodurch es zu minimalen Abweichungen kommt. Ein Glücksfall für die analytische Druckforschung, da sich ihre manchmal - so wie hier - unfirmierten Druckwerke ansonsten kaum voneinander unterscheiden lassen. – Es fehlt das erste Blatt der Lage o. Die ersten ca. 30 Blatt mit (abnehmendem) Feuchtigkeitsfleck mit schwachen Sporflecken im unteren Rand, die stärker betroffenen ersten fünf Blatt dort hinterlegt, das Papier dort etwas fragil und teils mit Randeinriss. Blatt dvii mit Riss im weißen Seitenrand, Blatt ki und ii mit Randnotizen (etwas beschnitten), einige Blatt gleichmäßig etwas gebräunt. Am Schluss etwas fleckig und leicht wurmstichig. Bis auf den Feuchtigkeitsschaden zu Beginn von sehr schöner Erhaltung und mit über 30 dekorativen, mit Federwerk weit auslaufenden Fleuronéinitialen reich geschmückt.

Schätzpreis
€ 3.000   (US$ 3.300)


Zuschlag
€ 1.800 (US$ 1.980)


Gregorius I. Magnus
Moralia in Job. 321 (statt 329) nn. Bl.

Los 1024

Gregorius I. Magnus. Moralia in Job. 321 (statt 329) nn. Bl. 2 Spalten. 56-58 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum 28,8 x 18 cm. Format 37,5 x 28 cm. Mit Initialpatien und anfänglicher Kapitalstrichelung in Rot (erste Lagen). Halbpergament vom Ende des 18. Jahrhunderts (stärker lädiert, beschabt, bestoßen, Bezugspapier fehlerhaft, fleckig, angestaubt). Köln, Konrad Winters, um 1476.

Hain-Copinger 7927. GW 11431. Goff G-429. Proctor 1177. Pellechet 5377. Bodleian G-219. Borm 1191. Hartig 288. Kaplan 234. Madsen 1792. 1793. Nentwig 183. Ohly-Sack 1289. Sack 1629. Simáková-Vrchotka 845. Walsh 396. Wilhelmi 263. Zedler 316. ISTC BMC I, 246. BSB-Ink G-317. CBB 1714. CIH 1473. IBP 2492. IDL 2096. ISTC ig00429000. Nicht in der Bibliothèque Nationale (CIBN). – Einer der frühesten Drucke aus der Kölner Offizin des Konrad Winters, die dritte Ausgabe der "Moralia in Job" aus der Feder Gregors des Großen nach neuesten Forschungen ins erste Druckjahr Winters zu datieren. Der einst zwischen 1476 und 1479 datierte Druck (Goff "before 20 Sept. 1479?) konnte nunmehr noch weiter eingegrenzt werden, "nicht nach 11.VI.1478. - Zur Datierung vgl. Gerardy in Gutenberg-Jahrbuch 1971, S. 22" (GW). Dem Druck waren die Nürnberger Ausgabe des Johann Sensenschmidt vom 10.-11. September 1471 sowie die Basler von Berthold Ruppel um 1472-1474 vorangegangen. "The first known date connected with Winters", schreibt der BMC, "is 1475, written by a rubricator in the Munich copy of Leonardus de Utino, Sermones quadragesimales. The first printed date is 8 November, 1476, found in two books. The last is that of Andreae, Hieronymianus, 9 August, 1482. Winters was using signatures in 1479, but did not always employ them, and his printing practice was generally irregular" (BMC I, 245). – Es fehlt die letzte Lage L8 (Lagenformel a-o¹° p¹¹ q8 rs¹° t8 vx¹° y8 zA-D¹° E8 F-H¹° I8 K¹° L8), die ersten Blätter mit Einrissen und kleinen Fehlstellen (Wurmlöchern etc.), Blatt 1 komplett hinterlegt (auf weißer Seite recto), Blatt 2 mit Stegverstärkung, die erste und wenige weitere Lagen im Falz alt verstärkt, hin und wieder kleine Wurmschäden, gegen Ende etwas stärker, dort auch mit Bräunungen und Feuchträndern sowie Sprenkelflecken von Oben, einige ältere Stegverstärkungen, hin und wieder alte und neuere Kommentare in Sepia, im Block aber meist gut erhalten. Vorne ein älteres Blatt mit einem später hinzugesetzten Titel (ganz in der Manier der Inkunabelzeit) mit kleiner Lombarde. Bemerkenswert breitrandiges Exemplar des prachtvollen Druckes aus der Offizin des Konrad Winter zu Köln, gedruckt auf festem Papier.

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.500)


Nachverkaufspreis
€ 3.500   (US$ 3.850)

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Biblia latina
Köln, Nikolaus Götz, um 1478/80.

Los 1025

Das vollständige Alte Testament in einem Kölner Einband
Biblia latina. (Vetus testamentum). "Incipit epistola sancti Ieronomi ad paulinum presbiterum [bis] Explicit psalterium". Teil I (von 2) in 1 Band. 335 (statt 336; ohne d. e. w.) nn. Bl. 2 Spalten. 42 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum 20,8 x 14 cm. Format 28,7 x 21,5 cm. Mit mehreren, bis zu 7-zeiligen roten Schmuckinitialen mit reichem Federwerk über die Kolumne, Hunderten von roten Lombarden und durchgehender Rubrizierung. Dunkelbraunes Kalbsleder d. Z. (Gelenke leicht brüchig, leicht beschabt und berieben, nur unwesentliche, minimale Fehlstellen im Bezug, vereinzelte kleine Kratzer) über schweren rundgeschliffenen Holzdeckeln mit 2 intakten Messingschließen und Fore-edge Schnitttitel: "Pars vet: test:". Köln, Nikolaus Götz, um 1478/80.

Hain-Copinger 3042. GW 4235. Goff B-560. Proctor 1117. Pellechet 2272. Bodleian B-269. Finger 182. Oates 600. Sheppard 857-58. Zedler 145. BMC I, 239. BSB-Ink B-432. CIBN B-390. ISTC ib00560000. – Das vollständige Alte Testament aus dem frühen lateinischen Bibeldruck der Kölner Offizin des Nikolaus Götz. "Gotz matriculated in the University of Cologne in 1470, and at Erfurt in summer, 1456, and produced his first signed and dated book, the Vita Christi of Ludolphus, in 1474. The Latin Bible of 'vij id' maij' 1480 was printed in Gotz's type, but does not bear his name". Die vorliegende Bibel ist wahrscheinlich noch vor 1480 gedruckt worden, vermutlich sogar schon im Jahr 1478, sie ist weder datiert noch nennt sich der Drucker. Die Type kann jedoch eindeutig der Offizin des Nikolaus Götz zugewiesen werden (Type I:98G).
Der Druck ist von größter Seltenheit, so sind weltweit nur 19 Exemplare in 17 öffentlichen Einrichtungen nachweisbar, davon viele nur als Fragment oder inkomplett oder nur in Teilen: Kein vollständiges Exemplar in Frankreich, keines in Washington, Huntington etc., in ganz Amerika lediglich eines in New York. – Es fehlt das erste weiße Blatt (a1). Das erste vorhandene Blatt (a2) mit teils etwas radiertem hs. Besitzvermerk und ersetztem Randausriss (kaum Buchstabenverlust), gegen Anfang leicht, zu Ende etwas stärker feuchtrandig, wasserfleckig, mit geringen Sporfleckchen, die letzten beiden Blätter mit alt hinterlegten Randausrissen (ohne Textverlust), sonst kaum Papierläsuren, gedruckt auf hervorragendem, festen, teils leicht welligem Inkunabelpapier, durchgehend sorgfältig rubriziert und mit bemerkenswert hübschen Federwerk-Initialen geschmückt.

Der außergewöhnlich gut erhaltene zeitgenössische Einband stammt wahrscheinlich aus einer Kölner Werkstatt, er ist auf beiden Deckeln mit einer Bordüre aus doppelten Blindfileten geziert, die mit Rechteck-, Rund- und auf dem Kopf stehenden Quadratstempeln gefüllt sind sowie mit dem Schriftband "Maria" im Kasten mit zwei Sternen. Der Mittelspiegel ist mit Doppelfileten zum Rautenmuster gebildet, in den Rauten wiederum jeweils ein Stempel. Die Stempel zeigen Rosen, ein Fabeltier und einen kleinen Christus Salvator (einer der selteneren, auf Köln verweisenden Stempel), stehend mit Kreuz im Längsrechteck (vgl. etwa den bei Schunke beschriebenen Stempel der Benediktinerinnen zu Köln; Schunke 82, 30).

Schätzpreis
€ 6.000   (US$ 6.600)


Zuschlag
€ 5.500 (US$ 6.050)


Biblia latina
Bücher der Propheten und Neues Testament.

Los 1026

Die erste Fontibus-ex-graecis-Bibel
Biblia latina. Bücher der Propheten und Neues Testament. Teile II-III (von 3). 252 Bl. (le. w.). 2 Spalten. 47 bzw. 54 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 21,8 x 12,8 cm. Format: 28,8 x 20,2 cm. Mit zahlreichen bis 10-zeiligen Initialen in Rot und Blau, Hunderten von roten Lombarden und durchgehender Rubrizierung. Dunkelbraunes, reich blindgeprägtes Leder d. Z. (mit Bezugsfehlstellen, kleinen Löchlein, wenigen Beschabungen, sorgsam restauriert und Block neu eingehängt mit erneuerten fliegenden Vorsätzen) über abgeschliffenen Holzdeckeln mit 2 intakten ziselierten Messingschließen (Ledergelenke alt erneuert). Basel, Johann Amerbach, 1479.

Hain-Copinger 3075. GW 4236. Goff B-561. Proctor 7557. Pellechet 2303. Bodleian B-270. Borm 455. Deckert 120. 121. Ernst I,1 85. Gamper 46. Günther 206. Hubay 361. Kaufmann-Nabholz 382. Madsen 673. Oates 2766. Ohly-Sack 520. Sheehan B-245. BMC III, 745 (IB.37256). BSB-Ink B-433. ÖNB-Ink B-350. CIBN B-394. CBB 651. IBP 1006. IGI 1657. ISTC ib00561000. – Die erste Basler Amerbach-Bibel, der Erstdruck der Fontibus-ex-graecis-Gruppe, hier mit den vollständigen Büchern der Propheten, des Neuen Testaments und des Registers hebräischer Namen "Interpretationes hebraicorum nominum". Bekanntermaßen werden die lateinischen Bibelausgaben klassifiziert in 1. Bibeln ganz ohne Kommentare, 2. die Menardus-Gruppe (mit Marginalien), 3. die Venetianische Gruppe mit den o. g. "Interpretationes" und 4. die Fontibus-ex-Graecis-Gruppe. "Die Ausgaben seit 1481 mit Tafel der Evangelien und Episteln und mit Interpretationes Hebraicorum nominum. Von den einzelnen Evangelien Inhaltsangaben nach Kapiteln. Im ganzen Neuen Testament Marginalkonkordanzen sowie Einteilung der Kapitel in Unterabschnitte, die mit den Buchstaben A-G bezeichnet werden ... 4236, 4246" etc. (GW IV, S. 68). So findet sich in dem Amerbacher Druck auf Bl. 530, Zl. 35 das Distichon "Fontibus ex graecis hebreorum quoque libris...".

Vorhanden sind die Bücher der Propheten sowie das Neue Testament mit den Hieronymus-Briefen und bis zur Apokalypse des Johannes sowie dem (beim GW in der Lagenformel überspruchen) Index nominum. Es fehlt der erste Teil mit dem Alten Testament (Bl. 1-320), vorhanden sind also 252 (von 572) nn. Bl. (le. w.). Die Formel lautet: Vorhanden sind die Lagen J-T10 U12 X10 1-810 98 108 1110 12-1312. – Nur vereinzelt mit leichten Feucht- bzw. Braunrändern, stellenweise kleinen Fleckchen, jedoch kaum Fingerflecken oder Bräunungen, wenige winzige Ausrisse vom Griffregister. Nur ganz wenige vereinzelte alte Marginalien in teils etwas späterer Handschrift, das Vorsatzblatt vorne mit mehreren hs. Einträgen in deutscher, lateinischer und griechischer Sprache, datiert [15]79 und 1602, kleine Stempelchen "Veräusserte Dublette der Stadtbibliothek Frankfurt am Main". Sehr hübsch mit großen zweifarbigen Welleninitialen in Rot und Blau geziertes, (bis auf den Kopfschnitt) breitrandiges Exemplar mit durchgehender Rubrikation.
Der interessante Einband ist mit Rankenrauten und Blumenfriesen geziert. Die Innenspiegel mit spätmittelalterlichen Manuskriptfragmenten, vorne vom Ende des 14. und hinten aus dem 15. Jahrhundert.

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.750)


Zuschlag
€ 3.100 (US$ 3.410)


Gregor I., Papst
Moralia in Job. Venedig, Rainald von Nimwegen, ...

Los 1027

Gregor I., Papst. Moralia in Job. Hrsg. Bartholomaeus Cremonensis. Mit Beigaben des Dominicus de Dominicis. 344 (statt 348; ohne die 3 weißen) nn. Bl. 2 Spalten. 55 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum 23,1 x 14,2 cm. Format 33 x 22,5 cm. Mit vielen bis zu 18-zeiligen Initialien in Rot und Blau, Lombarden und durchgehender sparsamer Rubrizierung. Pergament um 1700 (etwas fleckig, leichte Kratzer, vereinzelte minimale Läsuren) mit hs. RSchild. Venedig, Rainald von Nimwegen, 14.VI.1480.

Hain-Copinger 7930. GW 11437. Goff G-430 . Proctor 4437. Pellechet 5379. Badalić 494. Bodleian G-222. Collijn 634. Hubay, Neuburg-Ottobeuren, 182. Madsen 1788. Mendes 562. 563. Rhodes 862. Sack 1630. Simáková-Vrchotka 848. 849. BMC V, 256. BSB-Ink G-318. IBE 2716. IBP 2493. IGI 4442. ISTC ig00430000. Nicht in der Bibliothèque Nationale in Paris. – Früher, erster venezianischer Druck der "Moralia in Job", des immer noch bedeutendsten Hiobkommentars, den der lateinische Kirchenvater Papst Gregor der Große (542-604) während seines Aufenthaltes im oströmischen, griechischen Konstantinopel verfasste und dann 595 in Rom vollenden sollte. "Die Moralia in Job ... gehören in die Hände derer, die innerhalb der Kirche Verantwortungen für andere tragen und von Gregor als ihre rectores oder praedicatores angesprochen werden" (Katharina Greschat, Die Moralia in Job Gregors des Großen, Tübingen, 2005, S. 30) neben der wörtlichen Exegese des Bibeltextes geht es Gregor vor allem um die tropologische Auslegung, die er auf die Moral des Menschen in seinen durchlebten Schicksalen deutet, was er dann wiederum allegorisch-typologisch in Bezug auf das Neue Testament setzt. – Es fehlen die weißen Blätter b8, c1, I6 ferner I5, das als Faksimile auf altem Papier beigebunden wurde. Blatt b2 teils lose, Blätter I3-4 wurden aus einem anderen Exemplar beigebunden. Das erste Blatt mit größeren Randfehlstellen und von recto komplett aufgezogen, hier und da kleine Eckergänzungen bzw. Anränderungen, vereinzelte Wasserränder von unten, wenige Finger- oder Sporflecke, die letzten Blätter mir Randläsuren, ganz wenige zeigenössische Marginalien in Sepia, insgesamt ordentlich erhaltene Inkunabel der frühen Achtziger des 15. Jahrhunderts, gedruckt auf festem, bemerkenswert breitrandigem Papier.

Schätzpreis
€ 2.000   (US$ 2.200)


Zuschlag
€ 1.800 (US$ 1.980)


Nicolaus de Lyra
Postilla super totam Bibliam. Band I (von 2). N...

Los 1028

Nicolaus de Lyra. Postilla super totam Bibliam. Band I (von 2). 431 (das erste w., ohne das le. w.) nn. Bl. 2 Spalten. 71 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum 28,9 x 18,4 cm. Format 37,7 x 24,6 cm. Mit 20 (3 ganzseitigen) Holzschnitten. Holzdeckelband d. Z. (Vorderkante mit Abplatzungen, leicht fleckig, Ecken bestoßen) mit breitem blindgeprägten Schweinslederrücken (Rücken geweißt, gering eingerissen, ohne die Schließen). Nürnberg, Anton Koberger, 22.I.1481.

Hain-Copinger 10369. GW 26513. Goff N-135. Proctor 1998. Schreiber 4843. Schramm XVII, 1-43. Bodleian N-059. Borm 1939. Collijn 1088. Ernst I/1 290. Lökkös 314. Nentwig 80. Oates 994. Ohly-Sack 2107. Rhodes 1237. Sack 2558. Wilhelmi 452. BMC II, 419. BSB-Ink N-114. CIBN N-76. CIH 2406. IBE 4102. IBP 3951. IDL 3362. IGI 6821. ISTC in00135000. Nicht bei Pellechet. – Der erste der beiden Teile des großen Bibelprojekts aus der Offizin von Anton Koberger in der Ausgabe des "Doctor planus et utilis", des Bibeltheologen Nicolaus de Lyra (1270-1349), der aus Lyre bei Evreux in der Normandie stammte und mit seinen Postillae perpetuae den Text fortlaufend begleitende exegetische Kommentare schuf, die das ganze Spätmittelalter prägten und noch bis in die Reformation Anwendung fanden: "Si Lyra non lyrasset, Lutherus non saltasset", wie man damals zu spotten pflegte.
Die Bibel wurde von Koberger als zweiteiliges Werk angelegt (432 bzw. 507 Blätter), auch wenn Hain nach den Propheten einen dritten Teil bezeichnet. Vgl. Goff: "Although Hain treats this as a work in three volumes, BMC considers it correctly as comprising only two" (a.a.O). Enthalten sind hier der "Prologus primus, secundus", ferner die "Additio" sodann die Postillen des Nikolaus zu den Büchern des Alten Testament , ferner die Geschichtsbücher der vorderen Propheten (Josua bis Hiob) und der Psalter.
"The woodcuts illustrating the Pentateuch and Prophets in this edition were copied on a smaller scale for Koberger's edition of the Biblia cum postillis, and gave many suggestions to the illustrators of the Venetian editition of 1489" (BMC).
Bei unserem Exemplar handelt es sich um die unter dem BSB-Ink N-114 beschriebene (und teils als Digitalisat abgebildete) Druckvariante des Exemplars Nummer 5 mit der Lesart "quod dicit beatus Greg[orius]", bei der das "beatus" nicht abgekürzt wurde, während in Exemplar Nummer 4 und anderen abgekürzt wird "quod dicit beat[us] Greg[orius]" (linke Kolumne des "Prologus primus", Zeile 5).
Copinger vermerkt dazu: "Other copies begin differently, as two copies in the Copinger Library show...". Unser Exemplar weicht jedoch auch deutlich von Satz des BSB-Exemplars 5 ab (vgl. v. a. die letzten Seiten). Die Lagenformel liest sich demnach: a-e8 f-n6 o8 p-76 A-H6 I10 K6 LM8 N-Z6 aa-xx6 yy10. Ohne das weiße yy10. – Es fehlt das letzte weiße Blatt [yy10], 2 Blätter verbunden (und eines in der inkorrekten hs. Zählung nach 328 übersprungen). Schnitt etwas tintenfleckig, Rückdeckel mit kleinem Wurmschaden, wenig auch im letzten Blatt, sonst kaum wurmstichig, von oben Feuchtigkeitseinwirkung mit meist nur geringen Sporflecken und vereinzelten Wasserrändern, sonst im Block sehr sauber und frisch. Das erste weiße Blatt mit hs. Einträgen und einer Zeichnung (um 1700) mit einem Zitat in hebräischer und lateinischer Schrift mit dem Motto "Qui comparat sibi verba legis, comparat sibi vitam futuri seculi" von dem pharisäischen Rabbiner Hillel Senex (1 Jh. v. Chr.), dem Vorsteher des Sanhedrin und Gründer einer bedeutenden Exegeseschule: "Hillel dicit. Ne segreges te ab Ecclesia, neque credas tibi ipsi, usque ad diem mortis tuae. Neque iudices proxium tuum, donec accesseris ad legum eius". Die Zeichnung zeigt einen Spruch auf einem über mehrere Stangen gehängten Tuch mit einer Stelle aus Psalm XXXVII,14 in hebräischer Schrift: "Ich bin jung gewesen und alt worden und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen oder seinen Samen nach Brot gehen".

Schätzpreis
€ 2.500   (US$ 2.750)


Zuschlag
€ 2.600 (US$ 2.860)


Antoninus Florentinus
Chronicon. Nürnberg: Anton Koberger, 31.VII.1484.

Los 1029

Antoninus Florentinus. Chronicon. 3 Bände. 234 (statt 236); 260, 276 Bl. 2 Spalten. 68-69 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 28,6 x 18,3-5 cm. Format: 38,5 x 26 cm. Mit Hunderten von roten Lombarden und durchgehender Rubrizierung. Überaus reich blindgeprägtes Schweinsleder um 1680-1720 (drei Kapitale minimal lädiert, Rücken etwas wurmstichig, leicht angestaubt, ohne die Schließen) über besonders schweren, abgefasten Holzdeckeln, mit goldgeprägtem (teils stärker beriebenem) RSchild und mit schwarzgrünem Schnitt (weiteres altes Klebeschild). Nürnberg, Anton Koberger, 31. VII. 1484.

Hain-Copinger 1159. GW 2072. Goff A-778. Proctor 2040. Pellechet 813. Bodleian A-313. Borm 167. Collijn 68. Ernst I,1 30. Günther 2041. Hubay 134. Kind 761. Lökkös 30. Madsen 226. Mendes 99. Nentwig 23. Oates 1003 Ohly-Sack 189. Rhodes 105. Riedl 53. Sack 211. Voulliéme 1041. Walsh 701. Wilhelmi 38. Zdanevyc 31. CBB 234. CIH 225. IBE 430. IBP 385. IDL 327. IGI 608. BMC II, 426. BSB-Ink A-563. ÖNB-Ink A-322. CIBN A-450. ISTC ia00778000. – Erste Ausgabe des "Chronicon" als separater Druck. Der Dominikaner Antonius war Prior des Klosters von San Marco und wurde Erzbischof von Florenz. 1523 erfolgte seine Heiligsprechung. Hauptwerk seiner Feder ist das "Chronicon partibus tribus distincta ab initio mundi ad MCCCLX", das "Historiarum opus", eine Erzählung der gesamten Weltgeschichte von der Schöpfung bis ins Jahr 1360.
Die Kollation wie folgt: Band I: 236 Bl. mit den Lagensignaturen ab6c-f8g-zA-P6, Blatt 14-229 sind römisch foliiert I-CCXV (ohne die weißen Blätter a1 und P6). Band II: 260 Bl. mit den Lagensignaturen ab6c8d-zA-V6, Blatt 14-253 sind römisch foliiert I-CCXLI (mit Fehlern; ohne die weißen am Anfang und Schluss das vorletzte a1 und V1). Band III: 276 Bl. mit der Signatur ab6c8d-zA-V6X10Y6, Blatt 14-270 foliiert I-CCLVI. – In allen drei Bänden sind zwei weiße Blätter jeweils am Anfang und Ende wohl schon vom Buchbinder herausgenommen worden, sonst sind alle weißen Blätter im Block vorhanden. Wenige, winzige Wurmgänge in weißen Rändern, Vorsatzpapier teils leicht gelöst, wenige, vereinzelte zeitgenössische Marginalien, eine große Initiale ist in Band I phantasievoll modern ausgemalt ("D" als Zickzackfaltband in Beige und Rosé mit 2 Blumen). Band II mit großer, ebenfalls 20-zeiliger Initiale "C" in Grün mit hübschen Akanthuswerk, ganz im Stil des 15. Jahrhunderts. In Band III findet sich ein großes Initialspatium. Durchgehend sauber, außergewöhnlich frisch und schön erhalten, gedruckt auf bemerkenswert breitrandigem, sehr starken Papier.
Bemerkenswert schön gebundenes Exemplar aus dem einstigen Besitz der Bibliothek der Kartause Gaming mit hs. Besitzvermerk jeweils auf dem ersten Blatt "Carthusiae Gemnicensis", noch vor der Säkularisierung und der Verbringung der Bücher in die Österreichische Nationalbibliothek ausgeschieden und offenbar verkauft worden (auch die virtuelle Bibliothek der Kartause Gaming nennt diesen Titel nicht). Weitere Besitzer im 19. und 20. Jahrhundert waren der österreichische Politiker und Statthalter von Böhmen Franz Graf von Thun und Hohenstein (1847-1916), der am 1. November 1916 auf seinem Schloss Tetschen an der Elbe starb. Mit dessen Wappenexlibris "Ex libris Franc. com. A. Thun-Hohenstein Tetschen", ferner ein weiteres, späteres Wappenexlibris "Gaebelein" mit dem Motto "In Deo est salus mea et gloria mea".
Der Einband mit reicher floral-ornamentaler Blindprägung und dem großen Wappensupralibros der Kartause Gaming in der Mandorla, eingefasst von einem Lorbeerkranz.

Schätzpreis
€ 12.000   (US$ 13.200)


Zuschlag
€ 6.500 (US$ 7.150)


Cicero, Marcus Tullius
De officiis + Sallust, Opera

Los 1030

Cicero, Marcus Tullius. De officiis. Petri Marsi interpretatio. Additus: Laelius, sive de amicitia. Commantarius: Omnibonus Leonicenus. - Cato maior, sive de senectute. Commentarius: Martinus Phileticus. - Paradoxa Stoicorum. 180 Bl. 45 bzw. 59-61 Zeilen. Rom. Typ. Schriftraum 23,8 x 15,4 cm. Format 31 x 21 cm. Mit 3 13-zeiligen ornamentalen Holzschnitt-Initialen und einigen weiteren kleineren Holzschnitt-Initialen. Holzdeckelband mit blindgeprägtem Kalbslederrücken d. Z. (etwas fleckig und berieben, Rücken etwas brüchig und mit Fehlstellen an den Kapitalen, leicht wurmstichig) mit 15 (statt 16) kleinen Messingnägeln (davon 2 durch Eisennägel ersetzt) und ziselierten Schließbeschlägen (ohne Schließen). Venedig, Bernardinus Benalius, um 1488.

Hain-Reichling 5270. GW 6958. Goff C-604. Gspan-Badalić 191. Günther 3121. Kind 314. Madsen 1180. Ohly-Sack 873. Rhodes 571. Schlechter-Ries 484. Walsh 2089. BMC V, 372. BSB-Ink C-366. IDL 1255. IBE 1636. IGI 2913. ISTC ic00604000. – Undatierter venezianischer Druck seiner philosophischen Spätschrift Über die Pflichten mit den umfließenden Scholien des Renaissancegelehrten Petrus Marsus (1442-1512). Dessen bekanntestes Werk bildet ein Kommentar zu Silius Italicus' epischem Poem Punica. Im Anhang mit drei weiteren Spätschriften Ciceros: den beiden Dialogen Laelius über die Freundschaft und Cato der Ältere über das Alter sowie der kritischen Textsammlung Paradoxa Stoicorum. – Anfangs mit einigen kleinen Wurmlöchern, die Blätter dvii bis ei mit mehreren Annotationen in rötlicher Tinte, sonst nur vereinzelte Marginalien. Insgesamt nur geringe Flecken. Schönes und sauberes Exemplar, das erste Blatt auf der weißen Rectoseite mit schwungvollem Besitzermonogramm in Tinte. – Beigebunden: Gaius Sallustius Crispus. Opera. 50 (statt 52, d. e.w.) Bl. 35-36 bzw. 31-34 Zeilen. Rom. Typ. Schriftraum 20,5 x 12,5 cm. Format 31 x 21 cm. Mit Initialspatien. (Venedig, Nicolaus Girardengus) 1480. - Hain-Copinger-Reichling 14210. GW 39660. Goff S-67. Proctor 5661. BMC V, 272. IGI 8542. ISTC is00067000. - In keiner deutschen Bibliothek vorhandener Druck mit den Schriften Sallusts. Enthält die beiden historischen Werke Über die Verschwörung des Catilina und Über den Krieg gegen Jugurtha, ferner eine Lebensbeschreibung Sallusts sowie die Responsio seu invectiva in Gaium Sallustium von Pseudo-Cicero. - Es fehlen die beiden Blätter gvii und gviii. Einige Blatt mit Interlinearglossen, ferner mit einigen Annotationen und Notabene-Händchen. Gering fingerfleckig, am Schluss etwas wurmstichig, die beiden Schlussblätter etwas gelockert, mit minimalen Randknicken und schmalem unbedeutenden Wasserrand. Schlussblatt recto mit schwungvollem Besitzermonogramm in Tinte wie in I., hier mit der Aufschlüsselung "Magister Georgios Kharr" (?).

Schätzpreis
€ 4.000   (US$ 4.400)


Zuschlag
€ 2.500 (US$ 2.750)



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