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Handschriften, Alte Drucke Auktion 113, Di., 16. Apr., 16.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Folia liturgica
Konvolut von 11 Handschriften-Einzelblättern au...

Los 803

Folia liturgica. Konvolut von 11 Handschriften-Einzelblättern. Lateinische Handschrift in schwarzer und roter Tinte auf Pergament und Choralnotation in romanischen Quadratnoten auf vier roten Linien, mit zahlreichen roten und blauen Initialen, mit Federwerk und Rubrizierung. Folioformat: zwischen ca. 50 x 30 und 55 x 40 cm. Frankreich, Italien 15.-16. Jahrhundert.

Material aus mindestens zwei bis drei verschiedenen Handschriften, fein gegerbt mit weiß gekalkten Fleischseiten und etwas milchig-elfenbeinfarbeneren bzw. gelb-braun gedunkelten Haarseiten, beschrieben in feiner Rotunda bzw. Fractura und geziert mit zahlreichen hübschen Federwerk-Initialen, einer großen Schlingwerk-Initiale, mehreren großen roten Initialen einer Minuskelschrift auf Schlingwerk-Knollenblütengrund in Violett sowie mehreren kleineren Initialen in Rot und Blau. – Wellig, etwas knittrig, teils mit Randläsuren und Montageresten, ein Blatt mit kleinem Ausriss unten, sonst kaum Läusuren oder Einrisse, wenige Oberflächenbereibungen, meist auf sehr festem Pergament.

Schätzpreis
€ 1.000   (US$ 1.140)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 570)


Einblattholzschnitt
Neujahrsgruß "Ein Gut Jahr Dit Hich (d. i. heut...

Los 808

[*] Einblattholzschnitt als Neujahrsgruß: "Ein gut jar". Geflügelter Löwe mit Nimbus als Symbol für den Evangelisten Markus. Kolorierter Holzschnitt auf Papier. Darstellungsgröße: 17,5 x 11 cm. Blattgröße: 21 x 12,5 cm. Undatiert, im Stil des späten 15. Jahrhunderts.

Vgl. Bartsch 163, 771-795. – Seltener Neudruck eines Einblattholzschnitts aus dem späten 15. Jahrhundert mit dem bekannten Motiv des Markuslöwen. Das Schriftband mit dem Neujahrsgruß "Ein Gut Jahr Dit Hich (d. i. heute) beginne". – Verso mit leichten Montagespuren.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 398)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 285)


Heures a lusage de Paris
Paris, Guillaume Eustache, 1509

Los 810

"Heures a lusage de Paris toutes an long sans riens requerir: imprimez nouvellement pour Guillaume eustache demourant a Paris en la rue de la iuifrie au deux sagitteres: ou au pallaiz au troysieme pillier". Spätmittelalterliches gedrucktes Stundenbuch auf Pergament. 123 (statt 128) Bl. Satzspiegel 12,8 x 8,2 cm. Format 16,4 x 10,8 cm. Mit großer kolorierter und goldgehöhter Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, Hunderten von 1-3-zeiligen Initialen in Gold auf blauem oder rotem Grund, Zeilenfüllern und jeweils einer individuell gestalteten breiten Zierleiste sowie 14 (statt 19?) ganzseitigen Miniatur-Holzschnitten und 12 viertelseitigen Holzschnitten, alle reich illuminiert in deckenden Farben und mit Gold, teils auch mit Silber. Schwarzes Maroquin vom Anfang des 17. Jahrhunderts (Rücken mit wenigen winzigen Fehlstellen, leicht bestoßen) mit reicher floraler RVergoldung, dreifachen goldgeprägten Deckelfileten und feinsten Eckfleurons. (Paris, Guillaume Eustache, 1509).

Sehr seltenes, für uns nicht in öffentlichen Bibliotheken nachweisbares gedrucktes und überaus reich illuminiertes Stundenbuch nach dem Gebrauch von Paris. Die prachtvolle Druckermarke des Guillaume Eustache zeigt zwei mit Schilden und Bogen gewappnete Kentauren, die unter einem Baum mit goldenen Früchten, den Wappenschild mit der ligierten Marke des Druckers "GE" präsentieren.
Auch wenn Brunet die zumeist fehlende Bordüren- und Randleistenausstattung der späteren, vor allem der gedruckten Stundenbücher bedauert ("Quoiqu'elles soient presques toutes dépourvues de bordures, les heures de ce librairie sonst encore justement recherchées ..."), so bildet das unsrige eine prachtvolle Ausnahme - und gibt ein Beispiel dafür, dass die hohe Kunst der Illumination, auch der eigenständigen (denn hier sind die Bordüren nicht als Holz- oder Metallschnitte eingefügt) Illumination immer noch perfekt beherrscht wurde.

Den Stundengebeten geht der Heiligenkalender auf 14 Jahre ("Almanach pour xiiii ans"voraus (fol. 1v-7v)
Vom Text her interessant sind vor allem die "Quatrains" zum Kalendarium und eine "Orayson de saint fiacre" am Schluss. Vor einem Pariser Gasthaus, das mit dem Bilde dieses Stadtheiligen geschmückt war, pflegten sich die ersten Pariser Mietsdroschken aufzustellen, woher der Namen Fiaker rührt, der sich dann europaweit ausbreitete. Der heilige Fiacrius von Meaux (auch Fiacrius von Brie, Fiacre, Fèfre, Fèvre, Fiachra, Fiachrach) lebte ungefähr von 590 bis 670 als Einsiedler, der im 7. Jahrhundert aus Irland nach Frankreich gekommen war um dort zu missionieren und das sog. „grüne Martyrium“ zu finden.

Die illuminierten Holzschnitte im Einzelnen:
Verlegermarke (fol. 1r), Martyrium Johannes des Täufers (8v), Verrat Christi mit dem Judaskuss (11v), Verkündigung Mariae (16v), Augustinus und die tiburtinische Sybille (26v), Geburt Christi (34v) Verkündigung an die Hirten (38v), Anbetung der Heiligen Drei Könige (41v), Darbringung im Tempel (44v), Krönung Mariae (51v), David und Uria (54v), David und Bathseba (55r), Jesus und Lazarus (63v), Trinität (84r),
Die kleineren Holzschnitte mit Szenen aus den Vitae Sanctorum, dem Kampf des heiligen Michael mit dem Teufel (91v), Enthauptung Johannes des Täufers durch Salomé (92r), die heilige Barbara mit Turm und Kelch (92r), Ahasver for David? (92v), Enthauptung des Apostels Jakob (93r), heiliger Nikolaus (94r), heiliger Claudius (94v), heiliger Antonius (95r), heilige Anna mit der kleinen Maria (96r), Maria Magdalena (96v), heilige Margarete (97r), heilige Barbara (97v),

Über die Seltenheit des vorliegenden Drucks vgl. schon einen Eintrag der Revue des sociétés savantes: "M. Lhuillier, dans un travail court et substantiel, a fait connaître un livre d'heures imprimé en 1509 sur vélin en liettres gothiques, dont l'exemplaire, conservé à Melun chez un particulier, est peut-être unique. Ce livre a une date, il port un nom d'éditeur (Guillaume Eustache, demeurant à Paris, rue de la Juiverie), mais il manque de nom d'imprimeur" (Revue des sociétés savantes de la France et de l'étranger Band V, 1867, S. 161). – Es fehlen vermutlich fünf Blätter (C8, D1, E8, M1-2), sicherlich mit weiteren ganzseitigen Miniaturen. Im Kanon der Gebetsbuchillustrationen fehlen Mariae Heimsuchung, Kreuzigung, Grablegung, Beweinung und Auferstehung, zentrale Szenen des Heilsgeschehens. Blatt 26 (Sybille) mit winzigem Loch (im blauen Gewand des Augustinus), kaum fingerfleckig oder mit Gebrauchsspuren, lediglich etwas knapp beschnitten im 17. Jahrhundert (leichte Randverluste der Bordürenleisten), insgesamt sehr sauber und frisch und mit den Illuminationen in leuchtenden Farben und feinstem Pinselgold (kaum Abplatzungen). Blatt 26r ein wohl zeitgenössischer handschriftlicher Besitzeintrag einer bürgerlichen (!) Dame "Clemence Cordier femme de ysaac basille marchant de provins". Ein weiterer Besitzvermerk findet sich auf dem Titel: "A. Grillon D. M. 1678". Vor den Block vorne sind noch zwei weitere Pergamentblätter eingebunden mit vier Seiten liturgischen Gesängen auf rotem Vierliniensystem mit schwarzer Quadratnotation zum Osterfest: "In die Sanctissimo Pascha", hinten entsprechend weitere 12 Pergamentblätter und folgend noch 4 Papierblätter, darauf weitere liturgische Gesänge für den Advent, zum Officium des Heiligen Theobald, der "Missa Sancti Rochi" und Vespergesängen, alles aus dem 16. Jahrhundert. Die vier Papierblätter enthalten zusätzliche Stundengebete in französischer und lateinischer Sprache. Auch die marmorierten Vorsätze sind auf den weißen Rückseiten als Textträger gebraucht. Interessant ist hinten auf den Pergamentblättern 8 und 9 ein hs. Bericht über eine Prozession, die in Provinz (einer Gemeinde im heutigen Département Seine-et-Marne in der Region Île-de-France) am 14. VII. 1675 stattfand, und bei der ein "Eustache Grillon Medecin" genannt wird. Ein dritter Besitzer, eine "Citoyen Piar", hat einen Kaufvermerk vom 13. IV. 1793 auf dem 7. Pergamentblatt eingetragen. Modernes Exlibris auf dem hinteren Innendeckel.

English: Very rare printed and richly illuminated book of hours, never recorded in any public library. With larg coloured and gilt woodcut printers device on title page, some hundres of 1-3 line gold initials, illuminated line filler bars, broad ornamental strips and 14 (instead of probably 19?) full-page miniatures in woodcut, furthermore 12 quarter-page woodcuts, all lavishly illuminated in beautiful colours, partly with gilding and silver. Bound in black Morocco of the beginning of the 17th century (back cover with few minimal losses, slightly scuffed). With rich floral gilt spine, threefold golden cover fillets and corner fleurons.
Five leaves are probably missing (C8, D1, E8, M1-2), presumably on which we once met further full page miniatures, as compared with the usual sequence of mediaeval book of hours there is no depiction of the St. Mary’s Visitation, Crucifixion, Entombment, Lamentation and Resurrection. Leaf 26 (Sybille) with small hole, hardly any fingerstains of signs of wear. In the 17th century, the block seems to be cut a little bit narrowly to edge (minimal loss of marginal borders), altogether a very clean, fresh and beautiful copy with the wonderful, shiny illustration in luminous colouring and finest brush gold (hardly any rubbing).

Leaf 26r with an autograph entry of a bourgeois lady "Clemence Cordier femme de ysaac basille marchant de provins". Another entry on title page: "A. Grillon D. M. 1678". On two, at beginning bound-in parchment leaves we find four pages with liturgical chants: "In die Sanctissimo Pascha", at the end some more 12 parchment leaves with further vocals, e. g. for the “Officium of Saint Theobald, "Missa Sancti Rochi" and vesper chants of the 16th century Jahrhundert. Added are some additional prayers for the hours. On leaf 8 and 9 we find a report about a procession in the provinz of today’s Département Seine-et-Marne in the region Île-de-France), which took place the 14th July 1675, mention among others a certain "Eustache Grillon Medecin". A third owner is the "Citoyen Piar" with a buyer’s entry of 13th April 1793 (leaf 7).

Schätzpreis
€ 8.000   (US$ 9.120)


Nachverkaufspreis
€ 19.000   (US$ 21.659)


Antiphonarblatt
Doppelblatt Oberitalien 17. Jahrhundert

Los 814

Mit plateresker Initiale aus einer andalusischen Handschrift
Antiphonarblatt. Einzelblatt aus einem monumentalen Antiphonale. 4 Zeilen mit 4 fünflinigem roten Notensystem und romantische Quadratnotation. Schrift in Rot und Schwarz- Schriftraum: 62 x 44 cm. Format: 76 x 56 cm. Mit großer floraler Zierinitiale "S" in Rot, Blau, Gelb und Grün auf purpurfarbenem Grund mit floralem Silberornamenti und im schwarzen Rahmen mit Goldornament. Wohl Spanien, Anfang des 17. Jahrhundert.

Ein Blatt einer besonders großen Antiphonale-Handschrift wohl einer spanischen Schreiberwerkstatt mit dem Anfang des Responsoriums "Sanctificamini filii Israel..." zu den Laudes ("Ad laudes et per horas"), das vor allem in der Gegend um Cordoba, Sevilla und Granada in Andalusien fester Bestandteil der Liturgie war. Auch die prachtvolle Initiale könnte in einer spanischen Miniaturistenwerkstatt entstanden sein: dafür spricht der überaus minutiös ausgestaltete Bildgrund, der an den "Horror Vacui" erinnert - eines der charakteristischen Merkmale des plateresken Stils. So ist die in üppigem Knollenblattwerk dargestellte Initiale "S" in leuchtenden Gouchefarben, in Grün, Rot, Blau und Gelb koloriert, der rechteckige Grund ist in tiefem Purpur gegeben, mit feinsten Ornamenten aus flächendeckendem Pinselgold gefüllt: mit Schlingwerk, Blumen, Sternblüten etc. Außen um die Initialkonturen setzt sich das Ornament in Silber fort. Den Purpurgrund umgibt ein schwarzer Rahmen mit Guillochen aus Akanthusschlingen, die auf einen Wulstrahmen anspielen. – Nur leicht wellig, sehr sauber, das Pergament sehr weiß gebleicht (auch das wäre typisch für die vermutete spanische Herkunft), kaum fleckig, sehr sauber - und sehr dekorativ.

Schätzpreis
€ 280   (US$ 319)


Nachverkaufspreis
€ 140   (US$ 159)


Ausonius, D. M.
Opera

Los 823

DRUCKE VOR 1600
Ausonius, D. M. Opera [und:] Joseph Juste Scaliger. Ausoniarum lectionum libri duo. 2 Teile in 1 Band. 8 Bl., 318 S., 1 w. Bl.; 255 S. Mit 2 Holzschnitt-Titelvignetten. 17 x 10 cm. Flexibles Pergament d. Z. (Rückdeckel mit kleiner Fehlstelle) mit spanischen Kanten und mit montiertem Lederrücken des frühen 18. Jahrhunderts (mit kleinen Fehlstellen und Klebeschildchen) mit goldgeprägtem RSchild und RVergoldung in modernem Pappschuber. Heidelberg, (Hieronymus Commelinus), 1588.

VD16 A 4384. Adams A 2884. STC 57. IA 110.912. Schweiger II, 21. – Heidelberger Gesamtausgabe, die jedoch nicht die "Mosella" enthält. Im gleichen Jahr erschien auch in Genf eine Ausgabe, jedoch mit abweichender Kollation. Der erste Teil enthält die Werke des Ausonius (310-395), der zweite Teil berichtet über Ausonius, einen in Bordeaux geborenen Gerichtsredner, Staatsbeamten, Prinzenerzieher und Dichter. – Häufig etwas stärker gebräunt und braunfleckig.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 570)


Nachverkaufspreis
€ 350   (US$ 398)


Bernhard von Clairvaux
Opera omnia

Los 824

Bernhard von Clairvaux. Opera quae quidem colligi undequaque in huncusque diem potuere, omnia. 6 (le. w.) Bl., 1968 Sp., 30 Bl. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken. 36,5 x 24,5 cm. Späterer Lederband (etwas stärker beschabt und leicht bestoßen) über Holzdeckeln mit schwarzgeprägtem RSchild und 2 Messingschließen. Basel, Erben Johann Herwagen, 1566.

VD16 B 1922. Adams B 710. IA 117.572. Vgl. STC 70 (Ausgabe 1552). – Etwas spätere Ausgabe, des erstmals 1520 von Jeanne Clein in Lyon veröffentlichten Gesamtwerkes. Im gleichen Jahr wie die Baseler Ausgabe erschien eine weitere in Paris. Bernhard von Clairvaux (1090-1153) gilt bis heute als einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens, für dessen Ausbreitung er in ganz Europa verantwortlich war. Er lehnte die Bischofswürde fünfmal ab und wird als Begründer der mittelalterlichen Christusdevotion betrachtet. Im Rahmen der zeitgenössisch-politischen Ereignisse beschäftigte er sich besonders mit der Kreuzzugthematik, verfasste zahlreiche Schriften dazu und plädierte für den Gedanken des 'miles christianus'. – Titel mit hs. Besitzvermerk von 1760, verso die untere Hälfte hinterlegt. Größtenteils im Rand stärker feuchtrandig, stellenweise spor- und braunfleckig.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 513)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 341)


Bonifatius VIII.
Sextus decretalium liber

Los 825

(Bonifatius VIII. Sextus decretalium liber a Bonifacio viij. in concilio Lugdunensi editus). Extravagantes viginti Joannis vigesimisecundi [und:] Extravagantes comunes. Additio ultra priorem impressionem huic similem [und:] Constitutiones domini Eugenij. iiij. Pontificis maximi de unione Grecorum Armenorum et Jacobinorum in concilio florentino. Teile III-V (von 5) in 1 Band. LXIIII; LXIII (statt LXIIII); XI Bl. Titel in Rot und Schwarz und mit drei wiederholten Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln. 21 x 15 cm. Modernes Pergament über 3 Bünden. (Venedig, Lucantonio Giunta, 1514).

CNCE 13404. IA 121.990 – Frühe venezianische Ausgabe der Dekrete und Beschlüsse des Florentiner Konzils (1431-1445), das als wichtigstes Thema die Wiedervereinigung der griechischen, armenischen und römisch-katholischen Kirche behandelte. Das Bemühen, ein Abkommen mit der gesamten Ostkirche zu erreichen und damit das Schisma aufzuheben, schlug jedoch fehl.
Der Liber Sextus wurde 1298 auf Veranlassung des Papstes Bonifatius VIII. (1294-1303) vollendet und war der dritte Teil des Corpus Iuris Canonici. Das insgesamt sechs Bücher umfassende Werk ließ der aus Florenz stammende Lucantonio Giunta in fünf Teilen (mit der Kollation CCLXXXVIII, CXX, LXIIII, LXIIII, XI Bl.) im Jahre 1514 in seiner bedeutenden venezianischen Offizin drucken. Das vorliegende Exemplar enthält die drei letzten Teile. – Ohne die beiden ersten Teile. In Teil IV fehlt das letzte, möglicherweise weiße Blatt (fol. LXIIII). Es findet sich an dieser Stelle das letzte Blatt des Teils II (fol. CXX). Der fünfte Teil im Seitenrand mit kleinen Wurmspuren, das letzte Blatt im Seitenrand hinterlegt. Oftmals im Rand etwas feuchtrandig, stellenweise gering stock- und fingerfleckig. Es liegen zwei lose Blätter aus demselben Werk aus Teil I oder Teil II bei (fol. XCI, fol. CXCVII). Beide Blätter mit jeweils zwei Textholzschnitten, die das Leben, das Werk und die Beschlüsse von Bonifatius VIII. wiedergeben. Sehr selten, über den KVK sind nur zwei Exemplare nachweisbar (Universitätsbibliothek Freiburg, Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart).

Schätzpreis
€ 800   (US$ 911)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 570)


Buchanan, George
Paraphrasis Psalmorum Davidis

Los 826

Buchanan, George. Paraphrasis Psalmorum Davidis poetica, nunc primam edita. 6 (statt 8) Bl., 336 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 16 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, Kapitale etwas abgefast) mit 2 (leicht defekten) Messingschließen. (Straßburg), Josias Rihel, 1578.

VD16 B 3240. Nicht bei Adams. – Straßburger Druck der Psalmenparaphrase durch den protestantischen schottischen Humanisten Buchanan (1506-1582) mit den Anmerkungen Marcantonio Flaminios (1498-1550). Dessen eigene Textparaphrase erschien 1561. – Es fehlen die beiden ersten (weißen) Blätter der Lage A. Titel mit mehreren gelöschten (dort mit Fehlstellen) bzw. alt restaurierten Besitzeinträgen. Die Mittelplatte des Vorderdeckels mit blindgeprägter Kreuzigungsszene. – Schwach gebräunt.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 341)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 227)


Chytraeus, David
Explicatio apocalypsis

Los 830

Chytraeus, David. Explicatio apocalypsis Iohannis perspicua & brevis. Tradita et recognita. 1 Bl., 537 S. Mit Titelholzschnitt und 48 Textholzschnitten. 15 x 10 cm. Pergament d. Z. (etwas angeschmutzt, vordere Kante mit kleiner Fehlstelle, ohne die beiden Bindebänder) mit hs. Rückentitel, Vorderdeckel monogrammiert "G H G". Wittenberg, Johann Krafft, 1575.

VD16 B 5269. Adams B 1947. Knaake III, 218. (Ausg. 1563). Nicht bei Kuczynski. – Frühe Ausgabe dieses seltenen Bibelkommentars des David Chytraeus (1530-1600), einem der führenden Vetreter der Spätreformation. – Durchgehend etwas gebräunt, stellenweise feuchtrandig. Vorderer fliegender Vorsatz mit langem hs. Kommentar (recto und verso), vorderes Innengelenk mit Wurmspur. – Vorgebunden: Gesner, Salomon. Orthodoxa confeßio de persona et officio salvatoris nostri Iesu Christi. 12 Bl., 334 S., 6 Bl. Mit Titelholzschnitt. Wittenberg, Simon Gronenberg, 1595. - VD16 G 1846. Nicht bei Adams, STC. - Erste Ausgabe. - Titel mit gestrichenem hs. Besitzvermerk. Durchgehend etwas gebräunt.

Schätzpreis
€ 350   (US$ 398)


Nachverkaufspreis
€ 250   (US$ 285)


Du Préau, Gabriel
De vitis, sectis, et dogmatibus omnium haeretic...

Los 832

Du Préau, Gabriel. De vitis, sectis, et dogmatibus omnium haereticorum, qui ab orbe condito, ad nostra usque tempora, et veterum et recentium authorum monimentis proditi sunt, elenchus alphabeticus ... 46 Bl., 519 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 21 x 16 cm. Reich blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (leicht abgegriffen, etwas gerieben, wenige Kratzer, kleine alt ergänzte Bezugsfehlstelle auf dem Rückdeckel) über abgefasten Holzdeckeln mit 1 (von 2) Messingschließen. Köln, Erben Johann Quentel, 1583.

Nicht im VD16, auch nicht in der Online-Version. Vgl. Adams D 1149 und STC 258 (alle Ausgabe 1581). – Überaus seltene Titelauflage des 1581 erschienenen Drucks (dieser VD16 D 2990) mit dem Kolophon der Ausgabe von 1581 und dem geänderten Titelblatt mit der Jahreszahl 1583 "Anno M.D.LXXXIII.", wir können über den KVK nur eine einzige Ausgabe davon in Belgien nachweisen. Es ist somit die Titelauflage der zweiten Ausgabe dieses erstmals 1569 erschienenen Ketzerlexikons. Gabriel du Préau (lat. Prateolus; 1511-1588) unterrichtete Theologie an der Sorbonne und behandelt hier neben den älteren Häretikern u. a. auch Calvinisten, Flagellanten, Hussiten, Juden, Lutheraner, Mathematiker, Melanchthonianer, Mennoniten, Mohammedaner, Oecolampadier, Polygamisten, Satanisten u. Zwinglianer. – Titel mit 2 kleinen hs. Besitzvermerken "Liber S. Crucis in Donauuerdt", demnach das Buch wohl einst im Besitz der Benediktinerabtei vom Heiligen Kreuz in Donauwörth war. Sehr sauber, kaum fleckig, wohlerhalten und frisch. Der Einband mit einer hübschen Erlöserrolle mit Christi Taufe, Kreuzigung und Auferstehung einer süddeutschen Werkstatt, wahrscheinlich des Hans Pfister zu Nürnberg. Besonders bemerkenswert ist auf dem vorderen Innendeckel ein handgemaltes, farbig gouachiertes Wappenexlibris mit vertikaler Teilung schwarz-gold und jeweils einem 6-zackigen Stern im Schild sowie im Papsthut und Krummstab im Gesprenge.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 911)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 570)



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