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BASSENGE Kunst- und Buchauktionen

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Lose im Nachverkauf

Katalog Handschriften, Alte Drucke, Papierantiquitäten » zur Buchabteilung
Handschriften, Alte Drucke, Papierantiquitäten Auktion 112, Di., 16. Okt., 17.00 Uhr


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Hauptbild Beschreibung Status
Grablegung Christi
Spätmittelalterliche Handschrifteniniatur eines...

Los 502

Beweinung Christi. Spätmittelalterliche Handschriftenminiatur eines Antiphonale. Miniaturmalerei in farbiger Gouache mit Pinselgold auf Pergament. Größe ca. 17,4 x 14,7 cm (auf den Rand beschnitten), in vergoldetem Holzprofilrahmen hinter Glas. Wohl Venedig Mitte des 15. Jahrhunderts.

Große Handschriftenminiatur auf Pergament. Ausschnitt ohne den einstigen Rand, der nur noch oben fragmentarisch sichtbar ist. Verso mit blauer Initiale "Q" für "Qui timendo..." mit vier teils abgeschnittenen Notensystemfragmenten mit romanischer Quadratnotation.
Recto mit der Szene der Grablege bzw. Beweinung Christi nach dessen Kreuzigung: Der Heiland wurde von Nikodemus und Josef von Arimathäa auf ein kostbares weißes Leinentuch, das hier mit hübschen grünen Sternblüten bestickt ist. Die beiden reichen Juden hatten Jesum ihr eigenes, kostbares Grab zur Verfügung gestellt, hier ein mächtiger Marmorsarkophag mit blauem Kassettenmuster an der Front und mit roten Simsbändern und kopfstehenden Vierpässen im Quadrat aus Rosso-Marmor.
"Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er war ein Jünger Jesu. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen. Josef nahm den Leichnam und hüllte ihn in ein reines Leinentuch. Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen. Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen dem Grab gegenüber" (Mt 27,57-60).
So heben Joseph und Nikodemus den Leib Christi in das Grab, während Maria - hier in Grün gewandt - ihren Sohn mit ihrer Linken segnet und Maria Magdalena zu seinen Füßen steht. Johannes, Jesu "Lieblingsjünger" hebt die Hand Christi, deren Stigmatum er küsst, während sich hinter dem Sarkophag die Jünger in großer Schar, Männer und Frauen des Gefolges Jesu, versammelt haben, darunter Petrus, Andreas, Jakobus und Maria Maria, die Mutter des Jakobus.

In synoptischer Zusammenschau wird über der Szene der schon auferstandene, in den Himmel gefahrene Heiland als "Christus triumphans" mit der rot-weißen Siegesfahne, auf Wolken stehend dargestellt, flankiert von zwei schwebenden Engeln, die als Insignien Kreuz und Speer, die "Arma Christ", halten.

Stilistisch lässt die Miniaturmalerei Einflüsse der venezianischen Malerei des 15. Jahrhunderts erkennen, darunter einige Charakteristika wie die gedämpften Pinselgold-Nimben, vor deren Scheiben sich die Köpfe mit dunklen Schatten abheben, das rötlich-kraftvolle Strähnenhaar der Maria Magdalena, der orientalische Fez des zweiten Jüngers links, die Schleier der beiden Frauen am rechten Rand etc. Die höchst feine Gestaltung der Gesichter, die durchaus bemerkenswert individuell und vielfältig zu nennen sind, zeigt mehrere Anleihen an die griechische Ikonenmalerei, die in dieser Zeit in bekanntermaßen über Italien, besonders eben über Venedig in das Weströmische Reich gelangte. Man vergleiche hier etwa die bärtigen Gesichter des Nikodemus und des Jüngers links hinter ihm: mit minutiöser Pinselführung wurden hier die braun-schwarzen Schattenlinien und die nicht weniger feine Weißhöhung zur Schaffung von Plastizität aufgebracht, die durchaus überzeugt, den Gesichtern aber auch etwas leicht Hölzernes verleiht, wie es für die zeitgenössische Ikonen typisch war. – Etwas wellig, wenige horizontale Knickspuren mit ganz leichter Farbabplatzung, unten ein winziger Fehlstelle, wenige kleine Inseln mit Farbabplatzungen, rechts oben am Sarkophag eine mit grau übermalte Fehlstelle, sonst wohl nur minimale Retuschen oder Ausbesserungen. Verso angestaubt und leicht unfrisch, sehr schönes, bemerkenswert feines Blatt.

Schätzpreis
€ 3.800   (US$ 4.408)


Nachverkaufspreis
€ 2.000   (US$ 2.320)


Stephanus autem plenus gratia
Einzelblatt aus einem Antiphonar + Beigabe

Los 506

"Stephanus autem plenus gratia". Einzelblatt aus einem Antiphonar. Lateinische Handschrift auf Pergament. Schriftraum: ca. 38 x 25 cm. Format: ca. 48 x 35 cm. Mit 2 Schmuckinitialen und großer roter Fleuroné-Initiale "S" mit die Kolumne begleitendem Rankenwerk aus Blüten und Blattwerk. Wohl Oberitalien um 1480.

Dekoratives Einzelblatt aus einem norditalienischen Antiphonar mit dem Text aus der Apostelgeschichte des Heiligen Stephanus (Kapitel 6, Vers 8: "Stephanus autem plenus gratia et fortitudine faciebat" bzw. Kapitel 7, Vers 55: "Stephanus vidit caelos apertos, vidit et introivit"). Die Initiale "S" zu Vers 8 mit reichem Rankenwerk aus stilisierten Blüten und Blättern in den Farben Gelb, Grün, Rot und Blau. – Insgesamt etwas gewellt, die Initiale "S" mit schwachem Farbabrieb auf dem Knautschsteg. Insgesamt gering fleckig. – Dabei: Ein weiteres Einzelblatt aus einem Antiphonar. Lateinische Handschrift auf Pergament. Format: 71 x 46,5 cm. Wohl Spanien um 1580. - Mit kleineren Randläsuren.

Schätzpreis
€ 240   (US$ 278)


Nachverkaufspreis
€ 160   (US$ 185)


Antiphonale-Fragmente
7 Pergamentblätter aus 3 liturgischen Handschri...

Los 509

Von der Äbtissin und Gründerin des Klosters zu Lectoure
Antiphonale-Fragmente. 7 Pergamentblätter aus 3 liturgischen Handschriften des 16. Jahrhunderts. Lateinische Handschrift auf Pergament. Text in Schwarz und Rot mit Quadratnotation auf vierlinigem roten Notensystem. Mit 8 großen Federwerk-Initialen (ca. 9 x 10 cm), 4 kleineren Lombarden und 5 sehr großen Schmuckinitialen in Pinselgold und Farben (zwischen 11 x 9 und 25 x 18 cm!). Formate ca.: 64 x 42 (4 Bl.), 58 x 35 (1 Bl.) und 75 x 60 cm (2 Bl.). Frankreich 1500-1600.

Einzelblätter aus monumentalen Antiphonale-Handschriften, aus liturgischen Büchern französischer Provenienz mit biblischen Texten und entsprechender Notation. Die prächtig ausgemalten Initialen auf den beiden größten Blättern zeigen ein "B", ein "G", "L", "D" und wieder ein "B". Die größte Initiale in floraler Pinselgold-Zeichnung mit roten Balken auf hellblauem Grund, die anderen auf rotem Grund in Blau und mit hübschem Blumenschmuck. Auch die Federwerk-Initialen sind recht dekorativ und geschickt kalligraphiert. – Ränder mit Läsuren, Ein- und kleinen Ausrissen, Montagespuren und Knicken, Mittelknicke, vereinzelte Braun- und Sporflecken, teils etwas abgerieben, meist aber recht gut erhalten, dankbares Material für Buchbinder etc.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 696)


Nachverkaufspreis
€ 500   (US$ 580)


Madonna mit Kind
Initialminiatur "C" einer Antiphonale-Handschrift

Los 510

Madonna mit Kind. Initialminiatur "C" einer Antiphonale-Handschrift. Miniaturmalerei in farbiger Gouache und reichem rahmenden Blattwerk mit Blattgold auf Pergament. Initialgröße ca. 16 x 13 cm, Balken 28 cm. Bildgröße ca. 14 x 9 cm im Oval. Blattgröße ca. 30 x 20 cm. Norditalien, 1. Viertel des 15. Jahrhunderts.

Miniaturmalerei in höchster Qualität von einem mittelitalienischen Meister, ganz in der Tradition der berühmten Madonnendarstellungen seit Pietro Perugino und Raffaello Sanzio: Die mit bestickter, mauvefarbener Tunika in einen hellen blauen Mantel gekleidete Muttergottes faltet anbetend ihre Hände über dem vor ihr auf einem Tuch liegenden Christuskind, das sie mit leicht nach unten gebeugten Kopf liebevoll anschaut. Ihre hellbraun gewellten Haare werden von einer weißen Bänderhaube gehalten, über ihrem Kopf der goldene Nimbus.

Das Jesuskind ist in ein durchscheinendes Tuch gewickelt, der Oberkörper ist nackt, die Händchen sind verspielt an Bäuchlein und Kinn gelegt, so schaut es neugierig aus dem Bild heraus. Dargestellt ist die Szene in einer orientalischen Landschaft mit vier mächtigen Palmen im Hintergrund, die zusammen mit einem angedeutenten Zickzackzaun den "Hortus conclusus" begrenzen. Dahinter eine Berglandschaft mit einem breiten Fluss. Die Rasenfläche (mit allerhand phantasievollen grünen Gräsern) bricht vorne vor dem Kind als Scholle schroff ab.

Der Himmel über der Szene ist nachtblau und mit einigen wenigen weißen Wolkenstreifen versehen. Die gekonnte Figurendarstellung in ihrer überzeugenden Körperlichkeit mit vollendeten Proportion, die vornehme, fast zurückhaltende Farbigkeit, die Konzentration auf die Hauptszene, die gekonnte Modellierung der Gesichter ebenso wie die überaus feine Detailzeichnung - beispielsweise in der Goldborte des Mantels Mariens, der zarten Weißhöhung an den Ärmeln, die Darstellung von transparenten, schleiermäßigen Tüchern auf dem Kopf und am Hals der Madonna sowie in der Wickelung Jesu und nicht zuletzt die grandios schönen, schlanken Hände Mariens - all das spricht für die Urheberschaft der Miniatur durch einen Meister, der die großen Vorbilder der italienischen Kunstgeschichte eingehend studiert und auf geniale Weise umzusetzen verstanden hat.

Eingepasst ist die Miniatur in einen voluminösen Rahmen aus üppigem Akanthus in Blau, Rot und Grün. Der C-Balken in schimmerndem Gold, der Schwungbalken in zartem Gelb mit einem Kymation oder Perlstab in Rotbraun. Links wächst sich die Bordüre in einem blauen Abhänger mit weißer Binnenzeichnung aus, an dem drei Distelblüten wie Troddeln hängen, umspielt von feinstem grünen Feder- und Blattwerk. Akzentuiert und umgeben wird der Akanthusrahmen mit zahlreichen punkt- und tropfenförmigen "guttae", reliefartig ausgearbeitet in leuchtendem Blattgold und teils mit schwarzer Konturhöhung.

Es handelt sich wohl um eine spätmittelalterlich-frühneuzeitliche liturgische Handschrift. Unter der romanischen Quadratnotation auf vierfachem roten Liniensystem finden sich das Textfragment "piscatores. Nec...", wobei es sich möglicherweise um eine Stelle aus den Miraculis S. Martini handelt ("Sed quid timeo rusticitatem meam, cum dominus redemtor et Deus noster ad destruendam mundanae sapientiae vanitatem non oratores, sed piscatores, nec philosophos, sed rusticos praelegit?"). Die rote Lombarde "N" ist ebenfalls mit reichem, diesmal blauen Federwerk geschmückt. – Pergament minimal wellig, kaum angestaubt oder gebräunt, verso wenige Montagereste, zwei fast unsichtbare, winziges Löchlein sowie unter dem C-Stab rechts ein kleiner zeitgenössisch genähter Einriss. Vereinzelte, ganz wenige Retuschen, teils wurde auch das Blattgold geschickt erneuert, die Rotfarbe stellenweise leicht oxidiert, sonst in außergewöhnlich frischer und leuchtender Farbigkeit, die Miniatur selbst in insgesamt bester Erhaltung.

Schätzpreis
€ 8.000   (US$ 9.280)


Nachverkaufspreis
€ 5.000   (US$ 5.800)


Pestalozzi, Carlo
Carolus de Pastalotiis. Pergamenturkunde

Los 513

Chiavenna lombarda. - Carolus de Pastalotiis I. C. ac Philosophiae Medicineque Doctor Consul. Mag.cae Comunitatis Clavenae caterique... Italienischer Wappenbrief aus dem oberitalienischen Chiavenna. Lateinische Handschrift auf Pergament mit breiter Bordüre und großem Wappen-Mittelstück, alles in Gold und Farben. Ca. 52 x 67 cm. Unter Glas in vielfach dekorativ geschnitzter, vergoldeter Holzprofilleiste gerahmt (diese mit vereinzelten Ausbrüchen und Läsuren). Chiavenna 1679.

Sehr dekoratives Blatt mit hübscher Wappenmalerei als Urkunde zur Verleihung der Bürgerrechte des Patriziers Carlo Pestalozzi der norditalienischen Stadt Chiavenna (Ciavèna, Cläven bzw. Kleven) in der lombardischen Provinz Sondrio: "Cives patriciosque nostros qui claritate vitae, celebribusque ipsos natale solum et Principem illlustraverunt non tueri, solum servareque..." Umgeben wird das Blatt von einer breiten Bordüre mit einer blauen Akanthusschlinge, die 14 runde bzw. ovale Felder umschließt, in denen neben üppigen Blumenbouquets und in den Ecken vier Engelsköpfen, aus denen Blumen herauswachsen, fünf Wappenmalereien mit Wappenschild und aufwendigem Helmschmuck dargestellt sind. In der Mitte die große Vignette im Rechteck (21,5 x 19 cm) mit dem dem Bürger und Patrizier verliehenen Wappen: einem goldenen Löwen mit zwei goldenen Schlüsseln und zwei goldenen horizontalen Bändern. Im Helmschmuck oben ein weiterer, steigender Löwe mit goldenem Schlüssel. Das Wappen wird in einer üppigen Blumengirlande von zwei barocken Putten getragen, die - auch wenn sie zu schweben scheinen - die schwere der Bürde eindrücklich vor Augen führen.
Unten am Ende des Textes findet sich das Datum und die Signatur des "Carolus de Pestalotius Consul.": "Datum Clavena et Aedibus iuris Anno ab Incarnatione Dominica M.D.CLXXIX. Die XIV. Mmis. Martij." – Mehrere Feuchtränder, teils mit leichten Farbverläufen bzw. abgewaschener Farbe rechts und links, Knick- und Knitterspuren allenthalben, einige Löchlein und Einrissen, Oberflächenbereibungen (teils mit Farbverlusten sowie Gebrauchsspuren. Mit Montageresten, nicht ausgerahmt, Versand nur ohne Rahmen. Insgesamt sehr dekorativ.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 927)


Nachverkaufspreis
€ 800   (US$ 927)


Amman, Jost
4 Holzschnitte als Einzelblätter

Los 522

Amman, Jost. 4 Buchholzschnitte. 8,8 x 6,4 bis 17,2 x 13,6 cm. Unter Passepartouts 35 x 25 cm. Frankfurt 1579-1586.

Hübsche Darstellungen zweier Trachten aus Jost Ammans (1539-1591) Frauen-Trachtenbuch (Gynaeceum, Sive Theatrum Mulierum, Frankfurt 1586) sowie der Holzschnitt "Spes" aus dem Wappenbuch (Frankfurt 1579) sowie die "Melancholia". – Meist recht gut im Abdruck, teils leicht fleckig oder gebräunt.

Schätzpreis
€ 120   (US$ 139)


Nachverkaufspreis
€ 60   (US$ 69)


Aristoteles
Tomus Physicus

Los 527

Aristoteles. (Opera). Tomus Physicus. 6 Teile in 2 Bänden. Mit 6 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken auf den Titelblättern und vier weiteren am Schluss. 17,5 x 11 cm. Pergamt des 18. Jahrhunderts mit späterem hs. RTitel. Frankfurt, Erben Andreas Wechel, 1593.

VD16 A 3286. Vgl. Jöcher Ergänzungsband I, 2444f. Nicht bei Adams und Schweiger. – Alle sechs Teilbände der Physik des Aristoteles, die innerhalb der lateinischen Werkausgabe von 1593 bei den Erben Andreas Wechels in Frankfurt erschienen und von den besten Editoren der Zeit bearbeitet wurde. Exemplar aus dem Besitz des Mediziners Gottfried Heinrich Burghard (1705-1771), mit dessen hs. Besitzeintrag im Innenspiegel des ersten Bandes, datiert auf den 20. September 1729. Burghard war ab 1743 Professor für Mathematik und Physik am Gymnasium in Brieg (heute die Kreisstadt Brzeg im Südwesten Polens). Jeder der sechs Teile mit eigenem Titelblatt und Wechels Druckermarke. – Schönes und wohlerhaltenes Exemplar. Der fl. Vorsatz mit zwei weiteren alten Besitzeinträgen.

Schätzpreis
€ 450   (US$ 522)


Nachverkaufspreis
€ 300   (US$ 348)


Ayrer, Jakob
Historischer Processus iuris

Los 530

Ayrer, Jakob. Historischer Processus iuris, in welchem sich Lucifer uber Jesum, darumb daß er ihm die Hellen zerstöhrt, eingenommen, die Gefangene darauß erlöst (...) auff das aller hefftigest beklaget: Darinnen ein gantzer ordentlicher Proceß, von anfang der Citation, biß auff das Endurtheil inclusive, in erster und anderer Instantz, darzu die Form, wie in Compromissen gehandelt wird, einverleibt. Den Gerichtsschreibern, Procuratorn, Notarien (...) uberauß nützlich. 6 Bl., 338 S., 2 Bl., S. 389-773 (recte 769), 34 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und 3 Textholzschnitten. Titel in Rot und Schwarz. 32 x 20,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (am oberen Kapital mit kleinen Einrissen und einer sehr kleinen Fehlstelle, vorderes Gelenk im unteren Bereich mit restauriertem Einriss, etwas berieben, bestoßen und fleckig, ohne die beiden Schließbänder). Frankfurt, Melchior Hartmann für Nikolaus Basse, 1600.

VD16 A 4524. IA 111.035. NDB I, 473. – Zweite Ausgabe. "Das Werk, das ihn berühmt machte, ist der 'Historische Processus juris', eine in lebendiger Darstellung an einem interessant gestalteten, praktischen Beispiel gegebene Vorführung des gesamten Zivilprozeßverfahrens mit allen seinen Umständlichkeiten, Kniffen und Hinauszögerungsmitteln (der listigste der Teufel, Belial, versteht sich glänzend auf alle Schliche), die in das damalige Zivilprozeßrecht einführen sollte. Zu den 'Satansprozessen' gehörig, ist es eine freie Bearbeitung des veralteten Werkes 'Belial' des Jakob von Theramo; es fand sofort und für sehr lange Zeit eifrige Benützung, eine Schrift von hohem kulturgeschichtlichem Wert" (NDB). – Titel mit kleiner hinterlegter Fehlstelle und kurzer hs. Notiz in der oberen Ecke. Mal mehr, mal weniger feuchtrandig. Etwas gebräunt und braunfleckig, selten mit kleinen Tintenflecken, wenige Blätter in der unteren Ecke geknickt und mit Quetschfalten. Vorsätze mit Randläsuren.

Schätzpreis
€ 600   (US$ 696)


Nachverkaufspreis
€ 400   (US$ 463)


Bartholomaeus Coloniensis
Dialogus mythologicus

Los 531

Bartholomaeus Coloniensis. Dialogus mythologicus dulcibus iocis, iucundis salibus, concinnisque sententiis refertus, atque diligenter elaboratus. 26 Bl. Mit ankolorierter Holzschnitt-Druckermarke am Schuss. 17,3 x 13 cm. HLeinen des späten 19. Jahrhunderts mit hs. RSchild. Tübingen, Thomas Anshelm, Oktober 1512.

VD16 B 542. Panzer, Ann. typ. VIII, 322, Nr. 7. J. K. Kipf, Bartholomaeus Coloniensis, in: Deutscher Humanismus 1480-1520. Verfasserlexikon I/1, Sp. 132ff. Vgl. STC 67 (Ausgabe Tübingen 1511). – Dritte Druck, der bei Thomas Anshelm in Tübingen erschien, die beiden früheren Ausgaben dort datieren Oktober 1509 (B 538) und Juli 1511 (B 541). Der Erstdruck des mehrfach aufgelegten Schulbüchleins erschien 1490 unter dem Titel Epistola mythologica. "Das auf dem Titelblatt stehende Distichon von G. Konitz 'Hinc fugiat rigidi qui laudat uerba Catonis/ Hic iocus & risus, nil nisi laeta patent' ist für ein Schulbuch etwas überraschend, für die damalige Pädagogik aber bezeichnend" (Alberts). Der frühneuzeitliche Humanist Bartholomäus (um 1460 - um 1516) war Lehrer in Deventer, Münster und Minden, zu seinen Schülern zählte auch Erasmus von Rotterdam.
"Der grotesk-komische Schuldialog in Briefform ist gattungsgeschichtlich ohne nahe Parallele. Mit den Schülerdialogen verbindet die Epistola die Zielsetzung, in unterhaltsamer Form korrektes lateinisches Vokabular für den Alltagsgebrauch vorzuführen, mit der humanistischen Komödie die einheitliche Komposition, phantastische Handlung sowie Anleihen bei Plautus und Terenz [...]. Seit der 2. Ausgabe (GW 3441) gab Bartholomäus eine alphabetisch geordnete Explicatio verborum difficilium, in der griechische Lehnwörter, Mythologisches u. a. präzis erläutert werden, sowie ein Geleitgedicht ad lectores suos bei [...]. Die Epistola ist Bartholomaeus' bei weitem erfolgreichstes Werk" (Kipf; ausführlich auch zum Inhalt). – Titel etwas fleckig und leicht angestaubt, mit kleinen Fehlstellen im Bug, Unterstreichung in rotem Farbstift sowie altem Tinteneintrag. Erstes Textblatt mit minimalen Läsuren im Bug und im oberen Rand etwas knapp beschnitten (minimaler Buchstabenverlust). Einige alte Unterstreichungen, die Schlusslage E verbunden. Insgesamt nur vereinzelte Flecken, ein Braunfleck auf Blatt Bii verso etwas stärker, die dadurch im Druck etwas stumpf gewordenen Buchstaben nachgemalt.

Schätzpreis
€ 1.200   (US$ 1.392)


Nachverkaufspreis
€ 800   (US$ 927)


Biblia ad vetustissima exemplaria nunc recens c...
Venedig 1576

Los 532

Biblia latina. - Biblia ad vetustissima exemplaria nunc recens castigata. In quibus, praeter ea quae subsequens praefatio indicat, capita singula ita versibus distincta sunt. 12 Bl., 903 S. Mit ornamentaler Holzschnitt-Titelbordüre und Holzschnitt-Druckermarke. 22,5 x 15,5 cm. Leder des 18. Jahrhunderts (stärker berieben und bestoßen, Deckel mit Schabspuren, Kapitale mit Fehlstellen) mit RSchild. Venedig, Altobellus Salicatius, 1576.

Nicht bei Adams und im British Museum. – Zweispaltiger venetianischer Druck. Die Druckermarke von Salicatius mit dem Ovid-Zitat aus den Metamorphosen "Materiam superat opus" (Das Werk übertraf das Material). – Titel mit zahlreichen gestrichenen und gelöschten Besitzeinträgen, ferner mit Bibliothekssignatur aus dem 19. Jahrhundert, letztes Blatt verso ebenfalls mit zahlreichen Eintägen. Stellenweise mit kleineren Wasserrändern.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 348)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 231)



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