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Wertvolle Bücher (Varia) Auktion 114, Di., 15. Okt., 14.00 Uhr


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Kapitel Asiatica / Asian Illustrated Books / Asiatica (Lose 503 - 543) » Kapitelwahl

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Hauptbild Beschreibung Status
Antike Philosophen
2 Sino-japanische Rollbilder mit Kalligraphie

Los 503

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Antike Philosophen. Sino-japanische Rollbilder mit Kalligraphie und Illustration. 2 Bilder in Aquarell und Gouache wohl über Lithographie. Jeweils ca. 90 x 42 cm. China oder Japan um 1880.

Für den ostasiatischen Kulturraum (China und Japan) sehr charakteristische Darstellung von Philosophen. Ein bärtiger, jüngerer Mann ist stehend dargestellt, in grünem Umhang mit mächtigem Gürtel und schwarzer Mütze, ein großes Buch in der Hand. Das andere Rollbild zeigt einen Wander-Philosophen im grauen Mantel mit Wurzelstock als Wanderstab. – Wie üblich mit Gaze hinterlegt, verso mit Montagespuren, ohne die üblichen Brokatrahmen. Starke Rollspuren, mehrfache Läsuren, Fehlstellen, Brüche, Einrisse und Gebrauchsspuren. Oberflächlicher Farbabrieb, stärker gebräunt, teils feuchtrandig. Dennoch dekorativ.

Schätzpreis
€ 250   (US$ 275)


Nachverkaufspreis
€ 150   (US$ 165)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Bairei, Kôno
Hykuchô gafu zokuhen

Los 504

Bairei, Kôno. Hykuchô gafu zokuhen (japonice: Album der 100 Vögel und Blumen). Daraus 4 Doppelblätter mit Darstellungen von Vögeln und Blumen. Farbholzschnitte von 3 Farbplatten (Schwarz, Grau und Blassrot). Je ca. 21 x 30 cm. Unter Passepartouts montiert. Tokyo, Okura Magobei, 1881 bzw. 1884.

Aus dem umfangreichen Werk des "Bairei hyakuchô gafu - Kacho gafu", dem Album der Hundert Vögel gab Kôno Bairei (1844-1895), der auf diesem Gebiet führende Meisters der Ukiyo-e Schule in der Meiji Periode, im Jahre 1881 ein großformatiges Album heraus. Kôno Bairei stammte aus Kyoto, der Kaiserstadt des alten Japan, wo er die Kunst der klassischen japanischen Malerei erlernte, sich dann aber den Künstlern des Ukiyo-e zuwandte und die "Kyoto Prefectual School of Painting" gründete. Verlegt wurde sein Hauptwerk, das Album mit Vögeln und Blumen (kacho gafu) in mehreren Ausgaben zwischen 1881 und 1899 bei Okura Magobei; vier verschiedene Holzschneider sind bekannt.
Die Tafeln stammen aus dem Hauptwerk bzw. seiner Fortsetzung, sie zeigen drei große Vögel in Felslandschaften bzw. einen Singvogel (Rotkehlchen) auf einem Kirschzweig. – Nur minimal gebräunt, kaum Gebrauchsspuren, sehr sauber montiert in bemerkenswert hochwertige Passepartouts.

Schätzpreis
€ 150   (US$ 165)


Zuschlag
€ 100 (US$ 110)


Chinese Government
five per cent. reorganisation Gold Loan of 1913

Los 505

The Chinese Government five per cent. Reorganisation Gold Loan of 1913 for £ 25,000,000 Sterling. Obligation de Frs.- 503. Bond for £ 20, Schuldverschreibung über M. 409. Farbiger Kupferstich auf Pergaminpapier. 2 Bl. Mit gestochener Kartusche, 2 Ansichtetn, roten und schwarzen Stempelmarken. 46 x 33 cm. London, Waterlow, 1913.

Schuldverschreibung über die gewaltige Summe von 25 Millionen Pfund Sterling als Goldanleihe, mit der China nach der Xinhai-Revolution seine Wirtschaft in der am 1. Januar 1912 gegründeten ersten chinesischen Republik wiedererstehen lassen wollte. Der letzte Mandschu-Kaiser, der Kindkaiser Puyi aus der Qing-Dynastie, hatte bekanntlich am 12. Februar 1912 abgedankt. Der Enthusiasmus und Glaube der europäischen Staaten an die in der Republik aufkeimende freie Wirtschaft war dermaßen groß, dass die Anleihe ein voller Erfolg wurde.
"Der am 26. April 1913 zwischen der chinesischen Regierung und den Mitgliedern des 5-Mächtesyndikats abgeschlossene Vertrag über eine mit 5% verzinsliche Anleihe in Höhe von 25 Millionen hat in der zweiten Hälfte des Monats Mai 1913 zur Auflage des gesamten Nennbetrages an 5 eruopäischen Märkten geführt ... Der Subskriptionserfolg darf als durchweg günstig angesehen werden. Die Überzeichnung ist so stark, daß die Zeichnungen auf freie Stücke wohl überhaupt nicht berücksichtigt werden können" (W. Bürklin, Die fünfprozentige Chinesische Reorganisations-Staatsanleihe in Gold von 1913, in: Weltwirtschaftliches Archiv Band II (1913), S. 149-156).
Das dekorative Blatt ist in Kupfertiefdruck mit mehreren Farben gedruckt, es zeigt den Gott Merkur in der Vignette ferner zwei hübsche Ansichten aus dem ruralen China mit Reisbauern auf dem Feld und einem Tempel. Unten die Siegelmarken und Unterschriften der Verantwortlichen. Das zweite anhängende Blatt mit 43 (von einst 48) Abschnitten zu je £ 20 (5 wurden bereits herausgelöst).
"5% chinesische Reorganisations-Staatsanleihe in Gold von 1913 über 511,250,000 Mark oder £ 25,000,000 Sterling ... in fünfprozentigen Schuldverschreibungen: Kapital und Zinsen zahlbar in Deutschland in Mark, in London in Pfund Sterling, in Frankreich in Francs, in Russland in Rubel und in Japan in Yen ... Genehmigt durch Erlöss des Präsidenten vom 22ten April 1913, der durch das Wai Chiao Pu den Gesandten von Deutschland, Gross-Britannien, Frankreich, Russland und Japan ... in Peking amtlich mitgeteilt worden ist. Der in den umstehenden Bedingungen erwähnte Anleihvertrag ist von den Regierungen ... als eine die Regierung der chinesischen Republik und deren Nachfolger bindende Verpflichtung anerkannt worden. – Wenige Knickspuren oder winzige Einrisse, kleine Nadellöchlein, sonst kaum Gebrauchsspuren. Sehr seltenes, interessantes historisches Zeugnis für die internationalen Verpflechtung der Finanzen im frühen 20. Jahrhundert, die 1914-18 und vor allem dann ab 1929 zu weltweiten Katastrophen führen sollten.

Schätzpreis
€ 200   (US$ 220)


Zuschlag
€ 100 (US$ 110)


Chinesisches Reispapier-Album
Album mit 12 Original-Guachen. China (Peking?) ...

Los 506

Chinesisches Reispapier-Album. Album mit 28 Original-Gouachen in Farben, Gold- und Silberhöhung auf Reispapier. Montiert unter vierteiligem Goldbrokatpapierrahmen auf Papier. 21 x 31 cm. Reich blindgeprägtes Leinenalbum um 1900 mit goldgeprägtem VDeckeltitel, Kopfgoldschnitt. China (Peking?) um 1880.

Eine der qualitätvollsten Arbeiten des Genres schlechthin: Ein Album in privater Zusammenstellung prächtigster Gouachen. Dargestellt ist ein grandioses Blumenbouqet auf dem ersten Blatt. Es folgen mehrere Bilder mit farbenfrohen Paraden, darunter Musikerzüge von chinesischen Kindern und Jugendlichen in traditioneller Gewandung, der Transport eines heiligen Schreins und einer Sänfte für das Gefolge des Kaisers, der durch seine Schuhe, Haube und Ornat - und in einem weiteren Bild durch seine prachtvolle Krone präsent ist. Weiterhin werden mehrere heilige Schreine auf Stangen getragen, darunter hochaufragende Pagoden, Tempelchen mit Adoranten-Puppen davor und vieles mehr. Es folgen vier Lampenträger mit kostbar gezierten Laternen an langen Stangen, dann eine sechsfigurige Kapelle mit chinesischen Musikinstrumenten, ferner die Zurschaustellung eines Heiligen Teppichs.

Es folgen sieben Blätter mit Darstellungen eines chinesischen Kampfzyklus mit Shaolin-Kämpfern, die mit Schwertern und Stangen aufeinander losgehen, meist vor dem Hintergrund der blauen Träningsgebäude in schönster Natur. Ein dritter Zyklus zeigt wiederum Träger, die auf den Schultern einen Mandarin in seiner blauen Sänfte tragen, gefolgt von zwei Lichtträgern mit großen Ballonlampen. Auch ihm folgt auf dem nächsten Blatt wiederum eine Musikkapelle.

Die letzten sechs Blätter bilden einen Gerichtsprozess ab, bei dem an Ketten ein Delinquent vor den Richter geführt wird. Dieser verurteilt ihn - und der Betrachter sieht weitere Szenen der Strafe auf den folgenden Blättern. Auch eine Frau wird mit einer Kette um den Hals abgeführt, ein an Füßen mit einer Kette gebundener Schurke wird in einem Korb transportiert, zwei weitere Übeltäter sind in den Stock gelegt - und auf dem vorletzten Bild wird ein ans Kreuz gebundener Mann der Kopf abgeschlagen, und auf dem letzten Bild wird ein großer Sarg getragen. – Das fragile Reispaier nur ganz vereinzelt mit minimalen Löchlein und Druckstellen, nur wenig Bildverlust, kaum fleckig, wenige Gebrauchsspuren, insgesamt nahezu durchgehend in sehr gutem Erhaltungszustand und von überaus großer Leucht- und Strahlkraft.

Schätzpreis
€ 5.000   (US$ 5.500)


Nachverkaufspreis
€ 4.000   (US$ 4.400)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Chó-aku Roku
Bestrafungsmethoden von Schwerverbrechern. Hand...

Los 507

"Chó-aku Roku - Shinada Saemon" (japonice: Bestrafungsmethoden von Schwerverbrechern). Japanische Handschrift auf Papier. 36 Doppelblätter (mit 72 Seiten) als Blockbuch gebunden. Mit 16 (1 dopelblattgroße), teils ganzseitigen kolorierten Pinselzeichnungen. 24,5 x 17 cm. Broschiert mit hs. Titelschild. Edo (= Tokyo) 1862.

Darstellung der unter General Shoeun "Tokugawa Ieyoshi" und anderen verhängten Strafen für Schwerstverbrecher in der späten Edo-Zeit, bevor die Meiji-Restauration anbrach und sich das ganze Land - auch in seiner Rechtsprechung - fundamental änderte und am Westen orientierte. Insofern kommt dem interessant illustrierten Blockbuch eine besondere Bedeutung zu, zeigt es doch die grausamen Foltermethoden und Strafen weitgehend authentisch, wenn Gliedmaßen abgetrennt oder Köpfe abgeschlagen wurden, Köpfe auf Bambuspfähle aufgespießt und als abschreckende Beispiele ausgestellt wurden, wenn Sexualverbrecher an den Pranger gestellt und Ehebrecherinnen und Ehebrecher auf den öffentlichen Plätzen zwischen zwei Stämme eingebunden und verhöhnt wurden. Meist wurden dann dabei große Schrifttafeln angebracht, auf denen die Missetaten der Strafopfer beschrieben wurden.
All dieses wird ausführlich beschrieben und in überaus drastischen Pinselzeichnungen visuell dargestellt, womit dieses Genre der Bücher auch zu Abschreckung vor Straftaten dienen sollte. – Stellenweise leicht gebräunt und braunfleckig, etwas knickspurig, mit einigen zeitgenössischen Eintragungen, Korrekturen und Zusätzen in roter Tinte sowie drei einmontierten Fahnen aus dünnem Japanpapier mit Anmerkungen und Addenda zum Text sowie einer über den ursprünglichen Text übergelegten Korrekturstelle. Die Pinselzeichnungen sind sehr geschickt gemalt und in leuchtenden, vielfach nuancierten Farben minutiös koloriert. - Beiliegt Material zur Dokumentation und ein Gutachten eines Japanologen.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 880)


Zuschlag
€ 500 (US$ 550)


Field, Eugene
Japanese Lullaby

Los 508

Monastery Hill Bindery
Field, Eugene. Eigenhändiges Gedichtmanuskript "Japanese Lullaby" (25 Zeilen) mit Korrekturen und Streichungen. 2 S. 35,5 x 29,5 cm. Montiert in königsblauer Maroquinmappe mit Deckel- und Innenkantenvergoldung, goldgeprägtem Deckeltitel, farbigen Deckelintarsien und königsblauen Seidenmoirévorsätzen, in königsblauem Maroquinschuber. Das goldgeprägte Signet der "Monastery Hill Bindery" auf dem Deckel. (Chicago ca. 1890).

Original-Niederschrift des beliebten Gedichts in Bleistift auf liniiertem Papier, mit eigenhändigen Streichungen, Unterstreichungen und Korrekturen, von der Hand des beliebten, früh verstorbenen "Children's Poet" Eugene Field (1850-1895); angerändert, verso kopfstehend eine handschriftliche Notiz: "This is the original draft of 'The Japanese Lullaby' written by my husband - Eugene Field. Julia S. Field (Mrs. Eugene Field) Jan 8th 1920." - Gebunden in einer äußerst dekorativen Maroquinmappe aus der Chicagoer Monastery Hill Bindery. Mit interessanten Beigaben: I. Eine Porträt-Radierung des Dichters von W. H. W. Bicknell auf aufgewalztem China; II. die gedruckte Fassung des Gedichts (S. 114 f. aus Fields "Little Book of Western Verse"); III. die Vertonung des Gedichts von Jean B. Stimpson, Druck der Fassung für Klavier (Boston, Thompson, 1906, 5 S., mit beigebundenem Orig.-Umschlag). - Besonders schön gebundenes Ensemble des Original-Manuskriptes, der Druckfassung und der Vertonung eines der bekanntesten Gedichte des amerikanischen
Poeten. Ein prächtiges Unikat.

Schätzpreis
€ 800   (US$ 880)


Zuschlag
€ 2.800 (US$ 3.080)


Hara Kôji
Ansichten von Tempeln der Kyoto- bzw. Shiga-Prä...

Los 509

Hara Kôji. Ansichten von Tempeln der Kyoto- bzw. Shiga-Präfektur. 5 Farbholzschnitte. Querformate chûban, je ca. 21,5 x 29 cm. Unter Passepartouts montiert. Tokyo, Uchida Bijutsu, Um 1960.

Höchst dekorative Ansichten, gedruckt in leuchtenden Farben - und ganz in der Tradition der Ukiyo-e Welt vor der Meiji-Zeit. Dargestellt sind folgende Sehenswürdigkeiten der Kyoto- bzw. Shiga-Präfektur: 1) Kannon Shôji. - 2) Sokkakudô. - 3) Matsunôdera. - 4) Amanohashidate. - 5) Yoshiminedera. – Wohlerhalten, sehr farbfrisch.

Schätzpreis
€ 300   (US$ 330)


Nachverkaufspreis
€ 200   (US$ 220)

(Verfügbarkeit erfragen!)
Hiroshige, Utagawa
Meisho Edo hyakkei (japonice: "100 berühmten An...

Los 510

Hiroshige, Utagawa. Meisho Edo hyakkei (japonice: "100 berühmten Ansichten von Edo"). "One Hundred Famous Views of Edo". Faksimile-Edition hrsg. von Seiichiro Takahashi. Textheft und Tafeln. 134 S., 2 Bl.; 2 Bl. 120 Farbtafeln auf Japanpapier, jeweils in doppelblattgroßem bezeichneten Umschlag aus Wasserzeichenpapier (Blume) sowie 2 beiliegene (1 farbiges) Doppelblätter. 25,8 x 18 cm (Textheft) und 40 x 27 cm (Mappe). OBroschur mit farbigem Deckelschild, innenliegend in roter Grobseidenmappe (gering berieben, kaum lichtrandig, schön) mit silberbeflockten Spiegeln und Seiden-Deckelklappen und 2 beinernen Schließen. Tokio, Saigakudo, bzw. Akasaka, Aoi-cho, 1965.

Die berühmten 100 Ansichten von Edo, der Stadt Tokio vor der Meji-Zeit ("Meisho Edo hykkei"') sind eine tatsächlich in 120 Farbholzschnitten gedruckte Serie des Ukiyo-e Künstlers Utagawa Hiroshige (1797-1858), sie bilden das Hauptwerk seines überaus vielfältigen, fruchtbaren Schaffens. Vorliegt das immer noch beste Faksimile mit den Tafeln in originaler Größe und auf feinstem Japanpapier in leuchtenden Farben gedruckt. Vgl. M. Trede, L. Hiroshige Bichler, Hundert berühmte Ansichten von Edo. Köln 2010. – Sehr sauber, nahezu druckfrisch.

Schätzpreis
€ 400   (US$ 440)


Zuschlag
€ 200 (US$ 220)


Hiroshige, Utagawa
Utsu no yama Okabe (japonice: "Der Berg Utzu") ...

Los 511

Hiroshige, Utagawa. Utsu no yama Okabe (japonice: "Der Berg Utzu") aus "53 Stationen des Tokaido". Ukiyo-e Farbholzschnitt auf Papier. Bildgröße: 22,5 x 34,5 cm. Blattgröße oban: 26 x 37,5 cm. Edo (Tokio) um 1834.

Das Bild der 22. Station "Utsu no yama" in Okabe mit den sich begegnenden Lastenträgern, die durch die enge Bergfurt wandern, begleitet vom reißenden Bach, im Hintergrund das Dorf Okabe. Links das Verlegersiegel: "Hoeido han" und dem "Kiwame", dem Siegel ("Geprüft") der Zensur, das von 1791 bis 1842 in Gebrauch war. Es handelt sich wohl um den Druck des Verlegers Tsuruya Kiemon von 1834. – Papier angestaubt und etwas gebräunt, vier Ecken mit Montagelöchlein, verso mit Montageresten, Ränder leicht knittrig, sonst nur minimale Gebrauchsspuren, insgesamt gutes Blatt in der üblichen tonigen Farbigkeit, gedruckt von den originalen Holzsstöcken auf feines Papier (mit waagerechten Walzlinien).

Schätzpreis
€ 400   (US$ 440)


Zuschlag
€ 360 (US$ 396)


Hokenamera
Rituale. Bilderbuch über die Schönheit in den a...

Los 512

Hokenamera. Rituale. Bilderbuch über die Schönheit in den alten Zeiten. Leporello mit doppelblattgroßem Titelbild in Silber und Farben sowie 15 doppelblattgroßen farbigen Tafeln in Farbholzschnitt. Tafelformat Koban (ca. 24,5 x 35,2 cm). Leporello-Format: 24,5 x 17,6 cm. Deckel mit bedrucktem Leinengewebe bezogen (mit Fehlstellen an Rändern und Ecken, lädiert, fleckig) mit Deckelschild. Tokyo, Meji-Zeit (um 1890).

"Rituale" (hokenamera) sind Alltagsszenen aus dem traditionellen japanischen Leben, das nach der Restauration der Monarchie mehr und mehr verschwand: Mit der Öffnung Japans unter Tenno Meji ab dem Jahre 1868 hörte diese "romantische" Zeit schlagartig auf, die westeuropäische Kultur hielt Einzug in Japan - und damit auch alle modernen Errungenschaften wie maschinell hergestellte Textilien, Regenschirme, Tabakspfeifen sowie auch die Alltagsgegenstände, die die alte Lebenskunst komplett ablösen sollte, wenn plötzlich Messer und Gabel statt der Essstäbchen, der Hashi, zur Anwendung kamen - und dafür die meist englischen, oft auch französischen Begriffe in Katakana als Lehnwörter in die japanische Altsprache eingefügt wurden.
Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann die untergehende Kultur in Bildern festgehalten, wozu auch die "Hokenamera" von verschiedenen Ukiyo-e Meistern gehörten. Die hübschen Tafeln zeigen die zarten Frauen, Bijin, in ihren Interieurs, am Karpfenteich in Betrachtung der Uferlilien, bei der Wäsche gebeugt über schweren Bottichen, im Tatami-Raum bei der Matcha-Teezeremonie (gesehen durch das große Rundfenster aus dem Ziergarten), beim Brettspiel und vieles mehr. – Meist mittig auseinander, teils etwas fleckig und mit Gebrauchsspuren, möglicherweise fehlen Teile der Tafeln, insgesamt außerordentlich dekorativ. – Beiliegen: 2 weitere kleine Hefte mit Darstellungen (in Schwarz-weiß und bunter Broschur) sowie: Kikou Yamata. Shizouka. Princesse Tranquille.
101 S. Mit Frontispiz-Porträt von Foujita und ganzseitigen Illustrationen. 19 x 14,5 cm. Illustrierte OBroschur. Paris, Trémois, 1929. - Nummeriertes "Exemplaire sur vélin". - Kaum gebräunt.

Schätzpreis
€ 160   (US$ 176)


Zuschlag
€ 180 (US$ 198)



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