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Los 325 Leyen, Friedrich von der
Teilnachlass (Manuskripte und Typoskripte)
Verkauft
325) » größer

[*] Von der Leyen - einmal anders
Leyen, Friedrich von der. Teilnachlass, bestehend aus eigenhändigen Manuskripten, Typoskripten, Druckfahnen, Entwürfen. Gesammelt in 17 Kladden und 6 Faszikeln sowie mehrere kordelgeheftete Typoskripte im Umfang von ca. 700 Bl. Um 1946-späte 1960er Jahre.

Friedrich von der Leyen (geb. 19. August 1873 in Bremen; gest. 6. Juni 1966 in Kirchseeon bei München) studierte bis 1894 an den Universitäten Marburg, Leipzig und Berlin. Bei Karl Weinhold promovierte er mit einer Arbeit über die frühmittelhochdeutsche Rede vom Glauben des Armen Hartmann, die Münchner Habilitationsschrift (1899) war den Göttersagen der Edda gewidmet. Von 1920 bis zu seiner Emeritierung 1937 lehrte von der Leyen Deutsche Philologie an der Universität Köln. Als Gastprofessor war er 1913 und 1914 sowie 1931 und 1932 in Yale, Stanford und Harvard. Von der Leyen wurde 1937 von den nationalsozialistischen Machthabern zum Senator der Deutschen Akademie der Dichtung, einer Sparte der gleichgeschalteten Preußischen Akademie der Künste, ernannt. Nach anderer Quelle wurde er im selben Jahr als nicht "linientreu" suspendiert. 1938 publizierte von der Leyen eine Untersuchung über die Götter der Germanen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Köln zurück, in die Stadt Konrad Adenauers, mit dem ihn eine "intellektuelle Freundschaft" verband. Am Ende seines Berufslebens, von 1947 bis 1953, wirkte der international bekannte Erzählforscher als Honorarprofessor an der Universität München.
Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit stand die deutsche und skandinavische Literatur, vor allem in der Frühzeit und im Mittelalter, die Märchenforschung und die Volkskunde. Dabei suchte er immer auch die Nähe zum breiten Publikum. 1909 veröffentlichte er zusammen mit Karl Wolfskehl die "ältesten deutschen Dichtungen" mit Übersetzungen aus dem Mittelhochdeutschen. Seit 1912 war er Herausgeber der von ihm begründeten Buchreihe "Die Märchen der Weltliteratur". Neben "altdeutscher" Dichtung veröffentlichte er Märchen aus Indien, Italien, Israel und dem Baltikum, verfasste das dreibändige Werk "Das Buch der Deutschen Dichtung" und übersetzte für den Insel-Verlag die Sammlung "Der König der Bettler" aus dem Sanskrit. Auch zur Kultur- und Bildungspolitik nahm der vom Kaiserreich geprägte von der Leyen Stellung, eine konservative Stimme mehr im restaurativen Nachkriegsdeutschland.
Das Haus, in dem von der Leyen 1957 bis zu seinem Tod 1966 lebte, liegt in Kirchseeon, von Bäumen und Büschen halb verborgen, an der Bundesstraße Richtung München. Vor einigen Jahren hat es in dem Haus gebrannt, seither ist es verfallen und unbewohnbar. An den einst berühmten Bewohner erinnert nur die Grabinschrift von ihm und seiner 1950 gestorbenen Frau Helene, einer Porträtmalerin, auf dem Friedhof in Kirchseeon-Dorf. Das Ende eines Gelehrtenlebens. Vgl. den informativen Artikel von Rita Baedeker: Der Prophet aus dem Forst, Süddeutsche Zeitung vom 3. Juni 2016 (online abrufbar, 22.08.2018).

Der hier angebotene, in vier Komplexe gegliederte Teilnachlass enthält:

I. Manuskriptentwürfe
zu den Memoiren Friedrich von der Leyens, die unter dem Titel "Hochschule und Leben" 1960 veröffentlicht wurden (Verlag Der Löwe, Köln): 8 Kladden (je ca. 75 Bl.; schwarzes Leinen, Din A5-Format, jeweils einseitig beschrieben), 1 Mappe (ca. 250 lose Bl. Druckfahnen mit zahlreichen handschriftlichen Korrekturen, Streichungen und Anmerkungen, Din A4-Format), 5 Mappen des Original-Typoskriptes (teils Durchschläge) mit Korrekturen, Streichungen, Anmerkungen (ca. 700 lose Bl. mit zahlreichen handschriftlichen Korrekturen, Streichungen und Anmerkungen, Din A4-Format). - Umschlag mit eigenh. Betitelung "Erinnerungen - Erste mißlungene Fassung - Vorlage für zweite Fassung", Manuskript (ca. 200 Bl. Din A5, lose Bl.). Mit Zeitungsartikel (gefaltet): Friedrich v.d. Leyen. Eine deutsche Akademie. In: Beilage zur Allgemeinen Zeitung, München 16. April 1902.

II. 6 Kladden mit Manuskripten von wissenschaftlichen Aufsätzen u. a. (schwarzes Leinen, Din A5, liniert, meist ca. 30-40 Bl.), betitelt mit: Arbeiten: Geleitwort für Lothringische Volksmärchen u.a. (1961-62) - 2 Kladden Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen (1962), jeweils 32 Bl. - Anmerkungen zu den Märchen der Brüder Grimm (1962). - Leitfaden und Anmerkungen für eine neue Ausgabe der Kinder und Hausmärchen (1966-69). - Anmerkungen zu schottischen Märchen (Mai 1965).

III. Materialien und Manuskripte zu dem Aufsatz "Friedrich Nietzsche und die deutsche Sprache" (gedruckt in: Jahrbuch der deutschen Sprache Bd. II, hrsg. im Auftrag der Deutschen Akademie. Leipzig, Julius Klinkhardt, 1944): 1. Typoskript - Durchschläge, Skizzen und Entwürfe (Manuskript) - ca. 600 Bl. (Din A4, lose Blatt in Aktendeckel). - 2. Typoskript (Kopie) einer Monographie in englischer Sprache (Friedrich Nietzsche und die Sozialdemokratie, der Feminismus, die Jugend-Bewegung) - ca. 50 Bl., lose Bl. (Din A4). - 3. Druckfahnen "Friedrich Nietzsche und die deutsche Sprache, Eugen Diederichs Verlag (1944 lt. Datierung der "Nachweise") - 4. Zahlreiche Manuskriptbögen wohl derselben Monographie, außerdem: 5. Umschlag „Ergänzungen, Rejecta“ (ca. 30 gefaltete Bl. Durchschlagpapier). - 6. Original-Typoskript Friedrich Nietzsche und die deutsche Sprache. 48 S. (Fragm.) - mit Korrekturen (lose Bl., Din A 4). - 7. 2 Kladden (schwarzes Leinen, Din A5, liniert, ca. 50 Bl.), betitelt mit: Hilfs- u. Ergänzungsheft für Übungen. Angelegt in Köln W.S. 21/22: 1. Friedrich Nietzsche und die deutsche Sprache und die deutsche Dichtung. 2. Tristan und Isolde im Mittelalter. 3. Entwurf für Vorlesung: Die Goten. Die 2. Kladde mit dem Titel: Nietzsche und die deutsche Sprache. Entwurf (ca. 50 Bl. beschrieben).

IV. Typoskripte zur Märchenforschung: 1. Typoskript (Durchschlag-Exemplar): Gesammelte Rückerinnerungen - Das Buch der Kinder (129 Kapitel - mit eigenen Überschriften, Märchen) - ca. 350 Bl. (18,5 x 21,5 cm; Kordelheftung). - 2. Die Fabeln der tausend Seen und andere Fabeln und Erzählungen aus Südamerika - ca. 400 Bl., meistens Durchschläge (Din A4, einfache Kordelheftung), mit Griffregister, die Begriffe: 1000 Seen, Fabeln, Erzählungen, Pflanzen, Götter, Tiere. - Außerdem ein Exemplar der Zeitschrift Märchenspiegel, Ausgabe August 2001, zugleich Festschrift zum 90. Geburtstag von Walter Kahn. - Mit einem separaten Schreiben von Walter Kahn und einem Typoskript eines Artikels von Ulf Diederichs (Märchen - eine lebenslange Leidenschaft, Für Walter Kahn zum 90. Geburtstag). – Die Handschrift von der Leyens ist trotz ihrer Akkuratesse nur nach einiger Übung flüssig zu lesen. Mit zunehmendem Alter wird sie kleiner und kryptisch. Gewöhnlich benutzt von der Leyen nur die Hälfte einer Seite, es verbleibt ein breiter Rand für Anmerkungen und Korrekturen. - Insgesamt gut erhalten, wenngleich viele Blätter Knickspuren und andere kleinere Lagerschäden aufweisen. Einige Teile bedürfen der Ordnung, was durch die Paginierung der Blätter erleichtert wird.

Schätzpreis
€ 500   (US$ 570)


Zuschlag
€ 500
(US$ 570)
(GBP 440)
(CHF 570)


Los 325 Leyen, Friedrich von der
Teilnachlass (Manuskripte und Typoskripte)
Verkauft

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